Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 01/1978


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       ENTWICKLUNGSTENDENZEN DER ARBEITSBEDINGUNGEN UND -BELASTUNGEN
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       IN DER BUNDESREPUBLIK
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       Klaus Priester
       
       1. Arbeitsbedingungen  als Forschungsgegenstand  - 2. Indikatoren
       für die  Entwicklung der  Arbeitsbedingungen -  3. Ist die Arbeit
       "leichter" geworden?  - Anhang:  Statistische Materialien  zu Ar-
       beitsbedingungen und -belastungen in der BRD
       
       1. Arbeitsbedingungen als Forschungsgegenstand
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       Die derzeit - und 1973/74 vor dem Beginn der Krise noch stärker -
       geführte  Diskussion   um   Möglichkeiten   und   Grenzen   einer
       "Humanisierung der  Arbeit" in der Bundesrepublik 1) kann als Re-
       flex auf  bestimmte, gesellschaftspolitisch  relevante Fragestel-
       lungen und  Probleme betrachtet  werden, die  in der Qualität der
       Arbeitsbedingungen selbst wurzeln.
       Zwar wurde  in den bisherigen Debatten über "neue Modelle der Ar-
       beitsstrukturierung", "menschengerechte  Gestaltung des  Arbeits-
       platzes" und  "Menschenwürde im Betrieb" häufig und intensiv über
       theoretische Konzepte und praktische Modellversuche von Unterneh-
       mern, Wissenschaftlern  und Gewerkschaften gestritten 2), gleich-
       wohl ist  die Basis  praktischer Erfahrungen  mit neuen  Arbeits-
       strukturen noch  vergleichsweise schmal,  zumal gesamtwirtschaft-
       lich gesehen  - dies  gilt zumindest  für die noch überschaubaren
       Verhältnisse in  der Bundesrepublik  - derartige  Experimente und
       Modelle quantitativ, d.h. hinsichtlich der Anzahl der betroffenen
       Beschäftigten, kaum  eine Rolle  spielen. 3)  Zumindest steht der
       publizistische Aufwand,  der um  einige  solcher  Experimente  in
       großem Stil  betrieben wird, in keinem angemessenen Verhältnis zu
       deren tatsächlicher Bedeutung, und man gewinnt zunehmend den Ein-
       druck, als solle mit der Propagierung "neuer Modelle der Arbeits-
       strukturierung" bewußt  von der  tatsächlichen Beschaffenheit der
       Arbeitsbedingungen in der Bundesrepublik abgelenkt werden. 4)
       Die Rückführung der "Humanisierungs"-Diskussion auf ihren eigent-
       lichen Ausgangspunkt,  nämlich die  Beschaffenheit  und  Entwick-
       lungstendenzen der Arbeitsbedingungen und die daraus resultieren-
       den Anforderungen  an Gesundheit  und Qualifikation  der abhängig
       Beschäftigten, ist dringend notwendig, damit erst einmal die ana-
       lytischen Grundlagen  für die  weitere Beschäftigung mit Modellen
       "humanisierter" Arbeit geschaffen werden. Das Problem stellt sich
       um so  vordringlicher, als  wir bis  heute nur  sehr  wenig  aus-
       sagekräftiges  Datenmaterial  besitzen,  das  Auskunft  über  die
       E n t w i c k l u n g   und die   e r r e i c h t e n    S t a n-
       d a r d s   im Bereich  der  Arbeitsbedingungen  geben  kann.  Zu
       wissen, wie  viele Arbeiter, Angestellte und Beamte unter welchen
       konkreten,  die   Arbeits-  und   Lebenssituation  prägenden  und
       beeinttächtigenden Bedingungen arbeiten müssen und wie diese ein-
       zelnen Faktoren  miteinander vermittelt  sind,  ist  unabdingbare
       Voraussetzung für jegliche "Humanisierungs"-Diskussion: Denn erst
       die  genaue   Analyse  der  die  Arbeitsbedingungen  bestimmenden
       Faktoren kann  Aufschluß darüber geben, wo Strategien zur Verbes-
       serung der  Arbeitsbedingungen anzusetzen  haben  und  aufweichen
       Teilgebieten Veränderungen am dringlichsten sind.
       "Humanisierung der Arbeit" im Sinne einer tatsächlichen Verbesse-
       rung der  Arbeitsbedingungen muß  von den Interessen der abhängig
       Arbeitenden ausgehen  und nicht  auf Initiative  von Unternehmern
       und im  Interesse effizienterer Rationalisierungs- und Arbeitsin-
       tensivierungsmethoden. Daß  letzteres häufig  versucht wird, läßt
       sich an  einer Reihe entsprechender "humanitärer" Initiativen aus
       dem Unternehmerlager  nachweisen. 5)  Sogar die von der Bundesre-
       gierung eingesetzte "Kommission für wirtschaftlichen und sozialen
       Wandel" konnte  in ihrem Schlußgutachten formulieren: "Neuere Mo-
       delle der  Arbeitsstrukturierung, die zum Teil von den bisherigen
       Methoden der Rationalisierung und Intensivierung der Arbeit abge-
       hen, haben für weitere Überlegungen an Bedeutung gewonnen. Es hat
       sich zum  Beispiel bei einer Erweiterung von Einflußmöglichkeiten
       der Beteiligten  auf bestimmte  Arbeitsbedingungen und veränderte
       Kombinationen von  Arbeitsaufgaben gezeigt,  daß bisher wenig ge-
       nutzte  Leistungspotentiale   und  Rationalisierungsreserven  er-
       schlossen werden  können. Zum  Teil lassen sich so auch Konflikte
       und Schwierigkeiten  vermeiden, die  bei der Anwendung von tradi-
       tionellen Rationalisierungstechniken zu erwarten wären." 6)
       Die bisherigen  Versuche der Darstellung und Analyse der Verände-
       rung der  Arbeitsbedingungen in der Bundesrepublik haben, bis auf
       wenige Ausnahmen, den Zusammenhang zwischen Kapitalverwertungsin-
       teressen der Unternehmer und der jeweils konkreten Ausformung der
       Arbeitsbedingungen nicht  berücksichtigt. Dieser Zusammenhang ist
       gleichwohl unverzichtbare Grundlage für die marxistische Analyse.
       Neuere Ansätze  der Bestandsaufnahme  vor allem industrieller Ar-
       beitsbedingungen aus  der Bundesrepublik  beschränken sich in der
       Mehrzahl auf  die Sammlung  und Kommentierung  von Datenmaterial,
       ohne vorher  analysiert zu  haben, vor welchem konkreten ökonomi-
       schen, politischen  und sozialen Hintergrund sich z.B. Nacht- und
       Schichtarbeit, Entlohnungsformen, Arbeitszeiten usw. entwickeln.
       In gewisser  Weise exemplarisch für eine derartige Vorgehensweise
       sind die diesbezüglichen Arbeiten aus dem SPES-Projekt. Diese so-
       zialpolitische Forschergruppe  an den  Universitäten Frankfurt/M.
       und Mannheim beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Entwick-
       lung eines  "Sozialpolitischen Entscheidungs-  und Indikatorensy-
       stems" (SPES) für die Bundesrepublik. Unter anderem hat das SPES-
       Projekt auch  Daten zur Entwicklung der Arbeitsbedingungen in der
       Bundesrepublik vorgelegt und ein System von Sozialindikatoren für
       andere Lebensbereiche entwickelt. 7)
       Im Gegensatz zu dieser Forschungsrichtung, die sich stark an ent-
       sprechende Forschungen  in den  Vereinigten Staaten  anlehnt  8),
       wurden in der Vergangenheit vom Soziologischen Forschungsinstitut
       Göttingen (SOFI)  Arbeiten vorgelegt, in denen stärker der Zusam-
       menhang von  kapitalistischer Produktionsweise, ökonomischer Ent-
       wicklung und Veränderung der Arbeitsbedingungen betont wird. 9)
       Ferner ist in diesem Zusammenhang auf eine umfassende, allerdings
       mehr kommentierende  als analysierende  Darstellung zu verweisen,
       die im  Wirtschafts- und  Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI)
       des Deutschen Gewerkschaftsbundes entstanden ist. 10)
       Auf der Grundlage eigens zu diesem Zweck erhobener Daten hat nun-
       mehr Ende 1977 der Soziologe V. Volkholz (inzwischen Mitglied der
       Dortmunder "Forschungsgruppe Arbeit und Gesundheit") einen zusam-
       menfassenden Bericht  über "Belastungsschwerpunkte und Praxis der
       Arbeitssicherheit" in  der Bundesrepublik  vorgelegt, der im Auf-
       trag des  Bundesministers für  Arbeit und  Sozialordnung erstellt
       wurde. 11)  Dabei handelt  es sich um die Zusammenfassung von Ar-
       beits- und Forschungsergebnissen mehrerer autonomer Teilprojekte,
       die von  Mitarbeitern einer  Reihe von  Universitätsinstituten in
       der Bundesrepublik  und vom Institut für angewandte Sozialwissen-
       schaft (Infas)  12) durchgeführt  wurden . Mit dieser Studie (und
       den noch zu veröffentlichenden Berichten über die einzelnen Teil-
       projekte 13)  liegt nunmehr  erstmals für  die Bundesrepublik ein
       repräsentativer Überblick  über den  derzeitigen (1975)  Entwick-
       lungsstand der  Arbeitsbedingungen und die Häufigkeit und Vertei-
       lung von  Arbeitsbelastungen auf  die Gruppen  von Erwerbstätigen
       vor. 14)
       Ohne den  hohen wissenschaftlichen - und hoffentlich auch prakti-
       schen -  Wert gerade dieser Untersuchung unterschätzen zu wollen,
       muß dennoch  festgestellt werden,  daß bis heute zusammenfassende
       Arbeiten über  die langfristige   E n t w i c k l u n g   der Ar-
       beitsbedingungen in  der Bundesrepublik,  in denen  etwa über die
       bloße Kommentierung  von  amtlichem  Datenmaterial  für  einzelne
       Wirtschaftszweige und Teilbereiche der Arbeitsbedingungen hinaus-
       gegangen und die gewonnenen Ergebnisse mit theoretischen Annahmen
       und empirischen  Belegen über die ökonomische und technisch-orga-
       nisatorische Entwicklung  in Verbindung  gebracht würden, weitge-
       hend fehlen. 15)
       Dies mag  nicht zuletzt  auf die  über weite Strecken mangelhafte
       Datenlage und  die Komplexität  des Untersuchungsfeldes zurückzu-
       führen sein. 16)
       Konkreter ausgedrückt: Solange es in der Bundesrepublik zwar mög-
       lich ist,  statistische Angaben  über die Anzahl der allmonatlich
       eingelegten Bruteier und ausgeschlüpften Küken zu machen, solange
       man zwar  den Veröffentlichungen  der Statistischen Ämter die re-
       gelmäßigen Veränderungsraten  des bundesdeutschen Obstbaumbestan-
       des oder  der beschrankten bzw. unbeschrankten Bahnübergänge ent-
       nehmen kann,  r e g e l m ä ß i g e  u n d  v e r l ä ß l i c h e
       Erhebungen über  den Umfang z.B. der Nacht- und Schichtarbeit so-
       wie andere,  die tatsächliche Qualität der Arbeitsbedingungen be-
       legende Daten  aber weitgehend  fehlen, so lange wird man kaum zu
       vollständig empirisch  abgesicherten  Bestandsaufnahmen  der  Ar-
       beitsbedingungen in der Bundesrepublik kommen und die Entwicklun-
       gen auf diesem Gebiet erfassen können. 17)
       Das IMSF hat nun eine erste Arbeit zu diesem Themenkomplex vorge-
       legt, mit  der der  sicherlich ergänzungsbedürftige und diskutie-
       renswerte Versuch  einer Zusammenstellung  und Analyse  von Daten
       über die  konkrete Wirklichkeit  industrieller Arbeitsbedingungen
       in der  BRD und  gewerkschaftlicher Forderungen und Vorstellungen
       zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen unternommen wird. 18)
       Aufgabe der Studie war es, anhand vorliegender Daten die Entwick-
       lung ausgewählter  Indikatoren für die Arbeitsbedingungen und die
       durch sie  geprägten Anforderungen und Belastungen zu skizzieren.
       Dabei wurde  von der  Arbeitshypothese ausgegangen,  daß sich die
       Belastungen im  Bereich der  industriellen Tätigkeiten im Verlauf
       der  Nachkriegsentwicklung   zumindest  nicht  verringert,  wahr-
       scheinlich aber erhöht haben. Dies sollte anhand geeigneter Indi-
       katoren für  die Gesamtarbeitsbelastung (u.a. Arbeitsunfälle, Be-
       rufskrankheiten und Invaliditätstaten) belegt werden.
       Die folgenden  Ausführungen basieren  zum Großteil auf dieser Un-
       tersuchung, fassen wichtige Ergebnisse zusammen und aktualisieren
       sie in einigen Bereichen.
       
       2. Indikatoren für die Entwicklung der Arbeitsbedingungen
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       In Anbetracht  der gebotenen Kürze können im folgenden nur einige
       thesenhafte Anmerkungen  zu den  groben Entwicklungstrends ausge-
       wählter Indikatoren  für die  Arbeitsbedingungen gemacht  werden,
       die helfen  sollen, die in Tabelle 1 (im Anhang) zusammengestell-
       ten empirischen Befunde zu erläutern.
       Hinsichtlich ihrer  Auswirkungen auf  die gesundheitlichen  Bela-
       stungen sind  es vor  allem drei  Aspekte der Arbeitsbedingungen,
       die näher betrachtet werden müssen:
       Zum   e r s t e n   K o m p l e x  gehören die Bedingungen, unter
       denen die  unmittelbare Arbeitsaufgabe  erledigt wird.  Dabei ist
       wichtig zu wissen, wie weit Formen restriktiver Arbeit verbreitet
       sind und welche Belastungen mit ihnen verbunden sind. Mit der Or-
       ganisation eines großen Teils industrieller Arbeitertätigkeiten -
       und seit  einiger Zeit auch von Angestelltentätigkeiten - als re-
       petitive Teilarbeiten in engem Zusammenhang steht die Entwicklung
       der verschiedenen  Entlohnungssysteme. Hierbei  interessieren be-
       sonders die  Verbreitung von Leistungslohnsystemen und deren Aus-
       wirkungen als Arbeitsbelastungen.
       Zum  z w e i t e n  K o m p l e x  belastungsrelevanter Einflüsse
       sind die  aus der nicht-menschengerechten Gestaltung von Arbeits-
       mitteln und -gegenständen sowie aus der Arbeitsumgebung resultie-
       renden schädigenden Einflüsse auf die Beschäftigten zu zählen.
       Schließlich werden  als   d r i t t e r   K o m p l e x   die Ar-
       beitszeittegelungen sowohl  hinsichtlich der  Lage als  auch  der
       Dauer der Arbeitszeit in ihrer Entwicklung skizziert.
       
       Formen des Arbeitsvollzugs
       --------------------------
       
       Unter  Belastungsgesichtspunkten  interessiert  hinsichtlich  der
       quantitativen Verbreitung  und Bedeutung unterschiedlicher Formen
       des Arbeitsvollzugs  in erster  Linie die Verteilung der abhängig
       Beschäftigten auf  Arbeitsplätze, an  denen   r e p e t i t i v e
       T e i l a r b e i t e n   geleistet werden  müssen. Arbeitszerle-
       gung bis  ins Detail und taktgebundene Arbeit drücken sich einmal
       - in ihrer deutlichsten Form - als  F l i e ß b a n d a r b e i t
       aus. Die genaue Zahl der Fließbandarbeiter in der BRD ist, da re-
       gelmäßige statistische  Erhebungen darüber fehlen, nicht bekannt.
       Nach nichtamtlichen Angaben, die auf statistischen Erhebungen des
       Allensbacher Instituts  für Demoskopie  vom August  1972 beruhen,
       waren zu  diesem Zeitpunkt fast 700 000 Arbeiter am Fließband tä-
       tig. Davon waren fast zwei Drittel Frauen. 19)
       In extremem Maße belastende Tätigkeiten in Form repetitiver Teil-
       arbeit und  einfacher Handarbeit  reichen jedoch  über die  reine
       Fließbandarbeit hinaus.  Taktgebundene und anderweitig monotonie-
       fördernde Arbeiten  finden sich ebenfalls auf höheren Mechanisie-
       rungsstufen in  der materiellen  Produktion und zunehmend auch im
       Angestelltenbereich.
       1970 leisteten  in der Bundesrepublik ca. 45 Prozent aller in der
       Herstellung beschäftigten männlichen Arbeiter überwiegend Handar-
       beit. An Halbautomaten und Automaten arbeiteten dagegen erst rund
       8 Prozent.  Von fast  4,1 Mio. Arbeitern in der Herstellung waren
       dies 1,8 bzw. 0,3 Mio. Personen. 20)
       Weitere Einblicke  in die  Verteilung der Arbeiter auf die unter-
       schiedlichen Mechanisierungsstufen  und Arbeitsplatztypen  in der
       Industrie ergeben  sich aus  den industriesoziologischen Untersu-
       chungen von  Kern und Schumann. 21) Danach üben in diesem Kernbe-
       reich der  Produktion noch  fast 30 Prozent aller Arbeiter einfa-
       che, repetitive  Teilarbeit aus,  die mit  steigendem Mechanisie-
       rungsgrad unter  kapitalistischen Bedingungen auch nicht gänzlich
       abgeschafft, sondern vielmehr als Teilfunktionen in den automati-
       sierten Bereichen  wieder neu  eingerichtet werden. 22) Weiterhin
       leisten nach  Kern und Schumann noch rund 16 Prozent der erfaßten
       Arbeiter eher  traditionelle Maschinenarbeit, etwa 27 Prozent ar-
       beiten in von der Automation erfaßten Bereichen. 23)
       Die Ergebnisse einer Mikrozensus-Zusatzerhebung des Statistischen
       Bundesamtes vom Juli 1969 allerdings zeigen, daß die vorstehenden
       Angaben von Kern und Schumann etwas verzerrt sind: Es ergibt sich
       nämlich aus den amtlichen Daten, daß erst rund 14 Prozent der Ar-
       beiter an  halb- und  vollautomatischen Fertigungsanlagen und Ma-
       schinen arbeiten,  der Anteil  der Arbeiter  in  eher  "traditio-
       nellen" Arbeitsvollzügen demnach noch höher liegen muß 24).
       Auch im  Bereich der  kaufmännischen und verwaltenden Tätigkeiten
       machen sich infolge stärker betriebener Rationalisierung Arbeits-
       zerlegung und -zergliederung seit einiger Zeit stärker bemerkbar.
       In der BRD konzentriert sich gegenwärtig die Bürorationalisierung
       auf die  Zerlegung komplexer Arbeitsaufgaben in einfache Teilauf-
       gaben. Im  Bereich der  Textverarbeitung zeichnet  sich ein Trend
       zur Zentralisierung  der Schreibdienste  ab, wodurch  schätzungs-
       weise 200 000  Schreibkräfte in Zukunft eingespart werden können.
       Auf diese Weise entstehen Bedingungen, wie wir sie in der Produk-
       tion vom Fließband her kennen, so daß man durchaus von einer kom-
       menden "Verakkordisierung" des Büros sprechen kann.
       Die Arbeitszerlegung  dürfte jedoch  augenblicklich im Angestell-
       tenbereich erst  am Anfang ihrer Entwicklung stehen. Vergegenwär-
       tigt man  sich, daß z.B. die Tätigkeit eines traditionellen Sach-
       bearbeiters im  Büro in sehr viele unterschiedliche Teiltätigkei-
       ten zergliedert werden kann - also etwa Telefonieren, Ablage, Be-
       sprechungen mit  Kollegen und  Vorgesetzten, Kontakte  mit  Besu-
       chern, Besorgen von Arbeitsmaterialien, Bearbeitung von komplexe-
       ren Vorgängen (die wiederum unterteilbar sind) ", dann werden die
       Möglichkeiten zur  Schematisierung von  Teiltätigkeiten  erst  im
       vollen Ausmaß  deutlich. 25) Nach entsprechenden Schätzungen sol-
       len rund  60 Prozent  der Büroarbeit aus Routinetätigkeiten, also
       aus solchen  Tätigkeiten, die sich in regelmäßigen Abständen wie-
       derholen, bestehen. 26)
       Anhaltspunkte für  die Verbreitung  und Entwicklung monotonieför-
       dernder oder  -erzeugender Tätigkeiten  geben die von Infas erho-
       benen Daten  aus den Jahren 1972/73 und 1975. 27) Danach gaben im
       Juli/August 1975  fast 23  Prozent der  Erwerbsbevölkerung in der
       Bundesrepublik an,  "immer wieder  den gleichen  Arbeitsgang mög-
       lichst schnell  durchführen" zu  müssen; das sind (hochgerechnet)
       6,1 Mio.  Personen. Deutlich  überdurchschnittlich betroffen  von
       Monotonie am Arbeitsplatz sind die Arbeiter: 34 Prozent von ihnen
       gaben Monotonie  als für ihre Arbeit zutreffende Arbeitsbedingung
       an, wobei  die an-und ungelernten Arbeiter (die z.B. den überwie-
       genden Teil der Fließbandarbeiter ausmachen) mit 42 Prozent noch-
       mals deutlicher  betroffen waren  als die  Facharbeiter (29  Pro-
       zent). In  der gleichen  Befragung gaben  fast 15 Prozent der Er-
       werbsbevölkerung  (3,9   Mio.  Personen)  an,  bei  ihrer  Arbeit
       "ununterbrochen und konzentriert auf den gleichen Vorgang blicken
       und beobachten" zu müssen. Auch hierbei waren die Arbeiter insge-
       samt (19  Prozent) und  darunter die an- und ungelernten Arbeiter
       (26 Prozent)  gegenüber der  übrigen Erwerbsbevölkerung  deutlich
       überdurchschnittlich betroffen.
       Interessante Entwicklungstendenzen offenbart der Vergleich zweier
       Infas-Erhebungen aus  den Jahren  1972/73 und  1975. Danach gaben
       als "eher  schlechte und  störende" Seite  ihres derzeitigen  Ar-
       beitsplatzes die  Variablen "Monotonie"  bzw. "keine Abwechslung"
       1972/73 noch  rund 18  Prozent aller  - Arbeitnehmer" (18 Prozent
       der einfachen / mittleren Angestellten, 15 Prozent der Facharbei-
       ter, 26  Prozent der an-und ungelernten Arbeiter) an; dagegen wa-
       ren es 1975 nur noch 16 Prozent aller "berufstätigen Arbeitnehmer
       insgesamt" (13  Prozent der  einfachen/mittleren Angestellten, 14
       Prozent der  Facharbeiter und  25 Prozent der an- und ungelernten
       Arbeiter). 28)
       Diese Daten  zugrunde gelegt,  wäre die Monotonie am Arbeitsplatz
       innerhalb von 2 bis 3 Jahren also leicht zurückgegangen; immerhin
       wären jedoch noch ca. 3,6 Mio. abhängig Beschäftigte 1975 monoto-
       nen Arbeitsbedingungen  unterworfen gewesen  und hätten diese als
       störend empfunden.  Betrachtet man  allerdings die entsprechenden
       Daten für die Berufstätigen insgesamt (die Selbständigen und mit-
       helfenden Familienangehörigen  sind darin  offenbar  eingeschlos-
       sen), dann  zeigt sich  dagegen gewachsene Kritik am Arbeitsplatz
       aufgrund von  Routinearbeit und  fehlender Abwechslung  (1972: 13
       Prozent, 1975: 18 Prozent). (Tabelle 5 im Anhang)
       Heute kann  keineswegs davon  gesprochen werden,  daß körperliche
       Schwerarbeit und einseitig belastende Tätigkeiten aus dem Produk-
       tionsprozeß verschwunden sind. "Die Annahme, auf dem heutigen Ni-
       veau der Produktionstechnik gehöre körperliche Schwerstarbeit mit
       extremen muskulären Belastungen und schädlichen Umgebungseinflüs-
       sen mehr  oder weniger der Vergangenheit an, ist falsch. (...) In
       den arbeitsintensiven Bereichen der Industrie, wo Tätigkeiten der
       Maschinenbedienung, der  Fließband- und  Taktarbeiten  sowie  der
       Mehrstellenarbeit vorherrschen,  hat die muskuläre Belastungskom-
       ponente -  zumeist im  Sinne einseitiger  Belastungen - durch die
       hohe Arbeitsgeschwindigkeit  und gesteigerte Leistungsnormen ihre
       Bedeutung für  die Gesamtbelastung  der Arbeiter nicht nur behal-
       ten, sondern in vielen Fällen sogar verstärkt." 29)
       Schätzte Hettinger  1971, körperliche  Schwer- und Schwerstarbeit
       würde nur  noch von  ca. 1,5 Mio. bis 2 Mio. Beschäftigten in der
       BRD geleistet  30), so  verweisen die  neueren (empirisch abgesi-
       cherten) Daten  der Infas-Erhebung  auf einen weit größeren Kreis
       von Schwerarbeitern  und einseitig  Belasteten. Die  Daten in den
       Tabellen 1,  2, 3 und 5 zeigen, daß mehr als 40 Prozent der Fach-
       arbeiter und  jeder fünfte Berufstätige insgesamt die körperliche
       Anstrengung bei  der Arbeit kritisieren, fast ein Siebtel der Er-
       werbstätigen mit schweren Lasten umgehen müssen und jeder 13. Er-
       werbstätige in  der BRD mit schwerem Werkzeug hantieren muß. Ins-
       gesamt dürfte  sich die  Zahl der   p h y s i s c h   stark bean-
       spruchten Beschäftigten also zwischen 2 Mio. und fast 5 Mio. Per-
       sonen bewegen,  wobei berücksichtigt werden muß, daß die Zahl der
       darüber hinaus  in starkem Maße  p s y c h i s c h  Beanspruchten
       noch weitaus höher liegen dürfte: Einen Anhaltspunkt dafür bieten
       die 6,8  bis 9,4  Mio. Erwerbstätigen, die angeben, durch die Ar-
       beit nervlich belastet bzw. "gestreßt" zu werden.
       
       Entlohnungsformen:
       ------------------
       
       Die Entwicklung der  E n t l o h n u n g s f o r m e n  hängt eng
       mit technischen  und organisatorischen Rationalisierungsmaßnahmen
       zusammen. Die  Veränderung der  Grundlagen der Entlohnung und der
       Lohnformen selbst  vollzieht sich  aber nicht  einfach nur im Ge-
       folge des  technisch-organisatorischen  Wandels  und  als  dessen
       sichtbarer Ausdruck.  Sondern zugleich weisen veränderte Lohnfin-
       dungs- und  Entlohnungsmethoden auf neue Arbeitsanforderungen und
       -belastungen hin.
       Die verstärkte  Anwendung von  Leistungslohnsystemen bedeutet für
       die Beschäftigten  eine weitere Intensivierung der Arbeitsveraus-
       gabung. Bereits  Marx formulierte:  "Daß der  Arbeiter aber  auch
       wirklich mehr Arbeitskraft flüssig macht, dafür sorgt das Kapital
       durch die Methode der Zahlung." 31)
       Insgesamt zeichnet  sich in  der BRD eine Tendenz zur Ausbreitung
       der Leistungsentlohnung  ab, die  sich zwar  langsam, aber stetig
       vollzieht. Besonders  zwischen 1966  und 1972  hat der Anteil der
       Leistungslöhner, also  der nach  Akkord und Prämie entlohnten Ar-
       beiter, an allen Arbeitern sprunghaft zugenommen.
       Bei den  männlichen Arbeitern  liegt dieser Anteil etwa bei einem
       Drittel aller  Arbeiter, bei  den weiblichen  bei mehr  als  zwei
       Fünfteln. Unter  den männlichen Arbeitern hat der Anteil der Lei-
       stungslöhner in  allen Leistungsgruppen  zugenommen, am deutlich-
       sten unter den am wenigsten qualifizierten Arbeitern. Bei den Ar-
       beiterinnen hat  der Leistungslohn ebenfalls am meisten unter den
       unqualifizierten zugenommen.  Heute kann  man davon ausgehen, daß
       fast 40  Prozent aller Arbeiter und mehr als 50 Prozent aller Ar-
       beiterinnen  ganz  oder  teilweise  im  Akkord-  und  Prämienlohn
       (Mischlöhner eingeschlossen) arbeiten. 32)
       Mit der  weiteren Ausbreitung  leistungs-  und  ergebnisbezogener
       Entlohnungsformen werden sich zukünftig auch die Arbeitsbelastun-
       gen weiter  verschärfen. Wenn auch beim Akkord leicht rückläufige
       Tendenzen festzustellen  sind, so  darf mit  Sicherheit ein stär-
       keres Ansteigen  der Prämienentlohnung  erwartet werden. Die Ten-
       denz dürfte  dabei zu  einer immer  stärkeren Reglementierung der
       Zeitlohnarbeit gehen, wobei der Zeitlohn mit den unterschiedlich-
       sten Leistungszulagen,  die nicht einmal tarifvertraglich abgesi-
       chert sein müssen und jederzeit wieder zurückgenommen werden kön-
       nen, gekoppelt wird.
       Prämienentlohnung wird zunehmend auch im Angestelltenbereich ein-
       geführt, vor  allem in  zentralen Schreibdiensten von Unternehmen
       und Behörden, wo sich die Höhe der Prämie dann etwa nach der Zahl
       der erbrachten  Anschläge pro  Zeiteinheit beim Maschineschreiben
       richtet. Auch  in der  Datenverarbeitung, z.B.  an Arbeitsplätzen
       von Locherinnen und Prüferinnen, wird zunehmend häufiger zur Prä-
       mienentlohnung übergegangen.
       
       Arbeitsumgebungseinflüsse
       -------------------------
       
       Die     u n m i t t e l b a r e     A r b e i t s u m g e b u n g
       u n d  i h r e  G e s t a l t u n g  spielen für die Kapitalisten
       eine prinzipiell  den Verwertungsinteressen untergeordnete Rolle.
       Bei der Konstruktion von Maschinen, der Einrichtung von Werkshal-
       len und Büros werden klimatische, akustische, optische und ähnli-
       che Einflüsse  nur insofern berücksichtigt, als von ihnen Wirkun-
       gen auf das individuelle Leistungsniveau der Beschäftigten ausge-
       hen, als  es die  Art der Produktion notwendig macht oder gesetz-
       lich bzw. anderweitig festgelegte Mindestnormen existieren.
       Über die  genannten Arbeitsumgebungseinflüsse  und ihre Wirkungen
       auf die  Gesundheit der Menschen liegen zwar viele arbeitswissen-
       schaftliche und  arbeitsmedizinische Erkenntnisse  vor; kaum aber
       ist etwas  über die  tatsächliche quantitative Verbreitung dieser
       Einflüsse an Arbeitsplätzen in der BRD bekannt.
       Allerdings konnten  in jüngster  Zeit aus  verschiedenen Untersu-
       chungen erste  Anhaltspunkte gewonnen werden. So gab in einer Be-
       fragung von  4000 Arbeitern und Angestellten durch das Bayerische
       Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung aus dem Jahre 1975
       33) mehr  als die Hälfte der Befragten an, in einem gut gestalte-
       ten Arbeitsplatz  eines der  wichtigsten Kriterien für die allge-
       meine Arbeitszufriedenheit zu sehen. Allerdings wird gleichzeitig
       von einem  Drittel der  Befragten die räumliche Enge des Arbeits-
       platzes beklagt,  von einem  Viertel ein unbequem gestalteter Ar-
       beitsplatz. Jeder  sechste Befragte bezeichnet die Körperhaltung,
       in der  er zu  arbeiten gezwungen  ist, als  ungünstig. 34) Jeder
       zweite Beschäftigte  beklagt das  Fehlen körpergerechter Arm- und
       Fußstützen, und  an mehr  als 50  Prozent der  Arbeitsplätze,  an
       denen diese für erforderlich gehalten werden, fehlen sie entweder
       oder sind  nicht körpergerecht  angebracht. Von nur kleineren Be-
       schäftigtengruppen werden  die Gestaltung  von Werkzeugen und Ge-
       räten und  die Betätigung  von Bedienungselementen,  die Höhe der
       Arbeitsfläche usw. bemängelt.
       Diese Umfrageergebnisse  sind insofern  interessant, als sie zei-
       gen, daß  bei großen Teilen der Beschäftigten einseitige Arbeits-
       belastungen noch  gesenkt werden  könnten, ohne  daß in der Regel
       teure Investitionen  notwendig wären. Zugleich zeigen diese Daten
       aber auch, daß durch an sich vermeidbare Belastungsformen, wie z.
       B. unnatürliche  Körperhaltung, selbst bei verhältnismäßig leich-
       ter körperlicher  Arbeit Beanspruchungen  auftreten  können,  die
       langfristig gesundheitliche Schäden zur Folge haben.
       Neben der  Gestaltung von  Arbeitsmaschinen und  -geräten  selbst
       spielen die  klimatischen, optischen und akustischen Arbeitsumge-
       bungsbedingungen eine  wichtige Rolle als Belastungsfaktoren. Wie
       aus den  Tabellen 1  und 3  ersichtlich, kommt den Faktoren Lärm,
       Hitzearbeit, Arbeit im Freien und offenen Hallen, Zugluft, Staub,
       Nässe, Rütteln/Vibrieren,  Gestank/giftige Gase,  Beleuchtung und
       Kältearbeit große  quantitative Bedeutung  als Belastungsmomenten
       zu. Nicht  umsonst stellen  die arbeitsbedingten Lärmerkrankungen
       (Lärmschwerhörigkeit und  Lärmtaubheit) auch  einen Großteil  der
       jährlich gemeldeten Berufskrankheiten dar, die ständig weiter an-
       wachsen. Daneben  kommt insbesondere  den berufsbedingten Hauter-
       krankungen, der  Silikose (Quarzstaublunge),  Infektionskrankhei-
       ten, Meniskusschäden und Erkrankungen der Sehnenscheiden als häu-
       figsten Berufskrankheiten Bedeutung zu.
       Gravierende Mißstände  deckte eine  Umfrage des Deutschen Gewerk-
       schaftsbundes unter  45- bis 65jährigen Arbeiterinnen und weibli-
       chen Angestellten  im Jahre  1973 auf. Dabei stellte sich heraus,
       daß sich  die Befragten  am häufigsten über die Lärm-, Licht- und
       hygienischen Verhältnisse  an ihren Arbeitsplätzen beklagten. Be-
       sonders unter  Arbeiterinnen standen diese direkt arbeitsplatzbe-
       zogenen Fragen  unmittelbar hinter  der am stärksten kritisierten
       Arbeitshetze im Mittelpunkt der vielfältigen Begründungen für die
       geäußerte Überforderung bei der Arbeit. 35)
       Große Mängel  in der  Gestaltung der direkten Arbeitsumgebung be-
       legte auch die bereits erwähnte Umfrage des Bayerischen Staatsmi-
       nisteriums für  Arbeit und  Sozialordnung. Danach  geben rund  30
       Prozent der  Befragten an, ihr Arbeitsraum erhalte nicht genügend
       Tageslicht, die Hälfte der Befragten hält die Belüftung ihres Ar-
       beitsraums nicht  für ausreichend, und jeder neunte Befragte gibt
       an, daß sein Arbeitsbereich nicht geheizt werden kann. 36)
       Aus einer  1977 vom Verband der Metallindustrie in Baden-Württem-
       berg publizierten  Untersuchung 37)  über die  Gestaltung der Ar-
       beitsbedingungen in  92 Betrieben  mit insgesamt  rund 68 000 Be-
       schäftigten geht  hervor, daß lediglich in 5 2 Prozent der unter-
       suchten Betriebe  die Beleuchtungsmöglichkeiten als "den Anforde-
       rungen entsprechend"  bezeichnet werden  können, in jedem fünften
       Betrieb die Lufttemperatur nicht den Anforderungen entspricht und
       in mehr  als einem  Viertel der Betriebe die Be- und Entlüftungs-
       verhältnisse nur als teilweise befriedigend anzusehen sind.
       Hinsichtlich der  Verbreitung  gefährlicher  Arbeitsstoffe  wurde
       festgestellt, daß  in 53 Prozent der Betriebe Hitze, Gase, Dämpfe
       und Rauch als Belastungen auftreten. Aber lediglich in 36 Prozent
       der untersuchten  Betriebe werden Beschäftigte an Arbeitsplätzen,
       an denen Rauch, Gase und Dämpfe arbeitserschwerend auftreten, re-
       gelmäßig und  gezielt arbeitsmedizinisch untersucht. Zusammenfas-
       send wird  festgestellt, daß nur bei einem Drittel der untersuch-
       ten Firmen  die Berücksichtigung  ergonomischer Erkenntnisse  bei
       der Gestaltung von Einzelarbeitsplätzen aufgrund eines systemati-
       schen Gesamtkonzepts, bei etwa einem Siebtel der Betriebe bei der
       Gestaltung ganzer Arbeitsbereiche erkennbar ist.
       Die Ergebnisse  dieser und  anderer Untersuchungen zeigen, daß im
       Bereich der Gestaltung der unmittelbaren Arbeitsumgebung noch be-
       trächtliche Mißstände  zu beseitigen  sind, bevor von menschenge-
       rechten Arbeitsbedingungen gesprochen werden kann. Insgesamt kann
       davon ausgegangen  werden, daß gesundheitsschädigenden Arbeitsum-
       gebungseinflüssen im  Prozeß fortschreitender  Mechanisierung und
       Automatisierung zwar  langfristig eine  geringere  Bedeutung  zu-
       kommt, daß  sie aber heute - und wahrscheinlich auch noch mittel-
       fristig - noch ein großes Problem darstellen.
       
       Arbeitszeitregelungen
       ---------------------
       
       Der Gestaltung der  A r b e i t s z e i t  kommt hinsichtlich der
       Belastungsentwicklung in  doppelter  Weise  große  Bedeutung  zu,
       sowohl was die Länge der Arbeitszeit als auch was deren Dauer be-
       trifft: Einmal wird durch die Länge der Arbeitszeit der zeitliche
       Rahmen gesetzt,  in dem sich bestimmte Arbeitsbedingungen als Be-
       lastungen auswirken  können. Zum  zweiten stellen  Länge und Lage
       der Arbeitszeit  selbst Faktoren  dar, die belastend, belastungs-
       verschärfend bzw.  belastungsmindernd wirken  können. Der empiri-
       sche Beweis  für die  Gültigkeit dieser  Zusammenhänge ist  durch
       zahlreiche arbeitswissenschaftliche  und arbeitsmedizinische  Un-
       tersuchungen erbracht:  So der  Zusammenhang von Arbeitszeitdauer
       und Unfallgefährdung  und -häufigkeit,  Arbeitszeitdauer und  Er-
       krankungshäufigkeit usw.
       Wenn wir  zunächst die  Entwicklung  der    t a r i f l i c h e n
       A r b e i t s z e i t   betrachten, dann  ist hierbei  zu berück-
       sichtigen, daß diese Größe lediglich Aufschlüsse über die von den
       Gewerkschaften erkämpfte, tarifvertraglich normierte Arbeitszeit-
       dauer geben  kann, jedoch  nichts über die tatsächlich geleistete
       Arbeitszeit aussagt.  Zwischen beiden bestehen beträchtliche Dif-
       ferenzen.
       Der generelle  Durchbruch zur 40-Stunden-Woche gelang den Gewerk-
       schaften in  den meisten Wirtschaftszweigen erst in den siebziger
       Jahren. Allerdings muß angemerkt werden , daß außerhalb der Indu-
       strie zum Teil bis heute noch keine derartigen Arbeitszeitverkür-
       zungen erreicht sind: So arbeitete etwa in der Landwirtschaft, wo
       1966 erst  die 46-Stunden-Woche  erreicht wurde,  auch 1976  noch
       mehr als  die Hälfte der abhängig Beschäftigten mehr als 44 Stun-
       den pro Woche - Mehrarbeitsstunden nicht eingerechnet.
       Nach Berechnungen  des Wirtschafts-  und Sozialwissenschaftlichen
       Instituts  (WSI)   des  Deutschen   Gewerkschaftsbundes  war  zum
       31.12.1976 für  rund 92  Prozent aller Beschäftigten die 40-Stun-
       den-Woche tarifvertraglich  vereinbart. Allerdings muß hierzu an-
       gemerkt werden,  daß diese  Angaben nur  für die Bereiche gelten,
       für die  auch Tarifverträge zwischen Gewerkschaften und Unterneh-
       merverbänden vereinbart waren.
       Die tarifvertraglich  vereinbarte  Wochenarbeitszeit  kann  durch
       M e h r a r b e i t s s t u n d e n     (Überstunden)  verlängert
       werden. Die Entwicklung der Mehrarbeitsstunden steht in engem Zu-
       sammenhang mit  der konjunkturellen  Entwicklung, der  jeweiligen
       betrieblichen und  Branchensituation. Ferner  bestehen  Zusammen-
       hänge zwischen  Einkommenshöhe und  Überstundenarbeit: Schlechter
       verdienende Beschäftigte  leisten durchschnittlich mehr Überstun-
       den als besser verdienende. 38)
       Überstunden werden  auch noch  in Zeiten  wirtschaftlicher Krisen
       geleistet: "Während  Arbeitslosigkeit  und  Kurzarbeit  zunehmen,
       stagniert oder  steigt die Arbeitszeit der voll Arbeitenden." 39)
       Betrug die  durchschnittlich wöchentlich  von den Industriearbei-
       tern geleistete Mehrarbeitszeit im Jahre 1974  3 Stunden, so ging
       sie bis Juli 1976 um nur 0,4 auf durchschnittlich 2,6 Stunden zu-
       rück. Die  Zahl der  Arbeitslosen stieg dagegen zwischen 1974 und
       1976 um mehr als eine halbe Million Personen an.
       Überstundenarbeit wird  von den  Beschäftigten, gerade  in  wirt-
       schaftlichen Krisenzeiten, nicht nur wegen (oftmals nur geringfü-
       gig) höherer Einkommen geleistet; vielmehr wirkt sich hierbei die
       disziplinierende Funktion der Krise auf die Arbeitenden aus. "Die
       Überarbeit des  beschäftigten Teils  der Arbeiterklasse  schwellt
       die Reihen  ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck,
       den die  letztere durch  ihre Konkurrenz  auf die erstere ausübt,
       diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapi-
       tals zwingt." 40)
       Die 40-Stunden-Arbeitswoche  stellt in  der  Bundesrepublik  also
       eher die Ausnahme als die Regel dar. Mindestens 4 Mio. Erwerbstä-
       tige arbeiten  sogar normalerweise  45 und  mehr Stunden wöchent-
       lich.
       Während die  tarifliche und  die geleistete  Arbeitszeit in ihrer
       Länge in der Vergangenheit verkürzt werden konnten, haben die Un-
       ternehmer über die Intensivierung der Arbeit durch technische und
       organisatorische Rationalisierung  zumindest einen Teil der durch
       Arbeitszeitverkürzungen  erzielten  Belastungsminderungen  wieder
       kompensieren können.
       Zu den  Maßnahmen, die der besseren Kapitalverwertung und der Er-
       höhung der  Umschlagsgeschwindigkeit des  Kapitals dienen und die
       sich gleichzeitig  belastungserhöhend für  die Beschäftigten aus-
       wirken, gehören   S c h i c h t-   u n d   N a c h t a r b e i t.
       Mit diesen  verbunden werden muß die  S o n n-  u n d  F e i e r-
       t a g s a r b e i t,  die in vielen Fällen unmittelbare Folge des
       Schichtbetriebes ist.
       Die Zahl  der Schichtarbeiter,  unabhängig davon,  ob Nacht- oder
       Tagschicht gearbeitet  wurde, nahm  zwischen 1960 und 1975 um 3,6
       Mio. Personen oder 164 Prozent zu, während die Gesamtzahl der Er-
       werbstätigen um fast l Mio. Personen oder 3,5 Prozent zurückging.
       1975 arbeitete  jeder vierte Erwerbstätige in der BRD in Schicht,
       1960 erst  jeder zwölfte.  1,9 Mio. Personen, das sind 31 Prozent
       aller Schichtarbeiter (1975), leisteten nachts Schichtarbeit. Die
       Zahl der Nachtarbeiter beträgt heute - nach unterschiedlichen An-
       gaben - zwischen 2,3 und 3,1 Mio. Personen. An Sonn- und Feierta-
       gen arbeiten fast 5 Mio. Erwerbstätige.
       Die Ursachen  für den  Anstieg des  Anteils der Beschäftigten mit
       Schicht-, Nacht-,  Sonn- und  Feiertagsarbeit, der sich ohne ent-
       schiedene gewerkschaftliche Gegenwehr zukünftig weiter fortsetzen
       wird, liegen  zum überwiegenden  Teil in den kapitalistischen Be-
       strebungen zur  optimalen Nutzung der Produktionskapazitäten rund
       um die  Uhr. Hierbei  beschränkt sich  die Nachtarbeit  (als Bei-
       spiel) nicht  auf technisch  nicht  abstellbare  Arbeitsprozesse,
       sondern sie  wird darüber hinaus in vielen Fällen auch in solchen
       Wirtschaftszweigen und  Produktionsanlagen geleistet, wo Arbeits-
       unterbrechungen während  der Nachtstunden technisch zwar möglich,
       aber unter Gesichtspunkten der Maximierung des Profits ökonomisch
       für den Einzelkapitalisten nicht sinnvoll wären.
       Die Problematik  der Schicht-  und Nachtarbeit  besteht für viele
       Beschäftigte oftmals  darin,  daß  sie  auf  Lohnzuschläge  durch
       Nachtarbeit angewiesen  sind. Häufig  werden zwar die mit solchen
       Arbeitszeitregelungen verbundenen  gesundheitlichen  Risiken  von
       den Beschäftigten  erkannt, oftmals  besteht für  sie aber  keine
       Möglichkeit, auf  andere Arbeitsplätze  auszuweichen. Finanzielle
       Anreize bewirken ein übriges.
       Da Schicht-  und Nachtarbeit  auch zukünftig nicht gänzlich abzu-
       bauen sein werden, wenngleich die gewerkschaftlichen Bestrebungen
       dahin gehen, sie einzuschränken und von behördlichen Sondergeneh-
       migungen abhängig  zu machen, wird sich die gewerkschaftliche Po-
       litik in  diesem Bereich  verstärkt darauf zu richten haben, bes-
       sere Freizeit-und  Urlaubsregelungen, medizinische Versorgung und
       Überwachung und  gegebenenfalls Altersbegrenzungen für Nacht- und
       Schichtarbeit, gekoppelt  mit Abkommen  über Besitzstandsicherung
       bei Versetzung  auf  andere  Arbeitsplätze,  für  Schichtarbeiter
       durchzusetzen.
       
       3. Ist die Arbeit "leichter" geworden?
       --------------------------------------
       
       Aus den  skizzierten Entwicklungstendenzen  kann nicht abgeleitet
       werden, daß die Arbeitsbedingungen durchgängig und für alle Grup-
       pen der  abhängig  Beschäftigten  grundlegend  verbessert  worden
       sind. Vielmehr kann demgegenüber allenfalls von einer Verlagerung
       von Belastungen,  also einem  tendenziellen Abnehmen körperlicher
       bei gleichzeitigem,  wahrscheinlich stärkerem Anwachsen psychoso-
       zialer Belastungen, gesprochen werden.
       Als Indiz für die wachsende Bedeutung psychischer Belastungen bei
       der Arbeit können die in den Infas-Untersuchungen von 1972/73 und
       1975 deutlich  an der  Spitze der Belastungsskala stehenden Vari-
       ablen "nervliche  Belastung" und  "Hektik/Zeitdruck" bzw. "Streß"
       und "Monotonie",  die jeweils von großen Gruppen der Erwerbstäti-
       gen (zwischen  fast 25 und mehr als 40 Prozent der Befragten) als
       Belastungen genannt werden, angesehen werden. (Tabelle 2)
       Seit der  Untersuchung von  Volkholz ist nun für die BRD auch be-
       kannt, wie  viele und  welche Belastungen bei welchen Gruppen von
       Erwerbstätigen gehäuft auftreten. (Tabelle 4)
       Die durchschnittliche  Belastungshäufigkeit lag 1975 für alle Er-
       werbstätigen bei 2,52, bei den Abhängigen bei 2,63, bei den männ-
       lichen Arbeitern sogar bei 4,12. Auf den Durchschnitt der männli-
       chen Arbeiter  in der BRD trafen demnach mehr als vier der in Ta-
       belle 3 genannten Belastungen zu. Mindestens eine Belastung nann-
       ten 18,5  Mio. Erwerbstätige,  rund 4  Mio.  Erwerbstätige  gaben
       sechs und mehr Belastungen an. Selbst wenn man davon ausgeht, daß
       es sich  hierbei "nur"  um von den Befragten subjektiv empfundene
       Belastungen handelt,  muß ihre  Verbreitung - besonders unter den
       abhängig Beschäftigten - erschrecken: Rechnet man nur die Extrem-
       gruppen mit  6 und  mehr Belastungen  hoch, dann ergibt sich: 3,7
       Mio. von  rund 22,3  Mio. abhängig Erwerbstätigen insgesamt (rund
       17 Prozent)  und 2,7  Mio. von  10,9 Mio. Arbeitern (rund 25 Pro-
       zent) haben in der BRD unter extrem schlechten Arbeitsbedingungen
       zu leiden. Dagegen geben nur 29 Prozent der abhängig Erwerbstäti-
       gen an, bei ihrer Arbeit keinen Belastungen ausgesetzt zu sein.
       Die genannten Daten vermögen freilich lediglich den gegenwärtigen
       Zustand grob  zu beschreiben, nicht jedoch die mittel- oder lang-
       fristigen Entwicklungstendenzen der durch den Arbeitsvollzug ver-
       ursachten Gesamtarbeitsbelastung  empirisch  abzusichern.  Hierzu
       wurden in der Vergangenheit von verschiedenen Autoren Indikatoren
       entwickelt, die  mehr oder  minder aussagekräftig  sind: so  etwa
       Fluktuations- und Absentismusraten, Krankenstandsziffern, Berufs-
       krankheiten-  und   Arbeitsunfallzahlen,  Invaliditätsraten   und
       Sterblichkeits- bzw.  Lebenserwartungsziffern. "Ihre  Veränderung
       ist zwar  auch durch  die Veränderung  von Bedingungen  mitverur-
       sacht, die  nicht unmittelbar mit Arbeitsbelastungen in Zusammen-
       hang gebracht  werden können  - von Grippewellen bis zur Entwick-
       lung der  medizinischen Wissenschaft, von Veränderungen gesetzli-
       cher Normierungen  bis zum  'Gesundheitsbewußsein' einer  Gesell-
       schaft oder Gesellschaftsschicht und seinen Wandlungen. Doch läßt
       sich von  ihnen trotzdem,  wenn schon nicht auf die absolute Höhe
       der Gesamtbelastung,  so doch zum einen zumindest auf ihre Verän-
       derung im  Zeitablauf und  zum anderen auf arbeitsbedingte Unter-
       schiede in  der Gesamtbelastung  schließen, der  unterschiedliche
       Beschäftigtengruppen unterliegen." 41)
       Am Beispiel der Entwicklung der Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten
       und der Frühinvalidität soll dies konkretisiert werden.
       
       Arbeitsunfälle
       --------------
       
       Die langfristige  Entwicklung der  Arbeitsunfälle in  der BRD 42)
       (Tabellen 6  und 7)  zeigt zwischen 1949 und 1961, dem bisherigen
       Höhepunkt der  Unfallentwicklung in  der BRD, zunächst steigende,
       danach -  mit Unterbrechungen  - fallende  Tendenz. Dabei sind in
       allen Gruppen  von Unfallversicherungsträgern  langfristige Rück-
       gänge zu  verzeichnen, wenn  man die  extrem niedrigen Zahlen vom
       Ende der  vierziger /  Anfang der fünfziger Jahre, die auf stati-
       stische Unzulänglichkeiten,  aber auch  andere Faktoren zurückzu-
       führen sein mögen, außer acht läßt. Allerdings vermögen die abso-
       luten Unfallzahlen  (Tabelle 6)  lediglich einen  ersten Eindruck
       von den  Größenordnungen zu  vermitteln, mit  denen wir es zu tun
       haben. Um  zu aussagekräftigen  Ziffern zu gelangen, müssen diese
       Zahlen ins  Verhältnis zur  Zahl der  jeweils Beschäftigten  bzw.
       Versicherten gesetzt  werden. Die amtliche Statistik hat sich da-
       für den  fiktiven "Vollarbeiter"  geschaffen, der - ermittelt aus
       der Versichertenzahl oder der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden
       - den  zeitlichen Umfang der jährlichen Beschäftigung berücksich-
       tigen soll. Auch die Häufigkeitsziffern je 1000 Vollarbeiter kön-
       nen nur grobe Entwicklungstendenzen verdeutlichen, da die Berech-
       nung der  Vollarbeiter-Zahlen bei  den einzelnen  Berufsgenossen-
       schaften (Träger der Unfallversicherung) uneinheitlich ist.
       Betrachtet man die Entwicklung der angezeigten Arbeitsunfälle un-
       ter diesen  Vorbehalten, dann  lassen sich  die folgenden  groben
       Tendenzen ausmachen:  Für die Unfallversicherungsttäger insgesamt
       nehmen die  relativen Häufigkeiten  zwischen 1949  und 1961 um 93
       Prozent zu - verdoppeln sich also fast -, um danach bis 1976 wie-
       der um 36 Prozent zu fallen. Während allerdings bis 1961 konstant
       Zuwächse zu  verzeichnen waren,  verläuft die Entwicklung seitdem
       differenziertet. Was sich bei den absoluten Zahlen bereits andeu-
       tete, nämlich  ein kontinuierlicher Rückgang der Unfälle von 1961
       auf 1967,  kommt in  den Relativzahlen  noch deutlicher  zum Aus-
       druck: Zwischen  1961 und  dem Krisentiefpunkt 1967 gehen die Ar-
       beitsunfälle je 1000 Vollarbeiter um 24 Prozent zurück. Nach kur-
       zem Anstieg  zwischen 1968  und 1970  (+2 Prozent)  ist seit 1971
       schließlich wiederum  ein Rückgang  festzustellen (1971/1976: -20
       Prozent), der  sich  seit  dem  Beginn  der  gegenwärtigen  Krise
       1973/74 beschleunigt  hat. Zwischen  1949 und  1976 sind  die Ar-
       beitsunfälle je  1000 Vollarbeiter  aber immer noch um 23 Prozent
       gestiegen! Lediglich in den Jahren 1949 bis 1951 lag die Zahl der
       angezeigten Arbeitsunfälle  je 1000  Vollarbeiter  niedriger  als
       heute. Von einem langfristigen Rückgang der Arbeitsunfälle, bezo-
       gen auf die Zahl der jeweils Versicherten bzw. Vollarbeiter, kann
       demnach nur unter Vorbehalten gesprochen werden.
       Die drastischen  Unfallrückgänge in  den Jahren  1967 und 1974/75
       verweisen auf  die Abhängigkeit der Unfallanzeigen von der ökono-
       mischen Entwicklung.  Einmal ist  verständlich, daß sich mit kon-
       junkturbedingten Beschäftigungsrückgängen  auch die  Zahl der po-
       tentiell Unfallgefährdeten  und damit die Zahl der Arbeitsunfälle
       selbst verringert. Darüber hinaus muß aber angenommen werden, daß
       in Krisenzeiten  aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes Ar-
       beitsunfälle in verstärktem Maß nicht angezeigt werden. Als diese
       Annahme verstärkendes  weiteres Indiz  mag der  statistisch nach-
       weisbare, krisenbedingt  deutlich niedrigere Krankenstand gelten.
       43)
       Deutlicher als  für die  Gesamtheit der Unfallversicherungsträger
       kommen die  genannten Tendenzen in den Daten für die gewerblichen
       Berufsgenossenschaften, in deren Bereich sich etwa 80 Prozent der
       angezeigten Arbeitsunfälle  ereignen, zum Ausdruck. Eine ähnliche
       Entwicklung, wenn auch mit leichten zeitlichen Verschiebungen und
       einem geringeren  Rückgang der Unfallhäufigkeit von 1961 auf 1976
       (-11 Prozent),  zeigt sich für die Eigenunfallversicherungsträger
       (öffentlicher Dienst,  Post, Bahn). Dagegen fällt die Entwicklung
       im landwirtschaftlichen  Bereich völlig  aus dem  Rahmen: Wo  die
       Statistik der  absoluten Unfallzahlen einen Rückgang vorspiegelt,
       haben wir  es statt dessen, aufgrund stärker als die Zahl der Un-
       fälle gesunkener  Beschäftigtenzahlen, mit  einem starken Anstieg
       der Unfallhäufigkeit seit 1961 zu tun (1961/1976: +21 Prozent).
       Bisher war  nur von  den   a n g e z e i g t e n  Arbeitsunfällen
       die Rede,  die jedoch  nur einen Teil der sich tatsächlich ereig-
       nenden Arbeitsunfälle ausmachen.
       Aus den  vom Statistischen  Bundesamt in unregelmäßigen Abständen
       durchgeführten Zusatzbefragungen  zum  Mikrozensus  verfügen  wir
       über Arbeitsunfalldaten,  die zwischen  einem  Drittel  und  vier
       Fünfteln über  denen für  die angezeigten  Arbeitsunfälle  liegen
       (Tabelle 8).  Gleichwohl ist, die Mikrozensus-Zahlen zugrunde ge-
       legt, ein  starker Unfallrückgang  seit dem  Beginn der siebziger
       Jahre nicht zu übersehen.
       Fragt man  nun nach den Ursachen für den Rückgang der angezeigten
       Arbeitsunfälle seit 1961, so wird man in zahlreichen Veröffentli-
       chungen zumeist auf die offenbar positiven Wirkungen gesteigerter
       Arbeitsschutzaktivitäten des  Staates und der Unternehmer verwie-
       sen. Kaum einmal wird jedoch von offiziellen und offiziösen Stel-
       len nach  möglichen weiteren  Ursachen gefragt. Damit sollen Ver-
       besserungen auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes, die hauptsächlich
       unter dem  Druck gewerkschaftlicher  Aktivitäten vor allem in den
       sechziger und  am Beginn der siebziger Jahre erzielt wurden, kei-
       neswegs in ihrer Bedeutung gemindert werden. Andererseits ist je-
       doch nicht zu übersehen, daß diese Maßnahmen nur begrenzt wirksam
       wurden.
       Ausgehend von  der Hypothese, daß der Rückgang der Arbeitsunfälle
       vor allem auf die Verminderung des Arbeitsvolumens und den Struk-
       turwandel in  der Wirtschaft  zurückzuführen ist,  haben wir ver-
       sucht, erste  grobe Näherungswerte  für den Einfluß verschiedener
       "natürlicher" Komponenten  des Unfallrückgangs  zu berechnen. 44)
       Die Ergebnisse  in Tabelle  9 zeigen,  daß bei Berechnung von nur
       drei relevanten Faktoren, nämlich der Verminderung des Arbeirsvo-
       lumens, der  Veränderung der  Branchenstruktur (Rückgang  der un-
       fallträchtigen Bereiche)  und sozialstrukturellen  Verschiebungen
       (Verringerung des  Arbeiteranteils), der  Unfallrückgang von 1967
       auf 1975  45) vollständig aus diesen objektiven Veränderungen er-
       klärt werden  kann. Hätte also 1975 die gleiche Branchen- und So-
       zialstruktur wie 1967 bestanden und hätte sich das Arbeitsvolumen
       nicht verringert,  dann hätte die Zahl der angezeigten Arbeitsun-
       fälle 1975 weitaus höher gelegen.
       An der Entwicklung der Zahl der angezeigten Arbeitsunfälle allein
       lassen sich,  vergegenwärtigt man  sich überdies die in Tabelle 5
       enthaltenen Daten zur Unfallgefahr, die ein gestiegenes Unfallri-
       siko innerhalb  weniger Jahre  signalisieren, "humaner "gewordene
       Arbeitsbedingungen und  gesunkene Arbeitsbelastungen  noch  nicht
       ablesen.
       
       Berufskrankheiten
       -----------------
       
       Erschreckender als die Unfallbilanz präsentiert sich die Entwick-
       lung der  angezeigten Berufskrankheiten  in der  BRD, die absolut
       und relativ  seit Mitte  der sechziger  Jahre  wieder  ansteigen.
       (Tabelle 10)
       Dazu muß  angemerkt werden,  "daß die  Berufskrankheitenstatistik
       der Unfallversicherungsrräger nur einen Teil der arbeitsbedingten
       Erkrankungen erfaßt,  was sich damit erklären läßt, daß die Defi-
       nition der  Berufskrankheiten  weniger  einen  medizinischen  als
       vielmehr einen  versicherungsrechtlichen Tatbestand  umschreibt."
       46) Eine  Krankheit gilt  danach nur als berufsbedingt, "wenn sie
       auf eine Einwirkung zurückgeht, die nach den pathophysiologischen
       Theorien eine  solche Krankheit mit hinreichender Wahrscheinlich-
       keit verursacht".  47) Diese Kausalitätsnorm bedeutet in der Pra-
       xis den  Ausschluß vieler  Krankheiten  aus  der  Entschädigungs-
       pflicht. So  bleiben ein großer Teil der organischen Krankheiten,
       sämtliche psychosomatischen  und psychischen Erkrankungen aus dem
       Bereich der "amtlichen" Berufskrankheiten ausgeschlossen. 48)
       Zwischen 1949  und 1975  wurden in  der BRD  etwa 950 000 Berufs-
       krankheitsfälle gemeldet.  Zwischen 1949 und 1954 stiegen sie bis
       auf jährlich  fast 56 000  an, um danach bis 1968 wieder auf etwa
       26 000 abzusinken.  Seit 1968 ist wiederum eine stark ansteigende
       Tendenz zu  verzeichnen, was  zweifellos auf die wachsende Bedeu-
       tung der  Lärmerkrankungen zurückzuführen  ist. Weitete besonders
       häufig auftretende  Berufskrankheiten sind z.B. Hauterkrankungen,
       Silikosen, Infektionskrankheiten,  Sehnenscheidenerkrankungen und
       Meniskusschäden. Insbesondere  die Wirtschaftsbereiche,  in denen
       schwerpunktmäßig Arbeiter beschäftigt sind, wie etwa der Bergbau,
       die Industrie  der Steine  und Erden,  die Eisen-  und Stahlindu-
       strie, die  elektrotechnische Industrie,  die chemische Industrie
       und die  Bauwirtschaft, die  etwa die  Hälfte aller Beschäftigten
       umfassen, sind  in stärkerem  Maß von Berufskrankheiten betroffen
       als andere  Wirtschaftszweige. Im Jahr 1975 entfielen auf die ge-
       nannten Zweige fast drei Viertel aller gemeldeten Berufskrankhei-
       ten. Mehr  als 8000  Menschen starben seit 1949 an den Folgen von
       Berufskrankheiten.
       
       Frühinvalidität
       ---------------
       
       Die quantitative Entwicklung der Frühinvalidität kann hier ledig-
       lich gestreift  werden. In Tabelle 11 sind die Rentenbestände der
       unter  65jährigen  Arbeiter  und  Angestellten  zusammengestellt.
       Freilich ist  hieraus noch nicht das gesamte Ausmaß der Frühinva-
       lidität erkennbar,  weil Verletztenrenten  infolge  von  erstmals
       entschädigten Arbeitsunfällen  (Ende 1974  rund 802 000  49), die
       die Berufsgenossenschaften  bezahlen, hierin  nur zum Teil erfaßt
       sind. Nicht enthalten sind ferner die ruhenden Renten und solche,
       die unmittelbar  von den Versicherungsträgern gezahlt werden. 50)
       Die ausgewiesenen  Rentenbestände zeigen, daß es 1974 in der Bun-
       desrepublik rund 365 000 Rentner unter 60 Jahren gab, die berufs-
       oder erwerbsunfähig  waren und daß diese Zahl in der Altersgruppe
       der 60-  bis 65jährigen  noch einmal steil auf über 1 Million an-
       steigt. Das  ist u.a.  ein deutlicher  Beleg für die Berechtigung
       der Forderung  nach weiterer Vorverlegung der flexiblen Rentenal-
       tersgrenze.
       Für die Darstellung der quantitativen Entwicklung der Berufs- und
       Erwerbsunfähigkeit (BU/EU) gibt es hauptsächlich zwei Möglichkei-
       ten. Zum  einen kann  der Anteil  der  BU/EU-Renten  am  gesamten
       R e n t e n b e s t a n d,  zum anderen ihr Anteil an den  R e n-
       t e n z u g ä n g e n  dargestellt werden. 51)
       Beide Arten der Darstellung enthalten freilich eine systematische
       Verzerrung: die Folgen des zweiten Weltkrieges, die sich in ihren
       Auswirkungen auf  die BU-  und EU-Entwicklung  wegen ungenügenden
       statistischen Datenmaterials  nur sehr  schwer bestimmen  lassen.
       Die Gruppe  derer, die Kriegsverletzungen und -krankheiten erlit-
       ten hat,  die noch  nicht einmal nach dem Bundesversorgungsgesetz
       entschädigt werden  müssen, wächst  nur sehr  langsam aus der er-
       werbstätigen Bevölkerung heraus.
       Die Daten der Tabelle 12 zeigen, daß die Zahl der BU- und EU-Ren-
       ten zwar  absolut zunimmt, ihr Anteil an allen Versichertenrenten
       aber abnimmt.  Die denkbare  Schlußfolgerung, daß  dies ein Beleg
       für den  Rückgang der Frühinvalidität sei, läßt sich leider nicht
       belegen. Dies  würde dann gelten, wenn sich innerhalb des Renten-
       bestandes  keine  grundlegenden  Strukturveränderungen  vollzogen
       hätten, die  Zugänge stets  nach dem gleichen Recht erfolgt wären
       und die  Abgänge infolge von Tod bei allen Gruppen von Rentenver-
       sicherten in der gleichen Rate erfolgen würden. Keine dieser Vor-
       aussetzungen trifft  zu. Der  Zugang zur Rentenversicherung wurde
       besonders für  die über  60jährigen erleichtert.  Von der bereits
       seit längerer  Zeit bestehenden Möglichkeit, bei Arbeitslosigkeit
       bereits ab  60 Jahren  auf Rente gesetzt zu werden, was häufig in
       Sozialplänen vereinbart  wird, mußten immer mehr Arbeiter und An-
       gestellte Gebrauch  machen. Von  Jahr zu  Jahr  zugenommen  haben
       ebenfalls die  Rentenbestände aufgrund der flexiblen Altersgrenze
       von 62 und 63 Jahren, was seit 1973 möglich ist. In der Arbeiter-
       rentenversicherung stieg  der Anteil  dieser Rentenarten  am  ge-
       samten Rentenbestand  von 0,9  Prozent (1965)  über  3,6  Prozent
       (1973) auf  8,5 Prozent  im Jahre 1976, wobei 2,0 Prozent auf die
       Arbeitslosenrente für  60jährige, 0,9  Prozent auf  Renten ab dem
       62. und  5,6 Prozent  auf Renten ab dem 63. Lebensjahr entfielen.
       52) Wie  die Daten der Tabelle 11 gezeigt hatten, stiegen aber BU
       und EU  gerade in  der Altersgruppe  der 60- bis unter 65jährigen
       deutlich an. Sichtbar wurde dieser Effekt auch an dem schlagarti-
       gen Rückgang  des BU-  und EU-Anteils  an den  Rentenzugängen  im
       Jahre 1973 (vgl. Tabelle 13).
       Die Rentenbestände  haben sich  außerdem durch  den immer  größer
       werdenden Anteil  der Rentnerinnen,  eine Folge  des starken  An-
       stiegs der  Frauenerwerbsquoten, in  ihrer Struktur verändert. Im
       Jahre 1960  waren erst 1,7 Prozent des Gesamtbestandes der Arbei-
       terrentenversicherung Renten für weibliche Versicherte, die ab 60
       Jahren Rente bezogen. Dieser Anteil betrug 1976 bereits 11,3 Pro-
       zent. Diese  genannten Tendenzen  zusammengenommen und  die recht
       stabile Zugangsquote  an BU-  und EU-Renten führten dazu, daß der
       Anteil der  Renten, die  ab dem 65. Lebensjahr bezogen wurden, am
       gesamten Rentenbestand  von 63  Prozent (1965)  über  62  Prozent
       (1970) auf nur noch 54 Prozent im Jahre 1976 zurückging. 53)
       Schließlich werden die Bestände durch die unterschiedliche Sterb-
       lichkeit der  verschiedenen Kategorien  von Rentenbeziehern  ver-
       zerrt. Einen  Hinweis  darauf  gibt  die  Zugangs-  und  Abgangs-
       statistik  der  Berufsgenossenschaften.  Verletzte,  die  infolge
       eines  Arbeits-   oder  Wegeunfalls  oder  einer  Berufskrankheit
       erstmals entschädigt  wurden, haben  eine  Sterberate,  die  weit
       höher als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung liegt. 54)
       Es zeigt  sich, daß eine Vielzahl von Faktoren den Anteil der BU-
       und EU-Rentenbezieher am gesamten Rentenbestand systematisch ver-
       ringert.
       Daß die  Frühinvalidität (zumindest)  nicht  zurückgegangen  ist,
       wird deshalb  aus den Zugangsstatistiken eher sichtbar. Bei weit-
       gehend unverändertem  Rentenrecht zwischen  1965 und 1972 ist der
       Anteil der frühinvaliden Männer an allen Rentenzugängen sowohl in
       der Arbeiter-  als auch  in der  Angestelltenversicherung  nahezu
       konstant geblieben.  Der Einschnitt durch die Einführung der fle-
       xiblen Altersgrenze im Jahre 1973 wird deutlich sichtbar.
       Freilich sind  auch vor  1973 zwei  Tendenzen zu berücksichtigen,
       die die  Zugangsquote an  BU- und EU-Renten verzerren: Die Folgen
       des Krieges  wachsen langsam aus dem Potential der Erwerbstätigen
       heraus, und die Möglichkeit, bei Arbeitslosigkeit bereits mit dem
       60. Lebensjahr zum Rentenbezieher zu werden, wurde vor allem wäh-
       rend und  nach der  Krise von 1966/67 in wachsendem Maße genutzt.
       Werden diese  beiden Entwicklungen  berücksichtigt,  dann  ergibt
       sich auch  für die Zugangsstatistik, daß trotz verbesserter Reha-
       bilitation und weiterem medizinischen Fortschritt die Frühinvali-
       dität von der Mitte der sechziger Jahre bis 1972 leicht angestie-
       gen ist.  Über die Zeit nach 1973 lassen sich zuverlässige Aussa-
       gen erst  formulieren, wenn die Daten der Rentenversicherungsträ-
       ger ab 1976 ausgewertet sind.
       
                                    ***
       
       Über die  in  diesem  Aufsatz  skizzierten  Entwicklungstendenzen
       wichtiger Indikatoren für die Arbeitsbedingungen und -belastungen
       läßt sich zusammenfassend festhalten:
       -  K ö r p e r l i c h e   S c h w e r-   u n d  S c h w e r s t-
       a r b e i t   mit  extremen  muskulären  und  Arbeitsumgebungsbe-
       lastungen wird  heute nach  wie vor  in großem  Ausmaß geleistet.
       Zwar dürften  die muskulären Belastungen in den meisten Bereichen
       mit steigender  Mechanisierung tendenziell  abnehmen, jedoch  ist
       ein Absinken  der schädigenden  Arbeitsumgebungseinflüsse  bisher
       nicht zu beobachten.
       -  E i n s e i t i g e  A r b e i t s b e l a s t u n g e n  tre-
       ten vor  allem in solchen arbeitsintensiven Industriezweigen auf,
       in denen  Maschinenbedienung, Fließband-  und Taktarbeiten  sowie
       Mehrstellenarbeit vorherrschen.  Hier haben muskuläre Belastungen
       ihre Bedeutung  für die  Gesamtbelastung nicht nur behalten, son-
       dern in  vielen Fällen sogar noch verstärkt. Hinzu treten bei den
       genannten Arbeitstypen  in wachsendem  Maße noch psychische Bela-
       stungen ,  die der geistigen Entleerung der Arbeit und Monotonie-
       erlebnissen sowie  fehlenden formellen  und informellen Kontakten
       während des Arbeitsvollzugs geschuldet sind.
       -  N e u e  F o r m e n   p s y c h i s c h e r  B e l a s t u n-
       g e n,   teilweise als  Kompensation  für  verringerte  muskuläre
       Belastungen, treten  im Gefolge  der in  Ausnutzung von  Rationa-
       lisierungseffekten forcierten  Nacht- und  Schichtarbeit, gewach-
       sener Arbeitsumgebungseinflüsse  (vor allem  Lärm) und  des immer
       bedeutender werdenden  Monotoniefaktors als  Folge der Ausweitung
       von Kontrolltätigkeiten  und  Taktarbeiten  auf.  Allerdings  muß
       darauf hingewiesen  werden, daß  die  Zunahme  psychischer  Bela-
       stungen oftmals nicht von einer Abnahme muskulärer Belastungen um
       den gleichen  Betrag begleitet wird, d.h. daß die Gesamtbelastung
       noch gesteigert wird.
       Im   A n g e s t e l l t e n b e r e i c h   kann mit  steigendem
       Mechanisierungs- und  Automatisierungsgrad eine  Tendenz zur Aus-
       dehnung der Auslastungszeit der Anlagen und Geräte, d.h. zur Ein-
       führung oder weiteren Ausdehnung der Schichtarbeit prognostiziert
       werden. Die  hieraus erwachsenden psychosozialen Belastungen wer-
       den mit Sicherheit, gekoppelt mit der Intensivierung der Arbeits-
       verausgabung, einer  stärkeren Kontrolle  dieser  Arbeitsleistung
       durch die  Unternehmensleitungen, der Zunahme von Routinearbeiten
       für einen  großen Teil der Angestellten und der damit verbundenen
       Monotoniebelastung, das  Gesamtniveau der  Arbeitsbelastungen für
       den größten Teil der Angestellten weiter erhöhen.
       Angesichts dieser  Entwicklungen wird  deutlich, daß  der gewerk-
       schaftliche Kampf  um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um
       reale "Humanisierung  der Arbeit"  wichtiger Bestandteil  der Ge-
       werkschaftspolitik der  nächsten Jahre  sein muß. Die Entwicklung
       der Arbeitsbedingungen  zeigt aber auch, daß sich kapitalistische
       Profitinteressen und  humane Arbeitsbedingungen  gegenüberstehen:
       "Wir sehen,  daß die  Maschinerie, die mit der wundervollen Kraft
       begabt ist,  die menschliche Arbeit zu verringern und fruchtbarer
       zu machen,  sie verkümmern läßt und bis zur Erschöpfung auszehrt.
       Die neuen Quellen des Reichtums verwandeln sich durch einen selt-
       samen Zauberbann zu Quellen der Not. (...) All unser Erfinden und
       unser ganzer  Fortschritt scheinen darauf hinauszulaufen, daß sie
       materielle Kräfte  mit geistigem  Leben ausstatten  und das  men-
       schliche Leben  zu  einer  materiellen  Kraft  verdummen.  Dieser
       Antagonismus zwischen moderner Industrie und Wissenschaft auf der
       einen Seite und modernem Elend und Verfall auf der anderen Seite,
       dieser Antagonismus zwischen den Produktivkräften und den gesell-
       schaftlichen Beziehungen  unserer Epoche ist eine handgreifliche,
       überwältigende und unbestreitbare Tatsache." 55)
       
       Anhang: Statistische Materialien zu Arbeitsbedingungen
       ------------------------------------------------------
       und -belastungen in der BRD
       ---------------------------
       
       Tabelle 1:
       Ausmaß der gesundheitlichen Gefährdung der Arbeitskraft durch den
       Arbeitsprozeß in der Bundesrepublik
       
       Art der Beeinträchtigung,                           Betroffene
       Belastung oder Gefährdung                           Erwerbstätige
                                                           (Mio.)
       
       Fließbandarbeit (1972) 1)                              0,7
       repetitive Teilarbeit (1970) 2)                        1,9
       körperliche Anstrengung (1975) 3)                      4,7
       schwere Lasten bewegen (1975) 4)                       3,6
       monotone Arbeit (1975) 5)                              6,1
       konzentrierte Beobachtung (1975) 6)                    3,9
       Hektik, Zeitdruck (1975) 3)                            7,6
       nervliche Belastung (1975) 3)                          9,4
       Streß (1975) 7)                                        6,8
       Akkord (1975) 8)                                       1,7
       leistungsabhängige Entlohnung insges. (1972) 9)        2,6
       Lärm (1975) 10)                                        6,0
       darunter: durch Lärm am Arbeitsplatz stark
       gesundheitlich gefährdet 11)                         0,7-3,0
       große Hitze (1975) 12)                                 4,6
       Arbeit im Freien oder in offener Halle (1975) 13)      4,4
       Zugluft oder starke Temperatur-
       schwankungen (1975) 14)                                4,3
       Nässe (1975) 15)                                       2,9
       Kälte (1975) 16)                                       0,9
       Staub (1975) 17)                                       4,0
       Gestank, giftige Gase (1975) 18)                       1,7
       Arbeit in Zwangshaltung (1975) 19)                     2,1
       Arbeit mit schwerem Werkzeug (1975) 20)                2,0
       Rütteln, Vibrieren (1975) 21)                          1,8
       schlechte Beleuchtung (1975) 22)                       1,5
       grelles Licht (1975) 23)                               1,2
       wöchentliche Arbeitszeit von 45 Std.
       und mehr (1977) 24)                                    4,1
       weniger als 4 Wochen Urlaub (1977) 25)                 2,1
       Schichtarbeit (1975) 26)                               5,8
       Nachtarbeit (1975) 27)                          mind.  2,3
       Sonn- und Feiertagsarbeit (1975) 28)                   4,8
       nie Freizeit am Wochenende (1972) 29)                  0,5
       nicht genügend Zeit für Familie
       und Freizeit (1972/73) 30)                             6,0
       psychosoziale Belastungen aufgrund
       Arbeitslosigkeit (1977) 31)                            0,8
       Unfallgefahr (1975) 32)                                3,1
       Arbeitsunfälle (1976) 33)                              2,4
       arbeitsbedingte Erkrankungen (1972) 34)                2,4
       angezeigte Berufskrankheiten (1977) 35)                0,05
       durchschnittl. jährlicher Zugang an Frühinvaliden 36)  0,2
       eine oder mehr Arbeitsbelastungen (1975) 37)          18,5
       darunter: 6 und mehr Belastungen 38)                   4,0
       Überforderung bei der Arbeit (1972/73) 39)             3,2
       _____
       Anmerkungen zu Tabelle 1
       1) Berechnet nach  Allensbacher Berichte  23/1973;  Leistung  und
       Mollwo/Holzbauer, a.a.O.,  S. 34.  - Nur voll berufsrätige Arbei-
       ter.
       2) Nur Industriearbeiter;  geschätzt auf  der Basis der Daten von
       Kern/Schumann (a.a.O.,  Bd. II,  S. 128  f.), denen  zufolge 29,1
       Prozent der  in ihrer Untersuchung erfaßten Industriearbeirer re-
       petitive Teilarbeiten verrichten. 1970 gab es in der BRD ca. 6,47
       Mio. beschäftigte  Industriearbeiter (IMSF:  Klassen- und Sozial-
       struktur der BRD 1950-1970, Teil II, a. a. O., S. 167), von denen
       30Prozent (= ca. 1,9 Mio.) als repetitive Teilarbeiter angenommen
       werden.
       3) Berechnet nach  den Angaben  aus Tabelle  2 auf  der Basis von
       22,3 Mio. abhängig Erwerbstätigen 1975 (Arbeits- und Sozialstati-
       stik, Hauptergebnisse 1977. O.O.u.J., S. 17). - Nur "berufsrätige
       Arbeitnehmer".
       4) Quelle siehe Tabelle 3.
       5) Ebenda. -  Monotonie: Immer  wieder den  gleichen  Arbeitsgang
       möglichst schnell durchführen.
       6) Ebenda. -  Konzentrierte Beobachtung:  Ununterbrochen und kon-
       zentriert auf den gleichen Vorgang blicken und beobachten.
       7) Ebenda. -  Streß: Die Arbeit muß unter großem Zeitdruck durch-
       geführt werden.
       8) Ebenda. -  Das Statistische  Bundesamt (Fachserie  M:  Preise,
       Löhne, Wirtschaftsrechnungen,  Reihe 17:  Gehalts- und Lohnstruk-
       turerhebungen, I.  Gewerbliche Wirtschaft  und Dienstleistungsbe-
       reich, Arbeiterverdienste  1972. Stuttgart  - Mainz  1976, S. 31)
       weist für 1972 rund 1,2 Mio. Akkordarbeiter nach, allerdings fast
       ausschließlich nur aus dem Produzierenden Gewerbe.
       9) Erfaßt sind  fast ausschließlich nur Arbeiter des Produzieren-
       den Gewerbes,  die im Leistungslohn (Prämienlohn, Akkord) und als
       "Mischlöhner" (Beschäftigte, die sowohl im Zeit- als auch im Lei-
       stungslohn arbeiten)  arbeiten. -  Berechnet  nach  Gehalts-  und
       Lohnstrukturerhebung 1972,  a.a.O., S.  31. Im Gegensatz zur Ver-
       fahrensweise des Statistischen Bundesamtes wurden hier allerdings
       - richtig - die Prämienlöhner den Leistungslöhnern zugerechnet.
       10) Quelle siehe Tabelle 3.
       11) Die Angaben beruhen auf Schätzungen verschiedener Institutio-
       nen; siehe  dazu ÖTV-Magazin  4/1976, S.  25;  W.  Klosterkötter,
       Lärmeinwirkungen und  ihre  Bedeutung  für  die  Aufstellung  von
       Immissionsrichtwerten.  In:   Arbeitsmedizin  -  Sozialmedizin  -
       Präventivmedizin 9/1974, S. 181.
       12) Quelle siehe  Tabelle 3  - Hettinger  schätzt  die  (dauernd)
       durch Hitze  belasteten Personen in der BRD auf ca. 200000. (Vgl.
       W. Hettinger,  Belastung des  Menschen am  Hitzearbeitsplatz. In:
       betriebssärztliches 1/1975, S. 13.)
       13) Quelle siehe Tabelle 3.
       14) Ebenda.
       15) Ebenda.
       16) Ebenda. - Hettinger (a.a.O.) schätzt die Zahl der kontinuier-
       lich durch  extreme Kälte  belasteten Personen  auf ca. 2000, die
       der sporadisch durch Kälte belasteten Personen auf ca. 20 000.
       17) Quelle siehe Tabelle 3.
       18) Ebenda.
       19) Ebenda. "Arbeit  in Zwangshaltung:  In  Zwangslage  arbeiten,
       d.h. lang  anhaltendes oder  häufiges  Durchstehen  anstrengender
       Körperhaltungen (bücken, knien, liegen, über Kopfarbeiten).
       20) Ebenda.
       21) Ebenda. -  Rütteln, Vibrieren:  Den ganzen  Tag die Vibration
       und das Rütteln von Werkzeugen oder Maschinen durchstehen.
       22) Ebenda.
       23) Ebenda.
       24) Normalerweise geleistete  Wochenarbeitsstunden der Erwerbstä-
       tigen; Ergebnisse  des Mikrozensus, April 1977. Quelle: Statisti-
       sches Bundesamt,  Statistisches Jahrbuch 1978 für die Bundesrepu-
       blik Deutschland. Stuttgart - Mainz 1978, S. 96.
       25) Mindestzahl für  die abhängig  Erwerbstätigen; berechnet nach
       L.  Glasen,   Arbeitsbedingungen  1977.   In:  Bundesarbeitsblatt
       3/1978, S. 65. Dort heißt es: "Insgesamt hatten 1977 rund 88% al-
       ler Arbeitnehmer  vier Wochen oder (...) mehr Urlaub." Glasen er-
       faßt in  seiner Auswertung  tarifvertragliche Regelungen für 17,6
       Mio. abhängig  Beschäftigte in der BRD (ohne Beamte, Soldaten und
       Richter).
       26) Quelle siehe  Tabelle 3-  - Erheblich geringere Schichtarbei-
       terzahlen werden  in einer  "Vorauswertung der gemeinsamen Stich-
       probe über  Arbeitskräfte der  EG, Verordnung  des Rates  (EG)Nr.
       2640 vom 15. Oktober 1974 durch das Statistische Amt der Europäi-
       schen Gemeinschaften  Luxemburg" (abgedruckt in Volkholz, a.a.O.,
       S. A  181) angegeben:  Danach  wurden  lediglich  rund  3,9  Mio.
       Personen ermittelt,  die erklärt haben, Schichtarbeit zu leisten,
       unter ihnen 3,2 Mio. Personen regelmäßig.
       27) Quelle siehe  Tabelle 3- - Erheblich höhere Nachtarbeiterzah-
       len ergeben sich aus der erwähnten EG-Stichprobe: 3,1 Mio. Perso-
       nen erklärten  danach, zwischen  22 und  8 Uhr zu arbeiten, unter
       ihnen 1,3 Mio. regelmäßig. (Vgl. Volkholz, a. a. O., S. A 184.)
       28) Nach Ergebnissen der EG-Stichprobe; vgl. Volkholz, a.a.O., S.
       A 186. - Rund 2,2 Mio. Personen gaben an, regelmäßig an Sonn- und
       Feiertagen zu arbeiten.
       29) Wirtschaft und Statistik 6/1974, S. 423 f.
       30) Nur abhängig  Erwerbstätige; hochgerechnet  nach Arbeits- und
       Sozialstatistik. Hauptergebnisse  1977, a.  a. O., S. 17 (26 Pro-
       zent von  23,0 Mio.  abhängig Erwerbstätigen 197 3) auf der Basis
       von Ergebnissen  einer Repräsentativbefragung  von  Infas.  (Vgl.
       Volksholz, a.a.O., S. A 175.)
       31) Geschätzt auf der Basis von 1,03 Mio. Arbeitslosen im Jahres-
       durchschnitt 1977  (vgl. Informationen zur Wirtschaftsentwicklung
       und Lage  der Arbeiterklasse, hrsg. vom IMSF, Heft 2/1978, S. 12)
       nach den  Ergebnissen der  IAB-Untersuchung über  finanzielle und
       psychosoziale Belastungen  während der  Arbeitslosigkeit  (1975),
       die  ergab,   daß  bis   zu  fast  drei  Vierteln  der  Befragten
       (repräsentative Gruppe  von deutschen  Arbeitslosen über 19Jahre)
       in irgendeiner  Weise durch  die Arbeitslosigkeit  psychosozialen
       Belastungen ausgesetzt  waren. (Siehe Chr. Brinkmann, Finanzielle
       und psycho-soziale  Belastungen während der Arbeitslosigkeit. In:
       Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/1976, S.
       408). -  Aufgrund dieser  Ergebnisse wird angenommen, daß 75 Pro-
       zent der  Arbeitslosen von 1977 psychosozialen Belastungen ausge-
       setzt waren.
       32) Berechnet nach  den Angaben  aus Tabelle  2 auf der Basis von
       22,3 Mio.  abhängig Erwerbstätigen 1975 (siehe auch Anmerkung 3).
       - Nur "berufstätige Arbeitnehmer".
       33) Hochgerechnet aufgrund der Daten der Mikrozensus-Zusatzbefra-
       gung vom Mai 1976 (siehe Wirtschaft und Statistik 2/1978, S. 125-
       129). -  Die bei  den Unfallversicherungsträgern  angezeigten Ar-
       beitsunfälle lagen 1976 bei nur etwa 1,8 Mio.
       34) Frage: "Haben  Sie oder hatten Sie - abgesehen von Unfällen -
       i n   d e n   l e t z t e n   J a h r e n  irgendwelche ernsteren
       Krankheiten, die  auf Ihre  berufliche  Tätigkeit  zurückzuführen
       sind?" -  9 Prozent der befragten Berufstätigen antworteten posi-
       tiv. (Vgl.  Infas-Repräsentativerhebung, August 1972, Bundesrepu-
       blik; zit. n. Volkholz, a.a.O., S. A 162. Die absolute Zahl wurde
       auf der Basis von 26,9 Mio. Erwerbstätigen berechnet.)
       35) 1977 wurden  bei den  gesetzlichen Unfallversicherungsträgern
       48 414 Berufskrankheiten angezeigt; vgl. Wirtschaft und Statistik
       6/1978, S. 396 *.
       36) Dähne/Priester, a.a.O., S. 113 (Tabelle 51).
       37) Gemeint sind  die in  Tabelle 3 aufgeführten Belastungsfakto-
       ren. Errechnet  auf der  Basis einer  Erwerbsbevölkerung von 26,8
       Mio. Personen 1975 nach den Daten aus Tabelle 4.
       38) Berechnet nach Tabelle 4.
       39) Infas-Repräsentativerhebung, August 1972-März 1973, Bundesre-
       publik; zit.  n. Volkholz, a.a.O., S. A 161. - 14 Prozent der be-
       fragren abhängig  Beschäftigten gaben an, bei der Arbeit überfor-
       dert zu werden.
       
       Tabelle 2:
       Kritik an Arbeit und Arbeitsplatz 1972/73 und 1975 a)
       
                               es mißfällt
       Merkmale     Zahl der   Hektik   Monoto-   Schmutz,  Hitze   Lärm
                    Befragten  Zeit-    nie, kei- Staub     Nässe
                               druck    ne Ab-    schlechte Kälte
                                        wechs-    Luft
                                        lung
                       abs.      %        %         %          %      %
       BRD 1972/73
       Arbeitnehmer
       insgesamt      2451       36       18        22         14     17
       davon:
       einfache /mittlere
       Angestellte     781       41       18         9          6      8
       Facharbeiter    796       35       15        33         23     25
       an-/ungelernte
       Arbeiter        482       25       26        35         20     24
       BRD 1975
       berufstätige Arbeitneh-
       mer insgesamt   511       34       16        18         16     19
       davon:
       einfache/mittlere
       Angestellte     176       30       13         8          6      6
       Facharbeiter    139       39       14        33         32     33
       an-/ungelernte
       Arbeiter        119       34       25        25         21     33
       
       
       Merkmale     Unfall-    körper-  nervliche  Verant-   weiß
                    gefahr     liche    Belastung  wortung   nicht,
                               Anstren-            für       keine
                               gung                andere    Angabe
                       %         %        %         %          %
       BRD 1972/73
       Arbeitnehmer
       insgesamt       12        19       42        15         11
       davon:
       einfache /mittlere
       Angestellte      4         8       52        16         14
       Facharbeiter    22        30       30        14          7
       an-/ungelernte
       Arbeiter        16        32       32         8         10
       BRD 1975
       berufstätige Arbeitneh-
       mer insgesamt   14        21       42        18         18
       davon:
       einfache/mittlere
       Angestellte      7         6       43        20         31
       Facharbeiter    25        42       33        12         10
       an-/ungelernte
       Arbeiter        16        25       40        10         14
       _____
       a) Im Unterschied  zu Tabelle  5 sind  hier nur  die abhängig Be-
       schäftigten erfaßt.
       Frage: Im  allgemeinen hat  jeder Arbeitsplatz  seine  guten  und
       schlechten Seiten, wie ist das bei Ihnen? Was finden Sie an ihrer
       jetzigen Arbeitsstelle eher schlecht oder störend? (Den Befragten
       wurde eine Karte vorgelegt, Mehrfachnennungen.)
       Quelle: Infas-Repräsentativerhebungen,  August 1972  - März 1973,
       Bundesrepublik (ohne  West-Berlin), Random-Auswahl, (Qualität des
       Arbeitslebens);
       Infas, Repräsentativerhebung,  August 1975,  Bundesrepublik (ohne
       West-Berlin), (Bund-Belastungserhebung).
       Zit. n. Volkholz, a.a.O., S. A 164.
       
       Tabelle 3:
       Subjektiv empfundene  Häufigkeiten von  Belastungsfaktoren in der
       Bundesrepublik 1975
       
       Belastungsfaktor  Anteil der          Anzahl der   Statistischer
                         Betroffenen an der  Betroffenen  Vertrauensbe-
                         Erwerbsbev. (%)     in Millionen reich in Mil-
                                                          lionen
       
       Streß (1)                25,4             6,8       5,9 bis 7,7
       Monotonie (1)            22,7             6,1       5,3 bis 6,9
       Lärm (2)                 22,2             6,0       5,1 bis 6,8
       Schicht (3)              21,7             5,8       5,0 bis 6,6
       Hitze (2)                17,1             4,6       3,9 bis 5,3
       Arbeit im Freien (2)     16,4             4,4       3,7 bis 5,1
       Zugluft (2)              16,0             4,3       3,6 bis 5,0
       Staub (2)                14,8             4,0       3,3 bis 4,6
       Konzent. Beobachtung (1) 14,5             3,9       3,2 bis 4,6
       Schwere Lasten (1)       13,4             3,6       3,0 bis 4,3
       Nässe (2)                10,9             2,9       2,3 bis 3,5
       Nachtarbeit (3)           8,5             2,3       1,7 bis 2,8
       Zwangshaltung (1)         7,9             2,1       1,6 bis 2,7
       Schweres Werkzeug (1)     7,6             2,0       1,5 bis 2,5
       Rütteln, Vibrieren (1)    6,9             1,8       1,4 bis 2,3
       Gestank, giftige Gase (2) 6,5             1,7       1,3 bis 2,2
       Akkord (4)                6,2             1,7       1,2 bis 2,2
       Schlechte Beleuchtung (2) 5,5             1,5       1,0 bis 1,9
       Grelles Licht (2)         4,6             1,2       0,8 bis 1,6
       Kälte (2)                 3,2             0,9       0,6 bis 1,1
       Zusammen (Mehrfach-
       nennungen)              252,0            67,6      52,4 bis 79,7
       _____
       Frage (1):  Welche der  folgenden Arbeitsbedingungen  treffen für
       Ihre Arbeit zu?
       Kartentext: 1.  Schwere Lasten heben oder tragen; 2. Mit schwerem
       Werkzeug hantieren;  3. In  Zwangslage arbeiten, d.h. lang anhal-
       tendes oder  häufiges Durchstehen  anstrengender  Körperhaltungen
       (bücken, knien,  liegen, über  Kopfarbeiten); 4. Immer wieder den
       gleichen Arbeitsgang möglichst schnell durchführen; 5. Den ganzen
       Tag die  Vibration und  das Rütteln von Werkzeugen oder Maschinen
       durchstehen; 6.  Ununterbrochen und konzentriert auf den gleichen
       Vorgang blicken  und beobachten;  7. Die  Arbeit muß unter großem
       Zeitdruck durchgeführt werden.
       Frage (2): Und welchen der folgenden Belastungen sind Sie bei Ih-
       rer Arbeit  ausgesetzt? Kartentext: 1. Starker und lang anhalten-
       der Lärm; 2. Nässe; 3. Große Hitze; 4. Kälte, Arbeit im Kühlraum;
       5. Einatmen  von Staub; 6. Gifte oder übelriechende Gase; 7. Häu-
       fige Zugluft  oder starke  Temperaturschwankungen; 8.  Arbeit  im
       Freien oder in offener Halle; 9. Schlechte Beleuchtung; 10. Grel-
       les Licht, Strahlungseinwirkungen.
       Frage (3):  Arbeiten Sie  in Nachtschicht,  in Wechselschicht mit
       Nachtschicht oder in Wechselschicht ohne Nachtschicht?
       Frage (4): In welcher Form beziehen Sie Ihr Einkommen?
       Quelle: Infas-Repräsentativerhebungen, Bundesgebiet, Juli und Au-
       gust 1975;  zitiert nach: Susanne Meyer / Wilhelm Thiele / Volker
       Volkholz, Gesundheitsversorgung. Daten des Gesundheitssystems der
       BRD, Hamburg  1978, S. 101 und 191 f. (Summenzeile eigene Berech-
       nung)
       
       Tabelle 4:
       Mehrfach auftretende  subjektiv empfundene  Belastungsfaktoren in
       der Bundesrepublik 1975
       
                                                       Durchschnitt-
                    Häufigkeit des Auftretens von      liche Bela-
                    Belastungsfaktoren                 stungshäufig-
                                                       keit (Ø)
               Zahl  Keine   1   2   3   4   5   6. u  Alle  Nur solche,
               der                               mehr  Be-   die minde-
               Be-                Belastungen          rufs- stens eine
               frag-                                   täti- Belastung
               ten                                     gen   angegeben
                                                             haben
               abs.    %     %   %   %   %   %   %     % Ø      Ø
       Berufstätige insgesamt
              1674    31    15  13  11   9   6  15     2,52    3,67
       Selbständige, Mithelfende, freie Berufe
               247    42    15  12   8   8   6   9     1,94    3,37
       davon:
       in der Landwirtschaft
                70    23     4  13  16   8   9  22     3,34    4,68
       nicht in der Landwirtschaft
               177    48    19  11   6   8   4   4     1,38    2,65
       Arbeitnehmer insgesamt
              1419    29    16  13  11   9   6  16     2,63    3,69
       Beamte  140    42    23  12   6   4   6   7     1,63    2,81
       Gehobene Angestellte
                94    53    22  10   8   2   1   4     1,14    2,43
       Übrige Angestellte
               442    46    18  15   8   4   4   5     1,45    2,70
       Facharbeiter
               430    14     8  16  15  12  11  24     3,83    4,45
       An-, ungelernte Arbeiter
               313    11    17  10  16  15   6  25     3,55    3,98
       davon:
       Männer  173     7    14   6  17  19   4  33     4,12    4,43
       Frauen  140    16    19  16  13  10   9  17     2,84    3,37
       _____
       Quelle: wie Tabelle 3
       
       Tabelle 5:
       Kritik an  Arbeit und Arbeitsplatz in der Bundesrepublik Deutsch-
       land 1972 und 1975 a)
       
       Merkmal                         August 1972     August 1975
                                       n = 549         n = 611
       
       Nervliche Belastung                 36%             42%
       Hektik, Zeitdruck                   32%             34%
       Körperliche Anstrengung             21%             22%
       Schmutz, Staub, schlechte Luft      20%             17%
       Hitze, Nässe, Feuchtigkeit, Kälte   19%             16%
       Lärm                                15%             17%
       Routine, keine Abwechslung          14%             16%
       Verantwortung für andere            13%             18%
       Unfallgefahr                        11%             13%
       Keine Angaben                       13%             18%
       _____
       a) Im  Unerschied zu  Tabelle 2  beziehen sich die Prozentangaben
       auf die  Berufstätigen insgesamt. Frage: Im allgemeinen hat jeder
       Arbeitsplatz seine guten und seine schlechten Seiten. Wie ist das
       bei Ihnen:  Was finden  Sie an  Ihrer jetzigen Arbeitsstelle eher
       schlecht oder störend? (Den Befragten wurde eine Karte vorgelegt.
       Mehrfachnennungen möglich.)
       Datenquelle: Infas-Repräsentativethebungen,  Bundesgebiet, August
       1972 und 1975.
       Quelle:  Autorengruppe,   Arbeitsplätze  und  Arbeitsbelastungen.
       Bonn-Bad Godesberg,  Dezember 1975;  zusammengest.  n.  Volkholz,
       a.a.O., S. A 166.
       
       Tabelle 6:
       Angezeigte Arbeitsunfälle  nach Trägern  der gesetzlichen Unfall-
       versicherung 1949 bis 1976 (in Tausend)
       
       Jahr   alle UV-                    davon
              Träger      gewerbliche  landwirtschaftliche  Eigenunfall-
              insgesamt       BG              BG            versicherung
       
       1949     1100          771                        329
       1955     2180         1702                        478
       1961     2871         2410             280                181
       1962     2722         2279             263                180
       1963     2619         2176             257                186
       1964     2695         2257             256                181
       1965     2655         2223             250                182
       1966     2542         2114             251                178
       1967     2181         1754             253                174
       1968     2264         1836             253                175
       1969     2360         1970             241                156
       1970     2392         2010             229                155
       1971     2338         1960             223                155
       1972     2237         1868             211                158
       1973     2221         1855             204                163
       1974     1989   ·     1628             200                162
       1975     1761         1407             199                155
       1976     1829         1471             200                158
       _____
       Quelle: Zusammengestellt  und berechnet  nach Unfallverhütungsbe-
       richte der  Bundesregierung, lfd.;  Bundesminister für Arbeit und
       Sozialordnung (Hrsg.),  Hauptergebnisse der  Arbeits- und Sozial-
       statistik. lfd.
       
       Tabelle 7:
       Zahl der  Vollarbeiter (VA)  und Häufigkeit  der angezeigten  Ar-
       beitsunfälle je  1000 VA nach Trägern der gesetzlichen Unfallver-
       sicherung 1949 bis 1976
       
       Jahr   alle UV-                    davon
              Träger      gewerbliche  landwirtschaftliche  Eigenunfall-
              insgesamt       BG              BG            versicherung
             VA     AU je  VA     AU je    VA     AU je     VA     AU je
             (Mio.) 1000   (Mio.) 1000     (Mio.) 1000      (Mio.) 1000
       1949 a)18,0    61     -      87       -       -        -       -
       1955   22,6    97     -     121       -       -        -       -
       1961   24,3   118 b) 17,5   138       3,6    78        3,2    57
       1962   24,4   111    17,7   129       3,5    74        3,2    56
       1963   24,3   108    17,7   123       3,5    73        3,1    60
       1964   24,6   108    18,5   122       3,3    78        3,1    59
       1965   25,0   106    18,8   119       3,2    78        3,0    62
       1966   25,0   102    18,9   112       3,1    80        3,0    60
       1967   24,1    90    18,0    98       3,1    83        3,0    58
       1968   24,3    93    18,2   101       3,0    86        3,1    57
       1969   25,6    92    19,7   100       2,9    84        3,0    52
       1970   25,2    95    19,6   103       2,5    90        3,1    50
       1971   24,8    94    19,7   100       2,5    91        2,7 c) 58
       1972   24,7    91    19,6    95       2,3    92        2,7    58
       1973   25,0    89    19,9    93       2,2    94        2,9    57
       1974   24,3    82    19,3    84       2,1    94        2,9    57
       1975   23,3    76    18,2    77       2,1    94        2,9    53
       1976   24,5 d) 75 d) 19,3 d) 76 d)    2,1    94        3,1    51
       _____
       a) Vom Bundesminister  für Arbeit  und  Sozialordnung  geschätzte
       Zahlen.
       b) Diese Zahl wurde erstmals im Unfallverhütungsbericht '76 ange-
       führt; bis  dahin wurde die Unfallhäufigkeit für 1961 mit 113 an-
       gegeben. Die  in den  Unfallverhütungsberichten  veröffentlichten
       Grafiken zur  Entwicklung der  Arbeitsunfälle blieben  bis  heute
       dennoch unberichtigt  und wurden  von verschiedenen  Autoren auch
       falsch übernommen.  Differenzen zwischen  den  Veröffentlichungen
       der gewerblichen  Berufsgenossenschaften, des  Bundesarbeitsmini-
       steriums und  den Unfallverhütungsberichten  der  Bundesregierung
       finden sich  auch für  die Daten  anderer Jahre,  sind allerdings
       nicht so  gravierend wie  für 1961.  Die bisher angeführten Daten
       stammen zum  überwiegenden Teil  aus den  Veröffentlichungen  des
       Bundesarbeitsministeriums.
       c) Der Vollarbeiterrückgang  ist vor  allem dadurch  bedingt, daß
       die Berufsschüler  in  die  Schülerunfallversicherung  übernommen
       wurden.
       d) Diese Daten  sind aufgrund von Veränderungen in der VA-Berech-
       nung nicht  mehr mit  denen der Vorjahre vergleichbar. Allerdings
       sind die  Differenzen zu den nicht ermittelten tatsächlichen Wer-
       ten nicht sehr gravierend.
       Quelle: Siehe Tabelle 6.
       
       Tabelle 8:
       Vergleich der  Arbeitsunfalldaten nach  dem Mikrozensus  und  der
       Statistik der  Unfallversicherungsträger (absolute Zahlen in Tau-
       send) a)
       
       Jahr        Mikrozensus           Unfallver-    Differenz
              innerh.    hochgerechnet   hütungs-      (Prozent)
              4 Wochen     pro Jahr      bericht
              d. Erhe-
              bungszeit- Methode Methode                  Methode
              raums         A       B                    A       B
       
       1966     142       1704    1727     2542        -33     -32
       1970     503       6036    5510     2392       +152    +130
       1972     345       4140    3938     2237        +85     +76
       1973     280       3360    3228     2221        +51     +45
       1974     239       2868    2893     1989        +44     +45
       1976     194       2328    2419     1829        +27     +32
       _____
       a) Methode A: Multiplikation der Vierwochen-Mikrozensus-Daten mit
       dem Faktor 12 Monate.
       Methode B:  Hochrechnung der Vierwochen-Mikrozensus-Daten auf das
       jeweilige Halbjahr, in dem die Erhebung stattfand, und Gewichtung
       entsprechend dem prozentualen Anteil des jeweiligen Halbjahres an
       den angezeigten  Arbeitsunfällen nach  Daten der  Unfallversiche-
       rungsträger.
       Quelle: Zusammengestellt  und berechnet  nach Unfallverhütungsbe-
       richte  der   Bundesregierung,  lfd.;  Wirtschaft  und  Statistik
       5/1968, S.  252-254; 10/1972,  S.  570-576;  3/1974,  S  183-186;
       7/1975, S.  456-459; 3/1977,  S. 197-200;  2/1978, S 125-129; Ar-
       beits-und sozialstatistische  Mitteilungen, lfd.; Arbeits-und So-
       zialstatistik, lfd.
       
       Tabelle 9:
       Anteile struktureller Effekte am Rückgang der Arbeitsunfälle 1967
       bis 1975
       
       Merkmal                          erklärt ... Fälle  in Prozent
                                                           des Rückgangs
       Rückgang des gesamtwirtschaftlichen
       Arbeitsvolumens um 12,1 Prozent        264 000          62,7
       Veränderung der Branchenstruktur        47 000          11,2
       Veränderung der Sozialstruktur
       der Erwerbstätigen;                    146 000          34,7
       Insgesamt                              457 000         108,6
       tatsächlicher Rückgang der angezeigten
       Arbeitsunfälle                         421 000         100,0
       _____
       Quelle: Priester, Zur  Entwicklung der Arbeitsunfälle in der Bun-
       desrepublik, a.a.O., S. 147.
       
       Tabelle 10:
       Angezeigte Berufskrankheiten  (A) und  Häufigkeit der angezeigten
       Berufskrankheiten je  1000 Vollarbeiter (B in den Jahren 1950 bis
       1975
       
       Jahr   Träger der                  davon
              gesetzl.    gewerbliche  landwirtsch.  Eigen-UV
              UV insge-       BG           BG
              samt
              A     B       A     B      A     B      A     B
       
       1950 37551  1,96   35262  3,45    -     -      -     -
       1955 51348  2,27   48620  3,45    -     -      -     -
       1060 33727  1,36   31502  1,85    -     -      -     -
       1965 27467  1,10   25606  1,36    487   0,15   1374  0,46
       1968 25793  1,06   23072  1,26    769   0,26   1952  0,63
       1969 27427  1,07   24493  1,24    649   0,23   2285  0,75
       1970 25960  1,03   22823  1,17    524   0,18   2585  0,83
       1971 27200  1,10   24221  1,23    518   0,21   2462  0,91
       1972 30273  1,23   27422  1,40    478   0,21   2373  0,87
       1973 32827  1,31   29795  1,50    421   0,19   2611  0,91
       1974 36124  1,49   32762  1,70    361   0,17   3001  1,04
       1975 38296  1,64   34980  1,92    400   0,19   2916  0,99
       _____
       Quelle: Zusammengestellt und berechnet nach: Hauptverband der ge-
       werblichen Berufsgenossenschaften (Hrsg.), Arbeitsunfallstatistik
       für die  Praxis 1977.  Bonn 1977,  S. 21; Unfallverhütungsbericht
       der Bundesregierung,  lfd.; Mergner/Osterland/Pelte, a.a.O., Tab.
       13.
       
       Tabelle 11:
       Rentenbestände der unter 65jährigen am 1.7.1974 nach Altersgrupp-
       pen (in 1000) a)
       
                           unter   30-40   40-50   50-60   60-65   Insg.
                           30 J.   Jahre   Jahre   Jahre   Jahre
       Arbeiterrenten
       BU                  0,7       4,9    14,5    45,1    79,8   145,0
       EU                  2,4      20,2    61,3   165,6   340,0   589,5
       BU + EU             3,1      25,1    75,8   210,7   419,8   734,5
       60 J. u. arbeitslos -         -       -       -      18,0    18,0
       62 u. 63 J.         -         -       -       -      65,2    65,2
       Zusammen :          3,1      25,1    75,8   210,7   503,0   817,7
       Angestelltenrenten b)
       BU                  0,1       1,5     4,3    16,8    22,6    45,3
       EU                  1,0       6,1    21,0    81,9    80,0   190,0
       BU + EU             1,1       7,6    25,3    98,7   102,6   235,3
       60 J. u. arbeitslos -         -       -       -       7,6     7,9
       62 u. 63 J.         -         -       -       -      25,4    25,4
       Zusammen            1,1       7,6    25,3    98,7   135,9   268,6
       Bergleute
       Teilweise BUC c)    0,1       2,5    13,6    12,8     1,7    30,7
       BU                  0,0       0,8     5,1    17,3     3,7    26,9
       EU                  0,1       0,9     4,8    15,3    19,6    40,7
       Rente mit 50 J.     -         -       -      10,0     0,2    10,2
       60 J. u. arbeitslos -         -       -       -      14,1    14,1
       60 J. u. Wartezeit  -         -       -       -      14,0    14,0
       62 u. 63 J.         -         -       -       -       8,8     8,8
       Zusammen            0,2       4,2    23,5    55,4    62,1   145,4
       Insgesamt           4,4      36,9   124,6   364,8   701,0  1231,7
       _____
       a) Ohne weibliche  Versicherte, die  das 60.  Lebensjahr erreicht
       haben.
       b) Einschl. Angestellten-Handwerkerversicherung,
       c) Bergmannsrente wegen  verminderter bergmännischer Berufsfähig-
       keit.
       Quelle: Arbeits- und  Sozialstatistische Mitteilungen, 4/1975, S.
       104 f. und 9/1975, S. 326 f.; eigene Berechnungen.
       
       Tabelle 12:
       Rentenbestand in  der Rentenversicherung  der Arbeiter  und Ange-
       stellten in den Jahren 1960 bis 1976 a)
       
       Jahresende Renten an           darunter:
                  Versicherte                            BU/EU
                  insgesamt     wegen BU     wegen Eu    zusammen
                  in 1000  %   in 1000  %   in 1000  %   absolut  %
       Rentenversicherung der Arbeiter
       1960       3135    100   265    8,5   859   27,4  1124   35,9
       1965       3628    100   379   10,5   771   21,3  1150   31,8
       1970       4366    100   341    7,8   890   20,4  1231   28,2
       1975       5197    100   227    4,4  1136   21,9  1363   26,3
       1976       5330    100   209    3,9  1184   22,2  1393   26,1
       Rentenversicherung der Angestellten
       1960       1007    100    63    6,3   228   22,6   291   28,9
       1965       1210    100    87    7,2   188   15,6   275   22,7
       1970       1486    100    90    6,0   209   14,1   299   20,1
       1975       1962    100    67    3,4   284   14,5   351   17,9
       1976       2120    100    63    3,0   318   15,0   381   18,0
       _____
       a) Nur Renten an Versicherte; ohne Witwen- und Witwerrenten sowie
       Waisenrenten, die  zusammen mit den Renten an Versicherte den Ge-
       samtbestand an  laufenden Renten  ausmachen. In  dieset Statistik
       sind ferner  nicht die ruhenden und die von den Versicherungsträ-
       gem unmittelbar  gezahlten Renten enthalten. Ebenfalls nicht ent-
       halten sind  die Bergleute,  die in  der "Knappschaft" versichert
       sind.
       Quelle: Bundesminister für  Arbeit und Sozialordnung (Hrsg.), Ar-
       beits- und Sozialstatistik, Hauptergebnisse 1977, a.a.O., S. 127;
       eigene Berechnungen.
       
       Tabelle 13:
       Anteil der  BU- und  EU-Renten an den Rentenzugängen insgesamt in
       den Jahren 1963 bis 1974
       
                       M ä n n e r             F r a u e n
                   BU     EU     BE/EU      BU     EU     BE/EU
                    %      %      %          %      %      %
       
       Arbeiterrentenversicherung
       1963        26,0   32,2   58,2       25,8   30,2   56,0
       1964        22,2   32,2   54,4       21,9   32,2   54,1
       1965        19,5   33,5   53,0       18,7   33,8   52,5
       1966        17,0   34,8   51,8       16,1   33,2   49,3
       1967        17,0   35,7   52,7       15,1   32,7   48,1
       1968        16,8   35,9   52,7       15,3   33,3   48,6
       1969        15,9   36,6   52,5       13,5   33,5   47,0
       1970        13,6   38,9   52,5       12,5   36,0   48,5
       1971         8,3   45,1   53,4       10,5   39,3   49,8
       1972         6,8   45,3   52,1        9,0   41,0   50,0
       1973         5,1   30,7   35,8        7,7   40,2   47,9
       1974         5,9   34,5   40,4        6,6   41,2   47,8
       Rentenversicherung der Angestellten
       1962        17,3   24,2   41,5       27,5   23,7   51,2
       1963        15,1   22,9   38,0       22,3   22,9   45,2
       1964        13,6   23,1   36,7       19,5   24,8   44,3
       1965        12,4   23,2   35,6       17,8   25,0   42,8
       1966        11,3   21,3   32,6       15,2   22,1   37,3
       1967        11,8   21,6   33,4       14,8   22,2   37,0
       1968        11,9   22,9   34,8       14,2   22,6   36,8
       1969        11,8   22,8   34,6       13,4   22,2   35,6
       1970        10,0   26,7   36,7       12,2   24,8   37,0
       1971         6,8   29,9   36,7        9,6   27,7   37,3
       1972.        5,6   29,5   35,1        8,7   29,5   38,2
       1973         3,9   17,5   21,4        7,0   24,8   31,8
       1974         3,9   18,8   22,7        4,5   26,1   30,6
       _____
       Quelle: Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (Hrsg.), Sta-
       tistik  der  deutschen  gesetzlichen  Rentenversicherung.  Frank-
       furt/Main, lfd.;  Walter Rüth,  Ursachen vorzeitiger  Berufs- und
       Erwerbsunfähigkeit. Göttingen 1976, S. 15 f.
       
       _____
       1) Siehe dazu  dokumentierend z.B.:  W.D. Winterhager, Humanisie-
       rung der  Arbeitswelt. Gesetzliche  Vorschriften, Pläne,  Modelle
       und Kontroversen.  Berlin (West)  - New  York  1975;  F.  Froemer
       (Hrsg.), Arbeitshumanisierung. Eine Darstellung der Bestrebungen,
       die Arbeitswelt  menschlicher zu gestalten. Opladen 1975; G. Keil
       / A.  Oster, Humanisierung des Arbeitslebens. Eine Dokumentation.
       Bad Honnef 1976.
       2) Aus der  Fülle der Untersuchungen, Protokolle und Analysen von
       Modellversuchen sei  exemplarisch verwiesen  auf Horst Kern u.a.,
       Neue Formen betrieblicher Arbeitsgestaltung. Darstellung relevan-
       ter Veränderungsprojekte  in Großbritannien,  Italien,  Norwegen,
       Schweden. Göttingen  o.J. (1975);  Lisl  Klein,  Die  Entwicklung
       neuer Formen  der Arbeitsorganisation. Internationale Erfahrungen
       und heutige  Problemstellungen. Göttingen  1975; Klaus  Gülden  /
       Wolfgang Krutz  / Ingrid Krutz-Ahlring, Humanisierung der Arbeit?
       Ansätze zur Veränderung von Form und Inhalt industrieller Arbeit.
       Berlin (West)  1973; Friedrich-Karl Maiwald, Humansierung der Ar-
       beitswelt. Eine internationale Studie aus fünf Ländern. Stuttgart
       o.J. (1976/77);  Klaus Priester,  "Humanisierung der  Arbeit" und
       Kapitalverwertungsinteresse. Ökonomische und ideologische Aspekte
       unternehmerischer "Humanisierungs"-Konzeptionen.  In:  Humanisie-
       rung  der   Lohnarbeit?  Der  Kampf  um  die  Arbeitsbedingungen.
       (Argument-Sonderband 14),  Berlin (West) 1977, S. 130-155. Ratio-
       nalisierungs-Kuratorium der  Deutschen Wirtschaft  (RKW) (Hrsg.),
       Menschengerechte Arbeit  - Erfahrungsausrausch zwischen Forschung
       und betrieblicher Praxis. Dokumentation zum RKW-Kongreß am 6. und
       7. April  1976 in  Essen,  Gruga-Hallen.  Frankfurt/M.  1977  (2.
       Aufl.).
       3) In diesem  Sinne äußern  sich auch Bärbel Kern und Horst Kern,
       Krise des  Taylorismus? Bemerkungen  zur "Humanisierung  der  Ar-
       beit". In: Martin Osterland (Hrsg.), Arbeitssituation, Lebenslage
       und Konfliktpotential.  Festschrift für  Max E. Graf zu Solms-Ro-
       edelheim. Frankfurt/M. - Köln 1975, S. 100.
       4) Hierauf verweist etwa der DGB-Vorsitzen de Heinz Oskar Vetter,
       wenn er  erklärt, daß  "derartige Experimente und Techniken (...)
       nur allzuleicht  den Blick  auf die eigentlichen Ursachen und auf
       die Entwicklungstrends, die zur Verschärfung der Arbeitsbedingun-
       gen führen",  verschleiern. (Heinz  Oskar  Vetter,  Referat.  In:
       Ders. [Hrsg.],  Humanisierung der Arbeit als gesellschaftspoliti-
       sche und  gewerkschaftliche Aufgabe.  Protokoll der Konferenz des
       Deutschen Gewerkschaftsbundes  vom 16.  und 17.  Mai 1974 in Mün-
       chen. Frankfurt/M. - Köln 1974, S. 28.)
       5) Vgl. etwa K. Priester, "Humanisierung der Arbeit" und Kapital-
       verwertungsinteresse, a.a.O.
       6) Wirtschaftlicher und  sozialer Wandel  in  der  Bundesrepublik
       Deutschland. Gutachten  der Kommission  für wirtschaftlichen  und
       sozialen Wandel. Göttingen 1977, S. 426 (Ziffer X/19).
       7) Siehe Eike  Ballerstedt / Wolfgang Glatzer, Soziologischer Al-
       manach. Handbuch  gesellschaftspolitischer Daten  und Indikatoren
       für die Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt/M. - New York 1975,
       S. 261-273;  Wolfgang Zapf (Hrsg.), Lebensbedingungen in der Bun-
       desrepublik. Sozialer  Wandel und  Wohlfahrtsentwicklung.  Frank-
       furt/M. - New York 1977.
       8) Es handelt  sich hierbei um das "social-indicator-movement", -
       Siehe dazu  die zusammenfassenden Übersichtsartikel von Christian
       Leipert, Soziale  Indikatoren - Überblick über den Stand der Dis-
       kussion. In: Konjunkturpolitik 7/1973; Wolfgang Zapf, Soziale In-
       dikatoren. In:  Günther Albrecht / Hansjürgen Daheim / Fritz Sack
       (Hrsg.), Soziologie. Sprache, Bezug zur Praxis, Verhältnis zu an-
       deren Wissenschaften.  René König  zum  65.  Geburtstag.  Opladen
       1974; Franz-Xaver  Kaufmann, "Soziale Indikatoren" in der Bundes-
       republik Deutschland? Ein Bericht über die Sektion "Soziale Indi-
       katoren" der  DGS. In: Zeitschrift für Soziologie 2/1974, S. 200-
       208; Eduardo  Lawrence, Soziale  Indikatoren: Kommentar  und Per-
       spektive. In: H.J. Krysmanski / Peter Marwedel (Hrsg.), Die Krise
       in der Soziologie. Ein kritischer Reader zum 17. Deutschen Sozio-
       logentag. Köln 1975, S. 24l"260; Gotthard Bechmann, Soziale Indi-
       katoren und  politisch-administratives System. In: Axel Murswieck
       (Hrsg.), Staatliche Politik im Sozialsektor. München 1976, S. 35-
       61.
       9) Siehe Martin  Osterland u.a.,  Materialien zur Lebens- und Ar-
       beitssituation der  Industriearbeiter in  der  BRD.  Frankfurt/M.
       1973 (3. Aufl.); Ulrich Mergner / Martin Osterland / Klaus Pelte,
       Arbeitsbedingungen im  Wandel. Eine  Literaturstudie zur Entwick-
       lung von  Belastungen und Qualifikationsanforderungen in der BRD.
       Göttingen 1975, Otfried Mickler / Eckhard Dittrich / Uwe Neumann,
       Technik, Arbeitsorganisation und Arbeit. Eine empirische Untersu-
       chung in der automatisierten Produktion. Frankfurt/M. 1976.
       10) Mario Helfen,  Indikatoren für  die Arbeitsbedingungen in der
       Bundesrepublik. In:  Vorstand  der  Industriegewerkschaft  Metall
       (Hrsg.), Krise  und Reform  in der Industriegesellschaft. Band 1:
       Materialien der  IG-Metall-Tagung vom  17. bis  19. Mai (1976) in
       Köln. Frankfurt/M. - Köln-1976, S. 438-511.
       11) Siehe Volker  Volkholz, Belastungsschwerpunkte und Praxis der
       Arbeitssicherheit. Zusammenfassender Bericht. Bonn 1977.
       12) Infas hatte  bereits im  Dezember 1973  eine Untersuchung zur
       "Qualität des  Arbeitslebens" publiziert,  für die 1972/73 in Re-
       präsentativerhebungen Daten  gesammelt wurden.  Im Unterschied zu
       der 1975er Erhebung, die bisher noch nicht vollständig veröffent-
       licht wurde  (lediglich Teilergebnisse  sind bekannt),  waren die
       damals erhobenen  "sozialen Kennziffern  zu  Arbeitszufriedenheit
       und Berufschancen"  (so der Untertitel der Studie) nicht so tief-
       greifend und  instruktiv wie  die nun ausschnittsweise veröffent-
       lichten. -  Siehe Axel  R. Bunz  / Rolfjansen  /  Konrad  Schacht
       (Infas), Qualität  des Arbeitslebens,  Soziale Kennziffern zu Ar-
       beitszufriedenheit und Berufschancen. Bonn 1973.
       13) Davon liegt  bereits vor:  Gine Elsner,  Lärmquellen und Mög-
       lichkeiten ihrer  Bekämpfung im  Urteil von Betriebsräten und Ar-
       beitnehmern. Bonn 1977.
       14) Allerdings liegt  in der  Studie von Volkholz der Schwerpunkt
       auf der  Darstellung der  erreichten Standards im Bereich der Ar-
       beitsbedingungen. Der zeitliche Entwicklungsaspekt und die Verän-
       derungstendenzen bleiben  weitgehend unberücksichtigt, was natür-
       lich der Tatsache geschuldet ist, daß es sich hierbei eben um die
       Auswertung einer  einmaligen statistischen Erhebung, also um eine
       Momentaufnahme handelt.
       15) Eine Ausnahme  hiervon bildet  die Arbeit  von Mergner/Oster-
       land/Pelte, a.a.O.
       16) Auf Datenlücken und unzureichende statistische Angaben im Be-
       reich der  Arbeitsbedingungen verweist  auch etwa  Siegfried Bal-
       duin. Er  meint, daß zur bewußten Gestaltung der Arbeitsorganisa-
       tion und zur Einflußnahme auf die Konstrukrion technischer Aggre-
       gate von  gewerkschaftlicher Seite  Leitlinien und Standards ent-
       wickelt werden müßten. Hierzu und "um gezielte Gegen- und Abwehr-
       maßnahmen einleiten und ergreifen zu können, sind u.a. weit exak-
       tere und umfassendere Informationen erforderlich, als sie bislang
       zur Verfügung  stehen. (...)  Einer der  nächsten Schritte  müßte
       sich u.a.  darauf konzentrieren, solche Informationen zu beschaf-
       fen bzw.  ihre Sammlung  in die  Wege zu leiten." (Siegfried Bal-
       duin, Humanisierung der Arbeit als gewerkschaftliche Aufgabe. In:
       Gewerkschaftliche Monatshefte 3/1974, S. 181 f.)
       17) So  erhebt  das  Statistische  Bundesamt  monatlich  (!)  den
       Schweinebestand, die  Zahl der eingelegten Bruteier, geschlüpften
       Küken und  des geschlachteten Geflügels, die Fangmengen der Hoch-
       see- und Küstenfischerei in der BRD einschließlich Berlin (West).
       Ferner veröffentlichte das Statistische Bundesamt 1978 z.B. Daten
       über den  Anbau von  Baumobst  (gegliedert  nach  dem  Alter  der
       Bäume), den  Rindvieh- und  Schafbestand im  Juni 1978  sowie den
       Pferde-, Schaf-,  Ziegen-, Geflügel-  und Bienenvölkerbestand  im
       Dezember 1977. (Vgl. dazu Wirtschaft und Statistik 7/1978, S. 421
       *.)
       Wichtig zu  wissen für  den Benutzer  des Statistischen Jahrbuchs
       der BRD scheint es auch zu sein, welchen jährlichen Veränderungs-
       raten der Bestand an Bahnübergängen im Bereich der Deutschen Bun-
       desbahn und  der nichtbundeseigenen Eisenbahnen - selbstverständ-
       lich gegliedert in solche mit und ohne Schranken und Blinklichter
       - unterworfen  ist. (Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahr-
       buch 1977  für die  Bundesrepublik Deutschland. Stuttgart - Mainz
       1977, S. 259.) - Wie viele Erwerbspersonen in der BRD, gegliedert
       nach Wirtschaftszweigen.  Stellung im  Beruf, Alters- und Einkom-
       mensklassen, Tätigkeitsmerkmalen usw. in den Jahren 1970 bis 1977
       aber  Nacht-,  Schicht-,  Überstundenarbeit,  verbunden  mit  wie
       vielen und  welchen weiteren  Arbeitsbelastungen, leisteten,  ist
       den Veröffentlichungen  des Statistischen Bundesamtes dagegen we-
       der regelmäßig noch überhaupt zu entnehmen.
       18) Siehe Eberhard Dähne / Klaus Priester, Arbeitsbedingungen und
       gewerkschaftlicher Kampf.  Materialien zur  Entwicklung  der  Ar-
       beitsbedingungen und zur Diskussion um die "Humanisierung der Ar-
       beit" in  der Bundesrepublik.  Frankfurt/M. 1978 (IMSF-Informati-
       onsbericht 20).
       19) Ebenda, S.  22; Ingrid Mollwo / Irmgard Holzbauer, Frauen und
       Arbeitsmarkt.  Ausgewählte  Aspekte  der  Frauenerwerbstätigkeit.
       (Quintessenzen aus  der Arbeitsmarkt-  und Berufsforschung,  Band
       4.) Nürnberg 1976, S. 34.
       20) Vgl. Lothar  Schuster, Zur  Struktur der männlichen Arbeiter-
       schaft in  der Bundesrepublik  Deutschland. Aus  der Untersuchung
       des IAB  über Berufsverläufe.  In: Mitteilungen  aus der Arbeits-
       markt- und Berufsforschung 2/1974, S. 104.
       21) Siehe Horst  Kern / Michael Schumann, Industriearbeit und Ar-
       beiterbewußtsein. Frankfurt/M. 1970 (2 Bde.).
       22) Vgl. ebenda.
       23) Vgl. ebenda, Bd. II, S. 128 f.
       24) Vgl. IMSF,  Klassen- und  Sozialstruktur der  BRD  1950-1970.
       Teil II: Sozialstatistische Analyse. Frankfurt/M. 1973, S. 182 f.
       25) Vgl. Annegret Köchling / Andreas Drinkuth, Das Großraumbüro -
       Eine  Arbeitgeberstrategie  der  Bürorationalisierung.  Stuttgart
       1977 (2. Aufl.), S. 6.
       26) Vgl. W.  Sämann,  Rationalisierung  der  Büroarbeit  als  Zu-
       kunftsaufgabe. In: REFA-Nachrichten 6/1970, S. 423.
       27) Vgl. zu den folgenden Daten - sofern nicht anders angegeben -
       Volkholz, a.a.O.;  Eisner, a.a.O.;  Tabelle 3 im Anhang zu diesem
       Aufsatz.
       28) Vgl. Tabelle 2 im Anhang.
       29) Michael Schumann, Bestandsaufnahme, Analyse und Entwicklungs-
       trends im Produktionsbereich. In: Vetter (Hrsg.), a.a.O., S. 44.
       30) Vgl. Theodor Hettinger, Stärker belastet als ein Fußballstar.
       In: Der Gewerkschafter 5/1971.
       31) Karl Marx,  Das Kapital.  Erster Band. In: Marx/Engels, Werke
       Bd. 23. Berlin 1966, S. 433.
       32) Siehe Dähne/Priester, a.a.O., S. 26.
       33) Vgl. zu  den folgenden  Ausführungen: Bayerisches Staatsmini-
       sterium für  Arbeit und  Sozialordnung (Hrsg.), Wo drückt uns der
       Schuh? Arbeitnehmer  in Bayern  beurteilen ihre Arbeitswelt. Mün-
       chen o.J. (1976).
       34) Aus den  Infas-Daten in  Tabelle 3 ergibt sich ein prozentual
       kleinerer Kreis  durch  "Zwangshaltung"  Betroffener.  Allerdings
       liegt der Anteil bei den Arbeitern allein mit 13 Prozent deutlich
       über dem  Durchschnitt für  alle  Erwerbstätigen.  (Vgl.  Eisner,
       a.a.O., S. 21.)
       35) Siehe dazu: Frauen und Arbeit 2"3/1974, S. 11 ff.
       36) Vgl. Bayerisches  Staatsministerium für Arbeit und Sozialord-
       nung, a. a. O., S. 38 ff.
       37) Siehe Verband  der Metallindustrie Baden-Württemberg (Hrsg.),
       Untersuchung zur  menschengerechten Arbeitsgestaltung.  Stuttgart
       1977 (vervielf. Manuskr.).
       38) Vgl. Kaspar  Maase, Arbeitszeit - Freizeit - Freizeitpolitik.
       (IMSF-Informationsbericht 27.)Frankfurt/M. 1976, S. 24.
       39) Ebenda, S. 27.
       40) Marx, a.a.O., S. 665.
       41) Ulrich Mergner,  Tendenzen der  Belastungsenrwicklung in  der
       industriellen Arbeit.  Aspekte des  Verhältnisses von  Arbeit und
       Gesundheit. In:  Medizinsoziologische Mitteilungen (Frankfurt/M.)
       3/1978, S. 22.
       42) Vgl. zum  folgenden Abschnitt Dähne/Priester, a. a. O., S. 79
       ff.; Klaus  Priester, Zur  Entwicklung der  Arbeitsunfälle in der
       Bundesrepublik. Ergebnisse einer Analyse der amtlichen Unfallsta-
       tistik. In:  Jahrbuch für  kritische Medizin,  Band 3. (Argument-
       Sonderband 27). Berlin (West) 1978. S. 131-151.
       43) Siehe dazu  etwa Hans-Ulrich  Deppe, Medizinische Soziologie.
       Aspekte einer  neuen Wissenschaft. Frankfurt/M. 1978, S. 91; Karl
       Böker, Entwicklung  und Ursachen des Krankenstandes der westdeut-
       schen Arbeiter. In: Das Argument 69/1971, bes. S. 911 ff.
       44) Vgl. dazu  genauer Priester,  Zur Entwicklung  der Arbeitsun-
       fälle in der Bundesrepublik, a.a.O., S. 140 ff.
       45) Diese beiden Vergleichsjahre wurden deshalb gewählt, weil sie
       Krisentiefpunkte markieren.
       46) Reinhold Konstanty / Edeltraut Remmel, Arbeitsunfälle und ar-
       beitsbedingte Erkrankungen.  In: Rolf Kasiske (Hrsg.), Gesundheit
       am Arbeitsplatz. Reinbek 1976, S. 69.
       47) Ebenda.
       48) Vgl. dazu  Peter Thoma,  Arbeit und  Krankheit. In:  Brigitte
       Geißler /  Peter Thoma  (Hrsg.), Medizinsoziologie.  Frankfurt/M.
       "New York  1975, S. 129; Konstanty / Remmel, a.a.O., S. 79 f. Auf
       die Bedeutung  psychischer Erkrankungen  durch den  Arbeitsprozeß
       verweist auch  Christa Rebell,  Sozialpsychiatrie  in  der  Indu-
       striegesellschaft.  Arbeitsbedingungen,  psychische  Erkrankungen
       und psychiatrische Versorgung. Frankfurt/M. - New York 1976, bes.
       S. 73-104.
       49) Vgl. Arbeits-  und sozialstatistische Mitteilungen 5/1975, S.
       157.
       50) Vgl. Anmerkung a zu Tabelle 12 im Anhang.
       51) Zur Berechnung von Frühinvaliditätsraten sind jedoch noch an-
       dere Methoden  möglich, die  hier aber  nicht im einzelnen ausge-
       breitet werden können. Allerdings stoßen solche Berechnungsversu-
       che auf  Datenlücken. Vgl.  dazu Jobst Ricke / Wilfried Karmaus /
       Ruth Höh, Ftühinvalidität - Arbeiterschicksal? Medizinalstatisti-
       sche Ergebnisse  über den  Einfluß sozioökonomischer Faktoren auf
       Gesundheit und  Krankheit am  Beispiel der  Frühinvalidität.  In:
       Jahrbuch für kritische Medizin, Band 2. (Argument-Sonderband 17),
       Berlin (West) 1977, S. 149.
       52) Berechnet nach  Arbeits- und Sozialstatistik, Hauptergebnisse
       1977. O.O.u.J., S. 127.
       53) Berechnet nach ebenda.
       54) Vgl. Dähne/Priester, a.a.O., S. 110.
       55) Karl Marx, Rede auf der Jahresfeier des "People's Paper". In:
       Marx/Engels, Werke Bd. 12. Berlin 1963, S. 3 f.
       

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