Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 03/1980


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       DAS INSTITUT FÜR MARXISMUS-LENINISMUS BEIM ZENTRALKOMITEE
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       DER SOZIALISTISCHEN EINHEITSPARTEI DEUTSCHLANDS (IML)
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       Wolfgang Arlt
       
       I. Entstehung,  Aufgaben und Entwicklung bis Ende der 60erJahre -
       II. Zur  Tätigkeit in den 70erJahren und zu den nächsten Aufgaben
       - III. Wichtige Institutsinstitutionen - Die Institutszeitschrift
       - Das  Zentrale Parteiarchiv  (ZPA) -  Die Bibliothek  - Zentral-
       stelle für  Information und  Dokumentation zur Geschichte der Ar-
       beiterbewegung und zur Marx-Engels-Forschung - Internationale Be-
       ziehungen.
       
       I. Entstehung, Aufgaben und Entwicklung bis Ende der 60er Jahre
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       Die Gründung des Instituts für Marxismus-Leninismus beim Zentral-
       komitee der  SED geht  auf einen Beschluß des Zentralsekretariats
       des Parteivorstandes  der SED  vom 29.  März 1949 zurück. Nachdem
       entsprechende Voraussetzungen geschaffen waren, nahm es als Marx-
       Engels-Lenin-Institut noch  im Herbst  des gleichen  Jahres seine
       Tätigkeit auf.  Entscheidende Impulse für die Gründung des Insti-
       tuts gingen  von der  1. Parteikonferenz  der SED  im Januar 1949
       aus. Sie  legte fest,  die ideologische  Arbeit der  SED in  drei
       Richtungen zu  entwickeln: erstens  den  Marxismus-Leninismus  an
       Hand der Werke der Klassiker des Marxismus-Leninismus und der Ge-
       schichte der KPdSU gründlich zu studieren; zweitens sich kritisch
       mit der  Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, besonders mit
       der Politik der sozialdemokratischen Partei, auseinanderzusetzen;
       und drittens  das Studium der Erfahrungen der internationalen Ar-
       beiterbewegung, vor allem der Entwicklung der Länder, die den Weg
       zum Sozialismus  beschulten, systematischer zu betreiben. 1) Dem-
       zufolge erhielt das Institut, das als Forschungsinstitut der Par-
       tei geschaffen  wurde, den  Auftrag, die  entsprechenden  wissen-
       schaftlichen Grundlagen  zur Verfügung  zu stellen. Die Hauptauf-
       gabe bestand  darin, die  Herausgabe der  Werke der Klassiker des
       Marxismus-Leninismus zu besorgen. 2)
       Als im Jahre 1949 eine kleine Gruppe erfahrener marxistischer Ge-
       sellschaftswissenschaftler ,  vor allem  Philosophen,  Historiker
       und Ökonomen  sowie Redakteure  ihre Arbeit  im Institut aufnahm,
       setzte sie  die bereits  nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte Her-
       ausgabe von Werken der Begründer des wissenschaftlichen Kommunis-
       mus systematisch  fort. Unschätzbaren  Wert für  die erfolgreiche
       Tätigkeit des Instituts hat die Übermittlung der jahrzehntelangen
       umfangreichen Erfahrungen  des Instituts für Marxismus-Leninismus
       beim Zentralkomitee  der KPdSU  in Moskau,  zu dem  von Anfang an
       eine enge Zusammenarbeit hergestellt wurde. Ob es sich um die Er-
       fahrungen auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Edition der Werke
       der Klassiker  handelte, um die Übergabe der Redaktionsunterlagen
       der vom  Institut für  Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU be-
       sorgten Ausgaben der Werke der Klassiker des Marxismus-Leninismus
       für die Vorbereitung und Herausgabe der deutschen Ausgaben dieser
       Werke, oder  ob es  sich um  die Vermittlung  von Erfahrungen zur
       Entwicklung der Forschungsarbeit, um die Beschaffung deutschspra-
       chiger Literatur und anderer Quellen zur Geschichte der deutschen
       und der internationalen Arbeiterbewegung handelte, stets war sich
       das Institut der Hilfe des Moskauer Bruderinstituts gewiß.
       Von besonderer Bedeutung für die Entwicklung war der Beschluß der
       7. Tagung  des ZK der SED vom 20. Oktober 1951 über "Die wichtig-
       sten ideologischen  Aufgaben der  Partei" .  Mit diesem  Beschluß
       wurden die  Aufgaben des  Instituts präzisiert und wesentlich er-
       weitert.
       Das ZK  der SED beauftragte das Institut, in enger Zusammenarbeit
       mit dem  Dietz-Verlag Berlin die Werke W.I. Lenins auf der Grund-
       lage der  4. russischen Ausgabe herauszugeben. Der Beschluß legte
       ferner fest,  die nach  1945 noch  nicht erschienenen Einzelwerke
       von Marx  und Engels  zu veröffentlichen.  Zugleich erteilte  das
       Zentralkomitee den  Auftrag, mit der wissenschaftlichen Ausarbei-
       tung der  Geschichte der  deutschen Arbeiterbewegung zu beginnen.
       3) Diese Aufgabe gewann noch an Bedeutung, nachdem die 2. Partei-
       konferenz der  SED im Juli 1952 beschloß, nunmehr in allen Berei-
       chen der  Gesellschaft in  der DDR die Grundlagen des Sozialismus
       zu errichten.  Davon ausgehend,  übertrug das  Politbüro der  SED
       1953 dem  Institut die Aufgabe, sich der Erforschung und Darstel-
       lung der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung zuzuwenden. Es
       ging vor  allem darum,  durch die  Veröffentlichung von Reden und
       Schriften führender  Persönlichkeiten und  von Dokumenten der Ar-
       beiterbewegung hierfür  entsprechende  Quellengrundlagen  zu  er-
       schließen. Noch  im gleichen  Jahr faßte  das Politbüro  den  Be-
       schluß, durch  das Institut die 40bändige Marx-Engels-Werkausgabe
       in deutscher  Sprache auf  der Grundlage  der zweiten  Ausgabe in
       russischer Sprache  zu besorgen. Damit waren die Aufgaben des In-
       stituts für eine weite Perspektive abgesteckt.
       Nachdem 1955  die ersten  Bände der Lenin-Werkausgabe erschienen,
       konnte nach langjähriger und angestrengter Arbeit 1965 die Veröf-
       fentlichung der  40bändigen Werkausgabe abgeschlossen werden. Lag
       die erste  Auflage jedes  Bandes zwischen 30 000 und 50 000 Exem-
       plaren, so sind von allen Bänden inzwischen Nachauflagen erschie-
       nen, so daß heute von jedem Band bis zu 300 000 Exemplare vorlie-
       gen.
       Noch 1953  wurde mit  der Arbeit  zur Herausgabe  der  40bändigen
       Marx-Engels-Werkausgabe begonnen,  1956 erschien  der erste Band,
       1968 konnte  die Herausgabe abgeschlossen werden. Damit liegt die
       bisher umfassendste Veröffentlichung des literarischen Nachlasses
       der Begründer  des wissenschaftlichen  Kommunismus  in  deutscher
       Sprache
       vor.
       Mit dem Beginn der systematischen Erforschung und Darstellung der
       Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung im Jahre 1953 durch das
       Institut ging  die SED  dazu über, die Erfahrungen und Lehren aus
       der eigenen  Parteigeschichte und  aus den revolutionären Kämpfen
       der deutschen  Arbeiterklasse verstärkt  für die  Herausarbeitung
       eines auf der Grundlage des historischen Materialismus beruhenden
       Geschichtsbildes, für die Entwicklung des sozialistischen Bewußt-
       seins der Arbeiterklasse und aller anderen Werktätigen zu nutzen.
       Die ersten Schritte, um eine Geschichte der deutschen Arbeiterbe-
       wegung ausarbeiten  zu können, bestanden zunächst darin, die Edi-
       tion von  Quellen zur  Geschichte der  deutschen Arbeiterbewegung
       und der  revolutionären Partei  der Arbeiterklasse  vorzubereiten
       und dadurch  Grundlagen für die Forschungsarbeit zu schaffen. Die
       Quellenedition des  Instituts umfaßt seit dieser Zeit die Heraus-
       gabe von  Dokumenten aus der Geschichte der Partei und der Arbei-
       terbewegung, von  Reden und  Schriften führender Persönlichkeiten
       und von Erinnerungen der Veteranen der Arbeiterbewegung.
       Die erste größere Auswahl von Materialien zur Geschichte der Kom-
       munistischen Partei  Deutschlands erschien 1954 anläßlich des IV.
       Parteitages der  SED unter dem Titel "Zur Geschichte der Kommuni-
       stischen Partei  Deutschlands. Eine  Auswahl von  Materialien und
       Dokumenten aus  den Jahren  1914"1946". Ihr  folgte eine  mehrere
       Bände umfassende  Quellenpublikation unter  dem Titel  "Dokumente
       und Materialien  zur Geschichte  der deutschen Arbeiterbewegung",
       die weiter  vervollständigt wird. Insgesamt hat das Institut seit
       seinem Bestehen 46 Bände mit Dokumenten zur Geschichte der Partei
       sowie der  deutschen und internationalen Arbeiterbewegung heraus-
       gegeben.
       Unter den  Titeln "Unvergeßlicher Lenin", "Unter der roten Fahne"
       und "Vorwärts  und nicht  vergessen" erschienen  die ersten Bände
       mit Erinnerungen von Veteranen der Arbeiterbewegung. Heute liegen
       19  Titel  derartiger  Erinnerungsbände  vor.  Eine  umfangreiche
       Arbeit leistete und leistet das Institut durch die Herausgabe von
       Reden und Schriften hervorragender Persönlichkeiten der deutschen
       und der  internationalen Arbeiterbewegung.  Inzwischen liegen von
       mehr als 20 Persönlichkeiten ein- bzw. mehrbändige Ausgaben ihrer
       Arbeiten vor.
       Im engsten  Zusammenhang mit  der Quellenedition  und auf  dieser
       Grundlage entwickelte sich schrittweise die direkte wissenschaft-
       liche  Forschungsarbeit   zur  Geschichte  der  Arbeiterbewegung.
       Zunächst wurden einzelne Probleme und Aktionen der revolutionären
       Arbeiterbewegung sowie  bestimmte Höhepunkte  im Kampf der Partei
       untersucht und  dargestellt. So  erschienen zum  Beispiel Studien
       zur Geschichte  des Bundes der Kommunisten, zur Herausbildung der
       Eisenacher Partei,  über den  Kampf der  revolutionären deutschen
       Sozialdemokratie gegen das Sozialistengesetz, über den Kampf Karl
       Liebknechts gegen  den imperialistischen Krieg, über Probleme der
       Novemberrevolution 1918/1919,  zu Fragen  der Entstehung der KPD,
       der Märzkämpfe  1921, des Kampfes der deutschen Arbeiterklasse um
       die Enteignung  der Fürsten,  des antifaschistischen Widerstands-
       kampfes der  KPD und zur Geschichte des Vereinigungsprozesses von
       KPD und  SPD zur  SED. Es  folgten  umfassendere  Forschungen  zu
       Grundproblemen der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, wo-
       bei die  Erforschung und Darstellung der Geschichte der Arbeiter-
       bewegung nach  1945 und  damit der  Geschichte der  SED ein immer
       größeres Gewicht  erhielt. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbei-
       ten fanden  ihren Niederschlag  in zahlreichen  Monographien  und
       Biographien. In  den fünfziger  Jahren wurden auch erste Schritte
       zur Erforschung  von Problemen  der internationalen Arbeiterbewe-
       gung getan und verstärkt die gemeinsamen Kampftraditionen von KPD
       und KPdSU Gegenstand der Forschung und Edition.
       Die erste  Zusammenfassung der Forschungen zur Geschichte der Ar-
       beiterbewegung bis Anfang der sechziger Jahre erfolgte in der auf
       Beschluß der 16. Tagung des Zentralkomitees der SED vom Juni 1962
       erarbeiteten achtbändigen "Geschichte der deutschen Arbeiterbewe-
       gung", die  1966 erschien.  An der Erarbeitung waren neben Mitar-
       beitern des  Instituts für  Marxismus-Leninismus beim  ZK der SED
       auch Historiker  anderer Institute beteiligt. Dieses Werk ist die
       erste zusammenfassende  marxistisch-leninistische Darstellung der
       Geschichte der  deutschen Arbeiterbewegung von ihren Anfängen bis
       zu den 60er Jahren unseres Jahrhunderts.
       Es spiegelt  den Anfang  der sechziger Jahre erreichten Stand der
       Erkenntnisse wider  und machte zugleich deutlich, welche Probleme
       der Geschichte der Arbeiterbewegung und besonders der KPD und der
       SED noch  tiefgründiger wissenschaftlich  untersucht  und  darge-
       stellt werden  mußten. In  Ergänzung zu diesem Geschichtswerk er-
       schien 1967 ein dreibändiges Nachschlagwerk "Geschichte der deut-
       schen Arbeiterbewegung. Chronik".
       
       II. Zur Tätigkeit in den 70er Jahren und zu den nächsten Aufgaben
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       Zu Beginn  der 70er Jahre leitete der VIII. Parteitag der SED mit
       seinen Beschlüssen  auch einen  neuen Abschnitt  in  der  gesell-
       schaftswissenschaftlichen Forschung  und damit  in der  Tätigkeit
       des Instituts ein. Er stellte die Aufgabe, in der DDR die entwic-
       kelte sozialistische Gesellschaft zu gestalten.
       Erstmalig wurden  die  grundlegenden  Aufgaben  für  die  gesell-
       schaftswissenschaftliche Forschung  und damit auch für die Tätig-
       keit und die Verantwortung des Instituts in einem "Zentralen For-
       schungsplan der  Gesellschaftswissenschaften  der  DDR  1971  bis
       1975" formuliert, den das Politbüro des ZK der SED im Januar 1972
       bestätigte. 4)
       Das Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED wurde Leit-
       institut für  die Marx-Engels-Forschung und die geschichtswissen-
       schaftlichen Forschungen in der DDR. Zur Leitung dieser Tätigkeit
       wurden am Institut der Wissenschaftliche Rat für die Marx-Engels-
       Forschung der  DDR und  der Rat für Geschichtswissenschaft gebil-
       det. In  diesem Zusammenhang gewann die Qualifizierung der Mitar-
       beiter wachsende  Bedeutung. Auf  Anordnung des Ministers für das
       Hoch- und  Fachschulwesen wurde  dem Institut das Promotionsrecht
       übertragen.
       Angesichts der  Tatsache, daß  sich der  Marxismus-Leninismus zur
       einflußreichsten Ideologie  der Gegenwart  entwickelt hat  und in
       den sozialistischen Ländern die Weltanschauung der Arbeiterklasse
       zur herrschenden  Ideologie geworden  ist, wurde die Veröffentli-
       chung des  gesamten literarischen  Nachlasses der  Begründer  des
       wissenschaftlichen Kommunismus  zu einer  bedeutenden politischen
       und wissenschaftlichen  Aufgabe. Gleichzeitig waren die jahrzehn-
       telangen Forschungsarbeiten  sowjetischer  Wissenschaftler  sowie
       die Forschungen  marxistisch-leninistischer Wissenschaftler ande-
       rer Länder, vor allem in den sozialistischen Staaten, darunter in
       der DDR,  eine wesentliche  Voraussetzung, um  eine so verantwor-
       tungsvolle, umfassende  und komplizierte  Aufgabe in  Angriff  zu
       nehmen und  durchzuführen. Aufgrund  gemeinsamer  Beschlüsse  der
       Zentralkomitees der  KPdSU und  der SED  wurden die Institute für
       Marxismus-Leninismus beim  Zentralkomitee der  KPdSU und  der SED
       beauftragt,  die  historisch-kritische  Marx-Engels-Gesamtausgabe
       (MEGA) vorzubereiten  und durch den Dietz-Verlag Berlin zu veröf-
       fentlichen. 5) Die Lösung dieser Aufgabe steht seitdem im Mittel-
       punkt der Marx-Engels-Forschung in der DDR.
       Durch die  Herausgabe des  Marx-Engels-Jahrbuches, dessen dritter
       Band demnächst  erscheint, wird  der Leser mit Grundproblemen der
       Marx-Engels-Forschung vertraut gemacht, kann er tiefer in die Ge-
       schichte und Problematik einzelner Werke eindringen. Hier wird er
       auch über  Nachträge zu  bereits erschienenen  MEGA-Bänden infor-
       miert. Der  raschen Verbreitung der Ergebnisse der MEGA-Forschung
       dienen auch die 1977 erstmalig erschienenen Beiträge zur Marx-En-
       gels-Forschung, von denen bisher 5 Hefte vorliegen.
       Wenn auch im Mittelpunkt der Marx-Engels-Forschung und -Edition -
       in engster  Zusammenarbeit mit  Wissenschaftlern der Akademie der
       Wissenschaften der DDR, von Universitäten und Hochschulen der DDR
       - die Arbeit an der MEGA steht, so wurde doch auch die allgemeine
       Marx-Engels-Edition weiter fortgesetzt. Die 40bändige Werkausgabe
       wird durch  Ergänzungsbände komplettiert,  einzelne Bände  werden
       überarbeitet und  neu herausgegeben.  Von 1970  bis 1972 erschien
       die Ausgabe  "Karl Marx/Friedrich  Engels: Ausgewählte  Werke  in
       sechs Bänden".  Mit der  Herausgabe eines Sachregisters für diese
       Bände steht dem Leser ein Hilfsmittel zur Erschließung zur Verfü-
       gung. Außerdem  wurden einige  thematische Bände  erarbeitet.  So
       wurde beispielsweise  in Zusammenarbeit mit dem Moskauer Institut
       1975 ein  Band zum Thema "Revolutionäres Parteiprogramm - revolu-
       tionäre  Arbeitereinheit"  zum  100.  Jahrestag  der  Kritik  von
       Kar/Marx und  Friedrich Engels am Gothaer Programmentwurf heraus-
       gebracht. In Gemeinschaftsarbeit mit Wissenschaftlern der Univer-
       sität Halle  entstand die  von einem Autorenkollektiv erarbeitete
       Monographie zum  Thema "Das Elend der Marxologie". Demnächst wer-
       den die  Monographien "Marx  und Engels über die historische Mis-
       sion der  Arbeiterklasse und ihre revolutionäre Partei - Ein Bei-
       trag zur Auseinandersetzung mit der Marx-Engels-Verfälschung" und
       "Marx und  Engels über  Sozialismus und  Kommunismus" erscheinen.
       Weitere biographische Publikationen über Marx und Engels sind ge-
       plant.
       Bis 1985  werden etwa  20 weitere  Bände der MEGA erscheinen, die
       Bände 4  bis 8  des Marx-Engels-Jahrbuches,  ein Sachregister für
       die Marx-Engels-Werkausgabe und weitere Studien über die Entwick-
       lungstendenzen der Marx-Engels-Verfälschung in der Gegenwart.
       In der  Lenin-Edition wurde  in den  70er Jahren  die Werkausgabe
       weiter vervollständigt.  Als gesonderte Reihe begann das Institut
       1969 mit  der Herausgabe  der Bände  46 bis  55 der 5. russischen
       Ausgabe unter dem Titel "Lenin. Briefe". Mit der Veröffentlichung
       des Bandes X der Briefe Lenins wurde sie 1977 abgeschlossen. 1970
       und 1971  erschien die  Ausgabe "W.I. Lenin: Ausgewählte Werke in
       sechs Bänden".  Zur besseren  Erschließung wurde ein Sachregister
       zusammengestellt.
       Neben den  Werkausgaben gab  das Institut eine Reihe von themati-
       schen Bänden  mit Arbeiten  Lenins zu Grundfragen der Politik der
       Partei, des sozialistischen Aufbaus und des Kampfes gegen den Im-
       perialismus heraus.  Diese Tätigkeit  wird fortgesetzt. Anläßlich
       des 110.  Geburtstages W.I.  Lenins hat  das Institut einen Text-
       Bild-Band zum Thema "Lenin in Deutschland" herausgegeben. Er gibt
       dem  Leser  näheren  Aufschluß  über  die  Verbindung  Lenins  zu
       Deutschland und der deutschen Arbeiterbewegung.
       Mit der  Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft
       in der  DDR erwuchsen  der Geschichtswissenschaft  ebenfalls neue
       Aufgaben. Die  Historiker, besonders  die Parteihistoriker, waren
       aufgefordert, die  geschichtlichen Zusammenhänge noch gründlicher
       zu erfassen  und vor  allem die großen revolutionären Traditionen
       des Kampfes  der Volksmassen,  besonders der Arbeiterklasse unter
       Führung ihrer  revolutionären Partei zu erforschen und darzustel-
       len. Nach  mehrjährigen umfassenden Vorarbeiten eines großen Kol-
       lektivs von Mitarbeitern, darunter vieler Wissenschaftler des In-
       stituts für  Marxismus-Leninismus beim  ZK der  SED, konnte  1974
       eine umfangreiche  Arbeit zur Geschichte des deutschen Volkes un-
       ter dem  Titel "Klassenkampf  - Tradition  - Sozialismus. Von den
       Anfängen der  Geschichte des  deutschen Volkes bis zur Gestaltung
       der entwickelten  sozialistischen Gesellschaft.  Grundriß" vorge-
       legt werden.  Inzwischen ist  dieses Werk in einer durchgesehenen
       und bis zum IX. Parteitag der SED erweiterten 2. Auflage mit ver-
       ändertem Titel "Grundriß der deutschen Geschichte. Von den Anfän-
       gen der  Geschichte des  deutschen Volkes  bis zur Gestaltung der
       entwickelten sozialistischen  Gesellschaft in der Deutschen Demo-
       kratischen Republik.  Klassenkampf. Tradition.  Sozialismus"  er-
       schienen.
       Im Mittelpunkt  der Forschungen  zur Geschichte der deutschen Ar-
       beiterbewegung vor  1945 standen Untersuchungen und Darstellungen
       des Kampfes und der Rolle der KPD für die Aneignung und Durchset-
       zung des  Leninismus in  der deutschen  Arbeiterbewegung und  die
       Ausarbeitung des Weges der Arbeiterklasse zur Macht, insbesondere
       in den Jahren des illegalen Kampfes gegen den Faschismus. Im Zen-
       trum der  Forschungen für  die Zeit nach 1945 stand die Vorberei-
       tung und  Herausgabe der  "Geschichte der SED. Abriß", die Anfang
       1978 erschienen  ist. Erstmalig  liegt nunmehr  eine geschlossene
       Darstellung der Entwicklung der SED, ihres Kampfes um die antifa-
       schistisch-demokratische Umwälzung,  um die  Durchführung der so-
       zialistischen Revolution und die Schaffung der Grundlagen des So-
       zialismus und  um die Gestaltung der entwickelten sozialistischen
       Gesellschaft vor.
       Weitere Veröffentlichungen  vervollständigen das  Bild der Tätig-
       keit des  Instituts. So  erschien 1974  der Bildband "Mit der So-
       wjetunion für  immer fest verbunden", 1976 der Band "Die Vereini-
       gung von  KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutsch-
       lands in  Bildern und  Dokumenten" und 1978 die "Illustrierte Ge-
       schichte der  deutschen Novemberrevolution  1918/1919" · Im glei-
       chen Jahr gab das Institut das Buch "Erich Honecker . Skizze sei-
       nes politischen  Lebens" heraus,  in dem  der Weg Erich Honeckers
       von einem Funktionär des Kommunistischen Jugendverbandes Deutsch-
       lands bis  zum Generalsekretär  der SED gezeigt wird und wichtige
       Entwicklungsetappen seines  Lebens und  Wirkens  in  untrennbarer
       Verbindung mit der Geschichte der SED dargestellt werden.
       Die Erforschung  und Darstellung von Problemen der Geschichte der
       internationalen Arbeiterbewegung erhält zunehmendes Gewicht. Des-
       halb wurde  Vorjahren am  Institut ein spezieller Bereich für die
       Erforschung der  Geschichte der  internationalen Arbeiterbewegung
       geschaffen und die Arbeit auf diesem Gebiet wesentlich verstärkt.
       Dabei stehen  Forschungen über die Durchsetzung des Leninismus in
       der Kommunistischen  Internationale, zur Entwicklung einer marxi-
       stisch-leninistischen Strategie, vor allem zur Gewinnung der Mas-
       sen, im  Vordergrund. Gleichzeitig  werden jedoch  Vorbereitungen
       getroffen, künftig intensiver über Grundfragen der Geschichte der
       Arbeiterbewegung der  sozialistischen Länder zu forschen. Es geht
       darum, historische  Aspekte der wachsenden Zusammenarbeit der so-
       zialistischen Staatengemeinschaft und der Rolle der KPdSU in die-
       sem gesetzmäßigen Entwicklungsprozeß näher zu untersuchen.
       Im Jahre  1974 erschien  ein Band  mit Studien zur Geschichte der
       Kommunistischen Internationale.  1975 gab das Institut die Arbeit
       "Einheit im  Kampf gegen  Faschismus und  Krieg! Der VII. Kongreß
       der KI 1935" heraus. Im gleichen Jahr veröffentlichte das IML die
       Schrift "Die  Analyse des Faschismus durch die Kommunistische In-
       ternationale".
       Gegenwärtig wird  ein Band  mit Bildern  und Materialien über das
       weltweite Wirken  der Kommunistischen Internationale von 1919 bis
       1943 für Frieden, Demokratie, nationale Befreiung und Sozialismus
       vorbereitet. Demnächst erscheint ein Band über "Die Arbeiterbewe-
       gung europäischer  Länder im Kampf gegen Faschismus und Kriegsge-
       fahr in  den 20er  und 30er Jahren", an dem Autoren verschiedener
       Länder mitgearbeitet  haben. Ein ähnlicher Band wird über die Zu-
       sammenarbeit kommunistischer und Arbeiterparteien sozialistischer
       Länder für Frieden und Sicherheit von 1945 bis zur Gegenwart vor-
       bereitet.
       Mit der  Veröffentlichung der  Ernst-Thälmann-Biographie im Jahre
       1979 setzte  das Institut die seit Jahren erfolgte Herausgabe von
       Biographien bedeutender  Führer der deutschen und internationalen
       Arbeiterbewegung fort.  Nach  den  Biographien  über  Karl  Marx,
       Friedrich Engels,  Rosa Luxemburg,  Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl
       und über andere Persönlichkeiten liegt nun erstmalig eine wissen-
       schaftliche Darstellung  des Lebens  und Wirkens  Ernst Thälmanns
       vor.
       Das Institut  für Marxismus-Leninismus ist auch für die theoreti-
       sche, konzeptionelle und methodologische Anleitung der Arbeit zur
       Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung, zur Regionalgeschichte
       und zur  Betriebsgeschichte in der DDR verantwortlich. Im Mittel-
       punkt dieser Forschungsarbeit stehen die revolutionären Traditio-
       nen der  Arbeiterbewegung im jeweiligen Territorium bzw. Betrieb,
       wobei schon seit Jahren der Erforschung des revolutionären Umwäl-
       zungsprozesses nach  1945 in Bezirken, Kreisen und Großbetrieben,
       vor allem der Geschichte von Bezirks- und Kreisparteiorganisatio-
       nen der  Partei der  Arbeiterklasse als  Teil der  Geschichte der
       SED, große Aufmerksamkeit geschenkt wird.
       Auf dem  Gebiet der  Parteigeschichte werden  die Forschungen bis
       Mitte der  achtziger Jahre auf die umfassende Darstellung der Ge-
       schichte der  marxistisch-leninistischen Partei der deutschen Ar-
       beiterklasse konzentriert.  Sie werden  die Entwicklung  von Marx
       und Engels,  dem Bund der Kommunisten, bis zum Beginn der achtzi-
       ger Jahre unseres Jahrhunderts umfassen.
       Seit einigen Jahren beschäftigt sich das Institut auch mit Grund-
       fragen des wissenschaftlichen Kommunismus. Hier geht es vor allem
       um Forschungen zur Entwicklung der Theorie des Sozialismus in Be-
       schlüssen und  Dokumenten der  SED sowie  um die Untersuchung be-
       stimmter Seiten der Entwicklung der sozialistischen Lebensweise.
       Faßt man  die Forschungsgebiete,  mit denen sich das Institut für
       Marxismus-Leninismus beim  Zentralkomitee der  SED befaßt, zusam-
       men, so  ergeben sich folgende Bereiche: Geschichte der deutschen
       Arbeiterbewegung von den Anfängen bis 1945; Geschichte der Sozia-
       listischen Einheitspartei  Deutschlands; Geschichte der örtlichen
       Arbeiterbewegung und  Betriebsgeschichte; Geschichte der interna-
       tionalen Arbeiterbewegung,  Marx-Engels-Forschung  und  -Edition,
       Edition der  Werke W. I. Lenins und Forschungen zum wissenschaft-
       lichen Kommunismus.
       
       III. Wichtige Institutsinstitutionen
       ------------------------------------
       
       Die Institutszeitschrift
       ------------------------
       
       In dem  Maße, wie  sich die Forschungen zur Geschichte der Arbei-
       terbewegung entwickelten,  wurde es notwendig, die Ergebnisse ra-
       scher der  Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diesem Ziel dient
       die seit  1959  herausgegebene  Zeitschrift  des  Instituts,  die
       zunächst unter  dem Titel  "Beiträge zur Geschichte der deutschen
       Arbeiterbewegung"  (BzG)   erschien  und   seit  1969  den  Titel
       "Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung" trägt.
       Die Institutszeitschrift  propagiert revolutionäre Kampftraditio-
       nen der  deutschen und  der internationalen  Arbeiterbewegung und
       publiziert neue  Forschungsergebnisse. Durch Veröffentlichung von
       Artikeln zu  Grundfragen  der  geschichtswissenschaftlichen  For-
       schung und  der Marx-Engels-Forschung,  zu Grundproblemen der Ge-
       schichte der KPD und der SED, über den proletarischen Internatio-
       nalismus, zur  Geschichte der KI und zur Entwicklung der kommuni-
       stischen Weltbewegung  nimmt die  BzG orientierenden  Einfluß auf
       die geschichtswissenschaftliche Forschung in der DDR.
       Ein besonderes  Anliegen der  Zeitschrift besteht darin, die Aus-
       einandersetzung mit  imperialistischen Geschichtsfälschungen  und
       dem rechten  und "linken"  Opportunismus zu  führen, kritisch die
       Geschichte der  SPD zu betrachten und die Wirkung der Politik der
       rechten sozialdemokratischen  Führer in der deutschen Arbeiterbe-
       wegung zu behandeln.
       
       Das Zentrale Parteiarchiv (ZPA)
       
       Gründung und Entwicklung des Instituts waren mit dem Aufbau eines
       historischen Archivs verbunden. In den ersten Jahren der Existenz
       des Instituts  noch im Rahmen der Bibliothek mit der Sammlung or-
       ganisationseigener Schriftstücke  und anderer Materialien von Or-
       ganisationen der  Arbeiterbewegung befaßt,  entwickelte sich  das
       Archiv im  Zusammenhang mit Forschungen zur Geschichte der Arbei-
       terbewegung und dem Anwachsen seiner Bestände immer mehr zu einer
       Abteilung des  Instituts. Seit 1963 ist es das Zentrale Parteiar-
       chiv der  SED (ZPA).  Es ist die bedeutendste Aufbewahrungsstelle
       der organisationseigenen  archivalischen Quellen  der  Geschichte
       der deutschen Arbeiterbewegung.
       Das ZPA  sammelt alle dokumentarischen und sonstigen Materialien,
       die vor  1945 in den politischen Organisationen der deutschen Ar-
       beiterbewegung, vor allem in KPD und SPD, entstanden sind. In ihm
       befinden sich  das archivwürdige Dokumentationsgut des Zentralko-
       mitees der  KPD und  des Zentralausschusses  der SPD aus der Zeit
       vom Juni  1945 bis  zur Gründung der SED im April 1946, das Doku-
       mentationsgut des  Parteivorstandes bzw.  des Zentralkomitees der
       SED und  historisch wertvolle Nachlaßteile verstorbener führender
       Persönlichkeiten der  deutschen  Arbeiterbewegung.  Das  ZPA  ist
       zugleich die  einzige Aufbewahrungsstätte  der Dokumente von Karl
       Marx und Friedrich Engels in der DDR. Außerdem sammelt das Archiv
       Erinnerungen führender Funktionäre der Partei.
       Die wichtigsten  Aufgaben des  Parteiarchivs bestehen  darin, das
       Archiv- und  Dokumentationsgut für  die Forschung zu erschließen,
       Erinnerungen und  Dokumente zur  Geschichte der deutschen und der
       internationalen Arbeiterbewegung  zu veröffentlichen  und die bei
       den Bezirksleitungen  der  SED  bestehenden  Bezirksparteiarchive
       wissenschaftlich-methodisch anzuleiten.
       
       Die Bibliothek
       --------------
       
       In mehr  als 30  Jahren ist die Bibliothek mit ihren über 300 000
       Büchern und  Broschüren und ihrem großen Bestand an Zeitungen und
       Zeitschriften zu  einer der bedeutendsten Spezialbibliotheken auf
       dem Gebiet  des Marxismus-Leninismus und der Geschichte der deut-
       schen und  internationalen Arbeiterbewegung geworden. Sie ist Ar-
       chivbibliothek der  SED. In  ihr finden sich Bestände aus der Tä-
       tigkeit der I. Internationale und der Kommunistischen Internatio-
       nale sowie  eine nahezu  vollständige Sammlung aller deutschspra-
       chigen Ausgaben von Marx, Engels und Lenin, unter denen viele Ra-
       ritäten sind. Das Institut unterhält umfangreiche Tauschbeziehun-
       gen mit  Bibliotheken und wissenschaftlichen Instituten in sozia-
       listischen Ländern sowie in einigen kapitalistischen Staaten.
       Die Bibliothek  leistet umfangreiche  bibliographische  Arbeiten.
       Bereits seit  30 Jahren  erscheint regelmäßig  die  Bibliographie
       ausgewählter Buch-  und Zeitschriftenliteratur  zur Arbeiterbewe-
       gung, die  1950 erstmalig  als internationale  Bibliographie  der
       marxistischen Zeitschriftenliteratur herausgegeben wurde und seit
       1960 in  der Institutszeitschrift  veröffentlicht  wird.  Darüber
       hinaus publizierte  die Bibliothek  eine Reihe von Spezialbiblio-
       graphien.
       
       Zentralstelle für Information und Dokumentation zur Geschichte
       --------------------------------------------------------------
       der Arbeiterbewegung und zur Marx-Engels-Forschung
       --------------------------------------------------
       
       Aus den wachsenden Anforderungen und den Bedürfnissen der Wissen-
       schaftsbereiche, für die das Institut verantwortlich ist, erwuchs
       in den sechziger Jahren die Notwendigkeit, eine über die katalog-
       mäßige Erschließung  und über  die  bibliographische  Information
       hinausgehende wissenschaftliche Information für die wissenschaft-
       liche und  propagandistische Arbeit  zu entwickeln. Deshalb wurde
       der "Dokumentationsdienst zur Geschichte der Arbeiterbewegung und
       der Marx-Engels-Forschung"  geschaffen. Er  erscheint seit  Mitte
       1963 regelmäßig  in Karteiform.  Ausgewertet und referiert werden
       monographische Arbeiten und wichtige Zeitschriftenartikel zur Ge-
       schichte der  deutschen Arbeiterbewegung von den Anfängen bis zur
       Gegenwart, zur  Marx-Engels-Forschung, zu  den Beziehungen Lenins
       zur deutschen  Arbeiterbewegung und  zu den Beziehungen der deut-
       schen zur internationalen Arbeiterbewegung und ihren Organisatio-
       nen.
       Die Informations-  und Dokumentationsstelle  des  Instituts,  die
       seit Ende der 60er Jahre nicht mehr zur Bibliothek gehört, ist im
       System der  gesellschaftswissenschaftlichen Information und Doku-
       mentation in der DDR Zentralstelle für Information und Dokumenta-
       tion auf den Gebieten der Geschichte der Arbeiterbewegung und der
       Marx-Engels-Forschung in der DDR. In Kooperation mit der Zentral-
       stelle für  Information und  Dokumentation auf dem Gebiet der Ge-
       schichte am  Zentralinstitut für Geschichte der Akademie der Wis-
       senschaften der  DDR wurde  ein Thesaurus für Geschichte erarbei-
       tet, der  die Grundlage  für die  Speicherung der  Ergebnisse der
       Forschung auf diesem Gebiet bildet.
       
       Internationale Beziehungen
       --------------------------
       
       Im Verlaufe  seiner Geschichte haben sich die internationalen Be-
       ziehungen des Instituts entwickelt, mehr und mehr verbreitert und
       vertieft. Besonders  enge Beziehungen  unterhält das Institut für
       Marxismus-Leninismus beim ZK der SED mit dem Institut für Marxis-
       mus-Leninismus beim  ZK der  KPdSU. Über  viele Jahre  hinweg hat
       sich zwischen  beiden Instituten  eine enge wissenschaftliche Zu-
       sammenarbeit herausgebildet,  die heute  bis hin  zur Kooperation
       der Arbeit  beider Institute  auf verschiedenen Gebieten der For-
       schungsund Editionstätigkeit reicht. Dabei ist zweifellos die ge-
       meinsame Arbeit  an der MEGA das bedeutendste Objekt kooperativer
       Tätigkeit.
       Das Institut  arbeitet mit  folgenden anderen Instituten für Mar-
       xismus-Leninismus bzw.  für Parteigeschichte  der sozialistischen
       Länder eng zusammen:
       Institut für  Geschichte der  Bulgarischen Kommunistischen Partei
       beim ZK der BKP;
       Institut für Geschichte der Arbeiterbewegung Jugoslawiens und dem
       Institut für  Marxistische Studien  bei der  Akademie der Wissen-
       schaften Sloweniens;
       Institut für  Geschichte der kommunistischen Bewegung und der so-
       zialistischen Revolution  beim ZK  der Kommunistischen Partei Ku-
       bas;
       Institut für Parteigeschichte beim ZK der Mongolischen Revolutio-
       nären Volkspartei;
       Institut für  Grundprobleme des  Marxismus-Leninismus des  ZK der
       PVAP, Institut  für Arbeiterbewegung  der Hochschule  für Gesell-
       schaftswissenschaften beim  ZK der  PVAP und dem Zentralen Archiv
       des ZK der PVAP;
       Institut für historische und sozialpolitische Studien beim ZK der
       RKP;
       Institut für  Marxismus-Leninismus beim ZK der KPC und dem Insti-
       tut für Geschichte der Kommunistischen Partei der Slowakei;
       Institut für Parteigeschichte beim ZK der Ungarischen Sozialisti-
       schen Arbeiterpartei;
       Kommission für  die Erforschung  der Parteigeschichte beim ZK der
       Kommunistischen Partei Vietnams.
       Seit vielen  Jahren bestehen  enge Verbindungen zu Instituten und
       Kommissionen für  Parteigeschichte bei den Zentralkomitees kommu-
       nistischer und  Arbeiterparteien in  kapitalistischen Ländern und
       auch mit dem Institut für Marxistische Studien und Forschungen in
       Frankfurt/Main.
       Auf internationalen Konferenzen, Kolloquien, besonders Rundtisch-
       gesprächen usw.  im In- und Ausland wirkt das IML auf vielfältige
       Weise am  internationalen wissenschaftlichen Leben mit. Es unter-
       hält zahlreiche Kontakte zu marxistischen Wissenschaftlern und zu
       Spezialisten in der ganzen Welt.
       
       _____
       1) Vgl. Die nächsten Aufgaben der SED. In: Dokumente der SED, Bd.
       II, Berlin 1950, S. 183.
       2) Vgl. Bericht  des Parteivorstandes der SED an den III. Partei-
       tag der SED, Berlin 1950, S. 191 /192.
       3) Vgl. Dokumente der SED, Bd. III, Berlin 1952, S. 580.
       4) Vgl. Einheit, 1/1972, S. 169 ff.
       5) Zu Plan  und Methode  der MEGA  vgl.: Informationsberichte des
       IMSF, Nr.  24, Neuere Marx-Engels-Forschung, Frankfurt/Main 1976;
       sowie den Beitrag von E. Kundel/A. Malysch in diesem Band.
       

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