Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 03/1980


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       MONOPOLGRUPPEN UND STAAT
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       Christoph Butterwegge
       
       1. Problemstellung  - 2.  Zur  Entstehungs-  und  Entwicklungsge-
       schichte der  Monopolgruppentheorie -  3) Ökonomie und Politik im
       staatsmonopolistischen Kapitalismus  der BRD  - 4.  Zur Bedeutung
       der Monopolgruppentheorie  für die  marxistische Staatsdiskussion
       (Forschungsperspektiven)
       
       1. Problemstellung
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       Seit sich  um die  Jahrhundertwende das Ende des Kapitalismus der
       freien Konkurrenz abzeichnete, schenken Marxisten dem Monopol als
       der für  den Imperialismus konsumtiven Entwicklungsform des Kapi-
       talverhältnisses besondere  Aufmerksamkeit. Im  Übergang vom Kon-
       kurrenz- zum  Monopolkapitalismus veränderten  sich nicht nur die
       sozialökonomischen Rahmenbedingungen  der Tätigkeit  des Staates,
       vielmehr dieser  selbst, sein Verhältnis zur herrschenden Klasse,
       die tiefgreifenden Wandlungsprozessen unterworfen war. Seine Son-
       derstellung im Reproduktionsprozeß ermöglicht dem Monopol die Re-
       alisierung überdurchschnittlicher  Profite und macht seine Reprä-
       sentanten zur  dominanten Schicht der Bourgeoisie. Das Monopolka-
       pital ist  kein monolithischer  Machtblock, sondern  vielfach  in
       sich differenziert.  Die Monopolgruppentheorie  nahm sich  dieser
       Fraktionierungstendenzen, sofern sie in den Kernbereich der indu-
       striellen Großkonzerne  fielen, an  und versuchte,  Ursachen  und
       Wirkung ihrer  Entwicklung auf der Grundlage des historischen Ma-
       terialismus zu erfassen.
       Was die  wissenschaftliche Erklärung  der Machtübernahme des Hit-
       lerfaschismus 1933,  ihrer Wurzeln  in der Wirtschaftsentwicklung
       der Weimarer Republik und des Schuldanteils der deutschen Großin-
       dustrie (Widerlegung  der  Kollektivschuldthese,  Konkretisierung
       der Klassenschuldthese)  durch marxistische  Historiker betrifft,
       hat die  Monopolgruppentheorie während der Nachkriegszeit hervor-
       ragende Hilfsdienste  geleistet. Sie  ließ es  nicht bei der pau-
       schalen Charakterisierung  des imperialistischen  Staates als In-
       strument der  herrschenden Klasse bewenden, sondern markierte die
       mehrdimensionalen  Differenzierungs-  und  Polarisierungsprozesse
       innerhalb des Monopolkapitals, ihre Folgen für die staatliche Po-
       litik im  Einzelfall und  historische  Entwicklungstrends,  deren
       Gültigkeit teilweise bis in die Gegenwart reicht.
       Der vorliegende Beitrag stellt sich die Aufgabe, wichtige Aspekte
       der Monopolgruppentheorie in Erinnerung zu rufen, einige der Dis-
       kussionspositionen zu skizzieren und Verbindungslinien zur heuti-
       gen Staatsdiskussion herzustellen.
       Unser Erkenntnisinteresse  ist darauf gerichtet, die methodischen
       Prämissen und  Paradigmen der  Monopolgruppentheorie, sofern  sie
       sich nicht  dem staatsanalytischen  Zugriff entziehen, in die hi-
       storisch-materialistische Sichtweise  des Staates einzufügen. Wir
       wollen uns  auf die  Frage konzentrieren, ob und ggf. mit welchen
       Modifikationen ihr  Ansatz geeignet  ist, Aufschluß über das kom-
       plizierte  Beziehungsgefüge  zwischen  Ökonomie  und  Politik  im
       staatsmonopolistischen BRD-Kapitalismus  zu geben.  Daß man  hin-
       sichtlich der  Strategien und Aktivitäten der Machtzentren in den
       meisten Fällen  nicht über vage Vermutungen hinauskommt, liegt in
       der Sache selbst begründet und hängt nur bedingt mit methodischer
       Unzulänglichkeit oder  mangelndem Geschick des Analytikers zusam-
       men . Die Quellenlage ist in der Regel schlecht, es sei denn, die
       Forschung kann  - wie im Fall des Hitlerfaschismus DDR-Historiker
       - auf  Archivmaterial zurückgreifen,  das ihr  im  Gefolge  eines
       Krieges und/oder  einer Revolution  in die  Hände fällt. Je näher
       man dem  politischen und  ökonomischen Nervenzentrum  des Systems
       kommt, um  so mehr hüllen sich seine Herrschaftsträger in Schwei-
       gen und nimmt die Zahl der Zeugen ab.
       
       2. Zur Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte
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       der Monopolgruppentheorie
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       Die Anatomie der herrschenden Klasse ist von der Ökonomie des Ka-
       pitalismus nicht  abzulösen. Schon  Marx hat  darauf hingewiesen,
       daß sich  die Bourgeoisie in Fraktionen teilt, deren Flügelkämpfe
       um  die  politische  Vorherrschaft  genauso  zur  Geschichte  der
       Klassengesellschaft gehören wie die Auseinandersetzungen zwischen
       Kapital und  Arbeit. Ein  Locus classicus  für  die  Analyse  der
       Bildung von  Gruppen innerhalb  der  herrschenden  Klasse,  ihrer
       Interessenunterschiede und Kämpfe um die Staatsmacht ist "Der 18.
       Brumaire", wo  Marx die  Strömungen innerhalb  der  französischen
       Bourgeoisie untersucht, um die sozialen Wurzeln des Bonapartismus
       des zweiten Kaiserreiches bloßzulegen. In den Orleanisten und den
       Legitimisten erkannte  Marx die  politische  Repräsentanz  zweier
       Bourgeoisfraktionen, deren  Existenz er  auf die Interessendiver-
       genz zwischen  Großgrundbesitzern und  industriellen Unternehmern
       zurückführte. "Wenn  jede Seite  gegen die andre die Restauration
       ihres eignen  Königshauses durchsetzen wollte, so hieß das nichts
       andres, als daß die zwei großen Interessen, worin die Bourgeoisie
       sich spaltet - Grundeigentum und Kapital -, jedes seine eigne Su-
       prematie und die Unterordnung des ändern zu restaurieren suchte."
       1) Aus  dem Interessenkonflikt  zwischen diesen  Richtungen,  der
       nicht ohne  Rückwirkung auf das politische System und die Staats-
       form blieb,  ging die  bürgerlich-parlamentarische Demokratie als
       Kompromißlösung hervor.  "Die parlamentarische  Republik war mehr
       als das  neutrale Gebiet, worin die zwei Fraktionen der französi-
       schen Bourgeoisie,  Legitimisten und Orleanisten, großes Grundei-
       gentum und Industrie, gleichberechtigt nebeneinander hausen konn-
       ten. Sie  war die unumgängliche Bedingung ihrer gemeinsamen Herr-
       schaft, die  einzige Staatsform, worin ihr allgemeines Klassenin-
       teresse sich  zugleich die  Ansprüche ihrer  besondern Fraktionen
       wie alle übrigen Klassen der Gesellschaft unterwarf." 2)
       Lenin entwickelte  die Marxsche Methodik weiter, indem er sie auf
       den Imperialismus, das höchste Entwicklungsstadium des Kapitalis-
       mus, anwandte.  Ein ums  andere Mal hob er ihre Bedeutung für die
       Strategie und  Taktik der  Arbeiterbewegung hervor. "Das Proleta-
       riat steht  jeder Bourgeoisie  und allen  Erscheinungsformen  der
       bürgerlichen Ordnung  feindlich gegenüber, aber diese Feindschaft
       enthebt es  nicht der  Pflicht,  zwischen  den  historisch  fort-
       schrittlichen und  den reaktionären Vertretern der Bourgeoisie zu
       unterscheiden." 3)
       Die Weltwirtschaftskrise des Kapitals 1929/33 verschärfte die In-
       teressengegensätze innerhalb der herrschenden Klasse so sehr, daß
       Eugen Varga  von einer "Krise der oberen Klassen" sprach, die der
       Faschismus in  Deutschland diktatorisch zu lösen versuchte. Varga
       diagnostizierte eine  Verminderung der  Mehrwertsumme infolge der
       Massenarbeitslosigkeit, die auch durch Intensivierung der Ausbeu-
       tung nicht  wettzumachen war.  "Da dieser  Mehrwert je  nach  der
       Stärke der Monopole zu einer sehr ungleichmäßigen Verteilung kam;
       da die  stärksten Monopole  den Löwenanteil  an der  verminderten
       Mehrwertsumme an sich rissen, so mußten sich starke Kämpfe inner-
       halb der  herrschenden Klassen  entwickeln, die die Tendenz zeig-
       ten, zu einer Krise der oberen Klassen auszureifen. Die einzelnen
       Schichten und  Gruppen der  herrschenden Klassen versuchten durch
       Ausnützung der  Staatsmacht die  Verteilung des  Profits zu ihren
       Gunsten zu  beeinflussen. Es  entspann sich ein wütender Kampf um
       den Einfluß auf den Staat zwischen allen Klassen, Schichten, ein-
       zelnen Gruppen der herrschenden Klassen. Die politische Form die-
       ses Kampfes war die Zersplitterung der bürgerlichen Parteien, der
       parlamentarische Wirr-Warr  und ständige  'Kuhhandel', kurzlebige
       Koalitionen und  rasche Folge  der Ministerkrisen, eine mehr oder
       minder ständige Krise der parlamentarischen Form der bürgerlichen
       Diktatur." 4)
       Obwohl während der Weimarer Republik bereits zwei Lager innerhalb
       des Großkapitals  existierten, deren Interessengegensätze die po-
       litische Entwicklung,  den Entdemokratisierungs-  und  Faschisie-
       rungsprozeß des  bürgerlichen Staates  mitbestimmten, konnte noch
       nicht von  einer entwickelten marxistischen Monopolgruppentheorie
       gesprochen werden. Die Periode ihrer Entwicklung und Ausformulie-
       rung fällt in die Nachkriegsperiode. Besonders Wirtschaftstheore-
       tiker wie  Jürgen Kuczynski,  Kurt Gossweiler  u.a. hatten  daran
       entscheidenden Anteil.
       Jürgen Kuczynski  unterschied zwischen folgenden Hauptgruppen des
       Monopolkapitals: der  Gruppe  Kohle-Eisen-Stahl  und  der  Gruppe
       Elektro-Chemie bzw.  (nach dem  Einflußgewinn der IG Farben gegen
       Mitte der  zwanziger Jahre)  Chemie-Elektro. Ihre  Politik  kenn-
       zeichnete er als "anti-etatistisch" bzw. demokratisch, offen bzw.
       verdeckt aggressiv,  "Herr-im-Hause"-Standpunkt bzw.  zur Verein-
       nahmung der reformistischen Parteien bereit. Abgesehen von dieser
       unpräzisen Charakterisierung  der taktischen  Gegensätze zwischen
       den Gruppierungen der Großbourgeoisie wies Kuczynskis Ansatz zwei
       Schwachstellen auf. Einmal vernachlässigte er die Rolle der Mono-
       polbanken: "Die  Bankmonopole können  keine  'eigene'  politische
       Rolle spielen, da sie stets mit Industriemonopolen verbunden sind
       - Finanzkapital!" 5)
       Demgegenüber machte Kurt Gossweiler geltend, "daß die Monopolban-
       ken selbst Monopolgruppen bilden, Finanzgruppen, in deren Mittel-
       punkt jeweils  eine Monopolbank  steht, und deren übrige Elemente
       die mit dieser Bank fest und dauerhaft verbundenen Unternehmungen
       in Industrie,  Handel, Verkehr  usw. sind.  Die Gruppenbildung in
       der Monopolbourgeoisie erfolgt also nicht nur um eine, sondern um
       zwei Achsen,  erstens um  die Achse  der sich aus den ökonomisch-
       technischen Produktions-  und Absatzbedingungen ergebenden spezi-
       fischen Industriezweiginteressen,  zum anderen  um die  Achse der
       aus finanzkapitalistischen Verflechtungen hervorgehenden Interes-
       sen. Beide  Achsen überschneiden  sich, stellen gewissermaßen die
       Abszisse und die Ordinate im monopolkapitalistischen Koordinaten-
       system dar."  6) Vor  einer Überbewertung der Gegensätze zwischen
       den Monopolgruppen  warnte Gossweiler:  "Das gemeinsame Interesse
       der Monopole an der Erhaltung der Herrschaft der kapitalistischen
       Ordnung war  und ist stärker und gewichtiger als ihre Interessen-
       gegensätze zusammengenommen." 7)
       Gossweiler  hielt   zwar  an  Kuczynskis  Gliederungsschema,  der
       Zweiteilung des  deutschen Großkapitals in die Monopolgruppen der
       Schwerindustrie und  der "neuen  Industrien", wie  er die Chemie-
       und Elektrobranche  nennt, fest,  schätzte ihre Konsistenz jedoch
       geringer ein und bestritt, daß sie ausreicht, um eine historische
       Kontinuität über  Jahrzehnte hinweg zu begründen. Alfred Schröter
       wiederum sah den Interessengegensatz zwischen der schwerindustri-
       ellen Monopolfraktion  und dem Chemie-Elektro-Flügel als geradezu
       konstitutiv für  die Wirtschafts-  und Sozialgeschichte des impe-
       rialistischen Deutschland an. "Der Kampf der beiden Hauptgruppie-
       rungen des deutschen Monopolkapitals zieht sich durch die gesamte
       Geschichte des  deutschen Imperialismus.  Er ist ein Kampf um die
       ökonomische und politische Vorherrschaft, der im Streben nach Be-
       herrschung des Staates einen Höhepunkt fand." 8) Schröter betonte
       die Notwendigkeit einer weiteren Unterteilung der Monopolgruppen,
       um der  komplizierten Gruppenstruktur  des  Großkapitals  gerecht
       werden zu können. Kurzfristig zustande kommende Interessenkonglo-
       merate bezeichnete  er im  Unterschied zu  den  konstanten  Mono-
       polgruppen als  -   m o n o p o l i s t i s c h e  B ü n d n i s-
       s e".   In diesem  Zusammenhang  sprach  Dietrich  Eichholtz  von
       "s t a a t s m o n o p o l i s t i s c h e n       G r u p p i e-
       r u n g e n",   womit er  die Verflechtung des Finanzkapitals mit
       (Zweigen)   der   Staatsadministration,   dem   politischen   und
       Parteiensystem meinte.  "Unter einer staatsmonopolistischen Grup-
       pierung ist ein Interessen- und Machtkomplex zu verstehen, in dem
       bestimmte Monopole,  Gruppen von  Monopolen oder auch ganze Mono-
       polgruppen (Kohle/Eisen/Stahl,  Chemie/Elektroindustrie) mit  be-
       stimmten  Teilen  des  Staatsapparates  und  Parteiapparats  ver-
       wachsen." 9)  Einer ähnlichen  Intention entsprang offensichtlich
       die Einführung  des Begriffs  der   "s t a a t s m o n o p o l i-
       s t i s c h e n  K o m p l e x e"  durch sowjetische Autoren. 10)
       Georgi Dimitroff  definierte den  Faschismus an der Macht auf dem
       VII. Weltkongreß  der Komintern 1935 in Moskau als "offene terro-
       ristische Diktatur  der reaktionärsten,  am meisten  chauvinisti-
       schen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals".
       11) Die Monopolgruppentheorie füllte diese Definition aus, beant-
       wortete nicht  nur die  Frage, wer  die aggressivsten  Kreise der
       Großbourgeoisie waren,  sondern erklärte  auch, auf  welche Weise
       die Machtverschiebungen  innerhalb der herrschenden Klasse zugun-
       sten des Faschismus wirkten, wie sie Hitler und seine Partei nach
       oben spülten,  ihnen die Regierungsgeschäfte überantworteten. Die
       Machtübergabe an den Hitlerfaschismus erfolgte, nachdem die poli-
       tisch flexiblere Fraktion des Finanzkapitals, durch Kapitalbetei-
       ligungen, Kreditvergabe und personelle Verflechtungen mit Chemie-
       und Elektrokonzernen  liiert, 1932/33  ihre Bündnisstrategie, die
       Konzessionen an das Proletariat ebenso einschloß wie die Koopera-
       tion mit  dem reformistischen  Flügel der  Arbeiterbewegung, SPD-
       und Gewerkschaftsführung,  geändert hatte und auf die Linie ihrer
       Konkurrenzgruppierung mit  dem Schwergewicht  in der  Montanindu-
       strie eingeschwenkt war.
       Die deutsche  Arbeiterbewegung erwies  sich aufgrund  ihrer Spal-
       tung, des  Antikommunismus der rechtssozialdemokratischen Partei-
       führung, aber auch infolge taktischer Fehler der KPD als unfähig,
       den faschistischen Staatsstreich abzuwehren. Wahrscheinlich hätte
       es ihr  die Bildung der Einheits- und Volksfront erlaubt, der In-
       stallation einer  NSDAP-geführten Reichsregierung erfolgreich Wi-
       derstand entgegenzusetzen. "Das heißt, die Spaltung der Arbeiter-
       klasse machte  es unmöglich,  die Errichtung  der  faschistischen
       Diktatur zu  verhindern. Und  auch so  muß man  formulieren:  die
       Spaltung der  Arbeiterklasse machte  es dem  Flügel  Kohle-Eisen-
       Stahl möglich,  den Flügel Chemie-Elektro für seine Linie der of-
       fenen faschistischen Diktatur, alles auf eine Karte zu setzen, zu
       gewinnen, da  Chemie-Elektro mehr  und mehr den Eindruck gewinnen
       konnten, ein  Kapp-Debakel stehe  außer Frage,  und die 'Variante
       Faschismus' für sie eine rein taktische Frage war." 12)
       Die Machtkämpfe  zwischen den  Monopolfraktionen gingen unter dem
       Faschismus weiter, verloren jedoch an Heftigkeit. Das Studium der
       Stellung  beider   Monopolgruppierungen  in  der  Wirtschaft  des
       "Dritten Reiches" und im System der faschistischen Wirtschaftspo-
       litik ergibt  allerdings, daß 1936 ein Führungswechsel stattfand,
       bei dem sich die "neuen Industrien" an die Spitze der Monopolöko-
       nomie setzten. "War es vor 1933 die montane Schwerindustrie gewe-
       sen, die  am entschiedensten  die faschistische Diktatur und über
       sie die  militante Aggression  anstrebte, übernahm diese Funktion
       nunmehr die Gruppierung der Chemie- und Elektroindustrie, während
       die montane  Schwerindustrie  in  eine  Partnerposition  gedrängt
       wurde." 13)  Diese Machtverlagerung innerhalb des Monopolkapitals
       basierte im wesentlichen auf einer Umorientierung der Chemie- und
       Elektrokonzerne vom zivilen Warenexport zur Militärproduktion für
       den Binnenmarkt,  die lange  Zeit eine Domäne der Montanindustrie
       geblieben war.
       
       3. Ökonomie und Politik im staatsmonopolistischen Kapitalismus
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       der BRD
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       Unter der  Ägide der  Westalliierten kehrten die Monopolkapitali-
       sten schon  bald nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in dem von
       ihnen besetzten  Teil Deutschlands  an die  Schalthebel der Macht
       zurück. Allerdings  trug die  nur halbherzig  durchgeführte  Ent-
       flechtung im Bereich der Montanindustrie, der Großchemie (IG Far-
       ben) sowie des Bank- und Kreditwesens mit dazu bei, daß die Gren-
       zen zwischen den Monopolgruppen, wie sie während der Weimarer Re-
       puplik bestanden  hatten, fließend wurden. Die Konturen der Frak-
       tionen innerhalb  des Finanzkapitals verschwammen. "Die Jahre der
       Neukonsolidierung der  inneren Machtstruktur  des Monopolkapitals
       war weitgehend  identisch mit der Zeit der staatsmonopolistischen
       Marktwirtschaft. Unter  diesen Bedingungen traten die Konkurrenz-
       Rivalitäten der  Monopolgruppen noch  nicht offen  zutage.  Beide
       Gruppen waren  im wesentlichen an der Erfüllung der Hauptaufgaben
       interessiert, der  raschen Kapitalbildung,  der Rückeroberung des
       Weltmarktes, der Sicherung des kapitalistischen Reproduktionspro-
       zesses durch  den Staat  und am  schnellen Anschluß  an die tech-
       nischwissenschaftliche Entwicklung." 14)
       Weitere für  die Nivellierung  der Interessengegensätze  zwischen
       Einzelmonopolen und  Monopolgruppen wichtige  Faktoren waren  die
       fortschreitende Verschmelzung des Industrie- und Bankkapitals zum
       Finanzkapital, der "diagonale" Konzentrationsprozeß industrieller
       Schlüsselbereiche und der forcierte Ausbau des staatsmonopolisti-
       schen Regulierungsapparates.  Dadurch wurde  die monopolkapitali-
       stische Gruppen- und Machtstruktur komplexer. Die Monopolisierung
       des BRD-Kapitals  stieß, nachdem der Anschluß an das Weltmarktni-
       veau erreicht  war, in  internationale Dimensionen  vor.  "Inter-
       nationalisierungen  der   Produktion  (multinationale   Konzerne)
       erschweren (...)  die Fixierung  nationaler Fraktionen  innerhalb
       der Monopolbourgeoisie,  die zwar in internationalen Zusammenhän-
       gen steht,  jedoch Monopolinteressen nach 'innen', d.h. im Rahmen
       des Nationalstaats durchsetzt." 15)
       Aufgrund  seiner   ökonomischen,  politischen  und  militärischen
       Stärke spielte  der US-Imperialismus,  an den  sich eine Fraktion
       des westdeutschen  Finanzkapitals anlehnte,  nach 1945  die  Füh-
       rungsrolle. "In  der Nachkriegsentwicklung  erlangten  vor  allem
       diejenigen Monopol-  und Kapitalgruppen  eine dominante Position,
       die besonders  eng mit  dem USA-Kapital  liiert waren.  (...) Die
       Macht der  Montanmonopole an  Rhein und Ruhr wurde zwar nicht ge-
       brochen. Aber  sie konnten  - einerseits  aufgrund der 'Entflech-
       tungsmaßnahmen', andererseits  aufgrund der  schon  in  den  50er
       Jahren  einsetzenden  Strukturveränderungen  im  kapitalistischen
       Akkumulationsprozeß -  nicht mehr  jene Rolle zurückgewinnen, die
       sie in  der bisherigen  deutschen Geschichte gespielt hatten. Das
       'Führungszentrum' des Kapitals verlagerte sich zu den dynamischen
       Monopolgruppen  der   Elektroindustrie,   der   Elektronik,   des
       Fahrzeugbaus und der Großchemie." 16)
       Im  Universalbankensystem   der  BRD   bauten  die  Monopolbanken
       (Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank), begünstigt durch ge-
       setzliche Regelungen  (Depotstimmrecht, Schachtelbeteiligung, Li-
       mitierung der  Aufsichtsratsmandate), ihre  gesamtwirtschaftliche
       Machtstellung kontinuierlich  aus.  Dementsprechend  konstatierte
       Kurt Gossweiler  eine tendenziell wachsende Bedeutung des Bankka-
       pitals, insbesondere der Großbanken, die als Knotenpunkte des Ka-
       pitalverkehrs weite  Wirtschaftsbereiche kontrollieren: "Weil der
       ins  Politische  transportierte  Kampf  der  verschiedenen  Mono-
       polgruppen letzten  Endes seine  - zeitweilige,  vorübergehende -
       Lösung nur  auf der Linie des jeweiligen monopolistischen Gesamt-
       interesses finden  kann, wird die Rolle der Monopolbanken für den
       Ausgang der  Kämpfe zwischen  monopolistischen Gruppen immer ent-
       scheidender, denn diese Banken sind viel eher imstande, die Linie
       des Gesamtinteresses ausfindig zu machen, als die einzelnen indu-
       striellen Monopolgruppen das können. Der Apparat aber, mit dessen
       Hilfe die  Lösung auf dieser Linie durchgesetzt wird, ist der im-
       perialistische Staat. Somit ist die Universalität der Banken eine
       der Ursachen  dafür, daß  diese auch  auf die  Entscheidungen des
       Staates einen  größeren Einfluß  als die Industriemonopole gewin-
       nen. Je  notwendiger im Verlauf der Entwicklung des staatsmonopo-
       listischen Kapitalismus das direkte Eingreifen des Staates in die
       Wirtschaft wird,  desto mehr  müssen der  Einfluß und  die  Macht
       nicht nur der Monopole überhaupt, sondern in ganz besonderem Maße
       der Einfluß und die Macht der Monopolbanken wachsen." 17)
       Ebensowenig wie  der Staat sind die Großbanken unmittelbar an be-
       stimmte Konzerne  der Privatindustrie  gebunden. Heute  erscheint
       der Versuch,  den Monopolgruppierungen  einzelne Großbanken  bzw.
       Finanzblöcke zuzuordnen,  aussichtsloser denn je. 18) Überkommene
       Geschäftsbeziehungen lösen  sich auf, andere werden neu geknüpft.
       Häufig übersteigt  das Investitionsvolumen  eines  Riesenprojekts
       selbst die Finanzkraft der größten Monopolbank, und diese gründet
       mit einem  oder mehreren  Konkurrenzunternehmen ein Bankenkonsor-
       tium, während  der Staat  das Restrisiko trägt. Gleichzeitig ver-
       mittelt der  Staat zwischen  verschiedenen Monopolfraktionen, die
       unterschiedliche, aber nicht unversöhnliche Interessen haben. Dem
       muß die Soziologie der herrschenden Klasse Rechnung tragen.
       Mehr noch  als die Großbanken vertritt der Staat den Monopolgrup-
       pen gegenüber  imperialistische Globalinteressen,  betätigt  sich
       als Clearingstelle  und wirkt  als Kohäsionsfaktor,  der das  Ge-
       samtsystem zusammenhält  und  sein  Funktionieren  gewährleistet,
       zentrifugalen Tendenzen  entgegen. Er  bildet  gewissermaßen  ein
       Gravitationszentrum, um  das  sich  Großbanken,  (multinationale)
       Konzerngiganten und  Monopolverbände gruppieren. Kein Widerspruch
       besteht zwischen  der Wahrnehmung  des gesamtkapitalistischen Sy-
       stemerhaltungsinteresses  und  der  Bevorzugung  einzelner  Mono-
       polgruppen, sowenig  wie  zwischen  der  Repressionsfunktion  des
       Staates und  seinem integrativen  Auftrag, weil die Anwendung von
       Gewalt bei der Integration unvermeidlich ist. "Es gibt nicht eine
       staatliche Maßnahme,  nicht ein Gesetz, nicht eine Finanzierungs-
       form, die  nicht sowohl  zum Schutz der monopolistischen Fraktion
       in ihrer  Gesamtheit  dient  als  auch  insofern  diskriminierend
       wirkt, als  sie einen  Konzern zum  Nachteil eines anderen begün-
       stigt, ein Gesamtproblem 'auf dem Rücken' eines Teils der monopo-
       listischen Fraktion  provisorisch zu lösen sucht." 19) Die Einbe-
       ziehung des  Staates in den kapitalistischen Reproduktionsprozeß,
       seine Regulierung  der Klassenbeziehungen  und des Wirtschaftsle-
       bens ermöglicht den Monopolen nicht nur die Realisierung kontinu-
       ierlich über  dem gesellschaftlichen  Durchschnitt liegender Pro-
       fite, sondern  läßt die Konzerne auch einen Modus vivendi finden,
       der sie im Kampf gegen die Arbeiterklasse, ihre nichtmonopolisti-
       schen und ausländischen Konkurrenten eint.
       Die staatsmonopolistische  Wirtschaftsregulierung  gleicht  einem
       Balanceakt, der zum Interessenausgleich zwischen den Kapitalfrak-
       tionen und  Monopolgruppierungen führt, die Konjunkturentwicklung
       ebenso berücksichtigt wie Veränderungen der Sozialstruktur, Klas-
       senkonstellationen und das finanzkapitalistische Kräfteparallelo-
       gramm. Der  imperialistische Staat spielt nicht nur seine konven-
       tionelle Rolle  als Instrument  der herrschenden  Klasse, sondern
       auch die  des Puffers,  der Interessengegensätze des Monopolkapi-
       tals auffängt  und Konflikte  zwischen seinen Flügeln entschärft.
       Durch die Bedeutung der ökonomischen Staatsfunktionen wird er zum
       bevorzugten Objekt  des Machtstrebens der Monopolgruppen. "Je be-
       deutungsvoller der Staat als Auftraggeber, Verteiler von Rohstof-
       fen und Investmitteln, als Umverteiler des Volkseinkommens zugun-
       sten der  Monopole wird,  desto bedeutungsvoller wird die Beherr-
       schung des  Staates für  jedes einzelne  Monopol und  jede  Mono-
       polgruppe. Je größer das Gewicht, das die Politik des Staates für
       die Profite  erlangt, desto mehr wird der ökonomische Konkurrenz-
       kampf der Monopole ergänzt und verschärft durch ihren politischen
       Machtkampf um  die innigste  'Verschmelzung' mit  dem Staat; dies
       jedoch immer nur in den Grenzen, die vom monopolistischen Gesamt-
       interesse gezogen werden." 20)
       Im Staat  kreuzen sich  einzelkapitalistische Verwertungsinteres-
       sen, strategische  Konzeptionen der  Monopolfraktionen und Repro-
       duktionserfordernisse des  Gesamtsystems, die,  zu einem Interes-
       senquerschnitt verdichtet, das Handeln der verantwortlichen Poli-
       tiker determinieren. Für die Nachkriegsperiode kommt außerdem die
       Dominanz der imperialistischen Besatzungsmächte und ausländischer
       Kapitalgruppen hinzu: "Die Eigenart der Situation führte in West-
       deutschland zu  einer besonderen  Art von  staatsmonopolistischem
       Kapitalismus, dessen  Hauptkennzeichen ein  hoher Grad  direkter,
       allumfassender Eingriffe  der ausländischen imperialistischen Be-
       satzungsmächte und der hinter ihnen stehenden ausländischen Mono-
       polgruppen in  das politische  Leben, in das Wirtschaftsgeschehen
       und andere  Bereiche des gesellschaftlichen Lebens mit vorwiegend
       militärisch-administrativen Methoden  war. Ohne diese spezifische
       Form der  Reglementierung des  gesamten ökonomischen  und politi-
       schen Lebens  in Westdeutschland  durch imperialistisch-militäri-
       sche Gewalt  wäre ein  Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
       auch in den Westzonen nicht möglich gewesen." 21)
       Die Regeneration  des Monopolkapitals und die Reorganisation sei-
       nes Staatsapparates gingen Hand in Hand. Beide ergänzten einander
       und vollzogen  sich ohne  radikalen Bruch  mit der Vergangenheit,
       was zum  schnellen  Wiedererstarken  des  Imperialismus  beitrug.
       "Somit gab  es in  der Bundesrepublik  keinen langwierigen  neuen
       Prozeß der  Verschmelzung von  Staats- und  Monopolmacht, sondern
       gleich den  zielgerichteten Aufbau eines bereits miteinander ver-
       flochtenen Herrschaftssystems." 22)
       Die  von   den  CDU/CSU-  bzw.  Bürgerblockregierungen  der  "Ära
       Adenauer" betriebene  "Politik der Stärke" entsprach dem Expansi-
       onsdrang der  westdeutschen Monopole  und fügte  sich bruchlos in
       die amerikanische  Globalstrategie des  Kalten Krieges  gegen die
       sozialistischen Staaten  ein. Günstige Verwertungsbedingungen ge-
       statteten es  der Großbourgeoisie,  horrende Profite  zu erzielen
       und eine führende Stellung auf dem Weltmarkt rasch zurückzugewin-
       nen. Gleichzeitig  erlaubte die relative Prosperität und Stabili-
       tät des  westdeutschen Nachkriegskapitalismus seiner herrschenden
       Klasse soziale  Konzessionen, Kompromißbereitschaft im Rahmen von
       Lohnkämpfen   und    Korrekturen   am   Sozialversicherungssystem
       (Rentengesetzgebung). Die  als "Wirtschaftswunder"  verherrlichte
       Rekonstruktionskonjunktur des  BRD-Kapitalismus währte  fast zwei
       Jahrzehnte, bis die Rezession 1966/67 das Ende der schwach ausge-
       prägten Zyklen, der Krisenfestigkeit und der Interessenkonvergenz
       zwischen den Monopolfraktionen signalisierte.
       Die Aufnahme  der SPD  in eine Koalitionsregierung mit Kurt Georg
       Kiesinger als  Bundeskanzler  wurde  notwendig,  weil  die  Wirt-
       schaftskrise auf  das politische  System der BRD ausstrahlte, und
       erscheint auch  im nachhinein als geschickter Schachzug der Herr-
       schenden, um  ihre akuten Verwertungsschwierigkeiten durch Anpas-
       sung der  Außenpolitik an  die veränderte Weltlage (militärisches
       Kräftegleichgewicht zwischen  Imperialismus und Sozialismus, Auf-
       schwung  der  nationalen  Befreiungsbewegungen,  Entkolonialisie-
       rung), durch staatsmonopolistische Modernisierungsformen und Auf-
       brechung verkrusteter Machtstrukturen zu bewältigen, was im Über-
       gang zu  den siebziger  Jahren mittels  eines neuerlichen  Regie-
       rungswechsels (SPD/FDP-Koalition)  gelang.  Eine  wichtige  Hand-
       lungsdeterminante der  Regierungspolitik,  die  vom  neoliberalen
       Laisser-faire abrückte und zu neokeynesianischen Regulierungsmaß-
       nahmen Zuflucht nahm, war die starke Exportabhängigkeit der west-
       deutschen Industrie.  Der sozialdemokratische Wirtschaftsminister
       Karl Schiller  verkörperte die  Bemühungen der Bundesregierung um
       eine  Verstetigung  des  kapitalistischen  Reproduktionsprozesses
       durch staatliche  Lenkungsmaßnahmen ("Globalsteuerung"), die Kon-
       trolle der  Reallohnentwicklung durch Disziplinierung der Gewerk-
       schaften im  Rahmen einer institutionalisierten Klassenkollabora-
       tion ("konzertierte  Aktion") sowie die perspektivische Koordina-
       tion  und   Zentralisation   der   staatlichen   Haushaltspolitik
       ("mittelfristige Finanzplanung").
       Die Ausweitung  der Staatsnachfrage,  die Lohnregulierung und die
       durch steuerliche  Vergünstigungen  unterstützte  Exportoffensive
       des BRD-Kapitals trugen mit dazu bei, die Krisenerscheinungen von
       1966/67 zu  überwinden. Der Aufschwung nach der Rezession 1966/67
       schien die  Richtigkeit des wirtschaftspolitischen Wandels zu be-
       weisen, war  jedoch nur von kurzer Dauer und wurde von einer Pro-
       fitexplosion begleitet,  die den  Protest der  Lohnabhängigen und
       ihrer Gewerkschaften herausforderte, die Kampfbereitschaft in den
       Betrieben schlagartig  erhöhte und  als Auslöser  für verschärfte
       Klassenauseinandersetzungen (Septemberstreiks  1969) wirkte.  Die
       Boomphase gegen  Ende der  sechziger/Anfang der  siebziger  Jahre
       stellte das staatsmonopolistische Regulierungsinstrumentarium vor
       unlösbare Probleme.  Hohe Preissteigerungsraten machten die Ziel-
       projektionen der  Regierung Brandt/Scheel  zunichte,  gefährdeten
       die Konkurrenzfähigkeit  des BRD-Kapitals  auf dem  Weltmarkt und
       beeinträchtigten den  Lebensstandard der arbeitenden Bevölkerung,
       zumal sie trotz stagnativer bzw. rezessiver Entwicklungstendenzen
       1972/73, die  - spätestens  seit der  sog. Ölkrise  - das nächste
       Krisendebakel ankündigten  und die reformistische These der Plan-
       barkeit des  kapitalistischen Reproduktionsprozesses widerlegten,
       anhielten ("Stagflation" bzw. "Slumpflation").
       In dieser  prekären Situation, als ein Rückgang der Industriepro-
       duktion  und   Massenarbeitslosigkeit  drohten,   verlagerte  die
       SPD/FDP-Regierung das  Schwergewicht ihrer Gegenmaßnahmen von der
       Fiskalpolitik zur Geld- und Kreditpolitik, verfolgte sie eine re-
       striktive Ausgabenplanung  und schloß  sich dem kontraktiven Kurs
       der Bundesbank  (Diskont- und Lombardsatzerhöhungen, Anhebung der
       Mindestreservesätze) an.  Diese - Stabilitätspolitik", in der ka-
       pitalistischen Weltwirtschaftskrise 1974/76 durch "Sparprogramme"
       zur Budgetsanierung,  Abbau von Sozialleistungen (sog. Haushalts-
       strukturgesetz) und Kürzung der Staatsinvestitionen in diesem Be-
       reich fortgesetzt, bürdete den Werktätigen die Kosten des Krisen-
       managements auf  (Mehrwertsteuererhöhungen), wohingegen das Kapi-
       tal entlastet wurde (Vermögenssteuersenkung, Wegfall der Lohnsum-
       mensteuer, Gewinn-  und Verlustrücktrag). Der neoklassische Mone-
       tarismus à  la Milton  Friedman verdrängte  den Neokeynesianismus
       als wirtschaftspolitische  Maxime, trat  neben ihn,  ohne daß die
       Abkehr von  den Imperativen  der antizyklischen  Konjunkturbeein-
       flussung mittels  Staatsverschuldung (Deficit-spending) einen Re-
       gierungswechsel  erfordert   hätte.  Der  Kanzlerwechsel  Brandt/
       Schmidt  im   Frühjahr  1974  reichte  aus,  um  den  veränderten
       sozialökonomischen Rahmenbedingungen sozial-liberaler Regierungs-
       politik Rechnung  zu tragen.  Die Koalition  stellte sich auf die
       Akkumulationsschwierigkeiten des  Monopolkapitals ein,  indem sie
       der Reformpolitik, sofern diese nicht, wie Ost- und Entspannungs-
       politik,  zumindest   mittelbar  seinen   Verwertungsbedürfnissen
       (Erschließung neuer  Absatzmärkte) diente, gänzlich entsagte, die
       Inflationsrate unter der des imperialistischen Auslands zu halten
       suchte und  die Konfliktstrategie  gegenüber  der  Arbeiterklasse
       (Mitbestimmungsklage der  Unternehmerverbände, sog.  Tabukatalog,
       Flächenaussperrungen) durch  Einschränkung demokratischer  Grund-
       rechte  flankierte.  Reprivatisierungskampagnen  der  Kapitalver-
       bände, der  Unionsparteien und  anderer Rechtskräfte rundeten das
       Bild einer  zweiten Restaurationsperiode  ab. In diesem Zusammen-
       hang wurde in der marxistischen Literatur von einer privatmonopo-
       listischen, antietatistischen  Entwicklungsvariante des staatsmo-
       nopolistischen Kapitalismus gesprochen. 23)
       
       4. Zur Bedeutung der Monopolgruppentheorie für die
       --------------------------------------------------
       marxistische Staatsdiskussion (Forschungsperspektiven)
       ------------------------------------------------------
       
       Im staatsmonopolistischen BRD-Kapitalismus ist die Fraktionierung
       seiner herrschenden Klasse weniger ausgeprägt als früher, weshalb
       eine bloße  "Fortschreibung" der  Monopolgruppentheorie, wie  sie
       für die  Weimarer Republik  und den  Faschismus entwickelt wurde,
       unzureichend wäre.  Traditionelle Bindungen  haben sich gelockert
       oder aufgelöst,  die Verschmelzung von Bank- und Industriekapital
       ist so  weit fortgeschritten, daß der Finanzsektor feindliche Mo-
       nopolgruppierungen zusammenschweißt.  Der Internationalisierungs-
       prozeß des Kapitals bedingt eine Verschiebung der Fronten, in die
       der bürgerliche  Nationalstaat einbezogen  ist. Widersprüche  und
       Interessengegensätze überlappen  sich,  leben  jedoch  auch  dann
       fort, wenn sie durch Gemeinsamkeiten im Kampf gegen die Arbeiter-
       klasse und den realen Sozialismus relativiert werden. "Den Diffe-
       renzierungserscheinungen in  der Monopolbourgeoisie  liegen (...)
       neben den  relativ leicht  zu erfassenden unmittelbaren Anlässen,
       Ursachen, Taktiken usw. auch langfristig wirkende, stabile Gegen-
       sätze zugrunde,  darunter auch wesentlich ökonomische Gegensätze.
       Dabei zeigt  sich, daß sich ihr Gewicht im Hinblick auf bestimmte
       politische Konzeptionen,  daß sich der Bogen von den ökonomischen
       Ursachen zu  den politischen  Konzeptionen  unterschiedlich  dar-
       stellt. Die  Linie ist  direkter dann, wenn konkurrierende Profi-
       tinteressen zwischen verschiedenen Fraktionen des Monopolkapitals
       unmittelbar im  Spiel sind,  weniger direkt, wenn Grundfragen des
       Systems zur  Debatte stehen, die zwar das Profitinteresse einzel-
       ner Kapitale nicht unmittelbar berühren, aber die Problematik der
       Profitmacherei überhaupt  aufwerfen, und  es entstehen Systemfra-
       gen, besonders  auch im  Bereich der Außenpolitik, wo die politi-
       schen Gesetzmäßigkeiten  die ökonomischen an Gewicht übertreffen,
       wobei natürlich  nicht außer  acht gelassen  werden darf, daß die
       Politik auch  hier der  konzentrierteste  Ausdruck  der  Ökonomie
       ist." 24)
       Die marxistische  Prozeßanalyse des Wechselverhältnisses von Öko-
       nomie und  Politik muß  also mehrdimensional angelegt sein, beide
       Bezugsebenen überspannen und differenzierter als bürgerliche Ver-
       gleichsstudien argumentieren,  um ihrem  Forschungsgegenstand ge-
       recht zu werden. Einflußanalytische Erklärungsmuster für staatli-
       ches Handeln  zugunsten des  Monopolkapitals laufen  so lange auf
       eine Simplifizierung,  Schematisierung und  Schablonisierung kom-
       plizierter Entwicklungsprozesse  hinaus, wie  sie der historisch-
       materialistischen Begründung  entbehren. Agententheoretische Deu-
       tungsversuche verkürzen  die Problematik  der Umsetzung  ökonomi-
       scher Interessen  in politische  Entscheidungen, verharren an der
       Oberfläche. Selbst  ausgesprochen informative  und verdienstvolle
       Konzernbiographien bleiben  Stückwerk, wenn sie nicht in den Kon-
       text der  kapitalistischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte ein-
       gebettet sind 25).
       Die Kritik  an der  Monopolgruppentheorie kaprizierte sich bisher
       auf ihre  Tendenz zur  Personalisierung ökonomischer  und politi-
       scher Machtstrukturen.  So beklagte  Niels Kadritzke, "daß in der
       Geschichtsforschung der DDR das Verhältnis von Ökonomie und Poli-
       tik noch nicht ausreichend thematisiert und zum Problem einer ma-
       terialistischen Staatstheorie gemacht worden ist, und daß dement-
       sprechend auch in der historisch konkreten Staatsanalyse noch im-
       mer  verkürzte  und  personalisierende  Fragestellungen  vorherr-
       schen." 26)  Derselbe Autor  muß jedoch zugeben, daß die methodi-
       schen Prämissen  der Monopolgruppentheorie nicht notwendigerweise
       mit dem  Marxismus und wissenschaftlichen Prinzipien kollidieren:
       "Eine personalisierende Darstellungsweise kann eine sinnvolle und
       legitime Funktion  haben, etwa  im Falle einer didaktisch reflek-
       tierenden Veranschaulichung  . Sowohl  in analysierender als auch
       in veranschaulichender  Funktion werden aber verhängnisvolle Feh-
       ler nur dann zu vermeiden sein, wenn die Frage nach den Beziehun-
       gen zwischen  Personen und ihren Handlungen als Teil eines umfas-
       senderen Erklärungszusammenhangs bewußt und methodisch unter Kon-
       trolle gehalten wird." 27)
       Das Problem  wäre allerdings falsch gestellt, wollte man sich der
       Einsicht verweigern, daß die Personalisierung nicht nur Illustra-
       tionszwecken dient,  also strukturelle Zusammenhänge aufdeckt und
       verdeutlicht, sondern  daß die  personelle Verflechtung - als Er-
       gänzung und  Verstärkung der  institutionellen Vermittlung - zwi-
       schen Staat  und Monopolen  auch eine  Realitätsebene  ausdrückt:
       "Die wechselseitige  Verflechtung, Interaktion  und Austauschbar-
       keit zwischen  den Spitzen der Konzerne, der Unternehmensverbände
       und des  Staatsapparates  charakterisiert  nicht  nur  den  Herr-
       schaftsmechanismus selbst  - sie  reflektiert zugleich  auf einer
       personell-sozialen Ebene die funktionelle Verflechtung von ökono-
       mischer und  politischer Herrschaft,  von Staat und Monopolen, im
       heutigen Kapitalismus." 28)
       Bescheinigte Kadritzke der Konzeption Gossweilers, die tautologi-
       sche Erklärung  von Macht  durch Macht  hinter sich zu lassen, so
       sah Eike  Hennig darin im Gegenteil einen Rückfall auf Positionen
       vor dem VII. Komintern-Kongreß und monierte die mangelnde Bereit-
       schaft zur  Selbstkritik. Hennig stellte Vermutungen über die po-
       litisch-strategischen Implikationen der Monopolgruppentheorie an,
       die ob  ihrer spekulativen  Ignoranz gegenüber der Realität nicht
       der Peinlichkeit  entbehren, mit Sicherheit aber ihren Monopolan-
       spruch auf  wissenschaftliche Redlichkeit  bei der  Beweisführung
       verfehlen. "Von  ihrer politischen  Vermitteltheit her  läßt sich
       die Monopolgruppentheorie  als ein Versuch begreifen, die selbst-
       kritischen Tendenzen  zurückzudrängen, die  vor allem  Mitte  der
       30erJahre - auf dem VII. Weltkongreß der Kommunistischen Interna-
       tionale und  auf der  sog. 'Brüsseler  Konferenz' der  KPD (beide
       1935) - aufgeklungen sind." 29)
       Der von  Hennig erhobene Vorwurf des Positivismus, Empirismus und
       "linken Historismus" fällt bei genauer Betrachtung in sich zusam-
       men. Auch  ist nicht einsichtig, warum die  m e t h o d i s c h e
       Trennung zwischen Klassenkämpfen und klasseninternen Auseinander-
       setzungen obsolet  sein, weshalb  die arbeitsteilige Untersuchung
       von Differenzierungsund  Fraktionierungstendenzen  innerhalb  des
       Monopolkapitals eine  Ausblendung der  Arbeiterbewegung und ihrer
       Geschichte bewirken  soll, wie Hennig meint: "Wenn sich die Moto-
       rik der  Geschichte darin  äußert, daß  Geschichte die Geschichte
       von Klassenkämpfen  ist, und die ihrer kritischen Darstellung ad-
       äquate Verfahrensweise  folglich in  der klassenanalytischen  Be-
       trachtung gesellschaftlich-antagonistischer 'Totalität' liegt, so
       wird Gossweiler diesem Anspruch nicht gerecht; denn er entwickelt
       seinen Beitrag zur Monopolgruppentheorie gerade nicht aus den Di-
       mensionen des Konflikts von Kapital und Arbeit." 30)
       Umgekehrt kommt  man der  Wirklichkeit näher,  denn die  Klassen-
       kämpfe werden  überhaupt erst verständlich, wenn wir die Interes-
       sengegensätze innerhalb der herrschenden Klasse, die Bündnispoli-
       tik ihrer  Fraktionen  und  die  Möglichkeiten  für  eine  "anta-
       gonistische" Kooperation  über Klassen- bzw. Systemgrenzen hinweg
       (berühmtestes Beispiel  auf internationaler  Ebene ist  die Anti-
       Hitler-Koalition  von  Staaten  unterschiedlicher  Gesellschafts-
       ordnung) berücksichtigen.
       Die Monopolgruppentheorie kann der marxistischen Staatsdiskussion
       wichtige Impulse  geben, zur Klärung des Verhältnisses von Ökono-
       mie und  Politik beitragen,  vorausgesetzt, sie wird nicht mecha-
       nisch auf den staatsmonopolistischen BRD-Kapitalismus übertragen,
       sondern weiterentwickelt  und seiner Entwicklung angepaßt. Es be-
       darf ihrer  Forschungsergebnisse auch als Beitrag zur politischen
       Orientierung der  Arbeiterklasse. "Es  geht darum, für den tägli-
       chen Kampf zu bestimmen, in welche Richtung die unterschiedlichen
       Fraktionen der  Klasse an der Macht den Staat drängen und weiter-
       hin okkupieren." 31)
       Dies sind Aufgaben, auf die mit diesem Aufsatz aufmerksam gemacht
       werden sollte.  Es wird in der Zukunft erforderlich sein, die Mo-
       nopolgruppenkonzeption - im Sinne des Grundzusammenhangs ökonomi-
       scher und  politischer Interessen  des Monopolkapitals  - stärker
       als bisher  in Untersuchungen  zur  Soziologie  der  herrschenden
       Klasse zu berücksichtigen.
       
       _____
       1) Karl Marx,  Der achtzehnte  Brumaire des  Louis Bonaparte, in:
       MEW, Bd. 8, S. 139.
       2) Ebd., S. 177.
       3) W.I. Lenin, Der Fall von Port Arthur, in: LW, Bd. 8, S. 39.
       4) Eugen Varga,  Wirtschaft  und  Wirtschaftspolitik  im  zweiten
       Vierteljahr 1934,  in: Rundschau über Politik, Wirtschaft und Ar-
       beiterbewegung 46/1934, S. 1912.
       5) Jürgen  Kuczynski,   Zur  Soziologie   des   imperialistischen
       Deutschland, in:  Deutsche Akademie  der Wissenschaften, Institut
       für Geschichte  (Hrsg.), Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1962,
       Teil II, Berlin (DDR) 1962,5. 57.
       6) Kurt Gossweiler,  Großbanken - Industriemonopole - Staat, Öko-
       nomie und  Politik  des  staatsmonopolistischen  Kapitalismus  in
       Deutschland  1914-1932,   Westberlin  1975   (Reprint),   S.   35
       (Berlin/DDR 1971).
       7) Ebd., S. 88.
       8) Alfred Schröter,  Einige methodologische Fragen der Entstehung
       und Entwicklung  monopolistischer Gruppierungen  in  Deutschland,
       in: Deutsche Akademie der Wissenschaften, Institut für Geschichte
       (Hrsg.), Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1966, Teil IV, Berlin
       (DDR) 1966, S. 132.
       9) Dietrich Eichholtz,  Die Geschichte  der deutschen Kriegswirt-
       schaft 1939-1945, Bd. 1: 1939-1941, Berlin (DDR) 1969, S. 9.
       10) Zur Konzeption der staatsmonopolistischen Komplexe vgl. Heinz
       Jung, Gesamtkapital - Monopole - Staat, Gesichtspunkte des ökono-
       mischen Mechanismus  im staatsmonopolistischen  Kapitalismus, in:
       Institut für Marxistische Studien und Forschungen (Hrsg.), Marxi-
       stische Studien,  Jahrbuch des  IMSF 2  (1979), Frankfurt am Main
       1979, S. 76 ff.
       11) Siehe Georgi  Dimitroff, Die Offensive des Faschismus und die
       Aufgaben der Kommunistischen Internationale im Kampf für die Ein-
       heit der  Arbeiterklasse gegen  den Faschismus,  in: Institut für
       Marxismus-Leninismus beim  ZK der  SED (Hrsg.),  VII. Kongreß der
       Kommunistischen Internationale, Referate und Resolutionen, Frank-
       furt am Main 1975, S. 93.
       12) Jürgen Kuczynski,  Die Geschichte der Lage der Arbeiter unter
       dem Kapitalismus,  Bd. 5:  Darstellung der  Lage der  Arbeiter in
       Deutschland von 1917/18 bis 1932/33, Berlin (DDR) 1966, S. 124.
       13) Eberhard Czichon, Der Primat der Industrie im Kartell der na-
       tionalsozialistischen Macht, in: Das Argument 47 (1968), S. 185.
       14) Eberhard Czichon,  Der Bankier  und die  Macht, Hermann Josef
       Abs in der deutschen Politik, Vorwort von George W.F. Hallgarten,
       Köln 1970, S. 179 f.
       15) Rudolf Hickel,  Kapitalfraktionen,  Thesen  zur  Analyse  der
       herrschenden Klasse, in: Kursbuch 42 (1975), S. 148.
       16) Frank Deppe/Heinz  Jung, Entwicklung  und Politik  der  herr-
       schenden Klasse  in der Bundesrepublik, in: Ulrich Albrecht u.a.,
       Beiträge zu einer Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Köln
       1979, S. 451.
       17) Kurt Gossweiler,  Die Rolle  der Großbanken im Imperialismus,
       in: Deutsche Akademie der Wissenschaften, Institut für Geschichte
       (Hrsg.), Jahrbuch  für Wirtschaftsgeschichte 1971, Teil III, Ber-
       lin (DDR) 1971, S. 42.
       18) Alfred Schröter, Einige methodologische Fragen der Entstehung
       und Entwicklung  monopolistischer Gruppierungen  in  Deutschland,
       a.a.O., S. 138.
       19) Jean Pierre  Meynard, Der monopolistische Staat und die neuen
       Widersprüche der Reproduktion, in: Marxismus Digest 32 (1977), S.
       125.
       20) Kurt Gossweiler,  Großbanken  -  Industriemonopole  -  Staat,
       a.a.O., S. 83.
       21) Institut für  Gesellschaftswissenschaften  beim  ZK  der  SED
       (Hrsg.), Der  Imperialismus der  BRD, Frankfurt  am Main 1971, S.
       59.
       22) Eberhard Czichon, Der Bankier und die Macht, a.a.O., S. 178.
       23) So: Heinz  Jung, Die  privatmonopolistische Entwicklungsvari-
       ante des  staatsmonopolistischen Kapitalismus der BRD: Vorausset-
       zungen, Inhalt,  Perspektiven,  Entwicklungstendenzen  1973-1978,
       in: Institut  für Marxistische  Studien und  Forschungen (Hrsg.),
       Marxistische Studien,  Jahrbuch des  IMSF 1  (1978), Frankfurt am
       Main 1978, S. 9 f.
       24) Peter Hess,  Ökonomische Grundlagen  für Differenzierungspro-
       zesse  in  der  Monopolbourgeoisie,  in:  Wirtschaftswissenschaft
       3/1972, S. 403.
       25) So z.B.  Kurt Pritzkoleit,  Männer, Mächte,  Monopole, Hinter
       den Türen  der westdeutschen  Wirtschaft, Düsseldorf 1953; ders.,
       Wem gehört  Deutschland?, Eine Chronik von Besitz und Macht, Mün-
       chen/Wien/Basel 1957.
       26) Siehe Niels  Kadritzke, Faschismus  und Krise, Zum Verhältnis
       von Politik  und Ökonomie  im Nationalsozialismus,  Frankfurt  am
       Main/New York 1976, S. 138.
       27) Ebd., S. 133.
       28) Frank Deppe/Heinz  Jung, Entwicklung  und Politik  der  herr-
       schenden Klasse in der Bundesrepublik, a. a. O., S. 455.
       29) Eike Hennig,  Monopolgruppentheorie in der DDR, diskutiert an
       "Großbanken, Industriemonopole,  Staat" von  Kurt Gossweiler, in:
       Leviathan 1/1973, S. 143.
       30) Ders., Materialien  zur Diskussion der Monopolgruppentheorie,
       Anmerkungen zu  Kurt Gossweilers  "Großbanken, Industriemonopole,
       Staat", in: Neue Politische Literatur 2/1973, S. 192. Ähnlich ar-
       gumentiert  auch  Joachim  Radkau.  Vgl.:  George  W.F.  Hallgar-
       ten/Joachim Radkau,  Deutsche Industrie  und Politik von Bismarck
       bis heute, Frankfurt am Main/Köln 1974, S. 281 f.
       31) Norman Paech, Staat und Krise - Krise des Staats?, in: Werner
       Goldschmidt (Hrsg.),  Staat und  Monopole (III), Argument-Sonder-
       band 36 (1979), S. 25.
       

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