Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 03/1980


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       DIE BRÜDER ERMEN IN MANCHESTER
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       Biographische Anmerkungen zu Friedrich Engels' Geschäftspartnern
       ----------------------------------------------------------------
       
       Michael Knieriem
       
       Anläßlich des  150. Geburtstages  von Friedrich  Engels fand  vom
       25.-29. Mai  1970 eine Internationale wissenschaftliche Konferenz
       in Wuppertal statt. 1)
       Zu Beginn  der zweiten  Session  dieser  Konferenz,  deren  Thema
       "Engels   als   Geschäftsmann   und   Wirtschaftswissenschaftler"
       lautete, beschäftigte  sich W.O.  Henderson in seinem Vortrag mit
       Engels'  Aufenthalt   in  Manchester.   2)   Während   der   sich
       anschließenden Diskussion  sprach Heinrich  Gemkow, Berlin (DDR),
       die Hoffnung  aus, daß die vielen Geschäftsbriefe, die Engels als
       Angestellter  oder  Associé  geschrieben  hatte,  in  Europa  und
       Übersee noch  aufzufinden wären,  und rief  daher zu  verstärkten
       Nachforschungen auf.  Gemkow richtete  dann seine  Aufmerksamkeit
       auf die  Persönlichkeit Gottfried  Ermens und  stellte fest,  daß
       Ermen kein angenehmer Geschäftspartner gewesen sein müsse. 3)
       Tatsächlich ist  bisher nur eine gründliche Arbeit veröffentlicht
       worden, die sich speziell mit der Firma "Ermen & Engels" beschäf-
       tigt hat. 4) Dem Verfasser ist bisher weder eine Untersuchung be-
       kannt geworden,  in der  Geschäftsbriefe von  Engels' Hand publi-
       ziert worden  wären, geschweige  denn eine biographische Untersu-
       chung über den Personenkreis der Gebrüder Ermen. In seiner Studie
       blieb Henderson  bezüglich der biographischen Daten zu den Gebrü-
       dern Ermen  auf eine Arbeit des Kapitäns der britischen Kriegsma-
       rine Antony C.G. Ermen, einem direkten Nachkommen eines der Teil-
       haber der Firma "Ermen & Engels", angewiesen. 5)
       Die Tatsache, daß Friedrich Engels mehr als zwanzig Jahre mit den
       Gebrüdern Ermen  nolens volens  auf das engste verbunden war, mag
       es gerechtfertigt  erscheinen lassen, sich mit dieser Familie et-
       was näher  auseinanderzusetzen, obwohl  das hier vorgelegte Mate-
       rial keineswegs  ausreicht, biographische Angaben im Hinblick auf
       die Herausgabe  der MEGA ² so vollständig wie möglich bereitstel-
       len zu  können. Wenn  hier einige Mosaiksteine geboten werden und
       diese Anlaß für weiterführende Forschungen geben könnten, so wäre
       der Zweck dieser Miszellen erfüllt.
       Friedrich Engels hielt sich insgesamt viermal für einen mehr oder
       weniger lang  dauernden Zeitraum in Manchester auf: das erste Mal
       im Juli  des Jahres  1838 -  also noch  vor Beginn  seiner Bremer
       Lehrzeit -  in Begleitung seines Vaters. Hier wurde er vermutlich
       Zeuge der  vertraglich geregelten  Umbenennung der  Firma - Peter
       Ermen & Co." in - Ermen & Engels". 6)
       Das zweite  Mal reiste  Engels  zusammen  mit  seinem  ehemaligen
       Schulkameraden Karl August Erbslöh 7) über Köln, Ostende und Lon-
       don nach  Manchester, um  dort seine  kaufmännische Ausbildung in
       der Baumwollspinnerei  "Ermen & Engels" abzuschließen. Gleichzei-
       tig hatte  er die  Interessen seines Vaters dort zu vertreten so,
       wie umgekehrt  Anton Ermen die Belange seines älteren Bruders Pe-
       ter in  der Spinnerei  - Ermen & Engels" in Engelskirchen wahrzu-
       nehmen hatte. 8) Ein wichtiges Ereignis im Leben des jungen Kauf-
       manns und  Journalisten war  das erste  Zusammentreffen mit  Karl
       Marx am 16. November 1842 in Köln. 9)
       Am 19. November wurden Engels und Erbslöh von den Londoner Hafen-
       behörden registriert. 10) Es kann als ziemlich sicher gelten, daß
       Engels sich  noch einige Tage in London aufhielt, bevor er Anfang
       Dezember seine  Tätigkeit auf dem Kontor der väterlichen Firma in
       Manchester aufnahm. 11)
       Es ist  erstaunlich zu  sehen, wie  rasch es Friedrich Engels ge-
       lang, sich  mit den  englischen Verhältnissen vertraut zu machen,
       und wie  schnell er in der Lage war, sich in die zeitgemäßen Fra-
       gestellungen einzudenken.  Seine dritte "englische" Korrespondenz
       für die  "Rheinische Zeitung"  bezieht sich  teilweise schon sehr
       konkret auf die Vorgänge in Manchester. 12) Vermutlich durch sei-
       nen Vater, oder aber durch dessen Partner Peter Ermen, war Engels
       über den  Versuch der englischen Arbeiter, im August 1842 in Lan-
       cashire und  Yorkshire einen  Generalstreik durchzuführen, beson-
       ders gut unterrichtet. Hatte doch die Firma "Ermen & Engels" sich
       im "Manchester  Guardian" vom 27. August 1842 sogar für die Hilfe
       der Polizei  zum Schutz ihres Eigentums während der Unruhen durch
       eine Anzeige öffentlich bedankt. 13)
       In der zweiten Hälfte des Monats August verläßt Engels Manchester
       und reist  über Paris und Aachen nach Barmen zurück. 14) Etwa vom
       23. August  bis zum  2. September  besucht er  Karl Marx  für die
       Dauer von  zehn Tagen  in Paris.  Während dieser Zeit stellt sich
       ihre "Übereinstimmung  auf allen  theoretischen Gebieten" heraus.
       15)
       Nach einem  höchst unerquicklichen  und spannungsgeladenen Inter-
       mezzo in  Barmen und Engelskirchen übersiedelt Engels Mitte April
       1845 endgültig nach Brüssel. 16) Die häusliche Atmosphäre war zum
       Zerreißen gespannt  gewesen. Möglicherweise  hatte der Vater auch
       die erste  gemeinsame Arbeit  von Marx  und Engels  in einer  der
       Buchhandlungen des  Wuppertals entdeckt.  17) Immerhin gelingt es
       Engels hier  in Barmen,  sein bedeutendstes  Jugendwerk "Die Lage
       der arbeitenden  Klasse in  England" abzuschließen.  18)  Gleich-
       zeitig organisiert  er zusammen  mit Moses Hess und Gustav Adolph
       Köttgen in  Elberfeld Versammlungen,  auf denen zum ersten Mal in
       Deutschland kommunistisches  Gedankengut -  wenn auch  noch weit-
       gehend an  frühsozialistischen Utopien  jener Zeit  orientiert  -
       einem größeren  Publikum propagiert  wird. 19) Darüber hinaus mag
       die Tatsache, daß Engels nun doch nicht an der Bonner Universität
       wegen des  Zerwürfnisses mit  dem Vater  studieren konnte, seinen
       Beschluß zur Übersiedlung nach Brüssel bestärkt haben. 20)
       In Brüssel begannen Marx und Engels gemeinsam mit der Erarbeitung
       des historischen  und dialektischen  Materialismus. Hier  stellte
       sich ein  unüberwindbarer Gegensatz  zu ihren bisherigen philoso-
       phischen Weggefährten  heraus, der sich in der "Deutschen Ideolo-
       gie" niederschlug. 21)
       Die dritte  - nur  kurze -  Reise nach  Manchester im Sommer 1845
       traten Marx und Engels gemeinsam an, um in der Chetham-Bibliothek
       dieser Stadt zu arbeiten und neue Kontakte zu knüpfen. 22) Dieser
       Aufenthalt in  Manchester bedeutet  für Engels insofern eine Aus-
       nahme, als  er keinen  geschäftlichen Zielen dient. Auf der Rück-
       fahrt nach  Brüssel wird  Engels von  seiner Lebensgefährtin Mary
       Burns begleitet. 23)
       Nach dem Scheitern der Revolution 1849 gelingt es dem steckbrief-
       lich gesuchten  Engels, von der Schweiz über Genua mit dem engli-
       schen Segler  "Cornish Diamond"  nach England zu entkommen. Seine
       Ankunft in  London ist  unter dem  12. November 1849 registriert.
       24) Warum  Engels nicht in London und damit nicht in der Nähe von
       Karl Marx  blieb, erscheint  zunächst schwer  verständlich.  Aber
       London war gerade in dieser Zeit mit deutschsprachigen Flüchtlin-
       gen überfüllt,  so daß  seine Hoffnungen,  einen einigermaßen gut
       dotierten Posten  zu erhalten, sich zerschlagen mußten. So war er
       gezwungen, in  den sauren  Apfel  zu  beißen  und  eine  zunächst
       schlecht bezahlte Stellung bei "Ermen & Engels " anzunehmen. Die-
       ser vierte und bei weitem längste Aufenthalt in Manchester sollte
       ihn hier für die Dauer von fast zwanzig Jahren festhalten, bis er
       dem -  doux commerce"  im Jahre  1869 für  immer "Lebewohl" sagen
       konnte. 25)
       Weiter oben  habe ich  die Arbeit  des Kapitäns Antony C.G. Ermen
       bereits erwähnt,  aus der W.O. Henderson zitiert. 26) Es kann je-
       doch kein Zweifel daran bestehen, daß Antony Ermen noch über Ori-
       ginalbriefe aus der Frühzeit der Firma "Ermen & Engels" verfügte,
       aus denen  er Material  hatte  schöpfen  können.  Es  zeigt  sich
       jedoch, daß Ermen mit der Herausgabe seines Maschinenskriptes ei-
       nige Verwirrung  durch Halbwahrheiten  und Ungenauigkeiten  stif-
       tete, die  Henderson dann mangels geeigneter Quellen bzw. Litera-
       tur übernahm.  Hinzu kam, daß Ermen - wie er übrigens selbst ein-
       räumt - sich außerstande sah, die in deutscher Sprache abgefaßten
       Briefe korrekt  zu lesen  und zu  übersetzen. Nicht uninteressant
       ist der  krampfhafte Versuch  Ermens, die Familie selbst wie auch
       die Herkunft  der Frauen allein auf die Niederlande bzw. auf Eng-
       land beschränkt  zu sehen. So sollen hier zunächst einmal die ge-
       sicherten Namen und Daten derjenigen Familienmitglieder der Fami-
       lie Ermen  folgen, die  einen unmittelbaren  Bezug  entweder  zur
       Firma "Ermen  & Co.", - Ermen & Engels" oder "Ernten & Roby" hat-
       ten. 27)
       Ich lasse  hier ein  genealogisches Schema  folgen, das durch zu-
       sätzliche Angaben  von Antony Ermen bzw. von Friedrich Engels an-
       gereichert wurde: 28)
       
       (1) Gottfried Ermen
       * Bergeyk 13. November 1765
       + Hachenburg 24. Juli 1814
       erwirbt am 6. Oktober 1803 das
       Bürgerrecht in's-Hertogenbosch.
       Seit 1810 Bürger und Gastwirt in
       Hachenburg. 29
       oo Hachenburg 13. April 1796
       Johannetta Philippine Bertram
       * Hachenburg 1. Mai 1773
       + Hachenburg 28. April 1842
       (4 Kinder - 2.1. - 2.4. - von insgesamt 8)
       2.1. Francis Bernhard Ermen
       * Bergeyk 20. Juli 1798
       + Wiesbaden 1865 [?]
       Schenkwirt zu Hachenburg, später
       angeblich Hotelbesitzer zu Wiesbaden.
       oo Hachenburg 20. Oktober 1825
       Auguste Elisabeth Bohle
       * Hachenburg 14. Dezember 1806
       + [?] (2 Kinder - 3.1.1. - 3.1.2. - von insgesamt 7)
       3.1.1. Heinrich Eduard Ermen
       * Hachenburg 26. Juni 1833
       + 1913
       oo [?] Friederika Schwabe
       Im Jahre 1850 überträgt ihm dessen
       Onkel Gottfried (2.4.) eine Unter-
       nehmensbeteiligung an der Firma
       "Ermen & Engels"; seit 1875 Partner.
        (mehrere Kinder)
       3.1.2. Franz Julius Ermen
       * Hachenburg 1. November 1840
       + [?]
       oo [?] Johanna Ermen
       * Alsbach/Bz. Köln 31. Dezember 1848
       Kam nach Manchester, im Jahre 1859
       überträgt ihm sein Onkel Gottfried (2.4.)
       eine Beteiligung an der Firma "Ermen &
       Engels"; seit 1875 Partner. Er scheidet
       1896 aus der Firma aus. Verkauft zusammen
       mit seinem Vetter Francis J. Gottfried
       Ermen (3.2.2.) das Unternehmen 1899
       an die "English Sewing Cotton & Co."
       2.2. Peter Albertus Ermen
       * Bergeyk 29. Juni 1800
       + Dawlish, Devonshire 1889
       Kam zusammen mit seinem Vater etwa 1810
       nach Hachenburg, ging 1820 nach Manchester;
       gründete 1826 eine Baumwollspinnerei in
       Blackfriars, eine solche 1837 zusammen mit
       Friedrich Engels sen. in Manchester,
       zog sich Anfang 1852 vom Geschäft zurück,
       (mehrere Kinder, darunter 3.2.1. u. 3.2.2.)
       3.2.1. Mary Ann Mathilde Ermen
       * [?] + [?]
       oo John Henry Roby B. A.
       * 1830 + 1915
       Lektor für klassische Philologie.
       Seit 1869 Tätigkeit in der Firma
       "Ermen & Engels", seit 1874 in der
       Firma "Ermen & Roby".
       3.2.2. Francis J. Gottfried Ermen
       * 1849 + Bath, Somerset 1925
       Dessen Onkel Gottfried (2.4.) überträgt
       ihm 1867 eine Unternehmensbeteiligung an
       der Firma "Ermen & Engels"; seit 1875
       Partner. Verkauft zusammen mit seinem Vetter
       Franz Julius Ermen (3.1.2.) das Unternehmen
       1899 an die "English Sewing Cotton & Co.",
       seit 1898 Friedensrichter in Eccles.
       2.3. Gottfried Anton Ermen
       * 's-Hertogenbosch 12. Februar 1807
       + Barton upon Irwell, Eccles 1886
       Kam 1830 nach Manchester, lebte seit
       1841 in Braunswerth [Engelskirchen],
       trat 1874 aus dem Unternehmen aus.
       oo [?] ca. 1836
       Johanna Emilie Julie Sartorius
       * Köln [?]
       2.4. Peter Jakob Gottfried Ermen
       * Hachenburg 6. Oktober 1811
       + Dawlish/Devonshire 20.9.1899
       ledig
       Kam 1830 durch Vermittlung seines älteren
       Bruders Peter Albert Ermen (2.2.) nach
       Manchester, übernahm 1851 von diesem die
       Leitung der Firma Ermen & Engels in Manchester,
       trat 1877 aus dem Unternehmen aus. Er vermachte
       dem Armenhaus seiner Vaterstadt Hachenburg eine
       beträchtliche Summe.
       
       Ein Brief  von Peter Albert Ermen (2.2.), wenige Tage nach seiner
       Ankunft in Manchester geschrieben, soll hier im Anhang abgedruckt
       werden. 30)  Peter Albert  war also  nicht, wie  später behauptet
       wurde, erst  im Jahre 1825 nach England gekommen, sondern bereits
       1820. Der  Brief an  seine Mutter  wirft ein deutliches Licht auf
       die Verhältnisse in jener Zeit in England, andererseits aber auch
       auf den  Briefschreiber selbst. Bemerkenswert erscheint Ermen of-
       fensichtlich ein  gut organisiertes Verkehrswesen, das er auf dem
       Kontinent gewiß  nicht vorfinden  konnte. Es scheint Stolz mitzu-
       schwingen, wenn  er schreibt:  "... während  welcher Zeit ich nur
       ein einziges  Mal eine  kleine halbe Stunde Zeit, etwas zu genie-
       ßen, hatte",  Stolz über  die eigene physische Leistung und nicht
       etwa Bedauern über die verlorene Beschaulichkeit. Obwohl er schon
       drei Tage in der Stadt weilt, kennt er eigentlich nur seine Wohn-
       und Arbeitsstätte.  Das Innere  der Stadt mit seinen Prachtbauten
       als auch den großartigen technischen Neuerungen finden nicht sein
       unmittelbares Interesse.  Als "schön"  empfindet er an Manchester
       all diejenigen Einrichtungen, die mit denen der Niederlande iden-
       tisch sind:  die Architektur und Möblierung der Häuser, aber auch
       die Heidelandschaft.
       Ermen war  mit dem  festen Vorsatz  nach England  gekommen,  hier
       "Geld zu machen".
       Sein pragmatisches  Denken läßt  nur eine  blutleere Beschreibung
       der dortigen Verhältnisse zu. Wie anders hatte sich der junge En-
       gels nach seinem ersten Englandbesuch achtzehn Jahre später geäu-
       ßert! Selbst  Peters eigener  Bruder Gottfried Anton beklagt sich
       in einem  Brief über dessen - Sklavenhaltermethoden" 31), die ihm
       keine Zeit ließen, neben seiner Arbeit die "angenehmen Seiten des
       Lebens" wahrzunehmen.
       
       Anhang:
       -------
                                           Manchester 28. April 1820
       Vielgeliebte Mutterl!
       Meinen Brief  aus London  vom 23.  oder 24. dieses schätze ich in
       Deinem Besitz  und komme  daher auf  darin behandelte Gegenstände
       nicht ferner  zurück, doch will ich zum Überfluß meine Adresse am
       Fuße dieses noch einmal bemerken.
       Seit Donnerstagabend  bin ich  nun hieran  Ort und  Stelle, recht
       müde zwar,  denn ich  fuhr mit  der Mail  oder Briefkutsche in 22
       Stunden 184  englische Meilen,  während welcher  Zeit ich nur ein
       einziges Mal  eine kleine  halbe Stunde  Zeit, etwas zu genießen,
       hatte, kam  ich an und habe mich bei meinem Prinzipal Herrn Shen-
       ton 32) eingemietet, bei dem ich auch esse und trinke. Soviel ich
       diesen Mann  nach unserem  dreitägigen Bekanntsein  zu beurteilen
       imstande bin,  scheint er  mir äußerst brav und gut, er ist dabei
       ganz anspruchslos, und er geht mit mir nicht wie mit einem Unter-
       gebenen, sondern  wie mit  einem Kollegen um. Dieses tut einem in
       einem so  ganz fremden Lande sehr gut, und ich glaube, wenig Zeit
       nötig zu  haben, um mich ganz heimisch zu fühlen, Herr Troost 33)
       ist ebenfalls  sehr freundschaftlich, und ich komme erst eben mit
       ihm und  Shenton von einer Spaziertour zurück, nachdem ich diesen
       Mittag bei  ihm speiste.  - Weil  ich nicht in Manchester selbst,
       sondern der  gesünderen und  angenehmeren Lage  wegen eine  halbe
       Stunde davon  auf dem  Lande wohne,  so kenne  ich das Innere der
       Stadt noch nicht ganz, doch glaube ich, gleicht dasselbe ganz dem
       schon gesehenen  Teil und  alsdann kann  ich es  weder sehr schön
       noch häßlich  nennen. Die  Häuser sind  wie in  Holland von roten
       Backsteinen erbaut,  und ist  die Form  verschieden,  auch  fehlt
       ihnen das  freundliche Rot  jener,  weil  der  durch  die  vielen
       Spinnereien, Fabriken  und Färbereien  erzeugte  Kohlenstoff  die
       Häuser schwärzt  und keinen  Anstrich zuläßt.  Die  Straßen  sind
       übrigens  meistens   ziemlich  breit  und  licht.  Die  Lage  von
       Manchester gefällt  mir gut,  die Gegend  umher ist  eine nur von
       Heide unterbrochene  Ebene von  dem Fluß  Irwell  durchschnitten,
       Einwohner zählt  man hier 156 000. Die Mobiliare der Häuser finde
       ich mit  denen in  Holland übereinstimmend;  in den Gängen sowohl
       als auf den Treppen und in allen Stuben Teppiche, alle Möbel, als
       Stühle, Tische,  Betten, Kommoden sind von Mahagoniholz und schön
       gearbeitet. So  schön ich  dies alles finde, so sehr mißfällt mir
       fürs erste  die englische  Kost,  die  meinem  Urteile  nach  der
       deutschen bei  weitem weichen  muß; dies  gestehen die Engländer,
       welche gereist  sind, selbst.  Die Gemüse  sind schlecht  und  in
       geringer Anzahl  vorhanden, Suppen  kennt man  nicht, und nur von
       fleisch allein  muß und  kann man  sich erholen,  denn das  Brot,
       obgleich es  hier recht  gut schmeckt,  wird verhältnismäßig  nur
       wenig gegessen.  Ich sehe  die  Engländer  während  einer  ganzen
       Mahlzeit zu  ihren kräftigen  und fetten Fleischspeisen oft nicht
       einen Bissen  Brot nehmen. Die Kartoffeln spielen in England eine
       ebenso wichtige Rolle als in der ganzen Welt. - Das Klima scheint
       mir hier  etwas kälter  als auf  dem festen Lande zu sein, unsere
       Obstbäume blühen  jetzt erst, und in den Kaminen ist noch überall
       Feuer, doch sollen die Winter nicht so streng sein und die Schafe
       meistens während desselben im freien bleiben können. -
       In drei  Wochen werde ich hier einem mir noch ganz fremden Schau-
       spiel beiwohnen, nämlich dem in England so beliebten Pferderennen
       und Hahnengefechten; es ist dazu hier in der Nähe auf einem Hügel
       ein besonderer  mit einem  Amphitheater umgebener  Platz. Es wird
       bei dergleichen Gelegenheiten von den Zuschauern immer und oft um
       große Summen gewettet.
       Da Du  wahrscheinlich bald  an Marianne  34) schreibst,  so bitte
       ich, ihr  zu sagen,  daß ich das für Dick 35) bestellte Tuch noch
       nicht bestellt,  weil ich noch nicht an meinen freund geschrieben
       hätte, daß  solches aber  nun in  den nächsten Tagen geschehe und
       er, wenn  auch nicht  gleich,  doch  auf  den  Empfang  desselben
       rechnen könne.  Beide bitte  ich übrigens aufs beste zu grüßen. -
       An Bertram  36) schreibe  ich baldmöglichst,  sage ihm dies gfl.,
       wenn er dorthin kommen sollte.
       Genehmige, liebe  Mutter, meine  herzlichen Wünsche für Dein fer-
       neres Wohlergehen, und sei versichert, daß ich auch in der fremde
       nicht aufhöre zu sein
       Dein Dich liebender Sohn P.
       An alle meine herzlichen Grüße, Meine Adresse ist:
       Mr Pet Ermen, care of Messrs Wrm Shenton & Co.
       franco Küste Manchester
       Nur ja  immer auf ganze Bögen geschrieben und nicht beigeschlagen
       oder halbe Blätter genommen.
       
       [Umschlag]
       Poststempel                  Via Ostend
       Manchester                   Herrn
                                    Gottfr. Ermen seel. Wb
                                    Hachenburg
                                    Duché de Nassau
                                    p. Cöln & Siegburg
       
       _____
       1) Die Ergebnisse  der Wuppertaler  Konferenz sind  in einem  von
       Hans Feiger  sorgfältig betreuten  Band veröffentlicht: Friedrich
       Engels 1820-1970,  Referate, Diskussionen,  Dokumente.  Redaktion
       Hans Feiger, Schriftenreihe des Forschungsinstitus der Friedrich-
       Ebert-Stiftung, Bd. 85, Hannover 1971.
       2) W.[illiam] O.[tto]  Henderson, Friedrich Engels in Manchester,
       in: Friedrich Engels 1820-1970, a.a.O., S. 27-38.
       3) Vgl. ebd., S. 59.
       4) W.[illiam] O.[tto]  Henderson, The  Firm of  Ermen & Engels in
       Manchester, in:  Internationale  Wissenschaftliche  Korrespondenz
       zur Geschichte  der deutschen Arbeiterbewegung, hrsg. v.d. Histo-
       rischen Kommission  zu Berlin  v. Henryk  Skrzypczak,  H.  11/12,
       1971, S. 1-10.
       5) A.[ntony] C.G.  Ermen, The  Three Red Towers, Maschinenskript,
       o.O. 1965.  Diese Arbeit  legt den  Schwerpunkt auf genealogische
       Untersuchungen, die  aber kaum  durch Quellen belegt werden, son-
       dern wohl  mehr auf  mündlicher Überlieferung  beruhen. Der Titel
       "The Three  Red Towers"  - "Die  drei roten Türme" - ist eine An-
       spielung auf das angebliche (?) Familienwappen dieser Familie Er-
       men. Ohne  dies kenntlich  zu machen,  zitiert der  Verfasser aus
       wohl noch vorhandenen Familienbriefen, räumt aber ein, daß er we-
       der der  niederländischen noch  der deutschen Sprache mächtig sei
       bzw. die  Briefe nicht richtig entziffern könne. Ein Versuch, mit
       A.C.G. Ermen  brieflich in Kontakt zu kommen, blieb ohne jede Re-
       sonanz.
       6) Vgl. Michael  Knieriem, Über  Friedrich Engels,  Privates, Öf-
       fentliches und  Amtliches. Aussagen  und Zeugnisse von Zeitgenos-
       sen. Nachrichten  aus dem  Engels-Haus, H.  2, Wuppertal 1979, S.
       29. Die  Beschreibung der  Reise mit dem Schiff und mit dem neuen
       Verkehrsmittel Eisenbahn, findet sich in dem von Engels verfaßten
       Artikel  "Landschaften",   in:  Telegraph  für  Deutschland,  Nr.
       122"123, Juli/August  1840, wiederabgedruckt in: MEW, EB II, Ber-
       lin (DDR) 1973, S. 68"74, hier: S. 72 f.
       Die Firma  wurde mit  Wirkung vom  1. August 1838 umbenannt; seit
       dem 20. Februar 1837 datiert die Partnerschaft zwischen Friedrich
       Engels sen. und Peter Ermen. Vgl. hierzu auch Hans Feiger/Michael
       Knieriem, Friedrich Engels als Bremer Korrespondent des Stuttgar-
       ter  "Morgenblattes  für  gebildete  Leser"  und  der  Augsburger
       "Allgemeinen Zeitung", Schriften aus dem Karl-Marx-Haus, hrsg. v.
       Karl-Marx-Haus, Trier,  und dem Friedrich Engels-Haus, Wuppertal,
       H. 15, Trier 1976 ², S. 65.
       7) Karl August  Erbslöh (1819-1894)  besuchte von Ostern 1831 bis
       Herbst 1833  die Barmer  Stadtschule, wurde  später Fabrikant  in
       Barmen. Sein Sohn heiratete eine Nichte Engels'.
       8) Gottfried Anton  Ermen lebte  seit mindestens  1841 in Brauns-
       werth/Engelskirchen, wo  auch die  meisten seiner  Kinder geboren
       waren. Laut einer freundlichen Mitteilung des Nordrhein-Westfäli-
       schen Hauptstaatsarchivs  Düsseldorf vom 30.4.1980 ließ sich eine
       Einbürgerung  von   G.A.  Ermen  in  den  Einwanderungsakten  des
       Landratsamtes Wipperfürth nicht nachweisen.
       9) Vgl. den  Brief Friedrich  Engels' an Franz Mehring in Berlin,
       London, Ende  April 1895: "Als ich gegen Ende Nov. [1842] auf der
       Durchreise nach  England wieder vorsprach, traf ich Marx dort [in
       der Redaktion  der "Rheinischen Zeitung"], und hatten wir bei der
       Gelegenheit unser  erstes sehr  kühles Zusammentreffen...",  vgl.
       MEW, Bd.  39, S.  473 f. hier: S. 473. Engels' Aufenthalt in Köln
       läßt sich  für den 16. November 1842 nachweisen: vgl. "Kölnischer
       Anzeiger mit  dem Kölner Fremdenblatt verbunden", Nr. 272 vom 17.
       November 1842,  "Verzeichnis der  gestern  angekommenen  Fremden:
       [Hotel] Wiener  Hof [...] Engels, dito [Kaufmann] a.[us] Barmen",
       vgl. auch:  Michael Knieriem, Über Friedrich Engels..., a.a.O. S.
       81.
       10) Vgl. das  Ankunfts-Zertifikat für  den Londoner Hafen vom 19.
       November 1842,  in: Public  Record Office London, HO 2/108 18424,
       abgedruckt  in:   Michael  Knieriem,  Über  Friedrich  Engels...,
       a.a.O., S. 82.
       11) Vgl. Friedrich Engels' Korrespondenz in der "Rheinischen Zei-
       tung", Nr.  358 vom  24. Dezember 1842: "Stellung der politischen
       Partei. *+*  Aus Lancashire.  15. Dezember." Wiederabgedruckt in:
       MEW, Bd. 1, S. 461-463.
       12) Vgl. Friedrich Engels' Korrespondenz in der "Rheinischen Zei-
       tung" Nr.  343 und  344 vom 9. und 10. Dezember 1842: "Die innern
       Krisen. ***  London, den 30. November." Wiederabgedruckt in: MEW,
       Bd. 1, S. 456-460, hier bes. S. 459 f.
       13) Vgl. W.[illiam] O.[tto] Henderson, The Firm of Ermen & Engels
       in Manchester, a.a.O., S. 3.
       14) Das "Aachener Fremdenblatt. Auch Unrerhaltungs- und Anzeigen-
       blatt" vom  3. September  1844 weist den Aufenthalt von Engels im
       Hotel "Mainzer Hof" aus. Vgl. auch: Michael Knieriem, Über Fried-
       rich Engels..., a. a. O., S. 98.
       15) Vgl. Karl  Marx. Chronik seines Lebens in Einzeldaten, Moskau
       1934, S. 24 f.
       16) Vgl. hierzu  das Auswanderungsgesuch  Friedrich Engels'  nach
       England vom  14. April  1845, erstmals veröffentlicht in: Michael
       Knieriem, Ein  unbekanntes Auswanderungsgesuch  Friedrich Engels'
       nach England,  in: Zeitschrift  des Bergischen Geschichtsvereins,
       Bd. 87,  Jg. 1974/76,  Neustadt/Aisch 1977,  S. 105-109, hier: S.
       106 f.  Vgl. auch die Anmeldung Friedrich Engels' in Brüssel, rue
       de l'Alliance  7, vom  26. August  1845; ein Aufsatz über Engels'
       Anmeldung in Brüssel v. Verf. ist in Vorbereitung.
       17) Es handelt  sich hierbei  um die  Arbeit von Friedrich Engels
       und Karl  Marx: Die  heilige Familie  oder Kritik  der kritischen
       Kritik. Gegen  Bruno Bauer und Konsorten, Frankfurt/M. 1845, wie-
       derabgedruckt in: MEW, Bd. 2, S. 3-223.
       18) Vgl. Friedrich  Engels, Die  Lage der  arbeitenden Klasse  in
       England. Nach eigener Anschauung und authentischen Quellen, Leip-
       zig 1845, wiederabgedruckt in: MEW, Bd. 2, S. 225-506.
       19) Vgl. hierzu:  Helmut Hirsch,  Carnaps Bericht über die Elber-
       felder Versammlungen. Ein Dokument zur Geschichte des rheinischen
       Frühsozialismus, in:  Bulletin of  USG, Bd. 8, Amsterdam 1953, S.
       104"114, sowie:  Michael Knieriem,  Zwei  unbekannte  Aktenstücke
       über die Elberfelder Versammlungen im Jahre 1845. Ein Beitrag zur
       Geschichte des  rheinischen Frühsozialismus, in: Mitteilungen des
       Stadtarchivs, der  Abteilung für  Stadtgeschichte  und  Frühindu-
       strialisierung  des   Fuhlrott-Museums  und  des  Bergischen  Ge-
       schichtsvereins, Abt.  Wuppertal, H.  l, 1976, S. 12"21. Vgl. be-
       sonders auch  die diesbezüglichen  Berichte des Wuppertaler Dich-
       ters Adolph  Schults im  Rahmen seiner  Korrespondenzen  für  das
       Stuttgarter "Morgenblatt  für gebildete Leser", Nr. 78 und 79 vom
       1. und  2. April  1845, auszugsweise wiederabgedruckt in: Michael
       Knieriem, Über Friedrich Engels..., a.a.O., S. 112 f.
       20) In der  Bescheinigung des Barmer Bürgermeisters Wilkhaus, die
       Engels am  17. April  1845 dem  Bürgermeister von Brüssel präsen-
       tierte, wurde  ausdrücklich bestätigt,  daß Engels mit Zustimmung
       seines Vaters  die Bonner  Universität beziehen könnte. Das Doku-
       ment ist erstmals abgedruckt in: Michael Knieriem, Über Friedrich
       Engels..., a.a.O., S. 118.
       21) Vgl. Karl Marx/Friedrich Engels, Die deutsche Ideologie. Kri-
       tik der  neuesten deutschen  Philosophie in  ihren Repräsentanten
       Feuerbach, B. Bauer und Stirner, und des deutschen Sozialismus in
       seinen verschiedenen Propheten, in: MEW, Bd. 3, S. 5-530.
       22) Vgl. hierzu  die Notiz  in der  "Trier'schen Zeitung" vom 16.
       Juli 1845.  "Belgien. Brüssel. 12. Juli: Die Herren Carl Marx und
       Friedrich Engels  haben in  diesen Tagen  eine Reise nach England
       angetreten, um  die für  ihre Arbeiten nöthigen Untersuchungen an
       Ort und Stelle zu vervollständigen. Wie es heißt, werden sie bin-
       nen Kurzem  ein Werk  über Nationalökonomie  dem Publikum überge-
       ben." Vgl.  hierzu auch:  Michael Knieriem,  Über  Friedrich  En-
       gels..., a.a.O., S. 128. Von Marx' und Engels' Aufenthalt in Man-
       chester zeugt auch der Brief Georg Ludwig Weerths an seine Mutter
       Wilhelmine Weerth,  geb. Burgmann in Detmold, Brüssel, 23. August
       1845, vgl. Marx-Engels-Jahrbuch 1, S. 410.
       23) Dies ist zumindest einer brieflichen Bemerkung Jenny Marx' zu
       entnehmen, vgl.  ihren Brief an Karl Marx in Brüssel, Trier, nach
       dem 24.  August 1845: "[...] Ist Engels solo mit heimgekehrt oder
       à deux?" Vgl. MEGA ² III, I, S. 479 ff., hier: S. 480.
       24) Vgl. Public  Record Office, London, Home Office, Alien Lists,
       H.O. 3,  Bd. 54,  erstmals zitiert  in: Hans Pelger/Michael Knie-
       riem, Friedrich  Engels als  Bremer Korrespondent...,  a.a.O., S.
       77.
       25) Vgl. den  Brief Friedrich  Engels' an Marx in London, Manche-
       ster, 1. Juli 1869, wiederabgedruckt in: MEW, Bd. 32, S. 329 f.
       26) Vgl. Anm. Nr. 5.
       27) Am 20.  Februar 1837  wurden Friedrich  Engels sen. und Peter
       Ermen Partner. Am 1. August 1838 wurde die Firma "Ermen & Co." in
       "Ermen &  Engels" umbenannt.  Seit 1874  lautete  der  Firmenname
       "Ermen &  Roby". Vgl.  W.[illiam] O.[tto]  Henderson, The Firm of
       Ermen & Engels in Manchester, a.a.O., S. 2 u. S. 10. Es soll hier
       nicht unerwähnt bleiben, daß dies nicht die erste Geschäftsbetei-
       ligung der Firma Engels an einer englischen Firma war. Es bestand
       bereits eine  Konto-a-metà-Verbindung der  Firma  "Caspar  Engels
       Söhne" mit  der Goldlitzenfabrik  "Thomas Wilson & Co." in London
       im Jahre  1836. Vgl.  Michael Knieriem, Die Entwicklung der Firma
       Caspar Engels Söhne. Zugleich ein Beitrag zum sozialen Umfeld des
       jungen Engels,  Nachrichten aus  dem Engels-Haus, H. 1, Wuppertal
       1978, S. 15 f.
       28) Die biographischen  bzw. genealogischen  Daten und  Zusammen-
       hänge wurden aufgrund der Original-Kirchenbücher bzw. der Bürger-
       bücher von  's-Hertogenbosch durch Einsichtnahme beifolgenden In-
       stituten ermittelt:  Bischöfliches Ordinariat Limburg/Lahn, Evan-
       gelisches Pfarramt Hachenburg, Rijksarchief 's-Hertogenbosch, Ge-
       meentearchief 's-Hertogenbosch,  Rijksarchief 's-Gravenhage, Per-
       sonenstandsarchiv Brühl.  Das dort  erhaltene Material,  das über
       den Rahmen der hier publizierten Angaben weit hinausgeht, soll in
       einer der  nächsten Ausgaben  der "Mitteilungen der Westdeutschen
       Gesellschaft für  Familienkunde" durch  den Verfasser  veröffent-
       licht werden.
       29) Die Behauptung  Antony C.G. Ermens, Gottfried Ermen sei Offi-
       zier der  niederländischen Armee  gewesen, ließ sich bisher nicht
       bestätigen. Vgl. Mitteilung des Rijksarchiefs 's-Gravenhage an d.
       Verf. vom 31. März 1980.
       30) Eine Kopie  dieses Briefes  wurde d.  Verf. freundlicherweise
       von Hans Feiger, Leiter des Karl-Marx-Hauses in Trier, zur Verfü-
       gung gestellt.  Das Original  befindet sich  im Besitz  des Karl-
       Marx-Hauses, Trier.
       31) Vgl. A[ntony]  C.G. Ermen,  The Three  Red Towers, a.a.O., S.
       18.
       32) Inhaber der Firma "William Shenton & Co.". Diese Garnhandels-
       firma wird  in den  Adreßbüchern von Manchester von 1817 bis 1830
       erwähnt. Für  diesen Hinweis  habe ich  Herrn Allan D. Barlow von
       der Zentralbibliothek in Manchester zu danken.
       33) Hier handelt  es sich  ganz offensichtlich  um Johann Abraham
       Troost (*  Elberfeld 10. Dez. 1762 + Godesberg 21. Okt. 1840). Er
       gründete das  Handelshaus "Abraham  Troost &  Söhne" zu Elberfeld
       und im Jahre 1829 auch zu Manchester. Er spielte im wirtschaftli-
       chen Leben  seiner Vaterstadt eine bedeutende Rolle, besonders im
       Deutsch-amerikanischen Bergwerksverein  sowie bei  der Rheinisch-
       westindischen Kompanie.  Die Firma  in  Manchester  wurde  später
       durch den  Enkel des  Begründers Abraham  Eberhard Robert  Troost
       (1816-1874) in  "Robert Troost  & Co." umbenannt und bestand wohl
       bis zu dessen Tode im Jahre 1874.
       34) Vermutlich Peter  Albert Ermens  Schwester Anna Maria Dick (*
       Hachenburg 5.  Okt. 1796  + ebd. 13. Okt. 1822). Sie war seit dem
       30.6.1818 verheiratet  mit Johann Anton Dick. Vgl. zu diesem wei-
       ter unten, Anm. 35.
       35) Johann Anton Dick (* Wischau/Mähren 9. Mai 1786 + Niederlahn-
       stein 30.  Aug. 1822) hzgl. nassauischer Accessist zu Hachenburg,
       später zu Niederlahnstein.
       36) Peter Ermens  Mutter Johannetta  Philippine  (1773-1842)  war
       eine geborene  Bertram; wahrscheinlich  handelt es  sich um einen
       Verwandten müttetlicherseits.
       

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