Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 03/1980


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       WISSENSCHAFTLICHE ERGEBNISSE UND METHODOLOGISCHE ERFAHRUNGEN
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       AUS DER MEGA-ARBEIT
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       Eine Bilanz nach dem Erscheinen der ersten elf Bände
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       der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) *)
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       Erich Kundel / Alexander Malysch
       
       I. Die vollständige Veröffentlichung des literarischen Nachlasses
       - II.  Die Veröffentlichung aller Texte in voller Übereinstimmung
       mit den  Originalen und  in deren  Sprachen - III. Die Darbietung
       der autorisierten  Textentwicklung -  IV. Die Kommentierung aller
       Texte auf  der Grundlage textkritischer Analysen - V. Internatio-
       nale Gemeinschaftsarbeit
       
       Heute begegnet  man überall in der Welt dem Wunsch nach einer um-
       fassenderen Kenntnis der theoretischen Auffassungen der Begründer
       des wissenschaftlichen Kommunismus. Die Arbeiten von Marx und En-
       gels erscheinen nicht nur in den sozialistischen, sondern auch in
       den vom  Kapitalismus beherrschten Ländern ebenso wie in den jun-
       gen Nationalstaaten  mit steigenden  Auflagenhöhen. Die Werke von
       Marx und  Engels werden in einem Umfang wie nie zuvor in zahlrei-
       che Sprachen  übersetzt. Besonderes  Interesse wecken  die Veröf-
       fentlichung neuentdeckter  Handschriften und Dokumente sowie neue
       biographische Materialien.
       Diesen Bedürfnissen  und Interessen entspricht die Herausgabe der
       MEGA durch  die Institute  für Marxismus-Leninismus  beim ZK  der
       KPdSU und  beim ZK  der SED.  Die MEGA wird die in vielen Ländern
       vorliegenden oder in Arbeit befindlichen Marx-Engels-Werkausgaben
       weder ersetzen  noch ihnen  eine lediglich  quantitiv  erweiterte
       Edition hinzufügen.  Studienausgaben für  einen weiten Leserkreis
       in jeweils  einem Land  bzw. in einer Sprache behalten als solche
       ihren Wert.  Im Unterschied  zu anderen  Marx-Engels-Ausgaben ist
       die MEGA  eine historisch-kritische Gesamtausgabe, dazu bestimmt,
       als vollständige  Quellenbasis der  internationalen Forschung  in
       allen gesellschaftswissenschaftlichen  Disziplinen und  als gesi-
       cherte  Textgrundlage   für  künftige  Marx-Engels-Editionen  der
       unterschiedlichsten Art  in allen Ländern und Sprachen zu dienen.
       1)
       Gestützt auf  die reichen Erfahrungen der Arbeit an früheren Aus-
       gaben und auf die neuesten Erkenntnisse der Marx-Engels-Forschung
       haben die beiden Herausgeberinstitute die ersten Ergebnisse ihrer
       gemeinsamen Arbeit 1972 in einem MEGA-Probeband der internationa-
       len wissenschaftlichen Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt. 2)
       Die zahlreichen zustimmenden Erklärungen aus aller Welt bestätig-
       ten die  Grundprinzipien  dieses  großen  Editionsvorhabens.  Die
       wertvollen Hinweise  und Bemerkungen  namhafter  Marx-Engels-For-
       scher und  -Editoren des In- und Auslandes ermöglichten es ihnen,
       die Editionsrichtlinien  zu präzisieren und mit der unmittelbaren
       Bearbeitung einzelner Bände der MEGA zu beginnen. 3)
       Die MEGA  erscheint im  Dietz Verlag in Berlin, die ersten beiden
       Bände lagen  im Oktober  1975 vor, und vier Jahre später trat der
       elfte Band dieser auf mehr als 100 Bände konzipierten historisch-
       kritischen Gesamtausgabe  des literarischen  Erbes von  Karl Marx
       und Friedrich  Engels den Weg zum Benutzer an. Wir können mit Ge-
       nugtuung feststellen,  daß die  MEGA in  der relativ  kurzen Zeit
       ihres Erscheinens  bereits Eingang in die internationale Marx-En-
       gels-Forschung und  -Edition gefunden  hat. Gewiß stehen wir nach
       dem Erscheinen der ersten elf Bände noch am Anfang eines längeren
       Prozesses, aber  die Tatsache,  daß die MEGA ihrer Bestimmung ge-
       recht zu  werden beginnt, als Quellenbasis für die internationale
       Marx-Engels-Forschung und  als gesicherte Textgrundlage für Marx-
       Engels-Editionen der unterschiedlichsten Art in allen Ländern und
       Sprachen zu  dienen, kann  nicht übersehen werden. Mit jedem Band
       der MEGA  leisten die  beiden herausgebenden Institute einen Bei-
       trag zur  Verbreitung der Werke von Marx und Engels in der ganzen
       Welt.
       Darüber hinaus  geben uns  diese elf Bände eine Grundlage für die
       Einschätzung des  bisher Erreichten,  ermöglichen sie  es uns vor
       allem, Schlußfolgerungen  für die  weitere Arbeit  an der MEGA zu
       ziehen. Dabei  steht natürlich  die Frage  im Mittelpunkt, wie es
       uns in  den einzelnen Bänden gelungen ist, jene Prinzipien durch-
       zusetzen, die  diese historisch-kritische Gesamtausgabe von allen
       Marx-Engels-Werkausgaben unterscheidet, jene Prinzipien also, die
       für das  Wesen der MEGA als Grundlagenwerk für die internationale
       Marx-Engels-Forschung und -Edition bestimmend sind.
       
       I. Die vollständige Veröffentlichung des literarischen Nachlasses
       -----------------------------------------------------------------
       
       Die MEGA  enthält im Unterschied zu allen bisherigen Werkausgaben
       das literarische  Erbe von  Marx und Engels absolut vollständig -
       soweit es überliefert und der Wissenschaft zugänglich ist. Zu den
       bereits veröffentlichten  Werken, Artikeln und Briefen kommen in-
       zwischen neuentdeckte  Arbeiten und  Briefe hinzu. Es werden aber
       auch jene Materialien vollständig abgedruckt, die in den Werkaus-
       gaben entweder  gar nicht  oder nur  ausnahmsweise berücksichtigt
       sind: Manuskripte und Entwürfe, Notizen und Exzerpte, Marginalien
       und ähnliche  Studienmaterialien, ferner Aufzeichnungen von Reden
       und Gesprächen  oder Dokumente der demokratischen und Arbeiterbe-
       wegung, an  deren Abfassung Marx und Engels beteiligt waren. Dar-
       über hinaus werden außer den Briefen von Marx und Engels auch die
       Briefe ihrer  Korrespondenzpartner an  sie und  eine Reihe Briefe
       Dritter untereinander  aufgenommen. Schon  durch das Vollständig-
       keitsprinzip vertieft  und erweitert die MEGA den Einblick in die
       theoretische Arbeit und den politischen Kampf von Marx und Engels
       ungemein.
       Der Umfang, vor allem aber der unterschiedliche Charakter des Ma-
       terials bewog die Herausgeber, den literarischen Nachlaß von Marx
       und Engels in der MEGA in vier Abteilungen zu veröffentlichen, in
       denen Arbeiten  jeweils nach der Chronologie ihres Entstehens an-
       geordnet sind.  In der Ersten Abteilung werden die Werke, Artikel
       und Entwürfe  außer Marx'  ökonomischem Hauptwerk publiziert, die
       Zweite Abteilung  ist dem  "Kapital" und den dazugehörigen Vorar-
       beiten vorbehalten,  die Dritte  Abteilung enthält den Briefwech-
       sel, und  in der  Vierten Abteilung  werden die Exzerpte, Notizen
       und Marginalien abgedruckt. Als Ergänzung zu den vier Abteilungen
       der MEGA sollen in gesonderten Bänden wichtige Dokumente über Le-
       ben und  Wirken von Marx und Engels, wie Fotos, Zeichnungen, bio-
       graphische Materialien zusammengefaßt werden. Gesamtregister wer-
       den die  Ausgabe bzw.  die einzelnen Abteilungen abschließen. Die
       MEGA wird auf etwa 100 Bände veranschlagt, die jeweils mindestens
       aus einem Textband und einem gesondert gebundenen Apparatband be-
       stehen. Dabei  füllen die  erstmalig veröffentlichten Materialien
       mehrere Dutzend  Bände. Bereits  in den  bis  jetzt  vorliegenden
       MEGA-Bänden konnte eine beträchtliche Anzahl neuer Dokumente ver-
       öffentlicht werden.  Dafür einige Beispiele aus den einzelnen Ab-
       teilungen der MEGA.
       
       Neue Aufsätze und Dokumente
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       In der  Ersten Abteilung,  in der die in Einzel- und Werkausgaben
       sowie in  Sammelbänden bereits  häufig abgedruckten  Arbeiten der
       Begründer des  wissenschaftlichen Kommunismus veröffentlicht wer-
       den, ist  selbstverständlich der  Zuwachs an  bisher unveröffent-
       lichten Materialien  nicht so groß wie in anderen Abteilungen der
       MEGA. Dennoch  bringt jeder  der drei  bisher vorliegenden  Bände
       dieser Abteilung  eine Reihe noch nicht publizierter Arbeiten. So
       konnte zum Beispiel bei der Vorbereitung von Banal der Ersten Ab-
       teilung, der die Arbeiten von Marx bis März 1843 enthält, nachge-
       wiesen werden, daß vier Leitartikel aus der "Rheinischen Zeitung"
       über die  bürgerliche Rechtsgleichheit  von Stadt  und  Land  aus
       Marx' Feder  stammen. Die  Autorschaft konnte von den Bearbeitern
       des Bandes  durch Autographen  von Marx in einem in der Universi-
       täts-  und   Stadtbibliothek  Köln   aufbewahrten  Exemplar   der
       "Rheinischen Zeitung" bewiesen werden. 4) Von den insgesamt sechs
       Heften mit  umfangreichen literarischen Versuchen von Marx werden
       in diesem  MEGA-Band fünf zum erstenmal veröffentlicht. 5) Autor-
       schaftsanalysen ergaben, daß drei Dokumente, die die Entstehungs-
       und Verbotsgeschichte  der "Rechtfertigung des 11-Korrespondenten
       von der Mosel" beleuchten, von Marx verfaßt worden sind. 6) Diese
       und andere  Materialien über Marx' unmittelbare Tätigkeit als Re-
       dakteur einer  politischen Tageszeitung bestätigen, daß die dabei
       gewonnenen Erkenntnisse  wesentlich die  Entwicklung der philoso-
       phischen Auffassungen von Marx beeinflußten.
       Auch der  Band I/10,  in dem die Arbeiten von Marx und Engels aus
       der Zeit  von Juli  1849 bis  Juni  1851  veröffentlicht  werden,
       bringt eine Reihe bisher nicht veröffentlichter Marx-Engels-Doku-
       mente. So  zum Beispiel  die "Reflection", eine den Marxschen Ex-
       zerptheften entnommene  Studie über  das Problem der Geldzirkula-
       tion. 7)  Neu für  den Marx-Engels-Forscher sind zwölf Korrespon-
       denzen, die  Engels zwischen  Dezember 1849 und Juli 1850 in zwei
       Serien" "Leiters  from France"  und "Letters  from Germany"  "für
       Harneys "Democratic  Review" schrieb. 8) Zusammen mit anderen Ma-
       terialien des Bandes zeugen diese Artikel von der intensiven Mit-
       wirkung von Marx und Engels an den Presseorganen der linken Char-
       tisten, die  von dem  Bestreben getragen  war, den Chartismus auf
       revolutionärer Grundlage zu reorganisieren.
       Der Band  I/22 mit  den Arbeiten von Marx und Engels aus der Zeit
       der Pariser  Kommune und  der Londoner Konferenz von 1871 enthält
       ebenfalls einige  bisher unveröffentlichte Marx-Engels-Dokumente.
       Dies betrifft  vor allem  die Entwürfe zweier Erklärungen an bür-
       gerliche Zeitungen,  in denen sich Marx und Engels gegen verleum-
       derische Behauptungen über die Internationale wenden 9) sowie ei-
       nige von  Marx und Engels verfaßte Resolutionen zur Londoner Kon-
       ferenz und  Materialien für  den Finanzbericht des Generalrats an
       diese Konferenz.  10) Von  besonderem Interesse sind einige erst-
       mals veröffentlichte  Teile des Konferenzprotokolls vom September
       1871, in  denen sich das Ringen von Marx und Engels um die Festi-
       gung der  internationalen Arbeiterbewegung widerspiegelt. 11) Von
       der Existenz  des handschriftlichen Manuskripts eines von Marx am
       29.März 1871  im "Volksstaat" veröffentlichten Artikels erhielten
       die Bearbeiter  das Bandes  erst Kenntnis, als es in Marburg ver-
       steigert wurde.  Dazu diesem Zeitpunkt die redaktionelle Bearbei-
       tung bereits  abgeschlossen war,  wird dieses  Dokument  mit  der
       freundlichen Genehmigung  seines Besitzers  als Nachtrag zum Band
       1/22 im "Marx-Engels-Jahrbuch" veröffentlicht.
       
       Entstehungsprozeß des "Kapital"
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       Die Zweite  Abteilung der  Marx-Engels-Gesamtausgabe dokumentiert
       erstmals vollständig  die jahrzehntelange  Entstehungs- und  Ent-
       wicklungsgeschichtes des  Hauptwerkes von  Marx, des  "Kapitals".
       Sie vermittelt  ein lückenloses  Bild der  intensiven Forschungen
       von Marx und gestattet es, den Herausbildungsprozeß seiner ökono-
       mischen Theorie  sowohl im ganzen, von Etappe zu Etappe, als auch
       im Detail, in seinen Elementen zu verfolgen und zu studieren. Das
       wird dadurch  ermöglicht, daß  nicht nur alle "Kapital"-Ausgaben,
       die von  Marx und  Engels herausgegeben  bzw. autorisiert wurden,
       sondern  auch  sämtliche  überlieferten  handschriftlichen  Manu-
       skripte veröffentlicht  werden, die das große Werk vorbereiteten.
       Der Benutzer  der MEGA  erhält dieses Material in chronologischer
       Anordnung dargeboten,  so daß  er den  Verlauf der Marxschen For-
       schungen Schritt für Schritt nachvollziehen kann.
       Die Zweite Abteilung wird mehr als 20 Bände bzw. Bücher umfassen,
       von denen  bereits fünf  dem Benutzer der MEGA zur Verfügung ste-
       hen. Es  sind dies  der erste Teil der "Grundrisse der Kritik der
       politischen Ökonomie",  in denen Marx erstmalig die Grundzüge und
       Hauptpunkte seiner  Werttheorie und  darauf gestützt  seine Mehr-
       werttheorie entwickelte 12), und die ersten vier Bücher eines um-
       fangreichen Manuskripts,  das Marx in der Zeit von 1861-1863 ver-
       faßte. 13)  Dieses Manuskript  enthält den  ersten systematischen
       Entwurf des ersten Bandes des "Kapitals", den ersten und einzigen
       Entwurf der  "Theorien über  den Mehrwert"  sowie Ausarbeitungen,
       die thematisch  zu den  weiteren Bänden des Marxschen Hauptwerkes
       gehören. Das  Manuskript von  1861-1863 besteht aus 23 Heften und
       wird in  der MEGA  als Band 3 in sechs Büchern erscheinen. Allein
       das erste  Buch enthält einen Marx-Text von etwa 300 Druckseiten,
       der bisher  nur in  der russischen  Übersetzung bekannt  war  und
       jetzt dem Benutzer der MEGA in der Originalsprache zugänglich ge-
       macht wird.  Wenn man  von der  gesonderten Veröffentlichung  der
       "Theorien über  den Mehrwert"  früherer Jahre absieht, so war das
       Manuskript von  1861-1863 in  seiner Gesamtstruktur  der  wissen-
       schaftlichen Öffentlichkeit  nahezu unbekannt,  denn  nur  wenige
       Forscher hatten  bisher Gelegenheit, dieses umfangreichste ökono-
       mische Manuskript von Marx wissenschaftlich auszuwerten.
       
       Die Briefbände
       --------------
       
       Die Sammlung  und Publikation  der Marx-Engels-Korrespondenz  war
       schon immer ein besonderes Anliegen der Marx-Engels-Forschung und
       -Edition. Allerdings  ist der  Briefwechsel nicht nur wichtig für
       die Erschließung  ihres Lebens und Wirkens für eng begrenzte bio-
       graphische Zwecke.  In einem weit höheren Maße ist er eine unent-
       behrliche Quellengrundlage  für die  Erschließung und Darstellung
       der Entstehungs-  und  Entwicklungsgeschichte  der  theoretischen
       Auffassungen von  Marx und  Engels. Darüber hinaus vermittelt der
       Briefwechsel wichtige Informationen über die praktische Tätigkeit
       von Marx  und Engels  in ihrem  Ringen um  die Verbreitung  ihrer
       revolutionären Theorie  in der  internationalen  Arbeiterbewegung
       sowie über  ihre Teilnahme  an den  revolutionären Kämpfen  ihrer
       Zeit. Als integrierender Bestandteil des literarischen Nachlasses
       spielt die  vollständige Veröffentlichung der Marx-Engels-Korres-
       pondenz im  Rahmen der MEGA eine hervorragende Rolle, denn immer-
       hin sind außer den etwa 4500 Briefen von Marx und Engels mehr als
       doppelt soviel  an sie  gerichtete Briefe erhalten geblieben, von
       denen ein sehr großer Teil noch nicht veröffentlicht wurde.
       Aus der  Dritten Abteilung  der MEGA liegen inzwischen die ersten
       beiden Briefbände  vor. 14)  Sie enthalten  den Briefwechsel  von
       Marx und  Engels bis  zum Dezember  1848. In beiden Bänden werden
       drei Briefe von Marx und Engels zum erstenmal und zehn Briefe zum
       erstenmal vollständig  veröffentlicht. Nicht  minder wichtig sind
       jedoch die Briefe dritter Personen an Marx und Engels, die im An-
       hang zu deren eigenen Briefen in den Bänden der Dritten Abteilung
       veröffentlicht werden.  Die ersten  beiden  Briefbände  enthalten
       insgesamt 349  Briefe Dritter  an Marx  und Engels, von denen 111
       Briefe erstmalig und 63 Briefe zum erstenmal vollständig der For-
       schung zugänglich gemacht werden.
       Mit den  Briefen Dritter  an Marx und Engels wird eine wesentlich
       breitere, in  gewisser Weise  neue Basis für die Erschließung der
       Marx-Engels-Korrespondenz geschaffen.  Zum einen  ermöglicht  die
       relativ vollständige  Publikation der  Briefe an  Marx und Engels
       oft eine genauere Einordnung und ein tieferes Verständnis der in-
       haltlichen Aussagen  in den  Marx-Engels-Briefen. Zum anderen ge-
       statten die Briefe Dritter vielfach, den Inhalt nicht überliefer-
       ter Marx-Engels-Briefe  zumindest  teilweise  zu  rekonstruieren.
       Schließlich vermitteln  die  Briefe  interessante  Einschätzungen
       über die  Wirkung einzelner  Werke von  Marx und  Engels. Darüber
       hinaus enthalten  die im Anhang eines jeden Bandes veröffentlich-
       ten Briefe  dritter Personen  wertvolles biographisches Material,
       und da  es sich  bei den  Briefpartnern zum größten Teil um poli-
       tisch aktive  Persönlichkeiten handelt,  sind diese  Briefe  eine
       wichtige Quelle für die Geschichte der revolutionären Arbeiterbe-
       wegung. Auch  biographische Forschungen über Freunde und Kampfge-
       fährten von  Marx und Engels sowie zahlreiche weitere Persönlich-
       keiten der  demokratischen und  Arbeiterbewegung werden durch den
       Abdruck der vollständigen Korrespondenz in der MEGA unterstützt.
       Wie besonders  die Publikation  des  Briefwechsels  in  der  MEGA
       zeigt, ist  das Ringen um die Vollständigkeit der Ausgabe nie ab-
       geschlossen. Unmittelbar  nach Abschluß  der redaktionellen Bear-
       beitung des  ersten Briefbandes  lag bereits  ein neuer Brief von
       Marx an Wilhelm von Saint-Paul aus dem Jahre 1843 vor, und in den
       Schriften aus  dem Karl-Marx-Haus  in Trier war ein Brief von Jo-
       hann Georg Cotta an Engels vom Juli 1840 als Erstveröffentlichung
       erschienen. 15) Beide Briefe wurden inzwischen im ersten Band des
       "Marx-Engels-Jahrbuches" als  Nachtrag  zu  bereits  erschienenen
       Bänden der  MEGA veröffentlicht.  16) Aber schon liegen drei wei-
       tere neue  Briefe vor,  die in den Bestand des ersten Briefbandes
       gehören: ein  Brief von  Bruno Bauer  an Karl Marx vom Juni 1842,
       der in der Autographensammlung der Stadtbibliothek Trier gefunden
       wurde 17), sowie ein Brief von Marx an Heinrich Börnstein vom De-
       zember 1844,  der im vergangenen Jahr vom Institut für Marxismus-
       Leninismus beim  ZK der  SED erworben  wurde. Im vergangenen Jahr
       entdeckte eine  Mitarbeiterin der Akademie der Wissenschaften der
       DDR bei  Forschungsarbeiten im  Goethe-Schiller-Archiv in  Weimar
       einen Brief  von Engels  an Arnold  Rüge aus dem Jahre 1842. Auch
       diese neuen  Briefe werden als Nachtrag im "Marx-Engels-Jahrbuch"
       veröffentlicht und damit die Korrespondenz von Marx und Engels in
       jener Zeit weiter vervollständigen.
       
       Die Aufzeichnungen
       ------------------
       
       Den größten Anteil an bisher unveröffentlichten Marx-Engels-Doku-
       menten erbringen  die Bände  der Vierten  Abteilung, in denen die
       Exzerpte, Konspekte,  Notizen und Marginalien veröffentlicht wer-
       den. Sie  enthalten eine Fülle von handschriftlichen Aufzeichnun-
       gen über  die unterschiedlichsten  Probleme, mit  denen sich Marx
       und Engels  in ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt haben.
       Ihre Veröffentlichung  in den  Bänden der Vierten Abteilung trägt
       wesentlich dazu  bei, die  Bedeutung der MEGA als ein Grundlagen-
       werk für  die Marx-Engels-Forschung  und -Edition  zu unterstrei-
       chen. Der weitaus größte Teil dieser Materialien wird zum ersten-
       mal veröffentlicht.  Einige Exzerpte  und Konspekte waren bereits
       in der alten MEGA beschrieben und auszugsweise abgedruckt, andere
       in thematischen Sammelbänden publiziert worden. Jedoch vermitteln
       diese wenigen  und  zumeist  fragmentarischen  Veröffentlichungen
       keine umfassende  Vorstellung vom Umfang und Charakter dieses in-
       tegrierenden Bestandteiles  des literarischen Nachlasses von Marx
       und Engels.
       Der vorliegende  Band 1  der Vierten Abteilung enthält die frühe-
       sten Exzerpte  und Notizen von Marx und Engels bis Ende 1842. 18)
       Mit Ausnahme  der  "Hefte  zur  epikureischen  Philosophie",  der
       "Fragmente von  Epikurstudien" und eines Teils der "Bonner Hefte"
       werden alle  anderen Materialien dieses Bandes zum erstenmal ver-
       öffentlicht; so  zum Beispiel die "Berliner Hefte", in denen sich
       die intensiven  Bemühungen von Marx, sich die Ergebnisse des phi-
       losophischen Denkens der Vergangenheit durch das Studium der Ori-
       ginalquellen anzueignen,  dokumentarisch niedergeschlagen  haben.
       19) Auf diese Weise erhält der Benutzer der MEGA neue Aufschlüsse
       über den frühen Werdegang von Marx und Engels.
       
       II. Die Veröffentlichung aller Texte in voller Übereinstimmung
       --------------------------------------------------------------
       mit den Originalen und in deren Sprachen
       ----------------------------------------
       
       Neben dem Prinzip der Vollständigkeit gehört eine exakte Textwie-
       dergabe zu den wichtigsten Aufgaben der MEGA. Deshalb werden alle
       unvollendeten Manuskripte  und Entwürfe dem Benutzer in dem Bear-
       beitungsstadium dargeboten, in dem sie Marx und Engels hinterlas-
       sen haben. Das bedeutet, daß die Herausgeber nicht versuchen, die
       Struktur eines  unvollendeten Werkes  zu  verändern,  die  Arbeit
       "fertigzustellen". Auch  wurde von  den Herausgebern  bewußt  auf
       eine Modernisierung  und Vereinheitlichung  der Orthographie  und
       der Interpunktion verzichtet. Textverbesserungen werden im Inter-
       esse der Lesbarkeit lediglich dort vorgenommen, wo es sich um of-
       fensichtliche Fehler  handelt, wobei jedoch alle Eingriffe in den
       Text von  den Bearbeitern eines MEGA-Bandes im wissenschaftlichen
       Apparat in einem Korrekturenverzeichnis aufgewiesen werden.
       Obwohl die Textherstellung zunächst auf der Grundlage von Fotoko-
       pien erfolgt,  hat die bisherige Arbeit bewiesen, daß eine exakte
       Textwiedergabe in  der MEGA  nur dann  gewährleistet werden kann,
       wenn alle  Texte mit  den originalen Manuskripten verglichen wer-
       den. An  dem umfangreichen Manuskript, das Marx in den Jahren von
       1861 bis  1863 anfertigte,  konnten zum Beispiel durch den gewis-
       senhaften Vergleich  mit dem Original Entzifferungsfehler aus der
       Fotokopie korrigiert  und damit die Übereinstimmung mit der Text-
       grundlage erreicht werden. 20) Auch bei der editorischen Bearbei-
       tung  der   in  englischer   Sprache  vorliegenden  Entwürfe  zum
       "Bürgerkrieg in  Frankreich" konnte auf der Grundlage einer neuen
       Entzifferung und im Vergleich mit dem Original die Textwiedergabe
       verbessert werden. 21)
       Größtmögliche Originaltreue  erfordert vor allem, sämtliche Texte
       in der  Sprache des  Originals wiederzugeben. Damit unterscheidet
       sich die MEGA von üblichen Werkausgaben, aber gerade dadurch kann
       sie ihrer  Aufgabe als  Grundlagenwerk für  andere Editionen  und
       Übersetzungen der  Arbeiten von  Marx und Engels in. andere Spra-
       chen gerecht werden. Nur der Abdruck in der Sprache der Originale
       ermöglicht ein  Maximum an  Authentizität der Textwiedergabe, er-
       leichtert die Übersetzung der Werke und damit die Verbreitung der
       Ideen von  Marx und Engels. Darüber hinaus ermöglicht der Abdruck
       in der Sprache der Orignale auch genauere Untersuchungen über die
       Entwicklung der Terminologie des Marxismus und das sprachschöpfe-
       rische Wirken  seiner Begründer,  die die  Begriffswelt  und  den
       Wortschatz der revolutionären Arbeiterbewegung und der Menschheit
       überhaupt nachhaltig beinflußt haben.
       Die Edition  der Texte in der Sprache der Originale stellt an die
       Bearbeiter der  einzelnen Bände  hohe Anforderungen.  Bekanntlich
       liegen von  den überlieferten Marx-Engels-Texten nach Schätzungen
       etwas mehr  als die Hälfte in deutscher Sprache vor, und fast ein
       Drittel ist in Englisch abgefaßt. Außerdem gibt es Texte in fran-
       zösischer, italienischer,  spanischer, russischer,  dänischer und
       schwedischer Sprache,  und wenn man die Zitierungen hinzurechnet,
       kommen in  ihrem literarischen  Nachlaß an die zwei Dutzend Spra-
       chen vor.  Der erste  Exzerptband enthält umfangreiche Auszüge in
       Griechisch und  Latein, und  auch der  in diesem Jahr erschienene
       Band 1/22 weist einen hohen Anteil an fremdsprachigen Texten auf.
       Nur 15  Prozent der in dem Band veröffentlichten Arbeiten sind in
       deutscher Sprache  abgefaßt, etwa 60 Prozent in englischer und 25
       Prozent in französischer bzw. italienischer Sprache. Für die edi-
       torische Bearbeitung dieser Texte waren neben Kenntnissen auf dem
       Gebiet der  Marx-Engels-Edition und -Forschung ebenso ausgezeich-
       nete Fremdsprachenkenntnisse  und darüber  hinaus eine gründliche
       Beschäftigung mit  sprachwissenschaftlichen  Problemen  erforder-
       lich. Dennoch  wurden und  werden auch in Zukunft alle fremdspra-
       chigen Texte von Spezialisten aus den betreffenden Ländern begut-
       achtet, um  eine allen  Erfordernissen der  historisch-kritischen
       Edition genügende Textwiedergabe zu garantieren.
       
       III. Die Darbietung der autorisierten Textentwicklung
       -----------------------------------------------------
       
       Zu den grundlegenden Merkmalen der MEGA als einer historisch-kri-
       tischen Edition  gehört es,  daß die  Werke von  Marx und  Engels
       nicht nur  in einer  fertigen Textgestalt dargeboten werden, son-
       dern deren  gesamte Textentwicklung,  soweit sie  in Manuskripten
       und Drucken überliefert ist, dokumentiert wird. 22)
       Die Herausgeber  gehen von einer prinzipiellen Gleichberechtigung
       aller autorisierten  Textfassungen eines  Werkes aus. Verständli-
       cherweise kann man jeweils nur eine Fassung jedes Werkes, bei er-
       heblichen Umformungen allerdings auch zwei oder mehr, vollständig
       im Textteil  der MEGA-Bände abdrucken. Die anderen Fassungen wer-
       den, auf  die Varianten Stellen verkürzt, in einem Variantenappa-
       rat wiedergegeben.  Edierter Text  einerseits und  die Darbietung
       seiner Autorvarianten andererseits bilden zwei notwendige, einan-
       der ebenbürtige  Bestandteile der  Ausgabe, die eine Einheit dar-
       stellen und  einander ergänzen  . Unter Heranziehung von Text und
       Apparat kann so jede überlieferte autorisierte Fassung eines Wer-
       kes in  ihrem genauen  Textbestand  aus  der  MEGA  gewonnen  und
       zugleich durch  die chronologische  Darbietung der  Varianten die
       Entwicklung des Textes verfolgt werden.
       Die in  ihren Werken enthaltenen Ideen und Erkenntnisse können um
       vieles besser verstanden werden, wenn nicht nur die abschließende
       Fassung zur Verfügung steht, sondern auch der oft mühsame Weg ih-
       rer Herausarbeitung  verfolgt werden  kann. Aus der Analyse reich
       belegter Textentwicklungen  können auch Rückschlüsse auf die all-
       gemeine Arbeitsweise  und die  wissenschaftliche Forschungs-  und
       Darstellungsmethode von  Marx und Engels gezogen werden. Sie ver-
       mittelt ferner  einen tiefen  Einblick in ihr unablässiges Ringen
       um Klarheit  und Ausdruckskraft  der Sprache,  um die  vollendete
       Übereinstimmung von Inhalt und Form.
       Einen qualitativen und quantitativen Schwerpunkt des Variantenap-
       parats der  MEGA bildet  die in den Manuskripten überlieferte in-
       nerhandschriftliche Textentwicklung. In vielen Marxschen Arbeits-
       manuskripten - so zum Beispiel in den "Ökonomisch-philosophischen
       Manuskripten", in der "Deutschen Ideologie", in den Entwürfen zum
       "Bürgerkrieg in Frankreich" und in einer Reihe ökonomischer Manu-
       skripte - übertrifft der Umfang der verworfenen Varianten den Um-
       fang des  schließlichen Reintextes  um ein  Mehrfaches. In  immer
       neuen Anläufen ringt Marx hier um die Lösung und Formulierung des
       ihn jeweils beschäftigenden Problems, um die präzise begriffliche
       Fassung, um eine sich logisch entwickelnde, überzeugende Darstel-
       lungsweise, um eine ausgefeilte sprachliche Form.
       Ausgehend davon haben sich die Herausgeber der MEGA entschlossen,
       keine auswählende,  sondern eine vollständige Verzeichnung dieser
       Textvarianten vorzunehmen, da wichtige analytische Untersuchungen
       von vornherein unmöglich oder fragwürdig werden, wenn dafür nicht
       das Gesamtmaterial  als gesicherte  Ausgangsbasis  zur  Verfügung
       steht. Für  bestimmte wissenschaftliche  Zwecke reicht  es  nicht
       aus, einzelne  Varianten für sich genommen zu betrachten, sondern
       es ist  erforderlich, die  während der  Niederschrift  vollzogene
       Textentwicklung in  ihrer Gesamtheit, in ihrer "Streuung", in ih-
       rer durchgehenden  Grundtendenz zu untersuchen, um aus einer sol-
       chen Analyse  Erkenntnisse über  die  Gesetzmäßigkeit  bestimmter
       Veränderungen und  über ihre  Zusammenhänge sowie  neue  Anhalts-
       punkte für die Einordnung und Relevanz einzelner Varianten zu ge-
       winnen. So kann die unterschiedliche Häufigkeit innerhandschrift-
       licher Varianten  in verschiedenen  Manuskripten, die Ballung von
       Varianten innerhalb  bestimmter Textpassagen  eines  Manuskripts,
       die häufige  Wiederkehr ganz  bestimmter Textveränderungen usw. -
       mit der  jeweiligen inhaltlichen Aussage und anderen entstehungs-
       geschichtlichen Faktoren  in Verbindung  gebracht - der Forschung
       nützliche Aufschlüsse  vermitteln. Es  sei hier  z.B. auf das um-
       fangreiche Variantenverzeichnis zu dem 22 Manuskriptseiten umfas-
       senden Ersten  Entwurf von  Marx für  die Adresse des Generalrats
       der IAA  "Der Bürgerkrieg in Frankreich" verwiesen. Von dem fünf-
       zigseitigen Variantenverzeichnis  beziehen sich  allein 22 Seiten
       auf die ersten fünf Seiten der Handschrift, während auf die rest-
       lichen 17  Manuskriptseiten nur 28 Seiten Varianten entfallen. Es
       läßt sich also eine besonders starke Ballung von Entstehungsvari-
       anten in jenem Abschnitt der Adresse feststellen, in dem Marx die
       bürgerliche französische Regierung, ihre führenden Repräsentanten
       und deren verräterische Politik charakterisiert. 23)
       Allerdings durfte  bei der Entscheidung, die Autorvarianten voll-
       ständig zu  verzeichnen, nicht übersehen werden, daß die zahlrei-
       chen innerhandschriftlichen  Textveränderungen im einzelnen recht
       unterschiedlichen Informationswert  für die  Forschung  besitzen.
       Neben tiefgreifenden  Textumformungen, in  denen sich von Schicht
       zu Schicht  ein immer genaueres Erfassen eines theoretischen Pro-
       blems oder  eine bedeutungsvolle  terminologische Entwicklung of-
       fenbart, finden  sich auch  viele beiläufige, allein der formalen
       Verbesserung des Textes bzw. der Berichtigung von Schreibversehen
       dienende Abänderungen,  denen kaum  wissenschaftlicher Wert zuzu-
       sprechen ist. Um nun nicht zu einer zu gewaltigen, unverdaulichen
       "Lesartenhalde" zu gelangen, in der die "Perlen" unter einem Hau-
       fen "Sandkörnern" verschwinden, werden als Varianten generell nur
       solche Textveränderungen  gewertet, mit  denen der  Autor die be-
       wußte Absicht  verwirklicht, die  Aussage oder  die Struktur  des
       Textes, die  Darstellungsweise, die Terminologie oder den Stil zu
       verändern und  somit den Text schöpferisch weiterzuentwickeln. Im
       Unterschied dazu  werden Texteingriffe,  die  lediglich  formalen
       Charakter  tragen   und  orthographische,  grammatikalische  oder
       sprachlich-normierende Verbesserungen  beinhalten, als  Autorkor-
       rekturen angesehen und demgemäß nicht in das Variantenverzeichnis
       aufgenommen. Dadurch  wird es ermöglicht, daß in der MEGA die in-
       haltlich-sprachlichen relevanten  Textveränderungen  nicht  durch
       Einbeziehung zahlreicher, zumeist häufig wiederkehrender formaler
       Textkorrekturen überlagert  werden, ohne  dabei auf das unsichere
       Gleis eines  letztlich subjektiv wertenden Auswahlapparats zu ge-
       raten.
       Das Vollständigkeitsprinzip  und die neuartigen Darbietungsformen
       des Variantenapparats  der MEGA  eröffnen neue  Möglichkeiten bei
       der inhaltlichen  Erforschung und Durchdringung des literarischen
       Erbes der  Begründer des  wissenschaftlichen Kommunismus. Es wird
       nicht nur umfangreiches, bisher nicht zugängliches Material gebo-
       ten, nicht  nur die Lesbarkeit und Benutzbarkeit entschieden ver-
       bessert, sondern  zugleich eine exakte Darstellung der wirklichen
       zeitlichen Abfolge und des räumlichen Zusammenhangs der einzelnen
       Varianten erreicht.  Die Entstehung  und Fortbildung der Texte zu
       widerspiegeln, wird  nicht nur  als Aufgabe des Apparats der MEGA
       verkündet, sondern auch methodisch-technisch realisiert. Der kri-
       tische und  selbstkritische, mühevolle  und höchste  Ansprüche an
       sich selbst  stellende schöpferische  Prozeß, in dem Marx und En-
       gels ihre  Werke zu einer inhaltlich und darstellerisch vollende-
       ten Gestalt führten, wird der Wissenschaft in einer Art und Weise
       sichtbar gemacht, die diese komplizierten Vorgänge der Textgenese
       über- und durchschaubar macht.
       
       IV. Die Kommentierung aller Texte auf der Grundlage
       ---------------------------------------------------
       textkritischer Analysen
       -----------------------
       
       Der wissenschaftliche Wert der MEGA für die Marx-Engels-Forschung
       und -Edition  besteht nicht  nur in einer vollständigen und allen
       editorischen Erfordernissen gerecht werdenden Edition des litera-
       rischen Nachlasses von Marx und Engels, sondern vor allem auch in
       seiner wissenschaftlichen Kommentierung. Entgegen gelegentlich in
       der Editionswissenschaft  vertretenen Auffassungen, die eine Kom-
       mentierung des  edierten Textes  ablehnen und dem Editor äußerste
       Zurückhaltung, wenn  nicht gar völlige Abstinenz von der Erläute-
       rung der  Texte empfehlen, vermittelt der wissenschaftliche Appa-
       rat der  MEGA sowohl  für den Editor von Marx-Engels-Ausgaben als
       auch für  den Marx-Engels-Forscher alle für seine wissenschaftli-
       che Arbeit bei der Benutzung der Texte erforderlichen Angaben und
       Erläuterungen. Im  wissenschaftlichen Apparat  zu  den  einzelnen
       MEGA-Bänden werden  die Ergebnisse  der internationalen  Marx-En-
       gels-Forschung zusammengefaßt  und zugleich  um neue Erkenntnisse
       bereichert, die  bei der  historisch-kritischen Edition  gewonnen
       werden.
       Jeder Band  der MEGA  - manchmal  sind es auch Bandgruppen - wird
       mit einer theoriegeschichtlichen Einleitung eröffnet. Sie enthält
       inhaltliche Einschätzungen  über die im Band veröffentlichten Ar-
       beiten und ordnet sie in die Entwicklungsgeschichte des Marxismus
       ein. Gestützt  auf die Materialien des Bandes gibt die Einleitung
       eine zusammenfassende  Darstellung über die Entwicklung der theo-
       retischen Auffassungen  von Marx  und Engels sowie über die Teil-
       nahme an  der revolutionären Bewegung in einem bestimmten Zeitab-
       schnitt. So geben zum Beispiel die im Band 1 der Ersten Abteilung
       sowie die  im ersten  Briefband und  im ersten Exzerptband veröf-
       fentlichten Einleitungen  einen Überblick über die frühe Entwick-
       lung von  Marx und Engels, während die Einleitung zum Band 10 der
       Ersten Abteilung  eine zusammenfassende Darstellung über ihre po-
       litische Tätigkeit nach der Revolution von 1848/49und deren theo-
       retische Auswertung  vermittelt. Die  Einleitungen zu  den bisher
       erschienenen Bänden  der Zweiten  Abteilung veranschaulichen  die
       einzelnen Etappen  im Schaffensprozeß  von Marx bei der Vorberei-
       tung seines  Hauptwerks "Das Kapital". Im Mittelpunkt der Einlei-
       tung zum  Band 22  der Ersten  Abteilung stehen solche Fragen wie
       die Stellung  von Marx und Engels zur Pariser Kommune, die Bedeu-
       tung der  Kommune für die Weiterentwicklung des Marxismus und die
       Auswertung ihrer Erfahrungen für die internationale Arbeiterbewe-
       gung auf der Londoner Konferenz im September 1871.
       Einen besonderen  Platz nehmen  im wissenschaftlichen Apparat der
       MEGA die Entstehungs- und Textgeschichten ein, die dem kommentie-
       renden Teil  einer jeden  Arbeit vorangestellt  werden. Sie geben
       Auskunft über  die Autorschaft  und die  Datierung, wozu auch bei
       bereits veröffentlichten  Arbeiten vielfach  eingehende  Untersu-
       chungen notwendig sind und neue Erkenntnisse gewonnen werden. Al-
       lein im  ersten Briefband konnte durch die Heranziehung von Doku-
       menten und  Textanalysen bei 33 Briefen von Marx und Engels sowie
       bei 33  Briefen an  Marx und Engels die Datierung präzisiert bzw.
       überhaupt erst festgestellt werden. In den Entstehungs- und Text-
       geschichten werden  von den  Bearbeitern  eines  MEGA-Bandes  die
       Gründe untersucht,  die Marx  und Engels angeregt haben, sich mit
       einer bestimmten  Thematik zu beschäftigen, aus welchem unmittel-
       baren Anlaß  sie mit  der Ausarbeitung  begonnen und welche Ziel-
       stellungen sie  mit dieser  Arbeit verfolgt  haben. Arbeitsablauf
       und Hauptetappen,  aber auch  Unterbrechungen und  Planänderungen
       bedürfen einer gründlichen Untersuchung.
       Die Benutzer  der MEGA  werden in  den Entstehungs-  und  Textge-
       schichten auf  alle direkten  Bezüge zu  vorangegangenen Arbeiten
       hingewiesen und  erhalten zugleich  eine genaue  Beschreibung der
       überlieferten Handschriften  und autorisierten  Drucke. Alle  für
       die Textentwicklung belangvollen Zeugen werden in chronologischer
       Reihenfolge beschrieben.  Die Angaben über die Beschaffenheit des
       Papiers, die  Art des Schreibmaterials, die Paginierung oder Hin-
       weise auf Vermerke von fremder Hand in den Handschriften sind für
       den Marx-Engels-Forscher,  der nicht  mit den Originalen arbeiten
       kann, ebenso  wichtig wie die detaillierten bibliographischen In-
       formationen bei den Drucken. Es versteht sich von selbst, daß bei
       den Handschriften der Aufbewahrungsort des Originals, die Archiv-
       signatur bzw. der Eigentümer, mitgeteilt werden und bei den Druc-
       ken der  Standort desjenigen  Druckexemplars angegeben  wird, das
       dem edierten  Text zugrunde  liegt. Für die weitere Editions- und
       Forschungsarbeit auf der Grundlage der MEGA sind aber auch solche
       Hinweise über  Druck- und  Verbreitungsgeschichte einzelner Werke
       von Marx  und Engels wichtig, wie Druckfehlerberichtigungen durch
       die Autoren,  Pläne für  weitere Veröffentlichungen  im  Original
       bzw. in  anderen Sprachen, oder die allgemeine Charakteristik des
       unmittelbaren Widerhalls  der autorisierten  Drucke, in  der auch
       Urteile, Rezensionen  und Popularisierungsversuche von Zeitgenos-
       sen eingeschlossen sind.
       Außer Textgeschichten  zu einzelnen  Arbeiten von Marx und Engels
       gibt es im wissenschaftlichen Apparat der MEGA auch Textgeschich-
       ten für entstehungsgeschichtlich in einem engen Zusammenhang ste-
       hende Texte  oder für  Untersuchungen über die Mitarbeit von Marx
       und Engels an einzelnen Zeitungen, Zeitschriften oder anderen Pe-
       riodika. In  diesem Zusammenhang verdienen die wissenschaftlichen
       Studien "Über  Marx' publizistische  Tätigkeit von  1842 bis März
       1843" im  Band I/1   24) und "Zur publizistischen Arbeit von Marx
       und Engels  von Ende 1849 bis Juni 1851" im Band I/10  25) beson-
       dere Aufmerksamkeit.  Im ersten Fall handelt es sich vor allem um
       die Mitarbeit von Marx an der "Rheinischen Zeitung". Gestützt auf
       die Analyse  der Texte und unter Hinzuziehung eines umfangreichen
       Quellenmaterials vermittelt  der wissenschaftliche Kommentar neue
       Aufschlüsse darüber, wie sich das Blatt unter der Leitung des re-
       volutionären Demokraten Marx zum bedeutendsten Organ der antifeu-
       dalen Bewegung Deutschlands entwickelte, wie wesentlich aber auch
       die Schule  der revolutionären Praxis Marx' weltanschauliche Ent-
       wicklung förderte.  Im zweiten  Fall steht  im Mittelpunkt des in
       der Form  einer Sammeltextgeschichte  geleisteten wissenschaftli-
       chen Beitrages die Geschichte der "Neuen Rheinischen Zeitung. Po-
       litisch-ökonomische Revue".  Es ist  die erste  geschlossene  und
       bisher erschöpfendste Darstellung dieses Themas.
       Einen ganz entscheidenden Platz im wissenschaftlichen Apparat der
       MEGA nehmen  die Erläuterungen  ein. Schon  wegen des Umfangs der
       Ausgabe war  zunächst an einen verhältnismäßig sparsamen Gebrauch
       von erläuternden  Informationen zu einzelnen Textstellen gedacht.
       Im Verlauf  der Diskussion  des Probebandes der MEGA mehrten sich
       jedoch die  Stimmen namhafter Marx-Engels-Forscher und -Editoren,
       die eine  Erweiterung und  Vertiefung der wissenschaftlichen Kom-
       mentierung wünschten.  Viele Rezensenten sprachen sich dafür aus,
       die Texte großzügiger als im Probeband durch Sacherläuterungen zu
       erschließen. Mit Recht wurde darauf aufmerksam gemacht, daß nicht
       überall Quellenmaterialien  und Nachschlagewerke  zur  Geschichte
       des Marxismus und der internationalen Arbeiterbewegung zur Verfü-
       gung stehen.
       Diesen Wünschen  entsprechend werden in der MEGA alle erforderli-
       chen Erklärungen  und Hinweise  gegeben, die  für das Verständnis
       des Textes  einschließlich seiner  Varianten notwendig  sind. Von
       weiterführenden Spezial-Untersuchungen abgesehen, soll dadurch im
       wesentlichen die Benutzung der MEGA ohne die Heranziehung zusätz-
       licher Nachschlagewerke und Hilfsmittel ermöglicht werden.
       Die allseitige Erläuterung des literarischen Nachlasses auf einem
       hohen theoretischen  Niveau erfordert  von den  Bearbeitern eines
       MEGA-Bandes ein tiefes Eindringen in eine Vielzahl von Problemen,
       mit denen  sich Marx  und Engels beschäftigt haben. Diese Aufgabe
       ist ohne die Zusammenarbeit mit vielen in- und ausländischen Spe-
       zialisten nicht  zu lösen.  Ihre Konsultation bzw. Mitwirkung bei
       der Formulierung  einzelner Erläuterungen ist unerläßlich, um die
       zahlreichen, sehr  spezifischen Fragen aus den Natur- und Gesell-
       schaftswissenschaften ,  aus der demokratischen und Arbeiterbewe-
       gung oder  aus dem  politischen und geistig-kulturellen Leben der
       ganzen Welt exakt beantworten zu können.
       Die Einbeziehung von Spezialisten hat sich auch bei der Arbeit an
       den Registern bewährt. Zum wissenschaftlichen Apparat eines MEGA-
       Bandes gehört  ein Literatur- und Namens- sowie ein Sachregister.
       Die Register  sind für den Benutzer der MEGA ein wichtiges Hilfs-
       mittel für  die Erschließung der Texte von Marx und Engels, stel-
       len aber an die Bearbeiter eines jeden Bandes hohe Anforderungen.
       Deshalb war  die Unterstützung durch Bibliotheken und andere wis-
       senschaftliche Einrichtungen bei der Ermittlung bibliographischer
       Angaben ebenso  wichtig wie die Begutachtung der Annotationen zum
       Namensregister durch  sachkundige Konsultanten. Generell kann man
       feststellen, daß  der wissenschaftliche Apparat eines jeden MEGA-
       Bandes nicht  nur das Ergebnis langjähriger eigener wissenschaft-
       licher Bemühungen  ist, sondern daß sich in ihm auch die Leistun-
       gen von Marx-Engels-Forschern und vielen anderen Wissenschaftlern
       des In-  und Auslandes  widerspiegeln, die an seiner Ausarbeitung
       unmittelbar beteiligt waren.
       
       V. Internationale Gemeinschaftsarbeit
       -------------------------------------
       
       Die Marx-Engels-Gesamtausgabe ist das größte Vorhaben internatio-
       naler Gemeinschaftsarbeit  auf dem  Gebiet  der  Marx-Engels-For-
       schung und  -Edition. Nach dem Erscheinen der ersten 11 Bände ha-
       ben sich  die beiden  herausgebenden Institute das Ziel gestellt,
       bis 1985  die Publikationen  des literarischen Nachlasses der Be-
       gründer des wissenschaftlichen Kommunismus mit weiteren 30 Bänden
       fortzusetzen.
       Die wissenschaftliche  und editorische  Bearbeitung  von  zwanzig
       Bänden der  Marx-Engels-Gesamtausgabe bis 1985 stellt die heraus-
       gebenden Institute in Moskau und Berlin, ihre Kooperationspartner
       an Universitäten  und anderen  wissenschaftlichen  Einrichtungen,
       aber auch  den Dietz  Verlag und die polygraphische Industrie der
       DDR vor  große Aufgaben.  Obwohl die  vorliegenden elf  Bände für
       alle an  der Herausgabe  der MEGA Beteiligten einen großen Erfah-
       rungsschatz verkörpern,  bedarf es  doch großer  gemeinsamer  An-
       strengungen, um dieses Ziel zu erreichen.
       Nicht minder  wichtig für das kontinuierliche Erscheinen der MEGA
       ist die  enge Zusammenarbeit mit der internationalen Marx-Engels-
       Forschung und  -Edition. Schon in den Jahren der Vorbereitung der
       MEGA, aber mehr noch nach dem Erscheinen der ersten Bände hat das
       Interesse der  internationalen Öffentlichkeit  für die  Arbeit an
       dieser Ausgabe  von Jahr  zu Jahr  zugenommen. Ebenso  können wir
       feststellen, daß sich die internationalen Verbindungen der beiden
       herausgebenden Institute mit wissenschaftlichen Einrichtungen und
       einzelnen Wissenschaftlern  von Jahr  zu Jahr  erweitert und ver-
       tieft haben.  Die von  den Herausgebern im Vorwort der Gesamtaus-
       gabe ausgesprochene  Überzeugung, "daß  sich die  internationalen
       Verbindungen der  an der  Marx-Engels-Forschung teilhabenden Wis-
       senschaftler ständig  erweitern werden,  um so  zur erfolgreichen
       Realisierung des  begonnenen Vorhabens beizutragen" 26), hat sich
       vollauf bestätigt.
       So hat  das Internationale  Institut für  Sozialgeschichte in Am-
       sterdam, in  dem ein großer Teil des handschriftlichen Nachlasses
       von Marx und Engels aufbewahrt wird, schon seit Beginn der Arbeit
       an der  MEGA seine  Bestände den  Bearbeitern der einzelnen Bände
       zugänglich gemacht.  Ein Blick in die Einleitungen der bisher er-
       schienenen MEGA-Bände  zeigt, wie auch andere Archive und wissen-
       schaftliche Einrichtungen  durch die  Gewährung der Einsichtnahme
       in die  Originale die  Arbeit an  der MEGA unterstützen, wie z.B.
       das Eidgenössische  Bundesarchiv in  Bern, das Historische Archiv
       der Stadt Köln, das Feltrinelli-Institut in Milano, die Universi-
       tätsbibliothek in  München, die  Kinki-Universität in  Osaka, die
       Stadtbibliothek und  das Karl-Marx-Haus in Trier, das Stadtarchiv
       und das Friedrich-Engels-Haus in Wuppertal.
       Eine große  Unterstützung erhalten  die herausgebenden  Institute
       bei ihrer  Arbeit an  der MEGA von den kommunistischen und Arbei-
       terparteien anderer Länder, deren wissenschaftliche Institute und
       Verlage zum  Teil unmittelbar an der editorischen Bearbeitung be-
       teiligt sind,  wie zum  Beispiel der  Verlag der  Kommunistischen
       Partei Frankreichs  Editions sociales bei der Begutachtung der in
       der MEGA  veröffentlichten französischen  Texte von  Marx und En-
       gels. Neben der ständigen Unterstützung bei der Klärung inhaltli-
       cher Probleme  für die  Kommentierung der Marx-Engels-Texte durch
       Spezialisten haben  sich die kommunistischen und Arbeiterparteien
       große Verdienste  erworben bei der Propagierung der MEGA in ihren
       theoretischen Organen,  aber auch  in ihrer  Tagespresse. Wie be-
       reits bei  Beginn der  Herausgabe der  MEGA  festgestellt  werden
       konnte, ist  dieses große Editionsvorhaben mehr und mehr zu einem
       Anliegen der internationalen Arbeiterbewegung geworden.
       Die Zahl  derjenigen Wissenschaftler,  denen in  den Einleitungen
       für ihre  Unterstützung bei  der wissenschaftlichen  und editori-
       schen Bearbeitung  der bis jetzt vorliegenden Bände gedankt wird,
       ist so groß, daß an dieser Stelle auf die Würdigung der einzelnen
       Leistung verzichtet  werden muß. Ihre Namen dokumentieren, daß an
       der MEGA  fortschrittliche Wissenschaftler  aus der  ganzen  Welt
       mitarbeiten. Wir  sind davon überzeugt, daß die MEGA auch künftig
       einen Sammelpunkt  für die  internationale  Marx-Engels-Forschung
       und -Edition darstellen wird, denn die Veröffentlichung des lite-
       rarischen Nachlasses  von Karl Marx und Friedrich Engels in einer
       historisch-kritischen Edition  ist ein Anliegen, dem sich auch in
       Zukunft alle  fortschrittlichen Wissenschaftler  verbunden fühlen
       werden.
       
       _____
       *) Unter die  Aktivitäten zur Bekanntmachung der MEGA-Arbeit rei-
       hen sich  in der  BRD ein:  Informationsberichte des IMSF Nr. 24:
       Neuere   Marx-Engels-Forschung.   Zur   Marx-Engels-Gesamtausgabe
       (MEGA), Frankfurt/Main 1976.
       Marxistische Blätter, 6/1975: Gespräch mit W. Sewin und G. Heyden
       "Gesamtausgabe der Marx/Engels-Werke (MEGA) in Arbeit", S. 88-94.
       Marxistische Blätter,  4/1977: Bericht "Neue Ergebnisse der Marx-
       Engels-Forschung" (Über  eine Veranstaltungsserie  des  IMSF  mit
       Mitarbeitern der MEGA an neun Universitäten der BRD), S. 104-106.
       1) Vgl. Vorwort  zur Gesamtausgabe. In: MEGA, Band I/1, Karl Marx
       / Friedrich  Engels: Werke,  Artikel, literarische  Versuche  bis
       1843, Berlin 1975. Anläßlich des Erscheinens der ersten Bände der
       MEGA im  Oktober 1975  - außer  dem Band I/1 erschien noch der 1.
       Briefband -  veröffentlichten die  Mitglieder der Gesamtredaktion
       der MEGA  grundlegende Artikel,  in denen  sie, ausgehend von den
       Aufgaben der  historisch-kritischen Gesamtausgabe  der Werke  von
       Marx und Engels, auf die Prinzipien der MEGA eingingen: Rolf Dlu-
       bek/Sofija Lewiowa,  Eine neue  Etappe bei  der Erschließung  des
       theoretischen Erbes  von Marx und Engels. In: Zeitschrift für Ge-
       schichtswissenschaft, Berlin  1975, Heft 11; der Artikel erschien
       auch in: Voprosy istorii, Moskva 1976, Nr. 5.
       Heinrich Gemkow/Wadim  Sewin, Das  große Werk  der Begründer  des
       Marxismus. In:  Einheit, Berlin  1975, Heft  10; der  Artikel er-
       schien auch in: Kommunist, Moskva 1975, Nr. 15.
       Lew Golman/Richard  Sperl, Zum  Erscheinen der  ersten Bände  der
       neuen Marx-Engels-Gesamtausgabe.  In:  Deutsche  Zeitschrift  für
       Philosophie, Berlin  1976, Heft  1; der Artikel erschien auch in:
       Voprosy filosofii, Moskva 1976, Nr. 5.
       Günter Heyden/Anatoli  Jegorow, Eine  ewig  junge,  revolutionäre
       Lehre. In:  Probleme des  Friedens und  des  Sozialismus,  Berlin
       1975, Heft 10.
       Erich Kundel/Alexander  Malysch, Die  weitere Arbeit  an der MEGA
       nach dem Erscheinen der ersten Bände. In: Beiträge zur Geschichte
       der Arbeiterbewegung,  Berlin 1976,  Heft 1; der Artikel erschien
       auch in Voprosy istorii KPSS, Moskva 1976, Nr. 2.
       2) Karl Marx/Friedrich  Engels: Gesamtausgabe  (MEGA), Probeband,
       Berlin 1972.
       3) Zum internationalen Echo auf den MEGA-Probeband vgl. Rolf Dlu-
       bek/Alexander Malysch:  Zur Marx-Engels-Gesamtausgabe. Ergebnisse
       und weitere  Aufgaben der  wissenschaftlich-editorischen  Arbeit.
       In: Beiträge  zur Geschichte  der Arbeiterbewegung,  Berlin 1974,
       Heft 4;  der Artikel  erschien auch  in:  Voprosy  istorii  KPSS,
       Moskau 1974, Heft 3.
       4) Es handelt  sich um  drei Artikel, die Marx am 8., 12. und 13.
       November 1842  in der "Rheinischen Zeitung" unter der Überschrift
       "Die Kommunalreform und die 'Kölnische Zeitung'" veröffentlichte.
       Der vierte Artikel erschien am 17. November 1842 ebenfalls in der
       "Rheinischen  Zeitung"  mit  dem  Titel  "Ein  Korrespondent  der
       'Kölnischen Zeitung' und die 'Rheinische Zeitung'". In: MEGA Band
       I/1, Karl  Marx: Werke,  Artikel, literarische  Versuche bis März
       1843, Berlin  1975, S.  251-259 und  S. 266-267;  siehe auch Inge
       Taubert/Bernhard Dohm: Bisher unbekannte Korrespondenzen von Marx
       aus der  "Rheinischen Zeitung".  In: Beiträge  zur Geschichte der
       Arbeiterbewegung, Berlin 1974, Heft 1.
       5) MEGA, Band I/1, a.a.O., S. 483-613 und S. 711-858.
       6) Ebenda, S. 295, S. 324-327 und S. 354; siehe auch Hans Pelger:
       Karl Marx und die rheinpreußische Weinkrise. In: Archiv für Sozi-
       algeschichte, Band XIII, Hannover 1973.
       7) MEGA, Band  I/10, Karl  Marx/Friedrich Engels: Werke, Artikel,
       Entwürfe Juli  1849 bis Juni 1851, Berlin 1977, S. 503-510; siehe
       auch: Aus  dem handschriftlichen  Nachlaß von Karl Marx. In: Ein-
       heit, Berlin 1977, Heft 5.
       8) Es handelt  sich um  die Wiederveröffentlichung  von 12 Korre-
       spondenzen, die  Engels in  der Zeit  von November  1849 bis Juli
       1850  in   der  Chartistenzeitschrift   "Democratic  Review"  als
       "Leiters from  France" und  "Letters from Germany" veröffentlicht
       hatte. In: MEGA, Band I/10, a.a.O., S. 21-36, S. 234-236, S. 251-
       253 und S. 329.
       9) Es handelt  sich um die Entwürfe zweier von Marx verfaßter Er-
       klärungen an  die Herausgeber  des "Echo"  vom 20.  bzw. 21. Juni
       1871 und  der "Pall  Mall Gazette"  vom 21.  Juni 1871. In: MEGA,
       Band I/22,  Karl Marx/Friedrich Engels: Werke, Artikel, Entwürfe,
       März-November 1871, Berlin 1978, S. 1050-1051.
       10) Gemeint sind einige von Engels am 19. oder 20. September 1871
       für die  Londoner Delegiertenkonferenz der Internationalen Arbei-
       terassoziation verfaßte  Resolutionsentwürfe des  Generalrats der
       Internationale sowie  drei von  Engels zwischen  dem 19.  und 21.
       September 1871 verfaßte Dokumente: Einen Entwurf und zwei von ei-
       ner Kommission  der Londoner  Konferenz unterzeichnete offizielle
       Materialien für  den Finanzbericht  des Generalrats an die Konfe-
       renz. Siehe ebenda, S. 300-305
       11) Von besonderem  Interesse sind in diesem Zusammenhang größere
       Abschnitte der  Sitzungsprotokolle der Londoner Delegiertenkonfe-
       renz vom  21. und  22./23. September  1871, die damals veröffent-
       licht wurden. Siehe ebenda, S. 709 ff.
       12) MEGA,  Band   II/1.1,  Karl   Marx:  Ökonomische  Manuskripte
       1857/58, Teil l, Berlin 1976.
       13) MEGA, Band II/3.1, Karl Marx: Zur Kritik der politischen Öko-
       nomie (Manuskript 1861"1863), Teil 1, Berlin 1976.
       MEGA, Band  H/3.2, Karl Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie
       (Manuskript 1861-1863), Teil 2, Berlin 1977.
       MEGA, Band  H/3.3, Karl Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie
       (Manuskript 1861-1863), Teil 3, Berlin 1978.
       MEGA, Band II/3.4, Karl Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie
       (Manuskript 1861-1863), Teil 4, Berlin 1979.
       14) MEGA, Band  III/1, Karl  Marx/Friedrich Engels:  Briefwechsel
       bis April 1846, Berlin 1975.
       MEGA, Band  III/2, Karl  Marx/Friedrich Engels:  Briefwechsel Mai
       1846 bis Dezember 1848, Berlin 1979.
       15) Hans Feiger/Michael  Knieriem: Friedrich  Engels  als  Bremer
       Korrespondent des  Stuttgarter "Morgenblatts für gebildete Leser"
       und der  Augsburger "Allgemeinen  Zeitung". In: Schriften aus dem
       Karl-Marx-Haus, Trier 1975, Heft 15.
       16) Marx-Engels-Jahrbuch, Band l, Berlin 1978.
       17) Richard Laufner/Karl Ludwig König: Bruno Bauer, Karl Marx und
       Trier. Ein unbekannter Brief von Bruno Bauer an Karl Marx und ra-
       dikale Vormärzliteratur in der Stadtbibliothek Trier. In: Schrif-
       ten aus dem Karl-Marx-Haus, Trier 1978, Heft 20.
       18) MEGA-Band IV/1,  Karl Marx/Friedrich Engels: Exzerpte und No-
       tizen bis 1842, Berlin 1976.
       19) Es handelt sich um Exzerpte aus den Werken klassischer Philo-
       sophen wie Aristoteles, Leibniz, Hume und Spinoza, mit denen sich
       Marx 1840/1841 beschäftigt hatte. Ebenda, S. 155-293.
       20) Vom Band II/3 der MEGA sind inzwischen die ersten vier Bücher
       erschienen; die Bücher 5 und 6 sind in Vorbereitung.
       21) MEGA, Band 1/22, a. a. O., S. 13-119.
       22) Vgl. Vorwort  zur Gesamtausgabe.  In: MEGA, Band I/1, a.a.O.,
       S. 46*-49*.  - Richard  Sperl: Der  Variantenapparat der Marx-En-
       gels-Gesamtausgabe (MEGA).  Zu einigen theoretischen und methodi-
       schen Problemen  der Wiedergabe der autorisierten Textentwicklung
       in den  Werken von Marx und Engels. Phil. Diss. Institut für Mar-
       xismus-Leninismus beim ZK der SED, Berlin 1979.
       23) Vgl. MEGA, Band I/22, a.a.O., S. 807-856.
       24) Vgl. MEGA, Band I/1, a.a.O., S. 963-983.
       25) Vgl. MEGA, Band I/10, a.a.O., S. 675-707.
       26) Vorwort zur  Gesamtausgabe. In:  MEGA, Band  I/1, a.a.O.,  S.
       52*.
       

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