Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 03/1980


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       HUMANISIERUNG ODER RATIONALISIERUNG?
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       Anmerkungen zu Funktion, Ergebnissen und Perspektiven staatlich
       ---------------------------------------------------------------
       geförderter Forschung zur "Humanisierung der Arbeit" (HdA) in
       -------------------------------------------------------------
       der Bundesrepublik
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       Klaus Priester
       
       I. Ziele  des HdA-Programms  - II. Zur Projektvergabe- und Finan-
       zierungspraxis -  III. Forschungsergebnisse:  erste Erfahrungen -
       IV. Perspektiven des HdA-Programms.
       
       Das Aktionsprogramm  "Forschung zur  Humanisierung des Arbeitsle-
       bens" (HdA-Programm) der Bundesministerien für Arbeit (BMA) sowie
       Forschung und  Technologie (BMFT) 1) steht seit seiner Veröffent-
       lichung 1974 im Kreuzfeuer öffentlicher Kritik. 2)
       Im folgenden  soll -  auch im Anschluß an frühere eigene Arbeiten
       3) -  untersucht werden,  was aus den ursprünglich weitreichenden
       Absichten des  HdA-Programms im  Prozeß seiner  Umsetzung in  die
       Forschungspraxis geworden  ist und  welche Perspektiven  sichtbar
       sind.
       
       I. Ziele des HdA-Programms
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       Anstoß zur  Erarbeitung des HdA-Programms war nach Angaben seiner
       Verfasser die  nach dem  Inkrafttreten des Betriebsverfassungsge-
       setzes von 1972 notwendig gewordene nähere Bestimmung dessen, was
       unter "gesicherten  arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen"  bei
       der menschengerechten  Gestaltung der Arbeit, deren Anwendung das
       Gesetz (wie  später eine Reihe anderer Arbeitsschutzgesetze auch)
       fordert 4),  eigentlich zu  verstehen sei.  Das Programm ist Aus-
       druck der Erkenntnis, daß die Arbeitsbedingungen in der Bundesre-
       publik verbesserungswürdig sind. Bereits die erste sozialliberale
       Bundesregierung hatte  die "Humanisierung der Arbeitswelt" zu ei-
       nem der  zentralen Programmpunkte  ihrer  zunächst  proklamierten
       neuen, "vorausschauenden  Sozialpolitik" gemacht;  dies war  Aus-
       druck einer  stärkeren Betonung  des Präventionsgedankens  in der
       Sozialpolitik des  Staates. 5)  Ursprünglich setzte sich das HdA-
       Programm zum  Ziel: 1. die Erarbeitung von Schutzdaten, Richtwer-
       ten, Mindestanforderungen  an Maschinen, Anlagen und Arbeitsstät-
       ten; 2. die Entwicklung menschengerechter Arbeitstechnologien; 3.
       die Erarbeitung  und Erprobung  neuer Formen der Arbeitsorganisa-
       tion und  die beispielhafte Gestaltung von Arbeitsplätzen; 4. die
       Verbreitung und  Umsetzung der  gewonnenen Erkenntnisse  und  Be-
       triebserfahrungen in  die Praxis. 6) Im Rahmen dieser gemeinsamen
       Programmziele von  BMFT und BMA haben sich später für den Bereich
       des BMFT,  das ca.  90 Prozent aller Vorhaben betreut, fünf Akti-
       onsrichtungen für die Forschung herausgebildet. 7)
       V e r b e s s e r u n g   d e r    A r b e i t s q u a l i t ä t:
       Hierunter fallen Projekte zur Ausweitung von Arbeitsinhalten, zur
       Entwicklung ganzheitlicher  Arbeitsvollzüge sowie  zur  Schaffung
       von "Möglichkeiten einer mit der Arbeit verbundenen Höherqualifi-
       zierung" der  Beschäftigten. "Dabei soll zugleich dafür Sorge ge-
       tragen werden,  daß die  Beschäftigten auch  dispositive und kon-
       trollierende Arbeitsaufgaben  übertragen bekommen  und auf  diese
       Weise die  Möglichkeit erhalten, eine stärkere Kontrolle über die
       eigene Arbeit  zu gewinnen." Ferner gehören zu diesem Forschungs-
       schwerpunkt "Aktivitäten  zur Herstellung von Kommunikations- und
       Kooperationsmöglichkeiten, die  den sozialen Bedürfnissen der Be-
       schäftigten entsprechen  und die  einen Abbau von Fremdkontrollen
       ermöglichen". Im  übrigen ist  beabsichtigt, "durch  die  weitere
       Ausgestaltung der  Arbeitsverfassung... die  Arbeitnehmer stärker
       als bisher bei der Festlegung ihrer Arbeitsaufgaben und ihrer Ar-
       beitsbeziehungen zu beteiligen".
       A b b a u   s c h ä d i g e n d e r   u n d  u n z u t r ä g l i-
       c h e r  Ü b e r-  u n d  U n t e r b e a n s p r u c h u n g e n
       u n d   -b e l a s t u n g e n:   Hierbei geht  es um  die Erfor-
       schung  gesundheitsschädigender   Einflüsse  der  Arbeitsumgebung
       (z.B. Lärm,  Schadstoffe),  von  Überbeanspruchungen  durch  Lei-
       stungsverdichtung und  Arbeitszeitregelungen (Nacht-,  Schichtar-
       beit), zu  geringer und einseitiger Beanspruchungen, technischer,
       sozialer und  psychischer Zwänge,  die  die  Kommunikations-  und
       Handlungsfähigkeit der  Beschäftigten beeinträchtigen  sowie  von
       Mehrfachbelastungen am Arbeitsplatz.
       E r h ö h u n g  d e r  A r b e i t s s i c h e r h e i t:  Unter
       diesen Forschungsschwerpunkt  fällt  die  Arbeitsunfallforschung,
       die zwar  zu den  traditionellen Gebieten des Arbeitsschutzes ge-
       hört, nach Ansicht der Programmgestalter aber auch zukünftig wei-
       terverfolgt werden soll.
       V e r m i n d e r u n g   n e g a t i v e r    W e c h s e l b e-
       z i e h u n g e n   z w i s c h e n  A r b e i t s w e l t  u n d
       a n d e r e n   L e b e n s b e r e i c h e n:   Hierbei geht  es
       einmal um die von der konkreten Arbeitsplatzsituation und den sie
       beeinflussenden gesellschaftlichen Faktoren ausgehenden Einflüsse
       auf die  Freizeit- und  außerbetrieblichen Lebensgewohnheiten der
       Beschäftigten, zum  anderen um die Auswirkungen der Lebenslage im
       allgemeinen, der  Bildungs- und  Berufschancen auf  die  Arbeits-
       situation. "Benachteiligungen in einem Bereich korrespondieren im
       Regelfall mit  Nachteilen im anderen Bereich. Es muß ein Ziel der
       Humanisierung  des   Arbeitslebens  sein,  durch  Gestaltung  der
       Arbeitsbedingungen  diese   Wechselbeziehungen  von   Arbeit  und
       anderen Lebensbereichen positiv zu beeinflussen."
       E n t w i c k l u n g     ü b e r g r e i f e n d e r     H d A -
       S t r a t e g i e n:   Diese Aktionsrichtung  orientiert sich auf
       die Anknüpfung  "an andere  staatliche Politiken,  wie  z.B.  die
       Technologiepolitik, die  Arbeits- und  Beschäftigungspolitik, die
       Bildungs- und  Weiterbildungspolitik, die regionale und sektorale
       Wirtschaftspolitik, die  Sozialpolitik und  andere" sowie  an die
       Strategien von  Unternehmern und  Gewerkschaften, die Entwicklung
       der Gesetzgebung  usw.  "Es  ist  ein  Ziel  des  Humanisierungs-
       programms, alle  Aktivitäten anderer Teilstrategien zu nutzen, um
       eine menschengerechte  Arbeitsgestaltung kurz-  und mittelfristig
       zu gewährleisten."
       An den  so skizzierten  Aufgabenstellungen wird deutlich, daß zu-
       mindest programmatisch  z.T. sehr detaillierte Vorstellungen dar-
       über bestanden,  in welchen  Bereichen und mit welchen Zielen ge-
       forscht werden  sollte. Gleichwohl haben sich die konkreten Ziel-
       planungen seit  Veröffentlichung des  HdA-Programms mehrfach ver-
       schoben. Hierzu  hat sicherlich  auch die  bald geäußerte gewerk-
       schaftliche Kritik beigetragen. Sie läßt sich etwa folgendermaßen
       skizzieren: 8) 1. Das HdA-Programm sei zu breit angelegt, es ent-
       halte über  hundert als  Forschungs- und Entwicklungsaufgaben de-
       klarierte Probleme,  deren Bearbeitung  "eine jahrelange und noch
       weiter zu  detaillierende Forschungsarbeit"  notwendig mache.  2.
       Der überwiegende  Teil der  benannten  Forschungsaufgaben  bewege
       sich im  Rahmen der traditionellen Forschungskonzeption, d.h. das
       Programm ist  darauf ausgerichtet,  eine Vielzahl von Aktivitäten
       durch Forschungsinstitute,  Verbände und  staatliche Verwaltungen
       auszulösen, Projekte  "in der üblichen Weise abzuwickeln und wis-
       senschaftliche Gutachten  anzufertigen". Dagegen machten die Pro-
       bleme der Arbeitsbedingungen ein anderes Vorgehen notwendig: "Das
       Forschungsprogramm müßte weitgehend identisch und integriert sein
       mit einem  R e a l i s i e r u n g s p r o g r a m m  der Humani-
       sierung der Arbeit." Dies jedoch würde eine andere Konzeption der
       wissenschaftlichen Arbeit  und Bewertung  voraussetzen,  etwa  im
       Sinne einer auf Veränderung ausgerichteten Forschung.
       3. Viele Projekte seien auf die Erforschung der Grenzen von Bean-
       spruchungen  und  schädigenden  Arbeitsbedingungen  ausgerichtet,
       während unklar  bleibe, an welchen Kriterien und mit welchen Ver-
       fahren diese  Grenzen festzulegen  sind,  insbesondere  wenn  die
       "Bedürfnisse der Menschen" stärker berücksichtigt werden sollten.
       4. Das isolierte  Vorgehen der  Forschung durch  fehlende Berück-
       sichtigung der  Gesamtzusammenhänge  könne  sich  desintegrierend
       auswirken. Es  bestehe die  Gefahr,  "daß  jeweils  nur  einzelne
       Aspekte der  Arbeitsbedingungen gesehen  und  verändert  werden",
       ohne die  gegenseitige Verflochtenheit  unterschiedlicher Aspekte
       der Arbeitssituation zu berücksichtigen.
       5. Das Programm  enthalte keinerlei  Aussagen "über die Abhängig-
       keit der  Arbeit von  den Verwertungsbedingungen  und -interessen
       des Kapitals  und über  die daraus resultierenden Schwierigkeiten
       bei der Verwirklichung von bestimmten Maßnahmen der Humanisierung
       der Arbeit".  Aus einer  derart "konfliktlosen Sichtweise" ergebe
       sich schließlich  auch die das Programm tragende Vorstellung, daß
       allein durch die Forschung menschengerechte Arbeitsbedingungen zu
       realisieren wären. 6. Im Rahmen der Entwicklung einer (fehlenden)
       Durchsetzungsstrategie zur HdA müßten die betroffenen Beschäftig-
       ten  bei   der  Festlegung  von  Forschungszielen  und  -inhalten
       z w i n g e n d   beteiligt werden. 7. Unklar sei, "inwieweit die
       Probleme der  Arbeitsbedingungen es  notwendig machen,  ein neues
       Modell der  wissenschaftlichen Begleitung  von konkreten Verände-
       rungen und  neuer Formen  der Kooperation  zwischen  der  Wissen-
       schaft, den Gewerkschaften, den Beschäftigten und den Unternehmen
       zu entwickeln".
       Es scheint,  als ob  durch derart  pointiert vorgetragene  Kritik
       tatsächlich einige inhaltliche und organisatorische Veränderungen
       bei der  Abwicklung des  HdA-Programms bewirkt  worden  sind.  So
       wurde 1976  anstelle der  offensichtlich überforderten Ministeri-
       albü-rokratie von BMA und BMFT ein "Projektträger HdA" 9) mit der
       Durchführung des  Programms betraut.  Er ist für die Durchführung
       aller HdA-Vorhaben  zuständig, die  vorher von der Verwaltung des
       BMFT selbst  betreut wurden,  während die  Bundesanstalt für  Ar-
       beitsschutz und Unfallforschung (BAU) in Dortmund die vom BMA be-
       treuten Projekte durchführt oder nach außen vergibt. Mit der Lei-
       tung des  Projektträgers HdA wurde Prof. Willi Pöhler, Leiter des
       Landesinstituts Sozialforschungsstelle  Dortmund und Industrieso-
       ziologe, betraut;  der Mitarbeiterstab wurde um Wirtschafts-, So-
       zial- und  Arbeitswissenschaftler erweitert  und zahlenmäßig ver-
       doppelt. 10)
       Gleichzeitig wurde  das Beraterwesen  im Rahmen des HdA-Programms
       reformiert. Zehn Gutachterausschüsse wurden eingerichtet, die die
       einzelnen Vorhabenschwerpunkte  beraten sollen. Dabei wurden - in
       diesem Umfang erstmals in der staatlichen Forschungsförderungspo-
       litik der Bundesrepublik - neben wissenschaftlich-technischen Ex-
       perten in stärkerem Maße Gewerkschaftsvertreter und Vertreter der
       Unternehmer berufen.  Es kann  davon ausgegangen  werden, daß das
       HdA-Programm das Forschungsprogramm mit dem - zumindest quantita-
       tiv - größten Einfluß der Gewerkschaften ist. Allerdings sind mit
       dieser verstärkten  Repräsentanz der  Gewerkschaften auch  perso-
       nelle und Kompetenzprobleme verbunden. 11)
       Die stärkere  Einbeziehung der  Gewerkschaften bewirkte u.a. auch
       die nun einsetzende stärkere Berücksichtigung solcher Forschungs-
       projekte, die  von Einzelgewerkschaften des DGB und Betriebsräten
       vorgeschlagen wurden.  Schließlich wurde  beim Projektträger  HdA
       auch ein  eigenständiger Förderschwerpunkt "Umsetzung von Humani-
       sierungserkenntnissen" etabliert,  für den 1978 zum ersten Mal in
       größerem Umfang Finanzmittel zur Verfügung gestellt wurden. 12)
       Eine weitere  Veränderung gegenüber  der ersten  Projektphase be-
       stand darin,  daß Ansätze für ein Beobachtungs- und Bewertungsin-
       strumentarium geschaffen,  d. h.  bei größeren Forschungsvorhaben
       Projektbegleiter eingesetzt  wurden, "die  den Verlauf des Vorha-
       bens periodisch  und kritisch  dem Projektträger  berichten"  13)
       sollen. Zudem  wurden und werden parallel zu den meisten größeren
       Betriebsprojekten arbeits- und sozialwissenschaftliche Begleitun-
       tersuchungen durchgeführt, wobei Sozialwissenschaftler allerdings
       nur zum  Teil  auch  schon  in  die  Projekt p l a n u n g    und
       -k o n z e p t i o n  eingeschaltet wurden.
       Im folgenden sollen einige Anmerkungen zur Praxis der Projektver-
       gabe und  zur Verteilung  der Fördermittel gemacht werden, um den
       realen Stellenwert  des HdA-Programms im Kontext staatlicher For-
       schungs- und Technologiepolitik besser einschätzen zu können.
       
       II. Zur Projektvergabe- und Finanzierungspraxis
       -----------------------------------------------
       
       Die  gewerkschaftliche   Kritik  trug  dazu  bei,  daß  zumindest
       v e r s u c h t  wurde, tradierte Forschungspraktiken ansatzweise
       zu verändern,  betriebliche und gewerkschaftliche Instanzen nicht
       nur zu beraten, sondern auch an der Konzipierung und Durchführung
       von Projekten direkt zu beteiligen. Die sich als Folge herausbil-
       denden besonderen  Beratungsund Organisationsstrukturen  zur  Ab-
       wicklung des  HdA-Programms, die  nun dargestellt  werden sollen,
       verdienen auch  im Hinblick  auf die  durch  diese  Institutionen
       praktizierte Finanzierungspolitik Beachtung. 14)
       Das BMFT  wird in  Fragen der Programmentwicklung von einem drit-
       telparitätisch aus Wissenschaftlern, Gewerkschafts- und Unterneh-
       mervertretern zusammengesetzten   F a c h a u s s c h u ß   bera-
       ten; 15)  das BMFT fällt die Förderentscheidungen und entscheidet
       zusammen mit  dem BMA über die Weiterentwicklung und Ausdifferen-
       zierung des HdA-Programms.
       Die Abwicklung  des HdA-Programms  selbst liegt in den Händen des
       "relativ autonomen"  16)  P r o j e k t t r ä g e r s  H d A;  er
       unterstützt und  berät Antragsteller  (Firmenleitungen, Betriebs-
       räte, Wissenschaftler  und wissenschaftliche  Institutionen)  bei
       der Ausarbeitung  von Förderanträgen  und der Durchführung geneh-
       migter Projekte;  er gibt  dem BMFT  Empfehlungen zur  Förderent-
       scheidung, schließt im Auftrag des BMFT Forschungsverträge ab und
       gibt nach  Abschluß von Projekten "einen Bericht über Erfolg oder
       Mißerfolg". 17)
       Zur Unterstützung  seiner Arbeit  hat der  Projektträger HdA zehn
       S a c h v e r s t ä n d i g e n k r e i s e   gebildet, in  denen
       Wissenschaftler, Gewerkschafts- und Unternehmervertreter, Berufs-
       genossenschaften (Unfallversicherungsträger)  und andere Fachver-
       bände vertreten  sind. - In diesen Sachverständigenkreisen werden
       von den antragstellenden Firmen, Verbänden und Instituten die je-
       weiligen Projekte  vorgetragen und gemeinsam mit den Sachverstän-
       digen diskutiert.  Die Sachverständigen  geben dem  Projektträger
       eine Förderempfehlung, die dieser auswertet und mit einer eigenen
       Stellungnahme an das Ministerium weiterleitet." 18)
       In  diesen  Sachverständigenkreisen  sind  Gewerkschaftsvertreter
       b e t e i l i g t,  d.h. in der Regel unterrepräsentiert; gleich-
       wohl werden  sie auf  diese Weise  in das Beratungs- und Bewilli-
       gungssystem eingebunden. Von ihrer Entscheidungskompetenz und den
       Mitbestimmungsmöglichkeiten her dürfte ihnen allenfalls eine Fei-
       genblatt-Funktion zukommen.  Dies wird dem Vernehmen nach von Ge-
       werkschaftsseite auch  entsprechend eingeschätzt. Die - gewollten
       - Folgen  dieser Integration von Gewerkschaftsvertretern sind die
       gegensätzliche Interessen  verdeckenden Mechanismen  der Konsens-
       bildung in  der Programmgestaltungs-  und  Projektberatungsphase.
       19) Daß  dies unter dem Zwang zur Einigung oft zu forschungsstra-
       tegisch und  hinsichtlich ihrer  praktisch-betrieblichen Relevanz
       unsinnigen, weil  nur Randprobleme der Arbeitsbedingungen betref-
       fenden und  zentrale  Fragen  ausblendenden,  Forschungsprojekten
       führt, die  quasi als  "Kompromiß" unterschiedlicher  - z.T. auch
       gegenläufiger -  Interessen angelegt  sind, erscheint  vor diesem
       Hintergrund verständlich.
       Unter  diesen   Gesichtspunkten  muß  auch  die  Einrichtung  von
       F a c h k o n f e r e n z e n   u n d   -g e s p r ä c h e n  be-
       trachtet werden, die nach Auffassung des Projektträgers dazu die-
       nen sollen, "richtungweisende Themen für Forschungs- und Entwick-
       lungsvorhaben aufzufinden  und ...  Förderaktivitäten  in  bisher
       noch nicht berücksichtigten Branchen oder Themenbereichen anzure-
       gen". 20)  Diese -  auch als  Informationsveranstaltungen für die
       beteiligten Betriebe,  Wissenschaftler und Gewerkschaften gedach-
       ten - Beratungen, von denen allein zwischen 1975 und 1977 zehn zu
       unterschiedlichen Problemfeldern stattfanden 21), dürften das auf
       Gewerkschaftsseite bestehende  Informationsdefizit  kaum  beheben
       und die  Möglichkeiten, Einfluß  auf die  inhaltliche Ausrichtung
       der Forschung und der Förderschwerpunkte zu nehmen, nicht wesent-
       lich erweitern.
       Schließlich ist  in diesem  Zusammenhang noch die Institutionali-
       sierung eines  besonderen  M i t s p r a c h e r e c h t e s  für
       an Projekten  beteiligte  B e t r i e b s-    u n d    P e r s o-
       n a l r ä t e   zu nennen.  In den BMFT-Förderungsgrundsätzen für
       HdA-Projekte heißt  es hierzu: "Bei betrieblichen Forschungs- und
       Entwicklungsprojekten, welche  die Arbeitnehmer  des  antragstel-
       lenden Unternehmens  betreffen, wird  eine  schriftliche  Einver-
       ständniserklärung des  örtlichen Betriebsrates  zum  Antrag  ver-
       langt." 22)
       Hierin scheint nun in der Tat ein wesentlicher Forschritt zu lie-
       gen. Allerdings muß einschränkend angemerkt werden, daß eine bloß
       formale Einverständniserklärung noch lange kein wirksames Mitwir-
       kungs-, Beteiligungs-,  Mitsprache-  oder  gar  Mitbestimmungsund
       Entscheidungsrecht  darstellt.  Insofern  kann  von  "obligatori-
       sche(r) Beteiligung der Betriebsräte" an HdA-Projekten - wie dies
       der frühere Forschungsminister  M a t t h ö f e r  formuliert 23)
       - im  Sinne einer  tatsächlichen Mitgestaltung des Forschungspro-
       zesses und der Anwendung der Forschungsergebnisse nicht unbedingt
       die Rede sein.
       Im Hinblick  darauf - und dies zeigt gerade die auf einschlägigen
       Projekterfahrungen basierende  gewerkschaftliche Kritik 24) - mu-
       tet es  eher wie eine Verkennung in der betrieblichen Praxis exi-
       stierender Schwierigkeiten an, wenn Matthöfer schreibt: "Kein be-
       triebliches Projekt  wird gefördert, dem nicht der zuständige Be-
       triebsrat zugestimmt  hat.   M ö g l i c h s t   sollen alle Pro-
       blempunkte von vornherein diskutiert und in Form von Betriebsver-
       einbarungen geregelt  werden." 25)  Hierbei wird  auch übersehen,
       daß die  meisten der  auftretenden Probleme in betrieblichen HdA-
       Projekten sich  erst im  Verlauf des Forschungsprozesses ergeben,
       also a  priori nicht  vorhersehbar sind, zumal dann, wenn die Be-
       legschaftsvertretungen nicht von Anbeginn an in die Planungsüber-
       legungen einbezogen  sind und die Forschungsprobleme, detaillier-
       ten Fragestellungen,  Maßnahmen der Durchführung und angestrebten
       Ziele mitformulieren.
       Gerade die  Beteiligung der unmittelbar Betroffenen und ihrer be-
       trieblichen Vertretungen  kann aber  erst gewährleisten, daß HdA-
       Projekte tatsächlich  der Erforschung von für die betroffenen Be-
       schäftigten  r e l e v a n t e n  Aspekten der Arbeitsbedingungen
       und  der    D u r c h s e t z u n g    v o n    s p ü r b a r e n
       V e r b e s s e r u n g e n   a m   A r b e i t s p l a t z  die-
       nen. Ansonsten  besteht die Gefahr, daß aus Steuergeldern Subven-
       tionierungspolitik im  Interesse der  Unternehmen betrieben  wird
       und die tatsächliche umfassende Verbesserung der Arbeitsbedingun-
       gen unterbleibt.
       Betrachtet man  nun die Entwicklung und Verteilung der Finanzmit-
       tel für  das HdA-Programm,  so wird zunächst deutlich, daß dieser
       Bereich staatlicher  Forschungspolitik nur  eine äußerst  geringe
       Rolle spielt.  Der Anteil der für das HdA-Programm im Bereich des
       BMFT, das  ca. 90%  aller Maßnahmen durchführt, ausgegebenen bzw.
       eingeplanten Mittel  am Gesamthaushalt des Forschungsministeriums
       betrug 1974   0,4%,  1979  1,6%; 1982 soll er rund 2,1% betragen.
       26) Angesichts der hohen Förderbeträge für z. B. Energieforschung
       und -technologie,  Weltraumforschung sowie naturwissenschaftliche
       Grundlagenforschung, die  zusammen mehr  als 60 Prozent aller vom
       BMFT verteilten  Fördermittel erhalten 27), erscheinen die in das
       HdA-Programm investierten  Summen eher als Schönheitspflästerchen
       in einem  rein naturwissenschaftlich-technologisch ausgerichteten
       Förderspektrum. Das  bedeutet nicht  nur, daß die HdA-Ausgaben im
       Vergleich zu  anderen Förderschwerpunkten  außerordentlich gering
       sind, sondern  auch, daß "alle anderen Gelder ... in eine Techno-
       logiepolitik (fließen),  die   n i c h t  an Humanisierungskrite-
       rien orientiert ist" 28), teilweise aber ebenfalls technologische
       Innovationen betrifft,  die Auswirkungen  auf die  Gestaltung von
       Arbeitsplätzen haben.
       
       Tabelle 1
       Entwicklung der  Finanzmittel für das HdA-Programm (Mio. DM) 1974
       bis 1983
       
                        BMA     BMFT     Insges.
       
       1974             2,2     11,5      13,7
       1975             3,5     28,1      31,6
       1976             5,4     39,7      45,1
       1977             5,4     48,5      53,9
       1978             6,9     75,1      82,0
       1979             8,3     90,0      98,3
       1980 a)          8,4    110,0     118,4
       1981 b)          8,4    134,0     142,4
       1982 b)          8,4    156,0     164,4
       1983 b)          8,4    185,0     193,4
       Summe 1974-79   31,7    292,9     324,6
       _____
       a) 1980: Haushaltsansatz
       b) 1981 bis 1983: mittelfristige Finanzplanung
       Quelle: Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Ab-
       geordneten Glombig..., a.a.O., S. 15; eigene Berechnungen.
       
       Aus Tabelle  1 geht  hervor, daß  zwischen 1974 und 1979 rund 325
       Mio. DM  für die HdA-Forschung ausgegeben wurden; davon entfielen
       mehr als  90 Prozent auf das BMFT. Dabei ist eine kontinuierliche
       Steigerung der  zur Verfügung  gestellten Mittel  im Bereich  des
       BMFT festzustellen,  während die  BMA-Mittel zukünftig nicht mehr
       gesteigert werden sollen. Allerdings bleibt in dieser Aufstellung
       unberücksichtigt, daß  im Bereich  des BMA  für das  1980 bei der
       Bundesanstalt für  Arbeitsschutz und Unfallforschung (BAU) einzu-
       richtende "Bundeszentrum Humanisierung des Arbeitslebens" weitere
       10 Mio. DM aus Haushaltsmitteln des Bundes vorgesehen sind. 29)
       
       Tabelle 2
       Förderaktivitäten von BMFT und BMA (Stand: Mitte 1978)
       
       Programmschwerpunkt        Anzahl der
                                  Vorhaben          Fördermittel
                               insges. Prozent insges. (Mio. DM) Prozent
       
       Verhütung von    abgeschl.  66    10,7       5,662          2,4
       Unfällen         laufend    36     5,9      13,761          5,7
                        insgesamt 102    16,6      19,423          8,1
       Bekämpfung ar-   abgeschl.  13     2,1       0,418          0,2
       beitsbedingter   laufend    19     3,1       2,198          0,9
       Krankheiten      insgesamt  32     5,2       2,616          1,1
       Abbau unzumutba- abgeschl. 127    20,7      25,000         10,4
       rer Belastungen  laufend   189    30,8     101,885         42,6
                        insgesamt 316    51,5     126,885         53,0
       Verbesserung der abgeschl.  17     2,8       7,026          2,9
       Qualität der     laufend    70    11,3      59,452         24,9
       Arbeit           insgesamt  87    14,1      66,478         27,8
       
       Verminderung negativer
       Wechselbeziehungen zwi-
       schen Arbeitswelt und        -     -         -              -
       anderen Lebensbereichen
       
       Programmbeglei-  abgeschl.  22     3,6       1,520          0,6
       tende Forschung  laufend    27     4,4      15,955     ·    6,7
                        insgesamt  49     8,0      17,475          7,3
       Verbreitung und
       Umsetzung von
       Erkenntnissen    abgeschl.  12     2,0       1,113          0,5
       und Betriebser-  laufend    16     2,6       5,346          2,2
       fahrungen        insgesamt  28     4,6       6,459          2,7
       HdA-Aktivitäten  abgeschl. 257    41,9      40,739         17,0
       insgesamt        laufend   357    58,1     198,597         83,0
                        insgesamt 614    100,0    239,336        100,0
       _____
       Quelle: Pöhler,  Fünf Jahre  Humanisierungsprogramm..., a. a. O.,
       S. 13.
       
       Wie verteilen  sich nun diese Mittel auf die Programmschwerpunkte
       des HdA-Programms?  Welche Prioritäten sind feststellbar? Tabelle
       2 zeigt,  daß bis  Mitte 1978  mehr als die Hälfte aller Vorhaben
       und Mittel Projekten zugeflossen sind, die den Abbau unzumutbarer
       Arbeitsbelastungen zum  Inhalt hatten, ein gutes weiteres Viertel
       der Mittel  solchen Projekten,  die der Verbesserung der Arbeits-
       qualität dienen  sollen. Dagegen  kommt der  programmbegleitenden
       Forschung (7,3%  der Mittel) und dem Schwerpunkt "Verbreitung und
       Umsetzung von  Forschungsergebnissen" (2,7%)  ebenso wie  der Be-
       kämpfung arbeitsbedingter  Erkrankungen (1,1%) nur geringe Bedeu-
       tung zu.
       Im Bereich  der Wechselbeziehungen  zwischen Arbeitssituation und
       anderen Lebensbereichen  wurde bis Mitte 1978 überhaupt nicht ge-
       forscht. Allerdings  werden seit  1979auch zu  diesem Programmbe-
       reich vereinzelte Projekte durchgeführt.
       Nach der Übersicht in Tabelle 2 wurden also bis Mitte 1978 insge-
       samt fast  240 Mio.  DM an Fördermitteln festgelegt. Mehr als 600
       Projekte im  Bereich von BMA und BMFT wurden gefördert, von denen
       257 bereits abgeschlossen sind. Bei den abgeschlossenen Projekten
       handelt es  sich hauptsächlich  um kleinere,  die im  BMA-Bereich
       durchgeführt wurden. 30)
       Für den  Bereich des BMFT ist es möglich, etwas tiefer in die De-
       tails der  Mittelvergabe nach  Forschungsschwerpunkten vorzudrin-
       gen. Dies erscheint nicht zuletzt auch deshalb sinnvoll, weil Ta-
       belle 2 nur eine summarische Übersicht über die vergebenen Mittel
       ist, die nichts über die Entwicklungsrichtung und die Ausstattung
       von Einzelbereichen aussagt. In Tabelle 3 wurde versucht, die vom
       BMFT vergebenen  Fördermittel nach Teilprogrammen und Aktivitäts-
       schwerpunkten aufzuschlüsseln. Dabei zeigt sich, daß über den ge-
       samten Zeitraum  hinweg ca.  zwei Drittel der Finanzmittel in die
       Teilprogramme "Arbeits- und Betriebsorganisation" sowie "Arbeits-
       plätze,  -mittel  und  -umgebung"  fließen.  Mit  im  Zeitverlauf
       abnehmender Tendenz  entfällt ein  Fünftel bis  ein  Drittel  der
       Mittel auf  das Teilprogramm  "Arbeitstechnologien"; der  Schwer-
       punkt "Umsetzung"  hat erst  in den  letzten Jahren nennenswertes
       Gewicht erlangt:  1979/80 war  dafür immer  noch weniger  als ein
       Fünftel der Mittel eingeplant.
       Betrachtet  man  die  Fördermittelverteilung  noch  detaillierter
       (Tabelle 4),  so lassen  sich für die letzten Jahre folgende Ent-
       wicklungstendenzen aufzeigen.  31) Für fast alle Aktivitätszweige
       und Teilprogramme sind z. T. starke Steigerungen der Finanzmittel
       zu verzeichnen;  die HdA-Fördermittel  insgesamt haben  sich seit
       1977 fast  verdoppelt. Nach  wie vor  eindeutiger    F ö r d e r-
       s c h w e r p u n k t,  der (mit rückläufiger Tendenz) immer noch
       ein Viertel  der Gesamtmittel  umfaßt, ist  die  Entwicklung  und
       Erprobung neuer  Arbeitsstrukturen in  der industriellen  Produk-
       tion. Hierbei  handelt es  sich hauptsächlich um in der Elektro-,
       Automobil-  und   metallverarbeitenden  Industrie   durchgeführte
       Projekte, die  als "Modellversuche"  zur Einführung  neuer Formen
       der Arbeitsorganisation (z.B. durch Auflockerung oder Abschaffung
       der  Fließbandarbeit)   bezeichnet  werden.   Mit  ihnen   sollen
       Alternativen zu  stark arbeitsteilig  organisierten  Produktions-
       prozessen  erforscht   und  erprobt   werden,  wobei  neben  mehr
       technologisch orientierter  Forschung auch  in starkem  Maße  ar-
       beits-  und  sozialwissenschaftliche  Begleitforschung  betrieben
       wird. An  der Durchführung beteiligen sich neben vor allem größe-
       ren Industriebetrieben  private  Forschungsinstitute,  hochschul-
       freie Forschungs-  und Entwicklungseinrichtungen, darunter insbe-
       sondere die Fraunhofer-Gesellschaft sowie arbeits- und sozialwis-
       senschaftliche Hochschulinstitutionen.
       
       Tabelle 3
       HdA-Fördermittel im Bereich des BMFT nach Teilprogrammen
       (Maßnahmebereichen) 1974 bis 1982 a)
       
       Teilprogramm 1974       1975       1976       1977       1978 b)
                  Mio. DM %  Mio. DM %  Mio. DM %  Mio. DM %  Mio. DM %
       Arbeits- und Betriebsorganisation
                   4,0  31,5 10,0  34,0 13,4  33,6 16,1  33,2 26,1  33,5
       Arbeitsplätze, -mittel, -umgebung
                   4,4  34,6 10,6  36,1 12,1  30,3 18,8  38,8 24,4  31,3
       Arbeitstechnologien
                   4,0  31,5  6,7  22,8  9,8  24,6  8,0  16,5 15,6  20,0
       Umsetzung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse;
                   0,3   2,4  2,1   7,1  4,6  11,5  5,6  11,5 11,9  15,3
       übergreifende Studien und Dienste
       HdA-Programm insgesamt (BMFT-Anteil)
                  12,7 100,0 29,4 100,0 39,9 100,0 48,5 100,0 78,0 100,1
                                                                      c)
       
       Teilprogramm     1979 b)      1980 b)      1981 b)      1982 b)
                      Mio. DM  %   Mio. DM  %   Mio. DM  %   Mio. DM  %
       Arbeits- und Betriebsorganisation
                      30,2   31,8  38,1   31,8  40,2   30,0  45,0   30,0
       Arbeitsplätze, -mittel, -umgebung
                      31,8   33,5  37,1   30,9  40,2   30,0  45,0   30,0
       Arbeitstechnologien
                      16,7   17,6  23,3   19,4  26,8   20,0  30,0   20,0
       Umsetzung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse;
                      16,3   17,2  21,5   17,9  26,8   20,0  30,0   30,0
       übergreifende Studien und Dienste
       HdA-Programm insgesamt (BMFT-Anteil)
                      95,0  100,1 120,0  100,0 134,0  100,0 150,0  100,0
                               c)
       _____
       a) Die Summenangaben für die letzte Zeile der Tabelle weichen für
       die meisten  Jahre von  den Angaben in Tabelle 1 ab. Dies ist auf
       Veränderungen in  der kurz- und mittelfristigen Finanzplanung und
       nachträgliche Korrekturen des BMFT-Haushalts zurückzuführen .
       b) Soll-Zahlen.
       c) Abweichung von 100 Prozent durch Runden.
       Quelle: Zusammengestellt und  berechnet nach  BMFT (Hrsg.), BMFT-
       Leistungsplan Humanisierung  des Arbeitslebens,  a. a.  O., S. 15
       ff.
       
       Dagegen spielt der Büro-, Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich
       eine untergeordnete Rolle, obwohl gerade hier in den letzten Jah-
       ren erheblich  rationalisiert wurde.  Immerhin scheint es jedoch,
       daß -  möglicherweise aufgrund  der geübten  Kritik - Forschungen
       auf diesem  Sektor ausgeweitet  werden sollen. Hierbei werden au-
       genblicklich noch in starkem Maße öffentliche Verwaltungseinrich-
       tungen hinsichtlich  der Entwicklung und Erprobung neuer Arbeits-
       strukturen als  Forschungs- und  Experimentierfeld genutzt  (z.B.
       das Kraftfahrzeugbundesamt  in Flensburg, die Hamburger Justizbe-
       hörde, kommunale Krankenhäuser und Müllabfuhrbetriebe). Auch hier
       beteiligen sich arbeitspsychologische, sozial- und organisations-
       wissenschaftliche Institutionen an der Forschung.
       
       Tabelle 4
       HdA-Fördermittel im Bereich des BMPT nach Teilprogrammen
       (Maßnahmebereichen) und Aktivitäten 1977 bis 1979 a)
       
       Teilprogramm    Aktivitäten               Finanzmittel
                                          1977       1978       1979
                                        Mio. DM %  Mio. DM %  Mio. DM %
       Arbeits- und   Entwicklung und Erprobung neuer
       Betriebs-      Arbeitsstrukturen in der Produk-
       organisation   tion              15,0  30,9 21,9  28,1 23,9  25,2
                      Entwicklung und Erprobung neuer Arbeitsstrukturen
                      im Verwaltungs- und Dienstleistungs-
                      bereich            1,0   2,1  4,2   5,4  6,3   6,6
       Arbeitsplätze, Abbau schädlicher Umgebungseinflüsse
       -mittel,       am Arbeitsplatz    4,7   9,7  8,2  10,5 10,2  10,7
       -umgebung      Verbesserung, der Arbeitsbedingungen
                      im Bergbau         6,7  13,8  8,6  11,0 10,6  11,2
                      Menschengerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen
                      und -mitteln       4,1   8,5  3,7   4,7  3,9   4,1
                      Weiterentwicklung der
                      Sicherheitstechnik 0,6   1,2  0,8   1,0  1,2   1,3
                      Menschengerechte Gestaltung der Arbeitsplätze
                      für Behinderte     -     -    0,3   0,4  2,3   2,4
                      Arbeitsmedizinische Forschungen
                                         2,8   5,8  2,8   3,6  3,6   3,8
       Arbeitstechno- Entwicklung  und Erprobung  technischer Hilfen für
       logien         den Arbeitsprozeß  6,4  13,2  8,9  11,4  9,5  10,0
                      Entwicklung menschengerechter Fertigungs-
                      verfahren          1,5   3,1  6,7   8,6  7,2   7,6
       Umsetzung ar-  Umsetzung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse
       beitswissen-   und Betriebserfahrungen
       schaftlicher   in die Praxis      0,3   0,6  4,5   5,8  7,8   8,2
       Erkenntnisse;  Übergreifende anwendungsorientierte
       übergreifende  sozialwissenschaftliche
       Studien        Forschung          1,9   3,9  4,1   5,3  5,0   5,3
       und Dienste    Projektadministra-
                      tion               3,4   7,0  3,3   4,2  3,5   3,7
       HdA-Programm insgesamt
       (BMFT-Anteil)                    48,4  99,8 78,0 100,0 95,0 100,1
                                                b)                    b)
       _____
       a) 1977: Ist-Zahl  (Abweichung um  0,1  Mio.  DM  durch  Runden);
       1978/79: Soll-Zahlen  {Finanzplanung); siehe  auch Anm. a) zu Ta-
       belle 5.
       b) Abweichung von 100 Prozent durch Runden.
       Quelle: Zusammengestellt und  berechnet nach  BMFT (Hrsg.); BMFT-
       Leistungsplan Humanisierung des Arbeitslebens, a.a.O., S. 15
       ff.
       
       Jeweils etwa ein Zehntel der Finanzmittel (1979) entfällt auf ar-
       beitsplatz- oder  -umgebungsbezogene Forschungen im Bergbau (hier
       überwiegend in  Betrieben der  Ruhrkohle AG) sowie in der metall-
       verarbeitenden und  chemischen Industrie  (Lärmbekämpfung,  Abbau
       von Schadstoffen).  Die Notwendigkeit  zur Durchführung  von For-
       schungsarbeiten auf diesen Gebieten ergibt sich nicht zuletzt aus
       der großen  Bedeutung z.B.  der Lärm-  und Hauterkrankungen sowie
       der Silikose im Spektrum der anerkannten Berufskrankheiten. 32)
       Dagegen spielen  die arbeitsmedizinische  Forschung, die  in  der
       Bundesrepublik insgesamt noch schwach entwickelt ist 33), und die
       Sicherheitstechnik im Rahmen des BMFT-Teils des HdA-Programms nur
       eine untergeordnete  Rolle. Allerdings  ist dazu  anzumerken, daß
       das BMA  mit der  Bundesanstalt für  Arbeitsschutz und Unfallfor-
       schung über  eine Einrichtung verfügt, die fast ausschließlich in
       diesen Bereichen forscht.
       Im Bereich  der Entwicklung  und Erprobung neuer Arbeitstechnolo-
       gien werden  vor allem technische Hilfen für manuelle Tätigkeiten
       (Manipulatoren, Handhabungsgeräte und -systeme, auch Industriero-
       boter) sowie  für Prüf-  und Kontrolltätigkeiten  und neue Ferti-
       gungsverfahren (z.B.  neue Gießereitechniken,  Verfahren der  Me-
       tallverarbeitung, Trennverfahren usw.) gefördert. Ein großer Teil
       dieser Forschungen  wird in  der  metallverarbeitenden  Industrie
       durchgeführt, teilweise  in Verbindung  mit sozialwissenschaftli-
       cher Begleitforschung  (z.B. Untersuchung der sozialen Auswirkun-
       gen der  Einführung von Industrierobotern im Volkswagenwerk). Al-
       lerdings gewinnt man bei Durchsicht der Projektbeschreibungen ge-
       rade dieses  Teilprogramms den  Eindruck, daß  hierbei in  beson-
       derern Maße  lupenreine Technologieförderungs-  und Rationalisie-
       rungspolitik subventioniert wird, die aus Konkurrenz- und Wettbe-
       werbsgründen von  den betreffenden  Unternehmen ohnehin betrieben
       werden müßte. 34)
       Die grobe  Vernachlässigung des Teilprogramms "Umsetzung" wird in
       dieser Übersicht noch deutlicher als bisher. Zieht man die Kosten
       für die  Projektadministration, die  im Gegensatz zu der häufig -
       auch diffamierend - vorgebrachten Kritik 35) keineswegs ins Uner-
       meßliche steigen,  sondern stagnieren, sowie die Aufwendungen für
       übergreifende, allerdings  keineswegs immer  direkt  "anwendungs-
       orientierte"  sozialwissenschaftliche   Forschung  36)   von  den
       "Umsetzungs"-Aufwendungen insgesamt  ab, dann bleiben nur rund 8%
       der Mittel  für Umsetzungsmaßnahmen im engeren Sinne wie z.B. die
       Herausgabe von  Handlungsanleitungen für  betriebliche Praktiker,
       Veröffentlichung  von   Forschungsergebnissen,  Durchführung  von
       Seminaren, Entwicklung von Beratungsmodellen zur Verbesserung des
       Transfers arbeitswissenschaftlicher  Erkenntnisse usw.  Gerade in
       diesem Bereich werden zukünftig besondere Anstrengungen unternom-
       men werden  müssen, wenn  die zu erwartenden Forschungsergebnisse
       praktische Relevanz erlangen sollen.
       Zusammenfassend kann  festgestellt werden,  daß bereits die grobe
       Übersicht über die Gewichtung der HdA-Teilprogramme und Aktivitä-
       ten deutlich werden läßt, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil der
       Fördermittel  vorrangig  oder  teilweise  der  Erhöhung  der  Ar-
       beitsproduktivität und  Verbesserung der  Konkurrenzsituation be-
       stimmter Betriebe  oder Branchen  dient. Dies gilt  e r s t e n s
       für die  in großem  Umfang geförderten  Experimente mit neuen Ar-
       beitsstrukturen in  der industriellen Produktion (deren produkti-
       vitätssteigernde Wirkungen  aus in- und ausländischen Erfahrungen
       hinlänglich bekannt sind 37) und neuerdings auch in der öffentli-
       chen Verwaltung;  dies gilt  z w e i t e n s  - m.E. noch eindeu-
       tiger - für die Entwicklung und Erprobung neuer Arbeits- und Fer-
       tigungstechnologien, deren  Ergebnisse direkte  Auswirkungen  auf
       die Verbesserung  der Wettbewerbssituation  der herstellenden und
       anwendenden Unternehmen  durch Modernisierungsschübe und die Mög-
       lichkeit zur  Personaleinsparung haben  dürften.  D r i t t e n s
       ist aber  auch bei z.B. im Bergbau durchgeführten Projekten nicht
       zu übersehen,  daß  die  dort  durchgeführten  arbeitsplatz-  und
       -umweltbezogenen Forschungen  auch produktivitätssteigernde  Wir-
       kungen zeigen  dürften -  neben solchen, die direkt oder indirekt
       der Attraktivität von Untertagearbeitsplätzen (durch die Reduzie-
       rung von  bergbauspezifischen  Belastungen)  dienen.  Gerade  der
       letztgenannte Aspekt  scheint für  den Steinkohlebergbau  in  der
       Bundesrepublik von  Bedeutung zu  sein, der  von inländischen Ar-
       beitskräften, insbesondere  jungen Arbeitern,  nicht gerade über-
       laufen wird.
       Betrachtet man  abschließend noch die Verteilung der Fördermittel
       nach Betriebsgrößen,  so ist  festzustellen, daß - entgegen viel-
       fach geäußerten  Beteuerungen aus dem BMFT 38) - kleine und mitt-
       lere Unternehmen keineswegs immer gleichberechtigt an der Mittel-
       vergabe beteiligt  waren und  sind. Kamen  wir in  einer früheren
       Analyse der  Verteilung der  HdA-Mittel noch  zu dem  Schluß, daß
       etwa 50%  der zum 31. Dezember 1976 bewilligten Mittel auf einige
       wenige Großkonzerne  und -betriebe  entfielen und  nur  rund  15%
       kleinen und  mittleren Betrieben zur Verfügung standen (von denen
       einige allerdings  wiederum völlig  oder teilweise  im Besitz von
       Großkonzernen waren  39), so  zeigt sich aufgrund der Entwicklung
       der letzten Jahre, daß aus der  e r d r ü c k e n d e n  Dominanz
       der Großkonzerne  hinsichtlich  der  Mittelvergabe  eine  nunmehr
       (Stand 31.  Dezember 1979)  immer noch fast fünfzigprozentige Be-
       teiligung an  der Durchführung  von Forschungsprojekten  geworden
       ist. 40)
       Allerdings beziehen  sich diese Angaben für 1979 nur auf die Zahl
       der durchgeführten  Vorhaben, nicht jedoch die Höhe der bewillig-
       ten  Finanzmittel,  deren  Verteilung  die  Bundesregierung  ver-
       schweigt. Berücksichtigt  man, daß die Renommierprojekte des HdA-
       Programms, die  z.T. zweistellige  Millionenbeträge verschlingen,
       ausnahmslos in Großunternehmen (VW, Bosch, AEG-Telefunken, Krupp,
       Bayer, Continental, Ruhrkohle AG) oder aber in konzerneigenen Be-
       trieben (z.B.  Peiner Maschinen- und Schraubenwerke) durchgeführt
       werden und daß in Großunternehmen betriebene Forschung in der Re-
       gel teurer  (u.a. weil  mit Begleitforschung  durchgeführt)  ist,
       dann wird  - auch  ohne entsprechende , aufgrund der Materiallage
       schwierige Berechnungen - deutlich , daß der Löwenanteil der ver-
       teilten Mittel  nach wie  vor an Großkonzerne gehen dürfte . Hier
       liegt ein  weiteres Indiz  für den Verdacht, daß das HdA-Programm
       aufgrund der  geübten  Förderungspraxis  zum  Subventionsprogramm
       verkümmert sei.
       
       III. Forschungsergebnisse: erste Erfahrungen
       --------------------------------------------
       
       Die Darstellung und Bewertung vorliegender Ergebnisse aus Projek-
       ten des  HdA-Programms kann  nur vorläufigen  Charakter haben und
       muß hier  auf einige  wenige Aspekte  beschränkt bleiben. Der we-
       sentliche Grund  hierfür liegt in der äußerst zurückhaltenden Pu-
       blikationspraxis des  BMFT, das  bis Anfang  1980 nur wenige For-
       schungsberichte über  HdA-Projekte der  Öffentlichkeit  vorgelegt
       hat.
       Auf der  Grundlage von vorwiegend gewerkschaftlichen Veröffentli-
       chungen zur  Einschätzung der  Ergebnisse von HdA-Projekten sowie
       von Zwischenergebnissen  laufender Projekte,  wie sie seitens be-
       trieblicher "Humanisierungs"-Forscher  präsentiert wurden, lassen
       sich zusammengefaßt folgende Feststellungen treffen: 41)
       1. Betriebliche HdA-Projekte werden in der Regel unternehmenssei-
       tig geplant,  entwickelt und  initiiert. Gründe dafür sind häufig
       eine                      gewünschte                      größere
       P r o d u k t i o n s f l e x i b i l i t ä t   (sowohl in  bezug
       auf Produktionsschwankungen  als auch  anpassungsfähigere  Perso-
       naleinsatzmöglichkeiten), die  zur Sicherung der Konkurrenzfähig-
       keit erforderliche   E n t w i c k l u n g    n e u e r    F e r-
       t i g u n g s v e r f a h r e n  u n d  P r o d u k t e  42), die
       auf die  Senkung von  Personalkosten zielende    V e r r i n g e-
       r u n g   u n p r o d u k t i v e r  M a s c h i n e n s t i l l-
       s t a n d s z e i t e n   oder sonstiger   P r o d u k t i o n s-
       u n t e r b r e c h u n g e n,   das Ausschalten  von  arbeitsor-
       ganisatorisch oder  technologisch  bedingten    E n g p ä s s e n
       i m   A r b e i t s a b l a u f,   die   E r h ö h u n g    d e r
       A t t r a k t i v i t ä t     e i n z e l n e r    A r b e i t s-
       p l ä t z e,   die schwer  zu besetzen  sind, und  die durch  den
       Z w a n g   z u r   E i n h a l t u n g   n e u e r  g e s e t z-
       l i c h e r   o d e r    s o n s t i g e r    R e g e l u n g e n
       gebotene Verringerung schädigender Einflüsse am Arbeitsplatz oder
       in der  Arbeitsumgebung. Fast  alle diese  Gründe sind  letztlich
       ö k o n o m i s c h e r   N a t u r;  die erforderlichen arbeits-
       organisatorischen und  technischen Veränderungen dienen in erster
       Linie dem Zweck, die Arbeitsproduktivität zu erhöhen, Kosten ein-
       zusparen und Profite zu maximieren.
       2. Ein Teil  der durchgeführten  Projekte hatte direkt oder indi-
       rekt die   V e r n i c h t u n g   v o n   A r b e i t s p l ä t-
       z e n   zur Folge.  Blieb das Problem der Arbeitsplatzvernichtung
       durch Rationalisierung  und die  Einführung neuer Technologien in
       den Arbeitsprozeß  bereits im   H d A - P r o g r a m m    selbst
       weitgehend ausgeklammert, so zeigt die  P r a x i s  der Projekt-
       durchführung, daß  eben auf  der Grundlage  des HdA-Programms und
       unter  Berücksichtigung   der  BMFT-Förderkriterien  bewußt  oder
       unbewußt, gezielt  beabsichtigt oder  sich im  Verlauf  des  For-
       schungsprozesses gleichsam "unter der Hand" ergebend,  R a t i o-
       n a l i s i e r u n g s f o r s c h u n g  betrieben werden kann.
       Hiervor hat  bisher auch  die angestrebte "ganzheitliche Betrach-
       tungsweise",  die   bei  der   Beurteilung  von   Projektanträgen
       praktiziert  werden   soll,  in   aller  Regel  nicht  geschützt.
       Allerdings könnte  die - zukünftig stärker als bisher angestrebte
       - gewerkschaftliche  Beratung und  Begleitung betrieblicher  HdA-
       Projekte  dazu  führen,  daß  auf  der  Basis  von  generell  vor
       Projektbeginn abzuschließenden Betriebs- und Dienstvereinbarungen
       die Mitsprache-, Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsrechte von Be-
       triebs- und Personalräten dahingehend ausgeweitet werden, daß die
       ständige und  kontinuierliche Einflußnahme der betrieblichen Ver-
       tretungen und  der betroffenen  Beschäftigten auf den Forschungs-
       prozeß nicht mehr nur formal, sondern inhaltlich wirkungsvoll ge-
       regelt wird,  damit für  die Beschäftigten unerwünschte Folgewir-
       kungen bereits vor dem Abschluß des Projekts weitestgehend ausge-
       schaltet werden können. 43)
       3. Es ist  feststellbar, daß  durch die  Erprobung und  Anwendung
       neuer arbeitsorganisatorischer  und  technischer  Strukturen  die
       A r b e i t s i n t e n s i t ä t  z. T.  e r h e b l i c h  g e-
       s t e i g e r t  werden konnte.
       4. Angestrebte   M a ß n a h m e n   z u r   H ö h e r q u a l i-
       f i z i e r u n g,   Arbeitsbereicherung und  -erweiterung  haben
       sich bisher  als   a m b i v a l e n t   erwiesen. Zum einen kann
       durch sie  die Arbeitsintensität  erhöht  werden,  können  bisher
       ungenutzte  Leistungsreserven  mobilisiert  werden,  zum  anderen
       werden sie - wo erfolgreich erprobt - häufig nicht angewendet und
       müssen damit  auch nicht  höher entlohnt  werden. Allerdings sind
       auch gegenteilige  Erfahrungen bekannt, also Fälle, in denen z.T.
       nicht unbeträchtliche  Höhergruppierungen -  zumindest  vorläufig
       noch oder  vorübergehend -  durchgesetzt werden konnten. 44) Dies
       dürfte  wahrscheinlich  jedoch  nicht  primär  ein  Ergebnis  der
       Forschung selbst  als vielmehr  des entschlossenen  Handelns  der
       betrieblichen Vertretungsorgane der Belegschaften gewesen sein.
       5.  G e s u n d h e i t l i c h e        A r b e i t s p l a t z-
       u n d     U m g e b u n g s b e l a s t u n g e n    (z.B.  Lärm,
       Schadstoffe, körperliche  Schwer-  und  Schwerstarbeit)  scheinen
       i n   e i n z e l n e n   P r o j e k t e n   v e r r i n g e r t
       worden zu  sein. Dies  könnte allerdings  eher auf die - auch zum
       Zweck der  Leistungssteigerung nutzbare  - Anwendung  gesicherter
       ergonomischer Erkenntnisse,  den Zwang zur Erfüllung gewisser ge-
       setzlicher Mindeststandards oder aber als "Beiprodukte" der Auto-
       matisierung oder  Höhermechanisierung  bestimmter  Arbeitsabläufe
       sich ergebende  Verbesserungen zurückzuführen  sein, wie z.B. den
       Wegfall schwerer körperlicher Arbeit durch die Einführung von In-
       dustrierobotern oder die Automatisierung gefährlicher Arbeitsvor-
       gänge. Eine derartige "Humanisierung der Arbeit" durch ersatzlose
       Abschaffung gesundheitsgefährdender  Arbeitsplätze ist  eine  ge-
       zielt herbeigeführte Rationalisierungsmaßnahme und muß als solche
       betrachtet werden.  Dennoch kann  - bei allen praktischen Schwie-
       rigkeiten, dies  in der  betrieblichen Praxis durchzusetzen - der
       Kampf der Belegschaften und Gewerkschaften nicht darum gehen, ge-
       sundheitsgefährdende Arbeitsplätze  zu erhalten  oder gar zu ver-
       teidigen. Der  Kampf muß vielmehr um die Schaffung (auch im Sinne
       der Entlohnung)  gleichwertiger Ersatzarbeitsplätze  geführt wer-
       den.
       Insgesamt zeigt  sich also,  daß nach  augenblicklichem Kenntnis-
       stand hinsichtlich  der konkreten praktischen Auswirkungen durch-
       geführter HdA-Maßnahmen eher noch die für die Beschäftigten nega-
       tiven und  unerwünschten Folgen  überwiegen, wenngleich  partiell
       eingetretene Verbesserungen  der Arbeitsbedingungen  nicht gering
       geschätzt werden  dürfen. Allerdings - und auch das ist eine Auf-
       gabe der  Forschung im  Rahmen des HdA-Programms, die zu intensi-
       vieren wäre  - müssen  die Folgewirkungen von durchgeführten Pro-
       jekten   l a n g f r i s t i g  betrachtet werden. D.h., es müßte
       analysiert werden,  ob sich  einmal durchgesetzte  Verbesserungen
       auf  Dauer   nicht  in   ihr  Gegenteil  verkehren,  wenn  z.  B.
       "humanisierte" Arbeitsvorgänge aufgrund ökonomischer oder sonsti-
       ger betrieblicher  Umstände  in  einigen  Jahren  stillschweigend
       wegrationalisiert werden. Die vertragliche  V e r a n k e r u n g
       v o n   "H u m a n i s i e r u n g s - B e s i t z s t ä n d e n"
       per Betriebsvereinbarung und Tarifvertrag oder unter konsequenter
       Ausnutzung entsprechender betriebsverfassungsrechtlicher Regelun-
       gen könnte  ein Weg zur Sicherung einmal durchgesetzter Verbesse-
       rungen sein.
       Solchen Bestrebungen  käme die  in letzter  Zeit  festzustellende
       S e n s i b i l i s i e r u n g   weiter Teile  der Beschäftigten
       in Rationalisierungs- und "Humanisierungs"-Fragen sicherlich ent-
       gegen. Diese  Sensibilisierung gegenüber der Qualität der eigenen
       Arbeitsbedingungen (aber auch darüber hinaus, im Sinne eines all-
       gemein gewachsenen Umwelt- und Gesundheitsbewußtseins) hat in zu-
       rückliegenden gewerkschaftlichen  Kämpfen eine  nicht  zu  unter-
       schätzende Rolle  gespielt 45)  und dürfte auch zukünftig für be-
       triebliche und Tarifauseinandersetzungen als mobilisierender Fak-
       tor nutzbar  zu machen  sein. Mit  Sicherheit hat  das gewachsene
       (Arbeits-)Umweltbewußtsein in  der Bevölkerung  aber auch zur in-
       haltlichen Erweiterung und Aktivierung gewerkschaftlicher Diskus-
       sions- und  Willensbildungsprozesse beigetragen,  die sich  heute
       immer stärker  auch auf  Rationalisierungsprobleme und Fragen der
       staatlichen Forschungs- und Technologiepolitik erstrecken. 46)
       Wirft man  noch einen  Blick auf  die    s o z i a l w i s s e n-
       s c h a f t l i c h e  B e g l e i t f o r s c h u n g  47), dann
       zeigt sich, daß diese - entgegen allen offiziellen Proklamationen
       - keineswegs  eine gleichberechtigte  Rolle  unter  den  am  HdA-
       Programm  beteiligten   Wissenschaftsdisziplinen  spielt.   Hinzu
       kommt, daß  sich neuerdings  die Versuche  mehren, gerade  diesen
       Programmteil finanziell  zu beschneiden.  48) Zwar  sind  die  im
       Programmbereich  des   BMFT  für   HdA-Projekte  bereitgestellten
       Finanzmittel   für   wirtschafts-   und   sozialwissenschaftliche
       B e g l e i t f o r s c h u n g   von 0,2  Mio. DM  1974 auf  7,3
       Mio. DM  1979 kontinuierlich angestiegen 49), doch sagt dies noch
       nicht viel  über ihren  tatsächlichen Stellenwert  aus. Zum einen
       ist (die  Bundesregierung ist  offenkundig nicht in der Lage, die
       Mittel  für  die  wirtschaftswissenschaftliche  und  die  sozial-
       wissenschaftliche Begleitforschung getrennt auszuweisen 50) davon
       auszugehen,  daß   die  Summe   der      s o z i a l w i s s e n-
       s c h a f t l i c h e n    Begleitforschungsmittel  geringer  als
       oben genannt ist. Zum zweiten ist zu betonen, daß lediglich 10,2%
       der HdA-Projekte im BMFT-Bereich gegenwärtig mit wirtschafts- und
       sozialwissenschaftlicher  Begleitforschung  durchgeführt  werden,
       und -  mit abnehmender  Tendenz seit  1977 -  nur noch  8,4%  der
       Mittel auf sie entfallen. 51) Hinzu kommt, daß im Bereich des BMA
       die HdA-Projekte  nach Angaben  der Bundesregierung ohne Begleit-
       forschung durchgeführt werden. 52)
       Andererseits  erschöpft   sich  die      s o z i a l w i s s e n-
       s c h a f t l i c h e   F o r s c h u n g   im  Rahmen  des  HdA-
       Programms   nicht   in   betriebsprojektbegleitender   Forschung.
       Zwischen 1974 und 1979 wurden im Bereich des BMFT insgesamt 292,9
       Mio. DM  für das HdA-Programm ausgegeben; davon erhielten wissen-
       schaftliche Institutionen und Einzelwissenschaftler 111,5 Mio. DM
       (38%). Hiervon wiederum entfielen auf Projekte im Bereich der
       - Soziologie 35,0Mio. DM (31,4%)
       - Ingenieurwissenschaften 33,8 Mio. DM (30,3%)
       - Ergonomie 19,8 Mio. DM (17,8%)
       - Arbeitsmedizin 12,8 Mio. DM (11,5%)
       - Arbeitspädagogik 4,3 Mio. DM (3,9%)
       - Arbeitspsychologie 2,9 Mio. DM (2,6%)
       - Wirtschaftswissenschaften 2,8 Mio. DM (2,5%). 53)
       Nach diesen  Angaben kommt den Sozialwissenschaften im Rahmen der
       nicht direkt an Unternehmen fließenden Mittel für wissenschaftli-
       che Institutionen eine Spitzenstellung zu. Allerdings muß hierbei
       berücksichtigt werden,  daß  s o z i a l w i s s e n s c h a f t-
       l i c h e     F o r s c h u n g    im  Rahmen  des  HdA-Programms
       a u s s c h l i e ß l i c h  a u ß e r h a l b  d e r  U n t e r-
       n e h m e n   b e t r i e b e n   wird. Dies gilt  n i c h t  für
       die Ingenieurwissenschaften,  die Ergonomie,  die Arbeitsmedizin,
       die  Wirtschaftswissenschaften  und  nur  eingeschränkt  für  die
       Arbeitspädagogik und  die Arbeitspsychologie.  Alle diese  Diszi-
       plinen  gehören   -  zumindest   in  größeren   Mittel-  und   in
       Großbetrieben -  in mehr  oder minder  großem Umfang  zur Organi-
       sation und  Aufrechterhaltung eines  geordneten Produktions-  und
       Geschäftsablaufs und sind in unterschiedlichem Ausmaß wichtig für
       den Bestand  des Unternehmens. Es ist daher davon auszugehen, daß
       ein Teil  der Fördermittel,  die direkt  an  Unternehmen  gezahlt
       werden, auch  diesen Bereichen  zugute kommt.  Ihre  quantitative
       Bedeutung wäre  demnach größer, als es in dieser Zusammenstellung
       zum Ausdruck  kommt,  der  Stellenwert  der  Sozialwissenschaften
       mithin weiter  relativiert. Weiterhin  ist zu  beachten, daß rund
       zwei  Drittel   aller  im   Zeitraum  1974   bis  1979   für  die
       sozialwissenschaftliche    Forschung     im     BMFT-Programmteil
       verausgabten Mittel in den Jahren 1978 und 1979 bewilligt wurden,
       d.h. vier  Jahre  zuvor  nur  relativ  wenig  in  diesen  Bereich
       investiert wurde. 54)
       Es bleibt  abzuwarten, ob es angesichts der geschilderten Bestre-
       bungen zum  Abbau der  sozialwissenschaftlichen Programmteile zu-
       künftig gelingen  wird, den Stellenwert der sozialwissenschaftli-
       chen Forschung  als integraler  Bestandteil des  HdA-Programms zu
       sichern oder zu erhöhen. Nicht zuletzt dürfte hiervon auch abhän-
       gen, wie  weit sich tatsächliche Humanisierungs- gegenüber bloßen
       Rationalisierungsinteressen bei  der Abwicklung und weiteren Aus-
       gestaltung des HdA-Programms durchsetzen können.
       
       IV. Perspektiven des HdA-Programms
       ----------------------------------
       
       Mit dem  Wechsel in der Leitung des Projektträgers HdA gingen und
       gehen auch  Bestrebungen einher,  dem HdA-Programm  in der  einen
       oder anderen  Weise eine  veränderte Stoßrichtung zu geben. Dabei
       war das  Interesse der  Unternehmer offenbar daraufgerichtet, den
       für ihre  Belange wichtigen  Bereich "Fertigungstechnik", der ei-
       gentlich dem  Projektträger HdA zugeordnet werden sollte (und da-
       mit auch  unter die  im Vergleich zu anderen Forschungsprogrammen
       relativ weitreichenden  Kontrollmöglichkeiten von  Gewerkschaften
       und Betriebsräten  gelangt wäre), als eigenständiges Fachprogramm
       des BMFT  in der gewohnten Weise unbehelligt von allzu großer ge-
       werkschaftlicher Einflußnahme  zu etablieren. Dies scheint bisher
       nur teilweise gelungen zu sein.
       Anfang 1980  wurde das  vom BMFT vorgelegte Programm "Fertigungs-
       technik" von  der Bundesregierung  beschlossen und  bis 1983  mit
       Fördermitteln  in   Höhe  von   250  Mio.  DM  ausgestattet.  Die
       Durchführung des  Programms liegt nunmehr endgültig beim Kernfor-
       schungszentrum Karlsruhe  GmbH, Projektträger  Fertigungstechnik.
       Gleichwohl ist  es den  Gewerkschaften nach  langen Verhandlungen
       mit dem  BMFT gelungen,  dieses neue Fachprogramm an das HdA-Pro-
       gramm anzubinden. Bundesforschungsminister Hauff erklärte bei der
       Vorlage des  Programms, es  werde "in  enger Verbindung"  mit dem
       HdA-Programm durchgeführt. 55) Gleichfalls konnte auf Drängen der
       Gewerkschaften bei wichtigen Projekten im Rahmen dieses Programms
       die Verpflichtung  zu  sozialwissenschaftlicher  Begleitforschung
       durchgesetzt werden,  deren Umfang  allerdings noch  nicht  fest-
       steht. Außerdem  wurde erreicht,  daß im  entsprechenden Fachaus-
       schuß Gewerkschaftsvertreter, Wissenschaftler und Unternehmerver-
       treter gleichberechtigt  beteiligt werden.  Ähnliche  Abmachungen
       wurden für  das in  Erarbeitung befindliche Programm "Infbrma-ti-
       onstechnologie" getroffen, deren Realisierung noch aussteht. 56)
       Allerdings existieren allein im Bereich des BMFT noch einige wei-
       tere Forschungsprogramme,  die -  obwohl sie, wie z.B. das Daten-
       verarbeitungs- und Mikroelektronikprogramm, in direktem Zusammen-
       hang mit  humanisierungsrelevanten Aspekten  stehen -  in  keiner
       Weise an  das HdA-Programm  angebunden sind. "Es gibt bisher kaum
       Verknüpfungen zwischen  den einzelnen  Programmen. Deswegen  pas-
       siert in  diesen Förderungsbereichen  des Bundesministeriums  für
       Forschung und Technologie genau das gleiche wie in der Vergangen-
       heit: Techniker  basteln vor  sich hin.  Wenn ihre  Entwicklungen
       fertig sind  und auf  den Markt  kommen, verlangt man von den Ar-
       beitnehmern, sich anzupassen. Hinterher kommt ein Humanisierungs-
       projekt, das  wieder reparieren  soll, was ein technokratisch ge-
       staltetes Technologieprojekt  versäumt hat."  57)  Um  in  diesem
       Sinne die  HdA-Forschung nicht zur "Reparaturforschung" werden zu
       lassen, fordern die Gewerkschaften die Einrichtung einer besonde-
       ren Arbeitsgruppe  innerhalb des BMFT mit der Querschnittsaufgabe
       "Bewältigung der  sozialen Risiken  des technischen  Wandels" und
       eines Instituts "Arbeit und Technik". Letzteres hat die Bundesre-
       gierung bereits abgelehnt. 58)
       Im Spannungsfeld  gegensätzlicher  gesellschaftlicher  Interessen
       droht das  HdA-Programm sich  auch zukünftig  weiterhin unter dem
       Druck von  U n t e r n e h m e r e i n f l ü s s e n  zum Subven-
       tionsprogramm zur  Erforschung und  Erprobung neuer  Technologien
       fort-(oder zurück-)zuentwickeln.  Ginge es  nach dem  Willen (und
       den Möglichkeiten)  der CDU/CSU, so würde die sozialwissenschaft-
       liche HdA-Forschung  erheblich beschnitten,  dagegen die arbeits-
       und ingenieurwissenschaftliche  Begleitforschung  nach  bewährtem
       Muster ausgebaut 59); außerdem würde versucht werden, den Zustän-
       digkeitsbereich des  Projektträgers HdA  weiter zu  beschränken -
       wenn man  das Programm  schon nicht vollständig eliminieren kann.
       60)
       Die  B u n d e s r e g i e r u n g,  so scheint es, ist auch wei-
       terhin gewillt, das HdA-Programm, wenn auch mit organisatorischen
       Korrekturen (die  möglicherweise wieder  zu einer festeren Anbin-
       dung des Projektträgers HdA an das BMFT führen werden), eher vor-
       sichtig als  forsch weiterzuführen und es im Sinne der verfolgten
       Strategie zur "Modernisierung der Wirtschaft" einzusetzen. Es be-
       darf keiner  Prophetie, um dem Programm in diesem Fall seine bal-
       dige Bedeutungslosigkeit  für die Durchsetzung gewerkschaftlicher
       Interessen und  realer Verbesserungen  der Arbeitsbedingungen der
       abhängig Beschäftigten vorauszusagen.
       Soll das  HdA-Programm allerdings  im   I n t e r e s s e   d e r
       a b h ä n g i g   B e s c h ä f t i g t e n  nutzbar gemacht wer-
       den, so  sind Weiterentwicklung  und  Ausbau  notwendig.  Hierbei
       kommt  es   nach  den   Vorstellungen  des  DGB  darauf  an,  ein
       "abgestimmtes Gesamtkonzept  der Forschungspolitik zur Humanisie-
       rung des  Arbeitslebens und  zur Entwicklung  neuer Technologien"
       61) zu  entwickeln,  das  folgende  Bedingungen  erfüllt:  -  die
       rechtzeitige und  umfassende Information  der Gewerkschaften über
       geplante  Schwerpunkte,  technisch-organisatorische  Zielvorstel-
       lungen und die absehbaren sozialen Folgen;
       - die Verbindung  jedes Forschungsauftrags  mit dem Zwang zur In-
       formation über mögliche soziale Folgen;
       - die Festlegung gesicherter und kontrollierbarer Auflagen an die
       staatlich geförderte Forschung, "die sicherstellen, daß nicht nur
       Gewinnsteigerung eintritt,  sondern dauerhafte Arbeitsplätze ent-
       stehen und  menschengerechte Arbeitsbedingungen  geschaffen  wer-
       den";
       - die Berücksichtigung  aller  "Humanisierungs"-Erkenntnisse  bei
       Planung und Durchführung der Förderungsprogramme;
       - die organisatorische  Zusammenführung und Vereinheitlichung der
       Beratungsgremien in der Forschungsförderung;
       - die Einrichtung  eines Förderbereichs "Bewältigung der sozialen
       Folgen des  technischen Wandels"  mit ausreichender  finanzieller
       Ausstattung. 62)
       Daß diese  sicherlich richtigen  Forderungen allerdings unter den
       gegenwärtig herrschenden Bedingungen kaum durchsetzbar sein dürf-
       ten, wird  in der  Stellungnahme des  DGB verschwiegen.  Auch  im
       Blick auf  die Diskussion  um ein neues Grundsatzprogramm des DGB
       muß hierauf  hingewiesen werden. Um zu einer von den Gewerkschaf-
       ten  angestrebten   "arbeitsorientierten  Strukturpolitik"   oder
       "sozialverpflichteten Technologiepolitik" 63) zu gelangen, bedarf
       es sicherlich  mehr als  nur formulierter  Erklärungen. Wenn  man
       Naschold zustimmt,  daß eine  veränderte Strategie in der Humani-
       sierungspolitik als  notwendige  Voraussetzung  und  Folgewirkung
       "die Verschiebung des gesellschaftlichen Kräfteverhältnisses "und
       Veränderungen -  in der Form staatlicher und auch gewerkschaftli-
       cher Humanisierungspolitik"  64) braucht, dann ist dies gewiß nur
       durch die  Aktivierung gewerkschaftlicher Kraft und die Besinnung
       auf die  autonome Handlungs-  und Durchsetzungsfähigkeit  der Ge-
       werkschaften zu erreichen.
       
       _____
       1) Forschung zur Humanisierung des Arbeitslebens. Aktionsprogramm
       des Bundesministers  für Arbeit und Sozialordnung und des Bundes-
       ministers für Forschung und Technologie, in: Sozialpolitische In-
       formationen, Sonderausgabe, 8. Mai 1974.
       2) Siehe dazu  zusammenfassend F. Naschold, Humanisierung der Ar-
       beit zwischen Staat und Gewerkschaften, in: Gewerkschaftliche Mo-
       natshefte 4/1980, S. 221-230; ders., "Echte Humanisierungspolitik
       darf nicht  am kurzen Gängelband einer hoheitlich-staatlichen Po-
       litik entwickelt  werden", Interview  mit E.  Möller, in: Der Ge-
       werkschafter 5/1980,  S. 4-9; W. Pöhler, Staatliche Förderung für
       die   Verbesserung   der   Arbeits-   und   Lebensqualität,   in:
       Gewerkschaftliche Monatshefte  4/1980, S.  230-242; K.H.  Janzen,
       Noch wächst das Unbehagen, in: Der Gewerkschafter 3/1979, S. 5-7;
       ders., Technologiepolitik  und Gewerkschaften,  in: Gewerkschaft-
       liche Monatshefte 4/1980, S. 256-262; Antwort der Bundesregierung
       auf die  Große Anfrage  der Abgeordneten  Glombig,  Egert,  Rappe
       (Hildesheim), Lutz,  Stockleben, Hoffmann  (Saarbrücken), Grunen-
       berg, Schmidt  (Kempten), Cronenberg,  Dr.-Ing. Laermann  und der
       Fraktionen der  SPD und  FDP -  Humanisierung des  Arbeitslebens,
       Bundestagsdrucksache 8/3844, 21. März 1980; Antwort der Bundesre-
       gierung auf  die Große  Anfrage der Abgeordneten Gerstein, Müller
       (Remscheid), Lenzer, Dr. George, Dr. Probst, Pfeifer, Franke, Dr.
       Blüm, Hasinger,  Benz, Engelsberger, Dr. Hubrig, Dr. Riesenhuber,
       Dr. Freiherr  Spies von  Büllesheim, Dr.  Laufs, Pfeffermann, Dr.
       Stavenhagen, Frau  Dr. Walz und Genossen der und der Fraktion der
       CDU/CSU -  Menschengerechte  Gestaltung  der  Arbeitsbedingungen,
       Bundestagsdrucksache 8/3852,  24. März 1980; Deutscher Bundestag,
       Stenographischer Bericht,  217. Sitzung, 14. Mai 1980, Plenarpro-
       tokoll 8/217,  S. 17426-17452;  Entschließungsantrag der Fraktion
       der CDU/CSU-Menschengerechte  Gestaltung der  Arbeitsbedingungen,
       Bundestagsdrucksache 8/3999,  13. Mai  1980. (Der Antrag wurde im
       Plenum nicht  beraten und  an die zuständigen Ausschüsse überwie-
       sen.)
       3) Siehe E.  Dähne/K. Priester,  Arbeitsbedingungen  und  gewerk-
       schaftlicher Kampf. Materialien zur Entwicklung der Arbeitsbedin-
       gungen und  zur "Humanisierung der Arbeit" in der Bundesrepublik,
       Frankfurt/M.  1978  (IMSF-Informationsbericht  20),  S.  143-151;
       siehe auch  E. Dähne/K. Pickshaus/K. Priester, Thesen zum politi-
       schen Stellenwert  der "Humanisierungs"-Debatte  für die  Gewerk-
       schaftspolitik in der Bundesrepublik, in: Humanisierung der Lohn-
       arbeit? Der  Kampf um  die Arbeitsbedingungen,  Berlin/West  1977
       (Argument-Sonderband 14),  S. 166-175;  S. Roth,  Anmerkungen zur
       Funktion des  staatlichen Humanisierungsprogramms, in: Ebenda, S.
       78-87.
       4) Siehe §§  90/91 Betriebsverfassungsgesetz, § 3 Arbeitsstätten-
       verordnung; ähnlich  § 13  Arbeitsstoffverordnung, § 1 Arbeitssi-
       cherheitsgesetz.
       5) Siehe dazu E. Standfest, Sozialpolitik als Reformpolitik, Köln
       1979 (WSI-Studie  39); E.  Reidegeld, Staatliche Sozialpolitik in
       den ersten  Nachkriegsjahren und  in der  Bundesrepublik, in:  U.
       Albrecht u.a.,  Beiträge zu  einer Geschichte  der Bundesrepublik
       Deutschland, Köln  1979, S.  122-154;  H.-U.  Deppe/K.  Priester,
       Grundzüge staatlicher  Sozial- und  Gesundheitspolitik, in: H.-U.
       Deppe (Hrsg.),  Vernachlässigte Gesundheit,  Köln 1980, S. 61-84.
       IMSF, Wirtschaftskrise  und Wirtschaftspolitik, Frankfurt/M. 1976
       (Beiträge des IMSF 4) S. 331-339, 365-391.
       6) Vgl. Forschung  zur Humanisierung  des Arbeitslebens. Aktions-
       programm....    a.a.O.;    Sachbestandsbericht    zum    Programm
       "Humanisierung des  Arbeitslebens", in: BMFT-Mitteilungen 3/1980,
       S. 50.
       7) Vgl. W.  Pöhler, Fünf  Jahre Humanisierungsprogramm im Bereich
       des Bundesministers  für Forschung  und  Technologie,  in:  ders.
       (Hrsg.), ... damit die Arbeit menschlicher wird. Fünf Jahre Akti-
       onsprogramm Humanisierung  des Arbeitslebens (HdA), Bonn 1979, S.
       9-37, bes. S, 14 ff. - Die folgenden Zitate stammen, soweit nicht
       anders angegeben, aus diesem Text.
       8) Vgl. dazu M. Helfert, Forschungs-, aber kein Realisierungspro-
       gramm. Stellungnahme  zum Forschungsprogramm  der Bundesregierung
       zur Humanisierung  der Arbeit,  in: WSI-Mitteilungen  12/1974, S.
       472"478. Die folgenden Zitate beziehen sich - soweit nicht anders
       angegeben auf diese Quelle.
       9) "Projektträger sind  - meist in den Großforschungszentren ein-
       gerichtete - nachgeordnete Verwaltungsstabsstellen, die das Fach-
       referat (des  zuständigen Ministeriums - K.P.) bei der Antragsbe-
       ratung, in  der Organisation des Gutachterwesens, bei der admini-
       strativen und  fachlichen Abwicklung  der Projekte unterstützen."
       (G. Bräunling, Humanisierung der Arbeitsbedingungen durch Techno-
       logiepolitik, in:  W. Pöhler  (Hrsg.), ...  damit die Arbeit men-
       schlicher wird, a.a.O., S. 142.)
       10) Vgl. ebenda, S. 144.
       11) So schreibt etwa das IG-Metall-Vorstandsmitglied K.H. Janzen:
       "Oftmals sind  unsere Funktionäre  zur gleichen  Zeit in mehreren
       Ausschüssen, so  daß sie  häufig nicht  Zeit genug haben, um sich
       hinterher bei  der Projektdurchführung  intensiv um die einzelnen
       Betriebe zu  kümmern." (Janzen,  Technologiepolitik  und  Gewerk-
       schaften, a.a.O.,  S. 259)  - Ganz offensichtlich fehlt innerhalb
       der Gewerkschaften eine personelle Infrastruktur, die in der Lage
       wäre, das HdA-Programm kritisch zu begleiten. Dies ist angesichts
       der -  etwa im  Vergleich zu  den Unternehmerverbänden - deutlich
       geringeren finanziellen  Möglichkeiten der Gewerkschaften und der
       traditionell vorrangigen  Beschäftigung ihrer Mitarbeiter mit an-
       deren Problemen  nicht verwunderlich. Ein Ausweg könnte darin be-
       stehen, die  Einarbeitung von  Mitarbeitern, die HdA-Projekte be-
       gleitend beobachten  können, über die Initiierung eigener HdA-Be-
       gleitungsprojekte aus  Mitteln des  BMFT im  Rahmen des  HdA-Pro-
       gramms finanzieren  zu lassen.  Dies ist in einzelnen Fällen auch
       geschehen (WSI,  IG Metall;  siehe dazu ebenda, S. 259). Ein sol-
       ches Vorgehen  erscheint notwendig  angesichts der Tatsache , daß
       wirksame gewerkschaftliche  Beteiligung an  der Programmdurchfüh-
       rung - die vom BMFT ja ausdrücklich gewünscht wird - eben nur mit
       entsprechend qualifizierten Experten möglich ist.
       12) Vgl. Bräunling,  a.a.O., S.  145; ausführlicher bei H.H. Her-
       zog, Umsetzung  von Humanisierungserkenntnissen  durch Weiterbil-
       dung, in; Pöhler (Hrsg.), ... damit die Arbeit menschlicher wird,
       a.a.O., S. 114-129.
       13) Bräunling, a.a.O., S. 145.
       14) Die folgenden Ausführungen stützen sich vor allem auf Angaben
       des Projektträgers  HdA. "Vgl. dazu Pöhler, Fünf Jahre Humanisie-
       rungsprogramm..., a.a.O., S. 18-21.
       15) Zur Zusammenserzung  dieses Fachausschusses vgl. im einzelnen
       BMFT (Hrsg.),  Beratungsplan 1979  des BMFT,  Bonn 1979, S. 28. -
       Ihm gehören acht Vertreter von Unternehmen und Unternehmerverbän-
       den, sieben  Vertreter des  DGB oder  von DGB-Gewerkschaften, ein
       DAG-Vertreter sowie  acht Wissenschaftler  aus  Hochschulen  oder
       sonstigen Forschungsinstituten an.
       16) Bräunling, a.a.O., S. 144. "Allerdings ist hierzu anzumerken,
       daß der  Projektträger HdA  Teil der  "Deutschen Forschungs-  und
       Versuchsanstalt für  Luft- und  Raumfahrt"  (DFVLR),  Bonn,  ist.
       Diese Großforschungseinrichtung muß als ein Zentrum der Rüstungs-
       forschung und -entwicklung betrachtet werden. Im Entwurf des Bun-
       deshaushaltsplanes für das Haushaltsjahr 1979 (Einzelplan 14, Ge-
       schäftsbereich des  Bundesministers der  Verteidigung) heißt  es:
       "Die Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raum-
       fahrt e.V.  (DFVLR) nimmt  i n  e r h e b l i c h e m  U m f a n-
       g e   Aufgaben auf  dem Gebiet  der wehrtechnischen Luftfahrtfor-
       schung wahr." (Anlage zur Bundestagsdrucksache 8/2150 [Einzelplan
       14], S. 174.) - Vgl. auch E. Dähne, Was kosten Rüstung und Bonner
       Atomprogramms, Materialien  zu den  offenen  und  verdeckten  Rü-
       stungs- und Militärausgaben im Bundeshaushalt - Kosten des Bonner
       Atomprogramms, Frankfurt/M.  1980 (Arbeitsmaterialien  des  IMSF,
       Bd. 9), S. 103 ff.
       17) Pöhler, Fünf Jahre Humanisierungsprogramm ..., a.a.O., S. 19.
       18) Ebenda, S. 20. - Zur Zusammensetzung dieser Sachverständigen-
       kreise siehe  ausführlich BMFT  (Hrsg.), Beratungsplan  1979 ...,
       a.a.O., S. 40-42.
       19) Siehe  dazu   näher  Pöhler,  Fünf  Jahre  Humanisierungspro-
       gramm..., a.a.O., S. 20.
       20) Ebenda.
       21) Vgl. dazu  H. Matthöfer, Humanisierung der Arbeit und Produk-
       tivität in  der Industriegesellschaft,  Köln - Frankfurt/M. 1977,
       S. 182;  siehe auch Pöhler, Fünf Jahre Humanisierungsprogramm...,
       a.a.O., S. 20.
       22) Grundsätze des Bundesministeriums für Forschung und Technolo-
       gie zur  Förderung der  Forschung und  Entwicklung auf dem Gebiet
       "Humanisierung des Arbeitslebens", Bonn, den 28.9.1976 (vervielf.
       Mskr.), S. 9, Ziffer 5.2.1/III.
       23) Matthöfer, a.a.O., S. 185.
       24) Siehe dazu  z.B. Janzen,  Technologiepolitik und Gewerkschaf-
       ten, a.a.O., S. 259.
       25) Matthöfer, a.a.O., S. 185. - Hervorhebung von mir (K.P.).
       26) Alle nachfolgenden Daten bei BMFT (Hrsg.), BMFT-Leistungsplan
       Humanisierung  des  Arbeitslebens.  Planperiode  1978-1982,  Bonn
       1978; Pöhler,  Fünf Jahre Humanisierungsprogramm, a.a.O.; Antwort
       der  Bundesregierung  auf  die  Große  Anfrage  der  Abgeordneten
       Glombig ...,  a.a.O., S.  15; Antwort der Bundesregierung auf die
       Große   Anfrage    der   Abgeordneten   Gerstein   ...,   a.a.O.;
       Sachstandsbericht zum Programm "Humanisierung des Arbeitslebens",
       a.a.O. -  Die in  den verschiedenen  offiziellen  und  offiziösen
       Quellen angegebenen  Daten stimmen  nicht immer überein. Dies ist
       zum  Teil   auf  nachträglich  vorgenommene  Korrekturen  in  den
       Haushaltsansätzen und im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung
       durchgeführte Umverteilungsmaßnahmen zurückzuführen.
       27) Berechnet nach  BMFT (Hrsg.),  Förderungskatalog  1978,  Bonn
       1979, S. 3.
       28) Naschold, "Echte Humanisierungspolitik ...", a.a.O., S. 4.
       29) Vgl. Antwort  der Bundesregierung  auf die  Große Anfrage der
       Abgeordneten Gerstein ..., a.a.O., S. 2 und 5 f.; siehe dazu auch
       Antwort der  Bundesregierung auf die Große Anfrage der Abgeordne-
       ten Glombig... a.a.O., S. 19. f.
       30) Vgl. Pöhler,  Fünf Jahre  Humanisierungsprogramm ..., a.a.O.,
       S. 11. f.
       31) Vgl. dazu  BMFT (Hrsg.), BMFT-Leistungsplan Humanisierung des
       Arbeitslebens, a.a.O., S. 14 ff.
       32) Siehe dazu Dähne/Priester, a. a. O., S. 42 ff.
       33) Siehe dazu  Deutsche Forschungsgemeinschaft,  Denkschrift zur
       Lage der  Arbeitsmedizin und  der Ergonomie in der Bundesrepublik
       Deutschland, Bonn 1980; R. H. Simen, Vernachlässigte Arbeitsmedi-
       zin, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. April 1980.
       34) Siehe BMFT  (Hrsg.), Leistungsplan Humanisierung des Arbeits-
       lebens, a.a.O., S. 33-38.
       35) So verschiedentlich,  vor allem von Abgeordneten der CDU/CSU-
       Fraktion vorgebracht, in der Plenardebatte des Bundestages am 14.
       Mai 1980.  - Siehe Deutscher Bundestag, Stenographischer Bericht,
       217. Sitzung,  a.a.O.; siehe dazu weiter Antwort der Bundesregie-
       rung auf  die Große Anfrage der Abgeordneten Gerstein..., a.a.O.,
       S.  6  f.;  Entschließungsantrag  der  Fraktion  der  CDU/CSU...,
       a.a.O., S. 3.
       36) Für Beispiele  siehe BMFT (Hrsg.), BMFT-Leistungsplan Humani-
       sierung des  Arbeitslebens, a.a.O., S. 42. - Allerdings soll hier
       nicht  der   Wert  derartiger   -  notwendigerweise   z.T.   mehr
       "theoretisch" und  nicht direkt "anwendungsorientiert" ausgerich-
       teter - sozialwissenschaftlicher Forschungen bestritten werden.
       37) Zusammenfassend H.  Kern u.a.,  Neue Formen betrieblicher Ar-
       beitsgestaltung. Darstellung  relevanter Veränderungsprojekte  in
       Großbritannien,  Italien,   Norwegen,  Schweden.  Göttingen  o.J.
       (1975); K.  Priester, "Humanisierung  der Arbeit" und Kapitalver-
       wertungsinteresse, in:  Humanisierung der  Lohnarbeit? a.a.O., S.
       130-155.
       38) So z.B. in BMFT-Mitteilungen 4/1979, S. 4l; BMFT-Mitteilungen
       11/1979, S. 116 f.; BMFT (Hrsg.), Förderfibel. Informationen über
       die Förderung  von Forschung, Entwicklung und Innovationen in der
       Bundesrepublik Deutschland,  Bonn 1979 (4. Auflage); H. Tönsmann,
       FuE-Schlaglichter. Förderung technischer Entwicklungen bei Klein-
       und Mittelbetrieben  durch den  Bundesminister für  Forschung und
       Technologie, Herford  o.J.; siehe  auch Bundesminister  für Wirt-
       schaft/Bundesminister für Forschung und Technologie (Hrsg.), For-
       schungs- und  technologiepolitisches Gesamtkonzept  der Bundesre-
       gierung für kleine und mittlere Unternehmen, Bonn 1978.
       39) Vgl. Dähne/Priester, a.a.O., S. 148 ff.
       40) Siehe Antwort  der Bundesregierung  auf die Große Anfrage der
       Abgeordneten Glombig...,  a.a.O., S. 17 f.; Antwort der Bundesre-
       gierung auf  die  Große  Anfrage  der  Abgeordneten  Gerstein...,
       a.a.O., S. 11 f.
       41) Vgl. zum  folgenden Priester,  "Humanisierung der Arbeit" und
       Kapitalverwertungsinteresse, a.a.O.,  S. 138  ff. ; G. Trautwein-
       Kalms, Ergebnisse des Projektes "Implikationen des Regierungspro-
       gramms Humanisierung der Arbeit für die Arbeitnehmer und ihre Ge-
       werkschaften", Düsseldorf  1979 (vervielf. Mskr.), S. 3 ff.; Jan-
       zen, Noch wächst das Unbehagen, a.a.O.; E. Möller, Bleibt die Hu-
       manisierung im  Nest? In: Der Gewerkschafter 1/1977, S. 7 ff.; M.
       Helfen/G. Trautwein-Kalms,  Die gewerkschaftliche Auseinanderset-
       zung um Arbeitsbedingungen und das Forschungsprogramm der Bundes-
       regierung zur Humanisierang des Arbeitslebens, in: WSI-Mitteilun-
       gen 2/1978,  S. 79 ff.; Kasiske/Manske/Pellul/Wobbe, Industriero-
       boter - Humanisierung oder Rationalisierung, in: Der Gewerkschaf-
       ter 7/1978,  S. 14  f.; G. Strauss-Fehlberg, Was Unternehmer mei-
       nen..., in:  Der Gewerkschafter  7/1978, S.  16. f.; A. Bergmann,
       Humanisierungsprojekt VW  Salzgitter: Im Nest lag ein Kuckucksei,
       in: Der Gewerkschafter 12/1979, S. 32 f.
       42) So z.B.  das mit mehr als 9 Mio. DM geförderte Projekt bei VW
       Salzgitter. Bergmann  schreibt dazu: "Von Anfang an hat die Werk-
       leitung unter dem Etikett 'Humanisierung' das Ziel verfolgt, eine
       Montagemöglichkeit für  einen 6-Zylinder-Dieselmotor zu schaffen.
       Heute wird  dieser Motor  auf den mit Steuergeldern installierten
       Anlagen  produziert.   Von  den  Humanisierungserkenntnissen  der
       Wissenschaftler blieb dabei nicht viel übrig." (Bergmann, a.a.O.,
       S. 32.)
       43) Diese von den Gewerkschaften gewünschte Praxis ist bisher auf
       einzelne Fälle  beschränkt geblieben. - Vgl. dazu Janzen, Techno-
       logiepolitik und Gewerkschaften, a.a.O., S. 259.
       44) Vgl. E.  Möller, Immer  das Rad neu erfinden, in: Der Gewerk-
       schafter 5/1980, S. 7-9.
       45) Siehe dazu näher Dähne/Priester, a.a.O., S. 127 ff.
       46) Siehe z.B.  G. Leminsky, Humanisierung der Arbeit aus eigener
       Kraft, in:  Gewerkschaftliche  Monatshefte  4/1980,  S.  213-220;
       Stellungnahme des  DGB zur  staatlichen Förderung neuer Technolo-
       gien und zur Humanisierung des Arbeitslebens, in: Gewerkschaftli-
       che Monatshefte 4/1980, S. 289-291.
       47) Zu unterscheiden  ist zwischen  im Rahmen  des  HdA-Programms
       durchgeführter  sozialwissenschaftlicher     B e g l e i t f o r-
       s c h u n g   zu -  in der  Regel aufwendigen - Betriebsprojekten
       und der  darüber hinaus  in allen  Programmbereichen des HdA-Pro-
       gramms geförderten  sozialwissenschaftlichen  Forschung.  Erstere
       macht nur  einen Teil  der  insgesamt  geförderten  sozialwissen-
       schaftlichen Forschung aus.
       48) Dies bezieht sich sowohl auf die Höhe der Mittel als auch auf
       den Kreis der Empfänger. Ganz eindeutig - dies zeigte die Bundes-
       tagsdebatte am  14. Mai  1980 - möchte die CDU/CSU ihr mißliebige
       Forschungsinstitute und  Wissenschaftler von der Mittelverteilung
       ausschließen. Explizit  genannt wurden in diesem Zusammenhang vom
       CDU/CSU-MdB Gerstein  das Göttinger  "Soziologische Forschungsin-
       stitut" (SOFI) und der Industriesoziologe Prof. Michael Schumann,
       der Westberliner  Arbeitspsychologe Prof.  Walter Volpert und das
       von Prof. Frieder Naschold geleitete "Internationale Institut für
       vergleichende Gesellschaftsforschung" (IIVG) am Wissenschaftszen-
       trum Berlin/West  - alles  Wissenschaftler und Institutionen, die
       stärker als  bislang üblich  und im  noch vorherrschenden Wissen-
       schaftsverständnis bürgerlicher  akademischer Kreise  schicklich,
       "arbeitnehmerorientiert" forschen.  (Siehe  Deutscher  Bundestag,
       Stenographischer Bericht, 217. Sitzung, a.a.O., S. 17428 f.)
       49) Vgl. dazu  Antwort der  Bundesregierung auf die Große Anfrage
       der Abgeordneten Gerstein ..., a. a. O., S. 2. f.
       50) Vgl. ebenda, S. 3.
       51) Vgl. ebenda.
       52) Vgl. ebenda.  - Allerdings  wird in  geringerem Umfang allge-
       meine sozialwissenschaftliche  Forschung betrieben.  (Siehe  dazu
       ebenda, S. 28 f.)
       53) Alle Daten  zusammengestellt und  berechnet nach ebenda, S. 2
       und 13 ff.
       54) Vgl. ebenda, S. 24.
       55) Vgl. BMFT-Mitteilungen 2/1980, S. 20.
       56) Vgl. Janzen,  Technologiepolitik und  Gewerkschaften, a.a.O.,
       S. 260.
       57) ebenda.
       58) Vgl. dazu  Antwort der  Bundesregierung auf die Große Anfrage
       der Abgeordneten Gerstein ..., a.a.O., S. 5.
       59) Zur gewerkschaftlichen  Kritik an  der praktizierten arbeits-
       wissenschaftlichen Begleitforschung  im Rahmen  des HdA-Programms
       siehe A.  Bergmann, Wem  nutzt die  HdA-Begleitforschung, in: Der
       Gewerkschafter 5/1980, S. 14 f.
       60) Das ist der Tenor der Äußerungen der CDU/CSU-Politiker in der
       Bundestagsdebatte am 14. Mai 1980.
       61) Stellungnahme des DGB zur staatlichen Förderung neuer Techno-
       logien und zur Humanisierung des Arbeitslebens, a.a.O.
       62) Vgl. ebenda
       63) Pöhler, Staatliche  Förderung für  die Verbesserung  der  Ar-
       beits- und Lebensqualität, a.a.O., S. 241 f.
       64) Naschold, Humanisierung der Arbeit zwischen Staat und Gewerk-
       schaften, a.a.O., S. 230.
       

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