Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 03/1980


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       DIE WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLICHEN FORSCHUNGSINSTITUTE IN DER
       ============================================================
       BUNDESREPUBLIK UND WESTBERLIN
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       Angelina Sörgel
       
       1. Das  Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) - 2. Das
       Ifo-Institut für  Wirtschaftsforschung -  3. Das  Hamburger Welt-
       wirtschafts-Archiv (HWWA)  - 4.  Das Weltwirtschaftsinstitut Kiel
       (IfW) -  5. Das  Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschafts-
       forschung (RWI) - 6. Vergleichende Zusammenfassung:
       
       In der BRD gibt es zwar nur ein wissenschaftliches Gewerkschafts-
       institut 1), aber - auch gemessen an anderen kapitalistischen In-
       dustriestaaten -  viele  bürgerliche  Wirtschaftsforschungsinsti-
       tute, die  sich in  ihrer Arbeit an den herrschenden wirtschafts-
       wissenschaftlichen Theorien  orientieren. Zum  überwiegenden Teil
       können sie  auf eine  längere Tradition zurückblicken, die bis in
       die Zeit  vor dem  1. Weltkrieg  zurückreicht. Ihre  Gründung war
       Ausdruck der  stärkeren Zuwendung  der Wirtschaftswissenschaft zu
       den praktischen  Erfordernissen der Wirtschafts- bzw. Kolonialpo-
       litik, denen  die neoklassische Gleichgewichtstheorie keine Hand-
       habe bieten  konnte. Unter  dem Schlachtruf  "Los von der Weltan-
       schauung! Los  von der  Einschachtelung  in  Wissenschaftskatego-
       rien!" 2) verschrieben sich die Konjunkturinstitute der Symptoma-
       tik 3) und Tatsachenermittlung. 4)
       Ursprünglich von den Vertretern der wirtschaftswissenschaftlichen
       Theorie mit Geringschätzung beurteilt 5), haben sie durch die Er-
       mittlung und Aufstellung langfristiger Zahlenreihen, die Entwick-
       lung der  Schätzmethodik und  generell der  angewandten Statistik
       den empirischen  Boden gelegt  für makroökonomische  Analysen der
       Wirtschaft, wie sie zur Beurteilung und Beratung der Wirtschafts-
       politik keynesianischer  Orientierung im  Gefolge  der  Weltwirt-
       schaftskrise zunehmend benötigt wurden. Hand in Hand mit der Ent-
       wicklung zur  Einkommens- und  Beschäftigungstheorie ging bei den
       Instituten die  Wendung zu einer an theoretischen Modellen orien-
       tierten Betrachtungsweise der Empirie und damit die Eroberung ei-
       nes Platzes auch in der wissenschaftlichen Theorienbildung.
       Aufgrund ihrer pragmatischen, unternehmerorientierten Ausrichtung
       konnten die  Institute trotz einiger personeller Umsetzungen auch
       im Faschismus  weiterarbeiten. Während  das heutige  DIW als Kon-
       junkturforschungsinstitut dabei  durch die  faschistische Kriegs-
       führung wissenschaftlich  isoliert wurde, erlebten die beiden au-
       ßenwirtschaftlich ausgerichteten Institute in Hamburg und Kiel im
       Krieg zunächst sogar einen gewissen. Aufschwung. 6)
       Nach der  Kapitulation des  Hitler-Faschismus konnte diese Tradi-
       tion unter der antikommunistischen Zielsetzung alliierter Schutz-
       herrschaft relativ ungebrochen fortgesetzt werden; so setzte sich
       das DIW  damals beispielsweise  die Aufgabe, die "Lösung der sich
       bei einer  Wiedervereinigung ergebenden  wirtschaftlichen  Fragen
       vorzubereiten" 7) und im Kieler Institut für Weltwirtschaft wurde
       schon  1947   wieder  eine  Auftragsarbeit  über  "die  Bedeutung
       Deutschlands für  die europäische  Wirtschaft" für  das  Deutsche
       Friedensbüro, d.h.  den Vorläufer  des Auswärtigen  Amtes,  abge-
       schlossen. 8)  Allgemein wandten  sich die  Institute unmittelbar
       nach dem  2. Weltkrieg,  auch bedingt  durch die  wirtschaftliche
       Notlage, regionalen  Studien zu,  um dann mit der politischen und
       wirtschaftlichen Stabilisierung  durch die Währungsreform und die
       anschließende Gründung  der BRD  wieder weiter gespannte Probleme
       aufzugreifen und  an ihre frühere wissenschaftliche Tradition an-
       zuknüpfen.
       Dabei erhielt  sich vor dem Hintergrund der politischen Zersplit-
       terung (Besatzungszonen) auch eine institutionelle Dezentralisie-
       rung der  empirischen  Konjunkturforschung,  die  noch  verstärkt
       wurde durch  die Neugründung  eines weiteren Instituts in Bayern,
       des heutigen  Ifo-Institutes, im  Jahr 1949. Diese Dezentralisie-
       rung förderte eine partielle Spezialisierung der einzelnen Insti-
       tute in  bezug auf  das angewandte  Instrumentarium, die Methodik
       und die  inhaltlichen Arbeitsschwerpunkte.  Die Koordination  der
       Untersuchungsgegenstände und der wissenschaftliche Austausch zwi-
       schen den  Instituten werden  - neben dem Tausch der Veröffentli-
       chungen -  geleistet durch  die 1949  gegründete  "Arbeitsgemein-
       schaft deutscher  wirtschaftswissenschaftlicher  Forschungsinsti-
       tute". Ihre  fünf wichtigsten,  vornehmlich durch die öffentliche
       Hand finanzierten  Mitglieder veröffentlichen  zugleich die halb-
       jährlichen "Gemeinschaftsgutachten  der  Wirtschaftslage  in  der
       Welt und  in der  BRD", die  neben  den  Gutachten  des  Sachver-
       ständigenrates faktisch  die offiziöse Grundlage für die Beurtei-
       lung der wirtschaftlichen Entwicklung und der Effizienz der Wirt-
       schaftspolitik durch die Bundesregierung abgeben. Sie sind Ergeb-
       nis der  allen Instituten  gemeinsamen Beobachtung,  Diagnose und
       kurz- und  mittelfristigen Prognose  der Entwicklung  der Gesamt-
       wirtschaft und der Industrie.
       Historischer Ausgangspunkt  dieser Tätigkeit  war die Konjunktur-
       prognose mit  Hilfe von  "Konjunkturbarometern", die  aus den USA
       übernommen wurde  (Harvard-Barometer). Auf der Grundlage der 7 am
       meisten konjunkturreagiblen  Zeitreihen des Effekten-, Waren- und
       Geldmarktes sollte der weitere Konjunkturverlauf bestimmt werden.
       In der  Weltwirtschaftskrise versagten diese Barometer allerdings
       völlig; noch  im Oktober 1929 zeigten sie eine positive Wende an.
       Nach dem  zweiten Weltkrieg  rückte aufgrund  der relativ krisen-
       freien Entwicklung  die Untersuchung der Wachstumsbedingungen und
       -faktoren in den Mittelpunkt prognostischer Arbeit, während heute
       wieder Konjunkturprobleme verstärkt untersucht werden. Dabei wird
       die strikte  Trennung von kurzfristiger Konjunkturbeurteilung und
       langfristiger Prognose, wie sie sich selbst im Aufbau ökonometri-
       scher Modelle niederschlägt, zunehmend in Frage gestellt. 9)
       Neben der  Konjunkturdiagnose und  -prognose und  der Entwicklung
       von Konjunkturindikatoren ist die Datenaufbereitung ein wesentli-
       ches  Arbeitsfeld   der  Konjunkturforschungsinstitute.  Auf  der
       Grundlage der  von der amtlichen Statistik gesammelten Daten wur-
       den von  den Wirtschaftsforschungsinstituten  (häufig  in  Zusam-
       menarbeit mit offiziellen Stellen) z.B. Saisonbereinigungsverfah-
       ren für  statistische Zeitreihen entwickelt, es werden Input-Out-
       put-Tabellen erstellt  und gesamtwirtschaftlich und branchenbezo-
       gen angewendet  sowie ökonometrische  Konjunkturmodelle  konstru-
       iert. Unter Federführung des RWI haben die fünf Institute gemein-
       sam ein  ökonometrisches Modell  entwickelt, das seit 1978 ergän-
       zend zu  den analytisch erarbeiteten Prognosen der Gemeinschafts-
       gutachten auf  Basis der angenommenen Bedingungen der wirtschaft-
       lichen Entwicklung  berechnet wird. Daneben gehört inzwischen die
       Effizienzanalyse staatlicher  Wirtschaftspolitik zur regelmäßigen
       Arbeit der Institute. Schließlich werden auch begrenzt eigene Da-
       ten erhoben;  an erster Stelle ist dabei das Ifo-Institut mit den
       von ihm entwickelten Tendenzbefragungen zu nennen.
       Die bürgerliche Konjunkturforschung trägt damit wichtiges empiri-
       sches Material  zusammen. Auch  der gewerkschaftlich  orientierte
       oder marxistische Wissenschaftler wird neben den Daten der amtli-
       chen Statistik,  der Bundesbank  und der Bundesanstalt für Arbeit
       die der  bürgerlichen Forschungsinstitute auswerten, wenn er über
       Krisen oder  längerfristige Entwicklungsperspektiven der BRD-Öko-
       nomie urteilen  will. Nicht  allein bei den Rohdaten und entspre-
       chenden Aufbereitungen,  sondern auch bei der Analyse der Effekte
       der Finanz- und Wirtschaftspolitik mit Hilfe ökonometrischer Ver-
       fahren sind  Wirtschaftswissenschaftler, die die zugrunde liegen-
       den Theorien  für irreführend halten (z.B. die theoretischen Prä-
       missen der Input-Output-Modelle), auf die kritische Übernahme ih-
       rer Ergebnisse  angewiesen. Die  Alternativgutachten zum Sachver-
       ständigenrat 1979  und 1980  knüpfen sogar direkt an eine Analyse
       des DiW  über die Effizienz der staatlichen Ausgabenprogramme und
       alternative Strategien  zur Wiederherstellung  der Vollbeschäfti-
       gung an. 10)
       Die Wirtschaftsforschungsinstitute  sind gleichzeitig  auch wirt-
       schaftspolitisch ein  nicht zu unterschätzender meinungsbildender
       Faktor. Die  zahlreichen Konjunkturprogramme  der siebziger Jahre
       sind ohne  ihre Analyse  und Vorschläge nicht denkbar. 11) Gegen-
       wärtig sind alle fünf Institute arbeitsteilig an einer Studie für
       die  Bundesregierung,  einer  Strukturanalyse  der  westdeutschen
       Wirtschaft und ihrer Entwicklungsperspektiven, beteiligt.
       
       1. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
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       Das Deutsche  Institut für  Wirtschaftsforschung wurde  1925  als
       "Institut für Konjunkturforschung " (IfK) vom damaligen Präsiden-
       ten des  Statistischen Reichsamtes, Ernst Wagemann, gegründet. Es
       begründet  recht  eigentlich  die  Tradition  der  Konjunkturfor-
       schungsinstitute in der BRD; Konjunkturdiagnose und -prognose wa-
       ren und  sind die Schwergewichte der inhaltlichen Arbeit des DIW,
       das heute  190 Mitarbeiter  beschäftigt, davon zur Hälfte Wissen-
       schaftler.
       Dabei hat sich das DIW besonders spezialisiert auf das Gebiet der
       Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR), dafür eine ausführli-
       che Systematik  entwickelt und  durch eine  Geldvermögensrechnung
       erweitert. Auch  bei der Entwicklung statistischer Zeitreihen und
       ökonomischer Berechnungen,  von Input-Output-Rechnungen und einer
       Investitionsrechnung für die BRD im Zusammenhang mit der Entwick-
       lung der  VGR, bei  der Berechnung des industriellen Anlagevermö-
       gens, des  Produktionspotentials und der Kapazitätsauslastung ist
       das DIW  führend beteiligt.  Es berechnet  seit 1950 die absolute
       Veränderung des  Brutto-Anlagevermögens von 41 Sektoren, 5 Berei-
       chen und  der gesamten Industrie und den aufgrund von geschätzten
       ökonomischen Nutzungsdauern  berechneten Altersaufbau  des Vermö-
       gens. Daneben  gehören  DDR-Forschung,  RGW-Forschung,  regionale
       Analysen Westberlins  sowie Untersuchungen der Einkommensentwick-
       lung und  -schichtung und  der Bauwirtschaft  zu den regelmäßigen
       Arbeitsfeldern des DIW.
       Der Tradition  des IfK  folgend, gehören  dem Kuratorium  des DIW
       nicht nur  Unternehmer-, Banken- und Regierungsvertreter an, son-
       dern unter anderem auch Repräsentanten aller im Bundestag vertre-
       tenen Parteien  und des  DGB und  der IG  Metall. Die Arbeit wird
       überwiegend durch Zuschüsse der öffentlichen Hand finanziert. Der
       Anteil der Auftragsarbeiten und der Grad der Verpflichtung gegen-
       über Bund  und Landesregierungen ist beim DIW eher noch höher als
       bei den  anderen Instituten;  im Kuratorium sind 9 Bundesministe-
       rien vertreten  sowie die  Wirtschaftsministerien aus  5  Ländern
       (Bayern, Baden-Württemberg,  Niedersachsen,  Hamburg,  Nordrhein-
       Westfalen). Die  Leitung liegt  in den Händen von Prof. Dr. Krupp
       und den  Abteilungsleitern Dr. O. de la Chevallerie, Dr. R. Pohl,
       Prof. Dr.  W. Kirner, Dr. D. Cornelsen, Prof. Dr. R. Krengel, Dr.
       H. Seidler,  Dr. F.  Franzmeyer, Dr. W. Watter. Lange Jahre stand
       Dr. K.D. Arndt dem Institut vor.
       Das DIW  bringt  eine  Wochenzeitung  heraus,  den  Wochenbericht
       (durchschnittlicher Umfang  6- Seiten), in dem Einschätzungen der
       konjunkturellen Lage durch das Institut, die Gemeinschaftsgutach-
       ten  sowie   Forschungsergebnisse  aus  anderen  Arbeitsbereichen
       (regelmäßig: Berichte  über die  Ergebnisse der vierteljährlichen
       VGR, über  Produktion und  Kapazitätsauslastung im  verarbeiteten
       Gewerbe, Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung sowie DDR- und
       RGW-Analysen und  Berlin-Studien) veröffentlicht  werden. Daneben
       erscheinen die  Vierteijahreshefte zur  Wirtschaftsforschung,  in
       denen kontinuierlich  die Einschätzung  der  Wirtschaftslage  der
       westlichen Welt  und der BRD durch das Institut und Arbeitsergeb-
       nisse aus  der Forschungstätigkeit  des Instituts (Themen wie die
       der Wochenberichte  oder methodologischer Art) ausführlicher ver-
       öffentlicht werden.  Abgeschlossene Auftragsarbeiten  werden hier
       gleichfalls in  Kurzform vorgestellt.  Schließlich enthalten  die
       Vierteljahreshefte einen Zahlenanhang zur VGR.
       Daneben gibt  das DIW  zwei Reihen  heraus. In  den Beiträgen zur
       Strukturforschung (seit  1967) werden  hauptsächlich  Ergebnisse,
       Berechnungsverfahren und  methodische Erläuterungen  zu den empi-
       risch-statistischen Arbeiten  des DIW  veröffentlicht, für  die -
       auch wegen  des Druckformats  DIN A 4 für die Tabellen - eine be-
       sondere Reihe  eröffnet wurde.  12) In  den Sonderheften  des DIW
       werden einzelne  Foschungsergebnisse des  Instituts ausführlicher
       dargestellt. 13) Exemplarisch für die Arbeit des DIW wird im fol-
       genden auf  die Berechnung  der Volkswirtschaftlichen Gesamtrech-
       nung eingegangen. Sie hat im DIW eine lange Tradition; schon seit
       1951  werden  vierteljährliche  Gesamtrechnungszahlen  veröffent-
       licht.
       In der  Volkswirtschaftlichen  Gesamtrechnung  wird  die  gesell-
       schaftliche Reproduktion als Kreislauf von Transaktionen von Geld
       und Gütern dargestellt, der nach seiner Entstehung in der Produk-
       tion, seiner Verteilung auf die verschiedenen Einkommensarten und
       seiner Verwendung  für  Konsum  und  Investitionen  aufgegliedert
       wird. Gleichzeitig  werden Produktions-  und Zirkulationsprozesse
       (d.h. Produktion,  Bezug von Einkommen, Verwendung von Einkommen,
       Vermögensveränderung  und  Finanzierung)  verschiedenen  Sektoren
       (Unternehmen, Haushalte,  Staat, übrige Welt und finanzielle Sek-
       toren) zugerechnet  und untereinander  in Beziehung gesetzt. Ihre
       Darstellung erfolgt  in Kontenform. Die gesamtwirtschaftliche Zu-
       sammenfassung dieser  Aktivitätskonten der  VGR bildet die Grund-
       lage der  verschiedenen Sozialprodukts-  und  Einkommensbegriffe,
       die für die Konjunkturanalysen und -prognosen herangezogen werden
       (u.a. BSP,  Außenbeitrag, Preisentwicklung, Investitionen, Konsum
       und Einkommen).
       Für diese Darstellung gibt es ein System "Europäischer Volkswirt-
       schaftlicher Gesamtrechnung",  an das auch die Rechnungen des DIW
       angepaßt wurden.  Das DIW  ging ursprünglich  von den Jahres- und
       Halbjahresdaten der  amtlichen Statistik  aus und  disaggregierte
       sie nachträglich  durch Schätzverfahren  auf  Vierteljahre;  seit
       1977 veröffentlicht  auch das Statistische Bundesamt vierteljähr-
       liche Daten  der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, an die das
       DIW seine  Berechnungen anpaßte.  14) Es  wird eine  Vielzahl von
       verschiedenen statistischen  Quellen herangezogen,  die z.T.  von
       vornherein kurzfristige Informationen liefern, z. T. Rückschlüsse
       erlauben. 15)  Im Unterschied  zu den  Berechnungen des Statisti-
       schen Bundesamts  sind die Daten des DIW für die Entstehungs- und
       Verwendungsseite umfassender  und aktueller, da sie früher veröf-
       fentlicht werden (unter bewußter Inkaufnahme des Risikos größerer
       Schätzfehler). Sektoral ist das Kontensystem der VGR des DIW ein-
       facher konzipiert  und stärker  aggregiert als  die vom Statisti-
       schen Bundesamt vorgelegte jährliche Kreislaufrechnung. Nach Mei-
       nung des DIW ist das für die Berechnung der vierteljährlichen VGR
       als Ergänzung  der Konjunkturanalyse  kein Nachteil, da die Über-
       sichtlichkeit erhöht wird. 16)
       Die Zahlenreihen  der VGR  sind die  ausführlichste Grundlage der
       Beurteilung der  wirtschaftlichen  Entwicklung;  jede  empirische
       ökonomische Analyse ist auf sie angewiesen, obwohl sie erhebliche
       methodische Mängel  auf weist.  17) Dennoch  tragen sie dazu bei,
       konjunkturrelevante Einzelindikatoren  in die gesamte wirtschaft-
       liche Entwicklung einordnen und gewichten zu können. Außerdem ist
       die VGR eine Primärquelle für die kurzfristige Berechnung der La-
       gerbewegung und  der Gewinnentwicklung  (obwohl  bei  beiden  als
       Restgrößen besonders hohe Schätzrisiken auftreten). Ihre frühzei-
       tige, laufende  Veröffentlichung ist  daher ein  wichtiges Mittel
       für die aktuelle Krisenanalyse.
       
       2. Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung
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       Das Ifo-Institut  für Wirtschaftsforschung,  Sitz München,  wurde
       1949 unter  Beteiligung des Bayerischen Statistischen Landesamtes
       gegründet. Es  handelt sich  hier wie  bei  allen  anderen  wirt-
       schaftswissenschaftlichen Forschungsinstituten  auch um eine nach
       dem Text  ihrer Satzung gemeinnützige und unabhängige Forschungs-
       einrichtung in  der Rechtsform  eines eingetragenen  Vereins. Sie
       wird  finanziert  aus  Mitgliedsbeiträgen,  aus  Auftragsarbeiten
       (50%) und  aus privaten  und öffentlichen  Zuschüssen. Mitglieder
       stellen Unternehmen  aus Industrie,  Bau und Handel dar. Dem Vor-
       stand gehören Dr. K.H. Oppenländer, Dr. E. Batzer, Dr. A. Kumper,
       Dr. H. Laumer und Dr. H.W. Strigel an.
       Das Ifo-Institut  ist mit  mehr als  200 Beschäftigten,  davon 93
       Wissenschaftler, eines  der großen Wirtschaftsforschungsinstitute
       der BRD.  Es beansprucht  eine besondere Praxisnähe für sich; das
       kommt neben  der regelmäßigen  graphischen Aufbereitung wichtiger
       volks- und  branchenwirtschaftlicher Reihen  und  anderer  Formen
       übersichtlicher Kurzinformation für "die Wirtschaft" der Bearbei-
       tung jeweils  aktueller Fragestellungen vor allem in den speziel-
       len,  vom   Ifo-Institut   entwickelten   Unternehmensbefragungen
       (Konjunkturtest, Investitionstest)  zum  Ausdruck,  die  aufgrund
       überwiegend qualitativer  Informationen über  aktuelle Konjunktu-
       rentwicklungen Aufschluß geben. Ein weiterer Schwerpunkt des Ifo-
       Instituts liegt in der Branchenforschung, in Strukturuntersuchun-
       gen in  Industrie, Bauwirtschaft, Groß- und Einzelhandel, Verkehr
       und Landwirtschaft.
       Daß die Aktivitäten des Instituts noch umfassender sind, geht aus
       der Aufzählung seiner Abteilungen hervor:
       - Allgemeine Wirtschaftsbeobachtung und Konjunkturpolitik,
       - Investitions- und Wachstumsanalyse,
       - Ökonometrie und Datenverarbeitung,
       - Konjunkturumfragen,
       - Industrie,
       - Absatzwirtschaft und Verkehr,
       - Publizistik und Bibliothek,
       - Finanzwirtschaft,
       - Entwicklungsländer, Afrika-Studienstelle,
       - Auslandswirtschaft,
       - Bau- und Wohnungswirtschaft,
       - Energie, Rohstoffe, Technologie,
       - Landwirtschaft.
       Das Ifo-Institut  gibt folgende  Veröffentlichungen  heraus:  Den
       Ifo-Schnelldienst, bis  dahin wöchentlich, seit kurzem dreimal im
       Monat (Umfang  durchschnittlich 12  Seiten), in  dem  ein  kurzer
       Überblick über die Ergebnisse der Forschungen des Instituts gege-
       ben wird.  Regelmäßig behandelt werden außerdem Branchen-Reports,
       die Konjunktur  im Ausland  und saisonbereinigte Reihen von Wirt-
       schaftsdaten. In  den letzten  Jahren werden  auch umfangreichere
       Schwerpunkthefte zu  bestimmten Problemen veröffentlicht. 18) Das
       Institut verweist  darauf, daß  der Schnelldienst heute  von fast
       allen Großunternehmen bezogen wird. 19)
       In der monatlich erscheinenden Wirtscbaftskonjunktur werden jeden
       Monat die Ergebnisse des Ifo-Konjunkturtests (s.u.) im Verein mit
       Thesen zur  Wirtschaftslage veröffentlicht.  Ein Analysenteil um-
       faßt abwechselnd die Gemeinschaftsdiagnose der wirtschaftswissen-
       schaftlichen Forschungsinstitute,  die gesamtwirtschaftliche Ana-
       lyse des  Ifo-Instituts zur  Lage in  der BRD,  eine Analyse  zur
       weltwirtschaftlichen Entwicklung und Berichte über die Konjunktur
       einzelner Wirtschaftsbereiche.  In einem dritten Teil werden Ifo-
       Konjunkturindikatoren und  graphische Darstellungen statistischer
       Zeitreihen gebracht. Zweimal bzw. einmal jährlich erscheinen sta-
       tistische  Beilagen   ("Zahlen  zur  Wirtschaftsentwicklung"  und
       "Zahlen zur Investitionstätigkeit").
       Neben diesen  beiden wichtigsten Periodika, zu denen noch die mo-
       natlich erscheinenden Konjunkturperspektiven, die Konjunkturindi-
       katoren und  der Ifo-Spiegel der Wirtschaft, eine informative und
       umfangreiche Zusammenstellung  von Daten,  gehören, gibt das Ifo-
       Institut noch  eine Reihe  von Einzelveröffentlichungen  in  ver-
       schiedenen Reihen heraus. Dazu zählen die Schriftenreihe des Ifo-
       Instituts, die  Sonderschriften, in denen Vorträge veröffentlicht
       werden, und  die Reihe  Struktur  und  Wachstum  mit  den  Folgen
       "Industrie" und  "Absatzwirtschaft". Außerdem geben die einzelnen
       Abteilungen interne  Studien heraus, die beim Ifo-Institut direkt
       bestellt werden  können; die  Afrika-Abteilung für einen größeren
       Interessentenkreis die Ifo-Studien zur Entwicklungsforschung. Er-
       gebnisse der  Grundlagenforschung des Instituts werden (neben ex-
       ternen Arbeiten)  in dem  jährlich erscheinenden  Sammelband Ifo-
       Studien veröffentlicht,  vor allem zu Themen allgemein volkswirt-
       schaftlicher Art  und zu  Ergebnissen und  methodischen Problemen
       der Unternehmensbefragungen.  20) In  der  Schriftenreihe  werden
       größere Arbeiten  aus dem  Institut publiziert, Gutachten und Ge-
       meinschaftsarbeiten. 21)  In Struktur  und Wachstum  werden Bran-
       chenanalysen einzelner  Industriezweige veröffentlicht sowie bis-
       her acht  absatzwirtschaftliche Studien,  darunter auch  zum Ver-
       hältnis von  Marktstrukturen und  Wettbewerb im Einzel- und Groß-
       handel (Band 3, 5, 6, 7).
       Seit 1978  werden zentrale Beiträge aus dem Schnelldienst und der
       Wirtschaftskonjunktur im  englischsprachigen ifo-digest zusammen-
       gefaßt und dem entsprechenden Leserkreis zugänglich gemacht. Vor-
       nehmlich für  Abnehmer aus der Industrie bietet das Institut seit
       1980 einen  Branchenservice für  45 Branchen,  der monatlich  ein
       Schaubild und  vier Seiten Tabellen über die behandelten Branchen
       umfaßt.
       Zur Kennzeichnung  der Arbeit des Instituts soll exemplarisch der
       Konjunktur- und Investitionstest kurz vorgestellt werden. Es wer-
       den folgende  Erhebungen angestellt,  an denen  rd. 11000 Firmen,
       vor allem aus dem Kreis der Großunternehmen, teilnehmen.
       Die Angaben  werden der  Öffentlichkeit in  aggregierter Form zu-
       gänglich gemacht;  nur die  Testteilnehmer erhalten  detaillierte
       Berichte, die  allerdings durch die starke Disaggregation und die
       Zuordnung der  Unternehmen nach  Produktionsschwerpunkten zusätz-
       lich verzerrt  sind. 22)  Trotz statistischer  Unzulänglichkeiten
       werden damit  die Konjunkturindikatoren  in der BRD um subjektive
       Erwartungen und  Urteile der  Unternehmer als Frühindikatoren der
       wirtschaftlichen Entwicklung  ergänzt, die mindestens deren Rich-
       tung angeben.  Insbesondere die Aufteilung der Investitionen nach
       ihren Zielen stellt eine wesentliche Quelle der kurzfristigen Be-
       urteilung der  möglichen Beschäftigungswirkung zusätzlicher Inve-
       stitionen dar.  Allerdings ist  sie mit  allen Unwägbarkeiten und
       Risiken subjektiver und entsprechend manipulierbarer Aussagen be-
       haftet.
       
       3. Das Hamburger Weltwirtschafts-Archiv (HWWA)
       ----------------------------------------------
       
       Das  Hamburger   Weltwirtschafts-Archiv  ist  aus  dem  1908  als
       "Zentralstelle des  Kolonialinstituts" gegründeten  Institut  zur
       Ausbildung junger,  für die Kolonien bestimmter Beamten hervorge-
       gangen. Gleichzeitig  mit der  Ausbildungsfunktion war an das In-
       stitut als Sammel- und Archivierungsstelle wissenschaftlichen Ma-
       terials über  die Kolonien  gedacht. 23)  Während der erste Zweck
       wegen des  Verlusts der  Kolonien bald  hinfällig  wurde,  andere
       Lehrverpflichtungen auch durch die Gründung der Hamburger Univer-
       sität 1921  auf diese  übergingen, wurde  der zweite bald zum ei-
       gentlichen Kern  der Institutsarbeit: Die "Sammlung, Sichtung und
       Registrierung von  Tatsachen und Erfahrungen" und "die Dokumenta-
       tion, Information  und Auskunfterteilung"  24) an Wirtschaft (vor
       allem Außenhandelsfirmen), staatliche Stellen und Wissenschaftler
       sind heute  noch ein wesentlicher Teil der Arbeit und des Selbst-
       verständnisses des  HWWA. Analyse  und Prognose der wirtschaftli-
       chen Entwicklung  werden hergeleitet  aus der Informationspflicht
       gegenüber "dem  Praktiker"; die  wissenschaftlichen Forschungsab-
       teilungen wurden erst nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut.
       Das HWWA  wird geleitet  von Prof.  Dr. Gutowski  und  Prof.  Dr.
       Schmahl; es  hat rd.  300 Mitarbeiter (davon knapp 70 als wissen-
       schaftliche Mitarbeiter  in den Forschungsabteilungen und dem Do-
       kumentationszentrum) 25)  und finanziert sich durch Zuschüsse der
       Stadt  Hamburg  und  Mitgliederbeiträge  einer  Förderungsgesell-
       schaft.
       
       Ifo-Umfagen und -Tests
       
       Umfrage       Periodi-  Erfaßte Sektoren  Zahl  Repräsen-  Beginn
                     zität                       der   tations-
                                                 Mel-  grad
                                                 dun-
                                                 gen
       
       Ifo-Kon-
       junktur-
       test (KT)    monatlich  Industrie         5300     45%       1949
       rd. 500 Einzel-
       märkte                  Bauhauptgewerbe   1200     15%       1956
                               Groß- und Einzel-
                               handel            5600     12%    1950/51
       Ifo-Investi- 2x jähr-
       tionstest (IT)  lich    Industrie         4000     50%       1955
       expost                  Bauhauptgewerbe    700     20%       1960
         1-5 Jahre 1x jährlich
       exante                  Groß- und Einzel-
                               handel            3250     25%       1958
       rd. 300 Sektoren        Versorgungs-
                               betriebe          1500     80%       1962
                               Verkehrsbetriebe   150    100%       1977
                               Leasing-Gesell-
                               schaften            75     85%       1977
       Ifo-Prog-    2x jähr-   Verarbeitende
       nose 100        lich    Industrie          300     33%       1970
       exante
       2-5 Jahre               34 Branchen
       Ifo-Ver-
       kehrspanel   vorläufig  Industrie
                    unregel-
                    mäßig      Bauhauptgewerbe     noch             1978
                               Groß- und        im Aufbau
                               Einzelhandel
                               Dienstleistungen
       Ifo-Gemeinde-
       test         jährlich   Gemeinden         1500     50%       1977
       _____
       1) Gerundete Zahlen; Anfang 1979.
       2) Gemessen am  Umsatz bzw.  an den  Investitionen des jeweiligen
       Sektors oder  an der Bevölkerung (Gemeindtest). Die Repräsentati-
       onsgrade beim  KT liegen trotz größerer Beteiligung niedriger als
       beim IT, da die Meldungen beim KT sich vielfach nur auf Teile ei-
       nes Unternehmens  beziehen (Produkte),  während im  IT die Fragen
       jeweils das ganze Unternehmen umfassen.
       (Quelle W. Marquard [Hrg.], Dreißig Jahre Wirtschaftsforschung im
       Ifo-Institut 1949-1979, München 1979, S. 37)
       Ergänzend werden  noch Spezialerhebungen  zu aktuellen  Problemen
       angestellt. z.B zur Planung in der Industrie (Schnelldienst 37/65
       und 6/66),  zu Auslandsinvestietonen in der Industrie (Heft 7/77)
       zur Auswirkung  investitionsfördernder Maßnahmen der Bundesregie-
       rung (Heft 10/76).
       Bei den  Befragungen handelt  es sich um Repräsentativstatistiken
       (allerdings wegen  der Freiwilligkeit  der Mitarbeit um keine Zu-
       fallsauswahl, eine größenspezifische Verzerrung nach oben wird in
       Kauf genommen) mit überwiegend qualitativen Fragen, z.B. über die
       Beurteilung der  gegenwärtigen Geschäftslage und deren Perspekti-
       ven für die nächsten sechs Monate. die produktbezogene Produktion
       und deren  Aussichten, den  Auftragseingang und die Lagerentwick-
       lung (alles  Konjunkturtest) sowie nach den tatsächlichen und ge-
       planten Investitionen,  den Zielen  der Investition (Erweiterung,
       Rationalisierung, Ersatz)  und der  Entwicklung  der  Kapazitäten
       (Investitionstest).
       
       Die inhaltlichen  Schwerpunkte der  Institutsarbeit liegen in er-
       ster Linie  auf außenwirtschaftlichem Gebiet; konjunkturelle Ent-
       wicklungen im  Ausland, Branchenmonographien und spezielle Fragen
       aus dem Bereich der außenwirtschaftlichen Beziehungen und des Au-
       ßenhandels fallen in die Kompetenz des HWWA.
       Ein zweiter,  entscheidender Aufgabenbereich  ist die  Dokumenta-
       tion; das  HWWA verfügt über ein eigenes Informationszentrum, das
       umfassendes dokumentarisches  Material und die Bibliothek verwal-
       tet, erschließt  und vermittelt  (s.u.). Die Bedeutung dieses Ar-
       beitsschwerpunkts geht  auch aus  dem Institutsaufbau  hervor. Es
       gliederte sich  bisher in drei Hauptabteilungen: Allgemeine Wirt-
       schafts- und  Konjunkturpolitik; Außenwirtschafts-  und  Entwick-
       lungspolitik; Dokumentation,  Bibliothek und  Archive.  Die  For-
       schungsabteilungen sind seit 1980 unterteilt in:
       - Konjunktur, Geld und öffentliche Finanzen;
       - Weltkonjunktur;
       - Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftsordnung;
       - Internationale Finanzen und Wirtschaftsbeziehungen zwischen den
       Industrieländern;
       - Sozialistische Länder und Ost-West-Wirtschaftsbeziehungen;
       - Entwicklungsländerund Nord-Süd-Wirtschaftsbeziehungen.
       Auch das  HWWA veröffentlicht  14täglich einen Informationsdienst
       über die  allgemeine Konjunkturentwicklung im In- und Ausland und
       die Lage an verschiedenen Weltrohstoffmärkten, die Konjunktur von
       morgen (Umfang  durchschnittlich 4  Seiten) und  eine Monatszeit-
       schrift, den Wirtschaftsdienst in dem neben der regelmäßigen Ver-
       öffentlichung eigener Forschungsergebnisse ("Wissenschaft für die
       Praxis" heißt  die Rubrik  programmatisch) und wirtschaftspoliti-
       scher Kommentare  und Analysen  des Instituts auch außenstehende,
       bekannte oder  regional wichtige Politiker und Wissenschaftler zu
       Worte kommen  ("Zeitgespräch", Analysen  und Berichte). Der Wirt-
       schaftsdienst erscheint auch englischsprachig.
       Vierteljährlich wird  der Weltkonjunkturdienst veröffentlicht, in
       dem die Analyse des Instituts zur wirtschaftlichen Lage der west-
       lichen Welt  unter besonderer Berücksichtigung außenwirtschaftli-
       cher Probleme publiziert wird. Schließlich gibt das HWWA auf eng-
       lisch die  Intereconomics - Review of international trade and De-
       velopment, eine rein außenwirtschaftliche und entwicklungspoliti-
       sche Monatszeitschrift, heraus. Größere wissenschaftliche Einzel-
       arbeiten werden in der Reihe Schriften des HWWA publiziert. 26)
       Die wissenschaftlich-fachliche  Spezialisierung des HWWA liegt in
       der außenwirtschaftlichen  Analyse. Exemplarisch  für die  Arbeit
       des HWWA  wird hier aber auf seine Dokumentationstätigkeit einge-
       gangen. Das  HWWA-Dokumentationszentrum umfaßt neben einer Spezi-
       albibliothek mit einem Bestand von rund 750000 Bänden, 3600 Fach-
       zeitschriften und  70 Tageszeitungen  (Stand 1978)  einen Presse-
       Ausschnitt-Archivbestand, der  ebenso wie die Bibliothek Präsenz-
       charakter hat. 27) In der Bibliothek sind neben den einschlägigen
       Monographien auch  Handbücher, Firmen-  und  Branchenadreßbücher,
       landes- und  warenkundliche Werke sowie Enzyklopädien und Jahrbü-
       cher enthalten,  die durch Verfasser-, Titel-, Körperschaftskata-
       loge,  alphabetischen  Schlagwortkatalog  und  Länderkatalog  er-
       schlossen werden.  Eine Liste  der Neuerwerbungen  wird monatlich
       veröffentlicht, ebenso  eine Bibliographie der Wirtschaftspresse,
       in der  durchschnittlich 350  Aufsätze aus 3600 aus- und inländi-
       schen Fachzeitschriften,  geordnet nach  17 Sachgruppen, dokumen-
       tiert werden.
       Das Ausschnittsarchiv  mit einem Bestand von 13,3 Mio. Ausschnit-
       ten beruht auf der Auswertung von rund 150 Veröffentlichungen aus
       40 Ländern,  die nach Waren (190 Warengruppen, 520 Unter- und 130
       Nebengruppen) und  innerhalb der  Waren nach Ländern, nach Firmen
       28), nach Personen und nach Sach-(Länder)Gesichtspunkten geordnet
       werden. 29)  Beide Sammlungen  werden zusätzlich durch einen spe-
       ziellen Informationsdienst  erschlossen; er liefert Auskünfte und
       Kurzinformationen, Einzeldokumentationen (d.h. eine systematische
       Zusammenstellung von  Informationen und  Spezialbibliographien zu
       den gewünschten  Themen) oder  laufende Dokumentationen (d.h. die
       kontinuierliche Übermittlung  von Material) zu bestimmten Produk-
       ten, Branchen  oder Sachgebieten. Abnehmer dieser Dokumentations-
       dienste sind  zu drei  Vierteln in- und ausländische Industrieun-
       ternehmen, vor  allem Großunternehmen,  aber auch  Behörden.  30)
       Entsprechend ist  auch  die  Literaturauswahl  und  -aufbereitung
       durch das  HWWA ebenso  wie seine  wissenschaftliche Arbeit stark
       empirisch  orientiert,   z.B.  die   Aufsatz  bibliographie   auf
       "beschreibende faktische  oder informative  Aufsätze"  gerichtet.
       31)
       
       4. Das Weltwirtschaftsinstitut Kiel (IfW)
       -----------------------------------------
       
       Das Institut  für Weltwirtschaft  an der  Universität Kiel  (IfW)
       wurde 1914 als "Königliches Institut für Seeverkehr und Weltwirt-
       schaft an  der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel" gegründet;
       sein Vorläufer war die universitätsinterne "Abteilung für Seever-
       kehr und  Weltwirtschaft" des  Staatswissenschaftlichen Seminars.
       Nach wie  vor ist  das Institut eng verbunden mit der Universität
       Kiel und der wissenschaftlichen Forschung verpflichtet; im Unter-
       schied zur  Entwicklung des HWWA, mit dem es die außenwirtschaft-
       liche Spezialisierung  gemein hat,  verlagerte sich  schon in der
       Gründungsperiode "der  Schwerpunkt der Materialsammlung vom Wirt-
       schaftsarchiv zur  Bibliothek, die Haupttätigkeit der Forschungs-
       abteilung von  der Stoffsammlung  und Auskunftserteilung  für die
       Praxis auf die streng wissenschaftliche Forschung...". 32)
       Heute verfügt  das IfW über die größte wirtschaftswissenschaftli-
       che Bibliothek  der BRD und ist gleichzeitig ein bedeutendes For-
       schungsinstitut. Im  IfW sind  über 300  Mitarbeiter beschäftigt,
       davon fast  die Hälfte  in der  Bibliothek und dem Wirtschaftsar-
       chiv, ein  Drittel in  der Forschung.  33) Es  wird geleitet  von
       Prof. Dr.  H. Giersch  und Prof.  Dr. G. Fels; Mitglieder des IfW
       sind an  zahlreichen wirtschaftspolitischen  Beratungsgremien der
       Bundesregierung und  auch internationaler  Organisationen  betei-
       ligt, u.a.  am wissenschaftlichen  Beirat beim  Bundesministerium
       für wirtschaftliche  Zusammenarbeit und zwei Unterausschüssen des
       Ministeriums, dem  wissenschaftlichen Beirat  beim Bundesminister
       für Wirtschaft  (Prof. Giersch), dem Ausschuß Fachinformationssy-
       stem beim  Bundesminister  für  Forschung  und  Technologie,  der
       Transfer-Enquete-Kommission. Prof. G. Fels ist Mitglied des Sach-
       verständigenrats zur  Begutachtung der  wirtschaftlichen Entwick-
       lung. Außerdem  arbeiten mehrere  Mitglieder beratend mit in Gre-
       mien der  OECD, der  Weltbank, der UNO und in einer Studiengruppe
       der EG. 34)
       Das Institut  gliedert sich in fünf Forschungsabteilungen und die
       Bibliothek:
       - Struktur  und  Weltwirtschaft  (Grundlagen  der  Struktur-  und
       Wachstumsanalyse, Branchenstrukturanalyse,  Sektorale  Prognosen,
       Internationaler Handel);
       - Rohstoffe und Weltwirtschaft (Landwirtschaft, Energiewirtschaft
       und Umweltschutz, Staatshandelsländer, Ökonometrie);
       - Infrastruktur und  Weltwirtschaft (Regionalforschung, öffentli-
       che Finanzen, Verkehrswirtschaft);
       - Entwicklungsländer und Weltwirtschaft (Entwicklungspolitik, Be-
       schäftigung und  Einkommen, Industrialisierung  und  Außenhandel,
       Agrarentwicklung und Außenhandel);
       - Konjunktur und  Weltwirtschaft (Konjunkturforschung, Konjunktur
       der BRD, Internationale Konjunktur).
       Die inhaltlichen  Arbeitsschwerpunkte des IfW sind sehr breit ge-
       streut; in der Mehrzahl liegen sie aber auf außenwirtschaftlichem
       Gebiet. Gegenwärtige  Forschungsthemen des  Instituts sind  z.B.:
       Fragen des internationalen Handels (darunter der Zusammenhang von
       Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch, Bevölkerungsentwicklung
       und Wachstum)  , Rohstoffentwicklung  und  Rohstoffpolitik  (z.B.
       Ressourcenpotential in  der Antarktis);  internationale Verkehrs-
       wirtschaft (Weltseeverkehr); Probleme des Verhältnisses von Indu-
       strialisierung bzw.  Beschäftigung und  Außenhandel; Wachstum und
       Beschäftigung in Entwicklungsländern (am Beispiel Kenias); Fragen
       der westeuropäischen Integration (Finanzausgleich der EG-Agrarpo-
       litik, Auswirkungen der Süd-Erweiterung der EG).
       Daneben wird  der  Konjunktur-,  Wachstums-  und  Strukturanalyse
       breiter Raum eingeräumt. Dabei gehört die Untersuchung längerfri-
       stiger Wachstumsprozesse  und -faktoren  (Analyse der langen Wel-
       len, Strukturwandel  in der  BRD) ebenso zur Arbeit des Instituts
       wie die  Erstellung konjunktureller  Einzelanalysen, z.B. zum Zu-
       sammenhang von  Lohn und  Beschäftigung, Inflation und Beschäfti-
       gung, zur  Effizienz der  Globalsteuerung oder zu den Erfolgsaus-
       sichten der  Geldmengenpolitik. Auch  Fragen der öffentlichen Fi-
       nanzen werden  behandelt. Außerdem arbeitet das IfW an einem öko-
       nometrischen Vierteljahresmodell.  Von diesen  Studien sind  eine
       ganze Reihe, gegenwärtig fünf, Auftragsarbeiten für das BMWi bzw.
       das BMFT.
       Die Arbeiten  des Instituts,  dem sein Gründer Bernhard Harms als
       Motto mit  auf den Weg gab: "In der Arbeit des Instituts soll der
       Geist des  Kruppschen Hauses allezeit lebendig bleiben" 35), lie-
       gen in  der Regel, im Rahmen herrschender Theorieansätze, auf ho-
       hem wissenschaftlichem Niveau.
       Entsprechend der  langen Tradition  und des Umfangs und Spektrums
       der wissenschaftlichen  Arbeiten gibt  das IfW auch eine Vielzahl
       von Veröffentlichungen  heraus. Halbjährlich  erscheint Die Welt-
       wirtschaft, in der neben regelmäßigen Institutsanalysen der Welt-
       konjunktur und  der BRD-Konjunktur Forschungsergebnisse verschie-
       dener Abteilungen  des Instituts  in Aufsatzform vorgestellt wer-
       den. Sie  enthält z.B. Zwischenergebnisse aus der Entwicklung des
       ökonometrischen vierteljährlichen Modells (1979 zum Arbeitsmarkt,
       1980 zur  Preisentwicklung) oder  aus der Branchenstrukturanalyse
       sowie Untersuchungen des Welthandels, zum Kapitalexport, von ein-
       zelnen "Entwicklungsländern"  oder bestimmten  Branchen (Weltsee-
       verkehr, Weltluftverkehr, Energiemärkte).
       Vierteljährlich wird  das  Weltwirtschaftsarchiv  veröffentlicht,
       eine Sammlung von Aufsätzen international führender Ökonomen und,
       in geringerem  Maße,  von  Institutsmitgliedern.  Neben  längeren
       Studien werden  dort auch  Diskussionsbeiträge zu wissenschaftli-
       chen Kontroversen  in Thesenform abgedruckt. Die Veröffentlichun-
       gen gehen meist von empirischen Fragestellungen aus und behandeln
       sie auf  einem relativ hohen Abstraktionsgrad, z.T. modelltheore-
       tisch. 36)
       Zu aktuellen  wirtschaftspolitischen Themen  nimmt  das  Institut
       häufiger Stellung  in  den  Kieler  Diskussionsbeiträgen  (Durch-
       schnittlicher Umfang  10-30 S.),  in  denen  darüber  hinaus  Er-
       gebnisse aus  der Institutsarbeit in kurzer Form dargestellt wer-
       den. Wissenschaftliche Arbeitsergebnisse einzelner Autoren werden
       Interessenten in  einer vorläufigen Fassung als Manuskript in den
       Kieler Arbeitspapieren  zugänglich gemacht  37), während die For-
       schungsberichte des  Instituts als  Kieler Studien veröffentlicht
       werden. 38)
       Außerdem publiziert das Institut in größeren Abständen die Stahl-
       wirtschaftlichen Länderberichte,  die  Kieler  Vorträge  und  die
       Bernhard-Harms-Vorlesungen (die auf Veranstaltungen auf Einladung
       des Instituts  gehalten werden), die Kieler Sonderdrucke; die Bi-
       bliothek bringt  die Kieler Schrifttumskunde (s.u.), und das Kie-
       ler Zeitschriftenverzeichnis heraus.
       Neben seinen  Forschungsaktivitäten hat  das Kieler Institut seit
       seiner Gründung  die bedeutendste Fachbibliothek für Wirtschafts-
       wissenschaften in  der BRD  aufgebaut, an  die die Mehrzahl wirt-
       schaftswissenschaftlicher Bibliotheken  angeschlossen ist.  Neben
       dem Buchbestand,  der ca. ein Drittel der 1,33 Mio. eingestellten
       Bände ausmacht,  wird dort  vor allem  Schrifttum für  empirische
       Forschungen gesammelt. Z.B. wird die amtliche Statistik vollstän-
       dig  eingestellt,   es  werden   staatliche  Haushaltspläne   und
       -rechnungen gesammelt,  Bilanzen, Enqueten,  Berichte  von  Wirt-
       schaftsverbänden und  Wirtschaftskammern, Behörden,  Geschäftsbe-
       richte von  Unternehmen sowie  auch staatliche  Gesetzes und Ver-
       tragssammlungen für alle Länder.
       Die ganze  Bibliothek wird in einem sehr ausdifferenzierten Kata-
       logsystem erschlossen;  Jahrbücher und Sammelbände werden zusätz-
       lich in ihren einzelnen Beiträgen und Zeitschriften in ihren ein-
       zelnen Aufsätzen  katalogisiert. Es gibt fünf Kataloge: Sachkata-
       log (alphabetisch, regional und chronologisch gegliedert), Regio-
       nenkatalog (alphabetisch),  Personenkatalog (Verfasser und in der
       Literatur behandelte  Personen), Körperschaftenkatalog (Verfasser
       / Herausgeber und Veröffentlichungen über Körperschaften) und Ti-
       telkatalog, die  inzwischen auf den Stand von 1977 gebracht sind.
       Zu einzelnen  Schwerpunkten gibt  die Institutsbibliothek Biblio-
       graphien heraus  (Kieler Schrifttumskunde),  etwa zur  Volkswirt-
       schaftlichen Gesamtrechnung,  zu verschiedenen  Landeskunden oder
       Fachwörterbüchern in  fremden Sprachen. Neben der Bibliothek exi-
       stiert auch in Kiel ein umfangreiches Wirtschaftsarchiv mit einem
       Bestand von beinahe 9 Mio. Ausschnitten.
       
       5. Das Rheinisch-Westfälische Institut
       --------------------------------------
       für Wirtschaftsforschung (RWI)
       ------------------------------
       
       Das Rheinisch-Westfälische  Institut für Wirtschaftsforschung ist
       aus der  "Abteilung Westen"  des  "Instituts  für  Konjunkturfor-
       schung" (s. o.) hervorgegangen, die seit 1943 ein rechtlich selb-
       ständiger Verein  war. Entsprechend  dieser Tradition  liegt  das
       Schwergewicht der  Arbeiten des  RWI neben  der Konjunkturanalyse
       vor allem in der regionalwirtschaftlichen Analyse Nordrhein-West-
       falens und der Wirtschaftsbereiche Eisen und Stahl sowie Energie.
       Dabei werden  Branchenkonjunkturen und  auch mittel- und langfri-
       stige Markttendenzen  untersucht. Zu  Fragen der  Entwicklung und
       Struktur des industriellen und privaten Energieverbrauchs und der
       Energieversorgung arbeitet  das RWI  (in einem Fall gemeinsam mit
       dem DIW) darüber hinaus an Auftragsgutachten. Neben diesen regio-
       nal-  und  branchenspezifischen  Arbeiten  ist  ein  langjähriger
       Schwerpunkt des  RWI - die Analyse des Handwerks. Dazu ist in den
       letzten Jahren  eine intensive  Forschungstätigkeit im  Blick auf
       Strukturdiagnosen der  westdeutschen Wirtschaft getreten. Von der
       führenden Rolle des RWI in bezug auf die Entwicklung eines ökono-
       metrischen Konjunkturmodells wurde oben schon gesprochen.
       Im Vergleich  zu den  anderen Instituten handelt es sich beim RWI
       um ein  kleineres Institut.  Es beschäftigt 87 Mitarbeiter, davon
       45 Wissenschaftler  (1978). Die  Leitung liegt bei Dr. G. Winkel-
       meyer, B. Filusch und Dr. W. Lamberts; finanziert wird das Insti-
       tut aus  öffentlichen Zuschüssen des Bundes und Nordrhein-Westfa-
       lens (60%),  Mitgliedsbeiträgen des Fördervereins und Auftragsar-
       beiten für Bundes- und Landesministerien. 39)
       Das RWI  gibt jeden  Monat die  Konjunkturbriefe mit der RWI-Ein-
       schätzung der  Entwicklung der Weltkonjunktur heraus und viertel-
       jährlich die  Konjunkturberichte mit  einer Beurteilung  der kon-
       junkturellen Situation in der BRD einschließlich der Lage auf dem
       Stahl- und Energiemarkt. Ebenfalls vierteljährlich erscheinen die
       Mitteilungen, in  denen laufende  Ergebnisse der Forschungstätig-
       keit veröffentlicht  werden; im  Jahrgang 1979  z.B. verschiedene
       regionalpolitische Untersuchungen,  Arbeitsschritte  im  RWI-Kon-
       junkturmodell und  im Strukturbericht des RWI, Artikel zu Bestim-
       mungsfaktoren und  Entwicklungstypen des  privaten Verbrauchs und
       zur Beschäftigungsentwicklung.  Jährlich erscheint  eine Monogra-
       phie Konjunktur  im Handwerk,  in der  neben einem Überblick über
       die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Handwerks und einige
       wichtige Zweige Sonderfragen untersucht werden, 1979 z.B. die Ar-
       beitsmarktsituation  im  Handwerk.  Einzelveröffentlichungen  er-
       scheinen in der Schriftenreihe 40) und den RWI-Papieren.
       Exemplarisch für  die Arbeit  des RWI  sind in  erster Linie  die
       branchenwirtschaftlichen Analysen für die Stahl- und die Energie-
       wirtschaft. In den regelmäßigen Stahlanalysen werden die viertel-
       jährlichen Daten  zum Auftragsbestand,  zu den  in- und ausländi-
       schen Bestellungen,  zur Produktion  von Roheisen, Roh- und Walz-
       stahl und zur Kapazitätsauslastung und Lagerbildung sowie zur Be-
       schäftigtenentwicklung, zur  Nachfrage- und  Preisentwicklung und
       zum Import  vorgestellt und interpretiert. Hier soll kurz auf den
       Beitrag des RWI zur Strukturberichterstattung eingegangen werden,
       weil er  eine bessere  Einschätzung des Instituts erlaubt als die
       branchenwirtschaftlichen Schwerpunkte.
       Ausgangspunkt der  Untersuchung ist  die Frage  nach den Ursachen
       der gegenwärtigen Unterbeschäftigung, die als strukturbedingt an-
       gesehen wird.  In der  Analyse wird  versucht zu  zeigen, daß das
       hohe Wachstum der 50er und zu Anfang der 60er Jahre, das u.a. auf
       die günstigen  Wechselkursrelationen der BRD und die geringen Rü-
       stungsausgaben zurückgeführt wird, zu einer Kapitalintensivierung
       des Produktionsprozesses  führte, der im Verein mit den produkti-
       vitätsorientierten Lohnzuwächsen  zu einem Druck auf die Renditen
       geführt habe.  Die Unternehmen  hätten darauf"  da eine Anpassung
       über die  Preispolitik nur in geringem Umfang möglich gewesen sei
       - durch  eine Steigerung  der Kapital- und Arbeitsproduktivitäten
       reagiert. Besonders  kapitalsparende Rationalisierungsinvestitio-
       nen seien  bevorzugt worden.  Die sinkende  Investitionsquote sei
       begleitet worden  von einer  wachsenden  Endnachfrageorientierung
       der gesamten  Volkswirtschaft, die durch eine Verlagerung der in-
       ländischen Nachfrage nach Vorpodukten ins Ausland bewirkt wurde -
       was gleichzeitig  die Produktivität  in diesem Bereich steigerte.
       Im Ergebnis  der Nachfrage-  und  Produktivitätsentwicklung  habe
       sich der  Arbeitskräftebedarf der Sektoren verschoben; die gegen-
       wärtige Arbeitslosigkeit  sei also auf die mangelnde Geschwindig-
       keit der  sektoralen Umsetzung  der Arbeitskräfte zurückzuführen.
       Auf der  Grundlage dieser Analyse soll in Zukunft der kompensato-
       rische oder verstärkende Charakter staatlicher Wirtschaftspolitik
       untersucht werden.
       Dieser Beitrag  zur Strukturberichterstattung entspricht der Ent-
       wicklung neoklassischer  Positionen durch das RWI, das schon 1978
       die wirtschaftliche Stagnation auf eine falsche Lohn- und Fiskal-
       politik zurückführte  und als  wirtschaftspolitisches Gegenmittel
       ein dauerhaftes  Zurückbleiben der  Löhne hinter  der Produktivi-
       tätsentwicklung empfahl 41) (s.u.). Arbeitslosigkeit wird zum An-
       passungsproblem; es  ist nur  eine Frage der Zeit, wann die Wirt-
       schaft wieder ins Gleichgewicht zurückkehrt.
       
       6. Vergleichende Zusammenfassung
       --------------------------------
       
       So nützlich das durch die Konjunkturforschungsinstitute aufberei-
       tete Material auch für die an sozialen Zielen orientierte empiri-
       sche Forschung ist, man darf darüber nicht die Hauptsache überse-
       hen: Hier  wird ein  bedeutendes wissenschaftliches Potential für
       Kapital und  Regierung zur Verfügung gestellt. Diese Funktion be-
       ginnt mit den Service-Leistungen der Institute - die Branchenana-
       lysen des Ifo-Instituts im Rahmen der Tests oder als Branchenser-
       vice, die  Dokumentationsangebote des  HWWA -, die offensichtlich
       überwiegend von  Großunternehmen  in  Anspruch  genommen  werden,
       setzt sich  fort in  der meinungsbildenden  Publizistik der  ver-
       meintlich wertneutralen  Institutsanalysen zur  Tarif- und  Wirt-
       schaftspolitik  und  mündet  ein  in  wirtschaftspolitische  Vor-
       schläge, die an den Verwertungsinteressen des Kapitals ausgerich-
       tet sind.
       Die Konjunkturanalysen der Gemeinschaftsgutachten der fünf Insti-
       tute haben  sich bis zur Mitte der 70er Jahre von denen des Sach-
       verständigenrats in den wesentlichen Positionen nicht unterschie-
       den. Gemeinsame Basis war die Übereinstimmung über die Notwendig-
       keit einer  makroökonomisch ausgerichteten  keynesianischen Wirt-
       schaftspolitik. Mit  der zunehmend  disproportionalen Entwicklung
       von Produktion und Beschäftigung ab 1975 und der parallelen Über-
       nahme monetaristischer  Positionen durch  den Sachverständigenrat
       entwickelte sich eine Differenzierung zwischen dem Sachverständi-
       genrat und  den Instituten und innerhalb der Institute, die diese
       Wendung nicht  oder nicht in derselben Schärfe nachvollzogen. Bis
       1974/75 wurde  die Lösung  der Krise, grob gesagt, in einer Bele-
       bung der  privaten Investitionstätigkeit  als entscheidendem, ar-
       beitsplatzschaffendem Wachstumsfaktor  gesehen, die  durch höhere
       Gewinne zu  finanzieren sei; höhere Gewinne wurden aber von nied-
       rigen Löhnen  abhängig gemacht. In dem Maße, wie trotz steigender
       Gewinne und  zurückbleibender Löhne die erhofften Beschäftigungs-
       wirkungen nicht eintraten, zogen die einzelnen Institute partiell
       verschiedene Schlußfolgerungen;  als Antipoden sind dabei das RWI
       und das  DIW anzusehen.  Während das  RWI bis 1978 die "Korrektur
       der Lohnentwicklung"  noch nicht  für ausreichend  hielt 42), maß
       das DIW  der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage zu-
       nehmend Bedeutung bei. 43)
       Im April  1978 legte  das DIW  auf der Grundlage einer vorherigen
       Quantifizierung der von den staatlichen Konjunkturprogrammen aus-
       gehenden Nachfrageimpulse  und Beschäftigungswirkungen  44)  eine
       "mittelfristige Strategie  zur Wiedergewinnung der Vollbeschäfti-
       gung" vor  45), die  im folgenden  Jahr noch einmal überprüft und
       erneut veröffentlicht wurde 46) und ein expansives Konjunkturpro-
       gramm in  Höhe von  130 Mrd.  DM beinhaltet.  Gegenüber der ange-
       botsorientierten Position  des Sachverständigenrats,  die die Be-
       schäftigungsmenge von der Lohnhöhe abhängig macht und vom RWI und
       z.T. auch vom IfW geteilt wurde, betont das DIW die gleichzeitige
       Nachfragefunktion der Löhne. 47)
       Im Konjunkturgutachten  des dritten  Quartals 1979 stellt das RWI
       die Berechnung  an, im  Grunde seien Erhöhungen unter 4% konjunk-
       turgerecht; die  Möglichkeit einer  positiven  Beeinflussung  des
       privaten Verbrauchs  durch höhere  Löhne wird abgelehnt zugunsten
       ihres Kostenaspekts; zu hohe Löhne würden in dieser Betrachtungs-
       weise alleine  zu Beschäftigungsrückgängen  bzw. einer  inflatio-
       nären Entwicklung  führen 48),  aber keine  zusätzliche Nachfrage
       speisen. Fehlende  Nachfrage wird  generell nicht als Problem der
       konjunkturellen Lage  angesehen, sondern auf die wieder steigende
       Investitionstätigkeit als  Ausdruck steigender Erträge verwiesen.
       Von der  staatlichen Finanzpolitik  wird Zurückhaltung gefordert,
       um den  Zinsanstieg zu  dämpfen und  eine Rückkehr der Wirtschaft
       auf den Wachstumspfad zu fördern, "von dem sie im Winter 1978 ab-
       gedrängt worden war". 49) Darin ist implizit die These enthalten,
       daß der  Marktmechanismus ohne  störende staatliche  Intervention
       von  selbst   zum  gleichgewichtigen  Wachstumspfad  zurückfinden
       werde. Eine analoge Position vertritt auch das IfW 1979/1980.
       Im Unterschied  dazu sieht  das DIW  außenwirtschaftlich bedingte
       Nachfrageausfälle, die  durch die  sinkende zusätzliche Nachfrage
       infolge des  Auslaufens staatlicher  Konjunkturprogramme und  die
       abnehmende Wirkung  der Steuerentlastungen  auf den privaten Ver-
       brauch verstärkt  werden, und  verlangt eine kompensierende Wirt-
       schaftspolitik in Form der Initiierung von Investitionen im Ener-
       gie- und  Umweltschutzbereich und bei der Wohnungsmodernisierung.
       50) Das DIW vertritt damit eine Position der Stärkung der privat-
       kapitalistischen Verwertung  nicht primär  über die Kosten-, son-
       dern über  die Nachfrageseite,  wie es auch einer keynesianischen
       Sicht der Dinge entspricht. 51)
       Diese Unterschiede  zwischen den Instituten sind allerdings nicht
       zu hoch  zu bewerten; gemeinsamer Nenner aller wirtschaftspoliti-
       schen Therapievorschläge  ist die Orientierung auf die Wiederher-
       stellung privater  Rentabilität. Zum  Ausdruck kommt  das z.B. in
       der allen  Instituten gemeinsamen arbeitsmarktpolitischen Empfeh-
       lung an die Gewerkschaften , sich den - Erfordernissen der Stabi-
       litätspolitik anzupassen" 52) oder der wohlwollenden Einschätzung
       des letzten Gemeinschaftsgutachtens, daß durch das inzwischen er-
       reichte "höhere  Maß an  Flexibilität" die Anpassung auch der Re-
       aleinkommen an  die veränderten ökonomischen Gegebenheiten leicht
       erreicht werden könnte. 53)
       Was die  Effizienz der  modernen Konjunkturprognose anbelangt, so
       läßt sich  trotz aller  entwickelten Instrumentarien gerade ange-
       sichts der  jüngsten ganz unterschiedlichen Vorausschätzungen der
       BSP-Entwicklung durch  den Sachverständigenrat,  die Bundesregie-
       rung und  die  wirtschaftswissenschaftlichen  Forschungsinstitute
       (bei einem Minderheitsvotum des Kieler Instituts) mit Eugen Varga
       schließen: "Aber  auch die  von den  Kapitalisten als praktischer
       Zweck ins  Auge gefaßte  Vorhersage des  Konjunkturgangs ist noch
       keinesfalls erreicht...  Auch besteht keine Hoffnung, daß die Er-
       gebnisse der Konjunkturforschung, solange sie sich rein empirisch
       oder unter  Zuhilfenahme unrichtiger  bürgerlicher Theorien betä-
       tigt, sich irgendwie grundlegend bessern würden. Nur eine Verbin-
       dung der Marxschen Theorie mit den mathematisch-statistischen Me-
       thoden der  Konjunkturforschung. .. würde zu einem wirklich nütz-
       lichen Ergebnis führen." 54)
       
       _____
       1) Das WSI; vgl. K. Priester, Forschung in der Gewerkschaftsbewe-
       gung, in: IMSF-Jahrbuch 2/1979, S. 382 ff.
       2) R. Wilbradt,  Der Volkswirt  als Berater  der Volkswirtschaft,
       Stuttgart 1928, S. XII.
       3) E. Wagemann, Vierteljahreshefte zur Wirtschaftsforschung, Heft
       1, 1. Jg., 1926, S. 5.
       4) B. Harms, Das Königliche Institut für Seeverkehr und Weltwirt-
       schaft an  der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel, Jena 1914,
       S. 8.
       5) So urteilte  F. Hayek  1929, die Theorie könne durch Tatsachen
       weder bewiesen  noch widerlegt werden. Vgl. Beiträge zur Konjunk-
       turlehre, Festschrift zum zehnjährigen Bestehen des Instituts für
       Konjunkturforschung, Hamburg 1936, S. 11.
       Auch Eugen  Varga hatte  eine recht negative Einschätzung der er-
       sten Konjunkturforschungsinstitute: "... was aber die Konjunktur-
       forschung bisher  leistet, ist  reine Empirie: Das Zusammentragen
       von -  zum Teil sehr wertvollem - Material über den tatsächlichen
       Konjunkturgang in  der Vergangenheit  und der  Gegenwart,  ferner
       kurzfristige Voraussagen  über  die  Gestaltung  der  Konjunktur,
       ebenfalls rein empirisch, auf der ganz primitiven Grundlage, daß,
       wenn in  der Vergangenheit gewissen Symptomen oft bestimmte wirt-
       schaftliche Vorgänge  folgten, dies  auch in der Zukunft der Fall
       sein wird;  ein Vorgehen, das nur bei Vorhandensein der richtigen
       ökonomischen Theorie  als wissenschaftlich begründet gelten kann,
       ohne diese  dagegen den  Charakter eines empirischen Rätselratens
       hat..." In: Internationale Pressekorrespondenz, 7. Jg., 1927, Nr.
       110, S. 2398, Nachdruck: Berlin (West) 1977, Hrsg. Jörg Goldberg.
       6) Vgl. Fünfzig  Jahre Hamburgisches  Weltwirtschaftsarchiv, Ham-
       burg 1958, S. 60 f.; und: Institut für Weltwirtschaft an der Uni-
       versität Kiel 1914-1964, Kiel 1964, S. 52 f.
       7) RWI (Hrsg.),  Wirtschaftswissenschaft  und  Wirtschaftspraxis,
       Ansprachen und Festvortrag bei der Feier des 25jährigen Bestehens
       des RWI, Essen 1952, S. 17.
       8) Institut für Weltwirtschaft, a.a.O., S. 58.
       9) H.-J. Krupp, Konjunkturpolitik und Strukturwandel als Probleme
       empirischer  Wirtschaftsforschung,   in:   DIW-Vierteljahreshefte
       2/79, S. 117 f.
       10) Vgl. Memorandum  '80: Gegen konservative Formierung. Alterna-
       tiven der Wirtschaftspolitik, in: Blätter für deutsche und inter-
       nationale Politik 5/1980, S. 623.
       11) Vgl. O. Graf Lambsdorff, Wirtschaftspolitik - Herausforderung
       für die  Wirtschaftsforschung, in: DIW-Vierteljahresheft 2/79, S.
       114.
       12) Z.B. Heft  1, 1967: Investitionsverflechtung in der BRD 1950-
       1970; Hefte  4, 6,  9, 21,  27 zu weiteren Ergebnissen der Input-
       Output-Rechnung für die BRD; Heft 10, 1970: Die industrielle Ver-
       mögensrechnung des DIW.
       13) Z.B. VGR  für die BRD 1950-1960; Finanzierung der industriel-
       len Expansion der BRD während des Wiederaufbaus; Arbeitsmarktpro-
       gnose; Verteilung und Schichtung der Einkommen der privaten Haus-
       halte  1955-1959;   Makroökonomische  Determinanten   des   Wirt-
       schaftspotentials;  Bauvolumen  1950-1961;  Energienachfrage  bis
       2000.
       14) Vgl. DIW,  Schwerpunktheft, Vierteljährliche volkswirtschaft-
       liche Gesamtrechnung  für die  BRD - Methoden und Probleme, 2/78,
       S. 77-177.
       15) Reihen und  Fachserien des  StatBA, Monatsbericht der Bundes-
       bank, Daten der BfA, verschiedener Ministerien (BMELF, BMWi, BMF,
       BMA), der  Bundesanstalt für  Landwirtschaft, des Bundesaufsicht-
       samts für  das Versicherungswesen,  des Instituts für Handelsfor-
       schung sowie der Bauvolumensrechnung des DIW.
       16) Schwerpunktheft Vierteljährliche VGR, a.a.O., S. 22.
       17) Der Wertschöpfungsbegriff der VGR: Sie wird gleichgesetzt mit
       den Faktoreinkommen  Löhne und  Gehälter, Zinsen  und Mieten, Ge-
       winne. Das  Sozialproduktskonzept beruht damit auf der trinitari-
       schen Formel der Produktionsfaktorentheorie. Vor diesem theoreti-
       schen Hintergrund werden nur mit Geld bewertete Transaktionen er-
       faßt; jede  Einkommenssteigerung  ist  auch  wohlstandssteigernd.
       Statt die zentralen wirtschaftlichen Vorgänge Produktion und Kon-
       sum zum  Ausgangspunkt der Berechnung der Reproduktion zu wählen,
       werden Haushalte  und Unternehmen  als analytische Kategorien be-
       nutzt.
       18) Heft 31-32/78  Investitionen, Heft 34/78 Bevölkerungsentwick-
       lung und wirtschaftliches Wachstum, Heft 35-36/79 Konjunkturindi-
       katoren, Heft  11-12/80 Bauwirtschaft in den 80er Jahren. W. Mar-
       quardt (Hrsg.),  Dreißig Jahre Wirtschaftsforschung im Ifo-Insti-
       tut 1949-1979, München 1979, S. 195.
       20) 1978 u.a.:  Fehlendes Vertrauen als Wachstumsbremse; Investi-
       tionsinduzierter technischer  Fortschritt; Bildungsökonomie;  An-
       lageinvestitionen und Akzelerator.
       21) Eine größere Auflage erlebten:
       W. Marquardt/W. Strigel, Der Konjunkturtest, 1959;
       Ifo-Institut (Hrsg.),  Soziale Auswirkungen des technischen Fort-
       schritts, 1962;
       F.O. Bonhoeffer, Langfristige Branchenprojektionen, 1963;
       K. Oppenländer, Die moderne Wachstumstheorie, 1968;
       O.E. Kuntze,  Preiskontrollen, Lohnkontrollen  und Lohn-Preis-In-
       dexbindung, 1973.
       22) F.O. Bonhoeffer/W.R. Streck, Der Investitionstest des Ifo-In-
       stituts, in: Ifo-Studien, 12. Jg. 1966, Heft 1/2, S. 43-107.
       23) Fünfzig Jahre HWWA, a. a. O., S. 44 f.
       24) Ebenda, S. 50.
       25) HWWA-Hausprospekt v. 1.4.1976.
       26) 1979 z.B.  Schütte u.a.,  Afrika betet  anders (2.  Auflage),
       W.G. Franken, China im Spiegel der Weltpresse (820 S.); EG-Außen-
       beziehungen, Stand  und Perspektiven (618 S.); Währungsrisiko und
       Währungsverhalten deutscher  Unternehmen im Außenhandel, von H.E.
       Scharrer.
       27) HWWA-Dokumentationszentrum. Hausprospekt.
       28) Zu den  Ausschnitten kommen noch Festschriften und Geschäfts-
       berichte von über 70 000 deutschen und ausländischen Unternehmen.
       29) Die Kataloge  des HWWA sind in jeder größeren Bibliothek vor-
       handen.
       30) W.G. Franken,  Literatur- und Informationsvermittlung für In-
       dustrie und  Wirtschaft, in: Deutsche Gesellschaft für Dokumenta-
       tion (Hg.), Deutscher Dokumentartag 1973, S. 236.
       31) Ebenda, S. 248.
       32) Institut für Weltwirtschaft..., a.a.O., S. 66.
       33) Tätigkeitsbericht 1977, S. 77.
       34) Tätigkeitsbericht 1978, S. 9.
       35) Zitiert in: Institut für Weltwirtschaft..., a.a.O., S. 31.
       36) Z.B. 1978/79  Themen wie: Vintage-approach für Output und Be-
       schäftigung in den Niederlanden; Lokomotiven-Theorie und interna-
       tionale Makroökonomie; Wechselkurs / Wachstum / Arbeitsintensität
       und Protektion;  Preisreaktion und Zahlungsbilanz in Reaktion auf
       die Aufwertung der DM.
       37) Z.B. zu  Themen wie:  Arbeitslosenrate; Lohnquote  und Infla-
       tion; Exportförderungspolitik; Bundesdeutsche Privatinvestitionen
       im Ausland  - Export  von  Arbeitsplätzen;  der  Nord-Süd-Handel;
       Schwankungen im Wechselkurs.
       38) Z.B. zu  Themen wie:  Wirkungen strukturpolitischer Maßnahmen
       auf  die  Ernährungsindustrie;  Wachstum  des  Eurodollarmarktes;
       technologische Neuerungen  und internationale Arbeitsteilung; Be-
       schäftigungswirkungen einer  verstärkten Arbeitsteilung  zwischen
       der BRD  und den Entwicklungsländern; internationaler Konjunktur-
       zusammenhang bei flexiblen Wechselkursen.
       39) Tätigkeitsbericht des RWI 1979, S. 6.
       40) Wichtige Veröffentlichungen waren z.B. die Hefte zur Entwick-
       lung  der   Input-Output-Analyse  (31:  Privater  Verbrauch,  32:
       Staatssektor, 35:  Ausgabearten  des  Privaten  Verbrauchs),  zum
       Handwerk (27:  Einzelhandel und Handwerk 1965 und 1975, 34: Hand-
       werk im  Wachstum der Wirtschaft, 4l: Marketing im Handwerk) oder
       37: Wirtschaftsstrukturelle  Bestandsaufnahme für  das Ruhrgebiet
       und 40: Strukturdiagnose in der Marktwirtschaft.
       41) Mitteilungen 1/1978, S. 21.
       42) Entsprechende Minderheitsvoten  sind enthalten  in den  Früh-
       jahrsgutachten 1974,  1976 und  1977 und den Herbstgutachten 1975
       und 1976.
       43) Vgl. z.B.  Frühjahrsgutachten  1975,  DIW-Wochenbericht,  42.
       Jg., S. 147: Herbstgutachten 1975, DIW-Wochenbericht, 42. Jg., S.
       355, oder Frühjahrsgutachten 1976, DIW-Wochenbericht, 43. Jg., S.
       146.
       44) DIW-Wochenbericht, 45. Jg. (1978), S. 13.
       45) DIW-Wochenbericht, 45. Jg. (1978), S. 148 ff.
       46) DIW-Wochenbericht, 46. Jg. (1979), S. 139 ff.
       47) DIW-Wochenbericht, Herbstgutachten  75/Frühjahrsgutachten  76
       a.a.O.
       48) RWI-Mitteilungen, 3/79, S. 34.
       49) Ebenda, S. 3, vgl. auch S. 36.
       50) DIW-Wochenbericht, 47. Jg. (1980), S. 132.
       51) Vgl. auch H.-J. Krupp, a. a. O., S. 118, der in bezug auf das
       Verhältnis von Lohnhöhe und Beschäftigung von einer "vorkeynesia-
       nischen Fragestellung" spricht.
       52) Frühjahrsgutachten 1974, DIW-Wochenbericht, 41. Jg., S. 149.
       53) Frühjahrsgutachten  1980,  DIW-Wochenbericht,  17-18/80.,  S.
       195.
       54) E. Varga, Konjunkturforschung und Krisentheorie, in: Interna-
       tionale Pressekorrespondenz, a.a.O., S. 2403.
       

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