Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 04/1981


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       ZUR ENTWICKLUNG DER THEORIE DES STAATSMONOPOLISTISCHEN
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       KAPITALISMUS IN DER NEUEREN LITERATUR DER UDSSR UND DDR
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       Heinz Jung
       
       1. Triebkräfte und Gesamtsystem - 2. Geschichtliche Entwicklung -
       3. Monopol und Monopoltheorie - 4. Staatsmonopolistische Regulie-
       rung -  5. Internationalisierung des SMK - 6. Variantenwechsel in
       der ökonomischen Doktrin des SMK
       
       Seit Beginn der siebziger Jahre kann für die entwickelten kapita-
       listischen Länder ein schnellerer Wechsel und ein schnelleres Um-
       schlagen von  Situationen und Strategien festgestellt werden. Zum
       einen kann ein beachtliches Ausfächern realer Entwicklungsvarian-
       ten, zum anderen die mitunter durchgängige Schwerpunktverlagerung
       beobachtet werden.  Damit werden auch theoretische Thesen und Hy-
       pothesen schneller  als früher  dem Test  der Praxis unterworfen.
       Das macht in gewisser Hinsicht für den theoretisch und analytisch
       Interessierten die Faszination dieser Periode aus.
       Im Frühsommer  1981 zum  Beispiel erleben  wir, wie in Frankreich
       mit dem  Präsidenten- und  Regierungswechsel offensichtlich  auch
       eine neue, wieder stärker an der Ausweitung staatlicher Aktivitä-
       ten, dem  Ausbau der Sozialpolitik und der Nachfragebelebung aus-
       gerichtete Wirtschaftspolitik in die Wege geleitet wird. Dies ist
       ein Kurs,  der sich  deutlich von  jenem unter  Reagan in den USA
       oder unter  Frau Thatcher  in Großbritannien,  aber auch  von dem
       Schmidt/Genscher-Kurs in  der BRD  unterscheidet. Welche  Dynamik
       dieser Kurs  auch entwickeln oder an welchen Widerständen er auch
       auf der  Strecke bleiben mag - so liegt es doch auf der Hand, daß
       für den  Kurswechsel zuerst  einmal politische Faktoren, die Ver-
       schiebung des Kräfteverhältnisses der Klassen und Klassengruppie-
       rungen maßgebend waren. Wenn von den Triebkräften der Entwicklung
       der staatsmonopolistischen Regulierung die Rede ist, wird man die
       theoretische Relevanz dieser Sachverhalte berücksichtigen müssen.
       Diese Entwicklung  stellt auch  an die zeitgenössische Kapitalis-
       mustheorie, die  Theorie des  staatsmonopolistischen Kapitalismus
       (SMK), hohe  Anforderungen. Sie bestehen vor allem darin, in ver-
       allgemeinerter Form  jene Bedingungen herauszuarbeiten und zu be-
       nennen, die  die Entwicklungstendenzen  und den Umschlag der Ent-
       wicklungstendenzen bestimmen.  Denn sie  soll ja zur Orientierung
       der Arbeiterbewegung  auf neue Widersprüche, Konflikte und Kampf-
       bedingungen beitragen.
       Für die Analyse des SMK und die Entwicklung der SMK-Theorie waren
       und sind die Arbeiten von Marxisten der UdSSR und der DDR von er-
       strangiger Bedeutung.  Dies nicht zuletzt wegen der wissenschaft-
       lichen Tradition, der breiten personellen Basis der Forschung und
       Publizistik sowie der durch die großen Leitinstitute der Imperia-
       lismus-Forschung hergestellten  kollektiven  Arbeitsprozesse  und
       interdisziplinären Kooperationszusammenhänge.  An  erster  Stelle
       sind hier  zu nennen das Institut für Weltwirtschaft und interna-
       tionale Beziehungen  (IMEMO) 1)  bei der  AdW der UdSSR in Moskau
       und das  Institut für internationale Politik und Wirtschaft (IPW)
       2) in  Berlin/DDR. Von wachsender Bedeutung sind auch die Aktivi-
       täten der Multilateralen Problemkommission der AdW der RGW-Länder
       "Erforschung des  heutigen Kapitalismus" mit ihren sechs interna-
       tionalen Arbeitsgruppen.  Daneben gibt  es weitere Arbeitsgruppen
       und Wissenschaftler  an Hochschulen,  staatlichen Instituten  und
       Einrichtungen der  kommunistischen Parteien,  Gewerkschaften usw.
       3) Will  man also  einen Einblick  in die theoretische Diskussion
       über den  SMK erhalten, dann sind vor allem die Publikationen der
       genannten Einrichtungen  und der  in  ihnen  arbeitenden  Wissen-
       schaftler zu beachten.
       Nachfolgend soll  über einige Diskussionslinien berichtet werden,
       die vor  allem die  theoretischen Aspekte  der SMK-Konzeption be-
       treffen und vorwiegend von Politökonomen dieser Länder formuliert
       wurden. Wir  berücksichtigen dabei  Veröffentlichungen seit  etwa
       1977/78. Ihnen  liegt in  der Regel  eine  breite  Literatur  der
       Analyse der Weltwirtschaftskrise 1974/75 und der Stagflation seit
       Beginn der  siebziger Jahre zugrunde. Es ist somit von besonderem
       Interesse, welche  Hauptreaktionen des  kapitalistischen  Systems
       geortet werden  und in  welchen theoretischen Kontext diese Reak-
       tionen gestellt werden. Notwendigerweise müssen die Argumentatio-
       nen verkürzt  wiedergegeben werden.  Es kann nur darauf ankommen,
       den Leser mit den Kernpunkten der Aussagen vertraut zu machen.
       
       1. Triebkräfte und Gesamtsystem
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       In den  Argumentationen zur theoretischen Begründung des SMK wird
       stärker das Bemühen sichtbar, den Zusammenhang mit der Marx'schen
       "Kapital"-Analyse herzustellen. So bezieht sich A. Mileikowski in
       einer jüngeren Analyse ausdrücklich auf die Zusammenhänge des Ge-
       setzes des  tendenziellen Falls  der Profitrate  - besonders  die
       Überakkumulation und  Kapitalentwertung. Auf dieser Grundlage in-
       terpretiert er  die Merkmale  des Imperialismus  und den Übergang
       zum SMK. 4)
       Von diesem Anliegen ist auch das neue Lehrbuch "Politische Ökono-
       mie des  Kapitalismus" aus der DDR 5) getragen, über das sich der
       Vorsitzende des  Rates für Imperialismusforschung in der DDR, der
       Direktor des  IPW, Prof.  Dr. Max Schmidt wie folgt äußerte: "Mit
       der gelungenen  Einordnung der neuen Probleme des staatsmonopoli-
       stischen Kapitalismus  in die  Genesis der  allgemeinen Krise des
       Kapitalismus trägt  es wesentlich  zur weiteren  Entwicklung  der
       marxistisch-leninistischen  Imperialismusforschung   in  der  DDR
       bei." 6) Der SMK wird in diesem Buch verstanden "als Reaktion auf
       einen Vergesellschaftungsgrad",  dem gesellschaftliches  Eigentum
       entsprechen würde, dem so aber mit der "Weiterentwicklung des Mo-
       nopols" Rechnung  getragen wird.  7) Produktivkraftentwicklung  -
       Vergesellschaftung -  Monopolisierung werden  in nahezu allen Ar-
       beiten als wesentlichster Begründungsstrang der Herausbildung des
       SMK angesehen. Die wachsende Vergesellschaftung äußert sich heute
       vor allem  in "der  Umwandlung der Wissenschaft in eine unmittel-
       bare Produktivkraft",  in "dem weiteren Wachstum der Spezialisie-
       rung und Kooperation der Produktion", in "der starken Beschleuni-
       gung der Internationalisierung der kapitalistischen Produktion im
       Weltmaßstab". 8)
       Bekanntlich wurde schon in den fünfziger und sechziger Jahren die
       Kategorie der wissenschaftlich-technischen Revolution entwickelt,
       um die  Veränderungen des Produktivkraftsystems zu charakterisie-
       ren. Obwohl  manche dieser Arbeiten von Übertreibungen nicht frei
       waren, machten  sie auf  eine zentrale  Entwicklungsbedingung des
       zeitgenössischen Kapitalismus  aufmerksam. Die aktuelle Bedeutung
       in der BRD zeigte sich in Zusammenhang mit der Einführung der Mi-
       kroprozessoren und  der neuen  Technik. Hieraus resultieren fort-
       währende Anstöße  zur Anpassung  des  staatsmonopolistischen  Sy-
       stems. Für  die Erklärung  des Übergangs zu einem intensiven Ent-
       wicklungstyp der  Wirtschaft und  die nach der Krise eintretenden
       Stagnationserscheinungen spielte die Konzeption der wissenschaft-
       lich-technischen Revolution  eine wichtige  Rolle. 9) Die Notwen-
       digkeit  der  Anwendung  des  wissenschaftlich-technischen  Fort-
       schritts in  der Wirtschaft  und Produktion  wird weithin als we-
       sentlichster Antrieb  der Weiterentwicklung  des Systems  des SMK
       angesehen. 10)
       Die Entwicklung der Analyse verweist aber darauf, daß eine unver-
       mittelte Übernahme  der Erklärungsansätze aus der Veränderung des
       Produktivkraftsystems unangemessen  ist. Vielmehr  ist auch unter
       den Bedingungen des SMK die Untersuchung der Widersprüche der Ka-
       pitalverwertung der wesentlichste Ansatz zum Verständnis der Ent-
       wicklung. Dies  zeigen die  neueren  sowjetischen  Analysen  sehr
       überzeugend. 11)
       Beachtung zu finden haben auch jene Arbeiten und Argumentationen,
       die die Herausbildung des SMK in den Zusammenhang mit der Entfal-
       tung der  allgemeinen Krise des kapitalistischen Systems stellen.
       In den  Arbeiten von  Dieter Klein  wird dabei besonders auch der
       Begründung und  Ableitung der politökonomischen Kategorien Beach-
       tung geschenkt.  12) Es  liegt in  der Natur der Sache, daß dabei
       die Wechselwirkung  äußerer und  innerer Faktoren  vor allem über
       die Verschärfung  sozialer Gegensätze  und  die  Entwicklung  des
       Klassenkampfes realisiert  wird. Das  Schwergewicht der theoreti-
       schen Argumentation  bleibt jedoch  auf  der  Ebene  der  inneren
       Triebkräfte und  Faktoren. Die Zuspitzung der Klassenwidersprüche
       wird als  Resultat  u n d  Triebkraft der SMK-Entwicklung heraus-
       gearbeitet. 13)  Abgesehen von einigen Arbeiten 14) bleibt jedoch
       die Rückwirkung des Klassenkampfes auf das ökonomische System des
       SMK -  nämlich über  das System der Sozialpolitik - zwar beachtet
       und erwähnt,  aber erst  in schwachen Ansätzen in die Gesamtargu-
       mentation aufgenommen.  Nach Ansicht  des Rezensenten  handelt es
       sich bei  dieser wesentlichen  Triebkraft der Entwicklung des SMK
       um  einen   Aspekt  des  Vergesellschaftungsprozesses,  um  einen
       Schnittpunkt von  ökonomischen und  soziale Gegensätzen.  Die ge-
       samte Regulierungsproblematik und ihre Widersprüche sind ohne die
       Berücksichtigung dieses Aspektes kaum adäquat zu verstehen.
       Für die  Weiterentwicklung der  SMK-Theorie bedeutsam  waren auch
       die Publikationen  und Diskussionen  im Zusammenhang  mit dem 60.
       Jahrestag des  Ersterscheinens von W.I. Lenins Abhandlung zum Im-
       perialismus. 15) Man kann nun 1977 feststellen: "Gegenwärtig kann
       der Prozeß  des Hinüberwachsens  des Monopolkapitalismus  in  den
       staatsmonopolistischen Kapitalismus  als abgeschlossen betrachtet
       werden...", "für  ihn ist die umfassende Einwirkung des bürgerli-
       chen Staates auf die Ökonomie charakteristisch", dem Staat wachse
       zu die  "Funktion eines kollektiven Organisators der Ausbeutung".
       16)
       Wir werden gesondert auf die internationalen Entwicklungen einge-
       hen. In  ihnen wird  bei den meisten Autoren eine wichtige Schub-
       kraft der  Modifizierung des SMK und seiner aktuellen Krise gese-
       hen. Besondere  Beachtung fanden  hier die  Rohstoff-  und  Ener-
       giekrise 17),  die Umweltproblematik  18), die Währungskrise usw.
       In  der   theoretischen  Verallgemeinerung   wird  vielfach   die
       "Verflechtung" von allgemeiner Krise des kapitalistischen Systems
       und zyklischer Krise als für die Tiefe und Schärfe der Krise aus-
       schlaggebend angesehen. 19) Eine solche Fassung bedeutet die Ver-
       allgemeinerung sehr  unterschiedlicher Prozesse  auf einer  hohen
       Abstraktionsstufe. Sicher kann es kaum in Abrede gestellt werden,
       daß die  ökonomische Macht  der OPEC  ein Aspekt  der veränderten
       Kräfteverhältnisse im  Weltmaßstab und  damit der  Entfaltung der
       allgemeinen Krise  des Kapitalismus  war. Zweifellos war auch die
       Ölpreiserhöhung von  1973 - in allerdings abgemindertem Maße auch
       jene von 1979/80 - ein Katalysator zur Synchronisation der zykli-
       schen Entwicklung  der kapitalistischen Industriestaaten. Die nä-
       here Analyse der Zusammenhänge muß jedoch in diesem Falle auf der
       ökonomischen Ebene und in ökonomischen Kategorien erfolgen.
       
       2. Geschichtliche Entwicklung
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       Für die  Diskussion in der BRD sind die jüngeren historischen Ar-
       beiten von  Wirtschaftshistorikern der  DDR zur Herausbildung des
       SMK in Deutschland bedeutsam. 20) Sie sind in der wissenschaftli-
       chen Debatte  der korrigierende Kontrapunkt zu jener in den poli-
       tischen Konsequenzen  sozialdemokratisch orientierten Strömung in
       der  westdeutschen   Geschichtswissenschaft,  die  das  sozialge-
       schichtliche  Konzept  eines  "organisierten  Kapitalismus"  ent-
       wickelt hat.  Dieses Bild  nimmt reale  Strukturen  und  Erschei-
       nungsformen des  Monopolkapitalismus in sich auf, entwickelt auch
       kritische  Positionen   zum  Kapitalismus   und  vor   allem  zum
       konservativen Flügel  der  westdeutschen  Historiographie,  lehnt
       aber gleichwohl  die  grundlegenden  Prämissen  einer  materiali-
       stischen  Gesellschaftskonzeption  ab.  An  die  Stelle  des  vom
       herrschenden  Kapitalverhältnis   und  der  Ökonomie  ausgehenden
       Determinismus setzt  sie  die  prinzipielle  Wechselwirkung,  die
       "Interdependenz". 21)
       Die Vertreter dieser Strömung in der BRD erwiesen zwar den Ergeb-
       nissen der historischen SMK-Forschung der DDR ihre Reverenz, wei-
       sen jedoch den "theoretischen Bezugsrahmen" als "unangemessen und
       überzogen" zurück  und wenden sich insbesondere gegen die Aussage
       von der Herrschaft der Monopole und der Verschmelzung von Monopo-
       len und Staat. 22) Sie vermeinen Widersprüche zwischen dem ausge-
       breiteten Material  und den  theoretischen Schlußfolgerungen  und
       Prämissen entdecken zu können.
       Für die  marxistische Diskussion  der SMK-Theorie  sind besonders
       die  Darstellungen  zur  durchaus  wechselvollen  Geschichte  und
       Struktur des  Staatseigentums, des  staatlichen Wirtschaftsinter-
       ventionismus bzw.  des staatsmonopolistischen Regulierungssystems
       von Interesse.  Ihre Argumente sprechen vor allem gegen ein allzu
       einseitiges Phasen- und Etappendenken und gegen eine schematische
       lineare Verlängerung bestimmter Entwicklungstendenzen. So belegen
       sie, daß  schon vor 1914 die Interventionsstrukturen im Deutschen
       Reich entwickelt  waren, daß  schon die  Geburt des  Monopols mit
       Notwendigkeit  die   staatliche  Intervention  nach  sich  zieht.
       Dementsprechend plädieren die Verfasser dafür, den SMK als Grund-
       zug des  imperialistischen Stadiums  und nicht als eine bestimmte
       Phase zu  verstehen. 23) Dies führt dementsprechend zu einer vor-
       wiegend nur  auf den staatlichen Interventionismus bezogenen Fas-
       sung staatsmonopolistischer Regulierung. 24) Obwohl der Rezensent
       diesen Standpunkt  nicht teilt,  hält er  die Herausarbeitung der
       staatsmonopolistischen Reaktionsmuster für zutreffend, nämlich an
       der Stärkung  privatkapitalistischer Regelmechanismen orientiert.
       Dies führte dann auch dazu - und erklärt den entsprechenden Sach-
       verhalt  -,   daß  bestimmte   "mittelständische"  Bereiche   vom
       dichtesten Netz  staatlicher Eingriffe  überzogen sind  und nicht
       unbedingt jene, die den historisch fortgeschrittensten Vergesell-
       schaftungsgrad aufweisen.
       Es steht  außer Zweifel, daß diese Arbeiten die Diskussion um die
       Entwicklungsgeschichte des SMK weiter anregen und Anstoß weiterer
       Untersuchungen sein werden.
       
       3. Monopol und Monopoltheorie
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       Im Rahmen  der Theorie des SMK bleiben die Monopole das entschei-
       dende Strukturelement  und ihre Verwertungsbewegung die wesentli-
       che ökonomische Determinante in der Bewegung des Systems. SMK ist
       somit entfalteter Monopolkapitalismus. Die spezifisch staatsmono-
       polistischen Strukturen, die aus der Verflechtung, Verschmelzung,
       Interaktion von  Staat und  Monopolen entstehen, sind ihrem Wesen
       nach staatlich gesetzte Monopole oder Monopolbedingungen. Es kann
       in diesem  Abschnitt nicht  auf die  imposante Vielfalt von empi-
       risch ausgerichteten  Spezialarbeiten  und  Analysen  eingegangen
       werden, die  sich mit Monopolen beschäftigen. Wir können hier nur
       auf einige Richtungen der Theorieentwicklung verweisen.
       Die Herausbildung und Wirksamkeit der internationalen oder trans-
       nationalen Konzerne und damit die qualitative Verstärkung der in-
       ternationalen Dimension  der Monopolisierung  wirft auch  für die
       Monopoltheorie die  interessantesten neuen Probleme auf. G. Binus
       arbeitet schon  in einem  frühen Stadium die internationalen Kon-
       zerne als  neuen Faktor des ökonomischen Regulierungssystems her-
       aus und  verweist auf  ihre Interaktion und Konflikte mit den Na-
       tionalstaaten und  auch mit  den EG-Behörden. 25) Auf die mit dem
       Monopolisierungsgrad einhergehenden Konflikte und Disproportionen
       der  ökonomischen   Regulierungsmechanismen  und  der  spezifisch
       staatsmonopolistischen Formen  und Instrumente  verweist auch  W.
       Kusnezow. 26)
       Als Merkmale  der neuen Stufe der internationalen Monopolisierung
       werden herausgestellt:  die Allgemeinheit  des Hinüberwachsens in
       internationale Dimensionen; die Internationalisierung von Produk-
       tion, Wissenschaft und Technik als Basisprozesse; die privatmono-
       polistische Form als Hauptform. 27)
       Wichtig sind  die Versuche, die Rolle des Staates bei der Charak-
       terisierung des  Monopolprofits zu berücksichtigen. Bedeutsam ist
       es auch,  daß auf dieser Grundlage Monopolpreis und Monopolprofit
       als die  wesentlichen Ursachen der zeitgenössischen Inflation an-
       gesehen werden können, weil sich die dauerhafte - und zielstrebig
       betriebene -  Verletzung des  Wertgesetzes in  der Zerrüttung der
       Geldzirkulation und des Preismaßstabes Ausdruck verschafft. 28)
       Aufmerksam zu  machen ist  auch auf  den Versuch von Hans Tammer,
       für die  BRD das  Finanzgruppenkonzept anzuwenden.  29) Dazu kann
       angemerkt werden, daß nach wie vor eine Vielzahl von Fragen unbe-
       antwortet und ungelöst geblieben sind.
       Auch in  der sowjetischen  Diskussion ist  das Problem  der Mono-
       polpreisbildung bzw.  der Quellen des Monopolprofits die zentrale
       theoretische Diskussionsfrage.  30) Dabei  herrscht die Hauptten-
       denz vor, die Position von Eugen Varga (Monopolprofit aus der Um-
       verteilung) nur für die Periode des einfachen Monopolkapitalismus
       als gültig  anzusehen. Demgegenüber argumentieren einige Autoren,
       daß sich die Monopolpreise in der Produktion herausbilden, teilen
       jedoch die  schon früher  von S.  Wygodski  formulierte  Position
       (Monopolpreise entsprechen  einem durch  falsche soziale  Kosten,
       verursacht durch  Macht und Parasitismus des Monopols, verzerrten
       Wert, der sich im wesentlichen auf der Marktwertebene bildet) nur
       bedingt. Autoren wie S.M. Nikitin vertreten die Position, daß in-
       folge der 'oligopolistischen' Struktur der Märkte und des entwic-
       kelten Kreditsystems  usw. das Produktionspreismodell heute einen
       weit höheren Realitätsgehalt habe als im 19. Jahrhundert. Monopo-
       listische Tribute sind weniger als eine Art Steuer, sondern viel-
       mehr als  gesellschaftliche  Kosten  für  Umverteilungsblockaden,
       Ressourcenvergeudung etc.  zu begreifen. "Die Frage nach dem Cha-
       rakter der  Zweigbeziehungen, die  heute keineswegs  nur von  der
       Konkurrenz geprägt  sind, und damit das Problem, ob und inwieweit
       der monopolistische  Marktwert sich in die Richtung eines monopo-
       listischen Produktionspreises modifiziert oder nicht, sind in der
       sowjetischen Forschung und generell in der marxistisch-leninisti-
       schen politischen  Ökonomie", nach  der Ansicht  von H. Zschocke,
       "noch weitgehend offen." 31)
       Daß staatlich  gesetzte Monopolbedingungen  und die  Verflechtung
       mit den  Privatmonopolen, sei  es über  gemischtes Eigentum, über
       staatsmonopolistische Komplexe oder die Herausbildung staatsmono-
       polistischen Kapitals zu den heutigen Realitäten gehört - wie im-
       mer die  begriffliche Fassung  dieser Verflechtungsstrukturen er-
       folgt - wird von allen Analytikern zur Kenntnis genommen.
       Dieter Klein  hat vor  kurzem die  Frage aufgeworfen, ob es ange-
       sichts der  Realitäten des  SMK nicht erforderlich sei, den Kapi-
       talbegriff zu erweitern. Denn Staatskapital fungiere ja nicht als
       sich selbst verwertender Wert. Dieser entwertete Teil des Gesamt-
       kapitals könne  als "in der Regie des Monopolkapitals bzw. seines
       Staates der  Sicherung der  Kapitalverwertung mittelbar dienender
       Wert definiert werden". 32) Er spricht in diesem Zusammenhang von
       "staatsmonopolistisch reguliertem Monopolprofit", bei dem die Po-
       litik ein verstärktes Gewicht gegenüber der Ökonomie gewinne. 33)
       Von der  "Tendenz zur  Formierung einer neuartigen Verflechtungs-
       ebene" spricht auch Lutz Maier. 34) In den staatsmonopolistischen
       Komplexen und  im staatsmonopolistischen  Kapital - Begriffe, die
       er offensichtlich  synonym verwendet  - sei die Weiterentwicklung
       des Finanzkapitals zu sehen.
       Die Konzeption staatsmonopolistischer Komplexe entwickeln die Le-
       ningrader Ökonomen  Djomin und Raskow. 35) Es handelt sich um die
       Verallgemeinerung der  Grundzüge des  Militär-Industrie-Komplexes
       und ihre Anwendung auf ähnliche Erscheinungen. Staatsmonopolisti-
       sche Komplexe  sind sozialökonomische  und soziologische Struktu-
       ren, die sich auf der Basis relativ dauerhafter funktioneller Be-
       ziehungen zwischen  Staat und Monopolen bzw. bestimmten Staatsap-
       paraten und bestimmten Monopolen und Monopolgruppen herausbilden.
       Sie werden  als "Organisationsformen staatsmonopolistischen Kapi-
       tals und der modernen kapitalistischen Produktion" angesehen 36),
       gewissermaßen als eine Verdichtung des SMK in konkreten und rela-
       tiv stabilen Strukturen und Formen, als Synthese von Monopolisie-
       rung und Verstaatlichung, Konkurrenz und Planmäßigkeit.
       Während für  die bisher  kurz vorgestellten  Problemkreise gelten
       kann, daß in ihre Diskussion in der referierten Periode auch neue
       Aspekte und  Akzente aufgenommen  worden sind, insgesamt aber die
       Kontinuität der  Debatte charakteristisch  ist, gilt für die Kom-
       plexe Regulierung, Internationalisierung und Wechsel der vorherr-
       schenden ökonomischen  Doktrinen und Ideologien, daß für sie neue
       Fragestellungen durch die Entwicklung in und im Gefolge der Krise
       1974/75 auf  die Tagesordnung  gesetzt wurden. Wenn von den neuen
       Elementen und  Erscheinungen der  Entwicklung des  SMK gesprochen
       wird, nimmt man vor allem auf diese Komplexe Bezug.
       
       4. Staatsmonopolistische Regulierung
       ------------------------------------
       
       Schon 1977  konnte Karl-Heinz  Schwank feststellen,  daß die SMK-
       Theorie die einseitige Fassung staatsmonopolistischer Regulierung
       als Regulierungstätigkeit  des imperialistischen Staates überwun-
       den habe.  37) Es liegt in der Logik der theoretischen Begründung
       des SMK als Entwicklungsphase der kapitalistischen Gesellschafts-
       formation, unter  Regulierung generell den Prozeß und Mechanismus
       zur Herstellung  und Sicherung der Proportionalität des Reproduk-
       tionsprozesses bzw.  der Wirtschaft  zu sehen.  In  der  späteren
       Lehrbuchformulierung heißt es dementsprechend unter Berücksichti-
       gung der  Regulierungsimpulse im  SMK: "Das Wesen staatsmonopoli-
       stischer Wirtschaftsregulierung  wird charakterisiert  durch  den
       widersprüchlichen Prozeß der Herstellung der objektiv notwendigen
       Proportionen der  Reproduktion  -  angesichts  der  Erfordernisse
       rasch fortschreitender Vergesellschaftung und politischer Notwen-
       digkeiten -  über den  Monopolpreis, unterworfen  den Prioritäten
       des staatsmonopolistisch  regulierten Monopolprofits.  Im Komplex
       der widerspruchsvollen  Verflechtung  von  privatmonopolistischer
       und staatlicher  Regulierung -  teilweise entsprechend, teilweise
       entgegen objektiven Notwendigkeiten - setzen sich im Wirtschafts-
       verlauf auch im staatsmonopolistischen Kapitalismus letztlich die
       objektiven ökonomischen Gesetze durch". 38)
       Damit wird in erster Linie auf die Zusammenhänge des Wertgesetzes
       Bezug  genommen.   Bei  Schwank   wird  dies  wie  folgt  gefaßt:
       "Einerseits wird im Imperialismus das spontane Wirken des Wertge-
       setzes teilweise  und zeitweise  begrenzt, andererseits  setzt es
       sich entgegen  dem regulierenden Wirken privater Monopole durch."
       "Das bedeutet  jedoch nicht,  daß an  die Stelle des Wertgesetzes
       als Regulator  die monopolistische Regulierung kraft monopolisti-
       scher Macht und Gewalt tritt." 39)
       Staatsmonopolistische Regulierung  in diesem  Sinne fungiert  als
       Gesamtkomplex, "in  der dialektischen Einheit ihrer Erscheinungs-
       formen als staatliche und privatmonopolistische Regulierung" 40),
       als Basis und Realisierung der Verflechtung von Staat und Monopo-
       len, gleichwohl  aber als  Gesamtkomplex/-prozeß  auch  die  Ele-
       mente/Bereiche nichtmonopolistischer Konkurrenz als Regulierungs-
       formen enthaltend.
       Mitunter wurde bei der Beurteilung der Situation nach 1973 darauf
       verwiesen, daß  die bisher  tiefste ökonomische Krise des Kapita-
       lismus,  nämlich   jene  von   1929-33,  mit   einer  Krise   der
       "privatmonopolistischen Regulierung"  verbunden gewesen  oder als
       eine solche  zu verstehen  gewesen sei, während die Krise 1974/75
       entstanden sei "auf dem Boden staatsmonopolistischer Verhältnisse
       bei Vorhandensein eines entwickelten Instrumentariums der staats-
       monopolistischen Regulierung,  dessen innere Widersprüche und Be-
       grenztheit selbst  zu einer  Quelle des  Heranreifens und Ausbre-
       chens der  Krise wurden".  41) An  die Einschätzung des Bankrotts
       makroökonomischer Steuerungssysteme  (Globalsteuerung)  schlössen
       einige Autoren  die Prognose  an, daß  nun eine weiterentwickelte
       Stufe staatsmonopolistischer  Regulierung in Richtung Strukturpo-
       litik, Investitionslenkung,  Direkteingriffe in  den Produktions-
       prozeß auf  der Tagesordnung stehe. 42) Diese Einschätzung konnte
       in dieser  Verallgemeinerung später  nicht mehr aufrecht erhalten
       werden.
       Die Diskussion  spitzte sich  nun auch  darauf zu,  ob von  einer
       Krise der Regulierung oder nur von einer Krise ihrer Instrumenta-
       rien gesprochen  werden könne.  43) Dies  war deshalb  nicht  nur
       spitzfindig, weil  damit auch Unterschiede im Urteil hinsichtlich
       der Lösungsmöglichkeiten und -wege verbunden sind.
       Von Interesse ist, daß Forscher, deren Arbeitsgebiet die interna-
       tionalen Konzerne  sind, in  höherem  Maße  privatmonopolistische
       Strategien als  Lösungswege hervorheben  und betonen,  daß in den
       siebziger Jahren  "die privatmonopolistische  Regulierung eigent-
       lich mehr  Erfolg in  dem Bemühen hatte, bestimmte Richtungen der
       Produktionsentwicklung durchzusetzen oder den Reproduktionsprozeß
       in ihrem  Sinne zu entwickeln, als der staatliche Regulierungsme-
       chanismus". 44)  W. Fjodorow  unterstreicht, daß  selbst  in  der
       Krise "keine  grundlegend neuen  Formen der ökonomischen Regulie-
       rung zu verzeichnen waren", vielmehr wurden nur "die traditionel-
       len Prinzipien  staatlicher und monopolistischer Regulierung" an-
       gewandt. 45) Als wesentlichste Krisenursache wird durchgehend der
       neue Internationalisierungsgrad der Monopolisierung geortet, des-
       sen Widersprüchen  die  nationalstaatliche  staatsmonopolistische
       Regulierung nicht  gewachsen sei.  Darüber soll  aber im nächsten
       Abschnitt die Rede sein.
       Mit der  Verarbeitung der Nachkrisenerfahrungen werden die Aussa-
       gen zur  Tendenz des Regulierungssystems, insbesondere der staat-
       lichen Ebene,  präzisiert. "Zusammengefaßt  besteht somit der In-
       halt der  gegenwärtigen Krise der staatsmonopolistischen Regulie-
       rung", führte Lutz Maier aus, "in einer Zuspitzung von Widersprü-
       chen in  den Beziehungen  zwischen privaten Monopolen und Staat".
       46) "Die  Hauptbarriere (gegen  eine langfristig angelegte Struk-
       turpolitik, H. Ju.) bildet jedoch der Widerstand des Monopolkapi-
       tals gegen eine Ausdehnung der Rolle und Einflußmöglichkeiten des
       Staates vor  allem im Bereich der Investitionen..." 47) Die Ursa-
       che liegt  für ihn mehr auf politisch-ideologischer Ebene: In der
       Ablehnung "widerspiegelt  sich das  historische Dilemma der Bour-
       geoisie,  die  eine  aktive  ökonomische  Tätigkeit  des  Staates
       braucht, ihrer Klassennatur nach aber niemals konsequenter Anhän-
       ger einer  wachsenden Rolle  des Staates  in der  Wirtschaft sein
       kann." 48)  Ernsthafte Differenzen in der Monopolbourgeoisie hin-
       sichtlich der  langfristigen Regulierung  stellt auch  A.  Milei-
       kowski fest."  49) "Ihre Vorstellungen gehen dahin, daß der Staat
       vorwiegend Methoden einer indirekten Regulierung anwendet und daß
       die Marktstimuli  zur Erhöhung der Effektivität und Konkurrenzfä-
       higkeit der  verstaatlichten und  nationalisierten  Zweige  unter
       Einbeziehung von  Privatkapital und  durch eine umfassende Anwen-
       dung gemischter  Unternehmensformen verstärkt wird." 50) Dies ist
       denn auch  in der Tat der reale Gang der Dinge in Ländern wie der
       BRD. Allerdings  ist Mileikowskis Schlußfolgerung dann nur schwer
       verständlich, daß  der Staat  bestrebt sei,  "den administrativen
       und planmäßigen  Einfluß auf  den privaten Sektor zu verstärken".
       51)
       Mit der Einbeziehung einer staatlichen Ebene in das Regulierungs-
       system entsteht ein spezifisches Vermittlungselement von Ökonomie
       und Politik.  Damit ergeben  sich aber auch unmittelbar Einflüsse
       der Basisprozesse  und ihrer Widersprüche auf den Überbau des SMK
       und seine Institutionen. Dies ist ein Faktor, der die "Labilität"
       der "Gesamtheit  der Institutionen  des politischen Überbaus" be-
       dingt. 52)
       Wird von  der Mehrzahl  der Autoren  im neuen  Internationalisie-
       rungsgrad bzw.  im neuen internationalen Monopolisierungsgrad und
       den politischen  und ökonomischen  Weltmarktveränderungen die we-
       sentliche Ursache  der Regulierungskrise  gesehen, so  ziehen sie
       meist auch die Konsequenz, daß der Weg der partiellen Überwindung
       der Krise  die Internationalisierung des SMK sei. Das ist die we-
       sentliche Fragestellung,  der im  nächsten Abschnitt nachgegangen
       werden soll.
       
       5. Internationalisierung des SMK?
       ---------------------------------
       
       Soweit sich  der begriffliche  Inhalt dieser Überschrift generell
       auf den SMK als Phase der kapitalistischen Gesellschaftsformation
       bezieht, kann  sein Realitätsgehalt  kaum in Abrede gestellt wer-
       den. Es  bliebe aber dann ebenfalls die Frage, wo der Schwerpunkt
       der Internationalisierung liegt, bei den Monopolen oder dem Staat
       bzw. den aus der Verflechtung hervorgegangenen Strukturen, Insti-
       tutionen, Mechanismen.  Dies ist im Prinzip ein Angelpunkt der zu
       referierenden Diskussion der. letzten Jahre.
       In der  schon zitierten  Arbeit von  L. Maier  von 1977 wird "die
       sich verstärkende Tendenz der Internationalisierung der staatsmo-
       nopolistischen Regulierung" als die "bedeutendste qualitativ neue
       Erscheinung" charakterisiert.  53) Den Unterbau dafür sieht er in
       der Internationalisierung von Produktion, Infrastruktur und Mono-
       polen, wie sie bis zu den siebziger Jahren entstanden sei. Dieser
       verlange und  tendiere  nach  einer  Ergänzung  der  entstandenen
       "privatmonopolistischen Regulierungsstufe" durch eine staatsmono-
       polistische. Als  Krisenursache ergibt  sich für  ihn "die  immer
       tiefer gewordene  Kluft zwischen  dem Stand  der  internationalen
       Verflechtung der  kapitalistischen Wirtschaft,  genauer der immer
       stärker international  orientierten Strategie der großen Konzerne
       und der  vorrangig 'national'  orientierten Wirtschaftspolitik in
       den einzelnen  kapitalistischen Ländern." 54) Aus diesem Konflikt
       ergibt sich  für ihn  die Tendenz  zur Internationalisierung  der
       Wirtschaftspolitik und des SMK. 55)
       Die empirischen  Anhaltspunkte sieht  er in  den  internationalen
       wirtschaftspolitischen Abstimmungen  und Konsultationen,  in  der
       Formierung des  Nord-Süd-Dialogs, in der wachsenden Rolle der in-
       ternationalen Organisationen  und in der Entstehung neuer, in der
       Tendenz zur Marktregulierung durch internationale Staatsverträge.
       Mit diesem  Beitrag sind die Diskussionsthemen der zu referieren-
       den Periode  weitgehend vorgegeben. Die sowjetischen Untersuchun-
       gen heben  hervor, daß sich mit der Internationalisierung das Ge-
       wicht der  äußeren Sphäre  der Wirtschaft erhöht und die interna-
       tionale Arbeitsteilung  jäh beschleunigt  habe, gleichzeitig habe
       dies aber  auch die  Verstärkung des "anarchischen Charakters der
       kapitalistischen Ökonomik" gebracht. Die Sphäre der internationa-
       len Wirtschaftsbeziehungen  sei "heute  eine der Hauptstellen für
       die  wirtschaftliche   Instabilität",  was  die  Suche  nach  der
       "internationalen Koordinierung  der Wirtschaftspolitik"  intensi-
       viere. 56)
       Freilich kann  kaum von wesentlichen Fortschritten auf diesem Ge-
       biet gesprochen  werden. Gegenüber  dem Bretton-Woods-System kann
       das Jamaika-System  kaum als  eine  höhere  staatsmonopolistische
       Stufe des  Währungssystems angesprochen  werden. Auch auf den in-
       ternationalen Geld- und Kapitalmärkten herrscht eindeutig die Re-
       gulierung durch  Monopole und Finanzgruppen vor. Eine Internatio-
       nalisierung der  staatlichen Ebene des SMK ist da nicht in Sicht.
       57)
       Diese Position wird dezidiert auch von W. Fjodorow vertreten, der
       gerade die  Verstärkung der  spontanen marktwirtschaftlichen bzw.
       privatmonopolistischen Momente unterstreicht. 58)
       Im Rückblick  auf die  siebziger Jahre  und im  Ausblick auf  die
       achtziger Jahre  sieht L.  Maier demgegenüber als "wichtigste Be-
       sonderheit"  des   SMK  der   achtziger  Jahre   die  wesentliche
       "Verstärkung des  internationalen Akzents seiner Entwicklung" 59)
       und hebt als wesentliche Ebene bzw. institutionelle Basis das Ab-
       stimmungs- und  Konsultationssystem hervor, das sich besonders an
       Knotenpunkten der  Widersprüche, wie z.B. in der Energiefrage mit
       der IEA,  verdichte. Gleichzeitig verweist er jedoch hier stärker
       auf die  Wirksamkeit von gegen diese Tendenz gerichteten Kräften.
       Das Vorherrschen  der Internationalisierungstendenz wird auch von
       R. Gündel betont. 60)
       W. Martynow spricht von der Suche nach neuen Wegen und Formen der
       Regulierung, vor allem für die Koordinierung der Wirtschaftspoli-
       tik der  Staaten. "Auf  diesem Wege ist der Imperialismus bemüht,
       die Kluft zwischen der gewachsenen gegenseitigen wirtschaftlichen
       Abhängigkeit der  industriell entwickelten imperialistischen Län-
       der und  dem engen  nationalen Rahmen  der staatsmonopolistischen
       Regulierung der Wirtschaftsprozesse zu überwinden." 61)
       Gibt es  über die  allgemeine Tendenz zu einer Internationalisie-
       rung des  SMK also kaum wesentliche Meinungsverschiedenheiten, so
       gibt es wesentliche Abstufungen in der Antwort auf die Frage nach
       dem aktuellen  Realisierungsgrad dieser  Tendenz. Diese  Probleme
       stehen in  engem Zusammenhang mit der Herausbildung imperialisti-
       scher Zentren,  mit der innerimperialistischen Rivalität, mit der
       Integration usw.,  aber auch  mit den  Tendenzen zur Umschichtung
       der internationalen  Arbeitsteilung, mit  dem Wirksamwerden soge-
       nannter globaler  Probleme u.a. Auf diese Frage sei hier nur ver-
       wiesen.
       
       6. Variantenwechsel in der ökonomischen Doktrin des SMK
       -------------------------------------------------------
       
       Zum Schluß  sei der  Frage nachgegangen, inwieweit sich die Wende
       zum Monetarismus  bzw. zu neoliberaler Marktwirtschaftsideologie,
       die im  Krisenverlauf in wichtigen kapitalistischen Industrielän-
       dern stattgefunden hat, in der SMK-Diskussion dieser Periode nie-
       dergeschlagen hat  und welche  Gründe dafür herausgearbeitet wer-
       den. Uns  interessiert besonders, auf welche Interessenkonstella-
       tion der  Monopolbourgeoisie bzw.  ihrer vorherrschenden  Gruppen
       dies zurückgeführt  werden kann.  Wir hatten schon in der Einlei-
       tung zu  dieser Übersicht  auf die Rolle politischer Faktoren und
       Konstellationen verwiesen und die Vermutung geäußert, daß mit den
       politischen Änderungen  in Frankreich dort nicht nur eine Periode
       staatsmonopolistischer  Reformen  beginnen  könnte,  sondern  daß
       diese Politik  notwendigerweise von  einer erneuten  Dominanz des
       (Links-?) Keynesianismus begleitet sein müßte. Damit kommen zwei-
       fellos auch  wieder neue  Momente in  die ökonomische Diskussion.
       Vielleicht könnte  auf diese  Konstellation zutreffen, was Milei-
       kowski auf  andere Länder  münzte, was  dort aber vielfach keinen
       Realitätsgehalt hatte, daß sich nämlich "die Idee von der Planung
       der kapitalistischen Wirtschaft" durchsetze. 62)
       In der  DDR hatte  Alfred Bönisch schon 1977 eine exakte und u.E.
       völlig zutreffende  Analyse des Umkippens der bourgeoisen Konzep-
       tionen gegeben und vor allem auf die realen Anknüpfungspunkte der
       Marktwirtschaftsideologie verwiesen,  nämlich daß  "der Markt als
       ökonomische Kategorie  und als ökonomischer Mechanismus im gegen-
       wärtigen Kapitalismus eine wichtige Rolle spielt und diese Tatsa-
       che im Bewußtsein der Menschen in unterschiedlicher Weise reflek-
       tiert wird".  63) Das  Monopol und der SMK treten somit in markt-
       wirtschaftlichen Verhüllungen und Erscheinungsformen auf.
       "Verschiebungen in  den wirtschaftspolitischen Konzeptionen" wer-
       den auch  von R. Kowalski konstatiert, 64) von ihm aber vor allem
       mit Reaktionen auf die Anforderungen des wissenschaftlich-techni-
       schen Fortschritts  in Zusammenhang gebracht. Daß Marktwirtschaft
       und Regulierung aus der Sicht der SMK-Theorie nicht als Gegensatz
       gefaßt werden,  ergibt sich  aus dem oben schon Dargelegten. Des-
       halb stehen  auch zwischen den Neoliberalen bzw. Monetaristen und
       den Keynesianern  keine Klassenschranken.  Aber zweifellos formu-
       lieren die Monetaristen die reaktionäre, gegen die Arbeiterklasse
       und ihre  sozialen Errungenschaften  gerichtete Entwicklungsvari-
       ante. Woraus erklärt sich nun deren Gegnerschaft? "Der Kritik des
       Keynesianismus durch  die Vertreter des Monetarismus liegt aller-
       dings u.a.  auch die  Ahnung zugrunde, daß die Keynessche Konzep-
       tion auf spezifische Weise im Grunde die historische Überlebtheit
       des Kapitalismus in diesem Jahrhundert reflektiert." 65)
       Die Zurückdrängung  des Keynesianismus wird dann aus dem Versagen
       der daraus  abgeleiteten Konzeption  in der  Wirtschaftskrise be-
       gründet:  "In  der  Krise  der  kapitalistischen  Wirtschaft  von
       1974/75 machte  jedoch die  an Keynesschen  Vorstellungen  orien-
       tierte staatsmonopolistische Wirtschaftspolitik Bankrott. Die er-
       ste Krise  der kapitalistischen  Weltwirtschaft unter Bedingungen
       des voll herausgebildeten staatsmonopolistischen Kapitalismus war
       damit zugleich  auch eine tiefe Krise des Systems der staatsmono-
       polistischen Wirtschaftsbeeinflussung." 66)
       Für den Stand der Analyse aufschlußreich sind Referat und Bericht
       einer Tagung des DDR-Rates für Imperialismusforschung zu dem hier
       interessierenden Thema.  Hier hebt  Herbert Meißner  nochmals die
       "klare Vorherrschaft  des Keynesianismus" bis Mitte der siebziger
       Jahre in  allen kapitalistischen  Industrieländern hervor. In der
       Krise kommt  es nun  zu "zunehmender  Ablehnung staatlicher  Ein-
       griffe Keynesscher Art in die Wirtschaft durch die Monopole", zur
       wachsenden "Kritik am sogenannten Wohlfahrtsstaat", zum "Vordrin-
       gen marktwirtschaftlichen  Denkens"  und  der  "Marktwirtschafts-
       doktrin in der bürgerlichen Vulgärökonomie". 67)
       Der Neomonetarismus  wurde als  "spezifisches  staatsmonopolisti-
       sches Regulierungskonzept"  für Bedingungen  niedrigen  Wachstums
       mit dem Schwerpunkt der Zins- und Geldmengensteuerung bezeichnet,
       darauf angelegt,  den Einfluß  der Arbeiterklasse und der Gewerk-
       schaften auf die Wirtschaftspolitik weitgehend auszuschalten. 68)
       Als nach wie vor strittig zeigte sich die Beurteilung der Neuori-
       entierung (Umschalten  auf direkte  Intervention oder  nicht) und
       der Reichweite der "Marktwirtschaftsdoktrin" (nur bzw. vorwiegend
       ideologische Anlage  und Wirkung oder Grundlage für neue Konzepte
       und Systeme  der Wirtschaftspolitik,  Auswirkung nur bzw. vorwie-
       gend auf  die Sozialpolitik oder auch auf die Wirtschaftsregulie-
       rung). Nach Ansicht von H. Meißner haben diese Konzeptionen prak-
       tisch nicht nur Auswirkungen auf die Sozialpolitik, vielmehr gehe
       es um  den Versuch  des Aufbaus  eines "innenpolitischen  Gesell-
       schaftskonzepts". 69)  Trifft dies, und die reale Entwicklung un-
       terstreicht dies,  dann wird  es in  Zukunft weiter  erforderlich
       sein, das  konkrete Verhältnis  von Staat  und Markt, von admini-
       strativen und ökonomischen Elementen der Regulierung usw. auch im
       Hinweis auf  die ökonomische  Theoriebildung und  -wirksamkeit zu
       untersuchen und zu beachten.
       Unberücksichtigt in  unserer Übersicht blieben Kämpfe und Strate-
       giebildung der Arbeiterbewegung unter diesen Bedingungen. 70)
       
       _____
       1) Vgl. zu  Aktivitäten und  Struktur des  IMEMO: S. L. Woronkow,
       Über die  Tätigkeit des IMEMO, in: Marxistische Studien. Jahrbuch
       des IMSF, Bd. l (1978), S. 360 ff.
       2) Vgl. zu den Aktivitäten und zur Struktur des IPW: Max Schmidt,
       Das Institut für Internationale Politik und Wirtschaft der DDR zu
       Berlin, in:  Marxistische  Studien.  Jahrbuch  des  ISMF,  Bd.  2
       (1979), S. 415 ff.
       3) Vgl. zur Struktur dieser Bereiche in der UdSSR: Zur Kapitalis-
       musforschung in  der UdSSR:  Institutionen. Aktivitäten. BRD-For-
       schung, Hrg. IMSF, Frankfurt/Main 1974
       4) A. A.  Mileikowski, Neue  Tendenzen  in  der  Entwicklung  des
       staatsmonopolistischen Kapitalismus,  in: Sowjetwissenschaft. Ge-
       sellschaftswissenschaftliche  Beiträge,  Berlin/DDR  10/1980,  S.
       1066 ff. (auch: AdW der UdSSR (Hrg), Gesellschaftswissenschaften,
       vj., Moskau,  Nr. 1/1981)  - Wir  führen auch  im folgenden nicht
       mehr die sowjetische Originalquelle an. In den letzten Jahren hat
       besonders in den IPW-Be-richten die Publikation von Übersetzungen
       aus der Zeitschrift des IMEMO zugenommen.
       5) Alfred Lemnitz  u.a. (Hrg), Politische Ökonomie des Kapitalis-
       mus. Lehrbuch, Berlin/DDR 1980; bes. Teile 18, 19, 21, 22, 23
       6) Max Schmidt,  Ergebnisse und  Aufgaben  marxistisch-leninisti-
       scher Imperialismusforschung, in: IPW-Berichte 4/1981, S. 3
       7) Alfred Lemnitz  u. a.  (Hrg), Politische  Ökonomie, a.a.O., S.
       550
       8) Max Schmidt, Ergebnisse und Aufgaben, a.a.O., S. 52
       9) Rundtischgespräch einer internationalen Arbeitsgruppe: Wissen-
       schaftlich-technischer Fortschritt  und Entwicklungstendenzen des
       gegenwärtigen Kapitalismus, in: IPW-Berichte 10/1978, S. 3 ff.
       10) ebenda
       11) Vgl. z.B.:  W.A. Martynow,  Die Verschärfung der ökonomischen
       Widersprüche des Kapitalismus der Gegenwart, IPW-Berichte 5/1981,
       oder A. A. Mileikowski, Neue Tendenzen, a.a.O.
       12) Dieter Klein,  Imperialismus und staatsmonopolistischer Kapi-
       talismus, Konsequent, Sonderband 5, Berlin-West 1981, S. 82 ff.
       13) Alfred Lemnitz  u.a. (Hrg),  Politische Ökonomie,  a.a.O., S.
       552
       14) So: Johanna Groß, Imperialistische Sozialpolitik in den Klas-
       senauseinandersetzungen, IPW-Berichte  3/1977, S.  42ff.;  dies.,
       Privatisierungsoffensive des Monopolkapitals im Sozialbereich der
       BRD, IPW-Berichte  12/1978, S. 9ff.; von Interesse sind dazu auch
       die Aussagen  von A.  Mileikowski (a.a.O.), der besonders auf die
       Rolle der  Sozialkrisen Ende der sechziger Jahre und die Wertpro-
       blematik der Arbeitskraft eingeht.
       15) Vgl. IMEMO-Kollektiv,  Die Leninsche Imperialismustheorie und
       die Gegenwart,  IPW-Berichte 12/1977, S. 18 ff.; N. N. Inosemzew,
       W. A.  Martynow, S.  M. Nikitin (Red.), Die Leninsche Imperialis-
       mustheorie und  die Gegenwart,  Moskau 1977  (russ.),  Berlin/DDR
       1981
       16) ebenda, S. 4 u. 5
       17) IPW-Forschungshefte 2/1978,  Energie- und Rohstoffprobleme im
       heutigen Kapitalismus (Verf. Emil Rechtziegler u.a.)
       18) IPW-Forschungshefte 1/1977,  Umweltprobleme und staatsmonopo-
       listischer Kapitalismus  (Verfasser R. Helmbold, E. Rechtziegler,
       C. Schirmeister)
       19) Otto Reinhold, Die wissenschaftlich-technische Revolution und
       die Verschärfung  der ökonomischen  und sozialen Widersprüche des
       Kapitalismus, IPW-Berichte 9/1979, S. 27ff., Max Schmidt, a.a.O.,
       IPW-Berichte 4/1981
       20) Aus den  letzten Jahren  sind dies  besonders die  drei Bände
       über die  Geschichte des  SMK: Helga Nußbaum, Lotte Zumpe (Hrg.),
       Wirtschaft und  Staat in  Deutschland. Eine Wirtschaftsgeschichte
       des staatsmonopolistischen  Kapitalismus in  Deutschland vom Ende
       des 19. Jh. bis 1945 in drei Bänden.
       Bd. 1: D. Baudis, H. Nußbaum, Wirtschaft und Staat in Deutschland
       von Ende des 19. Jh. bis 1918/19, Berlin 1978
       Bd. 2:  M. Nußbaum,  Wirtschaft und  Staat in Deutschland während
       der Weimarer Republik, Berlin 1978
       Bd. 3:  L. Zumpe,  Wirtschaft und  Staat in  Deutschland 1933 bis
       1945, Berlin 1979
       Vgl. auch die knappe Rezension in: Marxistische Studien. Jahrbuch
       des IMSF, 2 (1979), S. 72 ff.
       21) Dazu gehören Historiker wie: J. Kocka, H. J. Puhle, H.U. Weh-
       ler, W. Mommsen, H. C. Schröder u.a.
       22) So: R.  vom Bruch,  Neue DDR-Thesen zur Stamokap-Theorie, in:
       Das Parlament, Nr. 24/1981, vom 13.6.1981
       23) Helga Nußbaum in: Wirtschaft und Staat, a.a.O., Bd. l, S. 14,
       S. 75 ff.
       24) ebenda, S. 37 ff.
       25) So: Gretchen  Binus, Internationale  Konzerne und Staat, IPW-
       Berichte 8/1976,  S. 24 ff.; Horst Heininger, Die Leninsche Impe-
       rialismustheorie und  die heutige Stufe der internationalen Mono-
       polisierung, IPW-Berichte 6/1977; Chr. Fundulis, H. Heininger, J.
       Judanow, W.  Sadzikowski, M.  Sestokowa, Internationale Monopole,
       Berlin/DDR 1978;  Diss.-Bericht: G. Binus, Neue Stufe der Monopo-
       lisierung und  staatsmonopolistischen  Regulierung,  IPW-Berichte
       3/1981, S. 47 ff.
       26) W. Kusnezow, Die siebziger Jahre und die Tendenzen der weite-
       ren Entwicklung des SMK, IPW-Berichte 7/1977, S. 4 ff.
       27) Vgl. die  von Helmut Zschocke verfaßte Sammelrezension: Mono-
       polisierung unter  den  Bedingungen  der  vertieften  allgemeinen
       Krise des  Kapitalismus (DDR-Veröffentlichungen ab 1976), IPW-Be-
       richte 11/1978
       28) So äußert  sich Martynow: "Infolgedessen hat die gegenwärtige
       Inflation die  Züge eines  chronischen, allmählich sich steigern-
       den, 'mechanisch'  verlaufenen Prozesses angenommen, der sich der
       Kontrolle durch  die staatsmonopolistische  Regulierung  entzogen
       hat, immer  stärker desorganisierend,  hemmend und  letztlich den
       Monopolinteressen entgegengesetzt  auf die Wirtschaft wirkt." (W.
       Martynow, Die Verschärfung, a.a.O., IPW-Berichte 5/1981, S. 7).
       Mileikowski betont,  daß heute die Inflation nicht mehr nur durch
       Defizitfinanzierung hervorgerufen  werde: "Neu ist dabei, daß die
       Inflation zum  Mechanismus der  gegenwärtigen Monopolpreisbildung
       gehört." (A. Mileikowski, a.a.O., S. 1067)
       29) Hans Tammer,  Machtzentren  des  BRD-Finanzkapitals,  IPW-Be-
       richte 4/1980, S. 1 ff.
       30) Vgl. dazu  die Übersicht:  Helmut Zschocke,  Auffassungen zur
       Monopolpreisproblematik in  der sowjetischen  Literatur,  IPW-Be-
       richte 2/1981, S. 52ff.
       31) ebenda, S. 56
       32) Dieter Klein,  Neue Existenzbedingungen  des Kapitalismus  in
       den 70er  Jahren -  Aufgaben für den Sozialismus, Humboldt-Vorle-
       sung 1979, Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt Universität
       zu Berlin, Ges. Sprachw. Reihe, 3/1979, S. 412
       33) ebenda; vgl.  auch:  Dieter  Klein,  Imperialismus  und  SMK,
       a.a.O., S. 167ff.
       34) Lutz Maier,  Aktuelle Probleme des staatsmonopolistischen Ka-
       pitalismus, IPW-Berichte 7/1980, S. 7
       35) A.A. Djomin,  N.W. Raskow  (Red.) Staatsmonopolistische  Kom-
       plexe, Leningrad  1979 (russ.); die wichtigsten Abschnitte dieser
       Arbeit erscheinen  1981/82 in  deutscher Übersetzung  (Hrg. IMSF,
       Reihe 'Theorie  und  Methode',  Staatsmonopolistische  Komplexe).
       Vgl. zur Information auch die knappe Darstellung in: Marxistische
       Studien, Jahrbuch  des IMSF,  Bd. 2 (1979), S. 76 ff. 36) ebenda,
       S. 26
       37) Karl-Heinz Schwank,  Probleme der  Wirtschaftsregulierung  im
       Imperialismus, EPW-Berichte  3/1977, S.  24ff.;  eine  umfassende
       Darstellung des  Regulierungsmechanismus des  BRD-SMK,  besonders
       der staatlichen  Ebene und  Instrumentarien, liegt  vor mit: L.G.
       Chodow, W.S. Pankow, Probleme der staatsmonopolistischen Regulie-
       rung der Wirtschaft der BRD, Moskau 1977 (russ.)
       38) Alfred Lemnitz  u. a.  (Hrg), Politische Ökonomie, a.a.O., S.
       581/82
       39) Karl-Heinz Schwank,  Probleme der  Wirtschaftsregulierung  im
       Imperialismus, a.a.O.,  S. 27/28; so auch: Lutz Maier: "Die Gren-
       zen der  staatsmonopolistischen Regulierung  wurzeln in ihrem ge-
       samten Wesen  als Entwicklungsstufe  des Funktionsmechanismus der
       kapitalistischen Wirtschaft." (IPW-Berichte 12/1977, S. 21)
       40) Karl-Heinz Schwank, ebenda, S. 28
       41) Lutz Maier,  Neue Internationalisierungstendenzen des staats-
       monopolistischen  Kapitalismus,   IPW-Berichte  8/1979,   S.  19;
       ebenso: Katja  Nehls, Krise und Anpassungstendenz der staatsmono-
       polistischen Regulierung,  IPW-Berichte 9/1980,  S. 26 ff; sowie:
       Dieter Klein,  Neue Existenzbedingungen,  a.a.O., S. 411: "In all
       den verschiedenen  Krisenerscheinungen  des  Kapitalismus  steckt
       vielmehr stets ein und dasselbe: eine neue Phase in der Krise der
       Regulierung des  Produktionsprozesses durch Monopolprofit und Mo-
       nopolpreis."
       42) So: W.  Kusnezow, Die  siebziger Jahre,  a.a.O., IPW-Berichte
       7/1977, S.  8 ff.;  ebenso in dieser Periode Lutz Maier (IPW-Dis-
       kussion: Wesen,  Krisenerscheinungen und  Anpassungstendenzen der
       staatsmonopolistischen Regulierung,  in: IPW-Berichte 12/1977, S.
       28)
       43) Reinhold Kowalski, Die Krise der Wirtschaftsregulierung durch
       den imperialistischen Staat, IPW-Berichte 10/1977; Internationale
       Arbeitsgruppe 'Probleme  der privat-  und  staatsmonopolistischen
       Regulierung...' (Juni  1978), IPW-Berichte  10/1978, S.  37: "Der
       Tenor der  Diskussionsbeiträge lief  darauf hinaus, daß von einer
       Krise des staatsmonopolistischen Kapitalismus insgesamt nicht ge-
       sprochen werden  kann... nicht die staatsmonopolistische Regulie-
       rung, sondern deren Instrumentarium in der Krise..."
       44) So Gretchen Binus (IPW-Berichte 12/1979, S. 21)
       45) So nach der Rezension in: IPW-Berichte 1/1979, S. 59
       46) Lutz Maier, Über den Charakter der Krise und einige neue Ent-
       wicklungstendenzen der  staatsmonopolistischen  Regulierung,  in:
       IPW-Berichte 6/1979, S. 20
       47) ebenda, S. 19
       48) Lutz, Maier, Aktuelle Probleme des staatsmonopolistischen Ka-
       pitalismus, IPW-Berichte 7/1980, S. 9; ebenso: Dieter Klein, Neue
       Entwicklungsbedingungen, a.a.O.,  S. 411: "Die Monopolbourgeoisie
       unterläuft daher  selbst die  im eigenen  Interesse als notwendig
       erkannten staatsmonopolistischen Reformen..."
       49) A. Mileikowski, a.a.O., S. 1071
       50) ebenda, S. 1072
       51) ebenda, S. 1073
       52) Hans Heinrich Angermüller, Politische Labilität des staatsmo-
       nopolistischen Kapitalismus, IPW-Forschungshefte 3/1979
       53) Lutz Maier,  Neue Internationalisierungstendenzen des staats-
       monopolistischen Kapitalismus, IPW-Berichte 8/1977, S. 18
       54) ebenda, S. 19 u. 22
       55) So  auch  W.  Kusnezow,  Die  siebziger  Jahre,  IPW-Berichte
       7/1977, S.  9: "Tendenz zur 'Supranationalität' der staatsmonopo-
       listischen Regulierung".  Etwas später ebenso Lutz Maier (IPW-Be-
       richte 12/1977,  S. 28):  "Internationalisierung der  Aktivitäten
       und Instrumente, der Versuch, eine Art internationale bzw. supra-
       nationale Regulierung zu entwickeln".
       56) IMEMO-Autorengruppe, Die  Leninsche Imperialismustheorie  und
       die Gegenwart, IPW-Berichte 127 1977, S. 8 u. 10
       57) Katja Nehls, Der 'Eurodollarmarkt'..., IPW-Berichte 4/1978
       58) W.P. Fjorodow, Der Kapitalismus und die internationalen Wirt-
       schaftsbeziehungen, Moskau 1979 (russ.); vgl. auch die Renzension
       dieses Buches  in: IPW-Berichte  12/1980; eine  ähnliche Position
       vertritt auch Chr. Fundulis (IPW-Berichte 3/1981, S. 46)
       59) Lutz Maier,  Aktuelle Probleme des staatsmonopolistischen Ka-
       pitalismus, IPW-Berichte 7/1980, S. 3.
       60) Rudi Gündel, Krisenprozesse in der kapitalistischen Weltwirt-
       schaft, IPW-Berichte 12/1980, S. 20 ff.
       61) W. Martynow, Die Verschärfung..., IPW-Berichte 5/1981, S. 10
       62) A. Mileikowski, a.a.O., S. 1072
       63) Alfred Bönisch,  Der Mythos der Marktwirtschaft und die kapi-
       talistische Wirklichkeit, IPW-Berichte 4/1977, S. 16
       64) IPW-Diskussion, Wesen,  Krisenerscheinungen...,  IPW-Berichte
       12/1977, S. 22
       65) Karl-Heinz Schwank,  Imperialistische Wirtschaftstheorie zwi-
       schen Keynesianismus und Monetarismus, IPW-Berichte 1/1979, S. 21
       66) Karl-Heinz Schwank,  "Marktwirtschaft"  und  imperialistische
       Strategie der Gegenwart, IPW-Berichte 3/1981, S. 28
       67) Herbert Meißner, Aktuelle Tendenzen in der bürgerlichen poli-
       tischen Ökonomie, IPW-Berichte 5/1981, S. 13, 14, 15
       68) So Caspar Schirmeister in: IPW-Berichte 5/1981, S. 40.
       69) ebenda, S. 41
       70) Zu verweisen ist hier auf Arbeiten des Instituts für Imperia-
       lismusforschung der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim
       ZK der  SED. Heinz Petrak u.a., Staatsmonopolistischer Kapitalis-
       mus und Opportunismus, Berlin/DDR 1978; Werner Paff u.a. (Red..),
       'Multis', Proletariat, Klassenkampf, Berlin/DDR 1981.
       

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