Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 04/1981


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       ZUSAMMENFASSUNGEN
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       Heinz Jung
       
       "Korporatismus" statt "Etatismus"? - Staatsmonopolistische
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       Vergesellschaftung und politisch-staatlicher Überbau heute
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       Die mit  "Korporatismus" erfaßten  Erscheinungen werden in diesem
       Beitrag als  Ausdrucksformen der  SMK-Entwicklung  interpretiert.
       Die sogenannte  Korporatismusdiskussion stellt sich somit als et-
       was verspätete  ideologische Reaktion  auf Sachverhalte  des  SMK
       dar. Jedoch  hält es der Verfasser für verfehlt, eine Entwicklung
       "am Staat vorbei" zu konstatieren. Vielmehr finde die staatsmono-
       polistische  Vergesellschaftung  im  Überbau  in  "Korporatismus"
       u n d   "Etatismus" ihren  realen Ausdruck. Der Verfasser hält es
       für gerechtfertigt, von einem Staatstyp des SMK zu sprechen. Nach
       einer Skizze  der gegenwärtigen  Verbändestruktur des SMK erfolgt
       die Analyse der Hegemonialkonzeptionen des SMK in der BRD und der
       gegenwärtig sichtbaren Bruchstellen der sozialliberalen Variante.
       
       
       Angelina Sörgel
       
       Finanzkapital und Staatsverschuldung
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       Der  Beitrag   untersucht,  wessen  ökonomischen  Interessen  die
       Staatsverschuldung dient.  Dazu wird die gewachsene Macht des Fi-
       nanzkapitals, die anhand von Konzentrations- und Verflechtungsda-
       ten aus dem Industrie-, Handels- und Bankkapital belegt wird, den
       wirtschaftspolitischen Maßnahmen  der verflossenen  10 Jahre  und
       dem Umfang und den Modalitäten der öffentlichen Kreditaufnahme zu
       deren Finanzierung  gegenübergestellt. Der  Artikel kommt  zu dem
       Ergebnis, daß  das Finanzkapital  doppelter Gewinner  der Finanz-
       krise ist. Ablehnung der öffentlichen Verschuldung kann daher nur
       als Polemik  gesehen werden, die sich in die Unternehmeroffensive
       zur Zurückdrängung  keynesianischer Fiskalpolitik  zugunsten ein-
       deutig kapitalorientierter  marktwirtschaftlicher Maßnahmen  ein-
       ordnet.
       
       
       Arno Gottschalk/Manfred Eihsen
       
       Rüstung und militärisch-industrieller Komplex im
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       staatsmonopolistischen Kapitalismus der BRD
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       Der Beitrag  geht der Frage nach Ursachen, Triebkräften, Funktio-
       nen und Folgen der Rüstung im SMK der BRD nach. Als Erklärungsan-
       satz und theoretischer Rahmen dient den Verfassern dabei die mar-
       xistisch-leninistische Militarismustheorie,  die eingangs mit ih-
       ren wesentlichen Aussagen vorgestellt wird. Die Verfasser zeigen,
       daß sich  im Zuge  des (Re-)Militarisierungsprozesses auch in der
       BRD ein  Militär-Industrie-Komplex etablieren  kann, der eine be-
       sondere, konzentrierte  Triebkraft des  modernen Militarismus und
       der Aufrüstung  bildet. Die  Aufrüstung selbst  bringt mitnichten
       die vom  Imperialismus erhoffte  Stabilität, sondern  ist  selbst
       Quelle zunehmender  Instabilität. In  dieser Eigenschaft wird sie
       zugleich  Differenzierungsprozesse   in  der   Monopolbourgeoisie
       (national und international) fördern.
       
       
       Bernd Greiner
       
       Politische Systemkrise des SMK und außenpolitische
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       Krisenstrategien - eine Problemskizze
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       Der Aufsatz geht von zwei Kategorien aus: "Krise" und "politische
       Strategien" zu  deren Bewältigung.  Im ersten Teil wird versucht,
       Wesen  und  Erscheinungsform  politischer  Systemkrisen  aus  der
       Struktur und Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft zu bestim-
       men. Der  Autor schlägt  vor, die  in der  Phase der  Allgemeinen
       Krise des  Kapitalismus und  unter den Bedingungen des SMK formu-
       lierten politischen Antworten der Bourgeoisie auf gesellschaftli-
       che Krisen unter Zuhilfenahme der von R. Opitz geprägten Begriff-
       lichkeit des  "Machtmaximalismus" zu  interpretieren. Im  zweiten
       Teil geht  es darum,  diesen Begriff  auf außenpolitische Krisen-
       strategien nach 1945 erklärend anzuwenden - z.B. auf die amerika-
       nische Hegemonialpolitik  des Kalten  Krieges und auf die projek-
       tierte "Krisenstrategie der 80er Jahre".
       
       
       Heinz Jürgen Axt
       
       Internationale Konzerne und die Perspektiven des Nationalstaats
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       in Westeuropa
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       Nach einer  knappen Darstellung  verschiedener marxistischer Auf-
       fassungen zum  Verhältnis von  Nationalstaatlichkeit und Interna-
       tionalisierung des Kapitals wird in dem Aufsatz die These entfal-
       tet, daß  der bürgerliche  Nationalstaat die  Basis der Aufhebung
       des Kapitalverhältnisses  unter den Bedingungen von Internationa-
       lisierungs- und  Integrationsprozessen ist. Einerseits stellt der
       nationale Staatsapparat  relative Lösungsformen  bereit,  mittels
       derer das  Kapital die  Internationalisierungs- und Integrations-
       prozesse als Potenzen gegen die Verschlechterung der Verwertungs-
       bedingungen nutzen  kann. Andererseits kann die Aufhebung des Ka-
       pitalverhältnisses im Sinne der Transformation auch unter den Be-
       dingungen der  Internationalisierung vorrangig nur durch Verände-
       rungen auf der nationalen Ebene erreicht werden.
       
       
       Christoph Butterwegge
       
       Gramsci und der Austromarxismus
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       Zur Renaissance zweier Politiktheorien der Zwischenkriegszeit
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       Der Beitrag nimmt die "Wiederentdeckung" Antonio Gramscis und des
       Austromarxismus zum  Anlaß, beider  Politiktheorien  gegenüberzu-
       stellen. Dabei  spielt der Hegemoniebegriff, mittels dessen Gram-
       sci und  Otto Bauer,  der Hauptrepräsentant  des Austromarxismus,
       ihre Konzeption  eines Bündnisses  der Arbeiterklasse und anderer
       nichtmonopolistischer Gesellschaftsschichten  (Kleinbürger,  Bau-
       ern) kennzeichneten,  eine Schlüsselrolle.  Der Verfasser gelangt
       zu dem  Ergebnis, daß Gramscis Hegemonielehre geeignet ist, aktu-
       elle Probleme des Klassenkampfes einer Lösung näherzubringen, wo-
       hingegen der  Austromarxismus den  ideologischen Kampf verabsolu-
       tiert und seine Bindung an die sozialökonomischen Herrschaftsver-
       hältnisse und politischen Machtkonstellationen ignoriert.
       
       
       Kurt Steinhaus
       
       Zu einigen Entwicklungstendenzen des politischen Klimas
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       in der Bundesrepublik
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       Der Aufsatz  untersucht Tendenzen  des politischen  Klimas in der
       BRD anhand  von Wahlergebnissen,  von Ergebnissen  demoskopischer
       Umfragen sowie  anhand der Entwicklung des außerparlamentarischen
       Kampfes. Der  Verfasser kommt  zu dem  Schluß, daß  seit den 60er
       Jahren der  ideologische und politische Einfluß der rechten, kon-
       servativen Kräfte beträchtlich zurückgegangen ist, daß in der Be-
       völkerung, insbesondere in der Jugend, der Friedenswillen stärker
       geworden ist,  daß sich  verstärkt fortschrittliches  Gedankengut
       ausgebreitet hat  und daß Ansätze einer demokratischen Gegenkraft
       entstanden sind.
       
       
       Harald Werner
       
       Das Staatsbewußtsein der Arbeiter in der BRD
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       Der Beitrag kritisiert eine in der Untersuchung des Staatsbewußt-
       seins der  Arbeiter vorherrschende  Tendenz zum  Empirismus,  die
       dazu beiträgt,  die Ursachen  für die relative Stabilität der ge-
       sellschaftlichen Verhältnisse  in der BRD in die Köpfe der Arbei-
       ter zu  verlegen. Nach  Meinung des  Autors lassen sich bestimmte
       Bewußtseinsinhalte wie etwa Staatsloyalität und Staatsillusionis-
       mus empirisch  nicht erfassen.  Vielmehr bestehe  die Gefahr, daß
       die empirischen Analysen zu einer Verdopplung bestehender Ideolo-
       gien beitragen.  Die nur  empirische Beweisführung vernachlässige
       den tatsächlichen Lebensprozeß der Arbeiterklasse und gehe am hi-
       storischen Gewordensein  von Bewußtsein vorbei. Anhand zweier re-
       lativ junger Untersuchungen wird gezeigt, daß selbst das dort er-
       hobene empirische  Material zu  anderen Schlußfolgerungen  führt,
       wenn die  Bewußtseinsdaten  nicht  am  Maßstab  des  bürgerlichen
       Sprachgebrauchs gemessen,  sondern aus der Lebenswirklichkeit der
       Arbeiterklasse heraus interpretiert werden.
       
       
       Johannes Henrich von Heiseler
       
       Bestimmungsfaktoren des Wahlverhaltens
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       Mit Hilfe  einer ökologischen  Analyse werden  zunächst Zusammen-
       hänge zwischen Grunddaten der Klassen- und Sozialstruktur und dem
       Wählerverhalten gezeigt.  Sozialstrukturell scheinen  dabei  drei
       verschiedene Typen  von Regionen, je nach der Vorherrschaft eines
       bestimmten sozialen  Milieus, unterscheidbar  zu sein,  aus denen
       einerseits die  CDU/CSU, zum  zweiten die  SPD und  in geringerem
       Maße die  DKP und  drittens die  FDP und  in (bisher?) geringerem
       Maße die  Grünen besonders ihr jeweiliges Potential gewinnen kön-
       nen. Von den klassen- und sozialstrukturellen Faktoren unabhängig
       prägt -  sich mit  den Einflüssen der Klassen- und Sozialstruktur
       kreuzend und  sie überlagernd  - die  Wirkung der konfessionellen
       Verhältnisse in  der betreffenden Region das Wahlverhalten. Ange-
       sichts des  Anstiegs der Nichtwähler besonders unter den jüngeren
       Wählergruppen stellt  sich die  Frage, ob  die bisher  vorhandene
       Stabilität der  Struktur der westdeutschen Wählerschaft ohne wei-
       teres in die Zukunft projiziert werden kann.
       
       
       Fred Karl
       
       Soziale Basis und Widersprüchlichkeit der Bürgerinitiativen
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       Der Aufsatz behandelt Aspekte einer breit wirksamen neuen politi-
       schen Aktionsform,  der Bürgerinitiativen. Die Bis hatten sich im
       Lauf des letzten Jahrzehnts, v.a. als sie sich Umweltschutzfragen
       zuwendeten, von  kurzlebigen "Ein-Punkt"-Aktionen zu einer konti-
       nuierlichen sozialen Bewegung mit gesamtgesellschaftlicher Bedeu-
       tung und Durchschlagskraft entwickelt. Das "Selbstverständnis der
       BI-Bewegung" ist  gegenwärtig noch  von der widersprüchlichen In-
       teressenlage sozialer  Gruppen aus  den Mittelschichten  geprägt.
       Der Autor  hebt den  Bündnis- und Prozeßcharakter dieser Aktions-
       form hervor  und plädiert  dafür, daß  die  marxistischen  Kräfte
       stärker als  bisher in  Bürgerinitiativen mitarbeiten und für die
       Vermittlung antimonopolistischer  Einsichten und  für die Annähe-
       rung an die Arbeiterbewegung wirken.
       
       
       Redaktionskollektiv des Arbeitskreises beim IMSF zur Frauenfrage
       
       Thesen zur Frauenarbeit
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       Die Thesen  stellen die Frage nach der Bedeutung der Frauenarbeit
       für die  gesellschaftliche Entwicklung sowie für die Emanzipation
       der Frau  und nach  der Bedeutung  des Rechts  auf Arbeit für die
       Frauen. Ausgangspunkt ist dabei die Darstellung des marxistischen
       Verständnisses von  Arbeit und  des Zusammenhangs  von Produktion
       und Reproduktion,  um dann aktuelle Probleme der Frauenerwerbstä-
       tigkeit, der Rolle der privaten Hausarbeit usw. anzusprechen.
       
       
       Klaus Pickshaus
       
       Streiks und gewerkschaftliche Gegenmacht. Funktion und
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       Entwicklungstendenzen von Streiks in der Bundesrepublik
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       Der Streik  wird als  Ausdrucks- und Ablaufsform antagonistischer
       Klassenbeziehungen verstanden.  Formen der  Institutionalisierung
       und der  Verrechtlichung des  Streiks müssen  auf dem Hintergrund
       der Bewußtseins-  und Politikentwicklung  der Arbeiterklasse  und
       ihrer Organisationen  sowie der Klassenstrategien und Politikkon-
       zepte  des  Kapitals  untersucht  werden.  In  der  langfristigen
       Streikentwicklung sind  unterschiedliche "Kampfzyklen" feststell-
       bar. Der  Schwerpunkt der  empirischen Untersuchung liegt auf den
       70er Jahren.  Dabei werden  langfristige Veränderungen  und  neue
       Elemente im  System der  Motive der  Streikenden  berücksichtigt.
       Streiks als  Entfaltung von Gegenmacht haben Auswirkungen auf die
       Organisation und  politische  Struktur  der  Gewerkschaften.  Die
       ungleichmäßige Streikintensität  und differierende gewerkschafts-
       politische Entwicklungen werden abschließend behandelt.
       
       
       Gert Hautsch
       
       Integrationismus und "Korporatismus". Überlegungen zur
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       Problematik der Einbindung von Gewerkschaften in das
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       staatsmonopolistische Herrschaftssystem
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       Ausgangspunkt ist, daß trotz der schon Jahre anhaltenden Angriffe
       auf den  Lebensstandard der soziale Konsens zwischen Gewerkschaf-
       ten und SMK in der BRD weitgehend gehalten hat. Um dies zu erklä-
       ren, reicht  der "Korporatismus"-Ansatz nicht aus. Inkorporierung
       ist Ausdruck  der Wirksamkeit  integrationistischer Ideologie und
       Politik. Deren  besondere Stärke  in der Arbeiterbewegung der BRD
       hängt mit dem spezifischen westdeutschen Typ bürgerlicher Hegemo-
       nie  zusammen.   Seit  der  Einleitung  der  "Stabilitätspolitik"
       1973/74 stellt  sich das  Hegemonieproblem  für  die  herrschende
       Klasse auf  neue Weise;  dabei spielt  die weitere Einbindung der
       Gewerkschaften eine  zentrale Rolle. Da die SPD als Exekutor die-
       ser Herrschaftsinteressen auftritt, müssen die Gewerkschaften ihr
       Verhältnis zum staatsmonopolistischen System neu fassen: ohne die
       Bereitschaft zum Konflikt ist nur mehr die Absage an zentrale ge-
       werkschaftspolitische Ziele möglich.
       
       
       Winfried Schwarz
       
       Zur politischen Ökonomie der Mietwohnung
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       Die ökonomische  Form der Mietwohnung, Kapital zu sein, macht die
       Kosten- und  Erlösspanne zwischen Fremdkapitalzinsen und Mietein-
       nahmen zum entscheidenden Faktor privatkapitalistischer Wohnungs-
       versorgung. Trotz Unterverwertung in der Anfangsphase der Vermie-
       tung ist  durch Zusatzgewinne in der Folgezeit prinzipiell Renta-
       bilität möglich.  Dennoch stößt  das Wohnungskapital immer wieder
       auf die  begrenzte Mietzahlungskraft  der mittleren  bis  unteren
       Einkommensgruppen als  Verwertungsschranke. Die  Bevölkerung kann
       daher in  ihrer Gesamtheit mit einer Mietwohnung zu einem gegebe-
       nen, jeweils historisch bestimmten Mindeststandard rein privatka-
       pitalistisch nicht  versorgt werden. Frühzeitig setzte daher eine
       staatliche Regulierung und Mitfinanzierung des Wohnungssektors im
       Interesse des Gesamtkapitals ein. Ein weiterer Rückzug des Staats
       aus dem öffentlich geförderten Wohnungsbau muß notwendig die Woh-
       nungsnot besonders  bei den unteren Einkommensschichten verschär-
       fen.
       
       
       Eberhard Dähne
       
       Wirtschaftliche und soziale Probleme der Städte und Gemeinden
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       Eingangs werden  die Momente  skizziert, die  die Städte bzw. die
       Stadtregionen als  Standort komplexer Produktivkräfte charakteri-
       sieren, deren  Reproduktion  unter  kapitalistischen  Bedingungen
       notwendig widersprüchlich  erfolgt. Aktuell sichtbar sind vor al-
       lem die  rasche Vernutzung  der Biosphäre,  der sich abzeichnende
       Verfall der  "alten" Industrieregionen, die Zerstörung von Teilen
       des Arbeitskräftepotentials,  die negativen Konsequenzen des pri-
       vaten Grundbesitzes,  der Abbau der kommunalen Demokratie und die
       Finanznot vieler  Städte. Der  letzte Aspekt  wird  ausführlicher
       dargestellt. Ein  großer Teil  der Städte ist finanziell nicht in
       der Lage,  dem Zerfall der städtischen Produktivkräfte wirksam zu
       begegnen.
       
       
       Fritz Fiehler
       
       Arbeitsplatz Hamburg. Regionalökonomie und -politik in Hamburg
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       in den siebziger Jahren
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       Die Untersuchung  der  Arbeitsplatzentwicklung  Hamburgs  in  den
       siebziger Jahren  knüpft an  die Diskussion  über die  politische
       Ökonomie einer  Region an.  Ausgehend von  den wirtschaftspoliti-
       schen Problemen  Hamburgs wird eine Analyse der Wirtschaftsstruk-
       tur angestellt.  Der Verfasser  gelangt dabei  zu der Auffassung,
       daß von einem "erfolgreichen Strukturwandel" in Hamburg nicht die
       Rede sein kann, daß die Erwartung einer beschäftigungspolitischen
       "Kompensationsfunktion" des Dienstleistungsbereichs gegenüber der
       Industrie unberechtigt  ist und  daß die betriebenen Industriali-
       sierungskonzeptionen den  Gegensatz zwischen der Wirtschafts- und
       der Wohnfunktion der Stadt verschärfen werden.
       
       
       Fritz Rische
       
       Weltmarkt und nationale Wirtschaftspolitik
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       Der Beitrag  geht davon  aus, daß heute die Internationalisierung
       des Wirtschaftslebens  größeren Einfluß  auf die  nationale Wirt-
       schaftsentwicklung als früher besitzt. Da die Entwicklung des Ka-
       pitalverhältnisses und der gesellschaftliche Fortschritt in unse-
       rer Epoche auseinanderfallen, sei auch der Profit als Maßstab na-
       tionaler    Wirtschaftsentwicklung    und    -politik    obsolet.
       "Demgegenüber ist  unseres Erachtens  die Entwicklung der Produk-
       tivkräfte und  der gesellschaftlichen  Produktion unter optimaler
       Nutzung und Entwicklung der nationalen Ressourcen das Grundmoment
       jeder nationalen Wirtschaftspolitik." Dies habe mit Autarkiepoli-
       tik nichts zu tun, könne aber auch nicht die Unterordnung der na-
       tionalen Strukturentwicklung  unter die  "Weltmarktpreise" bedeu-
       ten.
       
       
       Jörg Goldberg
       
       Verschlechterung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
       ---------------------------------------------------------
       der BRD-Industrie
       -----------------
       
       Der Beitrag  untersucht auf empirischer Grundlage die Entwicklung
       der internationalen  Wettbewerbsfähigkeit der  Bundesrepublik. Er
       kommt zu  dem Schluß,  daß die Strukturveränderungen in der Welt-
       wirtschaft im  Verlauf der  siebziger Jahre  die Position der BRD
       nicht geschwächt haben. Allerdings ist die auf internationale Ex-
       pansion orientierte  Strategie der bundesdeutschen Konzerne inso-
       fern an  Grenzen gestoßen,  als die  historische Sonderrolle  des
       Landes weitgehend verloren gegangen ist. Die Bundesrepublik wurde
       voll in  den internationalen  kapitalistischen Krisenzusammenhang
       einbezogen. Angesichts  sich verengender  Wachstumsspielräume  im
       Kapitalismus müssen  alle Versuche,  diese Sonderrolle durch eine
       weitere Forcierung  der Expansion wiederzugewinnen, zur Verschär-
       fung sowohl  nationaler als auch internationaler wirtschaftlicher
       Ungleichgewichte führen.
       
       
       Heinz Jung
       
       Zur Entwicklung der Theorie des staatsmonopolistischen
       ------------------------------------------------------
       Kapitalismus in der neueren Literatur der UdSSR und DDR
       -------------------------------------------------------
       
       Die Übersicht berücksichtigt Veröffentlichungen seit 1977/78. Sie
       stellt die  Entwicklung der SMK-Theorie unter folgenden Gesichts-
       punkten dar:  Triebkräfte und  Gesamtsystem, geschichtliche  Ent-
       wicklung, Monopol und Monopoltheorie, staatsmonopolistische Regu-
       lierung, Internationalisierung  des SMK,  Variantenwechsel in der
       ökonomischen Doktrin.  Von besonderem Interesse ist, wie sich die
       durch die  Krise 1974/75  geschaffenen Bedingungen  unter den zu-
       letzt genannten  Gesichtspunkten  reflektieren.  Unterschiedliche
       Akzente enthalten  die Urteile  über die  gegenwärtig  sichtbaren
       Tendenzen der Weiterentwicklung des SMK.
       
       
       Sybille Krämer-Friedrich
       
       Technischer Fortschritt gleich fortschrittliche Technik?
       --------------------------------------------------------
       Probleme, Tendenzen und Widersprüche der Technik-Diskussion
       -----------------------------------------------------------
       
       Der Beitrag  behandelt Hauptströmungen  der neueren  bürgerlichen
       Techniktheorie -  die wissenschaftstheoretische  und die  system-
       theoretische Richtung - sowie der antikapitalistischen und marxi-
       stischen Technikdiskussion. Dabei schält sich als Problem heraus:
       Wenn die Technologie - unterworfen dem Zwang ihrer kapitalistisch
       profitablen Nutzung  - lebensbedrohliche Effekte zeitigt, so müs-
       sen diese Folgen als Möglichkeit im Produktivkraftsystem angelegt
       sein. Solche  stofflichen Voraussetzungen negativer sozialer Fol-
       gen  kapitalistischer   Techniknutzung   werden   einerseits   in
       "Vergesellschaftungslücken"   der   kapitalistischen   Produktiv-
       kraftentwicklung gesehen,  andererseits im  Auseinanderfallen von
       Planmäßigkeit bei der Entwicklung von Zweck-Mittel-Relationen der
       Technik und  fehlender Berücksichtigung ökologischer Folgeeffekte
       des Einsatzes großtechnischer Systeme.
       
       
       Lothar Peter
       
       Polarisierung oder Höherqualifizierung? Zur Kontroverse um den
       --------------------------------------------------------------
       Zusammenhang von Produktivkraftentwicklung, wissenschaftlich-
       -------------------------------------------------------------
       technischem Fortschritt und Arbeitsqualifikation
       ------------------------------------------------
       
       In der sozialwissenschaftlichen Forschung ist die Entwicklung der
       Qualifikationsstruktur  unter  den  Bedingungen  von  technischem
       Fortschritt und  Automation nach  wie vor umstritten. Der Beitrag
       versucht, Elemente einer gesellschaftstheoretischen Grundlage für
       die Einschätzung  widersprüchlicher Tendenzen der Qualifikations-
       veränderungen zu  erarbeiten. Seine  produktivkraft-theoretischen
       Überlegungen  unterscheiden  sich  von  denen  der  Projektgruppe
       "Automation und Qualifikation", die kritisch erörtert werden. Pe-
       ter kommt zu dem Ergebnis, daß die Perspektiven der Arbeiterbewe-
       gung nicht  unmittelbar aus der Dynamik der Automation abgeleitet
       werden können;  er verweist  auf die  Notwendigkeit  umfassender,
       über den  unmittelbaren Produktionsprozeß hinausgehender Alterna-
       tiven der Arbeiterklasse und ihrer Organisationen.
       
       
       Alfred E. Laurence
       
       Über drei unveröffentlichte Schreiben von Karl Marx
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       an seinen Arzt auf der Insel Wight vom Januar 1883
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       Bei seinem  letzten Erholungsaufenthalt  auf der Insel Wight Ende
       1882/Anfang 1883 wurde Karl Marx von dem Lungenspezialisten James
       Mann Williamson  behandelt. Drei Schreiben aus Marx' Hand an die-
       sen Arzt  bzw. dessen Frau sind im Besitz der Nachkommen überlie-
       fert. Die  Korrespondenz ist  schon deshalb  von Forschungsinter-
       esse, weil  sich darunter  der (soweit bisher bekannt) letzte von
       Marx vor  seinem Tod  verfaßte Brief  befindet. Doch die Schrift-
       stücke widerlegen  auch gleichzeitig Verleumdungen seitens gewis-
       ser Marx-biografen,  die Marx als geistig gebrochenen, deprimier-
       ten und lebensmüden Greis darstellen.
       
       
       Michael Knieriem
       
       Aus den Tagebüchern des Johann Wilhelm Jakob Blank -
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       eines Jugendfreundes von Friedrich Engels
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       Johann Wilhelm  Jakob Blank (1821"1892) war bisher nur als Schul-
       und Jugendfreund  Friedrich Engels' bekannt. Aus den beiden über-
       lieferten Notizbüchlein, die hier zum erstenmal auszugsweise ver-
       öffentlicht werden,  gehen nicht  nur die  engen brieflichen Kon-
       takte zu Engels hervor, sie beweisen auch, daß Engels im Mai/Juni
       1841 Blank  in Mailand getroffen hatte. Darüber hinaus werden die
       Verbindungen Blanks  zum Kreis  der Frühen  Sozialisten in London
       deutlich. Er  erwähnt nicht  nur Wilhelm  Weitling, sondern stand
       ganz offensichtlich  auch in  Kontakt mit  Mitgliedern des Bundes
       der Gerechten sowohl in London als auch in Paris.
       

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