Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 05/1982


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       GESELLSCHAFTLICHE UNTERDRÜCKUNG
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       ODER PSYCHISCHE UNTERWERFUNGSTENDENZ?
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       Zu Frigga Haugs "Opfer-Täter"-Konzept *)
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       Ute H.-Osterkamp
       
       I
       
       Der theoretische  Hintergrund der  jüngsten Arbeiten  von  Frigga
       Haug zur  Frauenfrage ist die Grundkonzeption des "Projekts Ideo-
       logie-Theorie" (PIT).  Sein Hauptanliegen ist der Kampf gegen den
       sogenannten "Ökonomismus" und "Klassenreduktionismus", d.h. gegen
       die Annahme, daß die Menschen in ihrem Verhalten, Fühlen und Den-
       ken unmittelbar  durch die  ökonomische Situtation bestimmt sind.
       In Abgrenzung  von dieser  These hebt  das PIT  die Bedeutung des
       subjektiven Faktors  als relative Unabhängigkeit der Menschen von
       den Bedingungen ihrer Existenz hervor. Das PIT faßt Subjektivität
       jedoch nicht  als Prozeß  der bewußten  Einflußnahme der Menschen
       auf die  relevanten Lebensbedingungen,  in welcher  sich zugleich
       die Bedürfnisse und Interessen erweitern und differenzieren, son-
       dern als "ideologische Subjektion". Diese ideologische Subjektion
       ergibt sich  nach Vorstellung  des PIT  durch die Verankerung der
       vom Staat  erlassenen Normen und Werte in den Charakterstrukturen
       der Individuen,  aufgrund derer  diese spontan, von innen heraus,
       wollen, was  ihnen zunächst als äußere Zumutung entgegentrat. Wie
       es zur Subjektion kommt, wird nicht weiter erklärt.
       Da die  vom Staat erlassenen Werte und Normen - im Kapitalismus -
       für alle Gesellschaftsmitglieder formal gleiche Gültigkeit haben,
       sind in  der ideologischen  Unterstellung nach Auffassung des PIT
       die Klassengegensätze praktisch aufgehoben; daraus leitet es wie-
       derum die  Berechtigung ab, bei der Analyse des Ideologischen von
       den materiellen  Bedingungen der Existenz abzusehen. Das bedeutet
       jedoch nichts  anderes, als  daß die  ideologische  Unterstellung
       losgelöst von  den Notwendigkeiten der gesellschaftlichen und in-
       dividuellen Existenzsicherung  als ideelles bzw. psychisches Pro-
       blem gefaßt  wird: Die objektiven Entwicklungsbeschränkungen wer-
       den in  subjektive Entwicklungsbeschränktheiten  uminterpretiert.
       Der Kampf gegen die Unterdrückung ist dann vorrangig als Kampf um
       die Veränderung  der Charakterstrukturen  zu führen.  Maßstab der
       Veränderung sind  die Vorstellungen,  die die jeweiligen Befreier
       von einem  befreiten Menschen im Kopfe haben, wobei die Tatsache,
       daß diese wiederum keinesweg unabhängig von der eigenen Lebenssi-
       tuation und Klassenlage sind, nicht weiter reflektiert wird.
       
       II
       
       Da sich F H explizit auf den PIT-Ansatz bezieht, müssen sich des-
       sen Fehler auch in ihren Ausführungen aufweisen und verdeutlichen
       lassen. Dies  will ich im folgenden an einigen wesentlichen Punk-
       ten versuchen und zur Diskussion stellen.
       Einen zentralen  Stellenwert in  den genannten  Arbeiten hat  die
       Voraussetzung, daß Unterdrückung, die nicht mit äußerem Zwang ar-
       beitet, mit  der Zustimmung  der Betroffenen  geschieht (1980  a,
       646). Die gesellschaftlichen Unterdrückungsstrukturen können nach
       F H's  Meinung nur weiterbestehen, wenn sie von denen, die in ih-
       nen leben, immer wieder hergestellt werden (ebenda). Sie geht da-
       bei von  der globalen  These aus, daß die Menschen ihre Lebensbe-
       dingungen geschaffen  haben und also auch verändern können. Diese
       These ist  sicherlich richtig, wenn man sie auf den gesellschaft-
       lichhistorischen Gesamtprozeß  bezieht. Sie  ist aber  über ihren
       Geltungsbereich ausgeweitet  und damit  falsch, wenn man sie, wie
       das F  H tut,  umstandslos auf  die einzelnen Menschen überträgt.
       Das Verhältnis  zwischen objektiver  Bestimmtheit und subjektiver
       Bestimmung als  kollektiver Prozeß wird damit auf die Möglichkeit
       subjektiver Bestimmung  der einzelnen  Individuen über  ihre Ver-
       hältnisse reduziert;  damit wird die Verantwortung für die eigene
       Entwicklungslosigkeit unabhängig  von den  gesellschaftlichen Le-
       bensbedingungen und  den darin  liegenden Beschränkungen dem ein-
       zelnen zugeschoben.
       Da F  H  von  der  -  erstaunlichen  -  Auffassung  ausgeht,  daß
       "Unterwerfung unter Fremdbestimmung innerhalb des Vergesellschaf-
       tungsprozesses... zumindest heutzutage nicht mehr mit Gewalt" ge-
       schieht (1980  b, 92), bleibt für sie nur die Annahme, die Unter-
       werfung sei  lediglich eine  freiwillige Unterstellung unter Nor-
       men. Der Befreiungsprozeß wird damit für sie zu einer rein inner-
       psychischen Angelegenheit:  Er soll im wesentlichen in der Auflö-
       sung verfestigter  Persönlichkeitsstrukturen und  in der Umerzie-
       hung der  Gefühle bestehen.  Diese "Umstrukturierung" der Persön-
       lichkeit löse,  wie es weiter heißt, einen "Verunsicherungsprozeß
       besonders krisenhaften  Ausmaßes" (1980 a, 649) aus und könne nur
       im kollektiven Maßstab, z.B. in den Frauengruppen, vollzogen wer-
       den. Die Kollektivität wird hier also nicht als Voraussetzung des
       effektiven Widerstandes  gegen die  unterdrückenden  Verhältnisse
       diskutiert, sondern  soll primär  der emotionalen Absicherung der
       Umpolung der  je  individuellen  Persönlichkeitsstruktur  dienen.
       Welche Gefühle  konkret "umzuerziehen" sind, wird nicht näher be-
       stimmt: Das  sei ein  großes Forschungsfeld  (1981 a).  Gegen die
       Sinnhaftigkeit einer  solchen Forschung  überhaupt spricht jedoch
       die materialistische Grundeinsicht, daß sich die Menschen keines-
       wegs beliebig  von ihren Bedürfnissen und Gefühlen befreien, son-
       dern dies  nur in dem Maße können, wie sie ihnen in ihrem Handeln
       Rechnung tragen, die Bedingungen ihrer Befriedigung schaffen bzw.
       sie über  die Veränderung  der Daseinsverhältnisse,  durch welche
       sie bedingt wurden, selbst verändern.
       Die Vorstellung, daß die Menschen, bevor sie die Verhältnisse än-
       dern, sich  selbst ändern/befreien  müssen, ist zwar außerordent-
       lich verbreitet  und entsprechend eingängig, aber dennoch in die-
       ser verkürzten  Form falsch. Wenn man sich so einfach per indivi-
       dueller Entschlußkraft  über die objektiven Entwicklungsbeschrän-
       kungen  und   subjektiven   Unterwerfungstendenzen   hinwegsetzen
       könnte, erhebt  sich in  der Tat die Frage, warum man die gesell-
       schaftlichen Verhältnisse  überhaupt noch verändern soll. Die ei-
       gene Entwicklung  ist identisch mit meiner Beteiligung an der Än-
       derung der  Verhältnisse, unter denen meine Entwicklung behindert
       ist.
       Die "Sucht"  der Frauen  nach persönlichen Beziehungen kann somit
       nicht, wie  F H empfiehlt, durch die Umpolung der Gefühle auf an-
       dere Bereiche bekämpft werden. Vielmehr gilt es, die verschieden-
       artigen Bedürfnisse, Hoffnungen, Sehnsüchte etc., die in die per-
       sönlichen Beziehungen  hineingetragen werden und diese in der Re-
       gel hoffnungslos  überfrachten, zu entschlüsseln, auf ihre realen
       Ursachen hin  zu durchdringen  und damit  die Voraussetzungen  zu
       schaffen, unter  denen man  nach adäquaten Formen ihrer Befriedi-
       gung suchen kann. Die "Erziehung der Gefühle" ist keineswegs Aus-
       druck der  Entwicklung als zunehmender Einflußnahme auf die rele-
       vanten Lebensbedingungen,  sondern  im  Gegenteil:  Ausdruck  der
       Selbstverleugnung und des Verzichts auf individuelle Entwicklung;
       sie ist  der Versuch, den Konflikt mit den Autoritäten zu vermei-
       den, von  denen man  sich existentiell  abhängig sieht, indem man
       ihn in  die eigene  Psyche verlegt, womit er prinzipiell unlösbar
       wird, nur die psychische Erscheinungsform wechselt.
       
       III
       
       Unter Entwicklung  versteht F H offensichtlich die Hineinverlage-
       rung der  gesellschaftlichen Kompetenzen  in das  Individuum, die
       Aneignung möglichst  umfassender Qualifikationen, den Aufstieg in
       immer höhere  Positionen, um möglichst viele Bereiche kontrollie-
       ren zu  können, autonom,  unabhängig von anderen zu werden. Indem
       sie aber  die Gesellschaft  aus der  Perspektive des  Individuums
       analysiert, sitzt  sie zugleich  der bürgerlichen  Ideologie  der
       "offenen Gesellschaft" auf, der gemäß jeder, der sich nur hinrei-
       chend anstrengt, bis in die höchsten Positionen aufsteigen kann -
       wofür es dann immer (für das "Beispiel-Denken") auch die entspre-
       chenden Belege gibt.
       Ein zentrales Problem der kapitalistischen Gesellschaften besteht
       somit nach F H darin, daß die "umfassende Kompetenz der einzelnen
       Gesellschaftsmitglieder" (1980  a, 647)  verunmöglicht  sei,  was
       wiederum im  besonderen Maße auf die Frauen zutreffe, "sofern sie
       vom gesellschaftlichen Produktionsprozeß ferngehalten sind" bzw.,
       wie es  sofort anschließend  heißt, sich  von  diesem  fernhalten
       (ebenda). Die  Behinderung der  Frauen wird  dann in den weiteren
       Ausführungen  nur  als  innerpsychische  diskutiert.  Schließlich
       werde niemand zum Hausfrauendasein und zum Verzicht auf ein eige-
       nes Leben  gezwungen. Fast  alle Berufe  stünden  heutzutage  den
       Frauen offen,  "auch wenn  die gesellschaftlichen Erwartungen be-
       stimmte als  besonders weiblich ausgeben und die tatsächliche Be-
       rufsstruktur  markante   Geschlechterdifferenzierungen"  aufweist
       (1980 b, 42).
       Aus solchen, mit den herrschenden Gedanken gut übereinstimmenden,
       Vorstellungen ergeben  sich dann vielfältige weitere Fehlschlüsse
       und Widersprüche.  Einerseits wird  das Familienleben als Ort un-
       mittelbaren Wohllebens, emotionaler Geborgenheit, der liebevollen
       Unterstützung individueller  Entwicklung idealisiert  (z. B. 1980
       a, 647),  so daß man sich fragt, warum die Frauen den Ort, an dem
       es ihnen  angeblich so  gut geht, überhaupt verlassen sollen bzw.
       wie es  dort zu  Entwicklungsstörungen kommen  kann. Andererseits
       bedeuten Ehe und Mutterschaft gemäß dieser Theorie nichts anderes
       als Verzicht auf ein eigenes Leben, auf Entwicklung, auf ein men-
       schliches Dasein  überhaupt (1980 b, 42). In Abhebung von der Si-
       tuation in Familie und Ehe wird die Berufstätigkeit quasi als Ga-
       rant individueller  Entwicklung dargestellt.  Diese sei im Gegen-
       satz zur  Hausfrauenexistenz zwar  mit Risiken  und Anstrengungen
       verbunden und  in einem  höheren Maße  - indem man gezwungen sei,
       "sich in  Lohnabhängigkeit zu verkaufen" - fremdbestimmt (1980 b,
       107 f), aber dennoch der einzige Weg zum Glück (1980 a, 647). Daß
       viele Frauen  diesen Weg  dennoch nicht gehen, zumindest zwischen
       Berufstätigkeit und  Ehe hin-  und herschwanken, faßt F H dann in
       dem gängigen  "männlichen" Vorurteil  zusammen, daß  Frauen nicht
       wissen, was sie wollen (1980 a, 643).
       Die objektive Widersprüchlichkeit der Berufstätigkeit unter kapi-
       talistischen Verhältnissen,  von der  die Frauen,  zumal wenn sie
       Kinder haben,  im besonderen Maße betroffen sind, wird nicht wei-
       ter berücksichtigt:  etwa die Konkurrenz und die Bewährungsangst,
       die die  sozialen Beziehungen  und das  eigene Denken und Handeln
       immer wieder  durchdringen und  zersetzen; oder  der Umstand, daß
       das Hineindrängen  der Frauen in die verschiedenen Positionen nur
       eine Umschichtung  der Reservearmee,  d. h. das Hinausdrängen der
       Männer aus  diesen Positionen, bedeuten würde, was diese wiederum
       häufig - in spontaner Reaktion auf die Bedrohtheitssituation - zu
       unmittelbaren, d.h.  gegen die Frauen gerichteten Abwehrmaßnahmen
       provoziert; oder  die Gefahr, daß man infolge der eigenen Überbe-
       lastung durch die zusätzliche Berufstätigkeit (die gerade dadurch
       besonders hart  ist, daß sie partiell immer auch gegen den Wider-
       stand der  Männer durchgesetzt  werden muß)  zu wenig auf die Be-
       dürfnisse der  Kinder eingehen kann und damit u.U. objektiv deren
       Lebensmöglichkeiten beeinträchtigt  etc. etc.  Mit Alete  und der
       Pille sind diese Probleme mit Sicherheit nicht vom Tisch.
       Da F  H einerseits  Entwicklung an die Berufstätigkeit bindet und
       dabei andererseits  die objektiv  widersprüchliche Lage  der  be-
       rufstätigen Frau  wortlos übergeht,  bleibt für  sie nur noch die
       Schlußfolgerung, daß  die Hausfrauen freiwillig auf ihre Entwick-
       lung verzichten, weil sie sich durch die Annehmlichkeiten des sü-
       ßen Lebens  haben bestechen lassen, vor den Anstrengungen und Ri-
       siken der Entwicklung zurückscheuen oder auch die gesellschaftli-
       chen Normen  über die Rolle der Frau - ohne Not - zu stark verin-
       nerlicht haben. Zwar spricht sie zumindest einmal im Zusammenhang
       mit der  Situation der  Entwicklungslosigkeit auch  vom "Leiden",
       wobei sie  aber offenläßt,  worin dieses bestehen soll; durch die
       weiteren Ausführungen  wird jedoch die Auffassung nahegelegt, daß
       es sich  aus der  allgemeinen Bedeutungslosigkeit, der peinlichen
       Unzulänglichkeit der  eigenen Person ergibt - etwa, wenn man sich
       mangels Wissens nicht an Gesprächen beteiligen kann oder aber bei
       der Übernahme  von Referaten  die eigene  Unfähigkeit  für  jeden
       sichtbar zutage tritt (1980 b, 57 f.; 1981 a, 55 f).
       Wir vertreten mit dieser Kritik keineswegs die Parole "Zurück ins
       Heim", sondern  stellen die  These in Frage, daß die Ursachen der
       mangelnden Berufs-  und  Entwicklungsfreudigkeit  in  den  Frauen
       liegt. Es gilt, die spezifischen Widersprüchlichkeiten und Behin-
       derungen der Frau in Familie  u n d  Beruf bzw. in dem Verhältnis
       zwischen beiden  genau zu  analysieren, anstatt so zu tun, als ob
       mit dem  Ratschlag "werde berufstätig" schon alle Probleme gelöst
       seien.
       
       IV
       
       Die ökonomische  Unabhängigkeit scheint  für F  H mit dem Verkauf
       der Arbeitskraft erreicht, die Fremdbestimmtheit der Existenz auf
       die Tatsache  reduziert, daß  man im Berufsleben bestimmten Rege-
       lungen unterworfen  ist (1980 b, 107). Bekanntlich ist jedoch die
       ökonomische Unabhängigkeit  weder durch  die Berufstätigkeit  ge-
       währleistet, noch die Fremdbestimmtheit der Existenz mit der Tat-
       sache gefaßt,  daß man  im allgemeinen weisungsgebunden arbeitet.
       Ökonomische Abhängigkeit  und Fremdbestimmtheit  der Existenz be-
       stehen vielmehr  darin, daß die Produktion nicht an der Befriedi-
       gung und  Entwicklung der  Bedürfnisse aller Menschen, sondern an
       der Steigerung  der Profite  orientiert ist.  Das heißt aber: daß
       die Mehrheit  der Menschen  gezwungen ist,  zur Absicherung ihrer
       individuellen Existenz  ihre Arbeitskraft  zu verkaufen und damit
       zugleich die Macht zu stabilisieren, die sie in der prinzipiellen
       Abhängigkeit und Fremdbestimmtheit der Existenz hält.
       Ökonomische Unabhängigkeit,  Sicherheit und  die Überwindung  der
       Fremdbestimmtheit der  Existenz lassen  sich  nicht  individuell,
       sondern nur  gesamtgesellschaftlich erreichen.  Solange der  Wert
       der einzelnen  an ihrer Verwertbarkeit für die Interessen anderer
       gemessen wird und die Menschen als nutzlos beiseitegeschoben wer-
       den, sobald  diese Verwertbarkeit  nicht mehr  gewährleistet ist,
       und solange dieses "Schicksal" potentiell jeden bedroht, kann von
       ökonomischer  Unabhängigkeit   und  selbstbestimmter  Entwicklung
       keine Rede  sein. Die  prinzipielle Austauschbarkeit  und  Bedeu-
       tungslosigkeit der  arbeitenden Menschen  in der kapitalistischen
       Gesellschaft und die damit verbundene Notwendigkeit, die Verwert-
       barkeit und  Existenzberechtigung der eigenen Person immer erneut
       unter Beweis zu stellen, wirken sich dabei bis in die privatesten
       Beziehungen aus, die wesentlich durch die je individuelle Bedürf-
       tigkeit und Verunsicherung bestimmt sind.
       Dieses Urtrauma  der menschlichen Existenz unter kapitalistischen
       Verhältnissen, nämlich  die Anerkennung und Unterstützung der an-
       deren nur  in dem  Maße zu  erhalten, wie man deren unmittelbaren
       Bedürfnissen und den daraus erwachsenden Vorstellungen und Erwar-
       tungen entspricht, d. h. aber, fortwährend gezwungen zu sein, die
       nichtkonformen Regungen  und Mängel  zu verbergen, sich selbst zu
       verleugnen, ständig auf dem Prüfstand zu stehen und in der Gefahr
       zu sein,  zu versagen,  zu enttäuschen,  fallengelassen zu werden
       etc., wird  dem einzelnen  in unserer Gesellschaft schon von frü-
       hester Jugend an vermittelt. Genau diese Angst, nicht akzeptiert,
       beiseitegeschoben und  damit in seinen Lebensmöglichkeiten extrem
       bedroht zu  sein, ist die Basis für die sogenannte Unterwerfungs-
       bereitschaft.
       Die Aussage,  daß diejenigen, die sich unterwerfen, nicht nur Op-
       fer, sondern  auch Täter  sind, ist  somit  entweder  banal  oder
       falsch. Banal  insofern, als die Unterwerfung natürlich immer von
       den Individuen  selbst mitvollzogen wird, ja gerade der Erhaltung
       ihrer Handlungsfähigkeit  innerhalb fremdbestimmter  Verhältnisse
       dient. Falsch, wenn aus der Tatsache, daß die Menschen die Unter-
       werfung selbsttätig  praktizieren,  die  Schlußfolgerung  gezogen
       wird, daß  sie das  "freiwillig" tun.  Genausogut könnte  man den
       Lohnarbeitern die  Verantwortung dafür anlasten, daß sie ihre Ar-
       beitskraft verkaufen:  Täten sie  es nicht, gäbe es keine Ausbeu-
       tung mehr.
       Täter sind  jedoch alle,  die sich unterwerfen, in dem Sinne, daß
       jeder, der  innerhalb der Verhältnisse der Fremdbestimmtheit sein
       individuelles  Auskommen  sucht,  die  Unterdrückungsverhältnisse
       nicht nur mit seiner Unterwerfung bestätigt, sondern zugleich die
       Unterdrückung an  die jeweils  Schwächeren weitergibt. Diese Form
       der Täterschaft bleibt bei F H völlig unberücksichtigt.
       
       V
       
       Die Grundsituation,  daß man unter Bedingungen der Fremdbestimmt-
       heit und  prinzipiellen Ungesichertheit der Existenz in dem spon-
       tanen Bemühen  um Absicherung  und Anerkennung der eigenen Person
       immer zugleich  die Mitmenschen  instrumentalisiert, an ihnen das
       gleiche Verhalten  praktiziert, unter  dem man selbst leidet, be-
       trifft alle  unter kapitalistischen  Verhältnissen lebenden  Men-
       schen, ob  Mann oder  Frau, auch wenn je nach den gesellschaftli-
       chen Anforderungen  die Unterdrückung und damit die Bewältigungs-
       formen der  Unterdrückung spezifische  sein werden.  Die relative
       Bedeutungslosigkeit der  Frauen  innerhalb  der  kapitalistischen
       Produktion beinhaltet  im allgemeinen  eine unmittelbarere Abhän-
       gigkeit von  anderen Menschen,  speziell den  Männern, und  damit
       eine größere  Angst vor  Liebesverlust, die  um so  stärker  sein
       wird, je mehr der Verlust der Liebe den Verlust der bis dahin ge-
       gebenen Lebensmöglichkeiten  einschließt. Zugleich  bedeutet  die
       geringere gesellschaftliche  Stellung der Frau aber auch eine ge-
       wisse Narrenfreiheit.  Frauen werden in der Regel weniger auf den
       unmittelbaren Existenzkampf  dressiert, weniger  brutal zur  Ver-
       leugnung ihrer Gefühle gezwungen etc.
       Die unmittelbarere  Abhängigkeit der  Frauen und  die dadurch ge-
       setzte Notwendigkeit, sich allseitig gefügig zu erweisen und ent-
       sprechend geschmeidig  zu halten,  was durch  ein gewisses Maß an
       Dummheit bzw.  Entwicklungslosigkeit, d.h. durch das Fehlen eines
       eigenen Standpunktes,  durchaus erleichtert  wird, bedeutet  zwar
       einerseits größere Unsicherheit und Verunsicherung, zugleich aber
       auch eine  gewisse Offenheit  gegenüber Neuem  bzw. der Unzuläng-
       lichkeit  der  bestehenden  Lebensverhältnisse.  Diese  Offenheit
       bleibt jedoch  - losgelöst  von den  Handlungsmöglichkeiten -  im
       allgemeinen unfruchtbar  bzw. kann  sich u.U.  gerade dadurch nur
       entwickeln und halten, daß die Frauen von der Notwendigkeit, ihre
       Träume und  Kritik in  die Tat umzusetzen, relativ entlastet sind
       bzw. diese Umsetzung den Männern aufzubürden versuchen, womit sie
       diese wiederum zusätzlich auf Erfolg trimmen.
       Die Männer  stehen dagegen  entsprechend ihrer  höheren Bedeutung
       für die gesellschaftliche Produktion in viel stärkerem Maße unter
       dem Druck,  ihre Brauchbarkeit  zu beweisen, perfekt zu sein, ei-
       gene Schwächen oder gar Angst, die als größte Schwäche des Mannes
       gilt,  zu   verbergen.  So   werden  viele   von  ihnen   zu  den
       "Kulturträgern" im  Sinne Freuds,  die die  Fremdbestimmtheit  in
       Selbstbestimmung uminterpretieren  und den  Zwang, unter  dem sie
       stehen, verdrängen bzw. nachträglich durch den Erfolg rechtferti-
       gen, der  darin besteht,  daß man im Dienste der Mächtigen in ge-
       wissen Grenzen  immer auch  an deren Lebensmöglichkeiten partizi-
       pieren, sich anderen gegenüber überlegen und damit relativ sicher
       fühlen kann.
       Wenn F  H von der Möglichkeit der Entwicklung der Frauen auch un-
       ter fremdbestimmten Bedingungen spricht, dann scheint sie mir ge-
       nau diese  Selbstvervollkommnung im  Auge zu  haben, die  für die
       männliche Entwicklung  unter kapitalistischen  Verhältnissen  ty-
       pisch ist:  die möglichst umfangreiche Ansammlung von Fähigkeiten
       und Kenntnissen,  um alle  Widersacher und Konkurrenten mit ihnen
       erschlagen zu  können und  als der  Größte dazustehen. Statt nach
       den Bedingungen zu fragen, die den Bewährungsdruck setzen und die
       Entwicklung als  Überwindung der eigenen Unzulänglichkeit und Un-
       vollkommenheiten bestimmen, schlägt F H in ihrem Entwicklungskon-
       zept die  Perfektionierung der  Absicherung vor:  Die spezifische
       Absicherung der  Männer, sich  als Allround-Genie zu gebärden und
       die Mitwelt  durch die  eigene Überlegenheit  so zu beeindrucken,
       daß nach  Möglichkeit überhaupt  erst keiner  auf die Idee kommt,
       diese zu  bezweifeln, wird  gegenüber der  spezifischen  Absiche-
       rungsform der  Frauen, möglichst unauffällig bzw. unausgeprägt zu
       bleiben und  sich dem Überlegenheitsanspruch der Männer von vorn-
       herein zu beugen, als Weg individueller Entwicklung propagiert.
       Das heißt:  Die typische  - männliche - Verarbeitungsform des in-
       nerhalb kapitalistischer  Verhältnisse allgemein gesetzten Bewäh-
       rungszwangs, nämlich sich zu perfektionieren und damit unangreif-
       bar zu machen - ein Ziel, das erst voll erreicht ist, wenn es ei-
       nem gelingt, sich selbst zum Maßstab der Entwicklung überhaupt zu
       erheben, an  dem sich  alle anderen  messen müssen - wird von F H
       nicht auf  ihre realen  Ursachen und Konsequenzen hin analysiert,
       sondern, wie  mir scheint,  in ihren  theoretischen  Ausführungen
       blind reproduziert.  Damit übernimmt  sie den  Anspruch, Maß  der
       Entwicklung zu  sein, offensichtlich  auch für die eigene Gruppe:
       so etwa  in dem Bild von den Fackelträgern, die Licht in die Fin-
       sternis der  Zurückgebliebenen bringen  (1980 b, 151). Dieser An-
       spruch zeigt  sich auch in den genauen Vorstellungen, die die Au-
       torinnen der  "Frauenformen" etwa  darüber haben,  wie sich  eine
       rundliche kleine  Mittsechzigerin zu  kleiden hat,  wie  Schwule,
       Ehe- und  Liebespaare miteinander  zu sprechen,  umzugehen  haben
       etc.
       Die These,  daß F H sich nicht bewußt zu dem Bewährungszwang ver-
       hält, der  innerhalb der  kapitalistischen Verhältnisse allgemein
       gesetzt ist,  sondern diesem aufsitzt, läßt sich m.E. auch an ih-
       rem Artikel  zum Verhältnis von Arbeiter- und Frauenbewegung ver-
       deutlichen. Hier  zeigt sich,  daß das frühere politische Engage-
       ment im  Sozialistischen Frauenbund  (SFB)  offensichtlich  nicht
       primär aus  der subjektiven Betroffenheit, der Erkenntnis der ei-
       genen Entwicklungsbehinderung  durch die  konkreten Verhältnisse,
       sondern in  Erfüllung irgendwelcher  abstrakter  Normen  geschah,
       denen man zu genügen bestrebt war. So stellte man sich die Frage,
       ob etwas sozialistisch sei oder nicht, empfand die Nicht-Existenz
       von Proletarierinnen in den eigenen Reihen als Mangel, litt, wenn
       man auf  Maidemonstrationen nicht  die genügende  Beachtung  fand
       etc. etc.  Besonders auffallend ist diese Tendenz bei der Erörte-
       rung des  § 218;  dieser wurde nicht in seiner ganzen Fragwürdig-
       keit und  Widersprüchlichkeit für  die Frauen, sondern wesentlich
       unter der Fragestellung diskutiert, auf welche Weise man die grö-
       ßere Anerkennung finden bzw. wie man sich - bei natürlich gewoll-
       ter Massenwirksamkeit  - "den Vorwurf kleinbürgerlichen Reformis-
       mus" ersparen könne (1981 b, 654).
       F H übt zwar an dieser Art von Politik Selbstkritik, doch scheint
       mir diese  an den wesentlichen Punkten vorbeizugehen, da sie wie-
       derum nur  an dem  äußeren Erfolg orientiert ist, der der eigenen
       Organisation versagt  blieb, den autonomen Frauengruppen hingegen
       spontan zuflog. Den Erfolg der autonomen Gruppen führt F H darauf
       zurück, daß  diese von  vornherein das  Persönliche gegenüber dem
       Politischen in  den Mittelpunkt  ihrer Diskussion gestellt haben,
       während im SFB angesichts der Fülle politischer Aufgaben die Dis-
       kussion persönlicher  Probleme immer wieder zurückgestellt worden
       sei. Das  habe dazu geführt, daß man sich praktisch zwischen alle
       Stühle gesetzt,  d. h.  weder von  den Frauengruppen noch von den
       Organisationen der  Arbeiterbewegung volle  Anerkennung  erhalten
       habe (1981  b, 651).  Die nunmehr  in Anlehnung  an die autonomen
       Frauengruppen erhobene These, das Persönliche sei das Politische,
       klingt zwar sehr schön, ist aber nichtssagend. Die Frage ist doch
       gerade, wie das Persönliche durch die Politik vermittelt ist bzw.
       auf welche  Weise es  die Politik  bestimmt: ob man innerhalb der
       gegebenen Verhältnisse  agiert und  diese damit  festigt bzw. den
       individuellen oder  auch kollektiven  Vorteil  gegenüber  anderen
       sucht und  damit zugleich  die eigene  Unterdrückung aktiv an die
       jeweils Schwächeren  weitergibt, oder  ob  man  für  Verhältnisse
       kämpft, innerhalb  derer mit  der vollen Gleichberechtigung aller
       Gesellschaftsmitglieder die  wesentlichen Voraussetzungen für die
       Entfaltung individueller  Potenzen und  persönlicher  Beziehungen
       gegeben sind.
       "Das Persönliche"  wird nicht  näher erläutert,  bleibt mehr oder
       weniger Schlagwort,  um sich,  wie es  den Anschein hat, über die
       "Verknüpfung" von  Persönlichem und  Politischem sowohl gegenüber
       den autonomen  Frauengruppen als auch gegenüber der Arbeiterbewe-
       gung als positive Alternative einzubringen. Zu diesem Zweck redu-
       ziert F  H die  Arbeiterbewegung auf den ökonomischen Kampf - der
       Männer -  und versucht, die autonomen Frauengruppen mit ihren ei-
       genen Waffen,  nämlich dem Einwand zu schlagen, daß die Beschrän-
       kung auf die Mann-Frau-Unterdrückung "die wirkliche Unterstützung
       der Männermacht  durch die  ökonomischen Verhältnisse"  (1981  b,
       661) nicht fassen kann. Die von ihr kreierten "autonomen soziali-
       stischen Frauengruppen" und der "Marxismus-Feminismus" erscheinen
       dann als  der dritte Weg, der den großen Durchbruch bringen wird,
       durch welchen  endlich der "Reichtum an Einfallen, der in der Be-
       völkerung steckt"  und durch die "langweilige Stellvertreterpoli-
       tik storniert"  (1981 b, 663) war, sich voll entfalten kann, Spaß
       und Menschlichkeit  in die Politik kommen und das Auseinander von
       Arbeiter- und Frauenbewegung endlich aufgehoben ist.
       
       VI
       
       Zum Schluß:  Ich meine wie F H, daß man sich auch unter kapitali-
       stischen Verhältnissen entwickeln kann und muß, d.h., daß es kei-
       neswegs genügt,  "auf heutige  Kapitalstrukturen und morgigen So-
       zialismus zu verweisen" (1980 b, 31). Schließlich kann der Sozia-
       lismus nur  mit menschlicher  Anstrengung gegen  den Kapitalismus
       durchgesetzt werden  - wobei  mit dem  Sozialismus  die  Probleme
       nicht gelöst,  aber die  objektiven Voraussetzungen  ihrer Lösung
       geschaffen sind.  Allerdings scheint  mir  die  Frage,  "wie  bei
       Fremdbestimmung - welches ohne Zweifel eine Hemmung in der Verge-
       sellschaftung darstellt  - die  Handlungsfähigkeit der  Einzelnen
       erhalten bleibt  oder erhalten werden kann" (1980 b, 92), zu kurz
       zu greifen. Entwicklung bedeutet nicht vorrangig Kumulation indi-
       vidueller Fähigkeiten,  um innerhalb  der gegebenen  Verhältnisse
       möglichst gut zu funktionieren, anderen überlegen und damit rela-
       tiv abgesichert  zu sein; sondern Entwicklung bedeutet primär die
       Erweiterung der Handlungsfähigkeit, nicht in Leugnung, sondern in
       Ausweitung subjektiver Lebens- und Erlebnismöglichkeiten.
       Die Spezifik  menschlicher Entwicklung beinhaltet die bewußte Be-
       stimmung der subjektiven Situation über die gezielte Einflußnahme
       auf die  objektiven Lebensbedingungen, d.h. die Durchbrechung der
       Unmittelbarkeitsbeziehung: An  die Stelle  individuellen  blinden
       Reagierens auf  die objektiven  Lebensbedingungen tritt  die  ge-
       zielte Veränderung  der Verhältnisse  gemäß den  subjektiven Mög-
       lichkeiten und Bedürfnissen. Individuelle Entwicklung unter kapi-
       talistischen Verhältnissen  bestünde somit  partiell  immer  auch
       darin, statt aus der Bewährungsangst heraus zu agieren, diese auf
       ihre realen Ursachen zurückzuführen und zu der "Unzulänglichkeit"
       der eigenen  Person bewußt  zu stehen:  Indem man  gerade aus der
       Tatsache, daß man unter kapitalistischen Verhältnissen immer auch
       gegen die  eigenen Interessen,  Bedürfnisse,  Vorstellungen  ver-
       stößt, sich  gemein, neidisch, unterdrückerisch etc. benimmt, die
       subjektive Notwendigkeit  der Veränderung dieser Verhältnisse ab-
       leitet.
       Der politische  Kampf ist  dabei keineswegs  nur ein Kampf um die
       Zukunft, sondern  damit immer auch ein Kampf um Lebensmöglichkei-
       ten, die  sich in  der Gegenwart abzeichnen und hier systematisch
       behindert werden.  Dabei wird  die Tatsache, daß man den Kampf um
       die eigenen  Interessen und  Bedürfnisse bewußt  aufnimmt,  statt
       diese -  zumindest sofern sie nicht konform sind - aus der unmit-
       telbaren Existenzangst heraus zu verleugnen, ein prinzipiell ver-
       ändertes Lebensgefühl  einschließen. Die Überwindung der persona-
       lisierenden Sichtweise, der persönlichen Schuldzuschreibungen muß
       sich unmittelbar  entlastend auf  die individuelle  Situation und
       die sozialen Beziehungen auswirken, wie diese Entlastung wiederum
       die allgemeine Bereitschaft erhöhen wird, das objektive Ungenügen
       bestehender Umweltbeziehungen  auf den Begriff zu bringen und ge-
       meinsam anzugehen,  statt sich gegenseitig anzukreiden. Spaß, Le-
       bensfreude etc., die F H in die Politik hineintragen will, lassen
       sich ungebrochen  nur im Zusammenhang mit dem gezielten Kampf ge-
       gen die unterdrückenden Bedingungen erreichen. Alle Versuche hin-
       gegen, Spaß  innerhalb der  bestehenden Verhältnisse der Fremdbe-
       stimmtheit zu  haben, werden  überschattet sein durch das prinzi-
       pielle Ausgeliefertsein  und die damit verbundene Ungesichertheit
       der Existenz  und das schlechte Gewissen ob der Kleinlichkeit des
       eigenen Lebens, die die Bemühungen um Absicherung des individuel-
       len Vorteils bzw. des eigenen Profils auf Kosten und unter Herab-
       setzung anderer immer begleiten wird.
       
       Literatur
       ---------
       
       Haug, Frigga:  Opfer oder  Täter? Über  das Verhalten von Frauen.
       In: Das Argument 123, 1980 a
       Haug, Frigga  (Hrsg.): Frauenformen.  Alltagsgeschichten und Ent-
       wurf einer  Theorie weiblicher Sozialisation. Argument-Sonderband
       AS 45, 1980 b
       Haug, Frigga  (Hrsg.): Frauen - Opfer oder Täter? Diskussion. Ar-
       gument Studienhefte 46, 1981 a
       Haug, Frigga: Männergeschichte, Frauenbefreiung, Sozialismus. Das
       Argument 129, 1981 b
       H.-Osterkamp, Ute: Ideologismus als Konsequenz des Ökonomismus. -
       Zur Kritik  am Projekt Ideologietheorie. In: Forum Kritische Psy-
       chologie 11, 1982
       Projekt Ideologie-Theorie: Theorien über Ideologie. Argument-Son-
       derband 40, 1979
       
       _____
       *) Da dieser  Text nicht  als selbständiger  Artikel, sondern zur
       Vorbereitung auf  eine persönliche Diskussion und Auseinanderset-
       zung mit Frigga Haug geschrieben wurde, sind nicht die selbstver-
       ständlichen Gemeinsamkeiten, sondern die unerwarteten Divergenzen
       zwischen meinen  und Frigga H.'s Positionen hervorgehoben worden.
       Daraus erklärt sich auch, daß viele der folgenden Formulierungen,
       für sich  genommen, vielleicht  schroff wirken.  Eine Antwort von
       Frigga Haug  auf die  vorliegende Kritik  an ihrer  Position  er-
       scheint in der Zeitschrift Argument, Herbst 1982.
       

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