Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 06/1983


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       NEUE TECHNOLOGIEN UND ARBEITERKLASSE
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       Zur Entwicklung des Produktivkraftsystems in der Bundesrepublik
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       André Leisewitz
       
       I. Produktivkraftentwicklung  und Arbeiterklasse - II. Informati-
       onstechnologien: Perspektiven der Ausbreitung, Vernetzungstendenz
       - III.  Neue Technologien im Produktivkraftsystem der Bundesrepu-
       blik zu Beginn der 80er Jahre - IV. Auswirkungen auf die Arbeits-
       bedingungen bei Angestellten und Arbeitern
       
       Die Einführung neuer Technologien in der Wirtschaft der Bundesre-
       publik vollzieht  sich seit  Mitte der  siebziger Jahre in großen
       Schritten. Sie  ist Teil  der weltmarktorientierten  "Modernisie-
       rungs"-Strategie und  zielt unter  den  eingeengten  Verwertungs-
       bedingungen des  Kapitals auf  die Effektivierung  seines  Repro-
       duktionsprozesses  durch  Steigerung  der  Fondseffektivität  und
       Arbeitsproduktivität und  Erhöhung der Flexibilität von Produkti-
       onsprozessen, um  rascher auf  die Anforderungen der Absatzmärkte
       reagieren und Konkurrenzpositionen durch Beschleunigung des tech-
       nischen Wandels,  Typenwechsel etc.  verbessern zu  können.  Neue
       Technologien sind  zugleich Mittel  der relativen  und  absoluten
       Freisetzung von  Arbeitskräften, der Entwertung von Qualifikatio-
       nen und  damit des  Drucks auf Löhne und Gehälter; ihre Anwendung
       beeinflußt die  Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastungen der Er-
       werbstätigen nachhaltig.  Kämpfe gegen Rationalisierungsmaßnahmen
       und negative  Folgen der  Einführung neuer  Technologien, für den
       Erhalt und  die Ausweitung von Qualifikationen, Tätigkeitsmerkma-
       len und Einkommen haben besonders in der zweiten Hälfte der sieb-
       ziger Jahre eine beachtliche Rolle gespielt.
       Der folgende  Beitrag behandelt  weder die  Ursachen und ökonomi-
       schen Triebkräfte des gegenwärtigen technologischen Umbruchs noch
       die gewerkschaftliche  Diskussion über mögliche Formen der Gegen-
       wehr. Letzteres  war Gegenstand  einer Diskussion beim IMSF, über
       die in  diesem Band berichtet wird. 1) Es werden hier Informatio-
       nen über  die Verbreitung neuer Technologien im Produktivkraftsy-
       stem der  Bundesrepublik zusammengestellt; um die Perspektive des
       Umbruchs im Produktivkraftsystem sowie seine Auswirkungen auf So-
       zialstruktur und  Arbeitsbedingungen besser beurteilen zu können,
       werden einige  Bemerkungen zur  Einbindung der  Arbeiterklasse in
       den Reproduktionsprozeß  des Kapitals  und  zur  Veränderung  der
       technologischen Produktionsweise  in der wissenschaftlich-techni-
       schen Revolution vorangestellt.
       
       I. Produktivkraftentwicklung und Arbeiterklasse
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       Der kapitalistische  Reproduktionsprozeß ist nicht nur Prozeß der
       Produktion von  Waren und  der Abpressung  von Mehrarbeit, er ist
       zugleich Prozeß der Reproduktion des Kapitalverhältnisses selbst,
       der grundlegenden Klassenbeziehungen des Kapitalismus. Die Arbei-
       terklasse ist damit in den Reproduktions- und Wachstumsprozeß des
       Kapitals  eingebunden,  ihre  quantitative  Ausdehnung  hat  hier
       ebenso ihren Bestimmungspunkt wie die Entwicklung und Veränderung
       ihrer inneren  Struktur. Die  Tendenz des  Kapitals, ständig  die
       technische Basis des Produktionsprozesses, umzuwälzen, durch Ein-
       führung neuer  Technologien die  Produktivität und Intensität der
       Arbeit zu erhöhen, ist insofern Grundlage der Strukturveränderun-
       gen der Arbeiterklasse.
       Veränderungen der  technischen Zusammensetzung  des Kapitals  und
       neue Technologien  bedeuten für  die von  ihm angewandten Lohnar-
       beitskräfte auch  Vertiefung der  Arbeitsteilung, veränderte  und
       neue Tätigkeiten,  Entstehung neuer  und  Entwertung  vorhandener
       Qualifikationen, stärkere Unterordnung unter den technisch vorge-
       gebenen Rhythmus des Produktionsapparates usf. Zugleich verändert
       sich mit  dem technischen  Fortschritt die  Struktur des  gesell-
       schaftlichen Arbeitskörpers  insgesamt, die  Proportionen der  in
       den verschiedenen Zweigen der Volkswirtschaft verausgabten Arbeit
       und damit  der einzelnen Abteilungen der Arbeiterklasse verschie-
       ben sich.  So war  die wachsende  Produktivität der Arbeit in der
       materiellen Produktion  in der  Vergangenheit  die  entscheidende
       Grundlage dafür,  daß mit  der zunehmenden Vergesellschaftung des
       Gesamtreproduktionsprozesses neue  Bereiche  der  Lohnarbeit  und
       Gruppen der  Arbeiterklasse in  den nichtproduzierenden  Sektoren
       sich rasch  ausdehnen konnten.  Dieser Prozeß  setzt sich auch in
       der Gegenwart fort. 2) Die Entwicklung der materiellen Produktiv-
       kräfte, der  technologischen  Prozesse,  der  Arbeitsorganisation
       steht also  in engem  Zusammenhang mit Veränderungen der Struktur
       der sie anwendenden Hauptproduktivkraft, der Arbeiterklasse.
       Der Zwang  zur raschen  Entwicklung der Produktivkräfte folgt aus
       der inneren  Logik der  Kapitalverwertung. Anwendung  von Wissen-
       schaft und  Technik, Umgestaltung  der  Arbeitsorganisation  sind
       Mittel zur Steigerung der Profitproduktion und Sicherung der Kon-
       kurrenzposition - auch und gerade im monopolistischen und staats-
       monopolistischen Kapitalismus.  Die Entwicklung  von Technik  und
       Technologien des  Stoffwechsels mit der Natur bedeutet dabei Aus-
       nutzung von  Naturgesetzen; sie  kann nur  Erfolg haben, wenn sie
       sich diesen  Gesetzen unterwirft.  Es gibt  also eine  Seite  der
       t e c h n i s c h e n   D e t e r m i n i e r t h e i t  der Pro-
       duktivkraftentwicklung.
       Dies gilt  gleichermaßen für  die Hauptproduktivkraft.  Der indu-
       strialisierte Produktionsprozeß setzt ein ganz anderes, insgesamt
       vielfältigeres und  ungleich höheres Qualifikationsniveau des Ge-
       samtarbeiters voraus als vorhergehende Produktionsformen. Wissen-
       schaft und Technik werden erst mit der großen Industrie zu Poten-
       zen im  Stoffwechsel Mensch-Natur, ihre Gesetzmäßigkeiten bestim-
       men die  mit dem  Kapitalismus sich  entwickelnde  technologische
       Produktionsweise, sie  wollen beherrscht  sein.  Die  historische
       Tendenz der Erhöhung der Qualifikation der Lohnarbeiter, die sich
       allein schon  am Niveau der allgemeinen Schulbildung und der Ver-
       mittlung von  Allgemeinkenntnissen ablesen  läßt und die unschwer
       im Vergleich  mit weniger  industrialisierten Ländern zu erkennen
       ist, hat in diesen Anforderungen des Produktivkraftsystems an die
       lebendige Arbeit ihre eigentliche Wurzel.
       Der Übergang  zu neuen  Technologien setzt somit im Prinzip nicht
       nur die  vorangehende Höherentwicklung und Ausdifferenzierung der
       materiell-technischen   Arbeitsmittel,    die   Entfaltung    der
       t e c h n i s c h e n  Potenzen und der Naturbeherrschung voraus,
       er erfordert  auch eine  vorangegangene Entwicklung  m e n s c h-
       l i c h e r   Arbeitsfertigkeit  und  Qualifikationen  (ohne  die
       erstere zudem nicht denkbar wäre). Marx hatte dies in klassischer
       Weise beim  Übergang von  der Manufaktur mit ihrem handwerklichen
       Arbeitstyp zur großen Industrie analysiert. Eben hier hatten sich
       keimhaft jene  technischen und  arbeitsorganisatorischen Elemente
       und jene  Fertigkeiten der  Arbeitskraft herausgebildet, an denen
       die industrielle  Revolution mit dem Übergang zum Maschinensystem
       ansetzen konnte,  um  sie  als  Elemente  der  Qualifikation  des
       gesellschaftlichen Gesamtarbeitskörpers  auf viele Detailarbeiter
       zu verteilen, sie also von der einzelnen Arbeitskraft abzuziehen,
       um sie  gerade  dadurch  zu  verallgemeinern  und  in  der  neuen
       technologischen Produktionsweise "aufzuheben".
       Produktivkraftentwicklung -  und auch  hier ist die lebendige Ar-
       beit als  Hauptproduktivkraft eingeschlossen - vollzieht sich im-
       mer nur  vermittels historisch-konkreter Produktionsverhältnisse;
       Produktivkräfte sind ohne die sozialen Beziehungen produzierender
       Menschen, eben  die Produktionsverhältnisse,  nicht denkbar,  und
       sie bleiben,  was ihre  Entwicklung betrifft, immer vom Charakter
       der durch die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse bestimm-
       ten Triebkräfte  der sozialen  Entwicklung geprägt.  Dies ist die
       f o r m a t i o n s s p e z i f i s c h e  S e i t e  der Produk-
       tivkraftentwicklung, die  nicht nur die gesellschaftlichen Trieb-
       kräfte, sondern  auch die geschichtliche Form des Produktivkraft-
       systems betrifft.
       Indem in  der kapitalistischen  Produktionsweise sich  Produktiv-
       kräfte nur  als Kapital  entwickeln, bestimmen auch die Gesetzmä-
       ßigkeiten, die den Gesamtreproduktionsprozeß regulieren, darüber,
       wie und  in welche Richtung sich das Produktivkraftsystem entwic-
       kelt. Ihre  Verkehrung zu  Destruktivkräften ist  Ausdruck dieses
       Zusammenhangs; besonders  deutlich  tritt  er  hervor,  wenn  die
       Hauptproduktivkraft betrachtet  wird.  Die  Gattungspotenzen  der
       Menschen haben sich in keiner vorangegangenen geschichtlichen Pe-
       riode so rasch entwickelt wie unter dem Kapitalismus. Mit der ka-
       pitalistischen Produktionsweise wurde überhaupt erst der Übergang
       zu permanenter erweiterter Reproduktion auf stets wachsender Stu-
       fenleiter erreicht:  Verwissenschaftlichte Produktivkräfte werden
       im Mensch-Natur-Stoffwechsel  von einer Arbeiterklasse mit außer-
       ordentlich hohem Qualifikationsniveau beherrscht; sie eignet sich
       in diesem  Prozeß zugleich jene Fähigkeiten an, die Voraussetzung
       dafür sind,  den gesellschaftlichen Reproduktionsprozeß  w i r k-
       l i c h   zu  beherrschen  und  ihn  zu  lenken,  also  eine  so-
       zialistische Gesellschaft aufzubauen. Aber dennoch vollzieht sich
       dieser Prozeß  der Aneignung  wachsender Fähigkeiten  und  Kennt-
       nisse, neuer Bedürfnisse und Ansprüche, Interessen und Handlungs-
       potentiale in  höchst widersprüchlicher  Form, eingezwängt in den
       Widerspruch von Beschäftigung und industrieller Reservearmee, von
       Qualifikation und  Entwertung von Qualifikationen, der Entfaltung
       fachlicher Kenntnisse  und des  Ausschlusses von  der  Bestimmung
       über den  Reproduktionsprozeß selbst bis hin zu dessen elementar-
       sten Ebenen  wie etwa  der Bestimmung über die Gestaltung der Ar-
       beitsbedingungen. Denn  daß mit  der  Entwicklung  und  Anwendung
       neuer Technologien  unter dem  Regime des  Kapitals Arbeitsplätze
       wegrationalisiert, qualifizierte  Arbeiter  dequalifiziert,  Mög-
       lichkeiten der  Bestimmung über den Arbeitsablauf technisch abge-
       schnitten werden, wird man ebensowenig leugnen können wie die hi-
       storische Tendenz wachsender Gattungspotenzen.
       Diese allgemeine,  aus dem Kapitalverhältnis selbst entspringende
       Gesetzmäßigkeit zur  Kenntnis zu  nehmen, ist  von großer prakti-
       scher Bedeutung,  weil nur  von hier  der Kampf  um Erhaltung und
       Ausweitung von Qualifikationen, um die Bestimmung über Arbeitsbe-
       dingungen als  Vertretung von  Reproduktionsinteressen der Arbei-
       terklasse erfaßt  werden kann;  damit wird zugleich deutlich, daß
       eine solche  Auseinandersetzung, wenn  sie allein  auf der  Ebene
       technischer Alternativen ansetzt, aus dem Bannkreis einer kapita-
       listisch beherrschten  Produktivkraftentwicklung nicht heraustre-
       ten wird.
       Ein zweiter,  für den Zusammenhang von Arbeiterklasse und Produk-
       tivkraftentwicklung wichtiger  Gesichtspunkt schließt  sich  hier
       an. Die  Arbeiterklasse wird, was ihre  k o n k r e t e  Gestalt,
       ihr geschichtliches  "Antlitz"  betrifft,  in  vielem  durch  die
       Struktur des  Arbeitsprozesses, die unmittelbare Arbeitstätigkeit
       und damit den Typ der Technik und der materiellen Produktionsmit-
       tel geprägt,  mit denen  sie in den verschiedenen Sphären des Re-
       produktionsprozesses umgeht. Wie gearbeitet wird, das entscheidet
       in starkem  Maße über abgeforderte Qualifikationen, Entwicklungs-
       möglichkeiten, aber  auch Möglichkeiten der Kommunikation und des
       Maßes der  Bestimmung über die eigene Tätigkeit. Die Struktur der
       Arbeitsmittel gibt  insofern auch Aufschluß über das unterschied-
       liche Entwicklungsniveau  der Klasse  selbst wie  ihrer einzelnen
       Fraktionen. Die  Art der  Tätigkeiten und  der Beziehungen zu den
       materiellen Arbeitsmitteln  ist außerordentlich  vielfältig. Den-
       noch lassen sich allgemeine Gesichtspunkte gewinnen.
       Die Herausbildung  der kapitalistischen  Maschinenproduktion  mit
       der industriellen Revolution bedeutete reelle Subsumtion der Pro-
       duktivkräfte unter  das Kapital;  3) sie wurden nicht mehr allein
       in ihrer  vorgefundenen Form  kapitalistisch  angewandt,  sondern
       selbst dem  Zweck der  Kapitalverwertung möglichst  optimal ange-
       paßt. Auch dies gilt keineswegs nur für die gegenständlichen Pro-
       duktivkräfte, sondern  auch und  gerade für die lebendige Arbeit.
       Die Entstehung  der Maschinenproduktion  war insofern  der Prozeß
       der Herausbildung  des voll  entwickelten Warencharakters der Ar-
       beitskraft 4) durch Auflösung der rein subjektiven Gliederung des
       gesellschaftlichen Arbeitsprozesses in der Manufaktur und die Ab-
       lösung des  Produktionsergebnisses vom  besonderen  individuellen
       Geschick und  der physischen Leistungsfähigkeit der einzelnen Ar-
       beitskraft. Diese  Durchsetzung der  "Tendenz  der  Gleichmachung
       oder Nivellierung der Arbeiten", 5) ihrer Reduzierung auf massen-
       haft verfügbare,  technisch dem  Gang des Arbeitsmittels unterge-
       ordnete, rasch  erlern- und  damit ersetzbare  Detailarbeit schuf
       einen neuen,  der technologischen Produktionsweise entsprechenden
       Produzententyp.
       Schon im Kernbereich der Maschinenproduktion ist das Fabrikprole-
       tariat, wie Marx es erfaßte, jedoch keineswegs völlig homogen. Es
       bildeten sich,  an verschiedene technische Prozesse und Operatio-
       nen im  Sinne "rein  technischer" 6) Arbeitsteilung gebunden, un-
       terschiedliche Gruppen der Arbeiterklasse heraus: Maschinenarbei-
       ter, den Maschinen Arbeitsstoff zuliefernde "Handlanger", das Ma-
       schinenkontroll- und  -reparaturpersonal. Die technische Arbeits-
       teilung, vom  Produktionsapparat erzwungen,  erweist sich  jedoch
       zugleich als Bewegungsform sozialer Beziehungen und Unterschiede.
       Den Maschinenarbeitern  und Handlangern  als eigentlichem Fabrik-
       proletariat steht  das Kontroll-  und Reparaturpersonal  als eine
       "höhere, teils  wissenschaftlich gebildete, teils handwerksmäßige
       Arbeiterklasse, außerhalb  des Kreises der Fabrikarbeiter und ih-
       nen nur  aggregiert", 7)  gegenüber.  Solche  Besonderheit  ihrer
       Stellung in der betrieblichen und gesellschaftlichen Organisation
       der Arbeit folgt aus dem speziellen Charakter ihrer Tätigkeit auf
       der Grundlage  höherer Qualifikation  und einer geringeren Unter-
       ordnung unter den Maschinenrhythmus; sie ist verbunden mit größe-
       rer Beweglichkeit,  anderen Möglichkeiten  der Arbeitseinteilung,
       anderen sozialen Kontakten (gerade solchen "nach oben") und u. U.
       der Übernahme  nicht nur technischer, sondern auch arbeitsorgani-
       satorischer Kontroll-  und Aufsichtsfunktionen, also höherer Ein-
       gliederung im  innerbetrieblichen  Herrschaftssystem.  Unter  dem
       gleichen, im Zirkulationsakt begründeten Status der Lohnabhängig-
       keit verbirgt  sich insofern eine unterschiedliche Ausprägung des
       Warencharakters der  Arbeitskraft, ein unterschiedlicher Grad ih-
       rer reellen  Subsumtion, der  auch zum Ausgangspunkt unterschied-
       licher Interessen,  sozialer Bezugspunkte und Orientierungen wer-
       den kann.
       Zwischen der  Stellung in der gesellschaftlichen Organisation der
       Arbeit, der  Art der  "Anbindung" an das technische Arbeitsmittel
       und dem Grad der Subsumtion unter das Kapital besteht also durch-
       aus ein Zusammenhang. Marx faßt dies mit Blick auf das Maschinen-
       personal, dessen Unterordnung unter das technische Arbeitsmittel,
       seine Stellung als "Anhängsel" der Maschinerie am ausgeprägtesten
       in der Fabrik ist, mit folgender Formulierung: "Mit der Maschine-
       rie... erhält  die Herrschaft  der vergangnen Arbeit über die le-
       bendige, nicht nur sociale, - in der Beziehung von Capitalist und
       Arbeiter ausgedrückte  - sondern  so zu  sagen   t e c h n o l o-
       g i s c h e   Wahrheit." 8) Die technische Form des Kapitals wird
       insofern zum Medium der Unterordnung der Arbeitskraft unter seine
       Verwertungsinteressen.
       Dieser Gedanke  hat durchaus aktuelle Bedeutung. Die im Vergleich
       zum Arbeitermilieu in vieler Hinsicht unterschiedliche sozialpsy-
       chologische Orientierung  von zur  Arbeiterklasse zählenden Ange-
       stellten, die  sich in  der Praxis  sozialer Auseinandersetzungen
       ebenso wie  in empirischen Erhebungen immer wieder zeigt, 9) wur-
       zelt als  ständig reproduzierte,  keineswegs nur  aus  dem  Fort-
       schleppen überholter  Traditionen und Einstellungen zu erklärende
       Differenzierungslinie innerhalb  der Klasse  u.a. eben    a u c h
       darin, daß  Angestellte in weiten Bereichen unter Bedingungen ar-
       beiten, die  sich nicht  durch jenen technischen, von den sachli-
       chen Arbeitsmitteln  aufgeherrschten und  vermittelten Zwang aus-
       zeichnen, wie  er für die Arbeitsbedingungen großer Teile der Ar-
       beiter charakteristisch ist. Eine solche weniger rigide Anbindung
       an vorgegebene  Abläufe ermöglicht  eher die individuelle Gestal-
       tung von Arbeitsgeschwindigkeiten, Tätigkeitsabfolgen usf. Unter-
       ordnung unter  die Interessen  des Kapitals wird bei Angestellten
       stärker durch  personelle Unterstellungsverhältnisse  vermittelt;
       der Personalisierung  von Beziehungen  - Konkurrenz und Unterord-
       nung -  und der  Regulierung sozialer  Konflikte auf dieser Ebene
       statt auf  der Ebene kollektiver Interessenvertretung kommt daher
       bei ihnen  eine weitaus  größere Bedeutung  als bei Arbeitern zu.
       Technische Abläufe,  die Handlungsweisen  starr festlegen,  wenig
       Spielraum und  Entfaltungsmöglichkeiten gestatten, vertragen sich
       schlechter mit  Vorstellungen, aufgrund  individueller  Kompetenz
       und Qualifikation  in Konkurrenz zu anderen "nach oben" kommen zu
       können. Auch innerhalb der Arbeiterklasse können insofern techni-
       sche Veränderungen soziale Veränderungen auslösen.
       Der historische  Rückblick beweist  die ungeheure, durch die Ent-
       wicklung des  Kapitalismus und die Herausbildung der maschinellen
       Großproduktion freigesetzte Dynamik im Fortschritt der Produktiv-
       kräfte. Wenn  heute gefragt wird, wie und mit welchen Arbeitsmit-
       teln, auf welchem technischen Niveau die Lohnabhängigen arbeiten,
       so zeigt  sich paradoxerweise  aber auch eine deutliche Begrenzt-
       heit in  der Entwicklung der materiellen Produktivkräfte. Tabelle
       1 läßt  erkennen, daß in der Bundesrepublik gegenwärtig rund drei
       Viertel der  Erwerbstätigen  hauptsächlich  mit  einfachem  Gerät
       (Hammer, Schreibzeug,  Handbohrmaschine oder Schreibmaschine sind
       Beispiele), also  auf einem  niedrigen Mechanisierungsniveau, ar-
       beiten. Lediglich  jeder vierte Erwerbstätige hat überwiegend mit
       Maschinen oder Anlagen der mittleren und höheren Mechanisierungs-
       stufe oder  mit automatischen  Produktionsmitteln zu tun (von der
       Werkzeugmaschine bis zur EDV-Anlage). Zusammen sind dies rund 5,4
       Millionen Erwerbstätige, 37 Prozent von ihnen Frauen. Vom techni-
       schen Mittel  her gesehen  charakterisiert also  Arbeit auf hand-
       werklichem Niveau  die Tätigkeit  der überwiegenden  Mehrheit der
       Erwerbstätigen. Das  bedeutet selbstverständlich  nicht, daß  sie
       nicht in viel breiterem Umfang auch mit Geräten und Prozessen hö-
       heren technischen  Niveaus zu tun hätten; für ihre Haupttätigkeit
       sind sie aber nicht von entscheidender Bedeutung.
       Die wesentliche  Ursache dafür,  daß Maschinerie  auch heute noch
       erst in  einem relativ schmalen Sektor menschlicher Arbeitstätig-
       keiten das  bestimmende, übergreifende Moment bildet, hängt damit
       zusammen, daß  sich die  Grundlinie der Produktivkraftentwicklung
       seit der  industriellen Revolution  10)  trotz  außerordentlicher
       Produktivitätssteigerung und der Einführung einer Fülle von neuen
       Technologien und  Techniken nicht  wesentlich gewandelt  hat. Die
       Übertragung der  direkten Bearbeitungsfunktion des Menschen - der
       Führung des Werkzeugs und der Aufbringung der erforderlichen Ope-
       rationsenergie - vom Menschen auf die Maschine war der Schlüssel-
       prozeß der industriellen Revolution. Damit wurde jener (aber auch
       nur jener)  Bereich der  gesellschaftlichen Produktion  technisch
       vollständig umgewälzt,  in dem  sich die  unmittelbare stoffliche
       Verarbeitung und Umformung der Rohstoffe und Rohmaterialien voll-
       zieht. So  wurde schlagartig eine innere Entwicklungsschranke der
       Produktivkraftentwicklung beseitigt  - die  Bindung des Produkti-
       onsergebnisses an  das Geschick,  die Kraft,  die  Präzision  des
       (handwerklichen) Produzenten.
       
       Tabelle 1:
       Mechanisierung, Automation, Arbeitstätigkeit
       in der Bundesrepublik 1979
       
       Mechanisierungsstufe des hauptsächlich        Erwerbstätige
       verwendeten Arbeitsmittels                  absolut  in Prozent
                                                   (in      aller
                                                   Tausend) Erwerbs-
                                                            tätigen
       
       1. Einfaches Handwerkzeug/Arbeitsgerät       12 174    55,2
       (keine Mech./ Autom. z.B. Hammer, Feile,
       Spaten, Pinsel, Schreibzeug, Zeichenbrett
       u.ä.)
       2. "Angetriebenes" Handwerkzeug (geringe      4 423    20,1
       Mech./ Autom. z.B. Handbohrmaschine,
       Schreibmaschine, Küchengeräte u.ä.)
       3. "Handgesteuerte" Maschinen/Anlagen         2 931    13,3
       (mittlere Mech./Autom.; z.B. Drehmaschine,
       Fräsmaschine, Bohrmaschine, Nähmaschine,
       Röntgengerät u.a.)
       4. "Halbautomatische" Maschinen/Anlagen       1 241     5,6
       (gehobene Mech./Autom.; z.B. Drehautomat,
       Stanze mit automatischer Zufuhr,
       Flaschenabfüllautomat, Spülmaschine u.ä.)
       5. Computergesteuerte Maschinen/Anlagen       1 274     5,8
       (hohe Mech./Autom.; z.B. EDV-Anlage,
       Terminal, NC-Maschine u.ä.)
       
       Insgesamt                                    22 043   100,0
       _____
       Quelle: F. Stooß/L.  Troll, Die  Verbreitung "programmgesteuerter
       Arbeitsmittel", in:  MittAB 2/1982, S. 170 (ohne ausländische Er-
       werbstätige).
       
       Spätere technologische Neuerungen, die große Produktivitätsschübe
       mit sich  brachten -  die  Revolutionierung  der  Antriebssysteme
       durch den  Elektromotor, die Durchsetzung des Fließbandprinzips -
       blieben aber  in den  Rahmen der mit der industriellen Revolution
       geschaffenen technologischen Produktionsweise eingegrenzt. Andere
       Bereiche der  materiellen Produktion,  ganz zu  schweigen von den
       nichtproduzierenden Sektoren,  konnten nicht  oder höchstens sehr
       begrenzt von Maschinenarbeit erfaßt und durchdrungen werden. Dies
       gilt für  die nachgelagerten  Prozesse (Montage), für den der un-
       mittelbaren Produktion  vorgelagerten Bereich  der Projektierung,
       Konstruktion, Produktionsvorbereitung,  für  die  prozeßintegrie-
       rende Instandhaltung  oder für  Umschlags-, Transport- und Lager-
       prozesse.
       Erst mit  der  wissenschaftlich-technischen  Revolution  zeichnet
       sich durch  die Einführung von informationsverarbeitenden Techno-
       logien hier  eine Wende  ab, die  zur maschinellen  Durchdringung
       dieser und  anderer Tätigkeitsbereiche des Reproduktionsprozesses
       führen wird und eine neue technologische Produktionsweise begrün-
       det.
       
       II. Informationstechnologien: Perspektiven der Ausbreitung,
       -----------------------------------------------------------
       Vernetzungstendenz
       ------------------
       
       Mit der  systematischen Analyse  der kapitalistischen  Produktiv-
       kraftentwicklung, bei der Marx die Beziehung Mensch-Arbeitsmittel
       zum Ausgangspunkt  machte und den technischen Fortschritt im Kern
       als  Vergegenständlichung   menschlicher  Produktions-   und  Ar-
       beitsfunktionen im  technischen Arbeitsmittel verstand, konnte er
       jene Prozesse  wissenschaftlich vorwegnehmen, in denen sich heute
       eine neue, nur der industriellen Revolution logisch vergleichbare
       Umwälzung des Produktivkraftsystems abzuzeichnen beginnt.
       Einzelne Elemente  einer solchen  neuen technologischen Produkti-
       onsweise, deren Kern die Übertragung geistig-intellektueller, in-
       formationsverarbeitender  oder  logischer  Arbeitsfunktionen  des
       Menschen auf  technische Mittel  darstellt, nehmen seit etwa zwei
       Jahrzehnten Gestalt an und beginnen seit den siebziger Jahren Ar-
       beitstätigkeiten und  -bedingungen wachsender  Gruppen der Arbei-
       terklasse und  der lohnabhängigen  Mittelschichten zu prägen. Mit
       ihrer Entwicklung  werden jene  inneren Hemmnisse  der Produktiv-
       kraftentwicklung überwunden  (in Analogie zur Überwindung der be-
       grenzten physischen  Leistungsfähigkeit des  Menschen  durch  die
       Entwicklung der Arbeitsmaschine in der industriellen Revolution),
       die sich bei der Verwissenschaftlichung und organisatorisch-tech-
       nischen Durchrationalisierung  des Produktivkraftsystems  aus den
       Grenzen menschlicher  Fähigkeiten zur  Aufnahme, Speicherung  und
       Umsetzung von  Informationen nach Menge, Reaktionsgeschwindigkeit
       und Präzision  (an die  die Verwendung mechanischer Arbeitsmittel
       weitgehend gebunden bleibt) ergeben.
       Die Anwendung solcher Informationstechnologien 11) in der Bundes-
       republik vollzog sich seit Ende der fünfziger Jahre zuerst und in
       engen Grenzen als Einführung relativ starrer, unflexibler Prozeß-
       steuerungsanlagen in einigen Sektoren der Grundstoffindustrie und
       des verarbeitenden Gewerbes mit vollkontinuierlichen Produktions-
       prozessen,   dann    als   Einführung    zentraler    EDV-Anlagen
       (Großrechner) zur  Verarbeitung von Massendaten in nichtproduzie-
       renden Bereichen  (Dienstleistungssektor, Verwaltungen)  und  als
       Entwicklung der  numerischen Steuerung  von Werkzeugmaschinen  in
       den sechziger  Jahren. Mit  der Entwicklung informationsverarbei-
       tender Technologien  auf mikroelektronischer  Basis zum  Ende der
       sechziger Jahre  und deren  rapider Miniaturisierung,  Leistungs-
       steigerung und  Verbilligung hat  sich seit  Mitte der  siebziger
       Jahre das  Anwendungsfeld der Informationstechnologien sprunghaft
       ausgeweitet.
       Bei der  Vielzahl der  technischen Entwicklungslinien  sind  zwei
       Aspekte besonders  zu betonen. Miniaturisierung der neuen Technik
       geht mit   w a c h s e n d e r   F l e x i b i l i t ä t  Hand in
       Hand, was  die Möglichkeit  zu ihrer Integration in die verschie-
       densten Klassen  von Arbeitsmitteln und Tätigkeitsbereiche und zu
       einer "dezentralen", "arbeitsplatznahen" Anwendung schafft. Damit
       korrespondiert der  in gewissem  Sinne  umgekehrte    P r o z e ß
       d e r   I n t e g r a t i o n   der verschiedenen technischen Sy-
       steme, Ebenen  und Anwendungsfelder von Informationstechnologien;
       er kann  sich sowohl  auf der  Ebene des Betriebes oder einzelner
       seiner Abteilungen  vollziehen, wie  auch -  zwischenbetrieblich,
       raumübergreifend und  Institutionen verschiedener gesellschaftli-
       cher Sphären  (Betriebe,  staatliche  Institutionen,  "Privatper-
       sonen")  verknüpfend  -  netzwerkartig  zur  Herausbildung  einer
       entsprechenden  "informationstechnologischen  Infrastruktur"  12)
       führen.
       Die Einführung informationstechnologischer Arbeits- und Automati-
       onsmittel stellt  logisch im  Sinne der Übertragung einer zweiten
       zentralen Arbeitsfunktion  des Menschen auf technische Mittel den
       Schlüsselvorgang der wissenschaftlich-technischen Revolution dar,
       und sie beginnt, neben anderen "traditionellen" Formen der Ratio-
       nalisierung und  Einführung neuer  Technologien, auch quantitativ
       in wachsendem  Maße die  Umstrukturierung der  Arbeitsprozesse zu
       bestimmen.
       Nur ein  begrenzter Teil der im gesellschaftlichen Reproduktions-
       prozeß zu vollziehenden Arbeitsoperationen beinhaltet unmittelbar
       die Be- und Verarbeitung materieller Rohstoffe und Halbfabrikate.
       Demgegenüber sind im Prinzip alle Arbeitsoperationen mit der Ver-
       arbeitung von  Informationen verbunden;  das Feld  der durch  die
       Einführung von Informationstechnologien zu verändernden Tätigkei-
       ten ist  damit sehr  viel weiter  gesteckt und  umfaßt sowohl die
       produzierenden wie  die nichtproduzierenden  Wirtschaftsbereiche.
       Die "Integrationskraft" der neuen Informationstechnologien beruht
       auf diesem Sachverhalt: Durch mikroelektronische Miniaturisierung
       flexibler geworden,  können sie die verschiedensten Tätigkeitsbe-
       reiche entlang der sie objektiv verbindenden Informationsstruktu-
       ren und  -flüsse miteinander verknüpfen. Ihr arbeitssparender und
       produktivitätssteigernder Charakter  schlägt um so mehr zu Buche,
       je stärker  diese Verknüpfung  der informationellen  und formali-
       sierbaren Beziehungen  zueinandergehöriger, bisher jedoch vonein-
       ander getrennter Prozesse gelingt.
       Wir geben  jetzt zum besseren Verständnis einen knappen Überblick
       über Formen  ihrer Anwendung in einigen Bereichen der materiellen
       Produktion, im  Büro- und  Verwaltungsbereich und  in der überbe-
       trieblichen Kommunikation,  also in wichtigen Sektoren der Arbei-
       terklasse. Dies geschieht in eher systematischer Form und bezieht
       sich sowohl  auf bereits  angewandte wie gegenwärtig technisch in
       der Erprobung  bzw. vor  der Einführung  stehende Systeme. In der
       betrieblichen Praxis  erfolgt die  Einführung der neuen Technolo-
       gien jedoch  keineswegs in  dieser systematischen  Form,  sondern
       eher punktuell,  in unübersichtlicher  und oft zuerst kaum zu er-
       kennender Form.  Dies ist  auch ein zentrales Problem der gewerk-
       schaftlichen Gegenwehr,  da sich  die Dimensionen der Veränderung
       von Arbeitstätigkeiten,  Arbeitsbedingungen und Beschäftigungssi-
       tuation erst  richtig beim Zusammenwachsen der einzelnen Einsatz-
       formen der neuen Technologien zeigen. Gerade darum ist die Kennt-
       nis  ihrer  Vernetzungsmöglichkeiten  und  -perspektiven  von  so
       großer Bedeutung.
       Auf der   E b e n e   d e r   u n m i t t e l b a r  m i t  d e r
       P r o d u k t i o n     v e r b u n d e n e n     B e r e i c h e
       d e r   k a p i t a l i s t i s c h e n   F a b r i k  zeigt sich
       die  Integrationstendenz   in   dem   Bestreben,   die   Bereiche
       "Entwicklung/Konstruktion", "Arbeitsvorbereitung",  "unmittelbare
       Produktion"  und  "Produktionsüberwachung"  informationstechnolo-
       gisch zu  durchdringen und zu einem einheitlichen Mechanismus zu-
       sammenzuschließen, dessen Struktur-Gerippe in einem durchgehenden
       System miteinander verketteter automatischer Maschinerie bestehen
       soll. 13) Dieser Prozeß vollzieht sich gegenwärtig in Teilschrit-
       ten: In verschiedenen Abschnitten des Produktionsprozesses bilden
       sich Einzel-Elemente der zukünftigen Struktur heraus, die oft un-
       tereinander noch unverbunden bleiben. Die technischen Möglichkei-
       ten für  die einzelnen  Automationsschritte sind  erst in  unter-
       schiedlichem Maße gegeben, und neben technischen bestimmen insbe-
       sondere ökonomische  Faktoren darüber,  ob und wie rasch der pro-
       jektierte Gesamtmechanismus  Gestalt annehmen wird. (Dies gilt im
       übrigen, ohne  daß es  besonders betont werden müßte, für den Ge-
       samtprozeß der  gegenwärtigen Umwälzung im Produktivkraftsystem.)
       Über die  Verbreitung solcher Einzelelemente in Betrieben der Me-
       tallindustrie informiert Tabelle 2.
       In  dem   der  unmittelbaren   Produktion  vorgelagerten  Bereich
       "Entwicklung/Konstruktion" ist  die arbeitsorganisatorische  Auf-
       gliederung in Einzeltätigkeiten (wie: Herstellung von technischen
       Zeichnungen, Konstruktionsberechnungen  und Stücklisten)  in  den
       technisch  entwickelten  Betrieben  soweit  vorangeschritten  und
       durch "traditionelle"  technische Hilfsmittel  gestützt, daß sich
       durch CAD-Systeme (computergestütztes Konstruieren) die eindeutig
       formalisierbaren  Konstruktionsprozesse   auf   Computerprogramme
       übertragen lassen. 14)
       Die   "Arbeitsvorbereitung" umfaßt Produktionsplanung und -steue-
       rung.  Die   von  der   vorgelagerten  "Entwicklung/Konstruktion"
       erstellten technischen  Zeichnungen und  Stücklisten dienen  hier
       als Grundlage  für die  Auswahl und Festlegung von Arbeitsverfah-
       ren, Werkzeugen,  neuzukonstruierenden Betriebsmitteln,  Arbeits-
       vorgängen, Vorgabezeiten,  Lohngruppen usf.  sowie, im Rahmen der
       Produktionssteuerung, der  Festlegung der  herzustellenden Stück-
       zahlen, der Materialdisposition und Auftragsterminierung. Es han-
       delt sich  also um  einen Bereich, der mit umfangreichen und sich
       zudem  rasch   ändernden  Informationsunterlagen   zu   tun   hat
       (Arbeitspläne, Materialscheine,  Lohnscheine, Stücklisten  etc.),
       die bereits heute in Großbetrieben zu einem beachtlichen Teil mit
       Hilfe von  EDV erstellt  und verwaltet  werden; auch  computerge-
       stützte Arbeitsplanerstellung wird punktuell schon eingesetzt. Da
       "Entwicklung/Konstruktion" und "Arbeitsvorbereitung" durch Infor-
       mationsflüsse miteinander  verbunden sind,  besteht die  Möglich-
       keit, entsprechende  EDV-gespeicherte Informationen mit Hilfe be-
       sonderer Programme  direkt zu Arbeitsplänen zu verarbeiten - eine
       bereits heute realisierte Möglichkeit. 15) Jedoch steht der Inte-
       gration von  Systemen des CAD und des CAP (computergestützte Pro-
       duktionsplanung)   bisher    technisch    entgegen,    daß    die
       "Dezentralisierung der  Datenverarbeitung...  zunächst  zu  einer
       Vielzahl arbeitsplatzspezifischer  Programmentwicklungen  geführt
       und dadurch den notwendigen Informationsfluß zwischen den Funkti-
       onsbereichen und  den logischen Zusammenhang zwischen den einzel-
       nen Arbeitsschritten außer acht gelassen" hat. 16) Dieses Hemmnis
       gilt auch für andere Integrationsprozesse.
       Die Anwendung  programmgesteuerter Arbeitsmittel  in  der    u n-
       m i t t e l b a r e n  P r o d u k t i o n  in Form von numerisch
       gesteuerten  Werkzeugmaschinen  (Schwerpunkt  Maschinenbau),  von
       Industrierobotern (Schwerpunkt  Automobilindustrie), generell von
       Handhabungsgeräten und  deren Kopplung  mit anderen automatischen
       Anlagen zur  Bearbeitung,  zum  Transport  und  zur  Montage  von
       Werkstücken in  Bearbeitungszentren bzw.  flexiblen Fertigungssy-
       stemen oder  von automatisierten  Produktionsanlagen bei der Her-
       stellung,  Montage   und   Prüfung   elektronischer   Bauelemente
       (Elektroindustrie) hat  sich -  gemessen am  Stand von  Mitte der
       siebziger Jahre - relativ rasch verbreitet (vgl. Tabelle 2). 17)
       Demgegenüber reicht  der Einsatz  von Prozeßrechnern  zur Überwa-
       chung, Steuerung  und Optimierung  vollkontinuierlicher Produkti-
       onsprozesse der  V e r f a h r e n s t e c h n i k  zeitlich sehr
       viel weiter  zurück; er  stieß jedoch immer wieder an die Grenzen
       der relativen  Starrheit, großen  Aufwendigkeit und  eines  hohen
       Ausfallrisikos zentraler  Prozeßrechner. Mit  der Entwicklung von
       Datenverarbeitung auf  mikroelektronischer Basis und ihrer größe-
       ren Flexibilität ergeben sich hier zahlreiche neue Anwendungsfel-
       der.
       Der  Bereich   der     F e r t i g u n g s t e c h n i k    m i t
       S t ü c k g u t b e a r b e i t u n g   war in  der Vergangenheit
       für Automationstechnik  viel schwieriger  zu erschließen.  18) Er
       ist heute  entweder ein  Sektor "klassischer" Maschinenarbeit mit
       hohem Qualifikationsniveau  und starken Anforderungen an die Fle-
       xibilität des  Produktionsprozesses bei  Einzel- und Kleinserien-
       fertigung wie  im Maschinenbau;  oder ein Bereich der Serien- und
       Massenfertigung, der das Fließprinzip einschließt und durch einen
       hohen Anteil  relativ gering qualifizierter Arbeitskräfte charak-
       terisiert ist wie z.B. die Montage in der Automobil- und Elektro-
       industrie. Die  Mikroelektronik gibt  die Möglichkeit, die Ferti-
       gungstechnik mit ihren großen technisch-organisatorischen Niveau-
       unterschieden insgesamt, sowohl im Bereich klassischer Maschinen-
       arbeit wie in der Montage, für Automation zu öffnen.
       Die Ansätze  zur  informationstechnologischen  Durchdringung  und
       Verknüpfung unterschiedlicher  Abteilungen des Produktionsbetrie-
       bes haben  Systeme der  bereichsübergreifenden Informationserfas-
       sung hervorgebracht,  die zur  Registrierung und  Überwachung der
       verschiedenen  Stadien  von  Produktionsabläufen  dienen.  Solche
       B e t r i e b s d a t e n e r f a s s u n g s s y s t e m e  sind
       zugleich in  starkem Maße  Instrumente der Kontrolle der Beschäf-
       tigten und  der Leistungsverdichtung; sie können mit entsprechen-
       den Informationssystemen verbunden werden, dienen also keineswegs
       nur der Erfassung technischer u.ä. Daten. Indem sie den Produkti-
       onsablauf transparenter  machen und  der  Betriebsleitung  rasche
       Entscheidungshilfen geben,  sind sie  auch Instrumente zur Vorbe-
       reitung weitergehender Rationalisierungsschritte. 19)
       Die   B ü r o-   u n d  V e r w a l t u n g s a r b e i t  umfaßt
       in erster  Linie Tätigkeiten,  die mit der Verarbeitung von Daten
       und Informationen  verbunden sind.  Die stoffliche Umwandlung von
       Arbeitsmaterialien (die  in der materiellen Produktion im Mittel-
       punkt steht)  findet hier  nur als Veränderung von Daten- und In-
       formationsträgern statt;  Ziffern und  Buchstaben auf  dem Papier
       sind die  materielle Vergegenständlichung  von Daten und Informa-
       tionen, ohne  die keine größeren arbeitsteiligen Prozesse der In-
       formationsverarbeitung vollzogen  werden können.  Dem dienen auch
       materielle Mittel der Daten- und Informationsübertragung.
       Aus dieser  Besonderheit folgte,  daß im Bürosektor neben den be-
       deutenden arbeitsorganisatorischen Rationalisierungsmaßnahmen zu-
       erst nur  diese "stoffverändernde" Seite durch Einführung von Bü-
       rogeräten zum Schreiben, Vervielfältigen, Datenbuchen etc. mecha-
       nisiert werden  konnte. Auch  elementare logische  Funktionen der
       Datenverarbeitung wurden,  soweit sie rationell durch mechanische
       Prinzipien zu  bewältigen  waren,  auf  technische  Arbeitsmittel
       übertragen. Die  mechanische Rechenmaschine  ist hier der Parade-
       fall. Der  Kern der in Büro und Verwaltung verrichteten Tätigkei-
       ten wurde jedoch dadurch lange Zeit kaum berührt; die Bindung des
       Arbeitsablaufs an  die individuellen  psycho-physischen Fähigkei-
       ten, Qualifikationen  und Dispositionen  der Beschäftigten  blieb
       insofern sehr  viel enger  als im Bereich der materiellen Produk-
       tion. Möglichkeiten zur Produktivitätssteigerung und Erhöhung der
       Arbeitsintensität begrenzten  sich im wesentlichen auf arbeitsor-
       ganisatorische Rationalisierung, umfaßten nicht die weitergehende
       Übertragung von Arbeitsfunktionen auf technische Mittel.
       Seit den  sechziger Jahren hat sich dies gründlich gewandelt. 20)
       EDV konnte  dort rationell  angesetzt werden, wo es um die Erfas-
       sung von  Massendaten und standardisierten Informationen geht und
       wo formalisierbare  und relativ  einfache logische  Verknüpfungen
       dieser Daten  in großer Zahl vorgenommen werden müssen. Die Fort-
       setzung der  technischen Rationalisierung,  die an der materiell-
       stofflichen Seite  der  Daten-  und  Informationsträger  ansetzte
       (Speicherung), wurde  insofern von  Anfang an mit der programmge-
       steuerten Verarbeitung  der Daten  verknüpft; elementare geistige
       Arbeitsfunktionen wurden  damit technischen  Mitteln  übertragen.
       Dies gelang  dort zuerst, wo die arbeitsorganisatorische Rationa-
       lisierung bis  zur Isolierung von Tätigkeiten vorangetrieben wor-
       den war,  die sich allein auf die Erfassung und einfachste Verar-
       beitung von  Massendaten bezogen (Rechnungswesen, Personalverwal-
       tung usf.).  Die Miniaturisierung und Leistungssteigerung der In-
       formationstechnologien  führte   später   zur   Entwicklung   von
       "arbeitsplatznahen" programmgesteuerten  Arbeitsmitteln (Bürocom-
       puter; "Personalcomputer"  mit  begrenzten  Kapazitäten),  insbe-
       sondere  von  Terminals,  die  als  Ein-  und  Ausgabegeräte  den
       Arbeitsplatz mit  zentralen Computern  unterschiedlicher  Hierar-
       chien verbinden  und die  informationellen  Arbeitsfunktionen  am
       Bildschirm abwickeln lassen.
       Die Gerätetechnik  (Hardware) ist  Voraussetzung für die Übertra-
       gung informationsverarbeitender Prozesse auf die vom Computer ab-
       zuarbeitenden Programme  (Software). Die  Entwicklung und Gestal-
       tung der  Programme bilden dabei jedoch den eigentlichen materia-
       lisierbaren Kern  der Übertragung  menschlicher Arbeitsfunktionen
       auf Technik.  Die Programme  bestimmen den  Lauf der  Geräte, und
       ihre Gestaltung  entscheidet darüber,  was, wie  und oft auch, in
       welchem Rhythmus  gearbeitet wird.  Die Arbeit  an  Terminal  und
       Bildschirm  als  einer  entscheidenden  "Mensch-Maschine-Schnitt-
       stelle" wird  zu einem wesentlichen Element der Bindung der Ange-
       stellten  an  die  Technik,  der  Vorgabe  von  Arbeitstempo  und
       -methode, der  Kontrolle und  der Einschränkung von Handlungsmög-
       lichkeiten.
       Datenerfassung, Textverarbeitung  und Sachbearbeitung sind Haupt-
       felder der  Tätigkeit von  Bürobeschäftigten  mit  einfachen  und
       mittleren Qualifikationen,  die zur  Arbeiterklasse gehören. Dies
       sind auch die wichtigsten Einsatzbereiche der neuen Informations-
       technologien im Büro. Neben der weiteren Einführung von EDV liegt
       gegenwärtig das  Hauptgewicht auf  der Rationalisierung der Text-
       verarbeitung, wobei  Speicherschreibmaschinen, Bildschirm-Textsy-
       steme und  die bisher  noch wenig  verbreitete  computergestützte
       Textverarbeitung Ausgangspunkte sind.
       Die mit  der Einführung  elektronischer  Informationstechnologien
       verbundenen Integrationstendenzen zeigen sich gegenwärtig bei der
       V e r b i n d u n g  d e r  b e t r i e b l i c h e n  D a t e n-
       u n d     T e x t v e r a r b e i t u n g     m i t     e i n e m
       S y s t e m     e x t e r n e r      K o m m u n i k a t i o n s-
       d i e n s t e.   21) Die Absicht der Post, solche Dienste wie das
       Fernkopieren, die  codierte  Textübertragung  und  Bildschirmtext
       über ein  einheitliches, digitales Fernmeldetransportsystem abzu-
       wickeln (Breitbandkabel  auf Glasfaserbasis),  soll Datenübertra-
       gungszeiten radikal verkürzen und ein gewaltiges zusätzliches Ra-
       tionalisierungspotential schaffen.  Schon auf  der Grundlage  der
       heute gegebenen  Kupfer-Verkabelung (Telefonnetz) ist bei Digita-
       lisierung der  Dienste und Verfügbarkeit entsprechender Terminal-
       Einrichtungen  (Fernsehbildschirm,  Verbindungseinrichtungen)  an
       fast jedem  Ort der  Zugriff auf faktisch unbegrenzte Datenmengen
       möglich. Fortfall  von Korrespondenz  sowie neue Formen der Teil-
       zeitarbeit und der Heimarbeit werden damit anvisiert.
       Ähnliche wie die hier geschilderten Prozesse gelten für viele an-
       dere Bereiche,  insbesondere den Dienstleistungs- und Handelssek-
       tor. Die  neuen Informationstechnologien  auf mikroelektronischer
       Basis sind  Schlüsseltechnologien der Produktivkraftumgestaltung,
       die sowohl  als Datenverarbeitungs-  und Kommunikationsmittel wie
       als Steuerungseinheiten  in Stoffumwandlungs-, Verarbeitungs- und
       Fließprozessen eingesetzt  werden und als solche miteinander ver-
       knüpft werden können. Sie erweitern das Anwendungsfeld der Compu-
       tertechnologien ungemein  und verschaffen ihnen erst die Möglich-
       keit, alle  anderen Technologien  zu durchdringen, wo es um logi-
       sche Operationen geht.
       
       III. Neue Technologien im Produktivkraftsystem der Bundesrepublik
       -----------------------------------------------------------------
       zu Beginn der 80er Jahre
       ------------------------
       
       Die siebziger  Jahre waren  eine Periode  der raschen  Einführung
       neuer Technologien.  Für ihre Verbreitung sollen einige Daten an-
       geführt werden.  Die Zahl  der großen   P r o z e ß r e c h n e r
       für die  Steuerung industrieller  Prozesse erhöhte  sich zwischen
       1970 und  1978  in  der  BRD  von  400  auf  18 446;  bei  großen
       U n i v e r s a l c o m p u t e r n   stieg sie  in der  gleichen
       Zeit von 6 350 auf 18 385. Allein zwischen 1978 und 1982 hat sich
       der   G e s a m t b e s t a n d  a n  C o m p u t e r n  (Prozeß-
       rechner,  Universalcomputer   und  Kleincomputer)  von  rund  185
       Tausend auf über 356 Tausend fast verdoppelt. 22) Die Verbreitung
       der   B i l d s c h i r m g e r ä t e   ist von rund 40 000 Mitte
       der siebziger  Jahre auf etwa 200 000 1980 gestiegen. 23) Die An-
       zahl der  Textverarbeitungssysteme (elektronische  Schreibmaschi-
       nen, Speicherschreibmaschinen  mit externem Speicher, Systeme mit
       Bildschirm, Drucker,  externem Speicher)  hat sich  von 1978  bis
       1982 von 26 000 auf 78 000 verdreifacht. 24)
       Für den Bereich der materiellen Produktion folgende Angaben: 1982
       waren in  der BRD  rund 35 000   n u m e r i s c h   g e s t e u-
       e r t e   W e r k z e u g m a s c h i n e n  25) installiert (2,7
       Prozent des  gesamten Werkzeugmaschinenbestandes  gegenüber  1980
       25 000 oder 2,2 Prozent. Als Sättigungsgrenze gelten 15 Prozent).
       1980 verfügten  von den  eingesetzten Maschinen  rund die  Hälfte
       über CNC-Steuerung  (Computersteuerung), von den im gleichen Jahr
       produzierten Maschinen dagegen bereits 90 Prozent. Die Hälfte der
       1980 installierten  Maschinen  waren  Drehmaschinen,  60  Prozent
       wurden für  Losgrößen unter  50 Stück  eingesetzt,  also  in  der
       Kleinserienfertigung.   I n d u s t r i er o b o t e r:   26) Der
       Bestand erhöhte  sich von  1977 =  rund 500  auf 3600 1982. Davon
       entfielen  etwa   2 500  auf   die  Werkzeughandhabung  (darunter
       Beschichten:  397;   Punktschweißen:  1331;  Bahnschweißen:  585;
       Montage: 122),  etwa 1000 Industrieroboter dienten der Werkstück-
       Handhabung.
       Wenn man in Rechnung stellt, daß andere produktionsnahe Automati-
       sierungssysteme wie  Einrichtungen des  CAD oder  flexible Ferti-
       gungssysteme gegenwärtig erst in sehr begrenztem Maße installiert
       sind, so  zeigt die Übersicht, daß elektronische, programmgesteu-
       erte Arbeits-  und Produktionsmittel heute in erster Linie im Be-
       reich der  unmittelbaren Informationsverarbeitung zu finden sind.
       Der Grund ist darin zu sehen, daß elektronische Geräte zur Steue-
       rung von  Produktionsprozessen schwerer  anzuwenden sind  als bei
       ihrem Einsatz  als reines Informationsverarbeitungssystem. Im er-
       sten Fall  benötigen sie  eine komplizierte Sensortechnik zur In-
       formationsaufnahme aus  der Umgebung.  Zusammen mit  den oft  als
       "software-Krise" bezeichneten  Hemmnissen in  der Programmgestal-
       tung dürfte  hier das  größte technische Problem bei der Entwick-
       lung von Automationsmitteln liegen.
       Probleme ergeben  sich aber  nicht nur  aus dem unterschiedlichen
       Entwicklungsstand von  Gerätetechnik, Sensortechnik  und Program-
       men, sondern  auch aus  dem Niveau-Unterschied zwischen Automati-
       onsmitteln und ihrer technischen und arbeitsorganisatorischen Um-
       gebung. Dies  zeigt sich beispielhaft beim Einsatz von Industrie-
       robotern. Deren Anwendungsmöglichkeiten sind, wie Fachleute fest-
       stellen, heute  "noch immer sehr eingeschränkt. (...) Bei der Lö-
       sung von  Automatisierungsproblemen im  Handhabungsbereich  macht
       der Industrieroboter  vielleicht 50  Prozent der  Lösung aus. Ein
       ebenso großer  Anteil entfällt auf die Peripherie, also die Umge-
       staltung des Arbeitsablaufs. Erst wenn diese Abläufe entsprechend
       automatisiert sind,  lassen  sich...  etwa  30  Prozent  der  Ar-
       beitsplätze im Produktionsprozeß der Metallverarbeitung durch Ro-
       boter bedienen." 27)
       Diese wenigen Angaben demonstrieren neben den Problemen und Gren-
       zen der  Einführung neuer  Technologien auch  deren Dynamik.  Sie
       lassen die  Entwicklungsrichtung erkennen.  Darüber hinaus  zeigt
       sich, daß auch dort, wo die einzelnen Automationselemente erst in
       relativ geringer  Zahl verbreitet  sind, bereits  eine große Zahl
       von Betrieben  und Belegschaften  betroffen ist.  Es ist wichtig,
       dies festzuhalten,  weil sich die Auswirkungen neuer Technologien
       keineswegs nur auf die unmittelbar mit ihnen arbeitenden Beschäf-
       tigten beziehen,  sondern ganze Abteilungen und Belegschaften be-
       treffen können,  wie dies z.B. für die Einführung von Betriebsda-
       tenerfassungssystemen gilt.  Schließlich ist  daran zu  erinnern,
       daß die  Einführung einzelner  Automationselemente i.d.R. weitere
       Rationalisierungsschritte nach  sich zieht und erfordert, um Pro-
       duktivitätszuwachs und Kostenvorteile, die sich aus ihrer Vernet-
       zung ergeben, voll ausschöpfen zu können.
       
       Tabelle 2:
       Neue Technologien in der Metallindustrie der BRD nach
       Betriebsgrößenklassen 1982/83 (in Prozent der erfaßten Betriebe)
       
       Technologie              Gesamt-            Beschäftigtenzahl
                                durch-  -499 500-999 1000-1999 2000 u.m.
                                schnitt
       
       1. Fertigungstechnologien:
       NC/CNC-Maschinen             64    49    68       78        88
       Bearbeitungszentren/
       flexible Fertigungszentren   26    13    25       41        48
       Industrieroboter             12     4     9       19        32
       Automatische Montagesysteme  12     5    12       20        23
       EDV-Meß- und Prüfsysteme     36    16    32       56        76
       EDV-Fertigungssteuerung      36    21    35       49        68
       EDV-Betriebsdatenerfassung
       (BDE)                        74    67    78       79        81
       Automatische Hochregallager  12     1     9       19        40
       2. Technologien im Büro- und
       Verwaltungsbereich: EDV-unter-
       stützte Sachbearbeitung      64    50    65       74        88
       EDV-Textverarbeitung         42    29    39       52        72
       Bildschirmstationen          81    65    88       96        96
       Computerunterstütztes
       Konstruieren (CAD)           17     7     9       24        53
       Personalinformationssysteme  28    16    23       43        55
       3. Zahl der erfaßten
       Betriebe                    983   418   244      176       139
       _____
       Quelle: Zusammengestellt nach: IG Metall, Erhebung zu den negati-
       ven  Folgen   von   Rationalisierung   und   technischem   Wandel
       (Kurzfassung), Frankfurt/M. 1983, S. 3 f.
       
       Zur Verbreitung  neuer Technologien  in Betrieben der Metallindu-
       strie der Bundesrepublik und den sozialen Folgen ihrer Einführung
       liegen erste  Ergebnisse einer Studie der IG Metall vor, die hier
       wiedergegeben werden  sollen. 28)  Bei der Studie handelt es sich
       um eine  bundesweite Betriebsrätebefragung in über 1000 Betrieben
       der Metallwirtschaft  zu technischen und arbeitsorganisatorischen
       Rationalisierungsmaßnahmen. Die Untersuchung, die vom Sommer 1982
       bis zum  Frühjahr 1983 durchgeführt wurde, erfaßte 15 Prozent al-
       ler Metallbetriebe und 30 Prozent der Beschäftigten der Metallin-
       dustrie; ihre  Ergebnisse gelten  als repräsentativ für Metallbe-
       triebe mit über 100 Beschäftigten.
       Tabelle 2 zeigt, daß Automations- und programmgesteuerte Arbeits-
       mittel  auf  Basis  von  informationsverarbeitenden  Technologien
       sowohl den  Fertigungs- wie  den Büro- und Verwaltungsbereich der
       untersuchten Betriebe  voll erfaßt haben. Es handelt sich hierbei
       u m   e i n e   r e a l e   u n d   s i c h   a l l m ä h l i c h
       d u r c h s e t z e n d e  T e n d e n z  in der Umgestaltung des
       Produktivkraftsystems der  Bundesrepublik. Die  Studie  bestätigt
       auch, was  zur  D y n a m i k  der Verbreitung neuer Technologien
       gesagt wurde.  Auf die Metallwirtschaft hochgerechnet, ergibt sie
       z.B. für numerisch gesteuerte Werkzeugmaschinen einen derzeitigen
       Bestand (1983)  von rund  30 000 Maschinen, bei Industrierobotern
       von 4 600  Stück, bei  Bildschirmen von  über 100 000. Verglichen
       mit den  oben genannten  Angaben zeugt  dies von Beibehaltung und
       z.T.  Erhöhung   ihrer  Einführungsgeschwindigkeit.  Die  Tabelle
       zeigt, daß eine Reihe von Systemen (Betriebsdatenerfassung, nume-
       risch  gesteuerte   Maschinen,  Bildschirmarbeitsplätze,  EDV-ge-
       stützte Sachbearbeitung)  über alle  Betriebsgrößenklassen hinweg
       bereits große Verbreitung gefunden hat. Bei ihnen handelt es sich
       oft um einfache und inzwischen auch kostengünstiger einzuführende
       Systeme. Die  weitere Verbilligung  und Leistungssteigerung neuer
       Technologien dürfte  ihre Verbreitung in Klein- und Mittelbetrie-
       ben fördern.  Damit würde auch dort die im großbetrieblichen Sek-
       tor deutliche Tendenz zur Technologievernetzung zum Zuge kommen.
       Die Einführung  neuer Technologien  bedeutet Ersetzung lebendiger
       durch vergegenständlichte Arbeit. Sie drückt sich zuerst im Rück-
       gang bestimmter,  mit traditionellen Produktionsmitteln verbunde-
       ner Beschäftigtenkategorien  aus; andere Beschäftigtenkategorien,
       die mit den neuen Technologien arbeiten oder sie entwickeln, neh-
       men demgegenüber an Bedeutung zu. 29) Soweit es sich um höherqua-
       lifizierte Spezialisten  und Gruppen  der lohnabhängigen Intelli-
       genz handelt,  können veränderte  Anforderungen  der  materiellen
       Produktivkräfte an  den gesellschaftlichen  Arbeitskörper auch zu
       sozialstrukturellen Veränderungen  führen; die  für die siebziger
       Jahre konstatierbare  Tendenz  zu  einem  (zeitweilig)  rascheren
       Wachstum von  Mittelschichtgruppen hat  in solchen  Umbrüchen  im
       Produktivkraftsystem eine  ihrer Wurzeln.  30) Der Wandel der Be-
       rufsstruktur sagt  jedoch noch wenig aus über die mit der Einfüh-
       rung neuer  Technologien verbundenen  Veränderungen, denn die Be-
       rufe selbst,  die Tätigkeiten  und abgeforderten  Qualifikationen
       ändern sich  sehr viel rascher. Wir greifen daher noch einmal auf
       die Statistik der Arbeitsmittel zurück.
       
       Tabelle 3: Beschäftigte an "programmgesteuerten Arbeitsmitteln"
       1979 (in Tausend und Prozent)
       Ar-    Arbeits-   Arbeits-               darunter
       beits- mittel     mittel
       mit-   wird über- wird haupt-  Arbei-       Ange-       Beamte
       tel    haupt ver- sächlich     ter          stell-
              wendet     verwendet                 te
          abso-  % 1)  abso-  % 3)  abso-  % 4)  abso-  % 4)  abso- % 4)
       
       Programm-, computergesteuerte  Maschinen! Anlagen Programmgesteu-
       erte Maschine/ Automat, Fertigungsanlage
       (z.B. Transferstraße, Walzstraße, Webanlage)
           648    2,9   266   20,9   155   58,0    84   31,5     8   3,1
       Verfahrenstechnische Großanlagen Energieerzeugung/-Umwandlung
       z.B. Turbinen, Stromverteilungsanlagen usw.,
       Chemieanlage), Verfahrenstechnische  Anlage (z.B.  Extraktionsan-
       lage, Crackanlage, Zentrifuge, Elektrolyse usw.)
           393    1,8   164   12,9    87   53,6    70   42,7     /   /
       Computergesteuerte medizinisch-technische Anlagen Medizinisch-
       technische Anlage (z.B. computergesteuertes Narkosegerät,
       computergesteuertes Infusionsgerät usw.)
           214    1,0    64    5,0     /    /      49   77,2     /   /
       Computer, EDV-Anlage, Terminal, Bildschirm
          1006    4,6   366   28,8    30    8,2   305   83,2    24   6,6
       "Moderne Büromittel" Schreibautomaten, Textverarbeitungsgerät,
       Composer - elektronische Registrierkasse - automatische Kartei,
       Registraturgerät - Kopiergerät, Mikrofilmgerät
          3487   15,8   414   32,5    63   15,4   271   65,4     8   1,9
       Alle "programmgesteuerten Arbeitsmittel"
          4721   21,4  1274  100,0   340   26,7   779   61,1    53   4,1
            2)
       _____
       1) Bezogen auf alle bundesdeutschen Erwerbstätigen 1979.
       2) Durch Mehrfachnennung  ist die Summe der Einzelangaben größer,
       was zeigt,  in welchem  Umfang entsprechende Arbeitsmittel neben-
       einander verwendet werden.
       3) Bezogen  auf   alle  Erwerbstätigen,   die  hauptsächlich  mit
       "programmgesteuerten Arbeitsmitteln" arbeiten.
       4) Bezogen auf  alle Erwerbstätigen,  die mit  dem entsprechenden
       Arbeitsmittel arbeiten.
       Quelle: Zusammengestellt nach:  Fr. Stooß/L.  Troll, Die Verbrei-
       tung "programmgesteuerter  Arbeitsmittel", in: MittAB, 2/1982, S.
       171.
       
       Tabelle 3  kann entnommen  werden, daß  heute  jeder  fünfte  Er-
       werbstätige  (rund   4,7  Millionen  Personen)  mit  "programmge-
       steuerten Arbeitsmitteln"  entweder als dem von ihm hauptsächlich
       verwendeten oder  als einem Arbeitsmittel unter anderen arbeitet.
       Weitaus mehr Arbeiter und Angestellte kommen also in ihrer Arbeit
       aktiv mit  neuen Technologien  in  Berührung  als  jene  knapp  6
       Prozent der Erwerbstätigen (1,3 Millionen Personen), deren Arbeit
       sie  unmittelbar  prägen.  31)  Die  weiteste  Verbreitung  haben
       "moderne  Büromittel"  und  Computer/EDV-Anlagen,  Terminals  und
       Bildschirme gefunden,  an  denen  hauptsächlich  Angestellte  ar-
       beiten, also  überwiegend kleinere  und weniger aufwendige Geräte
       zur Büro- und Verwaltungsrationalisierung. An computergesteuerten
       Maschinen und  verfahrenstechnischen  Großanlagen  arbeiten  rund
       430 000 Beschäftigte unmittelbar, davon waren mehr als die Hälfte
       Arbeiter.
       Bezogen auf die jeweilige soziale Gruppe waren programmgesteuerte
       Arbeitsmittel am  weitesten bei gehobenen Angestellten verbreitet
       (10 Prozent  arbeiteten hauptsächlich  mit einem  solchen Gerät),
       gefolgt von  der absolut  sehr viel  stärker besetzten Gruppe der
       Angestellten mit  mittlerer und  einfacher Qualifikation  (9 Pro-
       zent), die  mit 568 000  Erwerbstätigen die  Masse jener stellen,
       die mit "modernen Büromitteln" umgehen. Unter ihnen befinden sich
       besonders viele  Frauen im  Rechnungswesen oder der Textverarbei-
       tung wie  überhaupt in den Büroberufen (sie stellten 1980 z.B. 77
       Prozent der Buchhalter, 97 Prozent der Schreibkräfte). 32) Insge-
       samt arbeiten  mit "modernen  Büromitteln" als Hauptarbeitsmittel
       mehr Frauen (284 000) als Männer (130 000).
       Bei den  Arbeitern ist die Verbreitung entsprechender Geräte, An-
       lagen und  Maschinen geringer.  Insgesamt arbeiten  4 Prozent von
       ihnen hauptsächlich  mit solchen Produktionsmitteln, mehr-un- und
       angelernte (181000) als Facharbeiter (159000).
       Wie in  der Studie  der IG  Metall zeigt  sich auch hier, daß die
       aufwendigeren programmgesteuerten Maschinen, Anlagen und Computer
       eher in  größeren Betrieben installiert sind; demgegenüber finden
       sich 60  Prozent der Arbeitsplätze, an denen "moderne Büromittel"
       am häufigsten benutzt werden, in Kleinbetrieben unter 50 Beschäf-
       tigten. Die  hier ausgewertete  Studie bezieht  sich auf das Jahr
       1979. Die  seitherigen Erfahrungen  lassen keinen  Zweifel daran,
       daß die  Zahl der  von der  Einführung der neuen Technologien be-
       troffenen Lohnabhängigen  in der Bundesrepublik seither rasch ge-
       stiegen ist.
       
       IV. Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen bei Angestellten
       ------------------------------------------------------------
       und Arbeitern
       
       Neben den  Beschäftigungsfolgen, die  heute die gewerkschaftliche
       Diskussion und  Aktion stark bestimmen, sind weitreichende Verän-
       derungen der  Arbeitsbedingungen die gravierendste Folge der Ein-
       führung neuer  Technologien. Ihre  unter den herrschenden sozial-
       ökonomischen Bedingungen    p o l a r i s i e r e n d e    W i r-
       k u n g   auf den  Gesamtarbeiter ist,  keineswegs  nur  auf  die
       Qualifikation bezogen, nicht zu übersehen und findet in einschlä-
       gigen Untersuchungen  ihre Darstellung.  Da aus dieser Tendenz in
       der Vergangenheit  wesentliche Widerspruchs-  und  Konfliktfelder
       und damit  Triebkräfte der  Klassenauseinandersetzung erwuchsen -
       zu erinnern ist an die Auseinandersetzungen in der Druckindustrie
       oder um den Lohnrahmentarifvertrag II der Metall-Industrie Baden-
       Württembergs 33)  -, soll zum Abschluß kursorisch auf einige neue
       industriesoziologische Ergebnisse  verwiesen werden,  die bei der
       Untersuchung sozialer Folgen der Anwendung von Automationstechno-
       logien in  Betrieben der  Bundesrepublik gewonnen  wurden.  Dabei
       geht es  nicht, wie  die modische These vom "Verelendungsdiskurs"
       nahelegen möchte,  um anklagende  Beschreibung von Automationsar-
       beit als  Begründung des Rufs nach "Rückkehr zur alten Position",
       sondern um  die Erfassung realer Prozesse; damit sollen Forderun-
       gen und  Bewegungen zur  Verteidigung von Reproduktionsinteressen
       der Arbeiterklasse  fundiert werden  - Bewegungen,  die  für  die
       Masse der  Lohnarbeiter erst  Voraussetzung der  Aneignung  neuer
       Qualifikationen und Fähigkeiten im Umgang mit neuer Technik sind.
       Neue Technologien  werden in  der Hauptsache  dort zuerst  und am
       breitesten eingeführt,  wo arbeitsorganisatorische  Maßnahmen und
       technische Rationalisierung relativ einfache, formalisierbare und
       durch informationsverarbeitende Technologien beherrschbare Tätig-
       keiten hervorgebracht  haben. Sie  führen meist zu weitergehender
       Arbeitsteilung und tragen auch dort, wo sie ein hohes allgemeines
       Qualifikationsniveau erfordern,  zur Entwertung erworbener tradi-
       tioneller Qualifikationen bei.
       Die Übernahme  menschlicher  Arbeitsfunktionen  durch  technische
       Mittel, insbesondere  die Vergegenständlichung logischer Funktio-
       nen in  den Arbeitsablauf strukturierenden Programmen, wird unter
       solchen Bedingungen  zum Instrument  der stärkeren  Fesselung der
       lebendigen Arbeit an die gegenständlichen Produktionsmittel. Dies
       gilt für  die Einschränkung von Spielräumen bei der individuellen
       Arbeitseinteilung und  -gestaltung, für  die Bestimmung  des  Ar-
       beitstempos oder  der Reaktionszeiten  im Bildschirm-"Dialog" mit
       dem zentralen  Rechner. Damit  werden in vielen Bereichen die Ar-
       beitsdisziplin und  das Arbeitsergebnis  stärker  kontrollierbar,
       Leistungskontrolle auf  technischer Grundlage wird zum Mittel der
       Intensivierung der  Arbeit.  Betriebsdatenerfassungssysteme  sind
       wichtige Instrumente hierfür.
       Wachsende Unterordnung der lebendigen Arbeit unter den bestimmen-
       den Gang  des Arbeitsmittels  verleiht zugleich den betrieblichen
       Unterstellungsverhältnissen, die immer auch Mittel der Abpressung
       von Mehrarbeit  sind,  eine  gegenüber  ihrer  personengebundenen
       Durchsetzung ausgeprägtere  technische Struktur. Dies gilt beson-
       ders für  jene lohnabhängigen  Gruppen, deren  Arbeitsbedingungen
       sich aufgrund  ihrer konkreten  Arbeitstätigkeiten noch  deutlich
       von jenen  der Kerngruppen der Arbeiterklasse unterscheiden, ins-
       besondere für  die meisten  Angestelltengruppen im Büro- und Ver-
       waltungsbereich.
       Hier ergab  eine Untersuchung  von Kudera u.a. über Rationalisie-
       rungsfolgen bei  A n g e s t e l l t e n  in der Metallindustrie,
       daß Angestellte  der unteren  Qualifikationsgruppen, deren Arbeit
       bereits stark  formalisierten und routinisierten Charakter trägt,
       bei Einführung neuer Technologien "kaum etwas anderes zu gewärti-
       gen haben,  als Belastungszunahme,  Reduktion der  qualifikatori-
       schen Anforderungen  durch Standardisierung, Rationalisierung und
       Spezialisierung ihrer  Tätigkeit, sowie erhöhte Disponibilität im
       Rahmen des Arbeitskräftebedarfs der Betriebe".
       34) Wird  hier ein bereits vorhandener Trend verstärkt, so wirken
       neue Technologien  auf der Ebene mittlerer Angestelltenqualifika-
       tionen  (im  Bereich  von  Sachbearbeitern)  ausgesprochen  zwie-
       schlächtig; z.T.  lösen sie  eine Einengung  von  Arbeitsinhalten
       aus, z.T.  führen sie  zu Arbeitserweiterung und Vergrößerung von
       Dispositionsräumen. Auf  der Ebene der oberen Angestelltengruppen
       ist, dieser  Studie zufolge,  die Einführung  neuer  Technologien
       fast ausnahmslos Mittel der Erweiterung von Entscheidungsmöglich-
       keiten; sie trägt eher zur Erhöhung von Qualifikation bei. 35)
       Die kapitalistische  Nutzung neuer  Technologien bewirkt insofern
       eine Tendenz der Angleichung der Arbeitsbedingungen für viele An-
       gestelltenkategorien an  solche, wie  sie in ihrer Essenz für Ar-
       beiter gelten; sie trägt gleichzeitig zur Verfestigung von sozia-
       len Differenzierungen  unter den  Lohnabhängigen bei  (so bei den
       mittleren Angestelltengruppen)  und verstärkt  die Kontroll-  und
       Herrschaftspotenzen des  Kapitals auf  betrieblicher  Ebene.  Die
       Einführung neuer Technologien wird damit Moment sozialstrukturel-
       ler Prozesse. Gleichermaßen haben die Herausbildung neuer Spezia-
       listengruppen und  das Wachstum  der  lohnabhängigen  Intelligenz
       reale Grundlagen  in objektiven  Tendenzen der Produktivkraftent-
       wicklung.
       Gravierende Veränderungen der Arbeitstätigkeiten und Qualifikati-
       onsanforderungen, der  Belastungen und  des Typs von Arbeit voll-
       ziehen sich  auch  in  Kernbereichen  der    A r b e i t e r b e-
       s c h ä f t i g u n g.   Dies gilt  sowohl für hochqualifizierte,
       traditionelle Facharbeitertätigkeiten  (z.B. im Maschinenbau) wie
       für bereits  stark durch Taylorisierung und geringe Qualifikation
       charakterisierte Detailarbeitsplätze  etwa in Fertigungsprozessen
       der Automobil- oder elektrotechnischen Industrie. 36)
       Auch hier  ist es  ein allgemeines Kennzeichen der Einführung von
       informationsverarbeitenden Rationalisierungstechnologien, daß sie
       mit einer noch stärkeren Unterordnung der lebendigen Arbeitskraft
       unter den  Rhythmus des  Maschinensystems verbunden sind. Für Be-
       reiche mit  bereits vorher  ausgeprägter  Arbeitsaufspaltung  und
       Fließfertigung wird konstatiert: "Waren schon die angelernten Tä-
       tigkeiten in  der mechanisierten  Produktion inhaltlich und zeit-
       lich weitgehend  durch das technisch-organisatorische Fertigungs-
       system vorgegeben,  so gilt für die nach der Automatisierung ver-
       bleibenden Restfunktionen menschlicher Arbeit eine ungleich rigi-
       dere Einbindung in die Prozeßzeiten der neuen Anlagen. An Automa-
       ten und hochintegrierten Fertigungsstraßen werden die Tätigkeiten
       den Maschinen-  und Prozeßzeiten sowie den technologischen Lücken
       der Automatisierung angepaßt." 37)
       Etwas anders  verläuft die  Entwicklung im Maschinenbau. Dort, wo
       auf  hohe   Flexibilität  der   Produktion  geachtet  werden  muß
       (Kleinserien, Kundenwünsche  etc.), bleiben Facharbeitertätigkei-
       ten auch  bei Einführung  der numerischen Maschinensteuerung z.T.
       erhalten, um  in jedem  Fall reibungslosen Produktionsgang zu si-
       chern.
       Die vom  Produktionsgang abgeforderten Qualifikationen und Tätig-
       keitsmerkmale der Arbeiter sind gleichfalls starken Veränderungen
       unterworfen. Im  Bereich der  Montage und  Fließfertigung  setzen
       sich Polarisierungsprozesse voll durch. Neben vergleichsweise we-
       nigen Tätigkeiten  der Anlagenführung  und -überwachung  mit kom-
       plexem Qualifikationsniveau  verbleibt eine größere Zahl inhalts-
       armer, dequalifizierter  Tätigkeiten, die die nicht-automatisier-
       ten Lücken des Systems auszufüllen haben. Auch bei Einführung der
       numerischen Steuerung  von Werkzeugmaschinen dominiert die dequa-
       lifizierende Tendenz  der Auflösung  von Facharbeit in einfachere
       vorbereitende Tätigkeiten und solche der Maschinenüberwachung.
       Neue Technologien  im Produktionsbereich bedeuten damit auch, daß
       eine Reihe  qualifizierter  Funktionen  der  Arbeitsvorbereitung,
       Planung oder  Projektierung aus dem unmittelbaren Produktionspro-
       zeß ausgegliedert und in vorgelagerten Abteilungen zusammengefaßt
       wird. Numerisch  gesteuerte Maschinen werden zu 78 Prozent in der
       Arbeitsvorbereitung programmiert.  38) Wie dargestellt, unterlie-
       gen diese  ausdifferenzierten Tätigkeitsfelder  ebenfalls der in-
       formationstechnologischen Rationalisierung.  Sie  sind  insgesamt
       jedoch eher das Arbeitsfeld höherqualifizierter (technischer) An-
       gestellter und von Spezialisten.
       
                                      ***
       
       Die mit  der Einführung neuer Technologien im Arbeiter- wie Ange-
       stelltenbereich festzustellende  Tendenz, die im Umgang mit ihnen
       notwendigen Funktionen  des Menschen  bzw. des  Gesamtarbeiters -
       wie Einrichten,  Programmieren, Bedienen  und Überwachen  von Ma-
       schinen und Anlagen, Projektieren, Planen, Entscheiden -auseinan-
       derzureißen, folgt  keineswegs einer zwingenden Logik der Technik
       selbst. Hierfür  gibt es genügend Beispiele aus der betrieblichen
       Praxis, die belegen, was auch theoretisch aus dem Wesen der neuen
       Technologien ableitbar ist: Sie sind in weiten Bereichen außeror-
       dentlich flexibel zu gestalten und damit unterschiedlichen Inter-
       essen anzupassen. Produktivkräfte entwickeln sich unter kapitali-
       stischen Produktionsverhältnissen  immer nur  als Produktivkräfte
       des Kapitals; ihre Entwicklung, ihr Einsatz, ihre komplexe Struk-
       tur werden  durch dessen  Interessen bestimmt, vorangetrieben und
       geformt. Sie  sind  nichtsdestoweniger  Gegenstand  des  Klassen-
       kampfs: Einfluß auf die Entwicklung, die konkrete Formung und den
       Einsatz der Produktivkräfte zu nehmen, erweist sich unter den Be-
       dingungen der  wissenschaftlich-technischen Revolution  als drin-
       gende Aufgabe  der Arbeiterklasse,  um dem Bestreben des Kapitals
       Widerstand entgegenzusetzen, den Wert der Arbeitskraft durch Ent-
       qualifizierung zu  senken, technologische  Systeme ausschließlich
       unter dem Gesichtswinkel der optimalen Abpressung von Mehrarbeit,
       der Arbeitsintensivierung  und Unterwerfung  der Arbeitskraft  zu
       gestalten.
       Der Charakter  der Arbeit  bestimmt sich  jedoch nicht primär von
       seinen technisch-organisatorischen  Bedingungen her, sondern ent-
       scheidend von den Klassenverhältnissen. Die Durchsetzung alterna-
       tiver Arbeitsgestaltung, über die in den Gewerkschaften zunehmend
       diskutiert wird,  hebt den  Charakter kapitalistischer Lohnarbeit
       als ausgebeutete  und fremdbestimmte  Lohnarbeit nicht  auf, aber
       sie wäre  ein wichtiger  Beitrag zur Verteidigung der Reprodukti-
       onsinteressen der Arbeiterklasse.
       
       _____
       1) St. Voets, IMSF-Arbeitsgespräch zu neuen Technologien, in die-
       sem Band; vgl. auch: L. Peter, Wissenschaftlich-technischer Fort-
       schritt, neue Technik und Arbeiterbewegung, in: Marxistische Stu-
       dien. Jahrbuch des IMSF 2/1979, S. 279 ff.
       2) Vgl. H.  Jung, Zur  Arbeiterklasse der  80er Jahre. Struktur -
       Kern - betriebliche Basis, in diesem Band.
       3) K. Marx,  Resultate  des  unmittelbaren  Produktionsprozesses,
       Frankfurt/M. 1968, S. 45 ff.
       4) Vgl. zu  dieser Kategorie  der  marxistischen  Klassenanalyse:
       Beiträge des  IMSF 3,  Klassen- und  Sozialstruktur der BRD 1950-
       1970, Teil  I: Klassenstruktur  und Klassentheorie,  Frankfurt/M.
       1972; H. Jung, a.a.O., Abschnitt 1.2.
       5) K. Marx, Das Kapital, 1. Bd., in: MEW Bd. 23, S. 442.
       6) Ebd., S. 443.
       7) Ebd.
       8) Karl Marx,  Zur Kritik  der politischen  Ökonomie  (Manuskript
       1861-1863), in: MEGA ² II/3.6, Berlin 1982, S. 2059.
       9) Vgl. hierzu  W. Kudera, K. Ruff, R. Schmidt, Blue collar-white
       collar: grey collar? Zum sozialen Habitus von Arbeitern und Ange-
       stellten in  der Industrie,  in: Soziale  Welt, H. 2/1983, S. 201
       ff.
       10) Vgl. H. Nick, Wissenschaftlich-technische Revolution - histo-
       rischer Platz,  Entwicklungsetappen, soziales  Wesen,  Berlin/DDR
       1983; A.  Leisewitz, Entwicklungsrichtungen des wissenschaftlich-
       technischen Fortschritts und seiner gesellschaftlichen Anwendung,
       in: IMSF  (Hrsg.), Technik - Umwelt - Zukunft, Frankfurt/M. 1980,
       S. 13 ff.
       11) Vgl. ebd.  sowie U.  Briefs, Arbeiten  ohne Sinn und Perspek-
       tive? Gewerkschaften  und  "Neue  Technologien",  Köln  1980,  S.
       24ff.; J. Friedrich, F. Wicke, W. Wicke, Computereinsatz: Auswir-
       kungen auf  die Arbeit, Reinbek 1982 (= L. Zimmermann, Hrsg., Hu-
       mane Arbeit.  Leitfaden für Arbeitnehmer, Bd. 3); E. Rechtziegler
       u.a. (IPW),  Mikroelektronik im  Dienst des  Imperialismus,  Ber-
       lin/DDR 1982,  auf der  Grundlage einer  Reihe von  Beiträgen in:
       IPW-Berichte, H. 9/1980 ff.
       12) Vgl. Briefs, a.a.O., S. 54 ff.
       13) Vgl. insbesondere J. Friedrich, F. Wicke, W. Wicke, a.a.O.
       14) E.-F. Kaebelmann, Aufbau und Anwendung von CAD-Arbeitsplätzen
       in der Konstruktion, in: Zeitschr. f. wiss. Fertigung, H. 4/1979,
       S. 187  ff.; G.  Zimmer, Automatisierung der Konstruktionsarbeit,
       in: J.  Hund (Hrsg.), Unterm Rad des Fortschritts?, Köln 1981, S.
       105 ff.
       15) SOFI Göttingen,  Zum Einsatz  rechnergestützter  Systeme  der
       Fertigungssteuerung -  Ihre Auswirkung  auf die  Betriebsstruktur
       und  die   Situation  der  Beschäftigten,  in:  SOFI-Mitteilungen
       5/1981, S. 15 ff.
       16) J. Friedrich, F. Wicke, W. Wicke, a.a.O., S. 99.
       17) Vgl. neben  der zit.  Lit.: WSI-Mitteilungen, H. 2/1983, ver-
       schiedene Beiträge.
       18) Vgl. die  Fallstudien bei:  K. Benz-Overhage, E. Brumlop, Th.
       von Freyberg, Z. Papadimitriou, Neue Technologien und alternative
       Arbeitsgestaltung. Auswirkungen  des Computereinsatzes in der in-
       dustriellen Produktion,  Frankfurt/New York.  1982; R.  Bispinck,
       Montagetätigkeit im  Wandel, in:  WSI-Mitteilungen, H. 2/1983, S.
       88 ff.
       19) J. Hofmann,  Personalinformationssysteme, Frankfurt/M.  1982,
       nachrichtenreihe H. 21.
       20) Vgl. A. Glaesmer, Th. Steinberg, Angestelltenrationalisierung
       und Gegenwehr, Frankfurt/M. 1979;
       G. Trautwein-Kalms,  Rationalisierung in Büro und Verwaltung, in:
       WSI-Mitteilungen, H. 2/1983, S. 119 ff.; U. Briefs, a.a.O.
       21) Vgl. ifo-schnelldienst, H. 19/1982, S. 6 ff., sowie die Stel-
       lungnahmen von DGB-Einzelgewerkschaften in: Gewerkschaftliche Mo-
       natshefte, H. 6/1983, S. 370 ff.
       22) Lt. Diebold-Statistik, lfd.
       23) J. Friedrich, F. Wicke, W. Wicke, a.a.O., S. 246.
       24) ifo-schnelldienst 1-2/1983, S. 22; VDI-Nachrichten 13/1983.
       25) Daten für  1982: Mitteilung der VDMA; für 1980: J. Friedrich,
       F. Wicke,  W. Wicke,  a.a.O., S.  120 f.;  der gewerkschafter, H.
       5/1982.
       26) VDI-Nachrichten 5/1983 und 11/1983.
       27) wirtschaftswoche H.  15/1983, S.  80. Welche  Potenzen jedoch
       auch beim  heutigen Niveau  der Automatisierungstechnik durch An-
       passung von  neuer Technik,  Produkt und Produktionsumgebung (mit
       großen Kapitalinvestitionen) freigesetzt werden können, zeigt der
       einjährige Betrieb einer der derzeit modernsten Automobilfabriken
       der Bundesrepublik, des Ingolstädter Werks für Rohbau und Montage
       der Karosserie des Audi. Die Einrichtung neuer Produktionsanlagen
       wurde mit  einer Neukonstruktion  der Karosserieteile  verbunden,
       die ihre  automatische Handhabung  und Fügung erlaubt. Abgeändert
       wurde auch die Aufbaufolge der Karosserie. Im Rohbau werden sämt-
       liche Schweißarbeiten  mit vollmechanisierten  Schweißanlagen und
       insgesamt 260 frei programmierbaren Schweißrobotern erledigt. Die
       Teilezuführung erfolgt  vollautomatisch, bei  Störungen kann  der
       Ersatz von  Robotern über die Rechnersteuerung der Anlage koordi-
       niert werden. Für die Präzisionskontrolle werden Meßmaschinen mit
       automatischer Ergebnisauswertung  verwandt. "Handarbeit,  die  im
       alten Rohbau  dominierte, ist  nun fast ausgestorben. Sie ist nur
       noch für  das Einlegen  und an  wenigen anderen Stellen erforder-
       lich, wo  Automatisierung keinen betriebswirtschaftlichen Vorteil
       bringt. So sank der Personaleinsatz auf etwa ein Siebtel des frü-
       heren Bedarfs."  Zu den  Rationalisierungsvorteilen, die sich bei
       der völligen Neustrukturierung dieses Fertigungsabschnittes erga-
       ben, zählen  die Einsparung  von Löhnen durch Reduzierung der Be-
       schäftigten, Qualitätssteigerung  durch höhere  Meßgenauigkeiten,
       eine höhere  Prozeßsicherheit, die  es  erlaubte,  die  Zahl  der
       Schweißpunkte gegenüber dem Vorgängermodell um rund 30 Prozent zu
       senken, und eine drastisch gestiegene Nutzungsdauer der Gesamtan-
       lage. Die  flexible, nicht  typengebundene Ausstattung der Ferti-
       gungsstraße soll  künftig Modellwechsel  ohne  Verschrottung  der
       meisten Komponenten  bei Umprogrammierung  und  Neupositionierung
       der Roboter  gestatten. Die  anschließende Montage des Wagens ist
       demgegenüber  weiterhin   der  personalintensivste  Fertigungsab-
       schnitt (nach  VDI-Nachrichten 31/1983). Daß auch der Bereich ma-
       nueller Montage  in hohem Grad durch Einsatz von Regeltechnik und
       Industrierobotern automatisiert  werden kann,  zeigt die  1983 in
       Betrieb genommene  Anlage zur Endmontage des "Golf" in Wolfsburg.
       (Vgl. VDI-Nachrichten 34/1983).
       28) IG Metall, Erhebung zu den negativen Folgen von Rationalisie-
       rung und technischem Wandel, Frankfurt/M. 1983 (Kurzfassung).
       29) Entwicklung der  Erwerbstätigkeit in  einigen  Berufsgruppen,
       Angaben  für  1970/1980,  in  Tausend:  Drucker  189/159,  Dreher
       198/150; Buchhalter 356/261, Stenographen, Stenotypisten, Maschi-
       nenschreiber 413/358, Technische Zeichner 118/109; Datenverarbei-
       tungs-Büroberufe 99/160,  Techniker 541/768,  Ingenieure 426/469.
       Zum Vergleich:  Studenten mathematischer, naturwissenschaftlicher
       und ingenieurwissenschaftlicher  Fachrichtung 1973  265  Tausend,
       1980 347 Tausend. Zusammengestellt nach: Wirtschaft und Statistik
       H. 7/1981,  S. 442 *; L. Troll, Arbeitsplatz Büro, MittAB 4/1982,
       S. 485;  Bundesminister für  Bildung und Wissenschaft, Grund- und
       Strukturdaten 1977, S. 81; ebd., 1981/82, S. 116 f.
       30) Vgl. H. Jung, a.a.O.
       31) Allerdings ist  einschränkend festzuhalten,  daß die Erhebung
       zumindest unter "modernen Büromitteln" auch technische Mittel er-
       faßt, die  nicht im  engeren Sinne zu Automationsmitteln oder in-
       formationsverarbeitenden Technologien zählen.
       32) Wirtschaft und Statistik, H. 7/1981, S. 442 *.
       33) Vgl. hierzu u.a.: B. Güther/K. Pickshaus, Der Arbeitskampf in
       der Druckindustrie  im Frühjahr 1976, Soziale Bewegungen. Analyse
       und Dokumentation  des IMSF,  H. l,  Frankfurt/M. 1976; C. Weber,
       Rationalisierungskonflikte  in   Betrieben  der   Druckindustrie,
       Frankfurt/New York 1982; U. Laube, Gewerkschaftliche Tarifpolitik
       und industrielle  Arbeitsbedingungen in  der BRD,  Köln 1981;  B.
       Spannhake,  Die  Arbeitsbedingungen  zwischen  Humanisierung  und
       Rationalisierung.  Ansätze  gewerkschaftlicher  Strategiebildung,
       Köln 1982.
       34) W. Kudera, K. Ruff, R. Schmidt, Th. Wentzke, Betriebliche Ra-
       tionalisierung und  Angestellte. Eine Umfrage unter Betriebsräten
       der bayerischen Metallindustrie, Köln 1979, S. 60.
       35) Ebd., S. 62.
       36) Vgl. K.  Benz-Overhage u. a., a.a.O., S. 557ff.; die Beiträge
       in WSI-Mitteilungen,  H. 2/1983 (Computer und Arbeit - Humanisie-
       rung durch  Automatisierung?); H. Borcherding, Th. Cleemann,. R.-
       W. Hoffmann,  B. Irrek,  H. Schranz,  Die Biografie des Dreherbe-
       rufs, Göttingen  (SOFI), o.J.  (1982); A.  Sorge, G. Hartmann, M.
       Warner, I. Nicholas, Mikroelektronik und Arbeit in der Industrie,
       Frankfurt/New York  1982; W. Wobbe-Ohlenburg, Automobilarbeit und
       Roboterproduktion. Eine Fallstudie zum Einsatz von Industrierobo-
       tern im Volkswagenwerk, West-Berlin 1982.
       37) K. Benz-Overhage u.a., a.a.O., S. 559 f.
       38) K. Benz-Overhage, Automatisierung der Fertigung im Maschinen-
       bau und ihre Folgen für die Arbeitsgestaltung, in: WSI-Mitteilun-
       gen, a.a.O., S. 81.
       

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