Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 06/1983


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       DER WISSENSCHAFTLICHE RAT ZUR ERFORSCHUNG DER PROBLEME
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       VON FRIEDEN UND ABRÜSTUNG (MOSKAU)
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       Einige Ergebnisse seiner dreijährigen Tätigkeit
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       G.I. Morosow
       
       I. Aufgaben  und Organisation  des Rats - II. Die Arbeit der Sek-
       tionen und  die Veröffentlichungen des Rats - III. Internationale
       Tätigkeit
       
       Die gegenwärtige  Weltpolitik und die Tendenzen ihrer Entwicklung
       stellen der Menschheit in aller Schärfe das Problem der Verhinde-
       rung einer weltweiten nuklearen Katastrophe. Die Politik Washing-
       tons und  einiger seiner  Verbündeten hat  das Niveau der militä-
       risch-politischen Konfrontation  an sehr  gefährliche Grenzen ge-
       führt; die  Gefahr eines  atomaren Konflikts ist angewachsen; die
       Spirale des Wettrüstens dreht sich weiter. Vor diesem Hintergrund
       werden die  Festigung der  internationalen Sicherheit,  die  Ein-
       schränkung des  Wettrüstens, der Übergang zu einer wirklichen Ab-
       rüstung immer  aktueller und  dringlicher. "Die  Menschheit  kann
       sich nicht andauernd mit dem Wettrüsten und mit Kriegen abfinden,
       wenn sie nicht ihre Zukunft aufs Spiel setzen will", bemerkte der
       Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU, /. W. Andropow. 1)
       Geleitet vom Bewußtsein hoher Verantwortung für das Schicksal des
       Friedens und  der Menschheit,  treten die  sozialistischen Länder
       konsequent für  eine Beseitigung  der nuklearen  Gefahren ein. Im
       Sommer 1982  übernahm die  UdSSR feierlich  die  einseitige  Ver-
       pflichtung, nicht  als erste  Kernwaffen einzusetzen.  Im  Januar
       1983 wandten  sich die Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages
       an die  in der  NATO zusammengeschlossenen  Staaten mit  dem Vor-
       schlag, einen  Vertrag über  die gegenseitige  Nichtanwendung von
       militärischer Gewalt und den Ausbau friedlicher Beziehungen abzu-
       schließen. Dies sind nur einige der wichtigen Vorschläge, wie sie
       von den  Ländern des  realen Sozialismus  zum Zweck der Sicherung
       des Friedens unterbreitet worden sind.
       Der Kampf  um den Frieden ist unter den gegenwärtigen Verhältnis-
       sen nicht  nur Aufgabe  der Politiker  und Staatsmänner.  Ihren -
       nicht geringen - Beitrag zur Festigung der Sicherheit auf unserem
       Planeten leistet  auch die  Öffentlichkeit, darunter  die wissen-
       schaftliche Öffentlichkeit.  Gestiegen ist auch die Bedeutung der
       wissenschaftlichen Untersuchungen  zu Fragen des Friedens und der
       Abrüstung im  Kampf um den Abbau der Konfrontation und die Besei-
       tigung der Kriegsgefahr. "Die allgemeinen und auch die speziellen
       Probleme von  Frieden und  Abrüstung sind  in der Regel komplexen
       Charakters und beinhalten eine Vielzahl von wechselseitig mitein-
       ander verknüpften  sozialökonomischen, moralischen, wissenschaft-
       lich-technischen, strategischen  und anderen  Aspekten",  schrieb
       der erste Vorsitzende des Wissenschaftlichen Rats zur Erforschung
       der Probleme  von Frieden  und Abrüstung,  Akademiemitglied  N.N.
       Inosemzew. "Bei der Ausarbeitung von effektiven und für alle Sei-
       ten akzeptablen  politischen Entscheidungen  in bezug  auf  diese
       Probleme sind  alle diese Aspekte in umfassender Weise zu berück-
       sichtigen. Und dies ist nicht möglich ohne eine vorhergehende in-
       tensive wissenschaftliche  Untersuchung  jedes  einzelnen  dieser
       Aspekte wie  auch des  gesamten komplizierten Systems ihrer Wech-
       selwirkung. Dies eröffnet ein sehr breites Tätigkeitsfeld für die
       gemeinsame Arbeit  von Wissenschaftlern der verschiedensten Fach-
       richtungen." 2)
       
       I. Aufgaben und Organisation des Rats
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       In unserem Lande ist es insbesondere Aufgabe des 1979 gegründeten
       "Wissenschaftlichen Rats zur Erforschung der Probleme von Frieden
       und Abrüstung", komplexe und vielseitige Untersuchungen zu Fragen
       des Friedens und der Abrüstung zu organisieren und durchzuführen.
       Dieser Rat  wurde vom  Präsidium der  Akademie der Wissenschaften
       der UdSSR  gemeinsam mit  dem Kollegium  des Staatlichen Komitees
       der UdSSR für Wissenschaft und Technik (GKNT SSSR) und dem Präsi-
       dium des  Sowjetischen Komitees  für den  Schutz des Friedens ge-
       gründet.
       Erster Vorsitzender  des Rats  war N.N.  Inosemzew, Mitglied  des
       Zentralkomitees der  KPdSU, Deputierter  des Obersten Sowjets der
       UdSSR und Mitglied des Präsidiums der Akademie der Wissenschaften
       der UdSSR (verstorben im August 1982).
       Im Rat  sind mehr als 80 Personen vertreten: bekannte sowjetische
       Gelehrte -  Vertreter sowohl der Gesellschafts- wie der Naturwis-
       senschaften; Vertreter  von Partei  und Gesellschaft;  Deputierte
       des Obersten  Sowjets der UdSSR und der Obersten Sowjets der Uni-
       onsrepubliken; Leiter  von  Massenorganisationen;  Repräsentanten
       des kulturellen Lebens; bekannte Journalisten.
       Der Rat  hat nicht  nur komplexe  Untersuchungen zu Problemen von
       Frieden  und  Abrüstung  durchzuführen,  sondern  auch  die  For-
       schungstätigkeit auf  diesem Gebiet  zu koordinieren  und mit den
       praktischen Aufgaben des Kampfes um Entspannung und Sicherheit in
       den internationalen Beziehungen aufs engste zu verknüpfen.
       Weiter hat  der Rat die Aufgabe, die Zusammenarbeit mit ausländi-
       schen wissenschaftlichen  Forschungszentren, mit  Gelehrten,  die
       auf dem  Gebiet der  internationalen Beziehungen und angrenzenden
       Gebieten arbeiten,  mit Repräsentanten  von Politik  und  Gesell-
       schaft sowie  auch mit  Vertretern des kulturellen Lebens zu ent-
       wickeln, die  für die Befreiung der Menschheit vom Wettrüsten und
       von den Gefahren eines Atomkrieges eintreten.
       Die wissenschaftliche  und organisatorische  Tätigkeit  des  Rats
       leiten sein  Vorsitzender und die Stellvertretenden Vorsitzenden,
       unter denen  sich bedeutende  sowjetische Gelehrte befinden - die
       Akademiemitglieder G.A.  Arbatow, D.M.  Gwischiani, M.A.  Markow,
       E.M. Primakow,  die Professoren  O.N.  Bykow  und  G.I.  Morosow,
       ebenso der bekannte sowjetische Publizist und Vorsitzende des So-
       wjetischen Komitees für den Schutz des Friedens G.A. Schukow.
       Die Finanzierung  der Arbeit  des Rats erfolgt durch den Sowjeti-
       schen Friedensfonds.
       Die wichtigsten  Strukturelemente des  Rats sind seine Sektionen.
       Es gibt  fünf: "Probleme der Abrüstung" (Leiter: Akademiemitglied
       G.A. Arbatow);  "Entwicklungsländer und  Probleme von Frieden und
       Abrüstung" (Leiter:  Akademiemitglied E.M.  Primakow); "Zusammen-
       arbeit von  Wissenschaftlern auf  dem Gebiet  der Forschungen  zu
       Problemen des  Friedens" (Leiter:  Akademiemitglied M.A. Markow);
       "Wissenschaftlich-technischer  Fortschritt   und  Sicherung   des
       Friedens" (Leiter:  Akademiemitglied D.M.  Gwischiani); "Probleme
       der friedlichen  Koexistenz und  der Festigung  der  Entspannung"
       (Leiter: Professor  O.N. Bykow).  Zur Mitarbeit  in den Sektionen
       wurden  neben   den  Mitgliedern   des  Rats   auch  Spezialisten
       herangezogen, die über die entsprechenden Probleme arbeiten, fer-
       ner Vertreter  von sowjetischen gesellschaftlichen Organisationen
       und staatlichen  Institutionen. Die  Bezeichnungen der  Sektionen
       vermitteln eine Vorstellung über die Richtungen der wissenschaft-
       lichen Forschungstätigkeit des Rats.
       In der  praktischen Tätigkeit des Rats spielen seine Vollversamm-
       lungen eine  wichtige Rolle.  Auf der  ersten Versammlung im Juni
       1979 wurde  der Rat  gegründet. Die  zweite Versammlung  fand  im
       April 1981  statt und war den Aufgaben der Wissenschaftler gewid-
       met, wie  sie sich  aus den Beschlüssen und Materialien des XXVI.
       Parteitages der KPdSU ergeben. Diese Versammlung war von besonde-
       rer Bedeutung,  denn die gesamte weitere wissenschaftliche Tätig-
       keit des  Rats basiert auf der vom XXVI. Parteitag der KPdSU ent-
       wickelten Aufgabenstellung,  die Probleme zu untersuchen, die die
       Verwirklichung eines Programms positiver Impulse für die Normali-
       sierung der  internationalen Beziehungen  ermöglichen. Die dritte
       Versammlung des Rats fand im März 1983 statt. Sie wurde vom Vize-
       präsidenten der  Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Akademie-
       mitglied P.N. Fedossejew eröffnet; Referate hielten die Akademie-
       mitglieder E.M.  Primakow und  E.P. Welichow  sowie Professor Dr.
       jur. G.I.  Morosow. In  den Referaten und Diskussionen wurden die
       jüngsten Initiativen der UdSSR und der anderen Staaten der sozia-
       listischen Gemeinschaft  zur Stabilisierung  des Friedens und der
       internationalen Sicherheit, die praktische Tätigkeit der sowjeti-
       schen Wissenschaftler  im Kampf für die Abwendung einer thermonu-
       klearen Katastrophe, die Publikationstätigkeit des Rats erörtert.
       
       II. Die Arbeit der Sektionen und die Veröffentlichungen des Rats
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       Die Diskussion  aktueller wissenschaftlicher Probleme erfolgt auf
       den Sitzungen  der Sektionen  des Rats.  So diskutierten die Mit-
       glieder der  Sektion "Probleme der Abrüstung" den Stand der Abrü-
       stungsverhandlungen im Licht der Politik der neuen Administration
       der USA.  Diese Sektion  führte auch  eine gemeinsame Sitzung mit
       Vertretern der  sozialistischen Staaten  im Komitee für Abrüstung
       durch. Im Jahr 1982 nahm die Erörterung der Tätigkeit der "Palme-
       Kommission" im  Endstadium ihrer  Arbeit einen wichtigen Platz in
       der Tätigkeit der Sektion ein.
       Die Sektion  "Entwicklungsländer und Probleme von Frieden und Ab-
       rüstung" führte Tagungen zu den Problemen "Die Entwicklungsländer
       und die  mögliche Verbreitung  von Kernwaffen.  Der Kampf  um die
       Nichtweitergabe von Kernwaffen" und "Sozialökonomische Folgen des
       Wettrüstens in den Entwicklungsländern" durch. Probleme des Frie-
       dens und  der Abrüstung im Licht der wissenschaftlich-technischen
       Revolution wurden  auf Begegnungen  der  Mitglieder  der  Sektion
       "Wissenschaftlich-technischer Fortschritt und Sicherung des Frie-
       dens" mit  Delegationen von  kommunistischen und Arbeiterparteien
       verschiedener kapitalistischer  Länder erörtert. Auf den Tagungen
       der Sektion  "Zusammenarbeit von  Wissenschaftlern auf dem Gebiet
       der Forschungen zu Problemen des Friedens" wurden Fragen der Kon-
       version der Rüstungsindustrie diskutiert.
       Die Materialien  der Sitzungen  der Sektionen werden in der Regel
       ausgearbeitet und unter den Mitgliedern des Rats verteilt.
       Der Wissenschaftliche  Rat verwirklicht ein Publikationsprogramm;
       die Veröffentlichungen werden von ihm selbst oder von seinen Sek-
       tionen in Zusammenarbeit mit den Instituten der Akademie der Wis-
       senschaften der  UdSSR vorbereitet. In den jeweiligen Publikatio-
       nen spiegeln  sich die  wichtigsten Resultate der wissenschaftli-
       chen Forschungstätigkeit  des Rats insgesamt wie auch seiner ein-
       zelnen Mitglieder.  Einen prominenten Platz unter den Publikatio-
       nen des Rats selbst nehmen die Bände "Frieden und Abrüstung. Wis-
       senschaftliche Forschungen"  ein; das  erste Buch  erschien 1980,
       das zweite 1982. In diesen Bänden wird ein weiter Kreis von aktu-
       ellen Problemen des Friedens und der Abrüstung analysiert und vor
       dem Hintergrund der komplizierter gewordenen internationalen Lage
       und der  dringenden Notwendigkeit,  eine nukleare  Katastrophe zu
       verhindern, die  Entspannung abzusichern und zu vertiefen und das
       Wettrüsten einzudämmen,  erörtert. Diesen Problemen sind die Auf-
       sätze bekannter  Vertreter der  sowjetischen  Wissenschaft  sowie
       prominenter Repräsentanten der Kunst, Literatur, Massenkommunika-
       tionsmittel, gesellschaftlicher  und religiöser Vereinigungen ge-
       widmet.
       Autoren dieser Bände waren der Präsident der Akademie der Wissen-
       schaften der UdSSR, Akademiemitglied A.P. Aleksandrow, die Akade-
       miemitglieder N.N.  Inosemzew, E.I.  Tschasow, N.N. Blochin, G.A.
       Arbatow, D.M. Gwischiani, M.A. Markow, E.M, Primakow, E.K. Fjodo-
       row (verstorben im Dezember 1981), die Professoren W.W. Sagladin,
       O.N. Bykow und viele andere.
       Leitmotiv aller Aufsätze und Materialien dieser Bände ist der Ge-
       danke von  der ungeheuren  Verantwortung aller  Menschen  unseres
       Planeten für die Bewahrung des Friedens und folglich auch der Zi-
       vilisation auf  der Erde.  Dieser  Verantwortung  unterliegen  in
       gleichem Umfang  die Wissenschaftler,  die die  Gesetzmäßigkeiten
       der Entwicklung der Materie, des Bewußtseins und der Gesellschaft
       untersuchen, die  Politiker, die  Staaten und Regierungen leiten,
       und die  breitesten Kreise der Gesellschaft, die Volksmassen, die
       mit immer  größerer Aktivität  am historischen Prozeß teilnehmen.
       Das Akademiemitglied  A.P. Aleksandrov  schrieb: ".. . seit alten
       Zeiten strebte  ein Teil  der menschlichen Gemeinschaften danach,
       seine Bedürfnisse  unter Anwendung grober Gewalt auf Kosten ande-
       rer zu  befriedigen. Und  auch jetzt  noch meinen  einige Staaten
       oder ihre  Leiter, daß  es die   G e w a l t  ist, die den haupt-
       sächlichen Faktor  der internationalen Beziehungen darstellt. Je-
       doch ist  die Anwendung  einer solchen  Psychologie von Wilden in
       unserem Nuklearzeitalter  unzulässig und unsinnig, da es in einem
       thermonuklearen Krieg  keine Sieger  geben wird  und das Resultat
       der Bestärkung  einer solchen  Psychologie die  Degradierung  der
       Menschheit wäre." 3)
       In den Bänden "Frieden und Abrüstung. Wissenschaftliche Forschun-
       gen" gibt  es eine  Abteilung mit  Überblicken über die Tätigkeit
       der sowjetischen gesellschaftlichen Organisationen auf dem Gebiet
       von Frieden  und Abrüstung.  Die Abteilung "Materialien und Doku-
       mente" enthält  eine Auswahl von Dokumenten der wichtigsten Foren
       der Friedensöffentlichkeit,  die sowohl  für Spezialisten wie für
       die Allgemeinheit von Interesse ist.
       Der Wissenschaftliche Rat hat weiter mit der Herausgabe einer Se-
       rie von  Broschüren mit dem Titel "Der internationale Frieden und
       die Abrüstung"  begonnen. Erschienen sind die Broschüren: "Europa
       vor der  Wahl - Konfrontation oder Verringerung der militärischen
       Spannung" mit  einem  einleitenden  Artikel  von  N.N.  Inosemzew
       (1980); M.A.  Markow: "Wissenschaft und Verantwortung der Wissen-
       schaftler"; "Abrüstung  und Umwelt" (unter der Redaktion von E.K.
       Fjodorow und  R.A. Nowikow);  E.K.  Fjodorow:  "Wissenschaftliche
       Aspekte  politischer   Verhandlungen"  (1981);   W.S.  Emeljanow:
       "Probleme der  Nichtweitergabe von  Kernwaffen" (1981). Ende 1981
       wurde gemeinsam  mit dem Sowjetischen Komitee für europäische Si-
       cherheit und  Zusammenarbeit die  Broschüre "Gefahr  für  Europa"
       herausgegeben.
       Im Jahr  1982 wurden  weitere Broschüren dieser Serie herausgege-
       ben: W.I.  Ustinow: "Der Kampf der UdSSR für das Verbot neuer Ar-
       ten von  Massenvernichtungswaffen"; P.P.  Jakowlew, O.A. Schirnow
       und W.W.  Gorochow: "Lateinamerika - Probleme der Rüstung und Ab-
       rüstung"; M.M.  Maksimowa: "Globale Probleme und der Frieden zwi-
       schen den  Völkern"; S.M.  Kruglowa: "Freundschaft  zwischen  den
       Völkern - der Weg zum Frieden".
       Im Jahr 1983 sollen vom Rat zehn weitere vergleichbare Broschüren
       veröffentlicht werden.  Diese Publikationen  verbinden eine tiefe
       wissenschaftliche Analyse  der Probleme  mit ihrer populären Dar-
       stellung. Die  neue Behandlung  einer Reihe von Fragen wird durch
       umfangreiches Fakten- und Dokumentenmaterial ergänzt.
       Die Veröffentlichungen  des Rats  erscheinen nicht  nur in russi-
       scher, sondern  auch in  englischer, französischer, deutscher und
       spanischer Sprache.  Wir betrachten  sie sowohl  als ein Resultat
       der wissenschaftlichen  Arbeit der  Mitglieder des  Rats als auch
       als ein  Instrument des  Dialogs mit  der  ausländischen  wissen-
       schaftlichen Öffentlichkeit,  in dem  Standpunkte und  Positionen
       sowjetischer Wissenschaftler zu aktuellen Problemen der Weltpoli-
       tik entwickelt werden.
       Durch den  Rat werden  konstruktive fachliche  Kontakte zu  einer
       Reihe von  Instituten der  Akademie der  Wissenschaften der UdSSR
       hergestellt. Gemeinsam  werden  verschiedene  Forschungsprogramme
       durchgeführt, deren  Resultate in Form von grundlegenden Monogra-
       phien veröffentlicht werden.
       Die Sektion  "Probleme der  friedlichen Koexistenz und der Festi-
       gung der  Entspannung" veröffentlichte gemeinsam mit dem Institut
       für Weltwirtschaft  und internationale  Beziehungen der  Akademie
       der Wissenschaften  der UdSSR  (IMEMO) die  Monographie  "Militä-
       rische Entspannung",  in der  die Hauptrichtungen des Kampfes zur
       Zügelung  des   Wettrüstens  und   zum  Abbau  der  militärischen
       Konfrontation untersucht  werden. Ein  weiteres  Resultat  dieser
       Zusammenarbeit war  die wichtige  Monographie "Abbau  von  inter-
       nationalen Spannungen  und ideologischer  Kampf", in der die kom-
       plizierten Wechselwirkungen  zwischen dem  Kampf der Ideen in der
       internationalen Arena,  dem Prozeß  der Verbesserung  des politi-
       schen Klimas  in der  Welt und der Entwicklung der Zusammenarbeit
       zwischen Staaten  unterschiedlicher Gesellschaftsordnung beleuch-
       tet werden.
       Im Jahr  1982 wurde  die vom  Wissenschaftlichen Rat zusammen mit
       dem IMEMO  vorbereitete Monographie "Aktuelle Probleme der Tätig-
       keit internationaler Organisationen" (verantwortlicher Redakteur:
       G.I. Morosow,  Stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftli-
       chen Rats)  veröffentlicht. In  diesem Buch  wird erstmals in der
       sowjetischen Literatur  ein weiter Kreis von Fragen der Tätigkeit
       internationaler Organisationen  in komplexer  Form untersucht. Es
       wird aufgezeigt,  daß der sowjetische Staat in allen Etappen sei-
       ner Entwicklung  den internationalen  Organisationen  eine  große
       Aufmerksamkeit zugewandt  hat, daß  er für ihre Ausnutzung im In-
       teresse einer  Festigung des Friedens und für eine Ausweitung der
       internationalen Zusammenarbeit kämpfte und weiterhin kämpft.
       Weiter wurde die gemeinsam mit dem IMEMO vorbereitete Monographie
       von B.M.  Chaloscha "Militär-strategische  Bündnisse des Imperia-
       lismus -  grundlegende Besonderheiten  und Tendenzen der Entwick-
       lung" herausgegeben. Sie untersucht die Besonderheiten der Block-
       politik des  Imperialismus in den siebziger und achtziger Jahren,
       analysiert die  zentrifugalen und  zentripetalen  Kräfte  in  den
       Blöcken unter  den Bedingungen  der Entspannung und der nuklearen
       Parität, die  Formen und  Methoden der  Modernisierung der  Bünd-
       nisse. Einen  wichtigen Platz  nehmen in der Monographie Probleme
       der militärischen  Entspannung, der  Überwindung des Block-Gegen-
       satzes, der  kollektiven Sicherheit  in den  verschiedenen Teilen
       der Welt ein.
       In Zusammenarbeit mit dem IMEMO ist die Monographie "NATO - mili-
       tärstrategische Konzeptionen" fertiggestellt worden.
       Die Sektion  "Entwicklungsländer und Probleme von Frieden und Ab-
       rüstung" hat  gemeinsam mit  dem Institut  für Orientalistik  der
       Akademie der  Wissenschaften der UdSSR die kollektive Monographie
       "Abrüstungsprobleme und  Entwicklungsländer" vorbereitet. Gemein-
       sam mit dem Institut für Staat und Recht der Akademie der Wissen-
       schaften der  UdSSR wird  die Monographie "Die Definition der Ag-
       gression und das internationale Recht" vorbereitet. Abgeschlossen
       werden verschiedene  weitere  Monographien  von  Mitgliedern  des
       Rats.
       Weiter veröffentlichten  Mitglieder des  Rats in der periodischen
       Presse des  Auslands und  der UdSSR  Beiträge  zur  Thematik  der
       Hauptrichtungen seiner Forschungstätigkeit.
       
       III. Internationale Tätigkeit
       -----------------------------
       
       Der Wissenschaftliche  Rat pflegt  Verbindungen zu  ausländischen
       wissenschaftlichen Zentren  und beteiligt sich an internationalen
       Foren zu Problemen des Friedens und der Abrüstung.
       Eine bedeutende  Arbeit leistete der Rat während der Vorbereitung
       der sowjetischen  Öffentlichkeit auf die Teilnahme an der 2. Son-
       derkonferenz der  UNO zu  Fragen der Abrüstung. Diese Arbeit fand
       ihren Niederschlag in der Vorbereitung von Dokumenten, in Konsul-
       tationen und  in der  unmittelbaren Teilnahme von Mitgliedern des
       Rats an der Arbeit der Konferenz.
       Große Bedeutung  mißt der  Rat der  Entwicklung einer umfassenden
       Zusammenarbeit mit  Wissenschaftlern der  Länder der  sozialisti-
       schen Gemeinschaft  bei. Im  März 1980 wurde eine zweitägige wis-
       senschaftlich-koordinierende Beratung  von  Wissenschaftlern  aus
       neun  Ländern   der  sozialistischen   Gemeinschaft  durchgeführt
       (Volksrepublik Bulgarien,  Ungarische Volksrepublik,  Sozialisti-
       sche Republik Vietnam, DDR, Mongolische Volksrepublik, Volksrepu-
       blik Polen,  Sozialistische Republik Rumänien, UdSSR, CSSR); hier
       wurden Fragen der gemeinsamen wissenschaftlichen Forschungsarbeit
       auf dem  Gebiet der  Probleme von  Frieden und Abrüstung erörtert
       und konkrete  Wege der weiteren Zusammenarbeit skizziert. Im Jahr
       1982 wurde  in der Ungarischen Volksrepublik bei der Akademie der
       Wissenschaften ein  Koordinationszentrum für  Forschungen zu Pro-
       blemen des Friedens geschaffen. In der Tschechoslowakei wurde ein
       analoges Organ  gegründet -  die Kommission  zur Erforschung  der
       Fragen von  Frieden  und  Abrüstung.  Der  Wissenschaftliche  Rat
       stellte Arbeitskontakte  zu diesen  Organisationen her. Vertreter
       des Rats beteiligten sich an den von diesen Organisationen in der
       CSSR und  in Ungarn durchgeführten Arbeiten. Es ist beabsichtigt,
       die Zusammenarbeit  mit den Wissenschaftlern der befreundeten so-
       zialistischen Staaten auf dem Gebiet der Erforschung der Probleme
       von Frieden und Abrüstung weiterzuentwickeln.
       Gemeinsam mit  sowjetischen gesellschaftlichen Organisationen be-
       teiligt sich  der Rat an der Vorbereitung und Durchführung großer
       internationaler Zusammenkünfte  auf dem  Gebiet  des  Kampfes  um
       Frieden und  Abrüstung. Hier ist an das Symposium "Umweltschutz -
       eine dringende Aufgabe der Gegenwart" (Oktober 1979) zu erinnern,
       ferner an das sowjetisch-französische Seminar "Verfassung, Außen-
       politik, Zusammenarbeit, Rechtsfragen der Abrüstung" (März 1980),
       an das von sowjetischen und britischen gesellschaftlichen Organi-
       sationen veranstaltete  Seminar "Internationale  Entspannung  und
       Abrüstung" (September/Oktober 1980), an das internationale Sympo-
       sium zu aktuellen Problemen der Sicherheit und Entspannung in Eu-
       ropa (April 1981) und an verschiedene weitere Begegnungen.
       Die Mitglieder des Rats nahmen 1979-1981 als Mitglieder von Dele-
       gationen sowjetischer  gesellschaftlicher Organisationen  und als
       Vertreter des  Wissenschaftlichen Rats an zahlreichen internatio-
       nalen Veranstaltungen  teil. Hier  sind zu nennen Veranstaltungen
       des Internationalen  Instituts für Frieden in Wien, des Weltfrie-
       densrats, der Weltföderation der Wissenschaftler, der Pugwash-Be-
       wegung, der  Dart-mouth-Begegmmgen; ferner Foren wie das Weltpar-
       lament der  Völker für Frieden in Sofia; das Madrider Treffen von
       Vertretern regierungsunabhängiger  Organisationen zu  Fragen  der
       europäischen Sicherheit;  das internationale  Forum "Wissenschaft
       und Abrüstung";  das sowjetisch-japanische Symposium zu Problemen
       des  Friedens   und  der   Sicherheit  in  Asien;  das  Symposium
       "Sowjetisch-indische Zusammenarbeit - ein Faktor des Friedens und
       der Stabilität  in Asien";  das internationale  Seminar "Probleme
       des Friedens  und der  Sicherheit in  der asiatischen  Region des
       Stillen Ozeans";  die im  Rahmen der UNO organisierte internatio-
       nale Beratung  der Europäischen Wirtschaftskommission zum Umwelt-
       schutz; das  internationale Kolloquium "Dialog zu Fragen der Ent-
       spannung und  Abrüstung"  in  Wien;  die  Konferenz  "Weltöffent-
       lichkeit und 2. Sonderkonferenz der Generalversammlung der UNO zu
       Fragen der  Abrüstung" in  Genf; das  internationale Seminar "Die
       neue  Etappe   des  Wettrüstens   und  die   gegenwärtige   Frie-
       densbewegung"; die Veranstaltungen der Assoziation zur Unterstüt-
       zung der UNO in der UdSSR sowie andere Treffen.
       Der Wissenschaftliche  Rat hat  Kontakte zu verschiedenen westli-
       chen Forschungszentren und zu internationalen Organisationen her-
       gestellt; hier  sind zu nennen SIPRI (Stockholm), das "United Na-
       tions Institute for Disarmament Research" (UNIDIR) und einige an-
       dere.
       Der Rat  empfing eine  große Zahl von ausländischen Gelehrten und
       von Vertretern verschiedener nationaler und internationaler Orga-
       nisationen. Gäste  des Rats  waren Wissenschaftler  der USA,  der
       Schweiz, Italiens, Indiens, Japans, Schwedens, Islands, Norwegens
       und anderer  Staaten, ferner Mitarbeiter der Sekretariate der UNO
       und UNESCO.
       Diese Begegnungen  eröffneten weite  Möglichkeiten für  den  Mei-
       nungsaustausch mit  führenden Wissenschaftlern  des Westens  über
       aktuelle Fragen  der internationalen Beziehungen und für die Dar-
       legung der  sowjetischen wissenschaftlichen  Konzeption zu Fragen
       von Frieden  und Abrüstung. Oft haben solche Besuche eine Auswei-
       tung der wissenschaftlichen Kontakte, den Austausch von Literatur
       u.a. zur Folge.
       Dies sind  einige Ergebnisse  der Arbeit  des  Wissenschaftlichen
       Rats zur  Erforschung der  Probleme von  Frieden und Abrüstung in
       den ersten  dreieinhalb Jahren  seines Bestehens.  Die Mitglieder
       des Rats bemühen sich um einen möglichst großen konkreten Beitrag
       zur Festigung der internationalen Sicherheit.
       
       (Übersetzung: Gert Meyer)
       
       _____
       1) Prawda vom 23. November 1982.
       2) Frieden und  Abrüstung. Wissenschaftliche  Forschungen, Moskau
       1980, S. 17 (russ.).
       3) Ebenda, Moskau 1982, S. 9 (russ.).
       

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