Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 07/1984


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       FLEXIBILISIERUNG UND KONTROLLE
       ==============================
       
       Neue Technologien und Veränderungen der Betriebsstrukturen
       ----------------------------------------------------------
       am Beispiel der Automobilindustrie
       ----------------------------------
       
       André Leisewitz
       
       1. Belegschaften  und Rationalisierung: Wachsende Skepsis, Orien-
       tierungssuche, neue  Konfliktfelder -  2. Veränderter Reprodukti-
       onstyp -  Umbruch in  der Betriebs- und Fabrikorganisation? - 2.1
       Intensivierung und  Reproduktionstyp unter  wtR-Bedingungen - 2.2
       "Werk 2000" - das Konzept der Flexibilisierung - 2.3 Von der Ein-
       zweckmechanisierung zur  "chaotischen Fertigung"  - aktuelle Ten-
       denzen der Betriebsumstrukturierung - 3. Technische Kontrolle und
       Herrschaft im Betrieb: Neue Möglichkeiten und Grenzen
       
       
       1. Belegschaften und Rationalisierung: Wachsende Skepsis,
       ---------------------------------------------------------
       Orientierungssuche, neue Konfliktfelder
       ---------------------------------------
       
       Arbeiter und  Angestellte beurteilen heute unter dem Eindruck der
       Massen-und Dauerarbeitslosigkeit  die Einführung  neuer Technolo-
       gien im  Betrieb und  die Zukunft der Arbeit wesentlich negativer
       als dies  noch Mitte  der siebziger  Jahre der Fall war. 1) Diese
       überall deutlich  werdende Veränderung in der Beurteilung von Ar-
       beitsplatzsicherheit und  neuen Technologien  im  Betrieb  besagt
       aber noch  nichts über  Handlungsbereitschaft und Einstellung der
       Belegschaften. Jedoch  zeigte der  Verlauf des Kampfes um die 35-
       Stunden-Woche im  Frühsommer 1984, daß bei entsprechender gewerk-
       schaftlicher Orientierung  trotz einer  gegenüber Arbeitszeitver-
       kürzung weitgehend  skeptischen bis  negativen "öffentlichen Mei-
       nung" und  trotz des Drucks der Massenarbeitslosigkeit die in den
       Einstellungsveränderungen zum Ausdruck kommende Erfahrung und Zu-
       kunftsskepsis in  Kampfbereitschaft und  -aktivität  selbst  über
       längere Perioden hinweg umgesetzt werden kann. Dieser Sachverhalt
       ist auch  insofern von Bedeutung, als sich bei der Bundestagswahl
       von 1983 in politisch traditionell sozialreformistisch orientier-
       ten Kernbereichen der Arbeiterklasse Umorientierungen nach rechts
       abzeichneten, die als Reaktion auf das Durchschlagen von Rationa-
       lisierungs- und Krisenfolgen interpretiert werden müssen: Der An-
       stieg der Massenarbeitslosigkeit, die unübersehbare Verschlechte-
       rung der  Beschäftigungsaussichten, die Krisenprozesse in wichti-
       gen Branchen,  die massive Rationalisierungswelle mit ihren nega-
       tiven Folgen  nunmehr auch für Kerngruppen der Betriebe unter ei-
       ner sozialdemokratisch geführten Bundesregierung ließen gegenüber
       den siebziger  Jahren auch  im Milieu von Stammbelegschaften eine
       deutliche Verunsicherung  bisheriger Zukunftserwartungen  an  Ar-
       beit, Arbeitsplatzsicherheit  und "sozialen  Besitzstand" wirksam
       werden, die  sich früher  schon im  Bereich von Randbelegschaften
       gezeigt hatte und die nun auch hier unter den gegebenen Bedingun-
       gen gegen  die Sozialdemokratie und zugunsten konservativer "Auf-
       schwung"-Argumente ausschlug. 2)
       Wie die  Analyse betrieblicher  Abwehrbewegungen  dort,  wo  auch
       Kernbelegschaften unter  massivsten Druck  durch Entlassungen und
       Betriebsschließungen geraten  sind (Betriebsbesetzungen, Bewegun-
       gen im Stahl- und Werftenbereich), 3) sowie der Streiks vom Früh-
       sommer '84  zeigt, ist eine Wende hin zu einer konservativ einge-
       stimmten Sozialpartnerschaft  auf niedrigerem Niveau, wie sie der
       Zielsetzung der  Unternehmerverbände und der Rechtsregierung ent-
       spricht, keineswegs  die zwingende Folge der wachsenden Krisenbe-
       troffenheit und -reflexion im Belegschaftsbewußtsein. Darauf wei-
       sen ebenso, trotz ihrer Widersprüchlichkeit, die Betriebsratswah-
       len vom Frühjahr '84 hin. 4) Dabei sind, wie diese Bewegungen und
       betrieblichen Erfahrungen  zeigen, neue  Probleme in  den Mittel-
       punkt der  betrieblichen Auseinandersetzung, der Orientierungssu-
       che und  Formierung gerückt.  Dies gilt insbesondere für die Ver-
       knüpfung des  Kampfes um Arbeitszeitverkürzung mit der Abwehr von
       Leistungsverdichtung und Arbeitsintensivierung.
       Aus den  zurückliegenden Massenerhebungen  der IG  Metall ist die
       wachsende Belastung  der Belegschaften bei der Arbeit deutlich zu
       entnehmen. 5)  Daß sich hier ein neues Diskussions- und Konflikt-
       feld bei  der Bestimmung  gewerkschaftlicher Gegenstrategien  zur
       Rationalisierung abzeichnet,  zeigte bereits  der letzte  Gewerk-
       schaftstag der  IG Metall:  Das Ansinnen eines beachtlichen Teils
       der Delegierten,  den Kampf um Arbeitszeitverkürzung mit der For-
       derung   nach    Begrenzung   der    Leistungsverdichtung,   nach
       "definierten Arbeitsbedingungen"  resp. Arbeitszeitverkürzung bei
       vollem Lohn-  und Personalausgleich  zu verbinden,  wurde von der
       Mehrheit des Kongresses zwar abgelehnt, jedoch konnte die Notwen-
       digkeit einer  solchen Verknüpfung  im Prinzip  nicht  bestritten
       werden. Diese  Forderung reagiert auf verfestigte Segmentierungs-
       prozesse innerhalb  der Gesamtklasse  - Arbeitslose/Beschäftigte;
       Stamm-/Randbelegschaften -  und versucht  durch Einflußnahme  auf
       Arbeitsbedingungen und  Arbeitsorganisation der  kapitalistischen
       Anwendung neuer  Technologien Belegschaftsinteressen  entgegenzu-
       setzen. Gleiches  gilt für den Lohnrahmentarifvertragsentwurf der
       IG Metall für Südwürttemberg-Hohenzollern/Südbaden. 6)
       Diese Akzentuierung einer an Klasseninteressen orientierten Tech-
       nologiepolitik steht  durchaus in Gegensatz zu traditionellen Mu-
       stern gewerkschaftlicher  Reaktion auf Rationalisierung, auf Ver-
       änderungen der  betrieblichen  Arbeitsorganisation  und  Arbeits-
       platzabbau. Die bis in die unmittelbar betroffenen Krisenbranchen
       hinein nach  wie vor  dominierende Reaktion von Betriebsräten ist
       eher eine  Strategie der betrieblichen Schadensbegrenzung und Ab-
       federung negativer  Rationalisierungsfolgen für die verbleibenden
       Belegschaftsangehörigen, die auf der Basis von Besitzstandssiche-
       rung, Übergangsregelungen,  Abqualifizierungsschutz,  Frühverren-
       tung, veränderten  Arbeitszeitregelungen u.  a. m.  trotz der ge-
       wachsenen Skepsis  gegenüber Automatisierung und Rationalisierung
       einen "modus vivendi" ermöglicht. 7)
       Jedoch dürften die Grenzen einer solchen Abfederungsstrategie und
       eines solchen  Konsenses relativ rasch dort erreicht sein, wo Ra-
       tionalisierungsfolgen und  Arbeitsplatzabbau die  Interessen  von
       Kernbelegschaften nachhaltig berühren, die vordem für die Sicher-
       heit eines  Arbeitsplatzes in  einem "wettbewerbsfähigen" Betrieb
       viel an  sonstigen Einschränkungen  und Belastungen (auch auf Ko-
       sten von  Randbelegschaften) hinzunehmen  bereit waren.  Wie sich
       die betriebliche Auseinandersetzung um die neuen Technologien da-
       bei in  Zukunft gestalten wird, hängt daher auch mit unterschied-
       lichen innerbetrieblichen Interessenkonstellationen gegenüber Ra-
       tionalisierung zusammen.  Kern und Schumann haben hierauf mit ih-
       rem Konzept  der "Rationalisierungsgewinner"  und  "Rationalisie-
       rungsverlierer"  hingewiesen.   8)  Nimmt  man  die  Zukunftsper-
       spektiven einer  ausgesprochen  prosperierenden,  weltmarktorien-
       tierten und  bislang beschäftigungsmäßig  expandierenden  Branche
       wie der Automobilindustrie, so liegen die Probleme auf der Hand:
       Die in Tab. 1 zitierte Prognose ist aus zwei Gründen interessant:
       zum einen macht die Größenordnung des geplanten Beschäftigungsab-
       baus von nahezu einem Viertel des gegenwärtigen Belegschaftsstan-
       des - eine Größenordnung, die der der bekanntgewordenen Planungen
       der einzelnen  Automobilkonzerne durchaus entspricht 9) - bewußt,
       daß  eine   solche  Personalreduzierung   nicht  mehr   mit   den
       "traditionellen" Methoden  der Fluktuationsausnutzung,  der Früh-
       verrentung etc.  realisiert werden  kann. Insofern  dürften  hier
       nicht in  einer Krisen-, sondern in einer absolut prosperierenden
       Branche Entlassungen in größerem Ausmaß bevorstehen, sofern nicht
       radikale Schritte  der Arbeitszeitverkürzung durchgesetzt werden.
       Darüber hinaus  zeigt die Zusammenstellung eine starke Konzentra-
       tion des  Personalabbaus gerade auf den Sektor der weniger quali-
       fizierten, angelernten  Lohnarbeitskräfte, auf die Masse der Lei-
       stungslöhner. Im  Bereich der Montage, der Preßwerke und des Roh-
       baus arbeiten  rund 60  Prozent der  Gesamtbelegschaften; auf sie
       sollen weit  über 80  Prozent des  geplanten Beschäftigungsabbaus
       entfallen. Die  Quoten für diese Gruppen des Gesamtarbeiters lie-
       gen entsprechend zwischen 30 und 40 Prozent der jeweiligen Abtei-
       lungsstärke. In den anderen Betriebsbereichen mit zum Teil höher-
       qualifizierten Lohnarbeitern  (Facharbeiter, Angestellte, techni-
       sche Intelligenz)  ist der geplante Beschäftigungsabbau demgegen-
       über geringer und dürfte hier z.T. auf traditionellem Wege zu be-
       werkstelligen sein.  Damit ist  eine Spaltungslinie innerhalb der
       Belegschaften vorgezeichnet; die Möglichkeiten der Gegenwehr hän-
       gen wesentlich  davon ab,  wie sich die besonders betroffenen Be-
       legschaftsabteilungen  ("Rationalisierungsverlierer")   formieren
       u n d   wie es dabei gelingt, ihre und die Interessen der anderen
       Belegschaftsgruppen in  einem Gesamtkonzept der Gegenwehr zu ver-
       mitteln.
       
       Tabelle 1:
       Neue Technologien,  Gesamtarbeiterstruktur und geplanter Beschäf-
       tigungsabbau in  der Automobilindustrie bis 1990 nach Betriebsbe-
       reichen 10)
       
       Betriebsbereiche in  Beschäftigungs- Anzahl   Personal-
       der Automobilindu-   verteilung 2)   der Be-  abbau durch
       strie                (nach VDA)      schäftig-neue Tech-
                                            ten 3)   nologien 4)
       
       1 Entwicklung/Konstruktion    8%     52 800   bis -10% =  5 280
       2 Produktions-Vorbereitung/
         Verwaltung                 20%    132 000   bis -10% = 13 200
       3 Preßwerk                    8%     52 800   bis -40% = 21 100
       4 Rohbau                     20%    132 000   bis -30% = 39 600
       5 Lackiererei                 4%     26 400   bis -20% =  5 280
       6 Montage                    32%    211 200   bis -30% = 63 300
       7 Instandhaltung              2%     13 200       +-0% =      0
       8 Lagerhaltung                2%     13 200   bis -10% =  1 320
       9 Teilefertigung              4%     26 400   bis -10% =  2 640
                                  -----    -------             -------
                                   100%    660 000             151 780
       _____
       1) Hersteller von Pkw, Lkw, Kfz-Teilen, Anhängern und Aufbauten.
       2) VDA-Angaben zur  Beschäftigungsverteilung in typischen Automo-
       bilbetrieben.
       3) errechnet nach VDA-Angaben zur Beschäftigungsverteilung.
       4) Annahme: Unverändertes Produktionsvolumen.
       
       Für die  Beurteilung zukünftiger  Konfliktzonen beachtenswert ist
       das im Kampf um die 35-Stunden-Woche vom Frühsommer '84 in seiner
       Bedeutung klar hervorgetretene Flexibilisierungskonzept des Kapi-
       tals. Sein  Kern besteht in stärkerer Anpassung von Arbeitszeiten
       und Arbeitsorganisation  an Absatzmöglichkeiten  und  -strategien
       einerseits und an die gewachsene technische Flexibilität von Pro-
       duktionsanlagen und  Arbeitsmitteln andererseits.  Sein  sozialer
       Sinn liegt in dem Versuch, "starre", einheitliche tarifvertragli-
       che Regelungen aufzubrechen und damit Differenzierungs- und Spal-
       tungsprozesse über  bisherige Segmentierungslinien  hinweg in die
       Arbeiterklasse und die Belegschaften hineinzutragen.
       Im folgenden  sollen die materiellen Grundlagen dieser Flexibili-
       sierungsstrategie genauer  untersucht werden.  11) Dabei  konzen-
       triert sich  die Darstellung auf Veränderungen in den Großbetrie-
       ben der Automobilindustrie, also auf Betriebe, die lange Zeit das
       klassische Muster  der "fordistischen"  Massenfabrik  darstellten
       und in  denen sich in Verbindung mit der Einführung neuer Produk-
       tions- und  Verwaltungstechnologien bedeutende  Veränderungen der
       Betriebsstrukturen vollziehen.  Obwohl neue Informationstechnolo-
       gien zuerst  und in stärkerem Maße in den nichtproduzierenden Ab-
       teilungen (Verwaltung,  Rechnungswesen, Planung  etc.) eingeführt
       wurden, gehen  die grundlegenden Strukturveränderungen doch nicht
       von diesen  Abteilungen aus;  sie  werden,  wie  die  Entwicklung
       zeigt, als der Produktion zugeordnete Abteilungen (oder in weiten
       Bereichen,  um   einen  Begriff   von  Braverman  zu  gebrauchen,
       "schattenhafte Nachbildung des gesamten Produktionsprozesses" 12)
       den sich im unmittelbaren Produktionsbereich vollziehenden Umbrü-
       chen angepaßt.
       
       2. Veränderter Reproduktionstyp -
       ---------------------------------
       Umbruch in der Betriebs- und Fabrikorganisation?
       ------------------------------------------------
       
       2.1 Intensivierung und Reproduktionstyp unter wtR-Bedingungen
       -------------------------------------------------------------
       
       Die skizzierten  Einstellungsveränderungen und  die Herausbildung
       neuer betrieblicher  und  gesellschaftlicher  Konfliktfelder  bei
       Einführung neuer Technologien reflektieren die Auswirkungen eines
       einsetzenden Umbruchs  in der  kapitalistischen Fabrik-  und  Be-
       triebsorganisation und  damit im  produktiven und gesellschaftli-
       chen Gesamtarbeiter,  die ihrerseits Inhalt und Ausdruck von Ver-
       änderungen im Reproduktionstyp des Kapitals darstellen.
       Die Kernbereiche  des Reproduktionsprozesses  in den entwickelten
       kapitalistischen Ländern  sind bereits  seit langem vom Typ einer
       intensiv erweiterten Reproduktion geprägt. Dies gilt auch für die
       Bundesrepublik. Jedoch  unterliegt dieser Reproduktionstyp selbst
       Veränderungen; es  ist daher sinnvoll, zwischen verschiedenen Va-
       rianten zu  unterscheiden. 13) Gegenüber früheren Phasen zeichnet
       sich die heute unter dem Einfluß der wissenschaftlich-technischen
       Revolution mit  der breiten  Anwendung elektronischer, informati-
       onsverarbeitender Technologien hervortretende Variante durch eine
       umfassendere Produktionsintensivierung aus, durch die Verknüpfung
       der Ökonomisierung  von konstantem  und variablem Kapital auf der
       Basis neuer  Technologien, eine "effektivere und intensivere Nut-
       zung der  verschiedenen (Kapital-)  Fonds". 14)  Seit  Mitte  der
       siebziger Jahre drängen zahlreiche, aus Veränderungen der äußeren
       und inneren  Kapitalverwertungsbedingungen  erwachsende  Faktoren
       auf einen solchen Umbruch in Richtung auf einen spezifischen, von
       den Bedingungen  der wtR  geprägten Typ  der intensiv erweiterten
       Reproduktion. Auf  den Prozeß selbst deuten die Verschiebungen in
       der Struktur  der Anlageinvestitionen  und die hohen Zuwachsraten
       jener Industriezweige  hin, die neue Rationalisierungsmittel pro-
       duzieren (insbesondere  elektronische  Ausrüstungsgüter,  Büroma-
       schinen, EDV-Einrichtungen  u.ä.), die zunehmende Verbreitung der
       neuen programmgesteuerten Arbeitsmittel und die heute Gestalt an-
       nehmende Tendenz  ihrer Vernetzung, die Umstrukturierungen im ge-
       sellschaftlichen Gesamtarbeiter  mit dem  breiten Wachstum höher-
       und hochqualifizierter  Lohnarbeitskräfte und Gruppen der lohnab-
       hängigen Mittelschichten bzw. der Intelligenz, die Ansätze zu ei-
       nem kapitalsparenden  technischen Fortschritt  als Ausdruck  ver-
       stärkter Ökonomisierung des konstanten Kapitals und die Tatsache,
       daß von  einer Stabilisierung  des Trends  der Produktivitätsent-
       wicklung trotz Wachstumsstagnation und niedriger Kapazitätsausla-
       stungen, die  i.d.R. das  Wachstum der Arbeitsproduktivität stark
       drücken, gesprochen werden kann. 15)
       Von den  Motiven der  kapitalistischen Unternehmen für verstärkte
       Rationalisierung und  Automatisierung  lassen  sich  Rückschlüsse
       sowohl auf  die ihnen  zugrundeliegenden Verwertungsprobleme  wie
       auf die Entwicklungstendenzen im Produktivkraftsystem ziehen.
       Unter den  für die  Periode 1981-1983 wichtigsten Motiven für die
       Einführung von Automatisierungsmitteln einschließlich EDV-Einsatz
       in der Industrie der BRD rangierten noch deutlich vor der Senkung
       des Lohnkostenanteils  die  Verringerung  von  Bearbeitungs-  und
       Durchlaufzeiten sowie die Steigerung der Flexibilität der Produk-
       tion (vgl. Tabelle 2).
       
       Tabelle 2:
       Automatisierungsmotive und  -tendenzen in  der Industrie,  in der
       Investitionsgüterproduktion und  im  Straßenfahrzeugbau  der  BRD
       1981-1983  16)
       
       
       1. Automatisierungsmotiv 1)     Verarb.  Investitions-  Straßen-
                                       Gewerbe  güter prod.    fahrzeug-
                                                Gewerbe        bau
       1.1 Verringerung der Bearbeitungs-
           und Durchlaufzeiten           72         84            94
       1.2 Steigerung der Flexibilität
           der Produktion                60         71            89
       1.3 Verringerung
           des Lohnkostenanteils         57         63            72
       1.4 Senkung des Energieverbrauchs 48         39            49
       1.5 Umweltschutzmaßnahm, (betriebs-
           intern: Hitze, Staub, Lärm
           etc.)                         45         51            73
       
       2. Automatisierungstendenzen in
          betrieblichen Funktionsberei-
          chen 2)
       
       2.1 Entwicklung und Konstruktion +29        +40           +33
       2.2 Materialwirtschaft           +36        +52           +52
       2.3 Fertigungsplanung            +27        +29           +27
       2.4 Fertigungssteuerung          +56        +61           +80
       2.5 Fertigung                    +68        +75           +77
       2.6 Transport                     +9        +14           +44
       2.7 Lager                        +21        +29           +47
       2.8 Vertrieb                     +27        +30           +32
       2.9 Verwaltung                    +5        +-0           +24
       _____
       1) Angaben in  Prozent der  Meldungen, gewichtet mit den Investi-
       tionen; Mehrfachnennungen möglich. Nur die fünf wichtigsten Auto-
       matisierungsmotive aus  einer Liste  von insgesamt vierzehn Moti-
       ven.
       2)  Angegeben werden Salden in Prozent; Plus-(Minus-)Werte bedeu-
       ten, daß  die Automatisierungsinvestitionen  gegenüber  1978-1980
       zunehmen (bzw. abnehmen) werden.
       
       Diese Rationalisierungs-  und Automatisierungsziele verweisen auf
       den Zwang, bei verengten Märkten und stagnierendem Wachstum durch
       kürzere und  flexiblere Produktion sowie rationellere Anlagenaus-
       lastung Kosten  zu senken,  den Umschlag  des zirkulierenden kon-
       stanten Kapitals  zu beschleunigen  und rascher  und mit größerer
       Typenvariation auf Absatzmöglichkeiten reagieren zu können. Diese
       Notwendigkeit einer  flexibleren Produktion  läßt sich jedoch mit
       traditionellen Rationalisierungs-  und  Automatisierungsverfahren
       nur äußerst schwer und kostenaufwendig realisieren.
       In einem  solchen Schlüsselsektor  der Wirtschaft wie der metall-
       verarbeitenden Industrie  sperrte sich die Produktivkraftstruktur
       in vielen  Bereichen bisher  gegen  weiterreichende  Automatisie-
       rungsschritte. Dies  hängt nicht  nur mit dem Charakter der ange-
       wandten Arbeitsmittel zusammen, sondern in vielen Fällen auch mit
       der stofflichen  Seite der  Arbeitsgegenstände. So  werden in der
       metallverarbeitenden Industrie  der Bundesrepublik rd. 75 Prozent
       der Produktion  durch die Klein- und Mittelserienfertigung getra-
       gen, 17)  die kaum Möglichkeiten einer Senkung der Produktionsko-
       sten kennt,  wie sie im Bereich der Massenproduktion durch Fließ-
       fertigung, Arbeitszerlegung  und entsprechenden  Maschineneinsatz
       bei hoher  Kapitalintensität gegeben  ist. Das  benennt umgekehrt
       auch eine  der Grenzen der traditionellen, bei der Produktion auf
       großer Stufenleiter  angewandten Einzweckautomatisierung bzw. der
       in ihrem  Rahmen angewandten  technischen Rationalisierungsmittel
       (Fließfertigung): ihre technologische, auf Grund hoher Kapitalin-
       tensität aber auch ökonomische Starrheit. Diese Starrheit bedingt
       Rentabilität nur bei einheitlichen großen Serien und den Zwang zu
       einer möglichst  langen Anlagennutzung;  sie ermöglicht eine ren-
       table Nutzung  i.d.R. nur  bei der  Produktion von "technologisch
       ausgereiften" Produkten,  die nicht  sonderlich  innovationsreich
       sind.
       Das rasche  Vorantreiben neuer flexibler Automatisierungslösungen
       - die  auf der  Basis der  Mikroelektronik technisch  möglich und
       wirtschaftlich rentabel geworden sind und die unter Anwendung der
       EDV erstmals  in den  fünfziger bzw. sechziger Jahren entwickelte
       Einzelelemente einer  neuen technologischen  Produktionsweise auf
       breiter Front  anzuwenden und  zusammenzuschließen beginnen 18) -
       ist der  den gegenwärtigen  Umbruch im  Reproduktionstyp von  der
       technischen Seite  her charakterisierende  Prozeß. Mit der Anwen-
       dung solcher Elemente flexibler Automatisierung (Roboter, NC/CNC-
       Maschinen,  rechnergestützte  Entwicklung  CAD,  rechnergestützte
       Fertigung CAM,  flexible Fertigungssysteme, automatisierte Lager-
       haltungs- und innerbetriebliche Transportsysteme und, diesen Ele-
       mente der  Produktionsautomatisierung beigeordnet, Büroautomation
       und Einrichtungen der Telekommunikation) werden die Voraussetzun-
       gen höherer quantitativer (Serien- und Losgröße) und qualitativer
       (Typenvielfalt und -Wechsel) Flexibilität geschaffen. 19)
       Wir betrachten  diese bisher allgemein skizzierten Prozesse jetzt
       anhand der  Entwicklung in  den Großbetrieben  der Automobilindu-
       strie der BRD.
       
       2.2 "Werk 2000" - das Konzept der Flexibilisierung
       --------------------------------------------------
       
       Der westeuropäische  Automobilmarkt stagniert seit etwa zehn Jah-
       ren bei  einer überschlägigen Absatzgröße von rd. 8,5 bis 10 Mio.
       PKW/Jahr. Die  Größenordnung der  Überkapazitäten der  Automobil-
       werke in  dieser Region wird auf rd. 2 Mio. Einheiten geschätzt -
       Folge des  stärkeren Absatzes  von relativ billigeren japanischen
       PKW (rd.  1 Mio./Jahr)  und des  Aufbaus von  Überkapazitäten  in
       gleicher Größenordnung  durch die  bereits in  der  Vergangenheit
       sehr großen parallelen Investitionsprogramme zur Rationalisierung
       der Werke.  20) Das Investitionsvolumen der in der BRD ansässigen
       Automobilkonzerne lag  in den letzten fünf Jahren bei rd. 35 Mrd.
       DM. 21)  Für die Zukunft wird keine bedeutende Ausweitung des re-
       gionalen Automobilmarktes erwartet - angesichts des hohen Standes
       der Motorisierung  in den  meisten westeuropäischen  Ländern, der
       Entwicklung der Realeinkommen, der Perspektiven der Arbeitslosig-
       keit und  auch der  demographischen Entwicklung  ist eher Skepsis
       angebracht. Nur  für einige Mittelmeerländer scheint eine deutli-
       che Ausweitung der Motorisierung wahrscheinlich. Auch auf anderen
       internationalen Märkten  sehen die  Expansions- und Konkurrenzbe-
       dingungen für  die westeuropäischen und, trotz ihrer relativ gün-
       stigen Stellung,  die BRD-Konzerne  nicht sonderlich vielverspre-
       chend aus.
       Eine krisenhafte Verschlechterung der Kapitalverwertungsbedingun-
       gen im  Fahrzeugbau hatte  sich bereits  in der ersten Hälfte der
       siebziger Jahre  deutlich gezeigt.  22) Die Automobilkonzerne der
       BRD reagierten mit einer Veränderung ihrer Produktstrategie durch
       Erhöhung der  Typenvielfalt, schnelleren  Modellwechsel, stärkere
       Anpassung an  "individuelle" Käuferwünsche,  also eine Strategie,
       die tiefgreifende  Veränderungen der Fertigungsprozesse notwendig
       machte. Hier liegt der Grund für die Flexibilisierung der Produk-
       tionsabläufe und aller ihnen vor-, neben- und nachgelagerten Ent-
       wicklungs-, Planungs-, Steuerungs-, Kontroll- und Verwaltungsvor-
       gänge, die den gegenwärtig sich vollziehenden technologischen und
       arbeitsorganisatorischen Umbruch  in den  Automobilbetrieben cha-
       rakterisiert. Sie ist zugleich "Schlüsselgröße" der Betriebs- und
       Fabrikplanungen, die  heute ablaufende  Prozesse für  die Zukunft
       fixieren und in konkrete Produktivkraftstrukturen umsetzen.
       Eine im  VW-Konzern erarbeitete  interne Studie  "Werk 2000" läßt
       diese Zukunftskonzeptionen  gut erkennen und liefert aktuelle Be-
       urteilungskriterien für  die Umstrukturierungen. 23) Sie wird da-
       her etwas näher dargestellt.
       Die Studie nennt eine Reihe allgemeiner Trends und Anforderungen:
       24) Stärkere  "Individualisierung" der Produkte und Anpassung der
       Produktpalette an sich wandelnde Anforderungen "in immer kürzeren
       Zyklen"; da  mit einer bedeutenden Produktionssteigerung nicht zu
       rechnen sei, werde steigende Produktvarianz und Typenvielfalt mit
       einem Sinken  der Losgrößen  verbunden sein.  Weiterhin nehme die
       Konjunkturabhängigkeit des  Absatzes zu; die Arbeitszeiten würden
       kürzer. Aus beidem folge die Notwendigkeit, Arbeitszeitregelungen
       und -formen neu zu ordnen. Es sei mit einem steigenden Ausländer-
       und Frauenanteil  an den  Beschäftigten zu  rechnen; sinkende Ar-
       beitszeit und  neue Arbeitsformen könnten eine wachsende Fluktua-
       tion nach  sich ziehen;  aus demographischen  Gründen  werde  das
       Durchschnittsalter  der   Belegschaft  steigen.   Insgesamt  wird
       zugleich von  einer Reduzierung  der Stammbelegschaften ausgegan-
       gen. Daraus  folge als Konsequenz "Anpassung der Betriebseinrich-
       tungen und Arbeitsstellen an häufig wechselnde Werkereinsätze mit
       unterschiedlichen Voraussetzungen.  Die Arbeitsstellen  müssen so
       beschaffen  sein,   daß  kein  langer  Lernprozeß  notwendig  ist
       (flexible Arbeitsstelle, bedienungsfreundlichere Produktionsanla-
       gen)." Die Sicherung der Produktqualität erfordere einerseits die
       Verbesserung der  Meß- und  Kontrolltechnik zwischen den Arbeits-
       operationen mit anschließender Fehlererkennung und -behebung, an-
       dererseits eine  "intensivere Schulung und Ausbildung der produk-
       tiven Stammannschaft und des Wartungspersonals". Wartungsaufgaben
       müßten  verstärkt   von  Produktionswerkern   übernommen  werden;
       zugleich gelte es, das Wartungspersonal mehr in die Produktion zu
       integrieren, wobei  auch Personal  mit Mehrfachausbildung zur An-
       wendung kommen müsse. Insgesamt heißt es hierzu: "Um eine wettbe-
       werbsfähige Fertigung  halten zu  können und die Produktivität zu
       verbessern, ist  eine starke  technologische Veränderung  bis zum
       Jahre 2000  erforderlich. Es  muß eine hochgradige Mechanisierung
       und Automatisierung  erfolgen. Die  heutige Fertigungstechnologie
       der starren Verknüpfung und der Transferstraßen sowie der Bandar-
       beit muß  einer losen  Verkettung und  einer flexiblen  Fertigung
       weichen. Die  Bandarbeitsstellen müssen  stark, wenn  nicht sogar
       ganz reduziert  werden. Die  Entkoppelung von  Mensch und Technik
       ist unumgänglich.  Ein wesentlicher Schub muß aus dem Bereich Or-
       ganisation/Steuerung kommen.  Die Abruf-, Zielsteuerungs-, Infor-
       mations- und  Verwaltungssysteme sind in der Zukunft erheblich zu
       verbessern. Die Zulieferfirmen sind dabei mit einzubeziehen." 25)
       Neben einer  Anpassung der Arbeitsorganisation wird auf die Erhö-
       hung der  Kapitalproduktivität durch Steigerung der Prozeßsicher-
       heit, kontinuierliche Produktion mit Pausendurchlauf der Anlagen,
       eine verstärkte Mensch-Maschine-Entkoppelung im Sinne selbstregu-
       lierender Systeme  mit Pufferung und den Ausbau der Rechnersteue-
       rung in  der Produktion  als vordringliches  Ziel verwiesen.  Das
       Produkt müsse  fertigungstechnisch von der Seite der Konstruktion
       und der  Werkstoffe her  auf die zunehmende Automatisierung zuge-
       schnitten sein.
       Schließlich wird als besonderer Gesichtspunkt für gesellschaftli-
       che Verhältnisse,  unter denen "die Arbeit nicht mehr so stark im
       Mittelpunkt steht",  eine intensivere  Motivationsarbeit "zur He-
       bung des  Qualitätsbewußtseins und der Identifikation mit dem Ar-
       beitsergebnis" hervogehoben.  In die  gleiche  Richtung  der  Be-
       triebsbindung und  Loyalitätssicherung, aber auch der Freisetzung
       zusätzlicher Produktivkräfte  der  lebendigen  Arbeit  durch  Ar-
       beitsidentifikation,  zielt   die  empfohlene   Orientierung  auf
       "basisnäheres" und  "demokratischeres" Führungsverhalten  auf den
       verschiedenen Hierarchiestufen.
       Die Studie  hebt hervor,  daß mit der technologischen Entwicklung
       wesentliche Voraussetzungen dieser Anpassungsmaßnahmen geschaffen
       würden. Die Entwicklung der Elektronik führe u.a. zu einer bedeu-
       tenden Vereinfachung  der Wartung und Reparatur von Steuerungsan-
       lagen (Voraussetzung  für die  verstärkte Übernahme von Wartungs-
       aufgaben durch  Produktionspersonal);  die  flexible,  weitgehend
       personenungebundene Verknüpfung der Aggregate sei durch Anwendung
       von programmierbaren  Flur-  und  Elektrobahnsystemen  mit  hoher
       "Eigenintelligenz" im Verbund mit automatischen Lager- und Ferti-
       gungssystemen realisierbar; die zukünftige Roboterentwicklung ma-
       che die Anlagen verwendbar für mehrere Produkte, rascher umstell-
       bar, sie ermögliche schnellere Reaktion auf Stückzahlschwankungen
       und  erhöhe  ihren  Wiederverwendbarkeitsgrad;  eine  verfeinerte
       Meßtechnik erleichtere  die Fehlererkennung  und reduziere  damit
       die Nacharbeitsquoten.  Mit der Verknüpfung von rechnergestützter
       Konstruktion und  Fertigung (CAD/CAM)  könnten  Produkteinführung
       und Typenwechsel  beschleunigt werden.  Die Entwicklung von rech-
       nergestützten Fertigungssystemen mit analogen fertigungsorganisa-
       torischen Abläufen  (Logistik,  Teilezuführung,  Materialflußkon-
       trolle etc.) mache im Gegensatz zur Entwicklung der Arbeitszeiten
       der Beschäftigten  eine Ausdehnung  der Produktionszeiten der Ma-
       schinen und  Anlagen, also  die Entkoppelung  von Mensch  und Ma-
       schine, möglich. Endlich seien verbesserte Werkzeug-Wechsel-Tech-
       nologien die  Voraussetzung für  kürzere Rüstzeiten,  verringerte
       Losgrößen, den  Einsatz von  Maschinen und  Programmvorgaben  für
       wechselnde Belegungen und einen rascheren Materialfluß.
       Die der  Studie beigefügten  Modellskizzen der Einzelbetriebe für
       ein "Werk  2000" (Preßwerk, Rohbau, Lackiererei, Montage) 26) ge-
       hen von  einer stark  reduzierten Belegschaft  besonders  in  den
       handarbeitsintensiven Sektoren,  von einem  hohen Maß an Rechner-
       steuerung der  Anlagen, der Verknüpfung der einzelnen Fertigungs-
       abschnitte und  Läger resp. Puffer durch automatische Förderungs-
       systeme, einer  weitgehenden Auflösung  von starren  Verkettungen
       sowie von  flexiblen Fertigungssytemen und starkem Robotereinsatz
       aus.
       Man muß  annehmen, daß  eine solche, auf rd. fünfzehn Jahre ange-
       legte Vorausplanung hinsichtlich der in sie eingegangenen Produk-
       tivkraftaspekte einschließlich  der  Konzeptionen  bezüglich  Ar-
       beitsorganisation und  Anwendung lebendiger Arbeitskraft durchaus
       realistisch ist.  Dies ergibt  sich nicht nur aus der für die Er-
       richtung entsprechender  Produktionskomplexe erforderlichen Zeit,
       sondern auch  daraus, daß alle in die Planung eingehenden techno-
       logischen Entwicklungslinien und Elemente heute bereits seit län-
       gerem bekannt  sind und  daß sie  entweder im Rahmen des Konzerns
       z.T. selbst entwickelt und konstruiert (Roboter) bzw. bereits an-
       gewandt oder  doch allgemein erprobt werden. 27) Auch die jüngere
       Technik- und Produktivkraftgeschichte verweist darauf, daß quali-
       tativ neue technologische Elemente eine sich im Durchschnitt zwar
       verkürzende, aber  immer noch  beachtlich hohe  Entwicklungs- und
       Einführungsdauer haben.  28) Die  technologischen Entwicklungsli-
       nien für ein "Werk 2000" sind also einerseits schon seit längerem
       bekannt und  praktisch angewandt;  auf der  anderen Seite  dürfte
       sich ihre  Rentabilität aufgrund von Kostensenkung, Funktionsver-
       besserung und  wachsender Einsatzbreite  in  der  Planungsperiode
       noch deutlich verbessern.
       
       2.3 Von der Einzweckmechanisierung zur "chaotischen Fertigung" -
       ----------------------------------------------------------------
       aktuelle Tendenzen der Betriebsumstrukturierung
       -----------------------------------------------
       
       Das Konzept der Studie "Werk 2000" bestimmt bereits heute die Ra-
       tionalisierung in  den Automobilfabriken.  Ein Blick  auf Tab.  2
       zeigt, daß  die gegenwärtigen  Automatisierungsziele im  Straßen-
       fahrzeugbau von  jenen der  Industrie bzw. der Investitionsgüter-
       produktion z.T. nicht unbeträchtlich abweichen. Der Flexibilisie-
       rungsdruck ist  ausgeprägter, und die Reduzierung des Lohnkosten-
       anteils sowie  innerbetrieblicher Umweltbelastungen haben ein hö-
       heres Gewicht. Dabei konzentrieren sich in der Automobilindustrie
       die  Automatisierungsvorhaben   auf  den  Fertigungsbereich  ein-
       schließlich der  mit ihm durch Transport und Lagerhaltung verbun-
       denen Materialwirtschaft,  also Sektoren mit einem sehr hohen An-
       teil von  Handarbeit (vgl.  Tab. 1). Jedoch sind von beachtlichem
       Gewicht auch  die Rationalisierungsanstrengungen  im Verwaltungs-
       und Bürosektor  der Autokonzerne.  Eine VW-Studie  "Büro der 80er
       Jahre" geht  von einer  Rationalisierungsquote von rd. 35 Prozent
       bis 1990 aus. 29)
       Im Wolfsburger  VW-Werk liegt  Werksangaben zufolge  der relative
       Mechanisierungsgrad mit rd. 80 Prozent im Rohbau und in den Preß-
       werken am höchsten; in der Lackiererei beträgt er rd. 50 Prozent.
       Demgegenüber waren  im Bereich  der Endmontage  bisher nur  rd. 5
       Prozent der Tätigkeiten mechanisiert. Für die 1983 in Betrieb ge-
       nommene Montagehalle 54 - ein Pilotprojekt, dessen Montagetechnik
       in den  nächsten vier  Jahren in allen anderen Produktionsstätten
       des Konzerns eingeführt werden soll 30) - wird heute ein Mechani-
       sierungsgrad von rd. 25 Prozent angegeben, und etwas über 30 Pro-
       zent gelten hier als ein bis zum Ende des Jahrhunderts erreichba-
       res Ziel.  31) Diese Werksabteilungen werden also auch in Zukunft
       eine Bastion  der Handarbeit bleiben, aber - wie die gegenwärtige
       Entwicklung zeigt  - eben auf reduziertem Niveau und stark verän-
       derter technischer Basis.
       Zur Orientierung der heute in Betrieb befindlichen Produktionsan-
       lagen an erhöhter Flexibilität geben wir abschließend einige Bei-
       spiele. 32)
       Im Bereich  der Preßwerke  33) des  VW-Konzerns waren Umrüstungen
       der Pressen für die "Käfer"-Produktion i.d.R. nicht erforderlich;
       heute ist eine solche Einzweckmechanisierung wegen der Breite der
       Modellpalette nicht mehr anwendbar. Die Produktion einer Vielzahl
       von Teilearten  mit auswechselbaren  Werkzeugen  der  Preßanlagen
       wird durch  ein zentrales  Steuersystem mit elektronischer Daten-
       verarbeitung  gelenkt.  Dieses  Fertigungssteuerungssystem  PRESS
       wird nach Systematisierung der im zentralen Vertriebsapparat ein-
       gehenden Bestellungen  von der  Arbeitsvorbereitung programmiert.
       Das Steuerungssystem  überwacht die  Produktion, kontrolliert die
       Materialbestände, die Maschinenleistungen, die laufenden Aufträge
       und die  Produkterstellung, erstellt Fertigungs- und Maschinenbe-
       legungspläne und erfaßt Störzeiten, lokalisiert Störungen und de-
       ren Ursachen  und dirigiert  die Reparaturtrupps.  Die  Zahl  der
       Preßanlagen im Wolfsburger Werk wurde damit (bei gleichbleibender
       Kapazität) zwischen  1979 und  1984 von  395 auf  285  reduziert.
       Durch Verbindung  leistungsfähigerer  Pressen  mit  automatischen
       Stapelhilfen und  Robotern sowie  Teiletransport durch fahrerlose
       Systeme konnte  die Belegschaft  des Preßwerks  in der  genannten
       Zeit von 1100 auf 600 Personen abgebaut werden.
       Ein Anfang 1984 bei Opel/Rüsselsheim im  M o t o r e n b a u  34)
       in Betrieb  genommenes flexibles  Fertigungssystem zur  Fertigung
       von Zylinderköpfen  und -blöcken  besteht aus der Verknüpfung von
       zwölf CNC-Bohrmaschinen,  einer Fräseinheit  sowie zwei  Bearbei-
       tungszentren durch  ein zentrales Materialfluß- und Informations-
       system. Auf der Anlage können gleichzeitig und in beliebiger Rei-
       henfolge vier  verschiedene Werkstücktypen bearbeitet werden; die
       einzelnen Bearbeitungsmaschinen  werden durch  austauschbare Kas-
       setten gesteuert.  In diesem System einer "chaotischen Fertigung"
       laufen die  auf programmgesteuerten Paletten fixierten Werkstücke
       automatisch die  erforderlichen Bearbeitungsstationen an, die das
       jeweils vorgesehene Bearbeitungsprogramm von der Zentralsteuerung
       der Anlage abrufen. Programmerstellung, Rechner- und Anlagenüber-
       wachung sowie  Palettenbestückung und  Wartung/Reparatur sind die
       an dieser  Anlage zu  verrichtenden Tätigkeiten. Ihr wesentlicher
       Vorzug besteht in der hohen Wiederverwendbarkeit durch Umprogram-
       mierung der  Bearbeitungsmaschinen und dem niedrigen werkstückge-
       bundenen Investitionsanteil (20 Prozent). Eine Transferstraße mit
       starrer Automation  und Vollverkettung  hätte vergleichbare Funk-
       tionen nur  mit sehr  viel höherem  Investitionsaufwand und  sehr
       viel geringerem Wiederverwendungsgrad realisieren können. Bei Ma-
       schinenausfall sind Ausweichprogramme vorgesehen; bei Ausfall der
       speicherprogrammierbaren Leitsteuerung  springt  ein  parallelge-
       schaltetes Ersatzsystem  ein. Damit sollen geringe Stillstandzei-
       ten und eine hohe Anlagensicherheit gewährleistet werden.
       Eine von  der Grundstruktur her gleiche Anlage stellen die im Ka-
       rosserierohbau bei VW 35) eingesetzten roboterbestückten Arbeits-
       stationen zum Zusammenschweißen der Karosserien dar; die Analogie
       gilt auch  für die  Funktionen der lebendigen Arbeit. Dies zeigt,
       daß entsprechende  flexible Fertigungseinrichtungen  auf die ver-
       schiedensten Formen  der Werkstückbearbeitung  angewandt und  be-
       reits rentabel eingesetzt werden können.
       Der letzte  Gesichtspunkt verweist auf Anstrengungen zur Ökonomi-
       sierung des konstanten Kapitals. Daß hier durch die neuen Techno-
       logien ein beachtlicher Schub ermöglicht wird, zeigen Veränderun-
       gen in  der Anlagennutzungsmöglichkeit  und -dauer:  In der Phase
       der Einwegmechanisierung  bei der Produktion des VW-Käfers mußten
       bei Modellwechsel  rd. 80  Prozent der Anlagen demontiert werden;
       auf dem  heutigen technologischen  Niveau, das  seit 1983 bei der
       Produktion des  Golf II  angewandt wird,  sollen dies nur noch 20
       Prozent sein. 36)
       Zur Ökonomisierung  des konstanten  und variablen Kapitals gehört
       ferner die Anwendung elektronischer Systeme der  M a t e r i a l-
       w i r t s c h a f t.     37)  Solche   hauptsächlich  unter   dem
       Stichwort "Kanban" diskutierten und durch die Streiktaktik der IG
       Metall  im  Kampf  um  die  35-Stunden-Woche  zeitweilig  in  den
       Mittelpunkt gerückten Systeme zielen auf Umlaufbeschleunigung des
       in Halbzeug  fixierten  konstanten  Kapitals  durch  eine  engere
       Abtaktung von Produktion und Materialzulieferung, auf Senkung der
       Lagerbestände  und  der  damit  verbundenen  Kapitalbindung,  auf
       Reduzierung des  Personalaufwands im  System  der  bürokratischen
       Betriebsplanung, -kontrolle und -abrechnung, auf höhere Terminsi-
       cherheit und  Lieferfähigkeit. Elektronisch gestützte Logistiksy-
       steme sind  darüber hinaus Instrumente der Arbeitsintensivierung,
       da sie  einen exakteren  und rascheren  Betriebsablauf erfordern.
       Zugleich dienen  sie einer stärkeren Bindung und Unterwerfung der
       nichtmonopolistischen Zulieferer  (allein VW hat 2200 Zulieferbe-
       triebe 38) unter das Konzernkapital, indem sie eine systematische
       Integration der  Planungs- und  Produktionsabläufe ihrer Betriebe
       in jene der Abnehmerwerke erzwingen.
       Die hier referierten Zukunftskonzeptionen und aktuellen Tendenzen
       der Betriebs-  und Fabrikflexibilisierung  gelten in erster Linie
       für die Automobilindustrie; sie reflektieren jedoch eine grundle-
       gende Tendenz in der Entwicklung des kapitalistischen Reprodukti-
       onsprozesses. Darauf  verweisen, bei  aller Differenziertheit und
       zum Teil beachtlichen Unterschieden, die grundlegenden Rationali-
       sierungstrends in  der Gesamtwirtschaft. Das gilt dabei in beson-
       derer Weise  für ihren monopolistischen Sektor und ist naturgemäß
       dort am  ausgeprägtesten, wo  bereits die  ersten Schritte in der
       breiten Umsetzung  und Anwendung  der neuen Produktivkräfte getan
       sind. 39)  Zugleich ist es jedoch ein Charakteristikum dieses Um-
       bruchs, daß  die Anwendungsmöglichkeiten  der neuen  Technologien
       weit über den großbetrieblichen Sektor hinausreichen und zum Teil
       mit Blick  auf die in Branchen mit mittleren Betriebsgrößen herr-
       schenden Produktionsbedingungen  zuerst entwickelt  wurden  (dies
       gilt besonders für den Maschinenbau).
       Die Flexibilisierungsstrategie des Kapitals, die seit längerem in
       den Publikationsorganen der Unternehmerverbände systematisch pro-
       pagiert wird und die ein tragendes Element der staatsmonopolisti-
       schen Konzeption  der  weltmarktorientierten  Modernisierung  der
       Wirtschaft ist, 40) ist also sehr viel "tiefergestaffelt", als es
       ihre auf  unmittelbare Fragen  der  Vernutzung  der  Arbeitskraft
       (Arbeitszeit- und  Arbeitsorganisationsregelungen) gerichtete Of-
       fensive vermuten  läßt, die  mit der  Auseinandersetzung  um  das
       "Flexi-Konzept" der  Metall- und Druckunternehmer im Kampf um die
       35-Stunden-Woche deutlich  wurde. Diese  Strategie wurzelt in den
       Strukturveränderungen der  materiellen Produktionsprozesse. Inso-
       fern wird  die Betriebsflexibilisierung  mit allen ihren Implika-
       tionen eine  wichtige Konfrontationslinie  auch  zukünftiger  be-
       trieblicher Klassenauseinandersetzungen bestimmen.
       
       3. Technische Kontrolle und Herrschaft im Betrieb:
       --------------------------------------------------
       Neue Möglichkeiten und Grenzen
       ------------------------------
       
       Eines der hervorstechendsten und konfliktträchtigsten Momente der
       Strategie der Flexibilisierung unter Anwendung neuer Technologien
       ist die  starke Ausweitung der informationstechnischen Durchdrin-
       gung der  Produktionsabläufe und Arbeitsprozesse und die Möglich-
       keit der Zentralisierung der hierbei gewonnenen Daten. Ohne Zwei-
       fel verschafft  dies der  technischen Kontrolle des Kapitals über
       die Arbeitskräfte eine neue Dimension, die auch auf der Ebene des
       Ausbeutungsprozesses signalisiert, daß die klassischen Formen des
       Taylorismus und  Fordismus als  Methoden der  technischen und ar-
       beitsorganisatorischen Unterordnung  der lebendigen  Arbeitskraft
       heute zwar  weiterhin - und dies auch im Rahmen und mit Hilfe der
       neuen Technologien - eine wichtige Rolle spielen, aber doch nicht
       mehr den  phasenbestimmenden Prozeß  der  Vergesellschaftung  der
       Lohnarbeitskraft darstellen.  Die Anwendung  der neuen Informati-
       onstechnologien schafft  in vielen  Bereichen erst die Vorausset-
       zungen für  die systematische Einführung von tayloristischen For-
       men der  Arbeitszerlegung und  Kontrolle (dies gilt besonders für
       den Büro-  und Verwaltungssektor, aber auch für die Arbeit großer
       Gruppen der technischen Intelligenz), und sie ermöglicht dort, wo
       Taylorismus und  Fordismus schon  seit langem dominierten, im Be-
       reich der  unmittelbaren Produktion,  neue und weitergehende Kon-
       trollformen.
       Das Konzept  der Flexibilisierung  ist ohne  Erhöhung der  Daten-
       dichte,   ohne    Systematisierung   der    Datenerfassung    und
       -verarbeitung und  ohne die  Beschleunigung des betrieblichen Da-
       tenflusses nicht  realisierbar. Die  Zukunftskonzeptionen und ge-
       genwärtigen Rationalisierungsvollzüge  hatten  gezeigt,  daß  die
       Rechnersteuerung der betrieblichen Abläufe sowohl der unmittelba-
       ren Produktion  wie der  ihr zu- und beigeordneten Funktionen der
       betrieblichen   Verwaltung,   Planung,   Abrechnung   etc.   eine
       "Schlüsselgröße" darstellen.  Die Beherrschung  der Informations-
       flüsse ist das "Nadelöhr", das bei der Intensivierung des Produk-
       tions- und  Reproduktionsprozesses  nicht  zu  umgehen  ist.  Das
       schließt die  Intensivierung der Arbeit, die Leistungsverdichtung
       ein. Auch  in der  Vergangenheit wurden  Daten und Informationen,
       die sich  auf die  menschliche Arbeitsleistung  beziehen und  die
       nicht unmittelbar  über technische  Prozesse Steuer- und kontrol-
       lierbar waren  (z.B. über  Bandgeschwindigkeiten) in  verobjekti-
       vierter Form erfaßt. Diese Form der Leistungsfixierung bezog sich
       jedoch in  erster Linie  auf Zeiten  und Resultate, nicht auf die
       Realisierung der  unmittelbaren  Arbeitsvollzüge.  Kernpunkt  der
       tayloristischen wissenschaftlichen  Betriebsführung  war  es  be-
       kanntlich gewesen,  in den Bereich der unmittelbaren Arbeitsvoll-
       züge einzudringen, um den Lohnabhängigen die Kontrolle über diese
       Seite ihrer  Lohnarbeit durch  detaillierte Vorgaben zu entziehen
       und damit den in solchen Restformen der Kontrolle über die eigene
       Arbeit wurzelnden  Widerstand gegen die Intensivierung der Arbeit
       zu brechen.  41) Die  wissenschaftliche Betriebsführung  hat  ein
       ganzes Arsenal  der Mittel und Methoden entwickelt, um diese Kon-
       trolle zu erzwingen, Mittel und Methoden, die stets eine Kopplung
       von technischer,  arbeitsorganisatorischer und  personeller  Kon-
       trolle darstellen.  Aus der  Sicht der kapitalistischen Aneignung
       und Ausbeutung  der Lohnarbeitskraft  hatte eine  Grenze  solcher
       Formen der  Kontrolle über  die Arbeit  u.a. darin bestanden, daß
       sie in weiten Bereichen entweder auf der "Eigenberichterstattung"
       der Lohnarbeitskräfte oder der nur zeit- und fallweisen Erfassung
       der Arbeitsvollzüge im Detail (REFA-System) mit der Ableitung von
       Vorgaben beruhte.  Die neuen elektronischen Technologien schaffen
       hier insofern  "Abhilfe", als  sie die  kontinuierliche Erfassung
       interessierender Leistungs- und Arbeitsablaufdaten durch eine di-
       rekte Aufzeichnung  und jederzeit mögliche Auswertung der Maschi-
       nen- und  Anlagendaten schaffen.  Das System der Betriebsdatener-
       fassung (BDE)  gestattet damit ein tieferes Eindringen in den Ar-
       beitsprozeß, als dies bisher für das Kapital möglich war.
       Die Systeme  der Betriebsdatenerfassung  42) - 1981/83 in rund 74
       Prozent aller  Betriebe der  Metallwirtschaft bereits eingeführt,
       wenn auch  längst noch nicht die Gesamtheit der Maschinenprozesse
       erfassend 43) - ermöglichen es in ihren entwickelten Formen, alle
       wesentlichen Aspekte  eines maschinellen Arbeitsganges an der Ma-
       schine selbst  zu registrieren und einer zentralen Auswertung auf
       Werkstatt- oder Abteilungsebene bzw. in der zentralen Fertigungs-
       steuerung zuzuleiten.  Sie sind wesentliche Voraussetzung für die
       Erstellung von  Maschinen- oder  Anlagenbelegungsplänen im Rahmen
       einer flexiblen  Fertigungssteuerung, und sie können mit Einrich-
       tungen der  Terminverfolgung (Rückmeldung  zum Abgleich von Soll-
       und Ist-Daten)  ausgestattet und  an das System der Materialwirt-
       schaft angeschlossen  werden. Zugleich können, wie die betriebli-
       che Praxis  zeigt, BDE-Systeme  bei Rückmeldung  fertiggestellter
       Arbeitsschritte auch  automatisch Daten für die Entgeltabrechnung
       erheben. Sie  sind schließlich ein wesentliches Element im Rahmen
       von betrieblichen Personalinformationssystemen, zu deren wichtig-
       sten technischen  Vorläufern sie im übrigen gehören. Wie rudimen-
       tär solche  BDE-Systeme auch  entwickelt sein  mögen, sie  bieten
       fast immer  die Möglichkeit  der direkten  Leistungs- und Verhal-
       tenskontrolle der Maschinenarbeiter und können Dispositionsspiel-
       räume bei  der Gestaltung  der Arbeitsgänge  (Arbeitsreihenfolge,
       zeitliche Abgleichung  von Leistungsschwankungen  usf.) in weitem
       Maße durch  entsprechende Vorgaben  einengen. Dies  ist besonders
       dort  der   Fall,  wo   wichtige  Aspekte   der   Maschinenarbeit
       (Steuerung, Programmierung)  vom unmittelbaren  Maschinenpersonal
       abgezogen und als eigene Funktionen zentralisiert werden.
       Die Anwendung solcher Formen technischer Kontrolle hat im übrigen
       nichts Willkürliches  an sich;  sie ergibt  sich zwangsläufig aus
       der Tendenz zur Ökonomisierung des konstanten und variablen Kapi-
       tals. Auf  der einen  Seite dienen BDE-Systeme einer Erhöhung des
       Auslastungsgrades der  Anlagen durch  Maschinenbelegungspläne und
       Auslastungskontrolle sowie  der Reduzierung  von Stillstands- und
       Störzeiten durch Kontrolle des Arbeitspersonals und systematische
       Erfassung, Analyse und damit auch Ausschaltung von Störungen. Da-
       mit sollen  sie zugleich  eine Erhöhung der Durchlaufgeschwindig-
       keit bewirken.  Auf der  anderen Seite  sind sie  Hebel stärkerer
       Kontrolle der  lebendigen Arbeit  und damit Mittel der Arbeitsin-
       tensivierung, der stärkeren Abpressung von Mehrarbeit.
       Diese Funktionen unterstreichen die Marxsche Analyse, daß der ka-
       pitalistische Produktionsprozeß als Verwertungs- und Ausbeutungs-
       prozeß zugleich  Herrschaftsprozeß ist,  wobei es  zuerst um  die
       Kontrolle der  Arbeitsleistung geht,  darum, aus der Arbeitskraft
       ein Maximum an Mehrarbeit "auszupumpen". Der Interessenantagonis-
       mus von  Lohnarbeit und Kapital liegt damit auf der Ebene des Ar-
       beitsprozesses auf  der Hand. Dabei reichen die Formen der Gewalt
       des Kapitals  gegen die  Arbeitskräfte vom  stummen  ökonomischen
       Zwang (Druck  der Reservearmee) über innerbetriebliche Sanktionen
       und Betriebsordnungen  und die  Formen der  technischen Kontrolle
       (Anbindung an  das technische  Arbeitsmittel) bis hin zu dem, was
       Edwards bürokratische  Kontrolle nennt, 44) die Einbindung in be-
       triebliche Hierarchie-  und  Abstufungssysteme,  Formen  der  Be-
       triebsbindung usf.
       Diese verschiedenen Methoden der Kontrolle durch das Kapital die-
       nen zugleich  einem weitergehenden  Ziel der  betrieblichen Herr-
       schaft, das  über die  Ausbeutung der  einzelnen Lohnarbeitskraft
       hinausweist, der  Kontrolle und Unterwerfung des Gesamtarbeiters,
       denn, so  Marx, "mit der Masse der gleichzeitig beschäftigten Ar-
       beiter wächst  ihr Widerstand  und damit  notwendig der Druck des
       Kapitals zur  Bewältigung dieses  Widerstands". 45) Die Kontrolle
       des Kapitals  über den  Produktions- und Arbeitsprozeß zielt also
       stets auch  darauf,  Ansätze  zur  betrieblichen  Formierung  der
       Klasse zu  unterdrücken. Dieser  Aspekt der  Herrschaft  betrifft
       insbesondere auch  die Formen  der Arbeitsorganisation,  weil mit
       ihnen eng  die Möglichkeiten der Kommunikation und Entfaltung der
       Lohnabhängigen verbunden sind. In die gegenüber ihren technischen
       Grundlagen relativ  selbständige Arbeitsorganisation  gehen inso-
       fern stets Momente der betrieblichen Herrschaft ein.
       Jedoch zeigt sich hier zugleich die allen Vergesellschaftungsfor-
       men des Kapitals eigentümliche Dialektik. Obwohl die Elemente der
       technischen Kontrolle,  die sich  das Kapital  bereits früher zu-
       nutze machte  (etwa die  Anbindung an  das Fließbandsystem)  eine
       stärkere Unterordnung  der einzelnen  Lohnarbeiter und  die  Kon-
       trolle ihrer  Arbeitsleistung, ihrer  Bewegung und  Kommunikation
       bei der  Arbeit ermöglichten,  spielten sie doch zugleich dem be-
       trieblichen Gesamtarbeiter  durch die ausgeprägtere objektive Ko-
       ordination  und  Verknüpfung  aller  betrieblichen  Abläufe  eine
       starke Waffe  in die Hand, die die Möglichkeit schuf, den Betrieb
       an "empfindlichen" Stellen zu treffen. 46)
       Hier liegt  auch eine  der Grenzen  der neuen  Formen technischer
       Kontrolle. Ohne  Zweifel erweitern  sie die  Zugriffs-  und  Ein-
       griffsmöglichkeiten des Kapitals, indem sie einzelne Arbeitsvoll-
       züge kontrollier-  und steuerbar  machen. Andererseits  führt die
       Flexibilisierung und  stärkere informationstechnologische  Durch-
       dringung der  Betriebe zu einer stärkeren Integration der einzel-
       nen Abläufe und schafft mit der wachsenden Bedeutung von steuern-
       der, überwachender  und koordinierender  Arbeit neue  "Schlüssel-
       stellungen" für die Ausübung betrieblicher Gegenmacht - durch die
       objektive technologische Verküpfung, aber auch durch die stärkere
       objektive  Integration   des  Gesamtarbeiters,  die  neue  Koope-
       rationsbeziehungen und  damit  "Kontaktflächen"  zwischen  seinen
       verschiedenen Gruppen schafft. Um dem entgegenzuwirken, werden in
       Zukunft in  stärkerem Maße solche Formen betrieblicher Herrschaft
       eine  Rolle   spielen,  die   auf  Integrationskonzepten   und  -
       mechanismen beruhen,  wie sie  bereits mit den betrieblichen Qua-
       litätszirkeln praktiziert  werden. 47)  Es sind dies Herrschafts-
       konzepte, die die mit der Massenarbeitslosigkeit gewachsene Klas-
       sen-Segmentierung in Betriebsbindung und -loyalität ummünzen wol-
       len.  Dies   dürfte  auch   ein  wesentlicher   Aspekt  der   von
       Kern/Schumann beschriebenen  Konzernstrategie der  "Requalifizie-
       rung" der Belegschaften sein. 48)
       Aus dem Interessenantagonismus von Lohnarbeit und Kapital auf der
       Ebene der Arbeits- und Produktionsprozesse ergibt sich zwangsläu-
       fig, daß  alle Methoden zur Durchsetzung von Interessen des Kapi-
       tals dem  Klassenkampf unterliegen und potentielle Konfliktpunkte
       darstellen. In der Vergangenheit hatten insbesondere die betrieb-
       lichen Konflikte um die Einführung von Personalinformationssyste-
       men (Daimler-Benz, Opel) mit der Durchsetzung von Betriebsverein-
       barungen zur  Einschränkung wesentlicher,  mit der Einführung der
       PIS beabsichtigter  Kontroll- und  Selektionsmechanismen die Mög-
       lichkeiten und Ansatzpunkte solcher Gegenwehr gezeigt. 49)
       Die betriebliche  Umsetzung der  arbeitszeitlichen  Flexibilisie-
       rungsmöglichkeiten, die  vor allem im Tarifabschluß der Metallin-
       dustrie vom  Frühsommer 1984 eröffnet werden, wird mit Sicherheit
       neue betriebliche  Konflikte um  die Systeme der technischen Kon-
       trolle hervorrufen,  die vom  Interessenstandpunkt  des  Kapitals
       schon zur Registrierung und Einhaltung der individualisierten Ar-
       beitszeiten notwendig  sind. Eine  zentrale Aufgabe  der  Gewerk-
       schaften auf  der betrieblichen Ebene wird es daher sein, den da-
       mit verbundenen Zielen der Differenzierung, Spaltung und Entsoli-
       darisierung der  Belegschaften wirksame Gegenkontrollen entgegen-
       zusetzen und  Forderungen zu  entwickeln, die  die  Interessenge-
       meinsamkeit der Belegschaften zum Tragen bringen.
       
       _____
       1) Vgl. u.a.  Allensbacher Jahrbuch der Demoskopie 1978-1983, Bd.
       VIII, München  u.a. 1983,  S. 511. Umfrageaktion 35-Stunden-Woche
       der IG Metall. Erste Ergebnisse der Gesamtauswertung, in: Gewerk-
       schaftliche Monatshefte 2/1984, S. 112-118.
       2) Vgl. U. Feist, H. Krieger, P. Uttiz, Das Wahlverhalten der Ar-
       beiter bei der Bundestagswahl 1983, in: Gewerkschaftliche Monats-
       hefte 7/1983, S. 414^427
       3) Vgl. dazu die Beiträge von B. Semmler/G. Kautsch und H. Thüer,
       in: Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 6, Frankfurt/M. 1983,
       sowie von F. Fiehler/H. Geißelbrecht im vorliegenden Band.
       4) Vgl. K.  Pickshaus, Politische Trends bei den Betriebsratswah-
       len 1984, in: revier 7/1984, S. 31-35, sowie im vorliegenden Band
       die Beiträge  von J.  Burger/M. Nacken/P. Sörgel und von G. Haut-
       sch/K. Pickshaus/K. Priester.
       5) Vgl. IG  Metall, "Maschinen  wollen sie - uns Menschen nicht".
       Rationalisierung in  der Metallwirtschaft, Frankfurt/M. 1983; Um-
       frageaktion 35-Stunden-Woche der IG Metall, a.a.O.
       6) Vgl. 14.  ord. Gewerkschaftstag  der IG  Metall, München 1983,
       Protokoll, insbes.  S. 525-556; W. Riester, Aktuelle und langfri-
       stige Aufgaben in der Tarifpolitik, in: L. Mahlein u.a., Tarifpo-
       litik unter Krisenbedingungen, Frankfurt/M. S. 51-96.
       7) Vgl. dazu  H. Kern/M. Schumann, Neue Produktionskonzepte haben
       Chancen, in: Soziale Welt 1-2/1984, S. 146 ff.
       8) H. Kern/M. Schumann, a.a.O.
       9) Die gegenwärtig laufenden Investitions- und Rationalisierungs-
       programme allein  von Daimler-Benz, VW, Opel, BMW und Ford belau-
       fen sich  auf rund 39 Milliarden DM (bei einer durchschnittlichen
       Laufzeit von  etwa fünf  Jahren). Der VW-Konzern (112000 Beschäf-
       tigte) plant  eine Belegschaftsreduzierung bis 1990 um 30000, der
       Opel-Konzern (60000 Beschäftigte) um 12000 Beschäftigte. Die Pro-
       gnos AG  schätzte 1980 in einer Studie zur Entwicklung der hessi-
       schen Automobilindustrie  einen Belegschaftsabbau  um 25  Prozent
       bis 1995.  Vgl. M. Muster, Rationalisierung in der Automobilindu-
       strie, in:  H. Buhmann u. a., Geisterfahrt ins Leere. Roboter und
       Rationalisierung in  der  Automobilindustrie,  Hamburg  1984,  S.
       9ff., und: metall Nr. 4/1984, S. 12 ff.
       10) Die Zusammenstellung beruht auf einer unveröffentlichten Stu-
       die des  "Verbandes der  Automobilindustrie"; nach:  Der  Gewerk-
       schafter 4/1984, S. 3.
       11) Dieser Beitrag  stellt damit eine Fortsetzung dar zu: A. Lei-
       sewitz, Neue Technologien und Arbeiterklasse. Zur Entwicklung des
       Produktivkraftsystems in  der  Bundesrepublik,  in:  Marxistische
       Studien. Jahrbuch  des IMSF 6, Frankfurt/M. 1983, S. 84-106, und:
       Perspektiven der  Technikentwicklung und  Technologiepolitik, in:
       Marxistische Blätter 2/1984, S. 62-70.
       12) H.  Braverman,  Die  Arbeit  im  modernen  Produktionsprozeß,
       Frankfurt/New York 1977, S. 184.
       13) Die Veränderungen im Reproduktionstyp wurden in verschiedenen
       Veröffentlichungen des  IMSF seit Ende der siebziger Jahre unter-
       sucht. Vgl. u.a. H. Jung, Die privatmonopolistische Entwicklungs-
       variante des  staatsmonopolistischen Kapitalismus der Bundesrepu-
       blik. Voraussetzungen,  Inhalt,  Perspektiven,  in:  Marxistische
       Studien. Jahrbuch  des IMSF  1, Frankfurt/M.  1978, S.  9 ff.; J.
       Goldberg, Die  Reproduktionsbedingungen des  fixen  Kapitals  als
       Grundlage von  Stagnationstendenzen, in:  ebd., Bd. 2, 1979, S. 9
       ff., bes. 31 ff.
       14) H. Jung/J.  Schleifstein, Die  Theorie des staatsmonopolisti-
       schen Kapitalismus und ihre Kritiker, Frankfurt/M. 1979, S. 58.
       15) Vgl. L.  Maier u.a., Strukturwandel und Strukturkrisen im ge-
       genwärtigen Kapitalismus,  IPW-Forschungshefte 4/1983;  J.  Gold-
       berg, a.a.O.;  die Beiträge von H. Jung und A. Leisewitz in: Mar-
       xistische Studien.  Jahrbuch des IMSF 6, Frankfurt/M. 1983, S. 44
       ff. und  84 ff.;  verschiedene Beiträge  in Ifo-Schnelldienst 17-
       18/1984.
       16) Zusammengestellt nach;  L. Scholz,  Automatisierungstendenzen
       in der Industrie, in: Ifo-Schnelldienst 17-18/1982, S. 32 ff. Be-
       fragt wurden insgesamt 2600 Industrieunternehmen.
       17) H. Bernt, Kapitalistische Rationalisierung mit flexiblen Fer-
       tigungssystemen, in: IPW-Berichte 3/1984, S. 24.
       18) Vgl. A.  Leisewitz,  Neue  Technologien  und  Arbeiterklasse,
       a.a.O.
       19) Vgl. A.  Frosch, Flexible Automation und Arbeitsorganisation,
       in: mehrwert  15-16/1978, S.  145 ff.;  H.-D. Haustein/H.  Maier,
       Flexible Automatisierung  - Kernpozeß der revolutionären Verände-
       rung der  Produktivkräfte in  den achtziger und neunziger Jahren,
       in: Wirtschaftswissenschaft 5/1982, S. 669 ff.
       20) Vgl.  Wirtschaftswoche   29/1984,  S.   36^4;   OECD-Observer
       136/1983.
       21) Nach Angaben  der Konferenz  der Betriebsratsvorsitzenden der
       Automobilkonzerne der Bundesrepublik, in: FR v. 20. 1. 1984.
       22) Zur Entwicklung der Automobilindustrie vgl. folgende Monogra-
       phien: D. Düe/J. Hentrich, Krise der Automobilindustrie, Informa-
       tionsbericht des IMSF 35, Frankfurt/M. 1981; R. Doleschal/R. Dom-
       bois (Hg.),  Wohin läuft VW? Die Automobilproduktion in der Wirt-
       schaftskrise, Reinbek  1982; H.  Buhmann u.a.,  Geisterfahrt  ins
       Leere, a.a.O.;  Entwicklungen in  der Automobilindustrie. Bericht
       vom zweiten  Treffen der  Automobilkoordination im Dezember 1983,
       Hg. SJD - Die Falken NRW/Revier, Duisburg 1984.
       23) PPW-Studie Werk 2000 - zukünftige Entwicklungen und Folgerun-
       gen, Wolfsburg 1982/83.
       24) Ebd., bes. S. 5-14, 27-51.
       25) Ebd., S. 8.
       26) Ebd., S. 56-60.
       27) Vgl. dazu  für die  Metallwirtschaft der  BRD die unter Fn. 5
       zitierte Studie der IG Metall.
       28) Der Beginn  der kommerziellen  Einführung  von  NC-Maschinen:
       1955, von  Industrierobotern: 1962,  von CAD-Systemen:  1965, von
       CNC-Maschinen,  CAM-Systemen  und  flexiblen  Fertigungssystemen:
       1969. Vgl.  H.-D. Haustein, Zur Strategie der flexiblen Automati-
       sierung, in: Wirtschaftswissenschaft 7/1983, S. 1008.
       29) VW AG,  Büro der  80er Jahre, Wolfsburg o. J.; vgl. auch Opel
       AG, Bürosysteme in den Bochumer Werken, Bochum 1984 (hektogr.).
       30) Vgl. FAZ  v. 24.2.1984. In der Halle sind 70 Industrieroboter
       im Einsatz;  die Belegschaftsstärke wurde um 20 Prozent reduziert
       (von 5000 auf 4000 Beschäftigte in zwei Schichten).
       31) G. Hartwich,  Die Automobilindustrie  bleibt auf manuelle Tä-
       tigkeiten angewiesen, in: autogramm (VW-Werkszeitschrift) 5/1984,
       S. 3.  "Betrachtet über  alle Fertigungsbereiche, hat der Automa-
       tisierungsgrad beim  Golf jetzt zirka 55 Prozent erreicht; auf 60
       Prozent werden  wir am Ende dieses Jahrzehnts vielleicht gekommen
       sein. Der  Endpunkt des Mechanisierungspotentials dürfte bei etwa
       65 Prozent liegen."
       32) Zur Typenvariation einige Daten: Nach Angaben von VW sind al-
       lein im Rohbau 3600 verschiedene Karosserievarianten möglich; von
       rd.  450 000  1980  gefertigten  Golf-Wagen  hätten  rd.  340 000
       "individuelle Ausstattungsmerkmale" gehabt. (VW AG (Hg.), So wird
       ein Auto  gebaut, Wolfsburg 1981, S. 14, und: VW AG (Hg.), Arbeit
       am Auto, Wolfsburg 1983, S. 21.)
       33) Nach: VW AG (Hg.), Arbeit am Auto, a.a.O., S. 14 ff und Anga-
       ben von  M. Pusch (stellv. BR-Vors.), in: Wolfsburger Nachrichten
       v. 17.3.1984.
       34) Nach VDI-Nachrichten  12/1984, S.  34, und Rüsselsheimer Echo
       v. 23.2.1984.
       35) Vgl. VW AG (Hg.), Arbeit am Auto, a.a.O., S. 20.
       36) M. Pusch, a.a.O.
       37) Vgl. dazu  H. Wildemann,  Produktion auf Abruf, in: VDI-Zeit-
       schrift 3/1983, S. 53-59; Logistik. Handelsblatt-Serie 1983, Düs-
       seldorf 1983.
       38) Handelsblatt v. 10.10.1983.
       39) Vgl. die  IG-Metall-Erhebung (Fn. 5) und die für IBM durchge-
       führte westeuropäische  Rationalisierungsstudie,  in:  IBM-Nachr.
       268 (1983), S. 35 ff.
       40) Vgl. BMFT  (Hg.), Informationstechnik. Konzeption der Bundes-
       regierung zur  Förderung der Entwicklung der Mikroelektronik, der
       Informations-  und   Kommunikationstechniken,  Bonn   1984;   Zu-
       kunftsperspektiven  gesellschaftlicher   Entwicklung,   Stuttgart
       1983, S. 148 ff.
       41) Dies stellt ausgezeichnet dar H. Braverman, Die Arbeit im mo-
       dernen Produktionsprozeß, a.a.O., S. 73 ff. und 144 ff.
       42) Vgl. dazu:  J. Hofmann,  Personalinformationssysteme,  Frank-
       furt/M. 1982;  U. Klotz,  K. Meyer-Degenhardt, Personalinformati-
       onssysteme. Auf dem Weg zum arbeitsplatzgerechten Menschen, Rein-
       bek 1984,  bes. S. 46ff. und 152ff.; forbit (Hg.), Materialien zu
       Personalinformationssystemen (Hamburg  1984); W. Erb, in: H. Buh-
       mann u. a., Geisterfahrt ins Leere, a.a.O.
       43) IG Metall  (Hg.), Maschinen  wollen sie..., a.a.O., S. 17 und
       67 f.
       44) R. Edwards,  Herrschaft im modernen Produktionsprozeß, Frank-
       furt/New York  1981, bes.  S. 144 ff. Zur Diskussion über techni-
       sche Kontrolle  vgl. die  Lit.-Übersicht bei  G. Dörr,  E. Hilde-
       brandt, R.  Seltz, Veränderung betrieblicher Kontrolle durch com-
       putergestützte Produktionsplanung  und -steuerung, IIVG/dp83-204,
       Wissenschaftszentrum Westberlin, 1983.
       45) K. Marx, Das Kapital, 1. Bd., in: MEW Bd. 23, S. 350.
       46) Dies hebt Edwards, a.a.O., S. 141, hervor.
       47) Vgl.  M.   Pusch,  K.   Volkert,  H.-J.   Uhl,  Qualitätszir-
       kel/Werkstattkreise/Aktionskreise der  Volkswagenwerk AG, in: Ge-
       werkschaftliche Monatshefte 11/1982, S. 740 ff.
       48) H. Kern/M.  Schumann, Neue Produktionskonzepte haben Chancen,
       a.a.O.
       49) Vgl. U.  Klotz/K.  Meyer-Degenhardt,  Personalinformationssy-
       steme, a.a.O.
       

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