Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 11/1986


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       DIE ÖKONOMISCHE STRUKTURKRISE IN FRANKREICH.
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       WORUM GEHT ES BEI IHRER BEWÄLTIGUNG?
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       Paul Boccara
       
       1. Politisch-ideologische  Bedingungen und "Unternehmenskultur" -
       2. Technologische  Revolution und Interventionen in die Unterneh-
       mensleitungen nach Kriterien gesellschaftlicher Effektivität - 3.
       Die Besonderheiten des Finanzwachstums und neue nationale und in-
       ternationale Widersprüche - 4. Ansatzpunkte für Effektivitätskri-
       terien im öffentlichen und privaten Bereich - 5. Französische Be-
       sonderheit und Entwicklung neuer internationaler Kooperationsfor-
       men
       
       Das Aufbrechen  der Strukturkrise  brachte in  Frankreich vor dem
       Hintergrund erster  Ansätze einer  Verbindung von  Arbeiterklasse
       und anderen  breiten Schichten neuer Lohnarbeiter und der Studen-
       ten im Jahre 1968 eine geradezu "explosive" Kritik der technokra-
       tisch-bürokratischen Gesellschaft  mit sich. Diese Kritik entwic-
       kelte sich unter den Bedingungen des Endes der langen Aufschwung-
       phase, jenes  sich über  eine lange Periode hinstreckenden Zyklus
       nach dem zweiten Weltkrieg, und sie war vor allem durch einen ge-
       wissen Optimismus  gekennzeichnet. In ihren neuen, auf Selbstver-
       waltung gerichteten  Erwartungen war  diese  Kritik  dabei  durch
       Aspekte der Rebellion und des Utopismus geprägt.
       Die Gegenwart  nimmt  sich  geradezu  wie  eine  Negation  dieser
       "Explosion" der  Kritik aus:  Heute, 1986,  stößt die  Suche nach
       Auswegen aus der Krise der Gesellschaft auf außerordentlich große
       Schwierigkeiten.
       
       1. Politisch-ideologische Bedingungen und "Unternehmenskultur"
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       Im Namen des Realismus, der Sicherheit und der Effektivität brei-
       tet sich  eine Welle  von Konsens  über die Wertvorstellungen der
       kapitalistischen Rentabilität  aus. Sie ist verbunden mit Krisen-
       angst, Furcht vor Arbeitslosigkeit usw., die die Herrschenden, d.
       h. die  Kapitalisten, als  "Verteiler" von Beschäftigung und Ein-
       kommen wieder näher ins Blickfeld rücken.
       In der  Zwischenzeit hat  die Sozialistische  Partei bis 1981 den
       größten Teil  der neuen  Opposition wieder  gewinnen können, also
       diejenigen, die  sie die "soziologische Mehrheit" (der Lohnabhän-
       gigen) nannte. Nachdem sie mit der Regierung, in der die Kommuni-
       sten in der Minderheit waren, durch die Ausdehnung der Nationali-
       sierung des  Industrie- und  Bankkapitals, die Ausweitung der In-
       teressenvertretungsrechte der  Arbeiter  und  einer  angestrebten
       "Dezentralisierung" Reformen  eingeleitet hatte, hat sie sich nun
       in der "neuen Unternehmenskultur" eingerichtet, und die Kriterien
       der finanziellen Rentabilität rücken in den Vordergrund. Im Namen
       der Erfordernisse  praktischer Leitungsaufgaben  weist  sie  aus-
       drücklich das  Thema des "Bruchs mit dem Kapitalismus" zurück, um
       das sie  im Rahmen  des gemeinsamen Programms und seiner Fortset-
       zungen mit  der Kommunistischen  Partei  rivalisiert  hatte.  Zur
       gleichen Zeit  erlebt man  die Rückkehr der Rechten, die sich den
       Bedingungen der Krise der Gesellschaft angepaßt haben. Die Rechte
       operiert im  Namen der Werte des Unternehmertums und der Rentabi-
       lität und  auch im  Namen eines  gegen den  Etatismus gerichteten
       neuen Liberalismus,  wobei sie insbesondere das Thema "Erfolg" in
       den Mittelpunkt rückt, das sie mit den Sozialisten gemeinsam hat.
       Angesichts dieser  Negation der  "Explosion" der  Kritik von 1968
       durch die  Welle von Konsens über die erneuerten kapitalistischen
       Werte kann  man behaupten,  daß die  Kommunisten ihrerseits  auch
       dazu tendieren,  zur Konstruktion einer Art von "Negation der Ne-
       gation", um  es so  auszudrücken, beizutragen. Inzwischen bemühen
       sie sich,  vom "abstrakten Bruch" mit dem Kapitalismus Abstand zu
       nehmen. Aber  im Gegensatz zu den Sozialisten tun sie das mit der
       Absicht,  einen     P r o z e ß      d e s      k o n k r e t e n
       B r u c h s  in Gang zu setzen, eine Kritik durch neue revolutio-
       näre Konstruktionen,  einen Schritt  in  Richtung  operationeller
       Selbstverwaltung. Im  Mittelpunkt dieser  Vorgehensweise wird die
       von den  Werktätigen aller Bereiche getragene Intervention in die
       Unternehmensleitungen stehen. Eine solche Intervention nach ande-
       ren Kriterien als denen des Kapitals, nach Kriterien sozialer Ef-
       fektivität und  im Rahmen  von  breiten  Sammlungsbewegungen,  in
       denen Konsens  herrscht über  die neuen Ziele, die die Entfaltung
       menschlicher Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellen.
       In konkreten  Interventionen in  die Unternehmensleitungen zugun-
       sten alternativer Vorschläge und in punktuellen politischen Samm-
       lungsbewegungen, die  in diesen  Fragen übereinstimmen,  kann man
       versuchen, hier  oder da,  unmittelbar andere praktische Lösungen
       durchzusetzen. Man  kann so  in konstruktiver Weise gegen die re-
       striktiven Maßnahmen  kämpfen, die auf größere "Flexibilität" mit
       dem Ziel  einer Reduktion  der Arbeitsplätze  oder der  Löhne und
       darüber hinaus  auf die  "Privatisierung" des staatlichen Sektors
       gerichtet sind.  Zur gleichen Zeit kann durch solche alternativen
       Vorschläge und  durch die  Kämpfe um ihre Umsetzung in die Praxis
       eine wirkliche  Kritik an  den Illusionen  geübt werden,  die die
       miteinander rivalisierenden demagogischen Konzepte von rechts und
       links hervorbringen,  und es  kann ihr grundsätzlicher Konsens im
       Dienste der  kapitalistischen Rentabilität  gezeigt werden.  Dies
       scheint ein  Weg zu sein, um die Fixierung auf den Wechsel bloßer
       Oberflächenphänomene zu  überwinden und  eine  wirklich  konkrete
       Neuorientierung der  Politik auf  regionaler und nationaler Ebene
       in Gang zu bringen.
       Die Ansatzpunkte  für einen Ausweg aus der Krise der Gesellschaft
       sind durch  all die  eigentümlichen Bedingungen  geprägt, die der
       gegenwärtigen kapitalistischen  Strukturkrise zugrunde liegen und
       die ganz  andere sind  als die  der vergleichbaren Krise der Zwi-
       schenkriegsperiode. Wir setzen hier die Analyse der Krise als ei-
       ner Periode  langfristiger Überakkumulation  voraus. Die Lösungs-
       versuche der  individuellen Kapitalisten  und der Regierungen zur
       Erhöhung der  unmittelbaren Rentabilität verschärfen noch die Wi-
       dersprüche und  Schwierigkeiten auf globaler Ebene, vor allem die
       der massiven  Arbeitslosigkeit. Von daher rührt die Notwendigkeit
       entschlossener struktureller Veränderungen um diesen Teufelskreis
       zu durchbrechen  und über  strukturelle Kapitalentwertungen einen
       langfristigen Aufschwung zu ermöglichen. Dennoch zeigt die Struk-
       turkrise besondere Züge.
       Die Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit haben unerbittlich ge-
       zeigt, daß  eine einfache quantitative Erweiterung des nationali-
       sierten Sektors  oder staatlicher Finanzierungsanteile in Produk-
       tion und  Konsumtion nicht  genügen. Dies  waren Lösungswege, die
       (über eine  strukturelle Kapitalentwertung  die Rentabilität  des
       privaten Kapitals stützend) für die vergangene Strukturkrise zen-
       tral waren.  In Wirklichkeit  stimuliert der staatliche Finanzie-
       rungstyp, der  zum Ziel  hat, die  Rentabilität der  Kapitale  zu
       stützen,  schließlich   mehr  und  mehr  das  multinationale  Fi-
       nanzwachstum im Gegensatz zum Wachstum der Produktion und vor al-
       lem der  regionalen und nationalen Beschäftigung. Die staatlichen
       Unternehmen, Industrie  und Banken,  die ja selbst zuerst den Wi-
       derspruch zwischen  der Notwendigkeit  zusätzlicher Investitionen
       einerseits und  sinkender Rentabilität andererseits spüren, blei-
       ben dem  Kriterium der finanziellen Rentabilität unterworfen. Sie
       produzieren so  die Widersprüche eines geldkapitalistischen Akku-
       mulationstyps. Sie  werden mehr  und mehr  von  privatem  Kapital
       durchdrungen. Der Typ der öffentlichen Finanzierung wird so durch
       die Vergeudung von staatlichen Geldern desavouiert.
       Während von  allen Seiten  der gesellschaftlichen und politischen
       Kräfte höhere  Anforderungen an  die Effektivität der staatlichen
       Finanzierungen und  Investitionen nach Kriterien kapitalistischer
       Rentabilität gestellt  werden, schlagen  wir  unsererseits  statt
       dessen Eingriffe  von Werktätigen  und Bevölkerungsgruppen  aller
       Bereiche in die Leitung der staatlichen und auch der privaten Un-
       ternehmen ebenso  wie der  staatlichen Dienstleistungen  vor, und
       zwar Interventionen  nach anderen  Kriterien als jenen der finan-
       ziellen Rentabilität, nämlich Kriterien gesellschaftlicher Effek-
       tivität. Es  ist dies die Perspektive des Aufbaus eines Sozialis-
       mus à  la Française, eines selbstverwalteten Sozialismus, die wir
       eröffnen. Sie ist auf solche Eingriffe in die Unternehmensleitun-
       gen und  ihre gegenseitige  Planabstimmung ebenso  wie  auf  neue
       Werte der Selbstverwaltung gegründet. 1)
       
       2. Technologische Revolution und Interventionen in die
       ------------------------------------------------------
       Unternehmensleitungen nach Kriterien gesellschaftlicher
       -------------------------------------------------------
       Effektivität
       ------------
       
       Der Kern  der Strukturkrise, die die gesamte kapitalistische Pro-
       duktionsweise und Gesellschaft erschüttert, wird von einer wahren
       technologischen Revolution  auf allen  Ebenen gebildet. Es genügt
       nicht, einfach  von "wissenschaftlicher  und technischer" Revolu-
       tion zu  sprechen, denn es hat vorher andere gegeben. Ich spreche
       für meinen Teil von den Anfängen der "Informatik-Revolution", die
       mit dem Beginn der Revolution der Automation verbunden ist.
       Man kann  diesen Prozeß  mit dem  der Revolution  der Werkzeugma-
       schine vergleichen  - die  die werkzeugführende  menschliche Hand
       durch Maschinen  ersetzt, die  schneller, mehr und leistungsfähi-
       gere Werkzeuge  in Bewegung  setzen. Diese  Revolution machte den
       Kern der  "industriellen Revolution"  Ende des  18.  Jahrhunderts
       aus. Mit  der Revolution der Automation (und der Informatik) sind
       es bestimmte  Funktionen des menschlichen Gehirns, die auf Steue-
       rungsfunktionen von  Computern übertragen werden. Mit der Tendenz
       zur automatischen  Produktion kann so zugleich die Revolution der
       Werkzeugmaschine vollendet  werden und der Beginn einer neuen Re-
       volution einsetzen,  denn die Handarbeit überdauert diesen Prozeß
       als intelligente  Handarbeit. Unter diesen Bedingungen würde eine
       radikale Infragestellung des kapitalistischen Typs der Produktiv-
       kraftentwicklung der  Gesamtarbeit einsetzen. In jenem historisch
       bestimmten Entwicklungstyp  wird die Steigerung der Produktivität
       erreicht über  den Ersatz  lebendiger Arbeit  durch  Maschinerie,
       durch vergegenständlichte  Arbeit. Der  den Arbeitern  abgepreßte
       Mehrwert wird für die Produktion von Werkzeugmaschinen verwendet.
       Der Produktivitätsfortschritt besteht in einer Einsparung der für
       eine  bestimmte   Produktmenge  benötigten  Gesamtarbeit.  Wachs-
       tumskrisen der Gesamtarbeitsproduktivität (durch übermäßige Akku-
       mulation der  vergegenständlichten Arbeit  und übermäßige Ausbeu-
       tung der  Arbeiter) führten schon in Form langfristiger Überakku-
       mulation zu  langen Phasen  von Schwierigkeiten, die den früheren
       Strukturkrisen, wie  jener der  Zwischenkriegszeit,  entsprachen.
       Sie hatten  schon damals  technologische Veränderungen  nach sich
       gezogen, mit dem Ziel, die vorgeschossene vergegenständlichte Ar-
       beit relativ zu vermindern und die menschliche Arbeitskraft durch
       Erhöhung der  Qualifikation besser  zu nutzen;  das geschah  aber
       noch in ganz und gar begrenzter und provisorischer Weise.
       Die jetzt  beginnende technologische  Umwälzung aber  basiert auf
       einer systematischen  und dauerhaften  Einsparung  vergegenständ-
       lichter Arbeit bezogen auf die Produktmenge. Dementsprechend wür-
       den die  Ausgaben für  die  Qualifikation  und  Reproduktion  der
       menschlichen Arbeitskraft  zum dominierenden Kostenfaktor werden.
       Notwendig wäre  also ein  Typ von  Produktivkraftentwicklung, bei
       dem das Schwergewicht auf die Einsparung vergegenständlichter Ar-
       beit gelegt  wird und  der gleichzeitig  die Entwicklung der men-
       schlichen Fähigkeiten,  die allseitige  Förderung der  lebendigen
       Arbeit in den Vordergrund stellt.
       Zur gleichen  Zeit würde  die Aneignung  von Wissen  im weitesten
       Sinne des Wortes - darin einbegriffen Kenntnisse auf sozio-ökono-
       mischer und  politischer Ebene,  auf der Ebene der Leitungstätig-
       keiten, im Bereich der Kunst usw., also nicht nur in Wissenschaft
       und Technik  - sich graduell zur für die gesamte Ökonomie und Ge-
       sellschaft entscheidenden und wichtigsten Tätigkeiten entwickeln.
       Die Arbeit  im  Dienstleistungssektor,  die  unproduktiv  genannt
       wird, weil  ihr Gegenstand die Menschen und nicht materielle Pro-
       dukte sind,  stellt übrigens  tendenziell mehr als die Hälfte der
       Lohnarbeit dar und amalgamiert sich mehr und mehr mit der produk-
       tiven Arbeit, auf der die allgemeine Produktivität beruht.
       Dennoch dient die den Kriterien kapitalistischer Rentabilität un-
       tergeordnete Einführung  der neuen  Technologien dem Versuch, die
       Parzellierung der Arbeit (Bildschirmarbeiter zum Beispiel) zu er-
       neuern und das Informationsmonopol, die technokratische Kontrolle
       der Arbeit, die Entfremdung und Verstümmelung der produktiven und
       unproduktiven Arbeiter, die Spaltung innerhalb der Belegschaften,
       die integrative  Förderung kapitalistischer  Ziele usw. auf neuer
       Grundlage wiederherzustellen.
       Mit der  Entfaltung neuer technologischer Potentiale und im Kampf
       gegen die  wachsende Vergeudung  materieller Mittel und menschli-
       cher Fähigkeiten eröffnen sich neue Perspektiven. Für die produk-
       tiven Arbeiter  ergibt sich im Kampf für verbesserte Ausbildungs-
       möglichkeiten, für die Entfaltung ihrer Fähigkeiten im Rahmen ei-
       ner Beteiligung  an Leitungs-  und Forschungsaufgaben die Chance,
       das Klassenmonopol  des Kapitals  - mit  der  Perspektive  seiner
       vollständigen Abschaffung - massiv zurückzudrängen. In neuen For-
       men der  Kooperation  können  die  Lohnabhängigen  den  Monopolen
       Schranken setzen,  ihren gemeinsamen Ausbeutern, die bemüht sind,
       sie von  umfassenden Informationen  und wichtigen  Entscheidungen
       auszuschließen. Die  Bedingung dafür  ist der  nach Kriterien ge-
       sellschaftlicher Effektivität geführte gemeinsame Kampf gegen die
       materielle und  finanzielle Vergeudung,  um die Werktätigen aller
       Bereiche und  ihre schöpferische  Kooperation solidarisch zu ent-
       wickeln. Auf  dieser Basis  muß für  neue  Produktionsformen  und
       Dienstleistungen, für  die quantitative  und qualitative Erweite-
       rung der  Arbeitsplätze, für  eine andere Organisation der Arbeit
       und der  Machtbefugnisse in  den Unternehmen und Verwaltungen ge-
       kämpft werden.
       In den  Arbeitsstätten, in  denen man die neuen Technologien ein-
       führt,    vermehren     sich    tendenziell    die    sogenannten
       "Disfunktionalitäten", womit  vor allem  Produktionsstörungen ge-
       meint sind.  Ebenso werden,  was die flexiblen wie die roboterge-
       stützten Arbeitsstätten  betrifft, die  Möglichkeiten  der  neuen
       Techniken nicht  optimal genutzt;  so wird ihre Effektivität ten-
       denziell sehr stark vermindert, und sie bewirken eine beträchtli-
       che Vergeudung materieller und menschlicher Ressourcen.
       Das ist  in besonderem Maße Folge der unzureichenden Aufwendungen
       für die  Qualifikation, für  die Instandsetzung  (präventive  In-
       standsetzung, Diagnostik, rasche Reparatur nach Pannen und Unfäl-
       len), darin  einbegriffen Aufwendungen für die Produktionsagenten
       selbst; es  ist das Ergebnis fehlender Einbeziehung der Produzen-
       ten in  den Entscheidungsprozeß,  ihres fehlenden Überblicks über
       die Zusammenhänge, einer exzessiven Arbeitsintensivierung usw. 2)
       In allen Fällen ist das Streben nach maximaler Ausbeutung der Ar-
       beiter die Grundlage dieser "Disfunktionalitäten", während im üb-
       rigen das  Streben nach  höherer Rentabilität  vor allem  auf die
       Senkung der Lohnkosten zielt und so Vergeudung im Bereich der ma-
       teriellen Mittel begünstigt. Man kann zwar sagen, es handele sich
       nur darum,  Arbeiter durch  ihre Teilnahme an den Beratungen über
       die Konzeption  der neuen  Anlagen ein bißchen mehr partizipieren
       zu lassen,  Leistungsindikatoren mit größerem Spielraum zu benut-
       zen, also  bloß um  eine Neuorganisation,  die  im  Rahmen  einer
       gründlich reformierten  kapitalistischen Unternehmensleitung  der
       Eigeninitiative und der Autonomie (Qualitätszirkeln, selbständige
       Arbeitsgruppen, Initiativgruppen usw.) mehr Raum läßt.
       Angesichts der  in ihrer  tiefgreifenden Wirkung  andauernden und
       selbstzerstörerischen Widersprüche, angesichts des Widerstands im
       Unternehmerlager selbst gegen grundlegende Veränderungen in einem
       Rahmen, der  kapitalistisch bliebe, geht es aber im Grunde um den
       Beginn von  Veränderungen revolutionärer Tragweite, von denen die
       Leitungskriterien und damit auch die kapitalistische Organisation
       der Gesellschaft erfaßt werden.
       Man kann  so damit  beginnen, die  von uns  vorgeschlagenen neuen
       Maßstäbe gesellschaftlicher Effektivität schrittweise durchzuset-
       zen, gestützt  auf konkrete  Eingriffe der Arbeiter in die Unter-
       nehmensentscheidungen. Diese  neuen Kriterien, die angesichts der
       durch zunehmende  Massenarbeitslosigkeit und monetäre Akkumulati-
       onsformen geschaffenen  krisenhaften Bedingungen  entwickelt wur-
       den, drücken  so im  Grunde auch die Erfordernisse des neuen Typs
       von Produktivkraftentwicklung aus, entsprechen also dem Charakter
       der neuen Technologien. 3) An die Stelle der "ökonomischen Renta-
       bilität"  (rentabilité  économique";  Gesamtprofit/Gesamtkapital)
       und der "Finanzrentabilität" ("rentabilité financière"; verfügba-
       rer Profit  ohne Schuldzinsen/Eigenkapital ohne Fremdmittel) set-
       zen wir  als Kriterien  gesellschaftlicher Effektivität die Rela-
       tion  "Wertprodukt/Sachkapital   +  Geldkapital"  ("valeur  ajou-
       tée/capital matériel  et financier" - VA/Cmf) und die Zunahme des
       für die  Werktätigen und  die Bevölkerung  "verfügbaren  Wertpro-
       dukts" ("valeur  ajoutee disponible" - VAd). Wenn VA/Cmf sich er-
       höht, kann  auch der  Teil des  Neuwerts wachsen,  der nicht dazu
       dient, Sach-  oder Geldkapital zu akkumulieren bzw. der im weite-
       ren Sinne kein Profit ist, d.h. alle Ausgaben für die Werktätigen
       und die  Bevölkerung. Es  handelt sich um Löhne, aber auch um ge-
       sellschaftliche Kosten,  Steuern, Ausgaben  für Ausbildung,  For-
       schung usw.  4) Wenn  dieser für die Werktätigen und die Bevölke-
       rung "verfügbare Neuwert" (VAd) sich dank des Wachstums von VA/C,
       aber auch  dank einer anderen Aufteilung des VA und des Wachstums
       des VA selbst erhöht, ermöglicht das umgekehrt eine höhere Effek-
       tivität der  vorgeschossenen materiellen  und finanziellen  Kapi-
       tale, eine  höhere Beschäftigung  und höhere produktive Kapazitä-
       ten. Man  kann versuchen,  durch neue Kooperationsformen zwischen
       Unternehmen zu  einem im  Verhältnis zur gesamten regionalen oder
       nationalen Bevölkerung bei konstanten Preisen wachsenden VAd bei-
       zutragen. 5)
       In Frankreich  wie in  den anderen  entwickelten kapitalistischen
       Ländern verstärken  sich die Anstrengungen um einen neuen Typ der
       Integration der  Werktätigen in  die  Unternehmensleitungen,  und
       zwar im Namen "der Interessiertheit an den Ergebnissen", bzw. von
       "Kosteneinsparungen"   und    im   Namen    der   "Mitbestimmung"
       (participation). Das  geht von  Qualitätszirkeln und noch relativ
       wenig verbreiteten neuen Arbeitsverträgen zur Interessenstimulie-
       rung bis  hin zu,  von den sozialistischen Regierungen eingesetz-
       ten, Initiativgruppen  und zu  Formen der  Partizipation, die die
       Regierung Chirac  einführen will. Einer "Mitbestimmung" freilich,
       die immer  den Unternehmern  das Monopol  der grundlegenden  Ent-
       scheidungen über Investitionen und Finanzen vorbehält.
       Auf der  gewerkschaftlichen Ebene  registriert man  ebenfalls ein
       sehr lebhaftes  Interesse der  C.G.C. (Confédération Génerale des
       Cadres) für  eine "Beteiligung" der leitenden Angestellten an der
       Unternehmensleitung; in der C.F.D.T. (Confédération Française Dé-
       mocratique du Travail) diskutiert man über die "konflikthafte Ko-
       operation" innerhalb  der Unternehmensleitung,  eine Form der Ko-
       operation, bei  der die  "Legimität" der Interessen des Unterneh-
       mensvorstands neben  jener  der  Lohnabhängigen  anerkannt  wird.
       Diese letztere  Position, die  auf dem "konflikthaften" Charakter
       der Kooperation besteht und formell nicht ihre Bezugnahme auf die
       "Selbstverwaltung" leugnen  kann, aber  gleichwohl deklariert vom
       "Manichäismus" des "Klassenkampfes" abzulassen, unterstreicht die
       Besonderheit der französischen Bedingungen. Diese zeigt sich auch
       in den  Anfängen einer  neuen Form der Intervention in die Unter-
       nehmensleitung und einer Anwendung der neuen Leitungskriterien in
       der C.G.T.
       Diese französische  Besonderheit besteht  in  der  traditionellen
       Schärfe des  Klassenkampfes über  alle seine Aufschwünge und Nie-
       derlagen hinweg.  Auf der  einen Seite verweigert ein bedeutender
       Teil der Arbeiter die Klassenkollaboration; hier gibt es die Tra-
       dition des  Kampfes in  breiten Sammlungsbewegungen  für die Her-
       stellung gleicher  gesellschaftlicher Lebensbedingungen.  Auf der
       anderen Seite steht der Autoritarismus eines großen Teils des Un-
       ternehmertums. Ganz abgesehen von seiner Vorliebe für die Geldka-
       pitalbildung und  die Klientelwirtschaft  öffentlicher Fonds wird
       auch stärker als in anderen entwickelten kapitalistischen Ländern
       der Bereich der Bildung und Qualifikation, der betrieblichen For-
       schung und Entwicklung vernachlässigt.
       Von daher  gewinnen die  Anstrengungen des Kapitals um neue Inte-
       grationsformen ihr  besonderes Gewicht.  Dies begründet aber auch
       die Bedeutung  des Konzepts  der neuen  Leitungskriterien und der
       Vorstellungen für  die  Eroberung  von  Führungspositionen  durch
       Klassenkämpfe. Dieses  Konzept reflektiert  sowohl die Ergebnisse
       der   theoretischen    Analyse   des    Problems    Überakkumula-
       tion/Entwertung als Ausdruck der Krise des Staatsmonopolistischen
       Kapitalismus (SMK) als auch die Verarbeitung der neuartigen poli-
       tischen Erfahrungen  mit dem Experiment "der Linken" und den dar-
       aus resultierenden Enttäuschungen. Der Kampf um die Führungsposi-
       tionen beschränkt  sich nicht auf die Unternehmensebene, er bein-
       haltet ein  revolutionäres, die politische und soziale Ebene ein-
       schließendes Projekt. 6)
       
       3. Die Besonderheiten des Finanzwachstums und neue nationale
       ------------------------------------------------------------
       und internationale Widersprüche
       -------------------------------
       
       Die monetäre  Akkumulation in der gegenwärtigen Strukturkrise ist
       quantitativ viel bedeutender als in den vorangegangenen Struktur-
       krisen und  sie trägt  grundlegend neue qualitative Züge. Sie be-
       steht in Goldkäufen, Devisenkäufen, Käufen von Titeln existieren-
       der Gesellschaften,  von Titeln  öffentlicher Anleihen  usw., die
       auf Kosten  realer Investitionen  getätigt werden.  Dieses finan-
       zielle Wachstum hat an der am Wendepunkt des langen Zyklus und am
       Anfang der  durch anhaltende Schwierigkeiten gekennzeichneten Ab-
       schwungphase beschleunigten  Inflation partizipiert.  Aber es be-
       gleitet - in Verbindung mit der Zunahme produktiver Überkapazitä-
       ten, mit  dem Rückgang der Beschäftigung, mit erhöhten Zinssätzen
       und mit  einer angesichts begrenzter Absatzmärkte eingeschränkten
       Kreditaufnahmefähigkeit -  auch die später auftretenden deflatio-
       nistischen Tendenzen.  Diese erhöhen die Schranken der begrenzten
       Nachfrage und des Realwachstums noch.
       Die Akkumulation  von Geldkapital auf Kosten realer Investitionen
       steht in zunehmendem Maße der Akkumulation von Realkapital, teil-
       weise sogar  dessen Reproduktion, im Wege. Was die neuen histori-
       schen Bedingungen  betrifft, so  kann man unter ihnen ganz beson-
       ders zwei  hervorheben. Da  ist auf  der einen Seite die noch nie
       dagewesene Elastizität  des monetären  Systems auf nationaler und
       internationaler Ebene.  Mit dem  Zwangskurs der  nationalen  Zah-
       lungsmittel und der Verstaatlichung der Zentralbanken, ebenso wie
       mit der  Rolle des  Dollars und  der Devisen  im  internationalen
       Geldsystem, hat  die Elastizität  des Kreditgeldes  die Rolle des
       Goldes als  Bezugsgrundlage beträchtlich zurücktreten lassen. Das
       erhöht die  Bedeutung staatlicher Finanzhilfen, in der Krise aber
       auch die Rolle des Staates bei der Internationalisierung des Kre-
       ditsektors. Der  monetäre Sektor  wächst mit  einer Wucht, die es
       bislang noch  nie gegeben  hat. 7) Dies wirkt negativ auf die Be-
       schäftigung im  nationalen Rahmen, solange die neuen Technologien
       unter dem  Vorzeichen kapitalistischen  Rentabilitätsdenkens  vor
       allem zur Vernichtung von Arbeitsplätzen genutzt werden.
       Der multinationale Charakter der großen privaten und öffentlichen
       Banken, die  durch das Streben nach finanzieller Rentabilität ge-
       prägt sind,  hat mit  der Rolle des Dollars als Weltgeld eine au-
       ßergewöhnliche Reichweite  erhalten. Im Gegensatz dazu, teilweise
       aber auch als Ergänzung, dehnt sich das Gewicht des "fiktiven Ka-
       pitals" aus:  in Form  von Staatsanleihen akkumuliertes Geldkapi-
       tal, dessen Verwertung über die Staatseinnahmen gesichert wird.
       Die  innere  und  internationale  Staatsverschuldung,  an  erster
       Stelle die  der US-Regierung,  verweist auf  die neue Zunahme der
       staatlichen Defizite. Diese sind Folgen des Widerspruchs zwischen
       steigenden Anforderungen  an die Staatsausgaben auf der einen und
       rückläufigen Einnahmen  auf der  anderen Seite;  sowohl  sinkende
       Produktion und  Beschäftigung als auch die Steuerentlastungen für
       die Unternehmen führen zu rückläufigen Steuereinnahmen. 8)
       Übrigens hat  sich für die gesamten OECD-Länder zwischen 1960 und
       1982 das  relative Gewicht  der öffentlichen  Ausgaben im  weiten
       Sinne (darin einbegriffen die soziale Sicherung) im Vergleich zum
       nominalen Bruttoinlandsprodukt um mehr als 20% auf 47% erhöht. In
       zahlreichen Ländern  überschreitet  es  sogar  50%,  während  die
       Einnahmen in denselben Ländern nur einen Anteil um die 40% errei-
       chen. 9)
       Die umfangreichen  Rüstungsausgaben dienen gleichfalls der Förde-
       rung der  neuen Technologien  und haben  eine bestimmte Bedeutung
       als Faktor  der Absatzsicherung - sie sind also so Ausdruck para-
       sitärer Formen der Stabilisierungspolitik.
       Die Entwicklungsländer  werden seit  den achtziger  Jahren  durch
       eine gewaltige  Schuldenlast erdrückt; sie haben sich - vor allem
       bei den  großen multinationalen  Privatbanken -  privates Kapital
       verschafft, für das sie nun oft den Schuldendienst nicht mehr be-
       streiten können.  Gleichzeitig fließt privates Kapital in die USA
       ab. Unter diesen Bedingungen vertiefen sich die Widersprüche zwi-
       schen den  Völkern und dem nationalen und internationalen Finanz-
       kapital außerordentlich.  Auf nationaler Ebene konzentrieren sich
       die -  auf lange  Sicht vergeblichen  - Bemühungen  zum Abbau der
       Staatsverschuldung auf die Einschränkung der Sozialausgaben. Dar-
       über hinaus wird versucht (nach dem Ende der Nationalisierungsan-
       strengungen in  Frankreich) Teile der öffentlichen Unternehmen zu
       privatisieren. Die  Privatisierung öffentlicher  Unternehmen, der
       Druck auf  den öffentlichen  Sektor durch die politische Reaktion
       und die Deregulierung vollzieht sich unter Bedingungen, die durch
       die Ausdehnung  des monetären Bereichs, eine Restrukturierung des
       internationalen Monopolkapitals geprägt sind.
       Die Kürzung  von Sozialausgaben  ebenso wie  die Privatisierungen
       verstärken die  Tendenz zum Wachstum des Geldkapitals und zur de-
       flationistischen Beschränkung  der Nachfrage nach gesellschaftli-
       cher Konsumtion und produktiven Investitionen.
       Auf internationaler Ebene stoßen sich die Reden über die Interde-
       pendenz zwischen  den entwickelten  Ländern und den Entwicklungs-
       ländern an der harten Realität eines Teufelskreises von Untergra-
       bung der realen Wachstumsfaktoren und dem Elend Hunderter Millio-
       nen Menschen,  die der  Herrschaft der Geldrentabilitätskriterien
       unterworfen werden.  10) Das  verstärkt wiederum die Schwäche der
       Absatzmärkte, die  zunehmende Instabilität  und  die  Bedürfnisse
       nach neuen Krediten sowie deren Bindung an staatliche Garantien.
       Die Vereinigten  Staaten üben seit dem Beginn der achtziger Jahre
       durch ihre  stark erhöhten  Zinssätze eine  bedeutende Attraktion
       auf die disponiblen Fonds der gesamten kapitalistischen Welt aus,
       vor allem  mit der Aussicht, sie in Schatzscheinen des amerikani-
       schen Staates  anlegen zu  können. Dies bewirkte einen Druck nach
       oben auf  die Zinssätze  der ganzen kapitalistischen Welt und war
       auch eine Ursache für die zeitweilige Hausse des Dollars - dieser
       wurde an den Devisenmärkten verstärkt nachgefragt, um Geldanlagen
       in den  USA zu  tätigen. Indessen hat der hohe Dollarkurs für die
       Vereinigten Staaten  die Exportschwierigkeiten bei gleichzeitiger
       Begünstigung der  Importe beträchtlich erhöht. Von daher die neu-
       erlichen Anstrengungen, den Dollarkurs zu senken, wobei man alles
       versucht, um  sein Abrutschen  zu kontrollieren  und sich vor den
       Risiken eines  kumulativen Kurssturzes,  einer deflationistischen
       Schrumpfungsspirale und einer Flucht aus dem Dollar zu bewahren.
       Nach  den  Vereinigten  Staaten  bemüht  man  sich  nun  auch  in
       Frankreich, wie  in den  meisten anderen Staaten der entwickelten
       kapitalistischen Welt,  das internationale Kapital anzuziehen und
       gleichzeitig die  Expansion ins Ausland zu begünstigen. Zu diesem
       Zweck ist  man bestrebt,  die Finanzmärkte zu deregulieren und zu
       öffnen, mit  der Folge hoher Zinssätze, die im übrigen auch durch
       die starken  staatlichen  Verschuldungsbedürfnisse  hochgetrieben
       werden. Indessen widerspricht die Tendenz zu hohen Zinsen den Be-
       mühungen, durch  niedrige Zinsen produktive Investitionen und die
       Produktion überhaupt  zu stimulieren;  hohe Zinsen stimulieren im
       Gegenteil das  geldkapitalistische Wachstum  noch weiter. Die be-
       trächtlichen Bemühungen der Staaten der herrschenden kapitalisti-
       schen  Länder  um  gegenseitige  Geld-  und  Finanzvereinbarungen
       scheitern am  Gewicht ihrer  inneren und äußeren Widersprüche. In
       welchem Maße  können die Widersprüche und unausweichlichen Verän-
       derungen in  Gesellschaften mit  immer stärker wechselseitig ver-
       schränkten staatlichen  und privaten Sektoren Breschen öffnen, um
       über die Interventionen der Werktätigen und der Bevölkerungen re-
       volutionäre Veränderungen  vorantreiben? Es  geht um Eingriffe in
       die Leitungsfunktionen,  die nach neuen Kriterien gesellschaftli-
       cher Effektivität  ausgerichtet werden, um Interventionen im Rah-
       men "gemischter  Ökonomien" (economies mixtes), die von Grund auf
       neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.
       
       4. Ansatzpunkte für Effektivitätskriterien im öffentlichen
       ----------------------------------------------------------
       und privaten Bereich
       --------------------
       
       Überall beginnt  man, in  einer neuen Art und Weise nach den Maß-
       stäben für die Benutzung und Erhebung der staatlichen und gesell-
       schaftlichen Fonds zu fragen, und zwar als Reaktion auf bestimmte
       massive Vergeudung durch die gegenwärtigen Finanzierungsmethoden.
       Es handelt  sich zunächst  um die Effektivität der Staatsausgaben
       und der Ausgaben für staatliche Dienstleistungen im Verhältnis zu
       den für  die Bevölkerung, die Ökonomie und die Gesellschaft nütz-
       lichen Ergebnisse.  Überall in den öffentlichen Diensten, von den
       Krankenhäusern über die Fernsehanstalten und die Bildungseinrich-
       tungen bis  zu den  Universitäten, wächst  die Notwendigkeit, die
       Leitungsstrukturen denen  der Unternehmen und den neuen Beziehun-
       gen zu den Unternehmen anzupassen. Zugleich kommen die Widersprü-
       che ans  Licht, die  hervorgerufen werden  durch die Durchsetzung
       der Rentabilitätskriterien  der Geldkapitale und ihrer technokra-
       tisch-bürokratischen  Apparate,  mit  den  daraus  entspringenden
       Fehlkalkulationen und  Vergeudungen. Den  konkreten  Bedürfnissen
       besser angepaßte Strukturen und Kalkulationsweisen ergäben Ausga-
       beneinsparungen, die jene Durchsetzung jedoch nicht zuläßt.
       Weiter handelt  es sich um Kriterien für die Effektivität des Sy-
       stems der  Staatseinnahmen und  der staatlichen Dienstleistungen.
       Das kann  auch einen  Hinweis geben auf neue Kriterien der Unter-
       nehmensleitung. Dies sind Kriterien, die, auf der Basis der Erhö-
       hung der auf den Neuwert bezogenen Effektivität der vorgeschosse-
       nen Sach- und Geldkapitale und auf der Basis der zunehmenden Öko-
       nomisierung der  Neuwertproduktion, auf das Wachstum des potenti-
       ellen,    für     die    Werktätigen    und    die    Bevölkerung
       v e r f ü g b a r e n  N e u w e r t s  abzielen. So kann die auf
       g e s e l l s c h a f t l i c h  b e s t i m m t e n  N o r m e n
       beruhende Notwendigkeit,  die Ausgaben  für Bildung und Forschung
       zu erhöhen  in Einklang gebracht werden mit dem Ziel, den für die
       Bevölkerung und  die Werktätigen  verfügbaren notwendigen Neuwert
       ("valeur ajoutée  disponible nécessaire") zu erweitern. Das kann,
       was die  Veranlagung der  Staatseinnahmen angeht,  ganz besonders
       (vor allem regionale) Steuern zur Verminderung der Kapitalvergeu-
       dungen betreffen. Diese Steuern können im Unterschied zu dem, was
       in Frankreich  mit der  neuen Steuer auf die großen Vermögen pas-
       siert, in dem Maße höher oder niedriger veranlagt werden, wie sie
       mehr oder  weniger zur  Erhöhung des  real produzierten  Neuwerts
       beitragen. Was die "Arbeitgeberkosten" für soziale Sicherheit be-
       trifft, haben wir schon eine Veranlagung vorgeschlagen, die nicht
       nur den  Löhnen, sondern auch ihrer Beziehung zu dem produzierten
       Neuwert Rechnung  trägt, nämlich dergestalt, daß die Unternehmen,
       die in  Relation zu  ihrem produzierten  Neuwert, quantitativ und
       qualitativ mehr Arbeitsplätze schaffen, weniger zur Kasse gebeten
       werden und umgekehrt.
       In Betrieben  ist auch  die Verwaltung  der  Fonds  Ausgangspunkt
       neuer Debatten.  Auf der  einen Seite  lobt man die Bemühungen um
       finanzielle Spielräume und Geldüberschüsse zur Selbstfinanzierung
       der internen Betriebsbedürfnisse, die man auf produktive Investi-
       tionen und  Kassenbestände  (permanente  Ressourcen  zur  Nutzung
       kurzfristiger Gewinnchancen)  zu begrenzen  sucht. Das  läuft  im
       Hinblick auf  den höchsten  Stand der Akkumulation und der Unter-
       nehmensrentabilität hinaus  auf  das  Wachstum  des  Geldkapitals
       (darin einbegriffen  das, was der multinationalen Gruppe zufällt,
       der das  Unternehmen eventuell angehört). Durch die Kontrolle be-
       stehender Unternehmen  anstatt produktiver  Neuinvestitionen oder
       darüber hinaus  noch durch  die Eliminierung  von Aktivitäten und
       für Finanzanlagen,  die keine  interessanten Möglichkeiten eröff-
       nen, vollzieht  sich dieser  Prozeß auf  Kosten des realen Wachs-
       tums.
       Auf der anderen Seite sind zahlreiche Unternehmen, die angesichts
       der Absatzschwierigkeiten oder der Erfordernisse von Innovations-
       ausgaben in  eine massive  permanente oder  auf unbegrenzte  Zeit
       lang-, mittel-  und kurzfristig  erneuerte  Verschuldung  geraten
       sind, unter  den von  Seiten der Bank und der Kreditgeber geltend
       gemachten Rentabilität- und Liquiditätserfordernissen auch zu Li-
       quidierungen oder zur Einwilligung in Eingriffe finanzieller Kon-
       trolle und  zur Reduktion  der Arbeitsplätze  gezwungen. 11)  Sie
       sind auch an neuen Modalitäten eigener Fonds und gleichermaßen an
       staatlichen Unterstützungen für Forschung und Entwicklung und In-
       novationen interessiert.  Wenn auch  die Suche nach neuen Anlage-
       möglichkeiten im  Finanzbereich anstelle  von Realkapitalinvesti-
       tionen die  Tendenz zum finanziellen Akkumulationstyp begünstigt,
       so ist  dies doch  auch das  Zeichen für die neuen Möglichkeiten,
       die Aufwendungen für die Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten
       zu erhöhen.
       Die für  ein entwickeltes  kapitalistisches Land  wie  Frankreich
       charakteristische Eingliederung  der überwältigenden Mehrheit der
       Gesellschaft in die Lohnabhängigkeit, 12) die Entwicklung der mo-
       natlichen Lohnauszahlung  und die Explosion der Staats- und Sozi-
       alausgaben  (Sozialversicherung)  wurde  von  den  entsprechenden
       Geldanlagen im  Banken- und  Finanzsystem im weiten Sinne beglei-
       tet. Ebenso wurde der Kredit und die Geldschöpfung durch den Kre-
       dit eine  immer massivere  Komponente der  Löhne und der Ausgaben
       für die  Bevölkerung. Das entspricht genau dem, was wir im Rahmen
       neuer Kriterien gesellschaftlicher Effektivität der Unternehmens-
       leitungen den  für die  Werktätigen  und  die  Bevölkerung  "ver-
       fügbaren Neuwert" (VAd) genannt haben.
       Indessen wird  diese in  den Löhnen und den Ausgaben für die Men-
       schen dargestellte Basis der Kredite durch den neuen an Finanzti-
       teln und  gegen das Realwachstum und die Beschäftigung ausgerich-
       teten Akkumulationstyp in Frage gestellt. Aber solange die Anfor-
       derungen an  "immateriell" genannte  Investitionen für  eine Ent-
       wicklung der  menschlichen Fähigkeiten  (Forschung, Bildung usw.)
       höher werden,  steigt auch  die Anforderung  an Kriterien gesell-
       schaftlicher Wirksamkeit dieser Finanzierungen ebenso wie das Be-
       dürfnis nach  anderen Sicherheiten für den Kredit als die materi-
       ellen oder  übertragbaren Bürgschaften  (Zertifikate). Diese  Si-
       cherheiten können  dargestellt werden durch Potentiale effektiver
       Produktionsaufschwünge, individueller und gesellschaftlicher Ein-
       kommen und  in bestimmter Folge angesammelter Geldmittel, die ih-
       rerseits in  den Arbeiterkollektiven und ihren Ergebnissen reprä-
       sentiert sind.
       
       5. Französische Besonderheit und Entwicklung neuer
       --------------------------------------------------
       internationaler Kooperationsformen
       ----------------------------------
       
       Die Eigenart des französischen Geld- und Finanzsystems wird durch
       die Bemühungen,  sich den Erfordernissen der maximalen Finanzren-
       tabilität anzupassen,  mehr und mehr in Frage gestellt. Die dabei
       auftretenden Schwierigkeiten  und Widersprüche  können aber  auch
       den Übergang  zu neuen Entwicklungen mit revolutionärer Tragweite
       begünstigen. Das hat seine Ursache in der großen Last des parasi-
       tären Finanzwachstums  auf internationaler  Ebene (heute  mit der
       Rolle des  weitverzweigten Netzes und der internationalen Aktivi-
       täten der großen französischen Banken), aber zugleich auch in der
       traditionellen Bedeutung eines Interventionssystems, das bestrebt
       ist, dieses Finanzwachstum zugunsten der nationalen Produktion zu
       kompensieren und  sich vor  der äußeren  angelsächsischen Finanz-
       herrschaft zu  schützen. Die  neuerlichen Anstrengungen (ganz be-
       sonders der sozialistischen Regierung), das System weiter für die
       internationalen Finanzmärkte  zu öffnen  und es, ganz im Zuge des
       hochgetriebenen multinationalen  Finanzwachstums der  staatlichen
       und privaten  Gruppen, nach  dem amerikanischen Modell zu deregu-
       lieren, stoßen  auf  das  Beharrungsvermögen  der  traditionellen
       Strukturen, aber  vor allem  auf die  neuen  Notwendigkeiten  der
       staatlichen Regulierung.
       Im Gegensatz  dazu könnte,  ohne Widerspruch  zur nationalen oder
       regionalen Entwicklung  und zu  den internationalen Kooperations-
       formen neuen  Typs zu  geraten, die Knappheit öffentlicher Mittel
       überwunden werden, wenn grundlegend andere Effektivitätskriterien
       bei der Verwendung der Unternehmensfonds wie bei der Struktur und
       der  Kreditbasis  des  Finanzsystems  in  Kraft  treten  könnten.
       Gleichzeitig könnte  die französische  Tradition unabhängiger Be-
       ziehungen zu  den Entwicklungsländern  und der Blockfreiheit wei-
       terentwickelt werden  durch sehr entschlossene Zusammenarbeit mit
       den Ländern der Dritten Welt, durch andere Beziehungen zu den eu-
       ropäischen Ländern,  zu den  sozialistischen Ländern  und zu  den
       Vereinigten Staaten.  Beziehungen, die effektiv und nicht nur den
       Worten nach eine graduelle Emanzipation vom Dollar zum Ziel haben
       und die  von den wechselseitigen Entwicklungsbedürfnissen der je-
       weiligen Bevölkerungen selbst ausgehen.
       Ein Land  wie Frankreich  ist (in Beziehung zu den genannten Ent-
       wicklungsländern) ein herrschendes und zugleich ein (durch Länder
       wie die Vereinigten Staaten, Japan, die BRD)13 beherrschtes Land.
       Selbst wenn alle Völker der dominierenden Länder in Form der Aus-
       wirkungen der  schwachen Absatzmärkte  in den  abhängigen Ländern
       auf die eigene Beschäftigungsentwicklung die negativen Folgen der
       Ausbeutungspolitik zu  erleiden haben,  ist Frankreich mehr davon
       betroffen als andere hochentwickelte Länder.
       Interessenkonvergenzen können also Frankreich dazu drängen, Alli-
       anzen einzugehen,  in die  Beziehungen neuen  Typs eingeschlossen
       sind. Dies  betrifft vor  allem Allianzen mit Ländern der Dritten
       Welt, die ganz in Übereinstimmung stehen mit der Begünstigung von
       neuen Beziehungen  zwischen diesen  Dritteweltländern selbst. Das
       würde es auch ermöglichen, gemeinsam und effektiv gegen die Herr-
       schaft des Dollars und des multinationalen Finanzsystems zu kämp-
       fen. Dabei  müßte man sich auf zonale Geld- und Finanzsysteme mit
       dem Ziel  stützen, nicht  bloß die Herrschaft des Dollars abzulö-
       sen, sondern  Beziehungen zu  schaffen, die die positive Entwick-
       lung der  Völker ermöglichen.  Das kann auch für andere kapitali-
       stische Länder Europas, etwa Länder mittlerer Bedeutung, gelten.
       So würde in der Europäischen Wirtschaftskommission ein Wiederaus-
       gleich der inneren und äußeren Beziehungen zugunsten der wechsel-
       seitigen Entwicklung  der Beschäftigung gefördert. Sozialistische
       Länder, mit Einschluß Chinas und der UdSSR, könnten auch für die-
       sen neuen  Kooperationstyp interessiert  werden, der  zweifellos,
       wenn er sich entfalten soll, an einer Linie der Blockfreiheit ge-
       genüber allen  sehr großen  Machtgruppierungen festhalten  müßte.
       Man könnte,  ausgehend von  Vorschlägen, die in einer dezentrali-
       sierten Konstruktion  nur bestimmte Unternehmen und bestimmte Re-
       gionen einbeziehen,  damit beginnen, diesen anderen Kooperations-
       typ in Frankreich in die Praxis umzusetzen.
       
       Übersetzer: Reinhard Schweicher.
       
       _____
       1) Zu Fragen  der politischen  Institutionen ebenso  wie zur Ent-
       wicklung der  marxistischen Theorie  des bürgerlichen Staates und
       des proletarischen  Bewußtseins siehe  vor allem  meinen  Artikel
       "Théorie marxiste  et voies autogestionnaires de la révolution en
       France", in: La Pensée, Januar/Februar 1986.
       2) Siehe vor  allem Michel Berry, "Des robots au concret: les ré-
       alités cachées  derrière les mythes" in: Gérer et comprendre, sé-
       rie trimestrielle  des Annales  des Mines,  Nr. 1,  3.  Trimester
       1985.
       3) Siehe vor  allem unser  Buch Intervenir dans les gestions avec
       de nouveaux critères, Editions sociales, Paris 1985. Vgl. die Be-
       sprechung dieses  Buches: Jörg Goldberg, Alternativen zum kapita-
       listischen Typ  der Unternehmensführung,  in: Memo-Forum, Bremen,
       Februar 1986, Sonderheft Nr. 2, S. 73 ff. (die Red.).
       4) Die Ausgaben  für Ausbildung  oder Forschung  werden nicht als
       Bestandteile des  Profits betrachtet,  um Kapital zu bilden, son-
       dern als  Bestandteile des  VAd, um  "Fonds menschlicher Entwick-
       lung" zu bilden.
       5) Wir betrachten  hier nicht die Dialektik zwischen dem, was wir
       "den notwendigen  (necessaire) verfügbaren Neuwert" (VAdn) nennen
       (den tariflichen und gesetzlichen Raten von Löhnen, Sozialbeiträ-
       gen, Ausbildung  usw. entsprechenden  VAd), und "dem zusätzlichen
       (supplementaire) verfügbaren Nennwert" (VAds), der sich auf Über-
       schüsse im  Verhältnis zu den geltenden Raten von Löhnen, Ausbil-
       dung usw. bezieht, die zu den gegebenen effektiven Beständen hin-
       zukommen, während der Nutzen = Profit + VAds ist.
       6) Ein Beweis  für die beginnende Bewußtwerdung der Notwendigkeit
       einer tiefgreifenden  Veränderung der  Leitungskriterien und  der
       andauernden Blockierungen  selbst in  den in  Frankreich vorherr-
       schenden kulturellen  Sphären wird  durch den Bericht für den IX.
       Plan (1984-1988) unter dem Titel "Calcul economique et resorption
       des déséquilibres"  geliefert. Dieser  Bericht, der  von Experten
       aller Denkschulen  vorbereitet wurde, hebt ausdrücklich den inno-
       vativen Charakter  der neuen Kriterien, die wir vorgeschlagen ha-
       ben, hervor.  In seiner  Schlußfolgerung schlägt  er  seinerseits
       vor, die  Rentabilitätskriterien, an denen er festhält, zu korri-
       gieren. Er suggeriert "eine Analyse, die zwei Familien von Krite-
       rien benutzt,  und zwar ..., die 'Produktivitäts'-Effekte auf der
       einen Seite  und ...  die 'Stabilisierungs'-Effekte auf der ande-
       ren". Indessen  würden die  besagten Korrekturkriterien,  wenn an
       der Gleichsetzung  von Produktivitäts- und Rentabilitätskriterien
       festgehalten wird,  und zwar für sich genommen, ohne einen alter-
       nativen Gesamtentwurf,  bloß vorgeben, die destabilisierenden Ef-
       fekte der ausgearbeiteten Projekte unter dem Zwang der Rentabili-
       tätskriterien korrigieren zu wollen.
       (Calcul économique  et resorption  des desequilibres.  Rapport du
       groupe de  travail "Calcul  économique", President  E. Malinvaud,
       president du  groupe technique  E. Guesnerie, rapporteurs D. Gou-
       dard et B. Walliser, La Documentation française, November 1983)
       7) Zur relativ  zunehmenden Bedeutung  des finanziellen Wachstums
       in Frankreich  siehe: Interve-nir  dans les gestions avec de nou-
       veaux criteres, a. a. O., pp. 270-278.
       8) So stellt  das Defizit  der öffentlichen  Verwaltungen in  den
       entwickelten kapitalistischen Ländern schließlich einen Hauptteil
       der privaten  Nettospareinlagen dar  (V. Tanzi, Le déficit budgé-
       taire des Pays industrialisés, Problémes économiques, in: Problé-
       mes économiques,  29. Januar  1986. In Frankreich belief sich der
       Finanzbedarf der  öffentlichen Verwaltungen auf 40,9% der Finanz-
       kapazität der  Haushalte 1981  gegenüber 91,4%  1986; aber er er-
       streckt sich ganz gewiß auch auf die Finanzierung über die äußere
       Verschuldung.
       9) Le rôle du secteur public, in: Revue economique de l'O.C.D.E.,
       Sondernummer, Frühjahr 1985.
       10) Was den  Teufelskreis der  Verschuldung der  Dritten Welt be-
       trifft, hat  selbst ein  amerikanischer Bankier kürzlich die ent-
       scheidende Bedeutung  der "Kriterien für die Zuteilung der Fonds"
       anerkennen müssen. Er insistiert auf dem Prinzip, daß "die Benut-
       zung der Fonds in Funktion ihrer Kapazität, einen realen ökonomi-
       schen Wert  zu schaffen,  beurteilt" werden muß, ohne indessen so
       weit zu gehen, sich von den Kriterien kapitalistischer Rentabili-
       tät zu emanzipieren; er schlägt vielmehr vor, die Aktion der Ban-
       ken zu moralisieren. Richard W. Lombardi, Le piège bancaire, det-
       tes et développement, Paris 1985, p. 182-183.
       11) Siehe zu  den neuen  Analysen hinsichtlich der Geldmittel: G.
       de Myrard,  Le tableau  plurannuel des flux financiers, in: Revue
       française de  gestion, Januar/Februar 1977 und J. Richard, Le ta-
       bleau des  flux du cycle, in: La Revue banque, Dezember 1985; zur
       Tendenz zur permanenten Verschuldung: J. Guillou, Quelles doivent
       être les limites de l'endettement des entreprises dans les annees
       1980?, in: Analyse financière, 3. Trimester 1983.
       12) Wir weisen  darauf hin,  daß mit der Explosion der Städte der
       Dritten Welt  und ihrer zur Lohnabhängigkeit gezwungenen Bevölke-
       rung die  Mehrheit der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2000 verstäd-
       tert sein dürfte.
       13) Unter Vorbehalten der Differenzen in den Kalkülen und den An-
       wendungsfeldern scheinen die verfügbaren Statistiken zur Entwick-
       lung der  in Neuwert  gemessenen Effektivität der Kapitalbestände
       (bei konstanten Preisen) für 1982-1985 eine ziemlich starke Bele-
       bung in  den Vereinigten Staaten anzuzeigen, nach den Verschlech-
       terungen  von   1969-1985,  eine   nur  verlangsamte   Baisse  in
       Frankreich und  eine schwächere  dazwischen liegende  Belebung in
       der BRD. Perspectives économiques de l'OCDE, Mai 1986, tableau 5,
       p. 16.
       

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