Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 11/1986


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       NEUE TECHNIK, PRODUKTIONSSTRUKTUREN UND ANPASSUNGSREAKTIONEN
       ============================================================
       DES SMK
       =======
       
       Ulrich Dolata
       
       1. Veränderungen  in der  technologischen Basis der industriellen
       Produktion: Stand  und Entwicklungstrends - 1.1 Die neuen Techno-
       logien und  ihre Einsatzmöglichkeiten im Produktionsbereich - 1.2
       Rationalisierung in der Produktion - 2. Zur ökonomischen Regulie-
       rung des  technologischen Umbruchs  - 2.1 Technologischer Umbruch
       und veränderte  Reproduktionsbedingungen - 2.2 Umprofilierung der
       Konzernstrukturen -  2.3 Monopolisierung und Regulierung des Wis-
       senschaftsprozesses -2.4 Bruchstellen des Umbruchs.
       
       Es spricht  einiges dafür,  daß die achtziger Jahre zum Jahrzehnt
       des Durchbruchs  der neuen  Rationalisierungstechnologien auch in
       den Kernbereichen  der industriellen  Produktion werden. Der Ein-
       satz von  Prozeßrechnern,  computergesteuerten  Werkzeugmaschinen
       oder Industrierobotern  nimmt zu;  der Auf- bzw. Ausbau komplexer
       Informationsverarbeitungs-, Kommunikations- und Produktionssyste-
       me auf  Basis der  Computertechnologie  macht  beachtliche  Fort-
       schritte. Die  Automatisierungsinvestitionen  in  der  Industrie,
       deren Gewicht  sich im  Gefolge der  Krise 1974/75  erhöht hatte,
       haben in  den achtziger  Jahren weiter an Bedeutung gewonnen. Sie
       zielen nicht  nur auf  die beschleunigte  Nutzung der angehäuften
       Rationalisierungspotentiale in den Schlüsselzweigen der materiel-
       len Produktion, sondern dringen sukzessiv in solche Bereiche vor,
       die  bislang   als  schwer  automatisierbar  galten  (wie  z.  B.
       Montage). Sie  erfassen vor-  und nachgelagerte  Bereiche wie die
       Produktionsplanung, die  Beschaffung, die  Lagerhaltung  und  den
       Absatz. Der  Beschleunigung  der  Rationalisierungsbewegung  ent-
       spricht  ihre   "Verdichtung":  Neben  die  Rationalisierung  und
       Automatisierung einzelner  Glieder in  der Produktion  tritt ihre
       schrittweise  Einbindung   in  produktionstechnologische   und  -
       organisatorische Gesamtkonzepte,  die  auf  die  Vernetzung  vor-
       handener Rationalisierungsschwerpunkte  und ihre  optimale  Inte-
       gration in  den Gesamtzusammenhang unternehmerischer Produktions-
       und Investitionsstrategien hinzielen.
       Die hiermit  verbundenen bzw.  absehbaren Umstrukturierungen  und
       Neuausrüstungen sind  als mehr  oder minder  bruchlose  Umsetzung
       technologischer Neuerungen  in die  Produktion längst  nicht mehr
       angemessen zu erfassen. Von einer "neuen Etappe der wissenschaft-
       lich-technischen Revolution",  1) einer  "neuen Stufe der Produk-
       tivkraftentwicklung" 2) und einer "grundlegend gewandelten Ratio-
       nalisierungssituation" 3)  ist daher  allenthalben die Rede - von
       einem einschneidenden  technologischen Umbruch  im Produktionsbe-
       reich also,  dessen Entfaltung  ganz zweifellos  noch  am  Anfang
       steht. In  seiner Perspektive deuten sich nachhaltige Veränderun-
       gen im  System der Produktivkräfte und der gesellschaftlichen Ar-
       beit an,  die - so ist zu vermuten - auch das regulierende Zusam-
       menspiel der  staatsmonopolistischen Produktionsverhältnisse  und
       Konkurrenzbeziehungen nicht unberührt lassen.
       Die Untersuchung  dieses Zusammenhangs von wissenschaftlich-tech-
       nischem Fortschritt, Umwälzungen in der technologischen Basis der
       Produktion und  Veränderungen in den Produktionsverhältnissen und
       Regulierungsmechanismen des  staatsmonopolistischen  Kapitalismus
       steht im  Mittelpunkt der  weiteren Ausführungen.  Sie  versuchen
       eine Abschätzung  des Standes  und der  Perspektiven  dieses  Um-
       bruchsprozesses und  gehen der  Frage nach  den Möglichkeiten und
       Grenzen seiner sozialökonomischen Bewältigung im heutigen Kapita-
       lismus nach.  Sie fügen  sich damit in die aktuellen Diskussionen
       um die  Perspektiven und die Zukunft dieser Produktionsweise ein.
       4)
       
       1. Veränderungen in der technologischen Basis der industriellen
       ---------------------------------------------------------------
       Produktion: Stand und Entwicklungstrends
       ----------------------------------------
       
       1.1 Die neuen Technologien und ihre Einsatzmöglichkeiten
       --------------------------------------------------------
       im Produktionsbereich
       ---------------------
       
       Die These eines technologischen Umbruchs stützt sich zunächst auf
       die aktuellen  und  perspektivischen    M ö g l i c h k e i t e n
       e i n e r  u m f a s s e n d e n  R e s t r u k t u r i e r u n g
       u n d   F l e x i b i l i s i e r u n g   d e s  i n d u s t r i-
       e l l e n   P r o d u k t i o n s p r o z e s s e s,  die aus der
       rasanten Entwicklung  der Mikroelektronik und Computertechnologie
       selbst resultieren.
       Lange Zeit war die Übertragung der Werkzeugführung, des handwerk-
       lichen Geschicks  und der Muskelkraft vom Menschen auf Maschinen-
       systeme trotz aller technologischen Neuerungen die vorherrschende
       Form der  Mechanisierung und Automation des Produktionsprozesses.
       Ein hoher  Automationsgrad korrelierte  in aller  Regel mit einem
       starren Produktionsverfahren  und einer  hohen Kapitalintensität.
       Die Automatisierungsbemühungen  konzentrierten sich  folgerichtig
       auf die standardisierte Produktion von Massenerzeugnissen, erfaß-
       ten also  nur Ausschnitte  der materiellen Produktion und konnten
       in vor-bzw.  nachgelagerten Bereichen  wie der  Konstruktion, der
       Produktionsplanung und  -vorbereitung, der  Lagerhaltung oder der
       Fertigung (Montage) kaum Fuß fassen.
       Diese Rationalisierungssituation änderte sich mit den Fortschrit-
       ten in  der Mikroelektronik  und Computertechnik grundlegend. Sie
       bilden die  technologische Grundlage für die Übertragung geistig-
       intellektueller, informationsverarbeitender  und logischer  Funk-
       tionen der  menschlichen Arbeitskraft  auf technische Systeme und
       eröffnen dadurch  der Steuerung  und Organisation  der Produktion
       und aller  mit ihr verbundenen Bereiche z.T. völlig neue Möglich-
       keiten. 5)  "In dem Maße, in dem die technischen Systeme tatsäch-
       lich durch  leistungsfähige Rechnersteuerungen an Intelligenz und
       durch komplexe  Sensoren an  Wahrnehmungsfähigkeit gewinnen,  er-
       reicht der  säkulare Prozeß  der Autonomisierung  der Maschinerie
       eine neue  Stufe: Technik  kann in nicht standardisierte Prozesse
       vordringen - Prozesse, die wegen der geforderten Vielfalt und Va-
       riabilität bisher  als Reservat menschlicher Arbeitskraft galten.
       Und in  dem Maße,  in dem die Kapazität, um nicht zu sagen Kompe-
       tenz der  Maschinen nicht mehr nur innerhalb einzelner Maschinen-
       stationen, also inselartig, kultiviert wird, sondern neue Verket-
       tungstechniken im  Zusammenwirken mit  den  umfassenderen  Steue-
       rungsmöglichkeiten den  Brückenschlag zwischen  solchen autonomi-
       sierten Inseln  zulassen, tun sich hochflexible Gesamtsysteme von
       großer Reichweite auf." 6) Die Konstruktion und Produktion intel-
       ligenter materieller  Systeme  ermöglicht  damit  zum  einen  die
       F l e x i b i l i s i e r u n g   vieler Produktionsabläufe - Au-
       tomatisierung geht  nun nicht  mehr einher mit produktionstechni-
       scher und  ökonomischer Starrheit,  sondern dringt  jetzt in  die
       Produktion kleiner  und mittlerer  Serien mit schnell wechselnden
       Typen ein.  Die informationstechnologische  Durchdringung der Fa-
       brik eröffnet  zweitens nicht nur der  V e r k e t t u n g,  zen-
       tralen Steuerung  und Überwachung  des Maschinensystems,  sondern
       auch der   V e r n e t z u n g  u n d  I n t e g r a t i o n  al-
       ler Konstruktions-,  Planungs-, Arbeitsvorbereitungs-,  Produkti-
       ons- und  Fertigungsvorgänge neue  Perspektiven. Zusammen mit der
       schnellen Miniaturisierung,  Verbilligung und Leistungssteigerung
       mikroelektronischer Bauelemente ergeben sich beachtliche Möglich-
       keiten der Intensivierung der Produktion.
       Die Informationstechnologien  werden damit  zu  einem  universell
       einsetzbaren Rationalisierungsinstrument,  das  ausnahmslos  alle
       Bereiche der  Steuerung und  Organisation der Produktion erfassen
       kann. Ihre   E i n s a t z b e r e i c h e    u n d    A n w e n-
       d u n g s f e l d e r   haben sich  auch im Produktionsbereich in
       den letzten Jahren sprunghaft ausgeweitet: 7)
       - Im Vorfeld  der unmittelbaren  Produktion  hat  vor  allem  das
       c o m p u t e r g e s t ü t z t e  K o n s t r u i e r e n  (Com-
       puter aided  design/CAD)  schnell  an  Bedeutung  gewonnen.  CAD-
       Systeme haben  mittlerweile Eingang  in die Konstruktionsbereiche
       nahezu aller Industriezweige gefunden. Zugleich bilden sich heute
       erste Ansätze  einer  c o m p u t e r g e s t ü t z t e n  P r o-
       d u k t i o n s p l a n u n g  u n d  -s t e u e r u n g  (compu-
       ter aided planning/CAP) heraus.
       - Die stoffumwandelnde  Produktion (z.B.  Chemie, Stahl)  ist das
       Haupteinsatzfeld von   P r o z e ß r e c h n e r n,  die Aufgaben
       der Überwachung,  Steuerung und  Optimierung  von  Prozeßabläufen
       übernehmen.
       - Die Automobilindustrie  ist das mit Abstand wichtigste Einsatz-
       feld von   I n d u s t r i e r o b o t e r n.  Sie haben hohe Zu-
       wachsraten vor  allem in  der Fertigung  und der  Montage zu ver-
       zeichnen.
       - Hauptsächlich im  Maschinenbau, aber  auch  in  vielen  anderen
       Branchen, in  denen Werkstücke  bearbeitet werden,  befinden sich
       seit langem   n u m e r i s c h   g e s t e u e r t e    W e r k-
       z e u g m a s c h i n e n    im  Einsatz.  Die  herkömmliche  NC-
       Technik wird  gegenwärtig durch  die CNC-Technik  (CNC = compute-
       rized numerical  control), mit  deren Hilfe Bearbeitungsprogramme
       direkt in  die Maschinen  eingegeben und  dort auch  nachträglich
       korrigiert bzw. optimiert werden können, abgelöst. Erst in gerin-
       ger Zahl  in Betrieb  sind dagegen   f l e x i b l e   F e r t i-
       g u n g s s y s t e m e,    die  aus  mehreren  durch  Werkstück-
       transport- und Speichersysteme miteinander verkoppelten Werkzeug-
       maschinen bestehen  und von  einem  übergeordneten  Prozeßrechner
       gesteuert werden.
       - Die  übergreifende Kontrolle und Überwachung der Produktion er-
       folgt heute schon häufig über computergestützte  B e t r i e b s-
       d a t e n e r f a s s u n g s s y s t e m e.
       - Alle Bemühungen um Teiloptimierungen einzelner Fertigungsberei-
       che und  Produktionsabschnitte werden  in jüngster  Zeit  ergänzt
       durch erste  Versuche, mit Hilfe der Informationstechnologien die
       gesamte logistische  Kette vom Zulieferer über das Rohmaterialla-
       ger, die  Produktion und  Fertigung, das Fertigwarenlager und die
       Warenverteilung bis  hin zum Abnehmer durchzuoptimieren. Entspre-
       chende  Pilotprojekte  im  Bereich  der    P r o d u k t i o n s-
       l o g i s t i k   8) werden  mittlerweile von über 100 Industrie-
       unternehmen in der BRD durchgeführt.
       
       1.2 Rationalisierung in der Produktion
       --------------------------------------
       
       In den  letzten  Jahren  läßt  sich  ein  deutlicher  allgemeiner
       A n s t i e g   d e r  R a t i o n a l i s i e r u n g s i n v e-
       s t i t i o n e n   in der  Industrie feststellen.  9) Im  Unter-
       schied zu  den siebziger  Jahren, in denen sich der Einsatz neuer
       Technologien noch  sehr stark  auf den  Bereich der unmittelbaren
       Informationsverarbeitung  (Büro   und  Verwaltung)   konzentriert
       hatte, hat  die Computertechnik  nun auch  die  Kernbereiche  der
       industriellen Produktion  erfaßt. Im  Vordergrund der  Rationali-
       sierungsbemühungen stehen Prozeßinnovationen vor allem im Bereich
       der Fertigungs-  und Verfahrenstechnik.  Diese Schwerpunktsetzung
       äußert sich  nicht nur  in einer  z.T.  sprunghaften  Verbreitung
       einzelner elektronischer  und computergesteuerter Arbeitsmittel -
       der Bestand  an Industrierobotern  soll sich  z.B. bis  1990 ver-
       fünffachen -, sondern auch in wachsenden Anstrengungen, komplexe-
       re Fertigungssysteme  zu installieren  und die  Fertigungs-  bzw.
       Prozeßüberwachung zu automatisieren. Daneben haben sich vor allem
       die Bemühungen  in den Bereichen der Entwicklung und Konstruktion
       sowie der  Arbeitsvorbereitung und  -steuerung  (Kapazitäts-  und
       Terminplanung, Zeitermittlung,  Erstellung von Arbeitsgrundlagen,
       Materialflußsteuerung u.  a.  auf  Grundlage  der  EDV)  deutlich
       verstärkt.
       Die seit nunmehr über einem Jahrzehnt anhaltende Krisen- und Sta-
       gnationsphase ist  das ökonomische Milieu, in dem sich diese Ent-
       wicklung vollzieht,  die scharfe  (internationale) Konkurrenz  um
       kaum noch expandierende Märkte ihre entscheidende Triebkraft. Die
       technologische und  arbeitsorganisatorische  M o d e r n i s i e-
       r u n g   d e r   i n d u s t r i e l l e n    K e r n s e k t o-
       r e n  wird unter diesen Bedingungen zu einem ganz entscheidenden
       Faktor im Kampf um Wettbewerbspositionen, Marktanteile und Extra-
       profite vor allem auf internationalem Terrain.
       Vor diesem  Hintergrund ist  es nicht verwunderlich, daß die Sen-
       kung der Lohnkosten keineswegs - wie zunächst vielleicht vermutet
       werden  konnte   -  das   dominierende     A u t o m a t i s i e-
       r u n g s m o t i v   d e r    U n t e r n e h m e n    ist.  Sie
       spielt im  Rationalisierungskalkül der  Betriebe sicherlich  auch
       eine wichtige  Rolle, tritt  jedoch hinter das Streben nach einer
       umfassenden     Ö k o n o m i s i e r u n g     u n d      V e r-
       d i c h t u n g  a l l e r  P r o d u k t i o n s p r o z e s s e
       u n d    F l e x i b i l i s i e r u n g    d e r    P r o d u k-
       t i o n s m ö g l i c h k e i t e n   zurück.  Rationalisierungs-
       investitionen in  der Industrie  zielen heute  vor allem  auf die
       Senkung  der   allgemeinen  Produktionskosten   durch   die   in-
       formationstechnologische Durchdringung  bzw. Verzahnung möglichst
       vieler Arbeitsvorgänge  (insbesondere in den Bereichen der Ferti-
       gung und  Montage) sowie eine intensivere und rationellere Ausla-
       stung der  Anlagen. Sie  zielen darüber  hinaus auf  den Auf- und
       Ausbau eines Produktionsapparates, der verhältnismäßig leicht um-
       rüstbar ist  und dementsprechend  schnell und gezielt (etwa durch
       Veränderungen der  Serien- und Losgrößen oder durch Typenwechsel)
       auf Marktprozesse  und Absatzveränderungen  reagieren kann.  Com-
       putergesteuerte Arbeitsmittel schaffen die dazu notwendigen tech-
       nologischen Voraussetzungen.  Dem tritt ein Rationalisierungsver-
       ständnis zur Seite, das sich längst nicht mehr über die Schaffung
       einzelner "Rationalisierungsinseln" oder Pilotprojekte definiert,
       sondern mittlerweile  ihre Vernetzung  und Integration in den be-
       trieblichen Gesamtzusammenhang  als zentrale Aufgabenstellung der
       Zukunft begreift.  "Die Rationalisierung  greift über die Gestal-
       tung einzelner Größen des unmittelbaren Produktionsprozesses hin-
       aus und leistet die konsequente Integration verschiedener, früher
       kaum aufeinander  bezogener Aktionsdimensionen. (...) Gerade die-
       ses durch  ganzheitlichen Zugriff,  systematischerer Planung  und
       konsequenteren Vollzug gekennzeichnete Rationalisierungsverständ-
       nis und das Vorhandensein entsprechender Rationalisierungsinstru-
       mente macht  die   n e u e   Qualität des  heutigen Rationalisie-
       rungspotentials der Betriebe aus." 10)
       Der beachtliche  Anstieg der  Rationalisierungsinvestitionen, die
       beschleunigte Einführung  von Computertechnik  in die  Produktion
       und die  angesprochenen  Veränderungen  im  Rationalisierungsver-
       ständnis vieler (großer) Unternehmen dürfen allerdings nicht dar-
       über hinwegtäuschen,  daß sich der technologische Umbruch im Pro-
       duktionsbereich bei  aller Dynamik  weder einheitlich noch wider-
       spruchslos durchsetzt.  Wirft man  einen flüchtigen Blick auf die
       R a t i o n a l i s i e r u n g s p r o f i l e     d e r    b e-
       d e u t e n d s t e n   I n d u s t r i e b r a n c h e n   d e r
       B R D,   11) so zeigen sich doch z.T. gravierende Unterschiede in
       den Rationalisierungspotentialen,  der Rationalisierungsgeschwin-
       digkeit und  den  spezifischen  Durchsetzungsformen  dieses  Pro-
       zesses,  der  sich  keineswegs  durch  eine  schnelle,  bruchlose
       Einführung  des   vorhandenen  und  einsetzbaren  technologischen
       Potentials in  die Produktion  auszeichnet, sondern  im Gegenteil
       als eine  von Branche zu Branche differenzierte, widersprüchliche
       und häufig  eher zögerliche  Bewegung charakterisiert werden muß.
       Insgesamt zeigt  sich, daß sich die ökonomische Umsetzung techno-
       logischer Innovationen  in die  Produktion unter dem maßgeblichen
       Einfluß branchenspezifischer  Entwicklungsprofile vollzieht. Dies
       betrifft sowohl  die spezifischen  technologischen  Möglichkeiten
       und Rationalisierungspotentiale der einzelnen Zweige als auch die
       teils eher  privat-, teils  eher staatsmonopolistisch charakteri-
       sierten Durchsetzungsformen, die dieser Modernisierungsprozeß an-
       nehmen kann.  Er beschränkt sich allerdings keineswegs auf expan-
       sive Branchen,  sondern wird  auch in stagnierenden bzw. schrump-
       fenden Branchen  vorangetrieben 12)  - in  einer  Situation,  die
       durch  langanhaltende  Stagnationserscheinungen,  Überkapazitäten
       und Absatzprobleme  gekennzeichnet ist,  allerdings oft nur unter
       dem Druck scharfer Konkurrenzkämpfe. "Risiken, Unsicherheiten und
       Marktbegrenzungen hemmen  die Anlage  von Kapital,  aber zugleich
       erzwingt der Kampf um die Märkte verstärkte Bemühungen zum Erhalt
       und Ausbau  von Konkurrenzpositionen,  das heißt, zur Modernisie-
       rung, Umstrukturierung und auch Erweiterung von Kapazitäten." 13)
       
       2. Zur ökonomischen Regulierung des technologischen Umbruchs
       ------------------------------------------------------------
       
       2.1 Technologischer Umbruch und
       -------------------------------
       veränderte Reproduktionsbedingungen
       -----------------------------------
       
       Es gibt  keine abstrakte, von der gesellschaftlichen und ökonomi-
       schen  Bewegung   losgelöste  Produktivkraftentwicklung.  Wissen-
       schaftlich-technische Neuerungen  und technologische  Umwälzungen
       vollziehen sich  immer vor dem Hintergrund historisch gewachsener
       gesellschaftlicher Produktions-  und  Austauschbeziehungen,  sind
       zwangsläufig eingebunden in ein konkret bestimmtes sozialökonomi-
       sches Milieu  vergesellschafteter Produktion, das die allgemeinen
       Bedingungen,  Möglichkeiten   und  Richtungen  ihrer  Entwicklung
       setzt. Sie bestimmen sich unter den gegebenen Produktionsverhält-
       nissen letztlich aus den Zwängen und Bedingungen, die der eigent-
       liche Zweck aller ökonomischen Äußerungen - die Anhäufung von Ge-
       winn -  auch  der  Entwicklung  des  wissenschaftlich-technischen
       Fortschritts und  der Einführung  neuer Technik in die Produktion
       auferlegt. Der international agierende Konzern ist heute der zen-
       trale (ökonomische)  Maßstab der Produktivkraftentwicklung im Ka-
       pitalismus, sein  Verwertungsbedürfnis ihre  entscheidende Trieb-
       kraft.
       Dies ist  die eine - wichtige - Seite, die die gesellschaftlichen
       und ökonomischen  Rahmenbedingungen des  wissenschaftlich-techni-
       schen Fortschritts  betont. Gleichzeitig wirkt die Einführung und
       Ausbreitung neuer  Technologien zumal  in einer so tiefgreifenden
       technologischen Umbruchsituation,  wie wir  sie in  diesen Jahren
       mitverfolgen können,  aktiv auf  die konkreten Organisations- und
       Bewegungsformen des  Kapitals und die ökonomischen Reproduktions-
       bedingungen des  Gesamtsystems zurück.  Sie setzt  nicht nur neue
       Akzente im  Prozeß der  kapitalistischen  Vergesellschaftung  der
       Produktion, sondern  verlangt zugleich nach solchen Umstrukturie-
       rungen und  Veränderungen in den staatsmonopolistischen Produkti-
       onsverhältnissen, die ihre allgemeine Durchsetzung und profitable
       Anwendung überhaupt erst ermöglichen. 14)
       Die  W i r k u n g e n  d e r  n e u e n  T e c h n o l o g i e n
       a u f  d e n  ö k o n o m i s c h e n  R e p r o d u k t i o n s-
       p r o z e ß  d e s  K a p i t a l s  bestimmen sich m. E. aus dem
       Spannungsfeld zweier  nur scheinbar  gegenläufiger Tendenzen, die
       gleichwohl in  vielen Diskussionsbeiträgen  zum Thema  alternativ
       und kontrovers stehen. 15)
       A u f   d e r   e i n e n  S e i t e  sind die neuen, auf der Mi-
       kroelektronik basierenden Technologien, Arbeitsmittel und Produk-
       tionsverfahren sowohl  arbeits- als auch kapitalsparend. Sie set-
       zen per  Saldo lebendige Arbeit frei, reduzieren den produktbezo-
       genen Material- und Energieverbrauch und lassen sich, solange sie
       nicht in  Form neuartiger und komplexer Anlagensysteme eingeführt
       werden, häufig sogar in den vorhandenen Produktionsapparat - etwa
       durch Anbringung  elektronischer Steuerungen  an herkömmliche Ma-
       schinen -  integrieren. Ihr Einsatz birgt nicht nur neue Möglich-
       keiten einer  umfassenden Intensivierung und Flexibilisierung der
       Produktion, sondern verspricht zugleich in der Regel eine deutli-
       che   Ausdehnung   der   Produktionskapazitäten   bei      v e r-
       g l e i c h s w e i s e   geringen zusätzlichen  Investitionsauf-
       wendungen. Die  Effektivität der  getätigten Investitionen  nimmt
       mit  der   Einführung  der  Rationalisierungstechnologien  z.  T.
       sprunghaft zu:  Für Kapazitätserweiterungen  sind heute  r e l a-
       t i v  weniger Investitionen notwendig als früher.
       A n d e r e r s e i t s   darf in  dieser Rechnung  der  a b s o-
       l u t e  Investitionsaufwand (einschließlich der Aufwendungen für
       die Forschung  und Entwicklung),  der moralische  Verschleiß  der
       bestehenden Anlagen  und  die  Entwertung  bzw.  Vernichtung  von
       Kapital im  Zuge der  Installation computergestützter Systeme vor
       allem in  der Perspektive des Umbruchprozesses nicht unterschätzt
       werden. Es  ist zu  bedenken,  daß  wir  erst  am  Anfang  dieses
       Prozesses  stehen.  Umgesetzt  werden  bislang  in  erster  Linie
       Teillösungen - Neuausrüstungen bestimmter Anlagenteile oder Umrü-
       stungen einzelner  Maschinen etwa.  Dies läßt sich in der Tat mit
       verhältnismäßig geringem  Investitionsaufwand bewerkstelligen und
       erhöht  zudem  die  Effektivität  der  Anlagen.  Damit  wird  das
       tatsächliche Effektivitätspotential der neuen Technologien aller-
       dings längst  nicht ausgeschöpft.  Hierzu wären  komplexe,  große
       Teile des  herkömmlichen Fabriksystems  erfassende  Rationalisie-
       rungsprogramme notwendig, die zu einem großdimensionierten Aufbau
       neuartiger Maschinen  und Automatisierungssysteme  führen würden.
       Eine solche  nicht nur in Einzelprozesse eingreifende, umfassende
       Modernisierung und Restrukturierung des Produktionsapparates läßt
       sich m.E. trotz aller Kostensenkungen für mikroelektronische Bau-
       elemente, Computer u.ä. und trotz aller auch hier sicherlich noch
       möglichen Weiterverwendung und Umrüstung bestehender Anlagen auch
       heute nur  denken als ein Prozeß, der beachtliche Kapitalvernich-
       tung auf der einen und hohe absolute Investitionsaufwendungen auf
       der anderen Seite erfordert.
       Daß die  Einführung der  neuen Technologien  in die Produktion in
       der Regel  kapitalsparend ist,  schließt also keineswegs aus, daß
       sie im  Zuge einer  - wodurch auch immer ausgelösten - deutlichen
       Beschleunigung des  Modernisierungstempos   z u m   T e i l  doch
       recht hohe Kapitalneuanlagen erfordern und eine entsprechende In-
       vestitionsentwicklung nach  sich ziehen  kann. "Die Anforderungen
       an die  Kapitalmobilisierung, die  Akkumulationswirkungen, können
       auf den  weiteren Stufen  der 'Durchmodernisierung' der Produkti-
       ons- und  Dienstleistungssphäre auf der Basis der Mikroelektronik
       in einigen  Bereichen durchaus  andere Dimensionen annehmen." 16)
       Dies ist  in erster  Linie in  solchen Bereichen, die unter einem
       starken, konkurrenzbedingten  Modernisierungsdruck  stehen,  eine
       durchaus denkbare  Entwicklungsperspektive, die  sich heute viel-
       leicht am  ehesten im Modernisierungskonzept und Investitionspro-
       gramm der Automobilindustrie konkretisiert.
       Vor dem  Hintergrund der enormen Effektivitäts- und Kapazitätsef-
       fekte und  der z. T. hohen absoluten Kapitalaufwendungen, die die
       Einführung der  neuen  Technologien  mit  sich  bringt,  ist  die
       ö k o n o m i s c h e   R e g u l i e r u n g   d e s    t e c h-
       n o l o g i s c h e n  U m b r u c h s  nur als überaus scharfer,
       ruinöser und  konzentrationsfördernder Konkurrenzkampf um die Er-
       höhung von  Marktanteilen auf  tendenziell stagnierenden  (Welt-)
       Märkten denkbar  -  eine  internationale  Regulierung,  die  sich
       zwangsläufig über  große Disproportionen und tiefe (strukturelle)
       Krisen   mit   all   ihren   sozialen   Auswirkungen   vollzieht.
       E r s t e n s   beschleunigt sich  durch die  Effektivierung  und
       Intensivierung der  Produktion die ohnehin wachsende und zyklisch
       kaum  noch   regulierbare    A u s e i n a n d e r e n t w i c k-
       l u n g   v o n  P r o d u k t i o n  u n d  M a r k t.  17) Eine
       angemessene Verwertung  des Effektivitätspotentials neuer Anlagen
       kann häufig  nur über den Absatz wachsender Warenmassen erfolgen,
       der allerdings  vor allem  durch  die  sehr  zurückhaltende  Ent-
       wicklung der  privaten  Nachfrage  deutlich  eingeschränkt  wird.
       Verschärfend kommt   z w e i t e n s    hinzu,  daß  die  techno-
       logische Umrüstung  und Modernisierung  der Produktion anders als
       im Zuge  der Einführung  und Ausbreitung  vergleichbarer  wissen-
       schaftlich-technischer  Innovationen  (Elektrizität,  Automobili-
       sierung) heute  nicht mit  dem Aufbau  grundlegend neuer  Produk-
       tionszweige und  Absatzmärkte verbunden  ist, sondern  weitgehend
       i m   R a h m e n  d e r  b e s t e h e n d e n  B r a n c h e n-
       s t r u k t u r e n   erfolgt. 18)  Sie eröffnet damit weder grö-
       ßere  'Kapitalanlageventile'   in  neuen   Zweigen  noch  größere
       'Absatzventile' auf neuen Märkten.
       Die Effektivitätssteigerung neuer Anlagen trifft in der allgemei-
       nen Tendenz  also auf  eine eher  gedrosselte Nachfrage-  und Ab-
       satzentwicklung. "Den  verbesserten Bedingungen  der P r o f i t-
       p r o d u k t i o n   stehen keine  entsprechenden  Möglichkeiten
       der  P r o f i t r e a l i s i e r u n g  gegenüber. Der im Kapi-
       talismus widersprüchlich, d.h. durch zyklische Krisen vermittelte
       Zusammenhang zwischen  den beiden  zusammengehörenden Seiten  des
       Gesamtproduktionsprozesses, zwischen Produktion und Markt, bleibt
       dauerhaft, d.  h. überzyklisch  gestört." 19)  Wenn unter  diesen
       Bedingungen Kapital  produktiv angelegt  wird (und  nicht etwa in
       der Form  von zinstragendem  Geldkapital auf  den internationalen
       Finanzmärkten  zirkuliert),  dann  "ergibt  sich  für  das  mono-
       polistische Einzelkapital   u n m i t t e l b a r   m i t   d e r
       K a p i t a l a n l a g e   das Problem,  seinen Marktanteil  auf
       Kosten der  Konkurrenten zu  vergrößern" 20) - eine Voraussetzung
       ihrer Verwertung, die die Konkurrenz um überdurchschnittlich gute
       Produktionsbedingungen, Kostensenkungen,  Rationalisierungs-  und
       Produktionsvorsprünge doch  erheblich verschärfen  muß. In dieser
       M o d e r n i s i e r u n g s k o n k u r r e n z  können - lange
       bevor die unsichtbare Hand des Marktes zupackt - schon diejenigen
       Kapitale  ins  Straucheln  geraten,  die  im  Kampf  um  die  Mo-
       nopolisierung entscheidender Forschungspotentiale und technologi-
       scher Entwicklungsvorsprünge  ins Hintertreffen geraten. Verpaßte
       Chancen einer  rechtzeitigen und  vorausschauenden Umprofilierung
       der Konzernstrukturen  etwa in die Richtung einer stärkeren Inte-
       gration wissenschaftlich-technischer  Spitzenbereiche können  ein
       Kapital ebenso  zurückwerfen wie  schlichte Finanzierungsprobleme
       größerer Umstrukturierungen und Neuausrüstungen.
       
       2.2 Umprofilierung der Konzernstrukturen
       ----------------------------------------
       
       Die  vielleicht  wichtigste    p r i v a t m o n o p o l i s t i-
       s c h e   Reaktion auf  die veränderten  Reproduktionsbedingungen
       und  Konkurrenzverhälnisse   besteht  in   einer  bemerkenswerten
       U m o r i e n t i e r u n g   i n   d e r   A u f k a u f-  u n d
       B e t e i l i g u n g s p o l i t i k   f ü h r e n d e r    I n-
       d u s t r i e k o n z e r n e.   Die Zeiten einer eher wahllosen,
       im  wesentlichen   als  Kapitalanlage  betriebenen  Diversifizie-
       rungsstrategie und  Konglomeratsbildung -  das unter  rein finan-
       ziellen Gesichtspunkten  erfolgende Aufkaufen  anderer Firmen mit
       unterschiedlichsten Produktionsprofilen - sind, so scheint es, in
       den letzten  Jahren einer  Politik gewichen, die stärker auf eine
       längerfristig konzipierte, an den Erfordernissen des ökonomischen
       Strukturwandels und des wissenschaftlich-technischen Fortschritts
       ausgerichtete Umprofilierung  der  Unternehmensstrukturen  orien-
       tiert. Dies heißt  e r s t e n s  gezielte Diversifikation in er-
       gänzende Bereiche  vor allem  in solchen Unternehmen, die bislang
       ein sehr  spezialisiertes Produktionsprofil aufweisen und dement-
       sprechend stark  zweigspezifischen Konjunktur-  und Absatzschwan-
       kungen ausgesetzt  sind. Dies heißt  z w e i t e n s  Absicherung
       und Ausbau der eigentlichen Kernstrukturen des Unternehmens durch
       Beteiligung an anderen Firmen bzw. Übernahme von geschwächten Ri-
       valen. Dies  heißt   d r i t t e n s    Eingrenzung  zu  breiter,
       stofflich in  keiner Weise  vermittelter Produktionsprofile,  die
       sich als  Hemmschuh einer zukunftsorientierten Expansion des Kon-
       zerns erwiesen  haben. Dies  heißt schließlich    v i e r t e n s
       verstärktes Eindringen  in Schlüsselzweige  des wissenschaftlich-
       technischen Fortschritts,  die als ausgesprochene Wachstumsberei-
       che nicht nur eine hohe Verwertung des eingesetzten Kapitals ver-
       sprechen, sondern zugleich im Rahmen der konzerninternen Arbeits-
       teilung auch  wichtige stoffliche  Ergänzungsfunktionen zur  her-
       kömmlichen Produktionspalette übernehmen können. 21)
       Es scheinen  sich so auf dem Wege der Zentralisation immer häufi-
       ger solche Konzernstrukturen herauszuschälen, die neben die alten
       Kernbereiche und Produktionsschwerpunkte des Unternehmens die In-
       tegration hochtechnologischer  Produktionssparten  anstreben  und
       vorantreiben -  eine Entwicklung, die vor einigen Jahren zunächst
       die Automobilindustrie  der  Vereinigten  Staaten  erfaßt  hatte,
       mittlerweile jedoch  sowohl auf andere Zweige als auch auf andere
       kapitalistische Industrieländer  übergegriffen hat.  Diese  "neue
       Rationalität" monopolistischer  Zentralisationsvorgänge und  ihre
       deutliche Ausrichtung  auf die  sogenannten  "High-Tech"-Bereiche
       reflektiert die  gewachsene Bedeutung  von Forschung, Entwicklung
       und technologischer Innovation im kapitalistischen Reproduktions-
       und Verwertungsprozeß in mehrfacher Hinsicht.
       Zunächst verspricht  das Eindringen  in Schlüsselbereiche der mo-
       dernen Technologien  n e u e  E x p a n s i o n s-  u n d  V e r-
       w e r t u n g s i m p u l s e    und  ist  schon  von  daher  für
       führende Industriekonzerne,  deren traditionelle Produktionsbasis
       mit der Entwicklung und Herstellung neuer technologischer Systeme
       unmittelbar wenig  zu tun  hat, zu  einer lukrativen Anlagesphäre
       ihrer z.T.  ja ausgesprochen  üppigen liquiden  Mittel  geworden.
       Gleichzeitig steckt hinter derartigen Transaktionen in wachsendem
       Maße aber  auch der  durch die internationale Konkurrenz gesetzte
       Z w a n g   z u   z u k u n f t s o r i e n t i e r t e n  V e r-
       ä n d e r u n g e n     u n d     U m p r o f i l i e r u n g e n
       d e r   b e s t e h e n d e n   K o n z e r n s t r u k t u r e n
       u n d   P r o d u k t i o n s s c h w e r p u n k t e,   die sich
       oft zwar  bis in  die jüngste Vergangenheit hinein als profitabel
       erwiesen haben,  im Zuge  des technologischen  Umbruchs in dieser
       unveränderten Form jedoch auf absehbare Zeit an Wettbewerbsfähig-
       keit einbüßen  könnten. Träger dieser neueren Zentralisationsvor-
       gänge sind  daher nicht selten solche Konzerne, "die hinsichtlich
       ihrer   f i n a n z i e l l e n  L i q u i d i t ä t  aus der ka-
       pitalistischen Weltwirtschaftskrise 1980/82 und dem nachfolgenden
       konjunkturellen Aufschwung   g e s t ä r k t    herauskamen,  die
       aber davon ausgehen, daß sie mit dem bisherigen Produktionsprofil
       ihre Spitzenposition  in der nächsten Krise nicht halten oder zu-
       mindest nicht  ausbauen können."  22) Sie müssen, wenn sie in der
       internationalen  Modernisierungskonkurrenz  bestehen  wollen,  in
       diesen profitträchtigen Zukunftsindustrien Fuß fassen und auch um
       den Preis  harter Konkurrenz-  und Verdrängungskämpfe  selbst  zu
       Trägern und Gestaltern des technologischen Umbruchs werden.
       Solche Transaktionen,  die als Auf- bzw. Ausbau neuer profitabler
       Produktionssparten bereits  für sich genommen sowohl das stoffli-
       che Profil  als auch  die Verwertungsbedingungen  dieser Konzerne
       berühren, eröffnen  daneben auch der Modernisierung der traditio-
       nellen Produktionsbasis neue Möglichkeiten. Die Konzerne gliedern
       sich über  ihre Aufkaufpolitik ein beachtliches zusätzliches For-
       schungs- und  Produktionspotential von  hohem technologischem Ni-
       veau an  und werden nun selbst zu Entwicklern und Herstellern von
       Automationsmitteln. 23)  Der technologische Umbruch kann sich da-
       mit stärker als zuvor auch als konzernintern regulierter Moderni-
       sierungsprozeß vollziehen.  "Der Zweck dieser Finanzgeschäfte be-
       steht einmal  darin, selbst  eine Macht  in den dynamischen Indu-
       strien zu  werden, zum  anderen aber  darin, ihre Hauptproduktion
       von  der  gesamten  spitzentechnologischen  und  werkstoffmäßigen
       Seite her mit vergleichsweise geringen Entwicklungskosten auf ei-
       gene Füße  zu stellen."  24) Eine  derart sinnvolle    K o m b i-
       n a t i o n   d e s    A u f t a u s    n e u e r    P r o d u k-
       t i o n s b e r e i c h e   i n   d e n  Z u k u n f t s i n d u-
       s t r i e n   m i t   d e r   M o d e r n i s i e r u n g   u n d
       E f f e k t i v i e r u n g   d e r    P r o d u k t i o n    i n
       d e n     t r a d i t i o n e l l e n    U n t e r n e h m e n s-
       s c h w e r p u n k t e n  ist das zentrale strategische Ziel der
       aktuellen Zentralisationsbewegung.
       Ein weiteres  Motiv kommt  hinzu: Mit  dem Einstieg  in den High-
       Tech-Bereich  eröffnen   sich  diesen   Unternehmen  häufig  auch
       n e u e    M ö g l i c h k e i t e n    e i n e s    E n g a g e-
       m e n t s  i m  R ü s t u n g s g e s c h ä f t.  Sie bieten sich
       nun sowohl  von ihren  Forschungskapazitäten als  auch von  ihrem
       Produktionsprofil her als Teilnehmer an militärischen Forschungs-
       und Produktionsprogrammen  an und  wollen über profitable Staats-
       aufträge  an  der  imperialistischen  Konfrontations-  und  Hoch-
       rüstungspolitik mitverdienen.  25)  Die  Aussicht  auf  hohe  Rü-
       stungsprofite wird  so zu  einer  eigenständigen  Triebkraft  des
       technologischen Umbruchs, der sich, wie wir hier sehen, auf einem
       außerordentlich schmalen Grat zwischen Produktiv- und Destruktiv-
       kraftentwicklung vollzieht. "Der militärisch-industrielle Komplex
       (...) tritt in zunehmendem Maße als eigenständige mächtige Trieb-
       kraft der  Aufrüstung neben  die globalstrategischen Konzeptionen
       der USA,  die selbstgewählte außen- und sicherheitspolitische Un-
       mündigkeit der  Bundesregierung und neben die Verblendung des An-
       tikommunismus." 26)
       Im Zuge  solcher Restrukturierungs-  und  Umprofilierungsvorgänge
       27) kommt  es nicht nur zu Veränderungen in den Produktions-, Or-
       ganisations- und  Leitungsstrukturen der  Industriekonzerne, son-
       dern  darüber   hinaus  auch   zu      M a c h t v e r s c h i e-
       b u n g e n  u n d  n e u e n  K o n s t e l l a t i o n e n  i n
       d e n    K o n k u r r e n z p o s i t i o n e n    zwischen  den
       Konzernen bzw. zwischen Industrie- und Bankkapital. Vor allem die
       Rolle und Bedeutung der Monopolbanken scheint mit dieser jüngsten
       Zentralisationswelle weiter  zu wachsen.  28) Unter ihrer maßgeb-
       lichen Regie  vollziehen sich  nicht nur  Unternehmenssanierungen
       wie z.B.  im Fall  AEG, sondern  auch Fusionsvorgänge  und Poten-
       tialumschichtungen  wie  z.B.  im  Fall  Daimler-AEG.  Die  Mono-
       polbanken  treten  hier  nicht  nur  bei  der  Mobilisierung  und
       Umlenkung der dazu benötigten finanziellen Mittel in Erscheinung,
       sondern scheinen  immer häufiger zu den eigentlichen Triebkräften
       und  Organisatoren  derartiger  Umstrukturierungs-  und  Moderni-
       sierungsvorhaben zu  werden.  "So  verstärken  die  Monopolbanken
       ihren  direkten   Einfluß  auf   die  Gestaltung   der   heutigen
       Monopolisierung  sowohl   durch  Kapitaltransaktionen   bei   der
       Verschmelzung großer  industrieller Kapitale  als auch  durch den
       Aufkauf großer  Teile  des  Aktienkapitals  führender  Industrie-
       monopole." 29) Sie entwickeln sich damit zu strategischen Zentren
       dieser finanzkapitalistischen  Form des  ökonomischen Regulierung
       des technologischen  Umbruchs und  sind zudem  nicht  selten  die
       Hauptgewinner  dieser   so  organisierten,   am   internationalen
       Geschäft ausgerichteten Modernisierungspolitik. 30)
       
       2.3 Monopolisierung und Regulierung des Wissenschaftsprozesses
       --------------------------------------------------------------
       
       Die zielgerichtete, effektive und profitable Erforschung und Ent-
       wicklung technologischer Neuerungen wird unter diesen Bedingungen
       ebenfalls zu  einer zentralen  Voraussetzung der  internationalen
       Konkurrenzfähigkeit des  privaten Monopolkapitals.  Sie  verlangt
       heute nach  solchen Formen  ihrer gesellschaftlichen Regulierung,
       die sich  allein über den Konkurrenzmechanismus längst nicht mehr
       bestimmen lassen,  sondern immer  nachdrücklicher durch  Elemente
       einer langfristig ausgerichteten, komplexen und abgestimmten Pla-
       nung und  Organisation des  Wissenschaftsprozesses gekennzeichnet
       sind. Dies   e r s t e n s   aus  Gründen der  stofflichen   E f-
       f e k t i v i t ä t   der Forschungs-  und  Entwicklungsarbeiten:
       "Die Forschung  muß die Voraussetzungen schaffen, um Produkte mit
       spezifischen, vorher  festgelegten Gebrauchseigenschaften,  Werk-
       stoffe mit  ganz bestimmten,  auf den speziellen Verwendungszweck
       ausgerichteten Merkmalen  zu produzieren.  Die Möglichkeiten dazu
       schafft nur ein umfangreicher Apparat von Forschungseinrichtungen
       innerhalb  eines   systematischen  Zusammenhangs  von  Forschung,
       Prototypen und  technischen Neuerungen  für die  Produktion." 31)
       Dies   z w e i t e n s   aus Gründen der  F i n a n z i e r u n g
       dermaßen  komplexer  Forschungsprojekte,  die  in  vielen  Fällen
       selbst die  Möglichkeiten der  großen Monopolunternehmen  und der
       Einzelstaaten übersteigen. Dies schließlich  d r i t t e n s  aus
       Gründen einer  profitablen   V e r w e r t u n g  aufwendiger und
       kostspieliger Forschungsvorhaben:  "Mit dem  Heranrücken der  von
       den Konzernen  betriebenen Forschung  an die  Grundlagenforschung
       wird  eine   profitable   Verwertung   der   Forschungsergebnisse
       zunehmend nur noch in einem Komplex verschiedener Anwendungen und
       immer weniger  in einer begrenzten Gruppe von Produkten möglich."
       32)
       Die   V e r g e s e l l s c h a f t u n g s i m p u l s e,    die
       dem gesamten Wissenschaftsprozeß aus diesen Anforderungen erwach-
       sen, erscheinen  in ihrer  staatsmonopolistisch deformierten Aus-
       prägung als  widersprüchliche und  anachronistische  Einheit  von
       neuen Formen der monopolistischen Konkurrenz um die Verfügung von
       Forschungskapazitäten oder die Erringung von Technologievorsprün-
       gen und ihrer partiellen Abschwächung durch neue, sich rasch aus-
       breitende Formen  der Kooperation und Zusammenarbeit in gemeinsa-
       men Projekten.  Es sind dies teils privat-, immer häufiger jedoch
       staatsmonopolistisch regulierte  Prozesse, die  heute schnell  in
       internationale Dimensionen hineinwachsen.
       E r s t e n s  verstärkt sich unter diesen Bedingungen der umfas-
       senden Verwissenschaftlichung  und Internationalisierung der Pro-
       duktion   d e r   Z u g r i f f  d e r  f ü h r e n d e n  K o n-
       z e r n e   a u f    d a s    s t a a t l i c h e    W i s s e n-
       s c h a f t s p o t e n t i a l   u n d  den gesamten staatlichen
       Mechanismus  der   Wissenschaftslenkung.   33)   Das   weltmarkt-
       orientierte Produktions- und Verwertungsprofil der Monopole prägt
       heute  die   allgemeinen  Grundlagen  und  Rahmenbedingungen  der
       Forschungs- und Technologiepolitik des Staates: Sie soll über um-
       fangreiche Förderungs- und Unterstützungsmaßnahmen in den zentra-
       len Bereichen  der weltmarktgängigen Hochtechnologien den innova-
       tivsten und  exportorientierten Konzernen Wettbewerbsvorteile ge-
       genüber der  internationalen Konkurrenz  sichern. An  diesem Ziel
       orientiert sich  heute ein  ganzer Komplex staatsmonopolistischer
       Regulierungsmaßnahmen im Bereich der Wissenschaftsentwicklung:
       - Im staatlichen  Forschungssektor selbst  wird neben Grundlagen-
       forschung vor  allem die Forschung im Bereich der Mikroelektronik
       und  der  Informations-  und  Datenverarbeitungstechnologien  als
       Grundlage universeller  Verfahrensinnovationen und  Rationalisie-
       rungsstrategien in der Produktion vorangetrieben.
       - Zur Lösung  strategisch bedeutsamer Aufgaben gewinnen gemeinsam
       von Staat  und Monopolen  ausgearbeitete und  durchgeführte  For-
       schungs- und Entwicklungsprogramme an Bedeutung.
       - Daneben werden  große Anstrengungen  unternommen, um das Zusam-
       menspiel von  privater Forschung,  staatlichen Großforschungsein-
       richtungen und  Hochschulen zu  intensivieren - vor allem, um die
       Grundlagen- und Vorlaufforschung enger an die Erfordernisse ihrer
       industriellen Verwertung  zu koppeln  und den Technologietransfer
       zwischen staatlicher Forschung und Industrie zu beschleunigen.
       - Schließlich  wird der  Staat auch bei der Planung, Konzipierung
       und Durchführung  forschungs- und  kapitalintensiver Großprojekte
       (z. B.  im Bereich  der Kernenergie, Rüstung, Telekommunikation),
       die die  Möglichkeiten einer  finanzkapitalistischen  Regulierung
       übersteigen, in  wachsendem Maße  in die Pflicht genommen. Er ist
       in solchen  Fällen nicht  nur an  ihrer forschungs-  und entwick-
       lungsmäßigen Vorbereitung, sondern auch an ihrer Finanzierung und
       Durchführung beteiligt und garantiert nicht selten vorab die Ver-
       wertung des stofflichen Outputs.
       Mit dem Auf- und Ausbau dieser Verflechtungs- und Regulierungsme-
       chanismen zwischen  Staat und Monopolen im Forschungsbereich wird
       die monopolistische  Konkurrenz stärker als bisher auf die staat-
       liche Ebene  erweitert:  Die  Prioritätensetzungen  in  der  For-
       schungs- und  Technologiepolitik des  Staates sind in aller Regel
       nicht einer  gesamtwirtschaftlichen Rationalität geschuldet, son-
       dern Ergebnis  z. T.  heftiger Auseinandersetzungen  zwischen den
       (wenigen) einflußnehmenden Konzernen der internationalen Spitzen-
       klasse.
       Bemerkenswert ist  in diesem  Zusammenhang   z w e i t e n s  die
       rasch  zunehmende   Anzahl  und  Qualität    i n t e r n a t i o-
       n a l e r    F o r s c h u n g s k o o p e r a t i o n e n    vor
       allem in solchen technologiesensiblen Bereichen wie der Luft- und
       Raumfahrt, der  Elektronik, der Informations- und Kommunikations-
       techniken,  dem  Fahrzeug-  und  Maschinenbau  oder  der  Chemie-
       industrie. 34)  In vielen  Fällen übersteigen  hier nicht nur die
       Forschungs- und  Entwicklungskosten neuer Produkte und Verfahren,
       sondern auch  die dazu erforderlichen Potentiale an Forschern und
       Geräten die  Möglichkeiten einzelner  Konzerne und zwingen sie in
       Formen der kooperativen Auswertung und Ausnutzung internationaler
       Wissenspotentiale. Entsprechende  zeitweise Zusammenschlüsse gibt
       es heute  nicht nur  in der  Form internationaler konzerninterner
       Kooperationsvereinbarungen,  sondern   immer   öfter   auch   als
       (finanzkapitalistisch  organisierte)  Kooperationsbündnisse  zwi-
       schen großen  internationalen Monopolen oder in der Form interna-
       tionaler staatsmonopolistischer  Komplex- und Einzelprogramme, an
       denen staatliche  und zwischenstaatliche  Institutionen,  private
       Monopole und Banken beteiligt sind.
       Besonders in  Westeuropa, hier  vor allem im Bereich der Europäi-
       schen Gemeinschaft  (EG) hat  die Bedeutung solcher international
       ausgerichteter Forschungs-  und Kooperationsformen in den letzten
       Jahren stark zugenommen. 35)
       Die EG-Länder  haben sich nicht nur auf ein langfristig ausgeleg-
       tes "Rahmenprogramm der wissenschaftlichen und technischen Tätig-
       keit der Gemeinschaft" vereinheitlichen können, sondern auch eine
       Reihe größerer Einzelprogramme z. B. im Bereich der Informations-
       technologien (ESPRIT),  im Bereich  der Telekommunikation (RACE),
       im Bereich  der industriellen  Grundlagentechnologie (BRITE) oder
       im Bereich der Koordination von Hochschul- und industrieller For-
       schung (COMETT)  in Zusammenarbeit mit führenden Monopolen ausge-
       arbeitet, finanziert  und koordiniert. Zusammen mit den im Sommer
       1986 gestarteten  ersten EUREKA-Projekten  hat sich im Rahmen der
       EG heute ein recht engmaschiges Netz von Kooperationen und inter-
       nationalen Zusammenschlüssen  im Bereich  der Technologieentwick-
       lung herausgebildet - eine weitere Form der kapitalistischen Ver-
       gesellschaftung des  Wissenschaftsprozesses, die  sich allerdings
       häufig nur über scharfe Rivalitätskämpfe zwischen den beteiligten
       Regierungen und  Konzernen um Aufträge und Produktionsanteile so-
       wie unter dem Druck der starken US-amerikanischen und japanischen
       Konkurrenz Bahn bricht.
       D r i t t e n s   schließlich beschleunigt der technologische Um-
       bruch auch  die   K o n z e n t r a t i o n   v o n  W i s s e n-
       s c h a f t s p o t e n t i a l   b e i  d e n  f ü h r e n d e n
       K o n z e r n e n   selbst. Unbeschadet  von dem  Zwang zur  par-
       tiellen  Zusammenarbeit   mit  anderen  Unternehmen  streben  die
       Industriekonzerne im Rahmen ihrer Modernisierungsstrategie solche
       Unternehmensprofile an,  die aufwendige  Forschungsaufgaben weit-
       gehend eigenständig  bewältigen und ihre Ergebnisse im Rahmen der
       eigenen Produktionsstrukturen  umfassend anwenden  und  verwerten
       können. Diese  privatmonopolistische Anpassungsstrategie  schlägt
       sich heute  vor allem  in  der  oben  beschriebenen  Angliederung
       forschungs-  und   technologieintensiven  Unternehmen   aus   den
       Bereichen der Hochtechnologien nieder. Sie bedeutet für die Groß-
       konzerne in  der Regel  nicht nur  einen verhältnismäßig billigen
       Einkauf wissenschaftlich-technischer  Spitzenerzeugnisse und eine
       beachtliche Erweiterung der konzerneigenen Forschungskapazitäten,
       sondern eröffnet  auch einer profitablen Verwertung komplexer und
       aufwendiger Forschungsarbeiten neue Perspektiven.
       
       2.4. Bruchstellen des Umbruchs 36)
       ----------------------------------
       
       Der technologische  Umbruch vollzieht  sich heute ganz wesentlich
       als international regulierter Prozeß. Er verlangt nach neuen For-
       men der  Vergesellschaftung auf allen Ebenen des ökonomischen Re-
       produktionsprozesses, setzt als Erforschung und Entwicklung, Pro-
       duktion und  Anwendung von  Spitzentechnologien immer  zwingender
       Weltmarktzusammenhänge voraus  und wirkt damit zugleich stimulie-
       rend auf  die weitere Ausprägung internationaler Produktions- und
       Austauschbeziehungen zurück. Das Netz internationaler Forschungs-
       und Produktionszusammenhänge wird dichter, neue Formen der staat-
       lichen und  zwischenstaatlichen Einflußnahme  etwa im Bereich der
       Stimulierung und Koordinierung von komplexen Forschungs- und Ent-
       wicklungsprojekten bilden sich heraus. Die Richtung und das Tempo
       des technologischen Umbruchs und die sich damit vollziehende Neu-
       verteilung der  gesellschaftlichen Arbeit in internationalen Maß-
       stäben wird jedoch auch unter den heutigen Bedingungen weitgehend
       von den  Verwertungszwängen der international agierenden Konzerne
       bestimmt. Die internationale Modernisierungskonkurrenz bleibt al-
       len erzwungenen  Kooperationsvereinbarungen, partiellen Zusammen-
       schlüssen, Marktaufteilungen und Vergesellschaftungsfortschritten
       zum Trotz  sein entscheidendes sozialökonomisches Entwicklungsmi-
       lieu. Sie  beherrscht die  Investitionsmotive und  dominiert  die
       Aufkauf-, Beteiligungs-  und Umprofilierungspolitik  der interna-
       tionalen Konzerne.  Sie bestimmt die Wirtschaftspolitik der impe-
       rialistischen Staaten  und beeinflußt  die Struktur und Abhängig-
       keitsverhältnisse innerhalb  und zwischen den Gruppen des Finanz-
       kapitals. Sie stellt neue Anforderungen an die ökonomische Repro-
       duktion des Kapitals und wird zu einem wichtigen Impuls konkreter
       Veränderungen in  den staatsmonopolistischen  Produktionsverhält-
       nissen. 37)   D i e   i n t e r n a t i o n a l e  M o d e r n i-
       s i e r u n g s k o n k u r r e n z   w i r d  s o  z u m  z e n-
       t r a l e n     M e c h a n i s m u s     d e r    ö k o n o m i-
       s c h e n  R e g u l i e r u n g  d e s  w i s s e n s c h a f t-
       l i c h - t e c h n i s c h e n    F o r t s c h r i t t s    i m
       h e u t i g e n     K a p i t a l i s m u s;    s i e    ü b e r-
       s e t z t  d i e  n e u e n  R e p r o d u k t i o n s e r f o r-
       d e r n i s s e    d e s    t e c h n o l o g i s c h e n    U m-
       b r u c h s   i n   k o n k r e t e  A n p a s s u n g s r e a k-
       t i o n e n   d e r   s t a a t s m o n o p o l i s t i s c h e n
       P r o d u k t i o n s v e r h ä l t n i s s e,   w i e   u n z u-
       r e i c h e n d   u n d   d e f o r m i e r t    s i e    a u c h
       i m m e r  s e i n  m ö g e n.
       Aus den  Widersprüchen und  Begrenzungen  dieser  privatmonopoli-
       stisch bestimmten  Regulierung  des  wissenschaftlich-technischen
       Fortschritts können  auch die neuen Formen einer staatlichen bzw.
       zwischenstaatlichen Regulierung nicht wirklich ausbrechen. Es mag
       auf den ersten Blick paradox erscheinen: Der Funktionszuwachs des
       Staates und  der zunehmenden Anzahl internationaler Institutionen
       und Koordinierungsgremien  korrespondiert heute mit einer Abnahme
       ihrer an  gesamtwirtschaftlichen Reproduktionserfordernissen ori-
       entierten Regulierungskompetenz  gegenüber den Interessen des Mo-
       nopolkapitals. Diese  Interessen stehen als einzelkapitalistische
       Interessen zunächst  nicht nur  im Widerspruch  zu den Interessen
       der Arbeiterklasse  und  aller  nichtmonopolistischen  Schichten,
       sondern auch  im Widerspruch zueinander. Die monopolistische Kon-
       kurrenz wird in die staatliche Politik hineingetragen; diese wird
       selbst Gegenstand  und in  gewissem Maße  Ausdruck divergierender
       Monopolinteressen. Der  objektive Funktionszuwachs  des  Staates,
       z.B. im  Bereich der  Forschungs- und Technologiepolitik, wird in
       seiner praktischen  Ausführung also  nicht einfach  durch den ge-
       stiegenen gesamtwirtschaftlichen  und strukturellen Regulierungs-
       bedarf im  Sinne einer  staatlich durchzusetzenden proportionalen
       Reproduktionsstruktur, sondern  ganz wesentlich durch die Verwer-
       tungs- und  Expansionsinteressen der internationalen Monopole als
       der dominierenden Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals be-
       stimmt. Staatliche  Regulierung des  technologischen Fortschritts
       wird unter  diesen Bedingungen immer stärker auf eine Politik der
       Modernisierung der  industriellen Kernsektoren zugeschnitten, die
       auf die  Unterstützung der  internationalen Expansion und Konkur-
       renzfähigkeit der  "eigenen" Monopole zielt und gesamtwirtschaft-
       liche Interessen  an einer funktionierenden Reproduktionsstruktur
       der Binnenwirtschaft  in zunehmendem  Maße  vernachlässigt.  Alle
       Vergesellschaftungsfortschritte schlagen  so gleichzeitig  in Mo-
       mente der Verstärkung der krisenhaften und disproportionalen Ent-
       wicklungsdynamik des Gesamtsystems um.
       
       _____
       1) P. Hess, Grenzen des Kapitals: Wissenschaftlich-technische Re-
       volution und  Verwertung, in:  Wirtschaftswissenschaft 9/1983, S.
       1373.
       2) Institut  für  Internationale  Politik  und  Wirtschaft  (IPW)
       (Hg.), Der  staatsmonopolistische Kapitalismus  der 80er  Jahre -
       Neue Tendenzen und Widersprüche. Thesen, Berlin 1985, S. 10 ff.
       3) H. Kern/M.  Schumann, Das  Ende der Arbeitsteilung? Rationali-
       sierung in der industriellen Produktion, München 1984, S. 15.
       4) Vgl. dazu:  IMSF  (Hg.),  Marxistische  Studien.  Jahrbuch  9,
       Frankfurt/M. 1985. Hier insbesondere den Artikel von H. Jung: Um-
       bruchperiode? Die BRD bis zum Jahr 2000, S. 11 ff.
       5) Vgl. einführend  U. Briefs,  Informationstechnologien und  Zu-
       kunft auf Arbeit. Ein politisches Handbuch zu Mikroelektronik und
       Computertechnik, Köln  1984, S.  28 ff. Zu den Trends der techni-
       schen Entwicklung  vgl.: P. Fleissner, Zum Umbruch des Produktiv-
       kraftsystems, in:  IMSF, Marxistische  Studien 9,  a.a.O., S. 164
       ff.
       6) Kern/Schumann, Ende der Arbeitsteilung?, a.a.O., S. 47.
       7) Vgl. im  folgenden L.  Zimmermann (Hg.), Computereinsatz: Aus-
       wirkungen auf die Arbeit (Humane Arbeit, Bd. 3), Reinbek 1982, S.
       77 ff.; R. Schneider, Computertechnologien in der Produktion. Zur
       Veränderung industrieller  Arbeit durch Automatisierung, in: WSI-
       Mitteilungen 2/1983,  S. 66  ff.; A. Leisewitz, Neue Technologien
       und Arbeiterklasse.  Zur Entwicklung des Produktivkraftsystems in
       der Bundesrepublik,  in:  IMSF  (Hg.),  Marxistische  Studien  6,
       Frankfurt/M. 1983,  S. 91 ff.; ders., Flexibilisierung und Inten-
       sivierung der  Produktionsanlagen durch neue Techniken - Das Bei-
       spiel der  Industrieroboter, in: IMSF (Hg.), Umbruch im Produkti-
       onsbereich? (Beiträge des IMSF 7), Frankfurt/M. 1985, S. 47 ff.
       8) Vgl. W.  Olle, Neue  Dimensionen der  Produktionslogistik, in:
       WSI-Mitteilungen 4/1986, S. 312 ff.
       9) Vgl. im folgenden: L. Scholz, Automatisierungsinvestitionen in
       der Industrie,  in: ifo-schnelldienst  17-18/1982, S.  32 ff.; R.
       Schneider, Computertechnologien  in der Produktion, a.a.O., S. 66
       ff.; H.  Schmalholz, Innovation:  Zukunftssicherung der Unterneh-
       men, in:  ifo-schnelldienst 19/1985, S. 18 ff.; ders., Innovation
       als Wachstumsmotor,  in: ifo-schnelldienst  6/86, S.  5  ff.;  D.
       Seitz, Rationalisierung  und Beschäftigung  in der Serienmontage,
       in: WSI-Mitteilungen 2/1986, S. 57 ff.; J. Goldberg/A. Leisewitz,
       Neue Aspekte  im Ausbeutungsmechanismus  des Kapitals, in: Marxi-
       stische Blätter 3/1986 S. 28 ff.
       10) Kern/Schumann, Ende der Arbeitsteilung? a.a.O., S. 16.
       11) Vgl. dazu  übergreifend ebd.,  S. 40 ff.; IMSF (Hg.), Umbruch
       im Produktionsbereich,  a.a.O., S. 65 ff.; vgl. ergänzend A. Lei-
       sewitz, Flexibilisierung  und Kontrolle.  Neue  Technologien  und
       Veränderungen der Betriebsstrukturen am Beispiel der Automobilin-
       dustrie, in:  IMSF (Hg.),  Marxistische Studien. Jahrbuch 7/1984,
       Frankfurt/M., S.  182 ff.;  R. Bispinck, Montagetätigkeit im Wan-
       del. Arbeitsbedingungen zwischen Fließband und Computer, in: WSI-
       Mitteilungen 2/1983,  S. 88 ff.; A. Zeh, Entwicklungstendenzen in
       der kapitalistischen  Automobilindustrie -  verschärfter Kampf um
       Konkurrenzpositionen, in:  IPW-Berichte 5/1985, S. 57 ff.; ders.,
       BRD-Elektroindustrie: Expansion  und Labilität,  in: IPW-Berichte
       2/1982, S.  41 ff.;  K. Benz-Overhage, Automatisierung der Ferti-
       gung im  Maschinenbau und  ihre Folgen für die Arbeitsgestaltung,
       in: WSI-Mitteilungen  2/1983, S.  79 ff.; A. Zeh, BRD-Chemieindu-
       strie im Anpassungsprozeß, in: IPW-Berichte 6/1983, S. 55 ff.
       12) Vgl. Autorenkollektiv,  Strukturwandel und  Strukturkrisen im
       gegenwärtigen Kapitalismus, Berlin 1983, S. 70 ff.
       13) R. Kowalski,  Widersprüche der  Kapitalakkumulation und Regu-
       lierungskrise, Berlin 1983, S. 47.
       14) Vgl. dazu  R. Katzenstein. Technischer Fortschritt - Kapital-
       bewegung - Kapitalfixierung, Berlin/W. 1974, S. 74 ff.
       15) Vgl. im folgenden: J. Goldberg, Strukturveränderungen, Wachs-
       tumsverlangsamung und  Investitionen, in: IMSF-Beitrag 7, a.a.O.,
       S. 1  ff.; ders.,  Technischer Wandel  und Perspektiven der wirt-
       schaftlichen Entwicklung,  in: Marxistische Blätter 3/1986, S. 39
       ff.; K.-D. Hantelmann, Zur veränderten Rolle der Investitionen im
       Krisenzyklus, in:  IPW-Berichte 1/1984, S. 19 ff.; P. Hess, Gren-
       zen des  Kapitals, a.a.O., S. 1368; ders., Wissenschaftlich-tech-
       nische Revolution und Akkumulation des Kapitals, in: IPW-Berichte
       2/1986, S. 13 ff.; K. Hübner/M. Stanger, Ein technologischer Aus-
       weg aus  der Krise? Der Kapitalismus vor einem neuen Aufschwung?,
       in: Gewerkschaftliche  Monatshefte 6/1986,  S. 360 ff.; D. Klein,
       Wirkungsmechanismus der  ökonomischen Gesetze und Tendenzen impe-
       rialistischer Anpassung  in der  Gegenwart, in: IMSF (Hg.), Große
       Krisen des  Kapitalismus -  lange Wellen  der Konjunktur?, Frank-
       furt/M. 1985, S. 157 ff.
       16) H.-J. Höhme in einer Diskussionsrunde "Zu den 'langen Wellen'
       ökonomischer  Entwicklung   im  Kapitalismus",  in:  IPW-Berichte
       10/1985, S. 9.
       17) Vgl. J.  Goldberg, Die Reproduktionsbedingungen des fixen Ka-
       pitals als  Grundlage von  Stagnationstendenzen, in:  IMSF (Hg.),
       Marxistische Studien.  Jahrbuch 2/1979,  S. 37 ff; J. Welsch, Die
       "Produktions-Produktivitäts-Schere" -  Argumente und  Fakten  für
       die Bundesrepublik  Deutschland, in:  WSI-Mitteilungen 6/1983, S.
       347 ff.
       18) Vgl. J. Goldberg, Perspektiven der Akkumulation von fixem Ka-
       pital. Ökonomische  Tendenzen bis  zum Jahr 2000, in: IMSF (Hg.),
       Marxistische Studien 9, a.a.O., S. 226 ff.
       19) Goldberg, Technischer Wandel, a.a.O., S. 41.
       20) Hess, Wissenschaftlilch-technische  Revolution und  Akkumula-
       tion des Kapitals, a.a.O., S. 18.
       21) Vgl. R.  Weiß, Monopolistischer  Zentralisationsprozeß in der
       zyklischen Krise der kapitalistischen Weltwirtschaft 1980/83, in:
       IPW-Berichte 1/1985,  S. 19 ff; F. Rudolph, Neue Profitstrategien
       und  Organisationsstrukturen   der  Konzerne,   in:  IPW-Berichte
       9/1985, S. 31 f.; H. Grünert/R. Weiß, Grundzüge des gegenwärtigen
       Monopolisierungsprozesses in  der BRD,  in: IPW-Berichte 11/1985,
       S. 19 ff.
       22) C. Schirmeister, Daimler-AEG: Beginn einer neuen Monopolisie-
       rungswelle in der BRD?, in: IPW-Berichte 1/1986,8. 51.
       23) So ist z.B. der Automobilkonzern VW der größte Hersteller von
       Industrierobotern in  der BRD.  Vgl. dazu Seitz, Rationalisierung
       in der Serienmontage, a.a.O., S. 58 f.
       24) Hess, Wissenschaftlich-technische Revolution, a.a.O., S. 18.
       25) Vgl. J. Huffschmid/W. Voß/N. Zdrowomyslaw, Die Profiteure der
       Aufrüstung. Struktur  und jüngste  Entwicklung der  Rüstungsindu-
       strie in  der Bundesrepublik, in: Blätter für deutsche und inter-
       nationale Politik 11/1985, S. 780 ff.
       26) J. Huffschmid,  Rüstungsriese Daimler-AEG,  in:  Blätter  für
       deutsche und internationale Politik 11/1985, S. 1289.
       27) Ein Paradefall der hier beschriebenen Neuausrichtung von Kon-
       zernprofilen ist die finanzkapitalistische Sanierung und Umstruk-
       turierung des AEG-Telefunken-Konzerns und seine spätere Übernahme
       durch Daimler-Benz.  Mit dem Aufkauf von MTU, Dornier und AEG ist
       Daimler-Benz nicht  nur  zum  größten  Industriekonzern,  sondern
       zugleich auch  zum umsatzstärksten Rüstungskonzern der BRD gewor-
       den. Er  verfügt nun  neben  seinem  traditionellen  Produktions-
       schwerpunkt -  dem Bau  von Personenkraftwagen - über enorme For-
       schungs- und Produktionspotentiale in Schlüsselbereichen der Ent-
       wicklung und  Herstellung neuer  technologischer Systeme  und ist
       mit   diesen    Transaktionen   tief   in   das   kapitalistische
       "Zukunftsgeschäft" der  Rüstungsproduktion eingedrungen.  Er  hat
       damit nicht  nur seine  internationale  Konkurrenzposition  gefe-
       stigt, sondern  zugleich auch  Bewegung in  das  Machtgefüge  des
       westdeutschen Finanzkapitals  gebracht. Vgl. dazu G. Kautsch, Zur
       jüngsten Entwicklung  im AEG-Telefunken-Konzern, in: IMSF-Beitrag
       7, a.a.O.,  S. 292  ff; A. Burger/C. Schmidt/R. Weiß, AEG-Konzern
       im Sog  von  Wirtschafts-  und  Strukturkrise,  in:  IPW-Berichte
       11/1982, S.  43 ff; J. Huffschmid, Rüstung statt Konsum. Die Ope-
       ration AEG  als Modell  für die  "Sanierung" der Bundesrepublik?,
       in: Blätter  für deutsche  und internationale  Politik 9/1982, S.
       1074 ff;  ders., Rüstungsriese  Daimler-AEG, a. a O., S. 1287 ff;
       Schirmeister, Daimler-AEG,  a.a.O., S. 50ff; W. Helmer, Mischform
       mit Stern.  Der Daimler-Benz-Konzern wird umgebaut, in: Frankfur-
       ter Allgemeine Zeitung vom 1.7.1986.
       28) Vgl. C.  Schmidt, BRD-Monopolbanken im System der staatsmono-
       polistischen Regulierung,  in: IPW-Berichte 12/1982, S. 16 ff; A.
       Sörgel, Die  eigentlichen Hausherren der Republik? Macht und Ein-
       fluß der  Großbanken, in: Blätter für deutsche und internationale
       Politik 1/1986, S. 13 ff.; H. Pfeiffer, Das Netzwerk der Großban-
       ken. Personelle Verflechtungen mit Konzernen, Staat und ideologi-
       schen Apparaten,  in: Blätter für deutsche und internationale Po-
       litik 2/1986, S. 16 ff.
       29) G. Binus, Monopole in der staatsmonopolistischen Regulierung,
       in: IPW-Berichte 9/1981, S. 14.
       30) Vgl. dazu:  Das Riesen-Monopoly  der Deutschen  Bank, in: Der
       Spiegel 7/1985, S. 40 ff.
       31) Autorenkollektiv, Strukturveränderungen  und  staatsmonopoli-
       stisches Finanzsystem, Berlin 1978, S. 35.
       32) Schirmeister, Daimler-AEG, a.a.O., S. 51.
       33) Vgl. im folgenden D. Hase, Technischer Fortschritt und Staat.
       Einige Anmerkungen zur staatlichen Forschungs- und Technologiepo-
       litik als  Instrument des  ökonomischen Krisenmanagements, in: M.
       Ernst-Pörksen (Hg.); Alternativen der Ökonomie - Ökonomie der Al-
       ternativen (Argument-Sonderband 104), Westberlin 1984, S. 87 ff.;
       Arbeitsgruppe  Alternative  Wirtschaftspolitik,  Memorandum  '86,
       Köln 1986,  S. 188ff.; A. Bühl/M. Weber, Hochschule und Industrie
       in den  achtziger Jahren,  in: Forum  Wissenschaft 1/1985,  S. 30
       ff.; R.  Zeppernick, Mehr  Staat oder mehr Markt? Die Forderungen
       nach einer  neuen Industrie-  und Forschungspolitik, in: HWWA-In-
       stitut für  Wirtschaftsforschung (Hg.);  Hamburger  Jahrbuch  für
       Wirtschafts- und  Gesellschaftspolitik. 30.  Jahr, Tübingen 1985,
       S. 69 ff.
       34) Vgl. R.  Gündel, Kooperationsbeziehungen  und Internationali-
       sierungsprozeß des  Monopolkapitals, in:  IPW-Berichte 5/1986, S.
       7ff.; M.  Heyn/R. Weiß,  Monopolkapitalistische  Zentralisations-
       vorgänge. International  bedeutendste Vorgänge  1984, in: IPW-Be-
       richte 12/1985, S. 54 f.
       35) Vgl. Memorandum  '86, a.a.O.,  S. 202  ff.; M. Villon, Eureka
       statt SDI?,  in: Blätter  für deutsche und internationale Politik
       7/1985, S. 776 ff.
       36) Vgl. dazu  auch meine Überlegungen in: U. Dolata, Ökonomische
       Regulierung und  Regulierungskrisen im Kapitalismus. Theoretische
       Grundlagen, Köln 1986, S. 96ff.; U. Dolata, Staatsmonopolistische
       Regulierung in  der Krise, in: IMSF (Hg.), Große Krisen des Kapi-
       talismus, a. a. O., S. 97 ff.
       37) Vgl. dazu  ergänzend  den  Aufsatz  von  U.  Dolata/A.  Gott-
       schalk/J. Huffschmid, Staatsmonopolistische Komplexe als neue Or-
       ganisationsformen des  Kapitals im staatsmonopolistischen Kapita-
       lismus (in diesem Jahrbuch).
       

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