Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 11/1986


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       GROSSBANKEN UND FINANZGRUPPEN
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       Ergebnisse einer Untersuchung der personellen Verflechtungen
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       der Großbanken *)
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       Hermannus Pfeiffer
       
       1. Zum  theoretischen Hintergrund - 2. Verflechtung von Bank- und
       Nichtbankkapital -  2.1 Aktien  und Stimmrechte  - 2.2 Personelle
       Verflechtungen -  3. Die Finanzgruppen Deutsche Bank und Dresdner
       Bank
       
       1. Zum theoretischen Hintergrund
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       Hilferding und Lenin hatten bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts
       das Entstehen  des   F i n a n z k a p i t a l s   konkret-histo-
       risch wie begrifflich gefaßt: "Konzentration der Produktion, dar-
       aus erwachsende  Monopole, Verschmelzung oder Verwachsen der Ban-
       ken mit der Industrie - das ist die Entstehungsgeschichte des Fi-
       nanzkapitals und der Inhalt dieses Begriffs." 1)
       In der  Folgezeit blieb die Theorie des Finanzkapitals weitgehend
       ohne inhaltliche oder praktische Konsequenzen. Erst die Konkreti-
       sierung  und  Weiterentwicklung  der  Finanzkapital-  zur    F i-
       n a n z g r u p p e n - Theorie  durch Kurt Gossweiler 2) brachte
       hier Fortschritte.  Die  Erforschung  der  inneren  Struktur  des
       Finanzkapitals -  dessen wesentliche  konkrete  Organisationsform
       über dem  Einzelmonopol die  Finanzgruppe ist, ohne daß hier alle
       Monopole einordbar  wären -  verspricht Erklärungsansätze  sowohl
       für die  ökonomische  Ebene  als  auch  für  das  Verhältnis  der
       ökonomischen Basis zum Staat und den ideologischen Herrschaftsap-
       paraten.
       Kurt Gossweiler setzt neben die Gruppenbildung um eine stoffliche
       Achse, die  Monopolgruppen  -  heute  müssen  wir  ergänzen:  die
       staatsmonopolistischen Komplexe -, die Bildung von Gruppen um ein
       Finanzzentrum, nämlich die Großbanken. Während die Monopolgruppen
       in der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik im wesentlichen in-
       folge der  stofflichen Differenzierung  der Industriemonopole und
       im Ergebnis der Tendenz zu vertikalen und diagonalen Konzentrati-
       ons- und Zentralisationsprozessen insgesamt an Bedeutung verloren
       haben, gilt dies nicht für die Finanzgruppen. Die Rolle der Groß-
       banken insgesamt  ist relativ  gewachsen, die Entwicklung der Fi-
       nanzgruppen, insbesondere  der um  die Deutsche Bank gruppierten,
       hat gerade in den letzten Jahren weitere Fortschritte gemacht.
       Das Entstehen und die Fortentwicklung der Finanzgruppen ist dabei
       Ergebnis des  Konkurrenzverhältnisses  zwischen  den  Großbanken:
       "Die Herausbildung  von Finanzgruppen  im Prozeß der Verflechtung
       von Industrie-  und Bankkapital  zum Finanzkapital erfolgt jedoch
       nicht auf  der Grundlage  gemeinsamer Interessen der Banken, son-
       dern im Gegenteil als Folge ihrer erbitterten Rivalität." 3)
       Zugleich bilden  auch die  Mitglieder der Finanzgruppen, zu denen
       wir auch  monopolistische Kapitale  aus den  Bereichen Handel und
       Dienstleistungen rechnen  müssen,  keine  homogene,  also  wider-
       spruchslose Einheit.  Denn einerseits ist die Bildung von Finanz-
       gruppen zwar  Ausdruck gemeinsamer  oder wenigstens parallel lau-
       fender Interessen gegenüber den Mitgliedern anderer Finanzgruppen
       und "autonomen", also nicht in Finanzgruppen organisierten, mono-
       polistischen und  nicht-monopolistischen Kapitalen - wie sie sich
       im Prozeß  des Verwachsens  und Verschmelzens ausdrücken -, ande-
       rerseits bleiben Widersprüche zwischen Bank- und Nichtbankmonopo-
       len innerhalb  einer Finanzgruppe  bestehen: Der Profit der Groß-
       bank bleibt  letztlich abgeleiteter realisierter Mehrwert, der in
       der materiellen  Produktion seinen  Ursprung hat.  Zugleich  wird
       auch das  Konkurrenzverhältnis zwischen den Nichtbanken einer Fi-
       nanzgruppe nicht  prinzipiell aufgehoben,  aber durch Momente der
       Kooperation modifiziert  oder temporär  überlagert. Die  konkrete
       Form der  Kooperation bleibt  dabei Ausdruck  auch der Kräftever-
       hältnisse innerhalb der Finanzgruppe. Die Momente der Kooperation
       finden sich  dann ebenso  im Verhältnis  zwischen Nichtbanken und
       der Großbank und ihr verbundener Finanzinstitute.
       Wenn also  die Genesis  des Finanzkapitals  und der Finanzgruppen
       Ergebnis objektiver Konkurrenzmechanismen war, so wird im Binnen-
       verhältnis der Finanzgruppen die Konkurrenz um Momente der Koope-
       ration "erweitert".
       Das Kräfteverhältnis  innerhalb der  Finanzgruppe, zwischen Groß-
       bank und  den Nichtbankunternehmen, kann nicht deterministisch im
       Sinne eines  Herrschaftsverhältnisses der Großbank begriffen wer-
       den. Insgesamt aber, ausgehend von der größeren Allgemeinheit ih-
       rer Geschäfte, hat die Bank gegenüber den anderen Gruppenmitglie-
       dern eine dominante Position. Dabei können sich einzelne Monopole
       durchaus der  Dominanz der  Großbank entziehen,  ohne dadurch aus
       dem Verbund der Finanzgruppe auszutreten. Aber auch letzteres ge-
       schieht, hier  im Ergebnis des erbitterten Konkurrenzkampfes zwi-
       schen zwei  Finanzgruppen, wie  jüngst die Entwicklung um die AEG
       gezeigt hat.
       Insgesamt repräsentiert  die  Finanzgruppe,  konkret  in  Gestalt
       ihres organisierenden  Zentrums - der Großbank -, eine annähernde
       "Diagonale" der  unterschiedlichen Interessen  ihrer  Mitglieder.
       Diese  sind   letztlich  materiell   determiniert,  bleiben  aber
       zugleich in ihrer konkret-historischen Ausprägung immer auch Aus-
       druck der  internen Kräfteverhältnisse  in der  Finanzgruppe. Die
       hier angesprochene  konkret-historische Ausprägung  der  Interes-
       sens-"Diagonale" bildet  dann auch die Basis für Momente der über
       das Einzelmonopol  hinausgehenden Planung  und bewußten  Regulie-
       rung, die, initiiert und bestimmt von der Bank oder auch nur über
       diese vermittelt,  neben den  Aspekten der Kooperation die zweite
       wesentliche zweckrationale Funktion der Finanzgruppe bilden.
       Ich begreife  also die  Finanzgruppen -  gewissermaßen "über" dem
       einzelnen Monopol  als Grundeinheit  - als grundlegendes ökonomi-
       sches Strukturmerkmal des Kapitalismus in der Bundesrepublik. Die
       Bedeutung der Großbanken ergibt sich aus ihrer Funktion als orga-
       nisierendes Zentrum sowie aus ihrer dominierenden Rolle innerhalb
       der Finanzgruppen.
       
       2. Verflechtung von Bank- und Nichtbank-Kapital
       -----------------------------------------------
       
       2.1 Aktien und Stimmrechte
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       Der Kredit  bleibt im Hinblick auf die Genesis des Finanzkapitals
       und der  Finanzgruppen und  auf das aktuell-historische Geschehen
       der ökonomische Kern der Beziehungen von Bank- und Nichtbankkapi-
       tal. Daher  kann es  nicht verwundern, wenn gerade für diese Ver-
       flechtungsebene unsere Kenntnisse unbefriedigend sind.
       Ergiebiger ist  der Kenntnisstand  für den Eigen besitz der Groß-
       banken. Nach  einer Aussage  von Franz  Heinrich Ulrich (Deutsche
       Bank) halten  die drei  Großbanken -  Commerzbank (CB),  Deutsche
       Bank (DB)  und Dresdner  Bank (DrB)  - etwa 5% aller inländischen
       Aktien selber. Dies würde positiv korrelieren mit den Angaben der
       Bundesbank, wonach  der Anteil  der Kreditinstitute  insgesamt am
       Aktienkapital 1983 7,3% betragen hat. 4)
       Es gibt  aber gute Gründe anzunehmen, daß die Großbanken - wenig-
       stens heute - mehr als 5% Eigenbesitz halten. So sind die Anteile
       der Deutschen Bank AG von 28,5% an Daimler-Benz, 35% an Holzmann,
       25% an Karstadt, 25% an Südzucker, 35% an Hapag Lloyd, 86% an der
       Centralbodenkredit  und   91%  an  der  ebenfalls  konsolidierten
       "Tochter" Frankfurter  Hypothekenbank "an der Börse gut und gerne
       ihre 15  Mrd. DM wert". 5) Gemessen am Kurswert der Aktien inlän-
       discher Emittenten  von 438,8  Mrd. DM  1985  6) beliefe sich der
       DB-Anteil bereits auf gut 3,4%. Dazu kommen für die Deutsche Bank
       weitere Anteile  im Nichtbankbereich,  u.a.  bei  Phoenix  Gummi,
       Bergmann Elektro,  Horten, VEW,  Didier sowie  Anteile  an  deren
       "Töchtern" und  ihren Anteilsbesitz. Der Anteil der Großbanken an
       allen inländischen Aktien beträgt über 5%.
       Dies mag  nicht überwältigend  erscheinen, erklärt  sich aber aus
       der schwachen  Rendite, die  mit dem  Aktienerwerb verbunden ist.
       1985 lag die Rendite, einschließlich Steuergutschrift, bei 2,47%.
       7)
       Die Gründe  des Aktienerwerbs liegen eher im Bereich der sicheren
       Kapitalanlage, gewissermaßen als faktische Aufstockung des Grund-
       kapitals und  in den  machtpolitischen Strategien der Großbanken.
       Ein Unternehmen  wie etwa  Daimler-Benz läßt sich durch die Deut-
       sche Bank z. Z. nur beherrschen durch das Halten eigener Anteile.
       Der Hebel  des Depotstimmrechts  und die  weiteren  Einflußströme
       reichen hier nicht aus.
       Zumindest quantitativ  bedeutender für den Einfluß der Großbanken
       auf andere  Gesellschaften ist  das Depotstimmrecht  -  also  die
       Wahrnehmung der  Stimmrechte der von Kunden in die Bankdepots ge-
       gebenen Aktien.  Ohne Berücksichtigung  der  Großbanken-"Töchter"
       ruhen 21%  aller Aktien inländischer Emittenden in den Depots der
       drei Großbanken. 8)
       Die Großbanken  verfügen durch  Stimmrechte aus  Aktienbesitz und
       Depot über  ein Viertel  aller Aktienstimmen. Damit halten sie im
       statistischen Mittel  die aktienrechtliche  Sperrminorität  aller
       Aktiengesellschaften in  der Bundesrepublik.  Tatsächlich ist die
       Macht der  Banken -  allein infolge Aktienbesitz und Depot - noch
       größer. So  muß in Rechnung gestellt werden, daß das Halten einer
       Schachtel von 25% an der "Mutter" ebenfalls faktische Wirkung auf
       die "Töchter"  hat - dies wird aber statistisch nicht berücksich-
       tigt. In  die gleiche  Richtung wirkt  die geringe Präsenz von in
       der Regel  60% bis 80% des Kapitals auf bundesdeutschen Hauptver-
       sammlungen.
       Auch für die Beurteilung der kumulierten Wirkung von Aktienbesitz
       und Depotstimmrecht  sind wir weitgehend auf Globalzahlen verwie-
       sen. Eine  Ausnahme jüngeren  Datums macht  nur eine Untersuchung
       der Zeitschrift "Capital" von zehn Hauptversammlungen bundesdeut-
       scher Aktiengesellschaften,  darunter der drei Großbanken. 9) Fa-
       zit: Die  Großbanken kontrollieren  sich selber; diese wiederum -
       zumindest im  Bündnis mit  anderen  Banken  -  kontrollieren  die
       Nichtbankunternehmen.
       Bis hierher ist die Datenlage für die Abbildung von Finanzgruppen
       und darüber  hinausgehender finanzkapitalistischer Verflechtungen
       also äußerst  spärlich. Es  zeigt sich aber auf der Basis der Er-
       gebnisse von  "Capital", daß  die personellen  Verflechtungen eng
       und positiv  korrelieren mit  den bekannten  Stimmergebnissen auf
       den Hauptversammlungen;  daß also  etwa eine  führende Rolle  der
       Deutschen Bank  auf einer HV einer Dominanz im personalen Bereich
       entspricht.
       Festzuhalten bleibt,  daß dann auch im folgenden der Umkehrschluß
       erlaubt sein muß.
       
       2.2 Personelle Verflechtungen
       -----------------------------
       
       Wir müssen  im wesentlichen  zwei Formen  personaler Verflechtung
       unterscheiden: primäre  und sekundäre. Die  p r i m ä r e  V e r-
       f l e c h t u n g   u m f a ß t   den Personenkreis,  den wir als
       Banker bezeichnen  könnten. Dies  sind neben  den  V o r s t ä n-
       d e n  und  D i r e k t o r e n  der Großbanken Aufsichtsräte und
       "Berufs"-Aufsichtsräte (ein  Beispiel  ist    G ü n t e r    V o-
       g e l s a n g,   der für  die DB u. a. den Aufsichtsrat bei VEBA,
       Blohm +  Voss und  dem  Gerling-Konzern  anführt).  Hier  wie  im
       folgenden beziehen sich personale Daten auf 1983/84.
       Die zweite  Form personaler Beziehungen bilden  s e k u n d ä r e
       V e r f l e c h t u n g e n,  d.h. Nicht-Banker, welche im A u f-
       s i c h t s r a t  sowie in den zentralen und regionalen Beiräten
       der  Banken   präsent  sind.  Aber  auch  diese  Gruppe  muß  als
       Repräsentant der  Großbanken gesehen werden, wenigstens als weit-
       gehender Träger  ihrer Intention.  Dafür spricht  im Hinblick auf
       den Aufsichtsrat  die Defacto-Selbstbestimmung der Großbanken auf
       ihren Hauptversammlungen,  was praktisch  bedeutet, daß sie ihren
       Aufsichtsrat selbst  berufen. Zudem  wird das Machtgefüge abgesi-
       chert durch Ex-Bank-Vorständler in diesem Gremium. Der Aufsichts-
       rat stellt  so kein  Kontrollorgan dar,  sondern eine  Koordinie-
       rungsinstitution für das Engagement der Großbanken.
       Gleiches gilt  für die   z e n t r a l e n   B e i r ä t e,   die
       ohne juristische  Zuständigkeit sind.  Sie entstanden erst im Ge-
       folge der  Aktienrechtsnovelle von  1965 (Lex  Abs), die eine Be-
       grenzung der  Aufsichtsratsmandate auf  zehn (plus  fünf weiteren
       bei eigenen  "Tochter"-Unternehmen) mit  sich brachte.  Zur  Auf-
       rechterhaltung institutioneller  personeller Verflechtungen schuf
       man in der Folge umfassende Beiräte.
       Auch die   r e g i o n a l e n   B e i r ä t e,  in etwa der Län-
       derstruktur entsprechend,  sind solche Koordinationsgremien. Dazu
       äußerte  P a u l  K l e i n e w e f e r s,  Unternehmer des Jahr-
       gangs 1905  und selbst  jahrelang Mitglied  im Beirat der DB: "In
       den Beiräten der Großbanken (von den Aufsichtsräten natürlich ab-
       gesehen) treffen  sich -  cum grano  salis - die führenden Männer
       der deutschen Wirtschaft. Es gilt als Auszeichnung, einem solchen
       Beirat anzugehören"  und zugleich  als Verpflichtung zur entspre-
       chenden Pflege der Bankkontakte. 10)
       Die GB  organisieren durch  primäre und  sekundäre Verflechtungen
       2154 Personen,  davon die DB 889, die DrB 689 und die CB 576. Das
       Verhältnis zwischen primären und sekundären Beziehungen liegt bei
       1:2. Über  diese 2154 Personen werden Verbindungen zu 3146 inlän-
       dischen Unternehmen  gehalten, dazu  rund 500 Unternehmen im Aus-
       land (in  der Regel "Töchter" von BRD-Konzernen). Im Durchschnitt
       bestehen zu  jeder dieser  Firmen zwei personelle Verflechtungen.
       Die DB  unterhält zu 55 Prozent der 3146 inländischen Unternehmen
       Beziehungen, allein  zu 35,8%  e x k l u s i v.  Die DrB ist ver-
       flochten mit  43,5% des  Samples, exklusiv  mit 25,4%. Die CB-An-
       teile belaufen sich auf 29,5% und 16,2%.
       
       Tabelle 1:
       Anteile der  einzelnen Großbanken an den personellen Verflechtun-
       gen (pV) zu 3146 inländischen Unternehmen (U)
       
       Es bestehen parallele pV der
       Deutschen Bank zu              Deutschen und Dresdner Bank zu
          1127 (=35,8%) der U,                      290 (=9,2%) der U,
       Dresdner Bank zu               Deutschen und Commerzbank zu
           800 (=25,4%) der U,                      139 (=4,4%) der U,
       Commerzbank zu                 Dresdner und Commerzbank zu
           510 (=16,2%) der U.                       99 (=3,1%) der U,
       - Prozentangaben gerundet -    aller drei Großbanken zu
                                                    181 (=5,8%) der U.
       _____
       Quelle: Eigenberechnung.
       
       Die exklusiven  personellen Verflechtungen  treten vorwiegend bei
       "kleinen" Unternehmen  mit unter  einer Mrd. DM Umsatz auf. Umge-
       kehrt sind etwa die 100 größten Industrieunternehmen in der Regel
       mit zwei  oder allen  drei Großbanken  in  personaler  Beziehung.
       Letzteres schließt aber keineswegs aus, daß häufig eine deutliche
       Hierarchisierung zugunsten  einer Großbank festzustellen ist. Das
       Unterhalten von  Beziehungen der Industrie zu mehreren Banken muß
       verstanden werden  als Versuch  der Relativierung  des Einflusses
       der "Hausbank"  - zur Absicherung eigener Freiräume - und vor al-
       lem als  Ergebnis der  fortgeschrittenen  Konzentrationsprozesse,
       die es  ökonomisch sinnvoll erscheinen lassen, "fremde" Banken in
       den eigenen  Reproduktionsprozeß mit einzubeziehen, zugleich aber
       auch als Ergebnis der Konkurrenz zwischen den Großbanken und zwi-
       schen den Finanzgruppen um Einflußzonen.
       
       3. Die Finanzgruppen Deutsche Bank und Dresdner Bank
       ----------------------------------------------------
       
       Hier kann aus räumlichen Gründen keine umfassende Darstellung der
       personellen Verflechtungen  von Industrie- und Bankkapital vorge-
       nommen werden.  Insgesamt, das  sei hier  jedoch vermerkt, decken
       sich die  empirischen Befunde  mit der Finanzgruppentheorie: Ohne
       daß alle  Industrieunternehmen einer Gruppe zuzuordnen sind, läßt
       sich doch  für die  Mehrheit inländischer Industriekonzerne (hier
       für die größten 60), welche nicht in ausländischem oder Staatsei-
       gentum sind,  der Nachweis  einer Finanzgruppenzugehörigkeit  er-
       bringen.
       In der  Tabelle 2  findet sich eine Zuordnung der 60 größten bun-
       desdeutschen Industriekonzerne 11) zu den Finanzgruppen der Deut-
       schen  Bank  und  der  Dresdner  Bank  oder  zu  den  sogenannten
       "autonomen" Unternehmen.  Die Nichtberücksichtigung  der Commerz-
       bank-Gruppe erklärt sich aus deren Zusammensetzung: Kein Mitglied
       ist unter  den 60  Größten zu  finden. Dies bedeutet aber keines-
       wegs, daß  nicht auch  die Commerzbank personelle oder andere Be-
       ziehungen in diesem Bereich unterhält. Ihnen kommt aber lediglich
       marginale Bedeutung zu.
       Die tabellarische  Zuordnung der  Industriekonzerne in die beiden
       Finanzgruppen erfolgte  nur bei eindeutiger Faktenlage. Nicht be-
       rücksichtigt bzw.  als "autonom"  bezeichnet wurden  Unternehmen,
       welche sich  beim jetzigen Stand der Untersuchung, hier besonders
       der personellen Verflechtungen, einer eindeutigen Bestimmung ent-
       zogen. Darüber  hinaus wurden  - per  Definition - Gesellschaften
       ausgegrenzt, die  mehrheitlich im  Eigentum des Staates oder aus-
       ländischen Kapitals sind. Deutlich wird die vorsichtige Interpre-
       tation der  Fakten anhand  des Beispiels  der Bayer  AG. Immerhin
       vertrat die  DB auf  der vorletzten Hauptversammlung 29% der prä-
       senten Stimmen  und ist  hochrangig personell mit Bayer verfloch-
       ten. Zugleich ließ sich aber ein ebenfalls nicht unbeträchtlicher
       Einfluß der  beiden anderen  Großbanken festmachen.  Im  Ergebnis
       wird Bayer  den "autonomen"  Unternehmen zugeordnet, obgleich ge-
       rade Ereignisse der jüngsten Zeit die enge Beziehung der Bayer AG
       zur DB  belegen: So gründete die DB im November 1985 die DB-Capi-
       tal Markets  (Asia) Ltd.,  Hongkong/Tokio, gemeinsam  mit Siemens
       und Bayer  (diese Industriebeteiligung  wurde vom japanischen Fi-
       nanzministerium als  Bedingung für  den Zugang zum ansonsten ver-
       schlossenen Wertpapiermarkt gestellt).
       Die Kriterien,  welche zu  einer Gruppenzuordnung  führten, seien
       hier kurz erläutert. Die Bewertung der personellen Verflechtungen
       basiert im Zuordnungsfall auf drei Punkten:
       - Es liegt wenigstens eine primäre Verflechtung vor.
       - Die führende  Bank hebt  sich, bei  quantitativer  Betrachtung,
       deutlich von  den beiden  anderen Großbanken  ab. Dies  läßt sich
       nicht generell  quantifizieren, da  etwa die  Aufsichtsräte nicht
       alle die gleiche Personenzahl umfassen, nicht alle Gesellschaften
       in der Form einer AG geführt werden etc.
       - Die führende  Bank hebt  sich ebenfalls  bei einer qualitativen
       Betrachtung, also  der leitenden  Gremienfunktionen (Vorsitzender
       des Vorstandes  und Aufsichtsrates)  erkennbar  von  den  anderen
       Großbanken ab.
       Darüber hinaus  wurden bei  der Auswertung  Kapitalverflechtungen
       und die  Wahrnehmung des Depotstimmrechtes berücksichtigt, soweit
       hier Erkenntnisse vorliegen. 12)
       
       Tabelle 2:
       Finanzgruppen um  die Deutsche  Bank und die Dresdner Bank, sowie
       "autonome" Unternehmen,  auf Basis  der 60  größten Industriekon-
       zerne in der Bundesrepublik 1983
       
       Finanzgruppe      Finanzgruppe      "Autonome" Unternehmen
       Deutsche Bank     Dresdner Bank       BASF AG (5./alle drei) ***)
       VEBA AG (1.) *)   Krupp GmbH (15.)    Bayer AG (6./DB)
       Daimler-Benz AG   BMW/Quandt-Gruppe   Hoechst (7./alle drei)
       (3.)              (20.)
       Siemens AG (4.)   AEG AG (23). **)  A BP AG (10./Dr.B)
       RWE AG (9.)       Krupp Stahl AG      A Shell AG (AG 12./DB, DrB)
                         (50./
       VEBA OEL AG (11./ Krupp-"Tochter")  A Esso AG (13./DrB, DB)
         VEBA-"Tochter")                     Ruhrkohle AG (14./DB)
       Bosch GmbH (18.)                      GHH AG (16./alle drei)
       Mannesmann AG (19.)                 A Opel AG (17.) ****)
       Flick-Gruppe (29.) *****)           A Ford AG (21./CB, DB)
       Henkel KGaA (34.)                     Preussag AG (22./alle drei)
       Holzmann AG (36.)                   A Mobil Oil AG (26./DB)
       Preußische Elektrizitäts-AG         A IBM-Gruppe (27./DB, CB)
         (37./VEBA-"Tochter")                Wintershall AG (28./
       Hoesch AG (39.)                       BASF-"Tochter")
       Bertelsmann AG (43.)                A Texaco AG (30./DB)
       Reemtsma GmbH                       S Salzgitter AG (31./alle
       Chemische Werke Hüls                  drei)
         (48./VEBA-"Tochter")                MAN AG (32./GHH-
       Mannesmann Röhren-Werke               "Tochter")
       AG                                  A Unilever GmbH (33./DB)
         (55./Mannesmann-"Toch-              Babcock AG (38./DrB)
       ter")                               S Saarbergwerke AG (40./al-
       Union Rheinische                      le drei)
         Braunkohlen Kraftstoff AG           Klöckner-Werke AG
         (56./RWE-"Tochter")                 (41./DB)
       Buderus AG (57./Flick-*****         A Philips-Gruppe (42./DB,
         "Tochter")                          DrB)
                                             Agfa-Gevaert AG (45./
                                             Bayer-"Tochter")
                                           S VIAG AG (46./DB)
                                             MBB GmbH (47./DrB)
                                           S VEW AG (49./alle drei)
                                           A Brown, Boverie u. Cie
                                             (52./CB, DrB)
                                             Klöckner-Humboldt-Deutz
                                             AG
                                             (53./DB, DrB)
       Unternehmen zwischen Deutscher        Hochtief AG (54./CB,
       und Desdner Bank                      DrB)
       Volkswagen AG (2.)                  S Bayernwerk AG
       Thyssen AG (8.)                       (58./VIAG-"Tochter")
       Degussa AG (24.)                    A BAT (Cigaretten Fabriken
       Metallgesellschaft (25.)              GmbH (59./CB, DrB)
       Audi AG (35./VW-"Tochter")          A SEL AG (60./ITT-"Toch-
       Thyssen Industrie AG                  ter"/alle drei)
       (51./Thyssen-"Tochter")
       _____
       *) In der  Klammer finden sich jeweils die Rangplätze der einzel-
       nen Konzerne  innerhalb der  60 größten inländischen Industrieun-
       ternehmen (Quelle:  Capital, 10/1984  - Rangplätze  für das  Jahr
       1983).
       **) Infolge der  Übernahme der  AEG durch  Daimler-Benz  muß  der
       Elektrokonzern heute  zur Finanzgruppe der Deutschen Bank gezählt
       werden.
       ***) In der  Klammer der  "autonomen" Konzerne  finden  sich  die
       Großbanken -  entsprechend der Intensität der Verbindung aufgeli-
       stet -, zu denen personelle Beziehungen bestehen.
       ****) Die Opel AG hat keine verifizierbaren personellen Verflech-
       tungen mit einer der Großbanken.
       *****) Der industrielle  Kern  der  Flick-Gruppe  wurde,  nachdem
       Flick zum  Jahreswechsel 1985/86  an die Deutsche Bank verkaufte,
       mittlerweile als Feldmühle Nobel AG über die Deutsche Bank an der
       Börse eingeführt.  Über Depotstimmrecht  und personelle Verflech-
       tungen wird die neue AG auch künftig zur DB-Gruppe zählen.
       A Das Unternehmen  befindet sich mehrheitlich im Besitz ausländi-
       scher Eigentümer.
       S Unternehmen in Staatseigentum (Bund, Länder und/oder Kommunen).
       Quelle: Eigene Erhebung der personalen, kapitalmäßigen und stimm-
       rechtlichen Verflechtungen.
       Den personellen  Verflechtungen kommt dabei das Primat zu, da sie
       als einziger  Faktor z.  Z. systematisch  und annähernd umfassend
       erfaßt sind.
       
       Daß die  Mitgliedschaft in  einer  Finanzgruppe  keine  statische
       Festlegung beinhaltet,  hat der  Fall AEG deutlich gemacht. Glei-
       ches könnte  für Thyssen gesagt werden, ein Unternehmen, das tra-
       ditionell mit  der Dresdner  Bank in  engster Beziehung  stand  -
       heute ist  auch hier der DB ein Einbruch gelungen. Ebenso gibt es
       Abstufungen innerhalb  der Finanzgruppen selber. Dies hat im wei-
       testen Sinne konkret-historische Ursachen. Die VEBA AG zählt z.B.
       nicht zum  Kern der  DB-Gruppe, wie  etwa Siemens,  Daimler-Benz,
       Bosch, Mannesmann  und Flick. Bis zum Ende der 60er Jahre war die
       VEBA ein  reines Staatsunternehmen. Erst die Streuung des Aktien-
       kapitals, gefeiert  als Ausgabe von "Volksaktien", gab den Banken
       - über  das Depotstimmrecht  - direkten Zugriff auf das Unterneh-
       men. Sukzessive  wurde der  Staatsanteil auf heute deutlich unter
       30% abgesenkt.
       Die Geschichte der Daimler-Benz AG bot der DB  f r ü h e r  einen
       Zugang. 1924 waren die Daimler-Motorengesellschaft und die Benz &
       Cie. voneinander  unabhängige Unternehmen  - die aber wirtschaft-
       lich am  Boden lagen. Es war die DB, die beide Unternehmen fusio-
       nierte und  reorganisierte. Seitdem  spielt die Bank bei Daimler-
       Benz eine  beherrschende Rolle.  Aktuell hält  die Bank 28,5% des
       Aktienkapitals, dazu  kommen die  10% der  Flick-Gruppe (die auch
       vor dem  Aufkauf zum 1.1.1986 zum Einflußpotential der DB gerech-
       net werden  mußten) und  verfügt fast vollständig über das Depot-
       stimmrecht der 22,3% in Streubesitz befindlichen Aktien. All dies
       hat auch  ein "Paradebeispiel" für personale Verflechtung entste-
       hen lassen:  Hermann J.  Abs, Ehrenvorsitzender  im Aufsichtsrat,
       bekleidet diesen Posten auch bei Daimler. Aufsichtsratsvorsitzen-
       der bei  Daimler ist  Alfred Herrhausen, Sprecher der DB. Weitere
       zwei Mandate  im Rat werden von Deutsch-Bankern wahrgenommen. Um-
       gekehrt sitzt der Vorstandsvorsitzende von Daimler, Werner Breit-
       schwerdt, im  "Beirat der  Gesamtbank" der  DB. Ein weiteres Mit-
       glied des  Daimler-Vorstandes sowie ein Direktor gehören regiona-
       len Beiräten der DB an.
       Das Beispiel Daimler verweist zugleich auf eine weitere Differen-
       zierung innerhalb  der Finanzgruppen.  Es gibt  nicht nur  Unter-
       schiede in  der "räumlichen"  Distanz der Finanzgruppenmitglieder
       zur zentralen Großbank, sondern auch im Verhältnis zu dieser. Für
       Daimler-Benz läßt  sich spätestens  mit der  Reorganisation Mitte
       der 20er  Jahre eine   d o m i n a n t e   Position der Deutschen
       Bank gegenüber  dem Automobilkonzern  konstatieren. In den perso-
       nellen Verflechtungen zwischen Daimler und DB drückt sich dies in
       den starken primären Verflechtungen zwischen beiden aus.
       Anders Siemens:  Der Konzern  zählt ebenfalls  zum Kern  der  DB-
       Gruppe, und  wie zu  Daimler unterhält  die  Deutsche  Bank  seit
       vielen Jahrzehnten  enge Verbindungen  zu Siemens,  es  ist  aber
       nicht ersichtlich,  daß die  DB Siemens  dominiert. Siemens stand
       bereits an der Wiege der Deutschen Bank im Jahre 1870. Der Vetter
       des Siemens-Gründers  Werner Siemens (das "von" gab es erst Jahre
       später), Georg  Siemens, war  Mitgründer der Großbank und ihr er-
       ster Direktor,  was dem heutigen Vorstandssprecher entspricht. Im
       Gegensatz zu  Daimler-Benz erlebte  der Elektrokonzern  aber  nie
       eine so  tiefe Krise wie das Automobilunternehmen, was der DB den
       Einstieg in  eine dominante  Position ermöglicht  hätte. Auf  der
       Siemens-Hauptversammlung 1984  vertrat die  DB immerhin  20%  der
       Stimmen allein.  Im Hinblick  auf die  personale Verflechtung von
       DB/Siemens drückt sich der beschriebene Sachverhalt in zwar eben-
       falls sehr  intensiven personellen Beziehungen aus, in denen aber
       der DB  nur eine  primäre Verflechtung  zugestanden wurde. So ist
       Wilfried Guth  (DB)  stellvertretender  Aufsichtsratsvorsitzender
       von  Siemens.  Weitere  fünf  Mitglieder  des  Siemens-AR  sitzen
       zugleich in  Gremien der  DB, insbesondere  in deren  AR und zen-
       tralem Beirat,  darunter der  AR-Vorsitzende des Elektrokonzerns,
       Peter von  Siemens (im  Mai 1986 verstorben), der ebenfalls im AR
       der Deutschen  Bank Mitglied ist. Daneben gibt es eine Reihe wei-
       terer personeller Verflechtungen zwischen beiden Unternehmen.
       In diesem Beitrag stand der Aspekt der personalen Verflechtung im
       Vordergrund. Diese Ebene der Verflechtung ist von ihrer formellen
       Seite der  empirischen Forschung  am ehesten zugänglich und spie-
       gelt zugleich  andere Beziehungen  wider. Dies gilt auch im Blick
       auf die  Verflechtung der Großbanken mit Institutionen des States
       und ideologischen  Apparaten (Antonio  Gramsci). So  lassen  sich
       personelle Beziehungen der drei Banken mit 120 staatlichen Insti-
       tutionen und mit über 850 ideologischen Apparaten nachweisen. 13)
       
       _____
       *) Der Artikel  basiert auf  einer Untersuchung des Autors zu den
       personellen Verflechtungen der Großbanken, die im Rahmen des Ham-
       burger Instituts  für Sozialforschung  durchgeführt wird. Die Ba-
       sisdaten stammen  im wesentlichen  aus den  1984 erschienenen Ge-
       schäftsberichten der  Großbanken; Hoppenstedt-Verlag (Hrg.), Lei-
       tende Männer  der Wirtschaft,  Darmstadt 1983;  Who's Who in Ger-
       many, hrg. von O. J. Groeg, Ottobrunn 1983. Zu Ergebnissen dieser
       Untersuchung vgl.  auch: Hermannus  Pfeiffer,  Das  Netzwerk  der
       Großbanken, in:  Blätter für deutsche und internationale Politik,
       2/1986, S.  161 ff.  und ders., Großbanken und Finanzgruppen, in:
       WS.I Mitteilungen, H 7/1986.
       1) W.I. Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapita-
       lismus, in: Werke, Bd. 22, Berlin (DDR) 1977 (erstmals erschienen
       1917), S.  230; vgl.  auch R.  Hilferding, Das  Finanzkapital,  2
       Bde., Frankfurt/Köln 1974 (erstmals 1910).
       2) Vgl. insbesondere  K. Gossweiler,  Großbanken,  Industriemono-
       pole, Staat - Ökonomie und Politik des staatsmonopolistischen Ka-
       pitalismus in  Deutschland 1914-1932,  West-Berlin 1975 (erstmals
       1970).
       3) K. Gossweiler,  Die Rolle der Großbanken im Imperialismus, in:
       Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, 1971/III, S. 49.
       4) Eigenberechnung nach:  Deutsche  Bundesbank,  Entwicklung  der
       Wertpapierdepots, Beilage zu den Statistischen Beiheften, Wertpa-
       pierstatistik, Juli 1984 und Monatsberichte der Deutschen Bundes-
       bank, Mai 1984. Der Anteil der Großbanken wurde auf der Basis ei-
       ner Aussage  von Franz  Heinrich Ulrich  geschätzt,  wonach  vier
       Fünftel der Aktien im Besitz der Kreditinstitute auf die Großban-
       ken entfallen; F. H. Ulrich, Großbanken heute, in: Robert Wittgen
       (Hrg.), Neuzeitliche Bankenpolitik, Frankfurt 1974, S. 72.
       5) "Handelsblatt", vom 7./8.3.1986.
       6) Deutsche Bundesbank,  Statistische Beihefte  zu den  Monatsbe-
       richten, Reihe 2 - Wertpapierstatistik, März 1986.
       7) Ebenda.
       8) Vgl. Anm. 4 "Bundesbank".
       9) Capital 10/1984. Danach hielten die Großbanken folgende Stimm-
       anteile: Kaufhof:  CB 33%, DrB 12%; Schering: DB 24%, DrB 10%, CB
       12%; Siemens:  DB 20%,  DrB 13%;  Bayer: DB  29%, DrB 18%, CB 7%;
       Conti-Gummi: DB 22%, DrB 18%, CB 7%; Holzmann: DB 54%, DrB 3%, CB
       7%; Degussa:  DB 7%,  DrB 15%. Der Anteil der Kreditinstitute be-
       wegte sich  zwischen 50% und 98%. Die DB vertrat auf ihrer Haupt-
       versammlung (HV) 47% der Stimmen, die DrB 59% und die CB 30%.
       10) Paul Kleinewefers,  Jahrgang 1905  - Ein Bericht, 2. Auflage,
       o.O. 1977, S. 356.
       11) Allein die  50 größten Konzerne stehen für mehr als ein Fünf-
       tel der  gesamten Industrieproduktion  in der Bundesrepublik (die
       Monopolkommission errechnete  für 1980 einen Anteil der 100 Größ-
       ten an der gesamten Industrieproduktion von 37,26% - bei steigen-
       der Tendenz).  Quelle: Monopolkommission, Hauptgutachten 1980/81,
       Baden-Baden 1982, S. 88.
       12) Die Erhebung  der Kapitalverflechtungen  beruht auf: Commerz-
       bank (Hrg.).  Wer gehört  zu wem,  14. Auflage, Hamburg 1982, und
       der 15.  Auflage, Hamburg  1985; auf:  Bayerische Hypotheken- und
       Wechselbank, Wegweiser durch deutsche Unternehmen, München 1984.
       13) Vgl.  ausführlicher   Hermannus  Pfeiffer,  Das  Netzwerk...,
       a.a.O., bes. S. 169 ff.
       

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