Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 11/1986


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       DAS FINANZKAPITAL - MEHR ALS EINE SOZIOLOGISCHE KATEGORIE
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       Zum ökonomischen Inhalt eines politökonomischen Begriffs
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       am Beispiel der Internationalisierung des Finanzkapitals
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       Angelina Sörgel
       
       1. Zum  Begriff -  2. Die  Internationalisierung: Exporte und Ex-
       portfinanzierung -  3. Die  Internationalisierung: Entwicklung im
       Bankensektor -  4. Plethora von Geldkapital oder Machtzuwachs des
       internationalen Finanzkapitals
       
       1. Zum Begriff
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       Zur Einführung seien zwei Beispiele geschildert:
       Erstens: Zum  1.7.1986 haben  die Vorstandsmitglieder von Siemens
       und Bosch  den Aufsichtsrat von Daimler-Benz verlassen: durch den
       Erwerb von  MTU, Dornier  und AEG ist der bisherige Automobilkon-
       zern zum  Konkurrenten der  beiden Unternehmen auf dem Gebiet der
       Rüstungstechnologie, der  Motorelektronik und der Kommunikations-
       technologie geworden.  Fast zur  gleichen Zeit  wurde Siemens von
       Bosch durch  die Wahrnehmung  eines Vorkaufsrechts gehindert, das
       Unternehmen Pierburg zu erwerben, das Siemens den Einstieg in die
       Motorelektronik erleichtert  hätte. Alle drei Unternehmen gehören
       zum engeren Kern der Finanzgruppe Deutsche Bank.
       Zweitens: Vor  anderthalb Jahren  legte die  Deutsche Bank  einen
       Sparplan mit angeschlossenem Versicherungsschutz auf, die anderen
       privaten Großbanken folgten mit identischen Angeboten. Die Gruppe
       Allianz/Münchner Rückversicherung,  größter  Versicherungskonzern
       der BRD und ebenso reich wie die Deutsche Bank, baute im Gegenzug
       ihren Konzern  so um,  daß sie  durch den  Wegfall versicherungs-
       rechtlicher Beschränkungen  vermehrt  industrielle  Beteiligungen
       erwerben kann:  Die Marktaufteilung  wird neu  geordnet. Auch die
       Allianz wird dem Kern der Deutschen Bank zugerechnet.
       Der Begriff des Finanzkapitals schließt die Konkurrenz nicht aus,
       ebenso wenig  wie das Monopol. Aber auch die Finanzgruppe ist of-
       fenbar keine einmal gefundene Organisationsstruktur verschiedener
       Monopolgruppen mit gemeinsamen Interessen, die, gruppiert um eine
       Bank, gegeneinander  den Konkurrenzkampf  führen. Verändert  sich
       das ökonomische  Milieu, in  dem die  Gruppen agieren, stagnieren
       alte und  entwickeln sich neue Märkte, wie in den obigen Beispie-
       len, entsteht  auch die  Konkurrenz innerhalb  der Gruppe  wieder
       neu, und  die marxistische  Wissenschaft muß  den  pflichtgemäßen
       Kotau vor den Grundgesetzen der Produktionsweise durch die leben-
       dige Analyse einer sich verändernden Realität ersetzen.
       Der Begriff  des Finanzkapitals  ist aber  auch mehr  als nur die
       Summe der  Verflechtungen zwischen Bank-, Industrie- und Handels-
       monopolen. Sie nachzuweisen, ist schwierig genug: Kapitalbeteili-
       gungen spielen in der BRD nur eine untergeordnete Rolle, über das
       Depotstimmrecht besteht keine Veröffentlichungspflicht, Kreditbe-
       ziehungen fallen  unter das  Bankgeheimnis. Was  ermittelt werden
       kann, sind die Aufsichtsrats- und Beiratsmandate, und die Finanz-
       gruppen werden  in der  Regel empirisch  nach dem Grad der Perso-
       nalunion definiert. 1)
       Das ist ein erster und grundlegender Schritt. Hilferdings Defini-
       tion des  Finanzkapitals "Kapital in der Verfügung der Banken und
       der  Verwendung  der  Industriellen"  wird  aber  von  Lenin  als
       "unvollständig" bezeichnet:  Es fehle  ihm "der  Hinweis auf eins
       der wichtigsten  Momente, nämlich  auf die Zunahme der Konzentra-
       tion der  Produktion und des Kapitals in einem so hohen Grad, daß
       die Konzentration zum Monopol führt und geführt hat." 2)
       Frei interpretiert:  Inhalt des  Finanzkapitals müssen gemeinsame
       ö k o n o m i s c h e   V e r w e r t u n g s s t r a t e g i e n
       der beteiligten  Monopole sein, die über die allgemeinen Klassen-
       interessen im Verhältnis Lohnarbeit - Kapital hinausgehen.
       Aus dem  Charakter der Bankgeschäfte ergibt sich zugleich, daß es
       keine ganz  spezifischen, einzelkapitalistisch  geprägten Konkur-
       renzinteressen sein  können: "...Mit Entwicklung der großen Indu-
       strie (wird)  das Geldkapital  mehr und  mehr, soweit  es auf dem
       Markt erscheint,  nicht vom einzelnen Kapitalisten vertreten, dem
       Eigentümer dieses oder jenes Bruchteils des auf dem Markt befind-
       lichen Kapitals,  sondern (es  tritt) als  konzentrierte,  orani-
       sierte Masse auf, die ganz anders als die reelle Produktion unter
       die Kontrolle der das gesellschaftliche Kapital vertretenden Ban-
       kiers gestellt ist." 3)
       Die wesentliche  Strategie im  Kapitalismus der  BRD ist  in  den
       letzten 10  Jahren die  Internationalisierung. Auf sie trifft zu,
       daß sie  dem überwiegenden Teil des monopolistischen Kapitals ge-
       meinsam ist  und den größten Teil des nicht-monopolistischen auf-
       grund seiner Binnenstruktur benachteiligt; auf sie trifft zu, daß
       sie in  Kooperation von  Industrie- und  Bankmonopolen entwickelt
       und durchgesetzt  wird: Verwertungsstragien  von  Industrie-  und
       Bankmonopolen für  ihren jeweils  eigenen Bereich stehen in einem
       Wechselverhältnis zueinander,  beeinflussen und  verstärken  sich
       gegenseitig und  münden in  eine gemeinsame finanzkapitalistische
       Strategie.
       Die Konsequenz dieser These ist nicht nur begrifflicher Art, son-
       dern hat  auch enorme  praktische Bedeutung  bei der Einschätzung
       der Stabilität des internationalen Banksystems.
       
       2. Internationalisierung: Exporte und Exportfinanzierung
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       Exporte der Industrie
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       Es ist  bekannt, daß die BRD ein außerordentlich exportabhängiges
       Land ist,  eine Stellung, die sich seit 1983 noch einmal vertieft
       hat: beinahe  zwei Fünftel des BSP entfielen 1985 auf den Export,
       für 13,6 Mrd. DM wurden Direktinvestitionen getätigt.
       Fast die  Hälfte des  Warenexports geht in die EG-Länder (47,4%),
       ein weiteres Fünftel in andere europäische Länder (19,9%) und ein
       gutes Zehntel  nach USA  und Kanada  (11,4%). Nur 12,4% werden in
       die Länder  der sog.  dritten Welt  exportiert. 4) Die Verteilung
       des Kapitalexports,  der häufig  dem Warenexport als "Brückenkopf
       folgt, entspricht  dieser Struktur.  Einzig die Kfz-Industrie hat
       mit ca. 40% ihrer Direktinvestitionen einen höheren Anteil in den
       Entwicklungsländern.
       
       Tabelle 1:
       Verteilung von Export und Direktinvestitionen auf fünf Branchen
       
       Branchen           Exportanteil  Direktinvest.-  Konzentrations-
                          in v.H. 1985  anteil in v.H.  grad [Anteil der
                                           (1985)       6 größten am
                                                        Umsatz] (1981)
       
       1. Straßenfahrzeugbau   17,1          9,8             64,4
       2. Chemische Ind.       13,9         30,4             40,4
       3. Elektrotechn. Ind.   10,1          6,4             41,6
       4. Eisensch. Ind.        4,7          0,5             62,4
       5. Maschinenbau         14,7          2,7             11,5
       
       Summe                   60,3         49,9              -
       _____
       Quellen: WiSta 3/86; Bundesanzeiger; Monopolkommission HG V
       
       Die Exporte ebenso wie die Direktinvestitionen konzentrieren sich
       auf wenige  Wirtschaftszweige: 5 Branchen ziehen drei Fünftel des
       Exports und  die Hälfte der Direktinvestitionen auf sich. Bis auf
       den Maschinenbau,  der sehr  unterschiedliche Teilmärkte vereint,
       sind diese  Branchen hochkonzentriert. Die führenden Konzerne der
       BRD gehören  auch zu  den größten  Exporteuren. So machte der aus
       Export und Auslandsproduktion gespeiste Auslandsumsatz bei diesen
       Konzernen 1984  folgende Anteile  des Gesamtumsatzes aus: Bayer -
       78,6%, Hoechst  - 75,3%, VW - 67,9%, Daimler-Benz - 66,3%, BASF -
       60,7%, Siemens  - 51,0%, Thyssen - 51,0%, BMW - 73,0%, Mannesmann
       -68,0%, Bosch - 53,0%, Krupp - 46,0%. 5)
       
       Außenhandelsfinanzierung durch die Banken
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       Es wäre  ein Irrtum  zu glauben, die Exporte seien allein private
       Verwertungsstrategie der  Industrie; tatsächlich  findet kein Au-
       ßenhandelsgeschäft ohne  das Dazwischentreten  einer Bank  statt,
       die durch ein entwickeltes System von Garantien, Bürgschaften und
       Finanzierungen einen  Teil ihrer  Provisions-  und  Zinseinnahmen
       ebenfalls auf  diese Geschäfte  zurückführt. Dabei hat die Finan-
       zierung des Warenexports in den letzten 20 Jahren bedeutende Ver-
       änderungen erlebt  6):  in  den  60er  Jahren  überwog  noch  die
       I m p o r t f i n a n z i e r u n g,   seit den 70er Jahren setzt
       sich die  E x p o r t f i n a n z i e r u n g  durch, bei der der
       Exporteur dem  Importeur einen  Lieferantenkredit  zur  Verfügung
       stellt. Diesen  kommerziellen Kredit refinanziert er seinerseits,
       z.B. durch Abtreten der Auslandsforderung an eine Bank.
       Sind hier  die Banken  schon stärker über Bürgschaften und Garan-
       tien hinaus  in die Finanzierung der Exportgeschäfte mit einbezo-
       gen, so  gilt das  noch mehr  für die  relativ   n e u e n   F i-
       n a n z i e r u n g s f o r m e n   des   F a c t o r i n g   und
       der   F o r f a i t i e r u n g:  Beide Formen, die eine im kurz-
       fristigen, die  anderen im  langfristigen Geschäft, laufen darauf
       hinaus, daß  die gesamte  Forderung gegenüber  einem Importeur an
       ein Geldinstitut  verkauft wird. Beim Factoring bleibt das Risiko
       noch beim  Exporteur, beim  Forfaitieren geht  sie völlig auf das
       Institut über.  7) Der Exporteur verlagert damit das Kreditrisiko
       auf die  Bank und  erhöht,  da  er  nicht  mehr  die  Rückzahlung
       abwarten muß, seine Liquidität. Er zahlt zwar relativ höhere Zin-
       sen -  hier liegt  der Vorteil für die Institute -, aber zu einem
       festen Satz  und über  eine bestimmte Laufzeit, so daß er mit fe-
       sten Größen kalkulieren kann. Auf einer ähnlichen Ebene liegt das
       i n t e r n a t i o n a l e  L e a s i n g,  das ebenfalls in den
       letzten Jahren an Marktanteilen dazugewonnen hat.
       Den wirtschaftlichen  Hintergrund der Entwicklung dieser arbeits-
       teiligen Formen  der Exportfinanzierung, die den Banken eine noch
       größere Rolle  zuweisen, bildete die Ost-West-Entspannung und der
       verstärkte Export  in die  Entwicklungsländer in den 70er Jahren:
       diese stellten potentielle Kunden für die exportorientierte Indu-
       strie dar,  deren Zahlungsfähigkeit sich aber erst im Maßstab der
       Rentabilität der getätigten Investitionen einstellen würde. (Ende
       der 70er Jahre kam in diesem Zusammenhang die Projektfinanzierung
       auf: internationale  Konsortien verschiedener  Großbanken mobili-
       sierten gemeinsam  Kapital, bei denen kein Zins festgesetzt wird,
       sondern die  Zahlungsmodalitäten mit dem zu erwartenden cash flow
       und dem  return on  investment (also  den geplanten Gewinngrößen)
       abgestimmt werden.  Bei dieser  Form verwischen  sich die Grenzen
       zwischen industrieller und finanzieller Verwertungsstrategie.)
       Daß es sich bei der Verselbständigung der Finanzseite als Voraus-
       setzung einer Arbeitsteilung zwischen industriellem und Geldkapi-
       tal nicht  um eine  völlig gradlinige  Entwicklung  handelt,  ist
       durch die Verschuldungskrise offensichtlich geworden. In Reaktion
       darauf wurde einmal versucht, möglichst billige Kredite zu bekom-
       men, so daß mehr und mehr auch für die Kreditierung des Warenhan-
       dels im  Importgeschäft ungebundene  Finanzkredite auf  dem Euro-
       markt aufgenommen wurden, möglichst auf rollover-Basis - d.h. mit
       variablen Zinssätzen.  Zum anderen  verlängern sich die Zahlungs-
       ziele, und  schließlich nehmen  inzwischen die  sog. "barter"-Ge-
       schäfte zu:  die Devisenknappheit der Schwellenländer läßt sie zu
       Tauschgeschäften auf  Gegenseitigkeit greifen:  der Irak  tauscht
       mit Brasilien  Erdöl gegen Eisengußrohre (1985) oder VWs (100 000
       in 2 Jahren/1984), Nigeria tauscht Öl gegen Maschinen und Ersatz-
       teile, und von den Schwellenländern in Fernost heißt es, sie wür-
       den die  Hälfte ihrer Außenhandelsumsätze im Rahmen von Kompensa-
       tionsgeschäften tätigen. 8) Nach Aussagen des führenden Speziali-
       sten auf  diesem Gebiet  - dem  Bremer Unternehmer Schulz - liegt
       der Anteil am internationalen Handel bei 30%. 9) Da dies u.a. Ge-
       schäfte sind,  auf die  sich verschiedene RGW-Länder aus entwick-
       lungspolitischen Gründen  einlassen, wird  die Exportfinanzierung
       auch als  Teil des  internationalen Wettkampfs  um die Weltmärkte
       wichtiger: "Im  Export hat  sich die Konkurrenz von der Ebene der
       Produkte und Preise offensichtlich auf die Ebene der Finanzierung
       verlagert." 10)  Die Rolle der Banken als Spezialisten der Außen-
       handelsfinanzierung gewinnt damit weiter an Bedeutung.
       
       Multinationale Konzerne und "global banking"
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       Noch stärker  als der Außenhandel hat sich die Internationalisie-
       rung der  industriellen Monopole  in Form  des Kapitalexports auf
       die Banken  ausgewirkt: eine  relativ kleine Zahl multinationaler
       Unternehmen hat  eine finanzielle Hebelwirkung auf die Geschäfts-
       politik der Großbanken ausgeübt.
       Multinationale Strategien  der führenden Industriekonzerne erfor-
       derten die  Präsenz auf  den  internationalen  Finanzmärkten  und
       stellten Anforderungen  an Finanzierungen  und andere  Dienstlei-
       stungen, die  die Kapazitäten einzelner Banken und nationaler Fi-
       nanzplätze übertrafen. 1975 verfügten die US-Banken über 762 Aus-
       landsfilialen, die  BRD-Banken über 13  11) und damit auch in eu-
       ropäischem Vergleich  über unterdurchschnittlich  wenig.  Während
       das gegenüber  England, Frankreich und den Niederlanden vor allem
       auf die  fehlenden kolonialen Traditionen und den Rückzug aus dem
       Auslandsgeschäft nach dem 2. Weltkrieg zurückging, mangelte es im
       Vergleich mit  den USA auch an Finanzkraft - 1970 hatten die Bank
       of America,  die Chase Manhattan und die Citicorp eine gemeinsame
       Bilanzsumme von knapp 80 Mrd. US-$, die Deutsche Bank, die Dresd-
       ner Bank,  die Commerzbank und die WestLB etwas über 30 Mrd. US-$
       12) - und Spezialkenntnissen. In einer Interviewstudie zur inter-
       nationalen Finanzierung  erwähnt ein  BASF-Manager noch 1980, daß
       mehr als  die Hälfte  der Finanzverbindungen des Konzerns zu aus-
       ländischen Banken bestünden. 13)
       Anforderungen der  Industriekonzerne an die internationale Finan-
       zierung ergeben  sich vor allem aus dem Bedürfnis, Währungsunter-
       schiede auszunutzen  bzw. sich  dagegen abzuschirmen  und Manage-
       mentsysteme zu  entwickeln, die  die finanziellen Aktivitäten in-
       nerhalb des  Gesamtkonzerns zusammenfassen,  steuerbar machen und
       zudem möglichst kostengünstig sind.
       Im laufenden  Geschäft ebenso  wie bei  der Repatriierung der Ge-
       winne kann durch "hedging" und "swapping" das Währungsrisiko aus-
       geschaltet und aus den Kursdifferenzen mit einigem Glück noch Ge-
       winne gezogen werden 14):
       - Beim "hedging"  werden zwischen  die  Warengeschäfte  Kreditge-
       schäfte geschaltet.  Z.B. erwartet  ein US-Multi innerhalb von 90
       Tagen einen Exporterlös in Gulden, von denen eine baldige Aufwer-
       tung angenommen  wird. Daraufhin nimmt das Unternehmen in Amster-
       dam einen  Kredit in  Höhe des Exporterlöses auf, wandelt ihn zum
       Tageskurs in  Dollar um und legt ihn an. Mit dem Exporterlös wird
       dann der  Kredit zurückgezahlt. Der Gewinn liegt in der Differenz
       zwischen der Rendite der Anlage und dem Verlust durch die Aufwer-
       tung. Eine  andere Möglichkeit besteht in dem Abschluß eines Ver-
       trages, in  dem das erwartete Austauschverhältnis in 90 Tagen zu-
       grunde gelegt  wird. Ist  die Frist länger, werden mehrere dieser
       3-Monats-Geschäfte unternommen.
       - Beim "swapping"  durch Unternehmen wird auf den Transfer in das
       Mutterland mit  harter Währung  verzichtet; z.B.  finanziert sich
       das Tochterunternehmen in der ausländischen Währung mit Hilfe ei-
       ner multinationalen  Bank: ein  US-Unternehmen mit  einer  seiner
       Töchter in  Columbien z.B. macht eine Dollar-Einlage bei der ame-
       rikanischen Niederlassung einer columbianischen Bank. Die Mutter-
       bank in  Columbien zahlt  aus  ihren  vorhandenen  Peso-Beständen
       einen Kredit  an die  Tochter des US-Unternehmens. Der US-Konzern
       kommt damit  in den  Genuß billigen  Geldes, und die Bank erfährt
       eine Erweiterung ihres Devisenbestandes, den sie im internationa-
       len Geschäft gewinnbringend anwenden kann. Zum verabredeten Zeit-
       punkt weiden die Original-Dollar- und Pesobeträge zurückgezahlt.
       Die besonderen  Serviceleistungen der  Finanzorganisationen gehen
       bis an  den Rand  der Wirtschaftskriminalität: wenn die Abwertung
       einer schwachen  Währung mit  der Inflation  nicht Schritt hält -
       und das  kann sie  in der Regel nicht, weil das zu große Devisen-
       verluste bedeuten  würde -  beinhaltet die  Repatriierung der Ge-
       winne immer  einen weiteren Gewinn für die Muttergesellschaft und
       zieht zusätzlich Geld aus dem Land. Einige Entwicklungsländer ha-
       ben deshalb  Devisensperren errichtet.  Für 1985 wurde geschätzt,
       daß ca.  30-40  Mrd.  US-$  auf  diese  Weise  festgefroren  sind
       (blocked funds). 10% davon im Schnitt werden durch Bestechung und
       andere illegale Aktivitäten "losgeeist" von Leuten, die sich dar-
       auf spezialisiert  haben. An  der Grenze  zu Mexiko  setzten  200
       Wechsler anläßlich  der Fußballweltmeisterschaft  30  Mill.  US-$
       Fluchtgelder um. 15)
       Durch diese und vergleichbare Verfahren werden nicht allein Risi-
       ken ausgeschaltet  oder verringert,  sondern auch zusätzliche Ge-
       winne gezogen.  "Wer nicht  sichert, auf  modisch:  hedged,  ver-
       schenkt bares  Geld", sagt der Finanzmanager von Daimler-Benz, E.
       Reuter, und  zitiert die  "Financial Times": "Die Grenzlinie zwi-
       schen Spekulation und geschicktem Handeln zum Zweck der Kostenbe-
       grenzung (ist) papierdünn." 16)
       Die deutschen  Großbanken haben sich in diese Geschäfte zunehmend
       eingeschaltet. Sie bieten inzwischen aktiv neue Formen des inter-
       nationalen Managements  für multinationale Konzerne an, die durch
       die entwickelten  Technologien möglich geworden sind: "cash-mana-
       gement" mit  Hilfe einer  "treasury-work-station", durch  die der
       Finanzmanager die  Daten aller  mit seinen  Banken getätigten Ge-
       schäfte automatisch einholen kann, mit seinen internen Daten kom-
       plettiert und mit Hilfe von Programmen die nötigen Entscheidungen
       vorbereitet: Optimierung des Zahlungsverkehrs, Liquiditätsermitt-
       lung und -planung, Währungs- und Kurssicherungsstrategien sollen,
       nach der  Werbung der Banken, damit möglich sein. "Zeit ist Geld"
       gilt bei  dieser Art  der Geschäfte  ganz  besonders;  drei  Tage
       Zeitgewinn durch  den Übergang  vom Briefverkehr  auf telex  sind
       drei Tage mehr an Profit.
       Wie schnell  sich die  neue Technik  durchsetzt, ist  eine andere
       Frage; einmal  setzt sie eine entsprechende Aufbereitung und Ver-
       fügbarkeit betriebswirtschaftlicher  Daten voraus, wie sie häufig
       noch nicht  vorhanden ist,  zum anderen  bedeutet die Einrichtung
       des Cash-Managements  durch die  Bank  Kompetenzverlust  für  das
       "inhouse-banking", das Finanzmanagement im Konzern und stößt des-
       halb z. T. auf Widerstand.
       Die entwickelten  Banktechniken erlauben  es den  multinationalen
       Konzernen, sich aus den Finanzgeschäften, die an und für sich nur
       die realen  Warengeschäfte und  die Investitionsfinanzierung  be-
       gleiten, zusätzliche,  z. T.  spekulative  Profitquellen  zu  er-
       schließen. Sie  sind mit  den produktiven  Geschäften  verbunden,
       entwickeln sich mit ihnen, stellen aber einen eigenen Beitrag zur
       Profitabilität von  Waren- und Kapitalexport dar. Insofern bilden
       sie auch einen weiteren Anreiz für die Exportorientierung der In-
       dustrie in Form von Warenexporten und Direktinvestitionen.
       
       3. Die Internationalisierung: Entwicklung im Bankensektor
       ---------------------------------------------------------
       
       Die Internationalisierung eröffnet den Banken ihrerseits die Mög-
       lichkeit, nationalen Beschränkungen aus dem Weg zu gehen, gleich-
       zeitig Geschäfte  mit verschiedenen  Töchtern desselben Unterneh-
       mens zu  tätigen, das  Risiko der  Bank nach  Kunden, Ländern und
       Währungen breit zu streuen und in weltweitem Maßstab zu spekulie-
       ren.
       "The core  of the world's foreign exchange market consists of the
       trading rooms of a handful of very large banks scattered over the
       world - fifty or sixty such banks in all - linked together by te-
       lephone, telex, and Computer." 17)
       Die Internationalisierung  der Großbanken der BRD hat sich in der
       zweiten Hälfte  der siebziger  Jahre in  einem stürmischen  Tempo
       entwickelt. Seit 1973 hat sich die internationale Kreditgewährung
       insgesamt verneunfacht. Während innerhalb der BRD die Bankumsätze
       unter dem  geschäftspolitischen Motto "Ertrag vor Volumen" Anfang
       der achtziger  Jahre stagnierten,  wiesen die Auslandstöchter und
       -filialen überdurchschnittliche  Zuwachsraten auf.  Die  Deutsche
       Bundesbank weist  1985 das  erste Mal  zusammengefaßte Daten über
       die Auslandsniederlassungen  aus, die  seitdem regelmäßig  veröf-
       fentlicht werden.  18) Danach entspricht das Geschäftsvolumen der
       Auslandsniederlassungen inzwischen einem Fünftel des Geschäftsvo-
       lumens  der   33  Banken,   die  über  Niederlassungen  verfügen.
       (Faktisch ist  die Konzentration  in diesem Bereich erheblich hö-
       her: nach  Berechnungen der  UN zählten 1975 nur 5 Banken aus der
       BRD zu  transnationalen Banken mit Niederlassungen in 5 oder mehr
       Ländern. Führend  ist die Deutsche Bank, gefolgt von der Dresdner
       Bank und  der Commerzbank.  1985 gibt es 166 Institute im Ausland
       (ohne die  Repräsentanzen), darunter  99 Filialen und 67 Töchter,
       mit einem  Geschäftsvolumen von  376 Mrd.  DM (zum Vergleich: das
       Geschäftsvolumen der  inländischen Banken  beträgt ca.  3000 Mrd.
       DM). Davon  entfallen 37  Filialen und  23 Töchter  auf die  drei
       Großbanken (berechnet  nach Geschäftsberichten). Knapp die Hälfte
       der Niederlassungen  ist in  Europa beheimatet, ein gutes Fünftel
       in Off-shore-Zentren  (Kaimaninseln, Honkong  und Singapur),  ca.
       15% in den USA und 10% in Asien.
       Besonders die  beiden letztgenannten  stellen wichtige Wachstums-
       märkte mit  strategischer Relevanz  für den Bankensektor dar: Die
       USA und  das südostpazifische  Becken mit  Südkorea, Philippinen,
       Taiwan, das  die USA  in Konkurrenz und Kooperation mit Japan als
       neues Wachstumszentrum  aufbauen, sollen  auch einen  zukünftigen
       Schwerpunkt bei  den  Direktinvestitionen  der  Industriekonzerne
       bilden. Die Präsenz deutscher Banken in diesem Raum hat sich seit
       1970 mehr als verfünffacht, in den USA mehr als vervierfacht.
       Die Geschäfte  der Auslandsniederlassungen sind überdurchschnitt-
       lich profitabel: Jahrelang, bis zur Novelle des Kreditwesengeset-
       zes 1985, ist Eigenkapital gespart worden durch eine höhere Rela-
       tion von Kreditvergabe zu Kapital als sie in der BRD erlaubt ist.
       Die Steuern  liegen in den internationalen Finanzplätzen außeror-
       dentlich niedrig.  Die Mindestreserve, die in der BRD auf Kredite
       gehalten werden muß, entfällt.
       Darüber hinaus werden auf den internationalen Finanzplätzen über-
       wiegend Großgeschäfte  getätigt, die  kostensparender  sind:  das
       Verhältnis von Mitarbeitern zur Bilanzsumme ist 30mal so hoch wie
       bei den  Konzernmüttern in der BRD. Es ist kein Widerspruch dazu,
       daß die  Bundesbank in  ihrer jährlichen  Ertragsanalyse 1985 er-
       wähnt, daß  die Bankentöchter in Luxemburg kaum Erträge auszuwei-
       sen hätten:  der größte  Teil der  Erträge geht in die Risikovor-
       sorge - und entgeht damit dem Fiskus. 19)
       Die internationalen  Zahlungsbilanzrisiken haben  diese Geschäfte
       verändert, aber  ihre Bedeutung  und ihr  Wachstum  nicht  einge-
       schränkt.
       Die westdeutschen  Großbanken waren  von  der  Verschuldungskrise
       nicht so stark unmittelbar betroffen wie die Konkurrenz. Die For-
       derungen der  deutschen Banken  und ihrer Auslandsniederlassungen
       gegenüber 25  Schuldnerländern betrugen  Ende 1984 34,9 Mrd. US-S
       und damit  8,7% aller  Forderungen der  Banken, die  der  B a n k
       f ü r     i n t e r n a t i o n a l e n    Z a h l u n g s a u s-
       g l e i c h  berichten. 20)
       Die Dresdner Bank hat diese Zahlen für 1985 in ihrem Geschäftsbe-
       richt bestätigt;  W. Blessing,  Vorstandsmitglied  der  Deutschen
       Bank, sprach  sogar von nur 5%. 21) Für die Inlandsinstitute gibt
       die Commerzbank  in ihrem  85er Geschäftsbericht einen Betrag von
       5,4 Mrd. DM an; das entspräche jeweils 3% bis 4% des Geschäftsvo-
       lumens der  Konzerne. Nach  1982 wurden noch 8 Filialen, 1985 al-
       leine 4 Töchter, gegründet. Das Geschäftsvolumen der Töchter ging
       zwar 1985 zurück, aber das der Auslandsfilialen stieg stetig wei-
       ter.
       Das Neugeschäft  an den  internationalen Finanzmärkten  insgesamt
       stieg 1985 um ein Drittel von 203,0 auf 296,0 Mrd. US-$. 22) Nach
       Ausschalten von  Doppelzählungen im Interbankgeschäft schätzt die
       BIZ allerdings  die Neukredite auf nur 100 Mrd. US-$ und damit 10
       Mrd. mehr  als 1984,  die neuen Anleihen auf 125 Mrd. $; das ent-
       spricht 42 Mrd. Zuwachs. 23)
       Hinter diesem  Wachstum verbirgt  sich eine  Umschichtung der Ge-
       schäftsstruktur in  bezug auf  die Kreditnehmer und die Finanzie-
       rungsformen.
       E r s t e n s   bildete sich eine Zweiteilung des internationalen
       Finanzmarktes heraus  zwischen einem  Umschuldungssektor aus Ent-
       wicklungsländern,  der   stagniert,   und   einem   Bereich   der
       "akzeptablen Risiken"  aus Industrie-  und Schwellenländern,  der
       erneut ein  starkes Wachstum  aufweist. Schon  1984  fielen  drei
       Viertel der  Neukredite auf  diesen Bereich.  24) 1985 nahmen die
       Ausleihungen an  die Nicht-OPEC-EL  erneut ab auf 8,5 Mrd. $. Das
       entspricht einem Viertel des Betrages vor 1982, dem Jahr des Aus-
       bruchs der Finanzkrise, während die OPEC-Länder im 2. Jahr Schul-
       den tilgten  in der  Höhe von 1,1 Mrd. US-$ (1984: 1,8 Mrd.). 25)
       Von der  Anlegerseite her  fallen damit Entwicklungsländer zuneh-
       mend aus  und werden durch institutionelle Anleger aus Industrie-
       ländern ersetzt,  die damit  neue Technologien und Übernahmen fi-
       nanzieren. Allerdings ist die Neukreditvergabe sehr ungleichmäßig
       verteilt: Der Kreditzuwachs an asiatische Länder nahm um 2,3 Mrd.
       $ zu, der Kreditzuwachs an Lateinamerika um 4,4 Mrd. ab.
       Z w e i t e n s   haben sich  neue Finanzierungsformen entwickelt
       und in  einem Tempo durchgesetzt, das es erlaubt, von einer radi-
       kalen Umstrukturierung  der internationalen Finanzmärkte zu spre-
       chen: Weg  von den  klassischen Bankkrediten,  hin zu handelbaren
       Wertpapieren  in   verschiedenen  Formen  ("Securitization"  oder
       "Verbriefung"). In den siebziger Jahren hatten Wertpapierbegebun-
       gen einen  Anteil von  rund zwei  Fünftel an der gesamten Bereit-
       stellung von  Kreditmitteln an den internationalen Finanzmärkten,
       heute sind es knapp vier Fünftel. 26)
       Langfristige und  mittelfristige Kredite werden durch internatio-
       nale Anleihen, kurzfristige Kredite durch Absicherungsfacilitäten
       für die revolvierende Begebung von kurzfristigen Papieren ersetzt
       (z.B. NIF  - Note  Issuance Facilities  -, RUF - Revolving Under-
       write Facilities  - und  Euronote Facilities).  Diese Facilitäten
       haben eines gemeinsam: Großunternehmen geben Papiere aus mit kur-
       zen Laufzeiten  im Rahmen  einer langfristigen Kreditzusage einer
       Bankengruppe. Sie  finanzieren sich  dabei nicht direkt durch die
       Banken, sondern  über den  Kapitalmarkt: Institutionelle  Anleger
       (Pensionsfonds; Kapitalsammelstellen,  darunter auch Banken; Ver-
       sicherungen usw.) erwerben die Anleihen. Mit dem Bankenkonsortium
       wird parallel  eine "stand-by"-Linie  vereinbart: für  fünf  oder
       mehr Jahre  macht die Bankengruppe eine feste Kreditzusage bis zu
       einem bestimmten  Betrag. Innerhalb dieses Rahmens werden die Pa-
       piere, die die Unternehmen ausgeben, von den Banken placiert; Pa-
       piere, die nicht am Markt untergebracht werden können, übernehmen
       sie.
       Gemessen am  internationalen Finanzvolumen ist das Engagement der
       deutschen Großbanken  bisher gering;  seit Mitte  letzten  Jahres
       sind Absicherungsfacilitäten  u. ä.  im Gesamtbetrag von 340 Mio.
       US-$ von  deutschen Banken  arrangiert worden.  (Als erstes west-
       deutsches Unternehmen  laut "Handelsblatt" Klöckner & Co, gefolgt
       von Siemens.)  Amerikanische und  japanische Banken sind hier die
       Marktführer. "Offensichtlich  sind die  deutschen Banken  aber im
       Begriff, ihre Aktivitäten in diesem Bereich zu intensivieren, be-
       sonders bei  den in  ausländischen Finanzzentren errichteten Nie-
       derlassungen." 27)
       Die Zulassung  der D-Mark als Vertragswährung für diese Finanzie-
       rungsformen, die im Mai 1985 erfolgt ist und demnächst auf Einla-
       genzertifikate erweitert wird, gestattet es den deutschen Banken,
       sich mit  der eigenen  nationalen Währung stärker in das interna-
       tionale Geschäft einzuschalten.
       Die stürmische  Entwicklung dieser  Finanzierungsformen ist damit
       zu erklären,  daß sie  für alle  Beteiligten, Banken  ebenso  wie
       emittierende Unternehmen,  außerordentlich profitabel  sind - ein
       Umstand, der  unter dem wertneutralen Begriff "Effizienz" allent-
       halben betont wird:
       - die Finanzierungskosten  sind niedriger  als bei  Krediten. Sie
       basieren auf  den Libor-  und Libidsätzen am Londoner Finanzmarkt
       zuzüglich  einer   Bereitstellungsgebühr  der   Banken  (bei  der
       tatsächlichen Inanspruchnahme wird noch ein Aufschlag erhoben).
       - die Flexibilität  und Liquidität  der Unternehmen  erhöht  sich
       aufgrund der  Handelbarkeit der Papiere: die Wertpapiere brauchen
       nur zum  Zeitpunkt und  in der  Höhe des jeweils akuten Mittelbe-
       darfs ausgegeben  zu werden, ihre Einlösung erfolgt beinahe auto-
       matisch bei  Fälligkeit und die stand-by-Linie vermittelt die Ge-
       wißheit einer problemlosen Anschlußfinan/ierung.
       - Für die  Banken sind  diese Geschäfte ebenfalls relativ günstig
       aufgrund der  geringen Kosten,  die sie verursachen - nach Schät-
       zung der Bundesbank werden sie bisher zu 20% bis 25% ausgeschöpft
       -, auch wenn der Wettbewerb relativ scharf ist.
       - Vor allem hatten sie bisher den Vorteil der absoluten Bilanzun-
       wirksamkeit. Da sie keine unmittelbare Kreditgewährung zum Gegen-
       stand hatten,  mußten sie  weder auf das Eigenkapital angerechnet
       werden noch  konnten sie Gegenstand staatlicher Geld- und Kredit-
       politik sein.
       Dadurch entfallen die geschäftspolitischen Beschränkungen für die
       Banken.  Zinsfestsetzungen,  Kapitalverkehrsbeschränkungen,  Min-
       destreservepolitik und die angestrebte Stärkung der Eigenkapital-
       basis der  Banken wurden damit von Unternehmen und Banken gemein-
       sam unterlaufen.
       Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen hat deshalb am 2. Juni
       1986 festgesetzt,  daß die  deutschen Banken NIFs und RUFs zu 50%
       auf das Eigenkaptital anrechnen müssen. In Reaktion darauf werden
       inzwischen verstärkt  "euro-commercials" gehandelt, bei denen die
       Banken nicht  mehr die  Garantie für  den  Fall  der  Nichtunter-
       bringung übernehmen, sondern nur noch als Absatzorganisation fun-
       gieren.
       Die Euromärkte "sind das geldwirtschaftliche Gegengewicht für die
       zunehmende Internationalisierung  der Unternehmungen  und das Zu-
       sammenwachsen der Volkswirtschaften". 28)
       Mehr als zwei Fünftel der internationalen Anleihen entfallen 1985
       auf   U n t e r n e h m e n   aus den  USA (24,8%), Japan (12,2%)
       und England (8,9%). 29)
       Außerhalb der  nationalstaatlichen Regulierung haben die privaten
       Großbanken der  imperialistischen Hauptländer Finanzplätze aufge-
       baut, die  bis heute  durch das  globale Management  des privaten
       Bankkapitals im  Gleichgewicht gehalten  werden und  immer wieder
       neue Formen  der "De-Regulierung"  gegenüber den  Nationalstaaten
       und der Ausbeutung gegenüber den Schuldnerländern finden.
       
       4. Plethora von Geldkapital oder Machtzuwachs
       ---------------------------------------------
       des internationalen Finanzkapitals?
       -----------------------------------
       
       Läßt man  die Zahlen  und Fakten  der vorangegangenen  Abschnitte
       noch einmal  Revue passieren,  fügen sie sich zu dem Bild, das in
       den vergangenen  Jahren ein Vielfaches an Geldkapital mobilisiert
       wurde, das  inzwischen nach dem Rückzug aus Projekten in den Ent-
       wicklungsländern überwiegend  zur  Finanzierung  großer  Konzerne
       dient. 30)
       Die Interpretation  der sprunghaften  Zunahme der internationalen
       Finanzmärkte als  Parasitismus des großen Kapitals in den kapita-
       listischen Metropolen,  das keine  "produktive" Anlage findet und
       sich deshalb über das Drehen einer Finanzspirale verwertet bis es
       zum Salto  mortale des Finanzsystems kommt - diese Interpretation
       erweist sich  angesichts der  neuen Daten  als zu einseitig. Pro-
       fite, die  nicht akkumuliert  werden, verwandeln sich zwar in li-
       quide Mittel  des Bankensystems,  wie Altvater schreibt, 31) aber
       sie dienen offenbar wieder zum großen Teil als Mittel der Akkumu-
       lation anderer Kapitale.
       Die "Verselbständigung  der Geldkapitalakkumulation"  als  "Kehr-
       seite der  strukturellen Überakkumulation von Kapital" verschärft
       nicht per se die Überakkumulationskrise, 32) sondern erweist sich
       als hochflexibles Instrument der Anpassung der Finanzseite an die
       Verwertungsbedürfnisse des industriellen Kapitals, als Mittel der
       Kapitalmobilisierung und  weltweiten  Umverteilung  zwischen  den
       Konzernen. Die  eine Seite  verselbständigt sich  zwar gegen  die
       andere, aber  beide münden  ein in  eine gemeinsame  Politik  des
       Finanzkapitals.
       Nun ist  mit diesem Hinweis das Argument des Parasitismus und des
       immanenten  Risikos   der  durchgesetzten  Weltwirtschaftsordnung
       nicht widerlegt.  Schließlich herrscht auch im industriellen Pro-
       duktionsprozeß der Parasitismus monopolistischer Marktstrategien!
       Eine Fehllenkung  von industriellen  Kapazitäten unter  Profitge-
       sichtspunkten wie  bei der Energieerzeugung, der Rüstungsund Ver-
       schleißproduktion, das alles sind nicht minder parasitäre und ge-
       fährliche  Entwicklungen  als  die  "Plethora  des  Geldkapitals"
       (Krüger).  Der   monopolistische  Akkumulationsprozeß  beinhaltet
       ebenfalls die  permanente Tendenz  zur Überakkumulation.  Deshalb
       ist  durch   die  Rückkehr   der  mobilisierten   Gelder  in  den
       "produktiven" Kreislauf  noch nicht über die Entwicklungsrichtung
       und Krisenhaftigkeit  der  kapitalistischen  Weltwirtschaft  ent-
       schieden. Aber die Fragestellung verschiebt sich: Was geschah mit
       dem mobilisierten Kapital?
       Zwei Richtungen lassen sich hier grob umreißen:
       E r s t e n s   wird nach  wie vor durch die führenden Industrie-
       konzerne der imperialistischen Hauptländer im Ausland kräftig in-
       vestiert. Nicht in erster Linie die Summe der Investitionen, son-
       dern ihre Richtung und ihr Charakter ändern sich:
       Die Kapitalverkehrsstatistik weist aus, daß in den siebziger Jah-
       ren rund  30% der  jährlichen Kapitaltransfers  Standorte in Ent-
       wicklungsländern betrafen,  während 1981-1984  dieser Anteil  nur
       noch ein  Viertel beträgt.  Gemessen an  den Beständen, sinkt der
       Anteil der Region der dritten Welt von 16% auf 14%. 33)
       1983 unterhalten  nach Fröbel/Kreye 1410 Unternehmen der BRD 3740
       Beteiligungsverhältnisse im  Ausland, davon  53% in Entwicklungs-
       ländern (1975)  und 47%  in Industrieländern  (1765 ohne die EG),
       den größten  Teil in  den USA.  Der Anteil der Entwicklungsländer
       ist damit zurückgegangen. 1975 entfielen nämlich 61% auf die Ent-
       wicklungsländer und 39% auf die Industrieländer. 34)
       Fröbel/Kreye, ebenso  wie Olle  (1986) 35), stellen Beispiele für
       die Entwicklung nach 1983 zusammen, aus denen eine starke Konzen-
       tration des  Kapitalexports auf  die USA und andere Industrielän-
       der, vor  allem im Rahmen der EG-Süderweiterung, hervorgeht. 1985
       nimmt diese Tendenz geradezu dramatische Ausmaße an: 13 277 Mill.
       DM werden  in Industrieländern  und nur  358 Mill. DM in Entwick-
       lungsländern investiert! 36)
       Auch hier  treten aber, ebenso wie bei der Kreditvergabe, deutli-
       che regionale  Unterschiede auf:  Investitionen in die Länder der
       sogenannten dritten  Welt finden  statt,  beschränken  sich  aber
       weitgehend auf  Länder in  Südostasien, die Türkei, Südafrika und
       zum Teil  in Lateinamerika.  Schwarzafrika und Nahost fallen fast
       völlig aus.  Gegenseitige Marktdurchdringung der kapitalistischen
       Industrieländer, Erschließen  der neuen Märkte in Südostasien und
       Ausnutzen der  Schwellenländer Lateinamerikas  als Brückenkopf zu
       den Märkten  in den  USA durch  die europäischen  und japanischen
       Konzerne bestimmen das regionale Bild des Kapitalexports.
       Besonders  die  Halbleiterindustrie  und  die  Automobilindustrie
       bauen durch Investitionen in Südostasien und Lateinamerika - dort
       zum  Teil  durch  "Umwidmung"  bestehender  Produktionsstätten  -
       "regionale Fertigungsverbunde"  auf: Daimler-Benz  beispielsweise
       läßt in  Brasilien zunehmend weniger Nutzfahrzeuge für den natio-
       nalen brasilianischen Markt herstellen, sondern Teile für den Ex-
       port zu  ihrer neuerworbenen Tochter in USA, ebenfalls einem LKW-
       Hersteller. 37)  Diese Strategie eröffnet einzelnen Konzernen die
       Möglichkeit, mit der Verschuldungskrise zu leben: auf der Kosten-
       seite schlagen  die niedrigen  Löhne voll  zu Buche, ohne daß vom
       Absatz her  Armut und Kaufkraftverfall eine Schranke der Kapital-
       verwertung bilden.  Zugleich, und  das führt  schon  zum  zweiten
       Punkt, findet dieser Kapitalexport immer häufiger in der Form der
       Kooperation und  der Übernahme  schon bestehender Unternehmen und
       nicht mehr  in der  Form der  Neugründung statt: "Dabei werden in
       den Produktionsländern  im allgemeinen  keine neuen Arbeitsplätze
       geschaffen, sondern, im Gegenteil, häufig welche vernichtet." 38)
       Z w e i t e n s   wurde nämlich durch die internationalen Finanz-
       märkte ein außerordentlicher Zentralisationsprozeß befördert. Von
       den Neukreditzusagen an den internationalen Finanzmärkten entfiel
       schon 1984  ein Viertel auf die Übernahmefmanzierungen von Firmen
       in den USA. Insgesamt wurden in den USA 1984 Zusammenschlüsse und
       Übernahmen mit einem Volumen von 140 Mrd. US-$ getätigt, darunter
       ausgesprochen große  Konzerne: aus der 83er Fortune-Liste der 500
       größten Unternehmen  der USA  waren 19  durch Fusionen betroffen,
       aus der  84er Liste  14, darunter solch große Unternehmen wie Su-
       perior Oil  (Platz 196,  übernommen von  Mobil Oil), Getty (Platz
       24, übernommen  von Texaco),  Gulf Oil  (Platz 11, übernommen von
       Cheveron),  Morris   (übernommen  von  General  Foods),  Reynolds
       (übernommen von  Nabisco Brand)  und Hughes  Aircraft (übernommen
       von General Motors). Bei 11 der 500 fanden leveraged buy-outs 39)
       statt (s.u.). 40)
       In England  gliederten sich  1984 444  Firmen 507 Unternehmen an,
       was eine  Rekordzahl darstellte,  darunter die  größten Kaufhaus-
       gruppen und  Fleet Holdings.  1985 stieg der Wert der betroffenen
       Unternehmen noch einmal um 30%. 41) Auch in der BRD galt 1985 als
       Jahr der  Fusionsrekorde mit 709 Fällen, darunter die aufsehener-
       regenden Übernahmen von Daimler-Benz, und die Placierung mehrerer
       Großunternehmen an  der Börse (Springer, Henkel, Nixdorf), die in
       den letzten  Jahren systematisch  ausgebaut wurde;  quantitativ -
       der Umfang  der Börsengeschäfte  beträgt inzwischen rund 450 Mrd.
       DM -  ebenso wie  qualitativ -  in diesem Frühjahr haben sich die
       regionalen Börsen nach vielem Hin und Her zu einer Arbeitsgemein-
       schaft zusammengefunden. Noch vor kurzer Zeit wären Transaktionen
       wie die  Unterbringung der  Flick-Aktien an  der Börse  gar nicht
       möglich gewesen.  Die Übernahme in den USA und Großbritannien ih-
       rerseits wurden  häufig in  der Form der "jungbonds" 42) oder der
       "leveraged buy-outs"  finanziert (gulf  oil, allied  lyons), d.h.
       durch Spekulanten oder Teile des Managements, die nach dem Zusam-
       menkaufen eines bestimmten Aktienpaketes an einem Unternehmen den
       bisherigen Eigentümern  ein Angebot  auf Übernahme  machen, damit
       zugleich den  Kurswert ihrer  Aktien anheben  und das Unternehmen
       zwingen, seine  stillen Reserven zu mobilisieren, um entweder die
       eigenen Aktien  zurückzukaufen oder  sich möglichst teuer zu ver-
       kaufen. 43)  Ein Teil der international mobilisierten Gelder ist,
       wie oben erwähnt, in diese buy-outs, Übernahmen und andere Formen
       der Zentralisation des internationalen Kapitals geflossen.
       Dabei zeichnet  sich ab, daß die Konzentrationsprozesse vor allem
       auf stagnierenden  Märkten -  z.B. im  Nahrungsmittelbereich, bei
       Öl, in  der Automobilbranche  - stattfinden.  Zumindest  für  die
       letztere läßt  sich eindeutig  feststellen, daß die mobilisierten
       Gelder in  die Diversifikation der Konzerne in neue Technologien,
       Telekommunikation oder Rüstung fließen.
       Der Begriff  der Verselbständigung  des Geldkapitals greift inso-
       fern zu  kurz. Der Untergang des Feudalismus war in der Tat durch
       den Gegensatz  zwischen einem  ungeheuren Reichtum  in  Form  von
       Geld, Gold und Schätzen und einer stagnierenden Produktionsweise,
       die die  Reproduktion der Menschen nicht mehr gewährleistete, ge-
       kennzeichnet. Im  Imperialismus sind aber "Parasitismus und Fäul-
       nis" Kategorien  der Analyse  des in der industriellen Produktion
       angelegten Monopolkapitals,  das an seiner Spitze mit den Bankmo-
       nopolen verbunden  ist. Das  Zusammenwirken  von  Industrie-  und
       Bankmonopolen ist in der Internationalisierung besonders eng.
       Zugespitzt läßt sich formulieren: während die Banken in den sieb-
       ziger Jahren über die Kreditierung der Regierungen in den Schwel-
       lenländern den  Konzernen die  nötigen Infrastrukturinvestitionen
       für ihren  Kapitalexport und  die Nachfrage nach Anlagen usw. für
       ihren Warenexport  finanzieren, erleichtern sie heute die Mobili-
       sierung-und.Zentralisation von  Kapital für  die  Investionen  in
       neue Technologien  in den kapitalistischen Zentren und organisie-
       ren den  gemeinsamen Ausbeutungsprozeß in den neuen Schwellenlän-
       dern Südostasiens. Beide Male handelt es sich um gemeinsame Stra-
       tegien des internationalen Finanzkapitals.
       Die Instabilität  dieses Prozesses ist offensichtlich. Einerseits
       werden zwar in einer verblüffenden Flexibilität immer wieder neue
       Anpassungsformen gefunden, andererseits aber brechen in demselben
       Tempo immer wieder neue Risiken auf: alleine die Einnahmeausfälle
       aus den  Ölpreissenkungen 1986 betragen bei den auf Ölexporte an-
       gewiesenen Schuldnerländern - an erster Stelle Mexiko und Nigeria
       - mehr als die im Baker-Plan vorgesehenen Kreditmittel!
       Nie hat  das Wort von Marx "Der Akkumulation von Reichtum auf dem
       einen Pol  entspricht die  Akkumulation von  Elend  auf  dem  än-
       dern..." mehr  zugetroffen als heute. Das politische Risiko ihrer
       ökonomischen Strategien  - die Entwicklung in Südafrika, das Ver-
       halten Perus,  die Wahlausgänge  in der Dominikanischen Republik,
       Barbados und Ekuador, die Absetzung des mexikanischen Finanzmini-
       sters -  gerät denn auch mehr und mehr ins Blickfeld des interna-
       tionalen Kapitals und wird durch wachsende politische Aggressivi-
       tät beantwortet.
       Den Blick auf die Gemeinsamkeiten zwischen Industrie- und Bankka-
       pital zu lenken, bedeutete zugleich, die Verantwortung der Arbei-
       terbewegung und  der fortschrittlichen Menschen anderer Schichten
       der imperialistischen  Länder für  die Beendigung  der ungleichen
       Weltwirtschaftsordnung zu betonen.
       Demokratisierung des Bankensektors, qualitative Ziele für die öf-
       fentlichen Investitionen  und eine  Lenkung der privaten Investi-
       tionen nach regional- und strukturpolitischen Kriterien zugunsten
       der Betroffenen sind nicht nur wirtschaftsdemokratische Forderun-
       gen für  die Binnenökonomie, sondern auch unerläßliche Vorausset-
       zung eines weltweiten Umbaus ökonomischer Strukturen.
       
       _____
       1) Vgl. z.B.  Hans Tammer,  Monopole, Profite, Ausbeutung, Berlin
       (DDR) 1983,  S. 121 ff. oder Hermaimus Pfeiffer, Das Netzwerk der
       Großbanken, in:  Blätter für deutsche und internationale Politik,
       2/86, S. 161 ff. sowie ders. im vorliegenden Band.
       2) W.I. Lenin, der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapita-
       lismus, in: LW 22, S. 229 f.
       3) Karl Marx, Das Kapital, Band III, in: MEW 25, S. 381.
       4) Wirtschaft und Statistik 2/86; Bundesanzeiger.
       5) Nach den Geschäftsberichten 1984/85.
       6) Vgl. W.  Guth, Entwicklungslinien  des internationalen Bankge-
       schäftes, in:  Die Bank,  7/83, S.  300ff.; Jürgen  Capell,  Axel
       Swinne, Internationales Kredit-Management, Frankfurt/Main 1981.
       7) Capell/Swinne 1981;  U. Freitag, Damit der Exporteur nicht zum
       Finanzier wird,  in: Betriebs-;  WirtschaftsMagazin, 5/85,  S. 25
       ff.
       8) Handelsblatt v. 25.9.85, S. 12.
       9) Handelsblatt v. 19.6.86, S. B 4.
       10) Handelsblatt v. 23.4.85, S. 9
       11) Ursel  Steuber,  Internationale  Bankenkooperation,  Deutsche
       Banken in internationalen Gruppen, Frankfurt/Main 1977, S. 55.
       12) The Banker, July 1971, S. 663.
       13) David B.  Zernoff, Management  Principles for  Finance in the
       Multinational, Euromoney Publications Ltd., London 1980, S. 152.
       14) Vgl. David K. Eiteman, Arthur J. Stonehill, Multinational Bu-
       siness Finance, 2nd ed., Massachusetts, London, Amsterdam 1979.
       15) "Verlockende Gewinnspannen  beim Loseisen von 'blocked funds'
       - Citibank"  in Handelsblatt  v. 11./12.10.85, S. 9; und "Die lu-
       krativen Geschäfte  mit den  'sacadolares'", in  Handelsblatt  v.
       19.6.86, S.  6; vgl.  Dieter Duwendag, Kapitalflucht aus Entwick-
       lungsländern, in: Schriften des Vereins für Sozialpolitik 1986.
       16) Edzard Reuter,  Aus der Werkstatt eines Praktikers. Finanzpo-
       litik im  internationalen Konzern, in: ders., Vom Geist der Wirt-
       schaft, Europa  zwischen Technokraten  und Mythokraten, Stuttgart
       1986, S. 87 f.
       17) Raymond Vernon,  Louis T.  Wells jr., Manager in the Interna-
       tional Economy, 4. Auflage, New York 1981, S. 71.
       "Der Kern der Außenwechselplätze der Welt besteht im wesentlichen
       aus den  Geschäftsräumen einer  Handvoll sehr  großer Banken, die
       über die  ganze Welt  verbreitet sind - fünfzig oder sechzig sol-
       cher Banken  insgesamt -, verbunden durch Telefon, Telex und Com-
       puter."
       18) Monatsberichte der  Deutschen Bundesbank, 4/85 (Die Auslands-
       niederlassungen der  deutschen Kreditinstitute)  und 6/86  (Stat.
       Anhang).
       19) Monatsberichte der Deutschen Bundesbank, 8/85.
       20) Monatsberichte der Deutschen Bundesbank, 5/84.
       21) Handelsblatt v.  24. 4.  86, S.  B 4 (Beilage Internationales
       Banking).
       22) Monatsberichte der  Deutschen Bundesbank,  4/86 (Innovationen
       im internationalen Bankgeschäft).
       23) Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), 56. Jahres-
       bericht, 1. April 1985-31. März 1986, Basel, 9. Juni 1986, S. 100
       ff. Die  BIZ geht im übrigen von einer internationalen Kreditver-
       gabe von 221,5 Mrd. US-$ aus (S. 98).
       24) E. Storck,  Umstrukturierungen am  Eurokreditmarkt,  in:  Die
       Bank, 2/85, S. 56 ff.
       25) BIZ 1986, S. 106 f.
       26) Vgl. Monatsberichte  der Deutschen Bundesbank, 4/86; P. Rein-
       hardt, Der  Euronotemarkt als internationale Finanzierungsquelle,
       in: Zeitschrift  für das  gesamte Kreditwesen  (ZfdgK), 9/85,  S.
       380ff.; Theo  Mainz, Neue  Finanzierungsinstrumente,  in:  ZfdgK,
       12/85, S. 556 ff.
       27) Monatsberichte der Deutschen Bundesbank, 4/86, S. 35.
       28) E. Reuter 1986, S. 80.
       29) BIZ 1986, S. 118 ff.
       30) Das gilt  v. a.  für die  internationalen Anleihen, die netto
       125 Mrd.  US-S und  damit 56%  der bereinigten Nettokreditvergabe
       durch Kredite und Anleihen ausmachen (BIZ 98).
       31) Elmar Altvater,  Bruch und  Formwandel eines  Entwicklungsmo-
       dells, in:  Jürgen Hoffmann  (Hrg.), Überproduktion, Unterkonsum-
       tion, Depression, Hamburg 1982, S. 235.
       32) Stefan Krüger,  Zur Krise  der nationalen und internationalen
       Kreditverhältnisse  -   Tendenzen  der  Kapitalakkumulation,  in:
       ProKla 59, Juni '85, S. 78 ff.
       Vgl. in diesem Zusammenhang auch Alexander Schubert, Die interna-
       tionale Verschuldung, die dritte Welt und das transnationale Ban-
       kensystem, Frankfurt/Main  1985, der im ersten Teil "Der monetäre
       Weltmarkt" auch  zu einer  sehr differenzierten  Einschätzung  in
       dieser Frage gelangt.
       33) Monatsberichte der  Deutschen Bundesbank, Reihe 3 Zahlungsbi-
       lanzstatistik, 5/86.
       34) Folker Fröbel,  Jürgen Heinrichs,  Otto Kreye, Umbruch in der
       Weltwirtschaft.  Die  globale  Strategie:  Verbilligung  der  Ar-
       beit/Flexibilisierung der  Arbeit/Neue Technologien,  Reinbek bei
       Hamburg 1986, S. 224, S. 237.
       35) Werner Olle, Neue Technologien und internationale Arbeitstei-
       lung: Rückverlagerung  von Auslandsfertigungen  aus Entwicklungs-
       ländern (am  Beispiel der BRD)?, in: Wirtschaft und Gesellschaft,
       1/1986, Wien; vgl. Fröbel/Heinrichs/Kreye 1986, S. 242 ff.
       36) Bundesanzeiger, lfd.; vgl. auch Ifo-Schnelldienst, 13/86.
       37) Geschäftsbericht Daimler-Benz 1984; vgl. Olle 1986.
       38) Fröbel/Heinrichs/Kreye 1986, S. 249; Olle 1986, S. 72.
       39) Kauf eines Unternehmens mit primär aufgenommenen Kredit.
       40) Jens Eckhardt,  Spiel ohne  Grenzen um das schnelle Geld, in:
       Handelsblatt v. 25/26.10.1985, S. 17; und: Fortune International,
       The Fortune  500, The largest U.S. Industrial Corporations, April
       1985 und April 1986; Handelsblatt 20. 1. 1986, S. 10.
       41) Werner Benkhoff,  Das Übernahmefieber hat auch die City ange-
       steckt, in:  Handelsblatt v.  25/26. 10. 1985, S. 17 und Megamer-
       gers - Megalomania?, in: Banking World, April 1986, S. 22 ff.
       42) Obligationen von  Unternehmen  ohne  Bonitätsbewertung,  aber
       i.d.R. mit hoher Rendite.
       43) Martin Peltzer,  Von Räubern, weißen Rittern und Jungfrauen -
       die Taktiken  der amerikanischen  takeovers, in:  ZfdgK, 7/86, S.
       291 ff.  und Paul Lerbinger, Unternehmensacquisition durch lever-
       aged buyouts, in: Die Bank, 3/86, S. 113 ff.
       

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