Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 11/1986


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       ZUSAMMENFASSUNGEN
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       Jörg Goldberg
       
       Die chronische Überakkumulation von Kapital als Krise
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       des staatsmonopolistischen Regulierungstyps
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       Schon seit  Mitte der sechziger Jahre setzt sich in der Bundesre-
       publik die  Tendenz zur Verlangsamung der Akkumulation durch. Die
       Methode des  Kapitals, den Rückgang der Profitrate durch eine Be-
       schleunigung des Akkumulationstempos zu beantworten, gerät in zu-
       nehmenden Widerspruch zu den beschränkten Realisationsmöglichkei-
       ten des  Profits. Die  zyklische Krise  von 1974/75  muß hier als
       Einschnitt betrachtet werden. Die ansteigende Massenarbeitslosig-
       keit erlaubt  die Durchsetzung einer massiven Umverteilung zugun-
       sten der  Gewinne, der  Rationalisierungsprozeß in der Produktion
       wird forciert,  Konzerne und Banken wachsen in internationale Di-
       mensionen, die staatliche Wirtschaftspolitik beginnt, bewußt Dis-
       proportionen auf dem Binnenmarkt in Kauf zu nehmen. Ziel ist eine
       durchgreifende Senkung der Produktionskosten und die Verbesserung
       der Verwertungsbedingungen  für die wichtigen, exportorientierten
       Konzerne und die technologisch zentralen Branchen. In der Tat ist
       es gelungen, die Produktionsbedingungen des Profits durchgreifend
       zu verbessern,  das Tempo  beim Einsatz der neuen Technologien zu
       steigern, die  internationale Konkurrenzfähigkeit  des  westdeut-
       schen Kapitals zu erhalten. Die Folge war aber das Aufbrechen von
       neuen Disproportionen  im  nationalen  Gesamtreproduktionsprozeß,
       vor allem die Zuspitzung von Realisationsschwierigkeiten.
       
       
       Jörg Huffschmid
       
       Vor dem Übergang zur reformistischen Entwicklungsvariante
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       des staatsmonopolistischen Kapitalismus der Bundesrepublik?
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       Der Beitrag  setzt sich  mit den aktuellen Entwicklungen und Ent-
       wicklungsmöglichkeiten der  BRD unter Anwendung des Variantenkon-
       zepts auseinander.  Dies verlangt  die Untersuchung  der ökonomi-
       schen und  politischen Bedingungen.  Dabei findet die Analyse der
       gesellschaftspolitischen Orientierung  jener Kräfte,  die ein Re-
       formkonzept tragen  könnten, besondere  Aufmerksamkeit. Der Über-
       gang zu  einer reformistisch-etatistischen  Entwicklung  der  BRD
       wird bei  Formierung eines  reformpolitischen Blocks  für möglich
       gehalten.
       
       Heinz Jung
       
       Zum Konzept der Entwicklungsvarianten des SMK heute
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       Der Beitrag erörtert das Variantenkonzept im Kontext der Imperia-
       lismus- und  SMK-Theorie. Die  Varianten stellen sich im Kern als
       unterschiedliche Typen  staatsmonopolistischer Vergesellschaftung
       dar, die mit unterschiedlichen Klassenstrategien des Monopolkapi-
       tals verbunden  sind und  unter ihnen  entsprechenden politischen
       und ideologischen  Hegemonie- und Herrschaftskonstellationen ver-
       wirklicht werden.  Hieraus ergeben  sich die  wesentlichen Unter-
       schiede bzw. Kennzeichen der einzelnen Entwicklungsvarianten. Als
       solche werden  das Interaktionssystem von Staat und Monopolen und
       der Modus  der Klassenherrschaft  hervorgehoben und erörtert. Für
       die Ausprägung  der Varianten und ihrer Kennzeichen ist die Stel-
       lung und  Einbindung der  Länder in  das System des Imperialismus
       und in  die internationalen  Beziehungen wesentlich.  Der Wechsel
       der Entwicklungsvarianten  ist mit der Umgruppierung der sozialen
       und politischen  Kräfte verbunden.  Für die Zukunft in Westeuropa
       ist die Formierung der Kräfte einer Politik sozialer und demokra-
       tischer Reformen,  die sich  im Rahmen einer reformistisch-etati-
       stischen Entwicklungsvariante  des SMK  durchsetzen könnten,  von
       besonderer Bedeutung.
       
       
       Jan Priewe
       
       Der US-Kapitalismus in der Krise
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       Die tiefe  kapitalistische Weltwirtschaftskrise  von 1974/75  und
       die folgende  Krisenperiode hat beim US-Kapital Strategien ausge-
       löst, die  auf die Wiedergewinnung der politisch-ökonomischen He-
       gemonie in  der Welt ausgerichtet sind. Dabei wird auf einen Aus-
       bau des ohnehin großen militär-ökonomischen Sektors gesetzt, wäh-
       rend Ansätze  zu einer  Neustrukturierung der  ökonomischen Basis
       unter Ägide des Pentagon nur zu neuen Disproportionen führen kön-
       nen. Bislang  ist es  nicht  gelungen,  durch  einen  Ausbau  der
       staatsmonopolistischen Regulierungskapazitäten  wirksame  Voraus-
       setzungen zu  schaffen, um den Niedergang der ökonomischen Poten-
       zen des Landes aufzuhalten.
       
       
       John E. Parsons
       
       Krise der US-Wirtschaft: Entscheidung in wessen Interesse?
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       Die US-Wirtschaft,  seit 1973  geschüttelt von drei tiefen zykli-
       schen Krisen,  befindet sich  in einer langwierigen strukturellen
       Krise. Ein  wesentliches Element ist die Deindustrialisierung des
       Landes, der Niedergang wichtiger industrieller Bereiche im Inter-
       nationalisierungsprozeß des  Kapitals. Statt  dessen richtet  das
       US-Kapital den  Hauptaugenmerk auf seine Rolle an den internatio-
       nalen Finanzmärkten. Während die herrschende Variante der Politik
       sich auf  die Wiedergewinnung der internationalen Hegemonie durch
       Stärkung des  Militärs richtet, steht eine andere bürgerliche Va-
       riante im  partiellen Gegensatz  dazu: Sie möchte die staatlichen
       Mittel für eine ausgewogene Industriepolitik einsetzen. Die Linke
       konzentriert sich  in ihren Alternativvorstellungen auf den Kampf
       gegen die  militärische Orientierung, die Herstellung internatio-
       naler gewerkschaftlicher Solidarität und die Durchsetzung von Ka-
       pitalverkehrskontrollen, die  eine Steuerung  des Internationali-
       sierungsprozesses der  Produktion im Interesse der Lohnabhängigen
       ermöglichen.
       
       
       Paul Boccara
       
       Die ökonomische Strukturkrise in Frankreich.
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       Worum geht es bei ihrer Bewältigung?
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       Nach  dem  Scheitern  des  Experiments  der  "Linksregierung"  in
       Frankreich steht die französische Linke vor der Aufgabe, das Pro-
       jekt eines  konkreten Bruchs mit dem Kapitalismus zu realisieren.
       Im Mittelpunkt  steht der  Kampf um  die Durchsetzung  neuer Lei-
       tungskriterien in  den öffentlichen  und privaten Unternehmen, in
       den Banken,  aber auch auf der Ebene der staatlichen Wirtschafts-
       politik. Während  das Prinzip  der kapitalistischen  Rentabilität
       die Maximierung  des Profits  im Verhältnis zum Kapital anstrebt,
       steht im Kern der neuen Kriterien das Verhältnis Neuwert/Kapital.
       Es geht  vor allem darum, daß alle Aufwendungen für die lebendige
       Arbeit im  weitesten Sinne als produktiv begriffen werden müssen.
       Dies entspricht  auch dem  Charakter der  neuen Technologien. Die
       derzeit ablaufenden  technologischen Umbrüche beinhalten relative
       Einsparungen von  vergangener Arbeit  (Material und  Maschinerie)
       und  basieren   auf  einer   Weiterentwicklung  der  menschlichen
       Fähigkeiten. Der neue Typ der Produktivkraftentwicklung erfordert
       also verstärkte Aufwendungen für die lebendige Arbeit, ermöglicht
       dafür  massive   Einsparungen   von   vergangener   Arbeit.   Der
       kapitalistische Typ  der Produktivkraftentwicklung (Ersatz leben-
       diger Arbeit  durch vergangene  Arbeit) gerät also in Widerspruch
       zu den Bedingungen, die die neuen Technologien schaffen.
       
       
       Ron Bellamy
       
       Der Charakter der gegenwärtigen Krise in Großbritannien
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       und die Alternativvorschläge der Linken
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       Die kapitalistische  Krise hat  Großbritannien besonders hart ge-
       troffen. Ursache ist die traditionelle Schwäche der industriellen
       Produktion, die Vernachlässigung der materiellen Basis. Die Linke
       hat zur Lösung dieser strukturellen Krise schon früh Alternativen
       vorgelegt: Im  Kern dieser  Vorschläge steht  eine verstärkte öf-
       fentliche Kontrolle  über die Investitions-, Produktions- und Be-
       schäftigungspolitik der Unternehmen. Einbegriffen ist die Auswei-
       tung des  staatlichen Sektors  selbst. Ziele  sind die  Schaffung
       neuer Arbeitsplätze  durch gezielte  industrielle Modernisierung,
       die Sicherung  des Binnenmarktes  durch Importkontrollen  und die
       Verbesserung der  Absatzmöglichkeiten im  nationalen Rahmen durch
       höhere öffentliche  Ausgaben für Investitionen und Soziales. Ein-
       begriffen sind Preiskontrollen. Realisiert werden muß dieses Pro-
       gramm durch ein breites Bündnis unter Führung der Arbeiterklasse.
       In der  gegenwärtigen Diskussion  innerhalb der britischen Linken
       wird es  darauf ankommen,  die Strategie der lokalen, dezentralen
       Alternativprojekte, wie sie vom Greater London Council realisiert
       wurden, nicht gegen dieses skizzierte Gesamtprojekt zu stellen.
       
       
       Elvio Dal Bosco
       
       Der Charakter der gegenwärtigen Krise
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       und Alternativen der Linken: Italien
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       In den  letzten Jahren ist es in Italien als Reaktion auf die zu-
       nehmende Krisenhaftigkeit  der Entwicklung  und die Verlangsamung
       des Wirtschaftswachstums  zu einer Umstrukturierung auf der Ebene
       des Kapitals  gekommen. Deren  Hauptmerkmal besteht  in einer Zu-
       nahme der Konzentration des Kapitals unter Dominanz des Finanzka-
       pitals, während  die notwendige  Stärkung und Revitalisierung der
       produktiven Grundlage der italienischen Industrie weitgehend aus-
       geblieben ist.  Die  Wirtschaftspolitik  verfolgt  einseitig  das
       Ziel, die Umverteilung zu Lasten der Arbeitseinkommen und des Sy-
       stems der sozialen Sicherung voranzutreiben. Die Arbeiterbewegung
       hat bei ihren Abwehrkämpfen begrenzte Erfolge erzielt, dabei aber
       trotzdem an Dynamik und Organisationskraft eingebüßt. In der Ver-
       bindung von  Forderungen nach  Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkür-
       zungen und  einem Mitspracherecht  bei der Einführung von techni-
       schen Neuerungen  im Betrieb  wird nun  ein Ausgangspunkt für die
       Wiedergewinnung gewerkschaftlicher Initiative gesucht.
       
       
       Horst Heininger / Lutz Maier
       
       Internationalisierung -
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       eine Grundtendenz der SMK-Entwicklung heute
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       Die Internationalisierung  des SMK wird als eine Haupttendenz der
       Anpassung staatsmonopolistischer  Produktionsverhältnisse an ver-
       änderte Bedingungen  dargestellt. Die zunehmende gegenseitige Ab-
       hängigkeit der  kapitalistischen Industriestaaten realisiert sich
       in einer  neuen Stufe  internationaler Arbeitsteilung,  in  neuen
       Formen der Verflechtung von Staat und Monopolen auf internationa-
       ler Ebene  und in  neuen internationalen  Regulierungsformen. Auf
       der neuen  Ebene des  SMK entstehen  neue Formen  internationaler
       Ausbeutung und neue Modi der Austragung zwischenimperialistischer
       Rivalität. Von  besonderer Bedeutung  sind dabei unterschiedliche
       Typen  (hegemonialer  und  kollektiver)  imperialistischer  Herr-
       schaft. Damit sind auch unterschiedliche Linien imperialistischer
       Strategiebildung gesetzt, die für die Entwicklung der internatio-
       nalen Beziehungen bedeutsam sind.
       
       
       Bernhard Roth
       
       Internationalisierung des SMK: Eine neue Tendenz in der
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       Entwicklung der kapitalistischen Weltwirtschaft?
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       Der Autor trägt Einwände gegen die Konzeption der Internationali-
       sierung des  SMK heute  vor, wie sie in diesem Band "Marxistische
       Studien" von  Lutz Maier und Horst Heininger vorgestellt und ent-
       wickelt wird.  Er sieht  in den internationalen Institutionen und
       Organisationen keine  Formen der  Internationalisierung des  SMK,
       sondern interpretiert sie als Ausdruck zunehmender zwischenstaat-
       licher Absprachen  und Vereinbarungen.  Aus seiner  Sicht geht es
       bei der gegenwärtigen Entwicklung um die Politisierung des ökono-
       mischen Internationalisierungsprozesses.  In der  Entwicklung der
       internationalen Arbeitsteilung  sieht er ebenfalls keine qualita-
       tiv neuen Momente, die der Internationalisierung des SMK eine Ba-
       sis schaffen  könnten. Gegenüber  der Herausbildung  einer realen
       Weltökonomie besteht  der Autor  auf den Nationalwirtschaften als
       Grundeinheiten der Weltwirtschaft.
       
       
       Ulrich Dolata / Arno Gottschalk / Jörg Huffschmid
       
       Staatsmonopolistische Komplexe als neue Organisationsform des
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       Kapitals. Bemerkungen zu einer neuen Kategorie der politischen
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       Ökonomie des Kapitalismus
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       Die Benutzung  dieses Begriffs in der marxistischen Literatur ist
       erst jüngeren  Datums. Auf  den Ergebnissen  einer  umfassenderen
       Studie für  die BRD fußend, erörtern die Autoren die theoretisch-
       analytische Bestimmung dieser Kategorie. Sie wird als Organisati-
       onsform des Kapitals auf der Ebene des SMK verstanden. Ihre Kern-
       bestimmungen sind: enge, dauerhafte und institutionalisierte Ver-
       flechtung von Staat und Privatmonopolen bis in den Produktionszy-
       klus in  entwicklungsstrategischen  Produktivkraftbereichen.  Die
       Bestandteile und  Funktionselemente der SK sind der privatmonopo-
       listische Kernbestandteil, der Staatsapparat und Verflechtungsin-
       stitutionen. Hinzu  kommen Elemente  der ökonomischen  und  poli-
       tisch-gesellschaftlichen Peripherie. Für die BRD halten die Auto-
       ren die  Existenz folgender  Komplexe für  gegeben: Militär-Indu-
       strie-Komplex, Luft-  und Raumfahrt-Komplex,  Atom-Industrie-Kom-
       plex, Telekommunikations-Industrie-Komplex.  Sie bestehen auf ei-
       ner engen  Fassung des  Begriffs, unter den staatsmonopolistische
       Verflechtungen nicht generell subsumiert werden können.
       
       
       Caspar Schirmeister
       
       Neuere Tendenzen im Monopol als
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       finanzkapitalistischem Herrschaftsverhältnis
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       Der Autor plädiert für die Beibehaltung des Monopols als grundle-
       gender Kategorie  des heutigen Kapitalismus. In seiner Sicht sind
       Monopole heute  staatsmonopolistisch geprägte  finanzkapitalisti-
       sche Monopole. Dies drückt qualitative Veränderungen aus, die die
       Kapitalmobilisierung und  die Rolle  des Staates betreffen - eine
       neue Qualität  der Beherrschung  gesellschaftlichen Kapitals.  In
       diesem Kontext diskutiert der Verfasser den Begriff des staatsmo-
       nopolistischen Eigentums.  Mit der  finanzkapitalistischen Expan-
       sion sind funktionelle Verschmelzungsprozesse verbunden. Als neue
       Tendenz zeichnet  sich die Monopolisierung von Herrschaftswissen,
       die Herausbildung  von Informations-  und Kommunikationsmonopolen
       ab. Als aktuellen Monopolisierungsaspekt untersucht der Verfasser
       staatsmonopolistische Komplexe.  Er wendet  sich dabei gegen eine
       Übergewichtung der ökonomischen Aspekte.
       
       
       Angelina Sörgel
       
       Das Finanzkapital - mehr als eine soziologische Kategorie
       ---------------------------------------------------------
       
       Der Beitrag  untersucht aktuelle  Aspekte der Entwicklung des Fi-
       nanzkapitals im  Internationalisierungsprozeß. Gemeinsame  ökono-
       mische Verwertungsstrategien der im Finanzkapital beteiligten Mo-
       nopole werden  als wesentlicher Inhalt angesehen. Sie realisieren
       sich in  Kooperation von  Industrie- und Bankmonopolen. Es werden
       so die  neuen Formen der Exportfinanzierung und der Internationa-
       lisierung des Bankgeschäfts dargestellt. Letztere entwickelt sich
       für die  westdeutschen Großbanken  seit der  zweiten  Hälfte  der
       siebziger Jahre besonders stürmisch. Dem entspricht eine Umstruk-
       turierung der  internationalen Finanzmärkte.  Welche Funktion hat
       der relative  Überschuß, die  Plethora von  Geldkapital?  In  der
       Sicht des  Beitrags führt er zur Stärkung des Finanzkapitals. Der
       Parasitismusbegriff muß  auf das  Monopol- und  Finanzkapital  in
       seiner Gesamtheit bezogen werden.
       
       
       Hermannus Pfeiffer
       
       Großbanken und Finanzgruppen. Ergebnisse einer Untersuchung
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       der personellen Verflechtungen der Großbanken
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       Der Verfasser  wendet das marxistische Konzept der Finanzgruppen,
       verstanden  als   wesentliches   Strukturelement   des   heutigen
       Kapitalismus, auf  die aktuellen Verhältnisse der BRD an. Den em-
       pirischen Zugang  zur konkreten Struktur der Finanzgruppen bildet
       die Untersuchung  der personellen Verflechtungen und Beziehungen.
       Als organisierendes Zentrum erscheinen die monopolistischen Groß-
       banken. Es werden primäre und sekundäre personelle Verflechtungen
       unterschieden. Die  Finanzgruppen  der  Deutschen  Bank  und  der
       Dresdner Bank sind in der BRD die bedeutendsten.
       
       
       Ulrich Dolata
       
       Neue Technik, Produktionsstrukturen und Anpassungsreaktionen
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       des SMK
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       Von einer  Skizze der derzeitigen Anwendung neuer Technologien in
       der Produktion  und ihrer Entwicklungstrends ausgehend untersucht
       der Beitrag die ökonomischen Auswirkungen dieser Entwicklung. Mit
       der Modernisierungskonkurrenz  ist sowohl verstärkte Kapitalfrei-
       setzung als auch wachsender Kapitalbedarf verbunden. Es kommt zur
       Herausbildung neuer Konzernprofile und Verwertungsstrategien. Der
       Zugriff auf das staatliche Wissenschaftspotential erlangt erhöhte
       Bedeutung. Die  internationale Modernisierungskonkurrenz wird zum
       zentralen Mechanismus  der ökonomischen  Regulierung des  wissen-
       schaftlich-technischen Fortschritts.  Sie übersetzt die neuen Re-
       produktionserfordernisse des technologischen Umbruchs in konkrete
       Anpassungsreaktionen der  staatsmonopolistischen  Produktionsver-
       hältnisse.
       
       
       Hermann Bömer
       
       Markt, Plan, Vergesellschaftung. Zum Stand der
       ----------------------------------------------
       wissenschaftlichen Debatte über das globale Energieproblem
       ----------------------------------------------------------
       
       Ausgehend von  der nach  Tschernobyl erneut  zugespitzten Debatte
       über verschiedene  Wege zur  Lösung des  Energieproblems wird auf
       der Grundlage  der vorliegenden  unterschiedlichen "Entwicklungs-
       pfade" die  These vertreten,  daß  es  möglich  ist,  sowohl  die
       Energiefrage in  den entwickelten  Industrieländern als  auch die
       weit drängendere  Problematik in  der Dritten Welt zu lösen, ohne
       weiter auf den Ausbau der Kernkraft zu setzen, aber auch ohne die
       Ausbeutung der  nichtregenerativen Ressourcen  zu  steigern.  Der
       extensiven Nutzung von Kohle, Erdöl und Erdgas zur Stromerzeugung
       steht vor  allem die  drohende "CO2-Falle" entgegen: Bei weiterem
       Anstieg  des  globalen  fossilen  Primärenergieverbrauchs  drohen
       lebensbedrohende   Klimaveränderungen.   Im   Mittelpunkt   aller
       langfristig  angelegten   Energiekonzeptionen  muß  die  Energie-
       einsparung stehen  - was  allerdings eine  grundlegende  Änderung
       wirtschaftlicher und  gesellschaftlicher Strukturen  erforderlich
       macht.  In   der  Auseinandersetzung   mit  ökologisch-marktwirt-
       schaftlichen Konzeptionen  wird dargestellt, daß das Profitsystem
       nicht in  der Lage  ist, das Eintreten von ökologischen Katastro-
       phen zu verhindern.
       
       
       Wilma R. Albrecht
       
       Endogene Entwicklungskonzepte zwischen fortschrittlicher
       --------------------------------------------------------
       Perspektive und kleinbürgerlicher Sackgasse. Einige
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       kritisch-systematische Anmerkungen
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       In der  regionalpolitischen Diskussion  der 80er  Jahre wird ver-
       stärkt die Problematik einer "eigenständigen Regionalentwicklung"
       aufgeworfen. Dieses Konzept "endogener Entwicklung" setzt auf die
       Mobilisierung der regionalen Ressourcen unter weitgehender Außer-
       achtlassung der  Verknüpfung  von  regionaler  und  gesamtgesell-
       schaftlicher Ebene.  Wilma Albrecht  untersucht in  ihrem Beitrag
       ferner die Herkunft dieser Konzepte, ihre theoretischen und ideo-
       logischen Implikationen  sowie den Beitrag, den sie für die sozi-
       alökonomische Entwicklung leisten können.
       Marxistische Studien, Jahrbuch des IMSF 11, 1986, S. 349-361
       
       
       Heinz Czymek
       
       Das Ruhrgebietsprogramm der DKP
       -------------------------------
       
       Das Ruhrgebiet,  nach wie  vor größtes industrielles Ballungszen-
       trum der  BRD, ist  durch Strukturschwächen  und Wirtschaftskrise
       besonders betroffen.  Es ist  ein Zentrum  der Arbeiterklasse und
       Arbeiterbewegung. Erläutert  werden die  Ausgangspunkte und Ziel-
       setzungen des  Ruhrgebietsprogramms der  DKP als eines demokrati-
       schen Aktions-  und Gesellschaftsprogramms. Der Kritik unterzogen
       werden die verschiedenen Konzepte staatsmonopolistischer Regulie-
       rung für  das "Revier". Besondere Aufmerksamkeit gilt dem sozial-
       partnerschaftlichen Konzept  der SPD. Der Autor stellt zum Schluß
       jene politischen  und sozialen Kräfte vor, aus deren Zusammenwir-
       kung eine Veränderung der Politik hervorgehen könnte.
       
       
       Johannes Klotz
       
       Außerparlamentarische Bewegungen und Positionsveränderungen
       -----------------------------------------------------------
       in der Sozialdemokratie
       -----------------------
       
       Der Beitrag untersucht den Einfluß der außerparlamentarischen Be-
       wegungen auf  die programmatischen Positionen der Hauptströmungen
       der Sozialdemokratie  der BRD. Dabei stehen die Probleme der Öko-
       logie und  Wirtschaftspolitik im  Mittelpunkt. Als  Hauptergebnis
       kann die  Herausbildung einer  ökoreformistischen Strömung in der
       Sozialdemokratie angesehen  werden. Der aktuelle Druck zur Umori-
       entierung in  der SPD geht vor allem von der Entwicklung der Grü-
       nen zur  Parlamentspartei aus. Während die in der SPD-Führung do-
       minierende neointegrationistische  Strömung nach wie vor auf eine
       Modernisierungsstrategie im Rahmen der monopolistisch dominierten
       Marktwirtschaft -  allerdings mit  sozialer Abfederung  -  setzt,
       orientiert der  Ökoreformismus auf  den  ökologischen  Umbau  der
       Marktwirtschaft. Der  sozialistische Reformismus, dessen aktuelle
       Konzeption ausführlich  vorgestellt wird, plädiert für einen öko-
       logischen Umbau  einer  sozial  kontrollierten  gemischten  Wirt-
       schaft. Neben den unterschiedlichen Programmvorstellungen ist die
       Frage des  Umgangs mit  den außerparlamentarischen Bewegungen und
       mit der  Partei der Grünen ein wesentlicher Differenzierungspunkt
       der Strömungen.
       
       
       Joachim Bischoff
       
       Überakkumulation und Reformpolitik.
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       Grundzüge einer sozialistischen Wirtschaftskonzeption
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       Die Krisenerscheinungen  der siebziger und achtziger Jahre im Ka-
       pitalismus sind nicht in erster Linie die Folge besonderer Ereig-
       nisse dieser Jahre und auch nicht Ausdruck des Wegfalls besonders
       günstiger Nachkriegsbedingungen. Die widersprüchliche Vermittlung
       der Bewegung von Profitrate und Profitmasse hat zu einer struktu-
       rellen Überakkumulation von Kapital geführt, bei der die Erweite-
       rung der Profitmasse nicht mehr die Wirkung der rückläufigen Pro-
       fitrate auf die Akkumulation aufhebt. Ausdruck dieser Stockung im
       Akkumulationsprozeß ist  der wachsende Parasitismus der Geld- und
       Kreditsphäre. Die  sozialistische Linke  hat in  dieser Situation
       eine Konzeption  zu entwickeln, die nicht auf die Revitalisierung
       der Industrie  durch Modernisierung der Produktion, auf eine neue
       "Lange Welle"  wirtschaftlichen Wachstums hofft, sondern die Aus-
       dehnung des  tertiären Sektors  zum Kernpunkt  macht.  Zu  diesem
       Zweck ist es notwendig, die alten Verteilungsstrukturen mit ihrer
       Begünstigung des  Finanzsektors in  Frage zu  stellen, vor  allem
       durch eine neue Steuerpolitik.
       
       
       Kurt Hübner/Michael Stanger
       
       Konjunkturzyklen, Lange Wellen und historische Stadien der
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       Kapitalakkumulation. Probleme einer marxistischen Theorie
       ---------------------------------------------------------
       kapitalistischer Entwicklung am Beispiel der Weltwirtschaftskrise
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       der 70er und 80er Jahre
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       Im Mittelpunkt  der gegenwärtigen  Krisendiskussion muß  die ent-
       wicklungshistorische Einordnung  der Periode seit Mitte der sieb-
       ziger Jahre  als Restrukturierungskrise  stehen. In  scharfer Ab-
       grenzung von  der Stadienthese  der SMK-Theorie,  die im Kern auf
       eine Zusammenbruchsthese hinausläuft, ist' der Neustrukturierung-
       scharakter der  gegenwärtigen "großen  Krise" als Krise des Regu-
       lierungsmodells selbst  zu betonen.  Dabei spielt der Übergang zu
       neuen Produktionstechniken eine zentrale Rolle. Der Strukturbruch
       mit dem alten Akkumulationsmodell führt aber nicht automatisch zu
       einem neuen  ökonomischen Aufschwung. Dies verweist auf die Poli-
       tikhaftigkeit des  Weges zur  Wiederbelebung der Wachstumsdynamik
       und damit auch auf dessen Gestaltungsfähigkeit.
       
       
       Hubert Kleinert
       
       Umbau der Industriegesellschaft - ein realistisches Konzept
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       der Gesellschaftsveränderung der GRÜNEN
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       Der Beitrag  stellt die Grundgedanken des Umbauprogramms der Grü-
       nen vor, an dessen Formulierung der Autor beteiligt war. Sein An-
       satz ist  die Einleitung  eines grundlegenden ökologischen Struk-
       turwandels, der  an der Umgestaltung der stofflichen Struktur der
       Produktion orientiert ist. Dies ist der Ausgangspunkt für soziale
       und demokratische  Reformmaßnahmen. Der  Verfasser  erörtert  die
       wichtigen Interventionsmöglichkeiten, die sozialen Umbaumaßnahmen
       und Rolle  und Formen  der Demokratisierung. Er unterstreicht den
       reformpolitischen Charakter des Umbauprogramms.
       
       
       Uwe Kremer
       
       Ökonomische Krise und das Problem der Innovation
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       Die gegenwärtige Krise als Verbindung von struktureller Überakku-
       mulation und Innovationen verweist auf anhaltende Regulierungsde-
       fizite des  kapitalistischen Systems. Der Übergang zu einem neuen
       Wachstums- und Innovationstyp vergrößert die Komplexität der öko-
       nomischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge, so daß - entgegen
       propagandistischen Beschwörungen  des Marktes - die Anforderungen
       an gesamtwirtschaftliche  Regulierungskapazitäten wachsen. Sowohl
       die Konzeptionen  von Späth  und Biedenkopf als auch von Roth und
       Glotz reflektieren auf ihre Art dieses Problem: beide aber eröff-
       nen nur  den Weg  zu einer  gespaltenen Akkumulationsdynamik, bei
       der  Prosperität   auf  bestimmte  High-Tech-Bereiche  beschränkt
       bleibt. Die  Linke muß neben einem wirtschaftspolitischen Sofort-
       programm eigene Regulierungs- und Innovationskonzepte entwickeln,
       die einen  im Kern  etatistischen Charakter  haben werden und die
       Frage der Vergesellschaftung aufwerfen.
       

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