Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 12/1987


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       EINE UNERWARTETE ERBSCHAFT
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       Zur Erstveröffentlichung eines Briefes von Karl Marx
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       aus dem Jahre 1865 *)
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       Manfred Schöncke
       
       Unter den vielen Biographen von Karl Marx gibt es nur wenige, die
       neue Daten über Marx' väterliche Verwandte anführen. 1) Zu diesen
       gehört Franz  Mehring, der  in seiner  berühmten Biographie  nach
       "Prozeßakten (...) einer Schwester von Marx' Vater" 2) einen kur-
       zen Abriß der Herkunft von Marx gab.
       Die Originale,  deren Abschriften Mehring in Wien benutzte, lagen
       120 Jahre unentdeckt in Frankfurt am Main. Es ist die Nachlaßakte
       der im  Juli 1865  verstorbenen Tante  von Marx:  "Kosel, Esther,
       Wittwe geb.  Marx Nr. 321/1865." 3) Unter den mehr als 280 Seiten
       Handschriften befindet sich auch ein bisher unbekannter Brief von
       Karl Marx.
       Ich beginne  in diesem Zusammenhang zunächst mit neuen Daten über
       eine Reise von Marx anderthalb Jahre vor dem Tod jener Tante, als
       er wegen  des Todes  seiner Mutter nach Deutschland fuhr und auch
       den beiden Schwestern seines Vaters einen Besuch abstattete. 4)
       
       "In Frankfurt (wo ich zwei alte Tanten zu besuchen)" 5)
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       Nachdem Marx  am 2.  Dezember 1863 ein Telegramm seiner Schwester
       Emilie Conradi über den Tod seiner Mutter erhalten hatte, schrieb
       er an  Engels: "Das  Schicksal verlangte  Einen  vom  Hause.  Ich
       selbst stand schon mit einem Fuß unter der Erde. Unter den gegeb-
       nen Verhältnissen  ich jedenfalls  noch nötiger als die Alte. Ich
       muß der  Erbschaftsregelung wegen nach Trier." 6) Engels schickte
       Geld für  die Reise 7), die am 5. Dezember begann. 8) Marx wohnte
       in Trier  im "Gasthof  Stadt Venedig".  9) Seine Schwester Emilie
       und ihr  Mann, Johann Jacob Conradi, die mit der Mutter Henriette
       Marx in  der Fleischstraße  39 zusammengelebt  hatten, 10) unter-
       richteten Marx  wahrscheinlich auch  über den  damaligen  Aufent-
       haltsort seiner  Tanten Esther  und Babette.  11) Am  letzten Tag
       seines Besuches  in Trier schrieb er an seine Frau Jenny: "Morgen
       reise ich nach Frankfurt zu Tante Esther (notabene: die Dame, die
       in Trier  war, früher  in Algier,  bei der  Tante wohnt, ist auch
       Schwester  meines   Vaters,  auch  Tante,  heißt  Babette,  vulgo
       'Bäbchen', ist  reich). Von  Frankfurt gehe  ich nach Bommel ..."
       12)
       Am 17./18. Dezember 1863 besuchte Marx seine Tanten in Frankfurt,
       13) die  "Wollgraben 9" bei der "Weissbinders Wittwe Pauly" wohn-
       ten. 14)  Außerdem verhandelte  er mit einem "Bekannten" über die
       Verlegung einer  "Broschüre" zur  Schleswig-Holsteinischen Frage,
       die Engels  "durchgeochst" hatte.  15) Dann reiste er über Gießen
       und Köln nach Zaltbommel zu seinem Onkel Lion Philips, dem Testa-
       mentsvollstrecker der  Mutter, der  sein "monster Gläubiger" war.
       16) Nach  längerer Krankheit  und seiner  Unterschrift unter  den
       Erbteilungsvertrag mit seinen Schwestern traf Marx am 19. Februar
       1864 wieder in London ein. 17)
       
       "Möchtet Ihr alle ... mich in gutem Andenken behalten.
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       Eure Euch alle liebende Tante Esther." 18)
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       1865 war  ein "heißer  Sommer" nicht  nur von der Temperatur her,
       19) sondern  auch in  vielerlei anderer  Hinsicht  für  Marx.  Er
       schrieb die letzten drei Kapitel des Manuskripts vom dritten Band
       des "Kapitals",  hielt seinen berühmten Vortrag "Value, price and
       profit" im  Generalrat der  Internationalen  Arbeiter-Association
       (IAA), 20)  Schwager Edgar von Westphalen war ihm "ein sehr kost-
       spieliger Gast"  und Marx  in großen Finanznöten. 21) Am Sonntag,
       dem 16.  Juli 1865,  starb nach  längerer Krankheit Esther Kosel,
       geb. Marx,  in der  Frankfurter "Rechneistr.  2". 22) Einige Tage
       später wurde  sie auf  dem jüdischen  Friedhof in  der  Rat-Beil-
       Straße 23) begraben.
       Schon am  19. Juli wurden der Nachlaß vom Stadtgericht II versie-
       gelt und  für die Testamente die Akte 321/1865 angelegt. 24) Ihre
       Schwester Babette  bevollmächtigte am  25. Juli den bekannten An-
       walt und Stadtverordneten Dr. Salomon Fuld. 25) Ein Anwalt war in
       der Tat notwendig, denn die Testamente und deren Nachträge wider-
       sprachen sich,  und es  kam zur  gesetzlichen Erbfolge,  in deren
       Verlauf alle  Intestaterben gesucht wurden. Darunter die noch le-
       benden vier  Kinder von  Heinrich Marx: Sophie Schmalhausen (geb.
       1816), Karl  Marx (geb. 1818), Louise Juta (geb. 1821) und Emilie
       Conradi (geb. 1822).
       
       Vollmachten für "Babette Blum née Marx" 26)
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       Am 27.  Oktober verkündete  das Frankfurter  Stadtgericht II, daß
       sich alle  Erben Esther  und Gabriel  Kosels bis zum 27. Dezember
       melden sollten. 27) Babette Blum und ihr Anwalt Dr. Fuld bemühten
       sich jetzt, alle Erbberechtigten zu finden. Babette Blum war 1865
       das letzte  noch lebende  Kind von  Marx Levy und Eva Moses Lwów.
       28) 29) In  Briefen an  die Familien Conradi und Lazarus 30) for-
       derte sie  die Kinder von Heinrich und Samuel Marx auf, Vollmach-
       ten nach Frankfurt zu senden.
       Johann Jacob  Conradi, der  Schwager von Marx, wendet sich an ihn
       mit Datum "Trier den 3t.:11:1865":
       
       "Lieber Karl!
       Nach Mittheilung  des Anwalt's Dr. Fould zu Frankfurt a.M. an den
       hiesigen Friedensrichter und an den Oberrabiner ist die Tante Ko-
       sel geb.  Marx zu  ihren Vätern in Frieden gefahren, ohne ein Te-
       stament hinterlassen zu haben. (...) /2/ (...) Ich füge anliegend
       ein solches  Formular bei,  und überlasse  Dir das  Weitere,  be-
       /3/merke aber  zugleich, daß  diese Vollmacht im Falle Du sie un-
       terzeichnest, von  der dortigen englischen Behörde beglaubigt und
       untersiegelt werden  muß. (...)  /4/ (...)  Emilie und Ich melden
       unsere besten Grüße (...)
       J. Conradi." 31)
       
       Marx, der gerade aus Manchester zurückgekommen war, unternahm so-
       fort eigene  Aktivitäten. Nicht  weit vom  Tagungslokal der  IAA,
       Greek Street  18, ganz in der Nähe, wo Marx seine "Tribune"-Wech-
       sel bei  Freiligrath einlöste,  hatte der  Notar William Webb jr.
       seine Kanzlei.  32) Am  6. November  erklärte Karl  Marx vor zwei
       Zeugen des Notars schriftlich folgendes:
       
       "Ich Endesunterzeichneter, Dr. Karl Marx, wohnhaft zu London, be-
       vollmächtige  hiermit  meine  Tante,  Babette  Blum,  geb.  Marx,
       Wittwe, wohnhaft zu Frankfurt am Main, die mir aus der Hinterlas-
       senschaft meiner  verstorbnen Tante,  Wittwe  Gabriel  Kosel  aus
       Zweibrücken, gestorben zu Frankfurt a/M im Juli 1865, zukommenden
       Antheil für  mich und in meinem Namen zu erheben u. erkläre hier-
       mit, daß  ich alle  gerichtlichen u. außergerichtlichen Schritte,
       welche sie zu diesem Zwecke thut, durch Gegenwärtiges als gut und
       gültig anerkenne. London, 6 November 1865.
       Dr. Karl Marx." 33)
       
       Die Vollmacht  beglaubigte der  Notar und siegelte beide Schrift-
       stücke zusammen.  Marx wandte  sich nun an Ferdinand Freiligrath,
       der sein  Büro in  der Nähe hatte; dieser besorgte ihm eine Beur-
       kundung beim  Londoner Konsulat der Freien Stadt Frankfurt. Schon
       am nächsten Tag konnte ihm Freiligrath eine gute Nachricht geben:
       
       "Lieber Marx,
       Inliegend die  Power in  bester Form  u. sogar  mit Umgehung  des
       preußischen Consuls. (...)
       Herzl. Grüße von Haus zu Haus!
       Dein FFth." 34)
       
       Nachdem Marx  die Unterlagen  zurückerhalten hatte, schrieb er an
       seine Tante und übersandte alles an den Advokaten "Dr. jur. Salo-
       mon Fuld,  Lange Str.  3" 35) in Frankfurt. Der Brief ist datiert
       vom 9.  November 1865  und enthielt  3 Anlagen. 36) Am selben Tag
       schrieb auch Marx' Schwester Emilie Conradi an ihre Tante Babette
       Blum nach Frankfurt:
       
       "Barbara den 9. Nov.
       Meine liebe, gute Tante!
       Obgleich die Vollmacht von unserer guten Sophie noch nicht einge-
       troffen ist  (auf die  Conradi warten  wollte), und Karl sie wohl
       selbst übersendet,  so habe ich doch länger keine Geduld und wird
       dieselbe folgen,  sobald wir  sie erhalten.  (...)  Cousine  Sara
       (...) teilte  uns mit, dass Deine Wohnung schon ganz eingerichtet
       sei. (...)  Unsere Adresse  ist St.  Barbara, Trier  Herr Conradi
       Wasserbaubeamter. Conradi  lässt vielmal  grüssen und  ich  küsse
       Dich in Gedanken und bleibe Deine
       Emilie." 37)
       
       Vollmacht vom  6. November  1865 von Karl Marx an seine Tante Ba-
       bette Blum anläßlich des Todes seiner Tante Esther Kosel.
       Erstveröffentlichung des  Dokumentes 43, das sich in der Nachlaß-
       akte 321/1865 im Stadtarchiv Frankfurt am Main befindet.
       Das Schriftstück  besteht aus  vier Seiten. Schreiber: Karl Marx.
       Nur die  erste Seite ist mit schwarzer Tinte und ohne Korrekturen
       beschrieben. Das  Format des Briefes: 200 mm breit und 176-178 mm
       hoch. Der  Brief wurde aus einem größeren Bogen geschnitten. Was-
       serzeichen Seite  1/2: untenabgeschnittene  Britannia mit  Krone,
       Seite 3/4:  E Towscood.  Das Papier ist sehr fest; Farbe Lila mit
       leichten waagerechten  weißen Streifen.  Der Brief ist gut erhal-
       ten. In  anderer Tinte unter der Unterschrift von Marx: "Zeugen E
       Mobbs The  Tanner" in jetzt grauer Tinte. Oben Stempel des Londo-
       ner Generalkonsulats  der Freien  Stadt Frankfurt,  auf  Seite  4
       Stempel des  Notars. Rechts  neben der  Unterschrift von Marx ist
       ein kleines rotes Siegel mit Rautenmuster. Seite 4 Siegel des No-
       tars. Der Umschlag fehlt.
       
       "Die sog. Erbschaft - 80 Thaler!"
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       Sophie Schmalhausen, Marx' älteste Schwester, schickte ihre Voll-
       macht vom 7. November, und die Conradis schickten ihre vom 5. No-
       vember an Dr. Fuld. 38) Marx selbst berichtet Engels: "Nebst die-
       sen disappointments one good news. Eine der zwei Tanten in Frank-
       furt (die  73jährige) (die  andre ist zwei Jahre jünger) ist ver-
       schieden, aber  ab intestato  (da sie  fürchtete zu sterben, wenn
       sie ein Testament machte). Ich habe daher mit den ändern Erben zu
       teilen, was  im Fall eines Testaments nicht der Fall wäre, da sie
       für die ändern nichts kehrte. Und dabei noch dieser angenehme Um-
       stand, daß  Herrn Juta's Vollmacht vom Cape of Good Hope abzuwar-
       ten ist." 39)
       Marx, der  durch Conradi  falsch informiert  wurde,  irrt.  Seine
       Tante Esther hatte ein Testament und drei Nachträge gemacht, aber
       ihn und  seine drei Schwestern nicht berücksichtigt. Louise Juta,
       Marx' Schwester,  und ihr Mann hatten Hubertus Johannes Juta, dem
       Vater Jan  Carel Jutas,  eine Vollmacht vor ihrer Reise nach Süd-
       afrika übergeben,  so daß am 27. November alle noch lebenden vier
       Kinder von  Heinrich Marx ihre Vollmachten an Babette Blum ausge-
       fertigt hatten. 40)
       Ein Jahr  nachdem Marx  Engels über  den Tod Esther Kosels unter-
       richtet hatte,  schrieb er  an ihn  am 8. November 1866: "Ich be-
       finde mich  also seit Monaten blank. Die sog. Erbschaft fand sich
       wenigstens unter  20 Leute  verteilt, und  so kam  mir für meinen
       Teil Anfang  Sommer -  80 Thaler!  zu. Meine  Versuche,  Geld  in
       Deutschland oder Holland aufzutreiben sind alle gescheitert." 41)
       Aber den  Entwurf des dritten Bandes hatte er zu diesem Zeitpunkt
       beendet 42) und den ersten Band großenteils für den Druck fertig-
       gestellt.
       Zwei Tage später konnte er Engels melden: "Nächste Woche geht der
       erste batch  Manuskript an  Meißner endlich  ab." 43)  Und Engels
       antwortete umgehend: "Die Anzeige, daß Manuskript abgegangen ist,
       wälzt mir  einen Stein  von der Seele. Endlich also ein commence-
       ment d'exécution, wie der Code pénal sagt. Hierfür trinke ich ein
       besondres Glas  auf Dein  spezielles Wohl. Das Buch hat sehr viel
       dazu beigetragen, Dich kaputtzumachen, ist es erst abgeschüttelt,
       so wirst Du auch wieder ein ganz andrer Kerl werden." 44)
       
       _____
       *) Mein Dank gilt dem Stadtarchiv Frankfurt am Main für die Frei-
       gabe der  Nachlaßakte 321/1865  und die  großzügige Unterstützung
       durch Leitung  und Mitarbeiter. Ebenso danke ich dem Institut für
       Marxismus-Leninismus beim  ZK der  KPdSU (IML Moskau) und dem Am-
       sterdamer  Internationaal  Instituut  voor  Sociale  Geschiedenis
       (IISG) für Veröffentlichungsrechte.
       1) Franz Mehring,  Karl Marx  - Geschichte seines Lebens, Leipzig
       1918. B. Wachstein, Die Abstammung von Karl Marx, in: Festkrift i
       Anledning af Professor David Simonens 70-aarige Foselsdag, Køben-
       havn 1923,  p. 277-288 (zit. Wachstein). E. Lewin-Dorsch, Die Fa-
       milie und  Stammbaum von  Karl Marx, in: Die Glocke, Berlin 1923,
       Jg. 9,  Heft 12, S. 309-314, und Heft 13, S. 340-346 (zit. Lewin-
       Dorsch). H. Horowitz, Die Familie Lwow, in: Monatszeitschrift für
       Geschichte und  Wissenschaft des Judentums, 72. Jg. 1928, S. 487-
       499 (zit. Horowitz). H. Monz, Karl Marx - Grundlagen der Entwick-
       lung zu  Leben und Werk, Trier 1973 (zit. Monz), sowie ders., Der
       Erbteilungsvertrag Henriette  Marx, in:  De Antiquaar,  1971,  2.
       Jg., S.  6-11 (zit.  Erbteilung). Außerdem ist hier noch das Heft
       14 der  Schriften aus dem Karl-Marx-Haus Trier (zit. KMH) zu nen-
       nen. Herrn  Eisner, KMH Trier, danke ich für Literatur und Kopien
       des Albert-Rauch-Nachlasses (zit. ARN).
       2) Franz Mehring,  Gesammelte Schriften, Berlin 1960, Bd. 3, S. 7
       und 543.  Mehring benutzte  Prozeßakten in der Bibliothek von Dr.
       Pappenheim in  Wien. Vielleicht kamen die Dokumente aus dem Nach-
       laß des  1911 verstorbenen  Dr. Fuld. Vgl. Wachstein, S. 277, und
       Lewin-Dorsch, S. 340, Anm. 28.
       3) Die Nachlaßakte  Kosel enthält  63 Dokumente  und 6  Zeitungen
       (zit. NA 321/1865 und Dok = Dokumentennummer).
       4) Dieser Beitrag  entstand durch  aktive Förderung  der Marx-En-
       gels-Stiftung e.V.  Wuppertal und  ihres Vorsitzenden Dr. Richard
       Kumpf. Für 1988 ist eine ausführliche Darstellung unter dem Titel
       "Die Geschwister  von Karl  und Heinrich Marx. Briefe, Dokumente,
       Lebenszeugnisse" in der "Schriftenreihe der Marx-Engels-Stiftung"
       geplant.
       5) MEW 30, S. 380.
       6) Ebenda, S. 376. (Das Telegramm an Marx ist nicht überliefert.)
       7) Ebenda, S. 377 und 378.
       8) Vgl. Freiligraths Briefwechsel mit Karl Marx und Friedrich En-
       gels, Berlin 1968, Bd. II, S. 219 (zit. FB), am 7. 12. (!).
       9) MEW 30,  S. 643. Marx hatte hier auch schon 1842 gewohnt (vgl.
       MEGA III, l, S. 374). Der MSB Spartakus Trier ermittelte, daß der
       "Gasthof Stadt  Venedig" (Marx:  "Gasthof zu  Venedig"!)  in  der
       Brückenstr. 268 lag. Inhaber war Johann Bayer. Vgl. Adress-Kalen-
       der der  Bewohner des Regierungsbezirks Trier 1863, S. 198. Heute
       eine Apotheke, Brückenstr. 2.
       10) Adress-Kalender .  .., Trier  1862, S. 36. Monz, S. 237: irr-
       tümlich Hausnummer 476.
       11) Esther Kosel, geb. Marx, wurde in Trier in der zweiten Hälfte
       des Jahres 1786 geboren und heiratete am 13. 8. 1810 in Trier den
       Angestellten Gabriel  Kosel aus Schnaittach. Sie lebte ab 1810 in
       Zweibrücken, ab  Juli 1846 in Homburg und ab November 1855 bis zu
       ihrem Tod in Frankfurt.
       Babette Blum, geb. Marx, geboren im März 1789 in Trier, heiratete
       am 19.  Mai 1813  in Strasbourg  den nicht volljährigen Alexandre
       Blum aus Dürmenach. Sie wohnte in Trier, Zweibrücken, Strasbourg,
       Algier, Frankfurt  und Trier.  Dort starb  sie am  7. Juni  1875.
       (Vgl. Monz,  S. 219;  KMH, S.  24ff.; Ville de Strasbourg, Act de
       Mariage No.  167/1813; Standesamt Trier Sterbe-Act. Nr. 303/1975.
       NA 321/1865: Dok. 12, 27, 28.)
       12) MEW 30, S. 643.
       13) Marx reiste  am 16.12.1863 von Trier ab. Vgl. MEW 30, S. 643.
       Wo er  in Frankfurt  wohnte, kann nicht mehr ermittelt werden, da
       entsprechende Zeitungen im letzten Krieg verbrannt sind.
       14) Lt.  Auskunft   von  Frau  Carl,  Stadtarchiv  Frankfurt.  NA
       321/1865, Dok. 13.
       15) MEW 30, S. 377 ff. Vielleicht ist Leopold Sonnemann gemeint.
       16) Ebenda, S. 380. In Gießen hat Marx nach Auskunft des Stadtar-
       chivs Gießen nicht übernachtet.
       17) Erbteilung. MEW 30, S. 646.
       18) Letzte erhaltene Handschrift von Esther Kosel vom 8. 3. 1865,
       NA 321/1865, Dok. 5.
       19) MEW 31, S. 124 und 133.
       20) Ebenda, S.  125 und 132. MEW 16, S. 101-152. Dazu: Witali Wy-
       godski, Der Platz des Manuskripts "Lohn, Preis, Profit" im ökono-
       mischen Nachlaß  von Karl Marx, in: Marx-Engels-Jahrbuch, Band 6,
       Berlin 1983, S. 211-227.
       21) MEW 31, S. 133.
       22) Sterbeurkunde Standesamt Frankfurt Nr. 915/1865.
       23) Besonders Herrn Horowitz gebührt Dank beim Auffinden des Gra-
       bes von  Esther Kosel, deren Grabstein erhalten ist: Sektion III,
       Nr. 266.
       24) Gabriel Kosel war am 7.2.1857 in Frankfurt gestorben. Sterbe-
       urkunde Standesamt Frankfurt Nr. 146/1857. Damit sind die Angaben
       bei Wachstein,  S. 277, und Lewin-Dorsch, S. 340, daß Gabriel Ko-
       sel in  Algier am  17. 2. 1877 verstorben sei, hinfällig. Vgl. NA
       321/1865, Dok.  1 bis  6 (Testamente von 1839 bis 1865 - zwei Te-
       stamente Gabriel, ein Testament Esther Kosel und drei Nachträge).
       25) NA 321/1865,  Anlage V.  vom 25.  7. 1865  (Vollmacht Babette
       Blum an Dr. Fuld). Über Fuld (1825-1911) vgl. Frankfurter Zeitung
       Nr. 169 v. 21.6.1898, S. 3.
       26) So unterschreibt Babette Blum in der NA 321/1865 mehrmals.
       27) NA 321/1865  Dok. 51 sowie Amts-Blatt der Freien Stadt Frank-
       furt Nr. 131 vom 2.11.1865, S. 1011.
       28) Vgl. Horowitz, S. 491 und 495 ff. Monz, S. 216 ff. KMH, S. 21
       ff.
       29) Zu Moses Marx: "Hierdurch erkläre ich (. . .), daß ich meiner
       Tante Babette  Blum (...)  Gleiwitz 24. Juli 1865 Dr. Moses Marx"
       (NA 321/1865 Dok. 19). Aus dieser Äußerung geht hervor, daß Moses
       Marx aus  Gleiwitz der Neffe von Esther Kosel und Cousin von Karl
       Marx war,  keineswegs aber der Bruder von Heinrich Marx, was z.B.
       auch Monz, S. 219 und 222, behauptet. Moses Marx war auch der In-
       formant Georg Adlers. Vgl. dazu: Jakow Rokitjanski, Engels' Noti-
       zen in Georg Adlers Buch "Die Geschichte der ersten Sozialpoliti-
       schen Arbeiterbewegung in Deutschland", in: Marx-Engels-Jahrbuch,
       Band 2, Berlin 1979, S. 354. Vgl. auch Neue Zeit 1888, S. 91 f.
       30) Über Conradi  vgl. Monz,  S. 236  ff. Stein,  ebenda,  bringt
       Quellen, die Monz nicht benutzte. Für weiteres siehe Anm. 4.
       Sara Lazarus,  geb. Marx  (1819-1877), Tochter  von Samuel  Marx,
       Cousine von Karl Marx. Vgl. Monz, S. 219f. KMH, S. 29f., und ARN.
       31) Erstveröffentlichung. Original  im IML  Moskau, Signatur Fond
       l, Fak  5516. Kopie  im IISG,  D. 841. (Veröffentlichung nach der
       Amsterdamer Kopie,  mit frndl.  Erlaubnis.) Der Brief besteht aus
       vier Seiten.
       32) 1864. The  Law List;  (...) Compiled by William Wilks Dabiac,
       London 1864,  p. 305.  "Venn, William Webb, jun. 2. Äug 1859, no-
       tary, 2 pope's-head-alley, cornhill, E.C."
       33) Erstveröffentlichung der Vollmacht aus dem Stadtarchiv Frank-
       furt. Erläuterungen dazu unter dem Faksimileabdruck.
       34) Freiligraths Briefwechsel  mit Karl Marx und Friedrich Engels
       (Fb I),  S. 178.  Der Herausgeber Häckel konnte die "Power" nicht
       zuordnen. (Vgl. FB II, S. 232.)
       Das Konsulat lag Broad-Street Buildings 12.
       35) Adress-Handbuch von  Frankfurt am  Main, Frankfurt  1865,  S.
       115. MEW  31, S.  484. Der Brief von Marx an B. Blum v. 9.11.1865
       ist nicht erhalten.
       36) MEW 31,  S. 484. Marx' Vollmacht sind folgende Dokumente bei-
       gesiegelt: Urkunde des Notars und Bestätigung des Frankfurter Ge-
       neralkonsulats. Die Notarsurkunde lautet:
       "Ich William Webb Venn der Juengere, öffentlicher in der Altstadt
       Londons praktizirender  Notar gehörig  berechtigt und hier unter-
       zeichnet, attestire  hiermit, daß  Herr Dr. Karl Marx dahier, dem
       unterzeichneten Notar  wohl bekannt, die unter meinem Dienst Sie-
       gel hier  annectirte Vollmacht heute in meinem Beisein und in Ge-
       genwart der  dazu gefertigten  zwei Zeugen unterschrieben, gesie-
       gelt und vollzogen hat, als die englischen Landes Gesetze es vor-
       schreiben und daß demnach besagter Vollmacht beziehungsweise Acte
       voller Credit und Glaube, sowohl gerichtlich als außergerichtlich
       beizumessen sei.
       Urkundlich meiner  Unterschrift und meines beigedrückten und oben
       erwähnten Dienst  Siegels -  So geschehen  zu London, am sechsten
       November Ein Tausend Achthunderfünfundsechzig -
       2nd attestor
       W W Venn Jun
       Not. Pub."
       Auf der zweiten Seite befindet sich die Bestätigung des Frankfur-
       ter Generalkonsulats:  "Der Unterzeichnete  attestirt hiermit die
       Echtheit der nachgebundenen Unterschrift des öffentlichen gehörig
       immatriculirten Notars,  des Herrn  William Webb Venn der Jüngere
       hier-selbst und  daß derselben gerichtlich sowie außergerichtlich
       vollen Glauben  beizumessen, auch  das beigedruckte Siegel dessen
       Amtssiegel ist.  Urkundlich des  nebigen Dienstsiegels London den
       7ten November  1865 Der General Consul der freien Stadt Frankfurt
       In Vertretung A Forking"
       37) Wachstein, S.  278-280. Monz (S. 230) bezweifelt das Briefda-
       tum. B.  Blum wohnte  ab 1866  mit Sara Lazarus in Trier, "Weber-
       bachstr. 49" (Adressbuch ..., Trier 1868, S. 51).
       38) NA 321/1865 Dok. 42 und 44.
       39) MEW 31, S. 151/152. Vgl. auch ebenda, S. 195. ...
       40) NA 321/1865 Dok. 46, 47 und 48.
       41) MEW 31, S. 262.
       42) Zur Datierung  des dritten  Bandes  des  "Kapitals"  vgl.  I.
       Antonowa/W. Schwarz/A. Tschepurenko, Der dritte "Kapital"-Entwurf
       von 1863-1865,  in: Marxistische  Studien. Jahrbuch  des IMSF  7,
       Frankfurt am  Main 1984,  S. 394ff. Ebenso: L. Miskewitsch/W. Wy-
       godski, Über  die Arbeit  von Marx  am  II.  und  III.  Buch  des
       "Kapitals" in den Jahren 1866 bis 1867, in: Marx-Engels-Jahrbuch,
       Band 8, Berlin 1985, S. 198 ff.
       43) MEW 31, S. 263.
       44) Ebenda, S. 264.
       

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