Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 12/1987


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       ZUR PHILOSOPHISCHEN MARXISMUS-DEBATTE
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       IN DER BUNDESDEUTSCHEN GESCHICHTE
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       Robert Steigerwald
       
       1. Allgemeine  Rahmenbedingungen nach  1945 - 2. Marxismus-Kritik
       unter den  Bedingungen der  geschwächten Bourgeoisie - 3. Marxis-
       mus-Kritik im  Kalten Krieg  - 4. Neue Linkstendenzen und Modifi-
       zierung der  Marxismus-Diskussion -  5. Wende auch in der Marxis-
       mus-Diskussion -  6. Zur Entwicklung marxistischer Theorie in der
       Bundesrepublik
       
       1. Allgemeine Rahmenbedingungen nach 1945
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       Innerhalb der  allgemeinen Gesetzmäßigkeiten,  die den  Charakter
       unserer Epoche  und damit  letztlich auch des ideologischen Klas-
       senkampfes unserer  Zeit bestimmen, wirkten in Deutschland einige
       besondere Faktoren.  Dazu gehörte  vor allem die Kriegsniederlage
       des deutschen  Imperialismus  1945.  Das  grundlegend  veränderte
       Kräfteverhältnis in der Welt und in Deutschland drückte dem ideo-
       logischen Klassenkampf  seinen Stempel  auf. Der  Marxismus hatte
       die siegreiche  Sowjetunion inspiriert.  Im Verlaufe und Ergebnis
       des Befreiungskampfes  wurde er von großen Teilen des werktätigen
       Volkes zahlreicher  Länder angenommen.  Er bewies  in einer Reihe
       weiterer Länder seine Fähigkeit, als Wegweiser zur Lösung kompli-
       zierter Aufgaben  zu dienen.  Gleichzeitig wurden  die Lehren von
       Marx, Engels  und Lenin in wachsendem Maße zum Kompaß antikoloni-
       aler Bewegungen.  In einigen imperialistischen Hauptländern waren
       starke, marxistische Massenparteien entstanden.
       Alles das bewirkte eine bedeutende Verbreitung des Marxismus. Ob-
       gleich der Dogmatismus, eine gewisse Verflachung der Theorie, der
       Personenkult um  Stalin, ernste  Verletzungen der sozialistischen
       Gesetzlichkeit erhebliche  Schwierigkeiten schufen,  waren insge-
       samt gesehen  doch wesentlich  verbesserte Existenz- und Kampfbe-
       dingungen für  die marxistische Theorie entstanden. Aber auch für
       die bürgerliche  Philosophie gab es neue Existenzbedingungen, wo-
       bei eine komplizierte Dialektik feststellbar ist.
       Unter den Staaten, die gegen den Faschismus kämpften und siegten,
       befanden sich auch solche, die unter dem Feldzeichen bürgerlicher
       Ideale von  Freiheit und  Demokratie stritten.  Die  herrschenden
       Kräfte der  imperialistischen Westmächte hatten den deutschen Im-
       perialismus und  Faschismus lange gefördert und in ihm eine will-
       kommene, gegen  die UdSSR  gerichtete Speerspitze  gesehen. Durch
       die internationale Entwicklung waren sie gezwungen, gegen Hitler-
       Deutschland Krieg  zu führen.  Dabei mußten sie sich auch antifa-
       schistischer Ideen,  längst verratener  bürgerlich-demokratischer
       Ideale bedienen.  Die Völker  dieser Länder kämpften wirklich für
       diese Ideale.  Wenigstens im Ansatz verbanden sie damit weiterge-
       hende, antikapitalistische,  sozialistische Ideen  und Ziele.  Es
       war doch  ein Signal, daß die Mehrheit des britischen Volkes 1945
       nicht die  "konservative", das  heißt  offen  großkapitalistische
       Partei des  Kriegs-Siegers Churchill  wählte, sondern die Labour-
       Partei, auf  die das  Volk seine sozialistischen Hoffnungen über-
       trug!
       Immerhin bewirkten die skizzierten Prozesse eine Neubelebung bür-
       gerlich-demokratischer  und   bürgerlich-humanistischer   Ideale.
       Schwierigkeiten und  zeitweilige Rückschläge beim sozialistischen
       Aufbau einiger  Länder einerseits  sowie die  Neubelebung bürger-
       lich-demokratischer und humanistischer Ideale andererseits erwie-
       sen sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder als Ansatzpunkte
       für Konzeptionen  des "dritten"  Weges zwischen  Kapitalismus und
       realem Sozialismus.
       Solche Konzeptionen waren unmittelbar nach Kriegsende für die ih-
       rer politischen, ideologischen und militärischen Machtmittel ganz
       oder weitgehend  entblößte imperialistische  deutsche Bourgeoisie
       vorteilhaft. Die  Totalisierung der  bürgerlichen Ideologie durch
       den Faschismus,  das Überschwenken aller Hauptschulen des bürger-
       lichen Philosophierens  auf faschistische  Positionen führte auch
       zur Niederlage imperialistischer Ideologie in dem Moment, als der
       deutsche Imperialismus geschlagen war. Dieser Bankrott wurde noch
       durch Akte  internationaler Verurteilung  dieser  Ideologie  (zum
       Beispiel im  Potsdamer Abkommen)  materiell und juristisch unter-
       mauert. Ja,  selbst im nationalen Rahmen finden wir solche Verur-
       teilungen, etwa  in den Artikeln 26 und 139 des Grundgesetzes der
       Bundesrepublik.
       
       2. Marxismus-Kritik unter den Bedingungen
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       der geschwächten Bourgeoisie
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       Unter  solchen  Bedingungen  entwickelte  sich  unmittelbar  nach
       Kriegsende der ideologische Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und
       Proletariat. Marxismus-Kritik trat zunächst nur in sozialdemokra-
       tisch-revisionistischer (etwa  in der  Zeitschrift: "Das soziali-
       stische Jahrhundert")  oder -  etwas später  - theologischer Form
       auf. Sie  bediente sich "demokratischer" und "europäischer" Argu-
       mente, um  - bei Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus als
       beide "totalitär"  - eine Art offizieller, großbürgerlicher Vari-
       ante des  "dritten" Weges  zu entwickeln.  Es  wurde  ein  "demo-
       kratischer" Antikommunismus  aus  der  Taufe  gehoben,  eine  an-
       gebliche besonders  freiheitliche Tradition  "Europas" gegen  den
       "östlichen", "asiatischen", demokratiefeindlichen Kommunismus be-
       hauptet. Die  "europäischen" Schlächter  der Pariser Kommune, die
       "westliche" Kolonialismus-Soldateska,  der Faschismus  von Berlin
       über Rom  bis Madrid  und Lissabon wurden namens solcher Euro-Ge-
       schichtsklitterung ebenso  "vergessen", wie  die großen freiheit-
       lichen Traditionen des "Ostens" unterschlagen wurden.
       Davon  hob   sich  damals   eine  linksbürgerliche  Variante  des
       "dritten" Weges ab, die sich zunächst Thesen des Existentialismus
       - einer  philosophischen Reaktionsweise  des Kleinbürgertums  auf
       die allgemeine  Krise des Kapitalismus - zuwandte. Dieser war mit
       seinen Stereotypen  von der  Sinnlosigkeit des Seins, der Rätsel-
       haftigkeit der  Welt und  ihrer Unerkennbarkeit, mit seiner Hypo-
       stasierung des  Subjekts und seines "Projekts", das dem Sein erst
       den Sinn  gibt, der  Bourgeoisie in der unmittelbaren Nachkriegs-
       zeit, der  Zeit größter  Schwäche  des  deutschen  Imperialismus,
       willkommen, in  der es  - gerade umgekehrt - darum ging, das Sein
       und den  "Sinn" des  Faschismus zu  "enträtseln", die Bedingungen
       eines neuen  Lebens zu  schaffen, einen  neuen Humanismus zu ver-
       wirklichen.
       Dabei war  der Existentialismus  Sartres und  Merleau-Pontys wir-
       kungsvoller als der deutsche. Beide hatten, im Gegensatz zum vor-
       wiegend quietistischen  Grundcharakter des  deutschen Existentia-
       lismus, eine  aktivistischere Spielart dieser Philosophie entwic-
       kelt. In  deren Mittelpunkt  stand nicht  so sehr das Problem des
       Todes, sondern mehr das der, allerdings subjektivistisch gedeute-
       ten, Freiheit. Außerdem waren Sartre und seine Freunde aktive Wi-
       derstandskämpfer, während  die Hauptvertreter  des deutschen Exi-
       stentialismus entweder, wie Heidegger, sich anfangs den Nazis zur
       Verfügung gestellt  oder, wie Jaspers, vor der Politik resigniert
       hatten. Überdies kokettierten die französischen Existentialisten,
       aktive, kleinbürgerliche  Antifaschisten, aber  keine  Marxisten,
       mit Elementen des Marxismus. Ja sie stellten sich als eigentliche
       Erneuerer der  angeblich existentialistischen  Motive des  jungen
       Marx, als  Vorkämpfer der  Anthropologisierung des Marxismus hin.
       Sie ließen  sich aus  diesen Gründen philosophisch gut zur Unter-
       mauerung eines  "dritten" Weges  zwischen Kapitalismus und Sozia-
       lismus benutzen.  Und die  Bourgeoisie knüpfte - ein altes takti-
       sches Rezept  ausnutzend -  in der  Periode ihrer eigenen politi-
       schen und ideologischen Schwäche an diese innerhalb des bürgerli-
       chen Bewußtseins am weitesten links angesiedelte Art bürgerlicher
       Philosophie an.
       Etwa  um  1947-48  traten  linkskatholische  und  protestantische
       Kreise, gruppiert  um die  in der  damaligen französischen Besat-
       zungszone erscheinende  Monatszeitschrift "Umschau"  (später auch
       um die "Frankfurter Hefte") und offensichtlich auch von der Pari-
       ser existentialistischen "Marx"-Diskussion inspiriert mit dem An-
       spruch auf,  den humanistischen Gehalt des Werkes des jungen Marx
       herauszuarbeiten. Hier müssen Walter Dirks, Knappstein, Paul Til-
       lich und  Erich Thier  genannt (letzterer  gab erstmals seit 1933
       Marx' "ökonomisch-philosophische  Manuskripte" in Deutsch heraus)
       1) werden.  Sie knüpften  an Marcuses  und de Mans Kommentare von
       1932  zu   Marx'  "Ökonomisch-philosophischen  Manuskripten"  an,
       fanden damals  aber kein  breiteres Echo  mehr. Die  "Zeit" hatte
       sich bereits  gewandelt. Es  konsolidierte  sich  die  Macht  des
       deutschen  Imperialismus   wieder.  Churchills   Fulton-Rede  war
       bereits gehalten.  Der Kalte Krieg begann. Die Bourgeoisie verlor
       den "Spaß"  an unnötigen linken "Spinnereien". In der Periode des
       zugespitzten Kalten  Krieges gab  es in  den bürgerlichen Kreisen
       nur noch  sehr wenig  Interesse  an  einer  wie  immer  gearteten
       Marxismus-Diskussion. Die  linken Varianten  des "dritten"  Weges
       verloren  während   einer  längeren   Periode   ihren   Wert   im
       Klassenkampf,  zumal  auch  von  marxistischer  Seite  unter  den
       Bedingungen des  zugespitzten Kalten  Krieges  die  Möglichkeiten
       eines   p o l i t i s c h e n   Bündnisses mit  manchen Anhängern
       linksbürgerlicher Auffassungen  mißachtet  wurden.  Wir  erlebten
       damals  eine   Periode  des   direkten,  scharfen,  theoretischen
       Angriffs auf den Marxismus, der zunächst vor allem von klerikalen
       Kräften 2)  angeführt wurde,  da die  anderen offen  bürgerlichen
       Ideologen, ihrer  faschistischen  Vergangenheit  wegen,  noch  zu
       desavouiert  waren.   Vereinzelt  gab   es  auch   noch   sozial-
       demokratische Marxismus-Diskussion und -Kritik. 3)
       
       3. Marxismus-Kritik im Kalten Krieg
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       Dennoch erkannten  einige christliche Kreise bereits recht früh -
       etwa 1952 bis 1954 -, daß das Streben nach Vernichtung des Kommu-
       nismus die atomare Katastrophe heraufbeschwor. Aus der Mitte die-
       ser Kräfte  entwickelte sich  seit dieser Zeit eine Strömung, die
       an Boden gewinnt und am besten mit des Jesuitenpater Brockmöllers
       Wort vom  "Taufen des  Kommunismus" - in den späteren Jahren dann
       vom "Taufen  durch den  Dialog" -  gekennzeichnet wird  4). Dabei
       treffen wir  unter den  Anhängern dieser neuen Form des "dritten"
       Weges auch  echte progressive  Kräfte wie  etwa den evangelischen
       Theologen Gollwitzer. 5)
       Das erste  Signal dieser  neuen Tendenz war die Antrittsvorlesung
       des Dominikaner-Paters  Marcel Reding am moraltheologischen Lehr-
       stuhl der Universität Graz, gehalten 1952. 6) Thema der Vorlesung
       war "Thomas  von Aquin  und Karl  Marx". Reding konzedierte Marx,
       wie Thomas  ein genialer  und originaler Aristoteliker gewesen zu
       sein. Aristoteles  wird gewissermaßen zum "missing link" zwischen
       Marx und dem Aquinaten. Dabei gelangte Reding - zur Zeit von Pius
       XII. war das sehr mutig - zu der These: Aristoteles, Thomas, Marx
       hätten sich  auf Grund  der gemeinsamen Problematik verstehen und
       miteinander diskutieren können. Und er fragte: Weshalb können wir
       es nicht?
       Ein weiteres,  schon deutlicher  wahrnehmbares Zeichen  der neuen
       Art der  Auseinandersetzung war Brockmöllers Buch "Christentum am
       Morgen des  Atomzeitalters".  7)  Seine  geschichtsphilosophische
       Ausgangsposition  ist  teilweise  rassistisch  und  geopolitisch.
       Seine allgemeine  Einstellung zur marxistischen Philosophie fußte
       auf Wetter.  Aber er hat erstmals in der katholischen Kirche The-
       sen folgender  Art formuliert:  Die Kirche  ist nicht an eine be-
       stimmte Eigentumsordnung gebunden. Es beginnt eine neue Zeit, auf
       die sich  die Kirche  einstellen muß.  Sie darf  weder europazen-
       trisch noch  kapitalistisch Partei  ergreifen, sondern muß versu-
       chen, ihre  Existenz in  die  neue  Zeit  hinüberzuretten.  Dabei
       sollte sie  danach streben, den Marxismus durch Taufe - wie einst
       Aristoteles -  ausnutzen. Hier hätten wir also ein weiteres Motiv
       der neuen Herangehensweise ausgesprochen: die Erkenntnis, daß dem
       Sozialismus die  Zukunft gehört und sich somit für die Kirche die
       Frage stellt, wie sie sich darauf einzustellen habe.
       In der  zweiten Hälfte der fünfziger Jahre werden die Bedingungen
       des ideologischen  Kampfes zwischen  Kapitalismus und Sozialismus
       abermals komplizierter und widerspruchsvoller. Einerseits schrei-
       tet die  Konsolidierung der Macht des deutschen Imperialismus und
       Militarismus fort.  Er geht  von da  aus zu immer mehr direkt ag-
       gressiver Politik über. Andererseits erstarkt aber auch nicht nur
       allgemein das  sozialistische Weltsystem, zerbricht das Kolonial-
       system immer  mehr, sondern  wächst der  sozialistische  deutsche
       Staat zu  einem ökonomisch, politisch und ideologisch soliden Ge-
       bilde heran.  Der Sozialismus  ist auf deutschem Boden nicht mehr
       auszulöschen. Die DDR hat, im Bündnis mit der Sowjetunion und den
       anderen Staaten  des Warschauer Paktes, dem deutschen Imperialis-
       mus am  13.8.1961 deutlich  die Grenzen  der  Macht  reaktionärer
       Kräfte in Deutschland gezeigt. Zugleich ist dies die Zeit, in der
       in den  entwickelten kapitalistischen  Ländern die  wissenschaft-
       lich-technische Revolution rasche Fortschritte erzielt. Weiterhin
       tritt das  aggressive Wesen des Imperialismus in einigen brutalen
       Aktionen (Suez-Krise, Kongo, Vietnam) vor aller Welt deutlich zu-
       tage.
       Unter solchen  Bedingungen entwickelt sich der ideologische Klas-
       senkampf in  der Bundesrepublik.  Innerhalb  der  Großbourgeoisie
       bilden sich  in dieser Zeit zwei verschiedene taktische Varianten
       zur Erreichung desselben Zieles - der Liquidierung der Ergebnisse
       des  zweiten   Weltkrieges   -   heraus:   eine   offen   brutale
       (gekennzeichnet etwa durch Politiker wie Strauß, Guttenberg, Bar-
       zel, Schröder)  und eine  solche der "neuen" Ostpolitik, die sich
       indirekter, politisch  "weicher" gibt  und sich stärker ideologi-
       scher Mittel bedient. Damit war die Zeit gekommen, im philosophi-
       schen Kampf  gegen den Marxismus wieder Thesen eines linksbürger-
       lichen "dritten" Weges zu beleben, wobei solche Tendenzen nunmehr
       auch von Anhängern einer durchaus nicht linksbürgerlichen Politik
       übernommen werden,  womit der  politisch-soziale Charakter dieser
       Thesen verdeutlicht wird. Die "Marxismuskommission" der Evangeli-
       schen Akademien  entstand zwar  schon 1951.  Sie erhielt  für ihr
       Wirken Gelder desselben Bundesinnenministeriums, das den KPD-Pro-
       zeß betrieb und das Verbot der Partei durchsetzte. Die Kommission
       setzte sich  ausdrücklich das  Ziel, den Marxismus angesichts der
       "Herrschaft des  Sowjetmarxismus in  dem östlichen  Teil Deutsch-
       lands" zu  kritisieren. Die Wiederbelebung der Versuche, den Mar-
       xismus zu "anthropologisieren" - welche Versuche Anfang der drei-
       ßiger Jahre  von Marcuse  ausgingen -,  ihn auf die Kategorie der
       "Entfremdung" zu  reduzieren, wurzelt in dieser Aufgabenstellung.
       In diesem theoretischen Kontext tauchen die Gedanken des früheren
       Lukács wieder  auf: So  argumentiert beispielsweise  Landgrebe in
       den "Marxismus-Studien" wie folgt:
       Engels' Thesen  stellten eine  "Degeneration der  Dialektik" dar.
       Sie entzögen  "jeder Möglichkeit  einer echten  Dialektik den Bo-
       den". Dialektik beruhe auf der "Wechselbeziehung von Bewußtwerden
       und Produzieren als einem körperlich tätigen Handeln." 8) Das ist
       zunächst eine petitio prinicipii. Selbstverständlich ist per def-
       mitionem eine  Dialektik dann  nur geistig, wenn sie nur vom Sub-
       jekt gesetzt  ist. Aber  das ist  nicht die  Auffassung von Marx,
       sondern die von Fichte.
       Wie bei  Wetter, Hommes  9) und  anderen Kritikern  des Marxismus
       heißt es nunmehr: Marx stand über dem Gegensatz von Materialismus
       und Idealismus.  Die Prätention auf eine "dritte" Philosophie, im
       Namen von  Marx und  im Kontext  des Antikommunismus erhoben, ist
       hier klar.  Marx' Dialektik  "ist nicht materialistisch insofern,
       als sie  nicht Bewegungsgesetz einer an sich bestehenden Naturma-
       terie, sondern  Gesetz der  Selbstproduktion der Menschengattung,
       die durch ständiges Ineinandergreifen von materieller Veränderung
       ihrer Lebensbedingungen  durch ihre  leibliche Tätigkeit  und Be-
       wußtwerden dieser Veränderung gekennzeichnet ist". 10)
       Etwa zur  gleichen Zeit,  da Landgrebe  dies schrieb, entwickelte
       Sartre in  Frankreich gleichartige  Thesen,  die  ihrerseits  von
       linksbürgerlichen Kräften  in der  Bundesrepublik übernommen wur-
       den. Sartre  meint: Die  Geschichte ist das Werk des Menschen und
       dieser das  Werk der  Geschichte. Der  Mensch steht  in  der  Ge-
       schichte und  kann sie  darum erkennen.  Er macht die Geschichte,
       sie ist  ihm also nicht fremd, sondern erkennbar, während ihm die
       Natur ein Äußeres ist, durch so viele Vermittlungsglieder von ihm
       entfernt, daß ihm der Zugang zu ihrem wirklichen Inneren verwehrt
       ist. Folglich  gibt es  zwar eine  Erkenntnis (Dialektik) der Ge-
       schichte, nicht aber eine solche der Natur. Dialektik ist wesent-
       lich Praxis des Subjekts, das - von seiner Natürlichkeit getrennt
       - letztlich nur Geist, Bewußtsein ist. Naturdialektik ist nur per
       analogiam und  gemäß dem  Postulat der  Einheit der  Welt und des
       Denkens der  Natur von  außen aufgezwungen.  Dadurch entsteht die
       Gefahr der  Anthropologisierung der  Natur und einer Naturalisie-
       rung des Menschen, einer Desintegration des Menschen. 11)
       Wir sehen  also eine  Ausbreitung der Argumente, die ursprünglich
       (1922/23) Lukács  entwickelte.  Sie  wurden  zu  Grundthesen  der
       linksbürgerlichen Variante des "dritten" Weges, stellten zeitwei-
       lig eine  wirksame Form  der Marxismus-Kritik  dar. Das Besondere
       dabei besteht  darin, daß sich diese Marxismus-Kritik als Wieder-
       herstellung des  wahren Denkens von Marx etwa in Gestalt der sog.
       kritischen Theorie der "Frankfurter Schule" ausgab.
       Die Verbreitung und die Wirkung dieser Grundthesen ergab sich aus
       den Besonderheiten  des ideologischen  Klassenkampfes der  Gegen-
       wart. Die  Grundtendenz der Epoche, die Zeit des weltweit auf die
       Tagesordnung gesetzten  Übergangs zum  Sozialismus zu  sein,  be-
       stimmt immer  stärker die  Prozesse der Ideologie-Bildung auch im
       bürgerlichen Lager.  Selbstverständlich  sind  das  sehr  kompli-
       zierte, sehr  schwer zu  analysierende Prozesse.  Sie  vollziehen
       sich unter  den Bedingungen  komplexer  Veränderungen  in  beiden
       Weltsystemen und  einer imperialistischen Bewußtseinsmanipulation
       von nie gekanntem Ausmaß. Die in Bewegung geratenen Teile der In-
       telligenz, soweit  sie sich der politischen Linken annähern, sind
       keineswegs im Sinne der Arbeiterbewegung und des Marxismus vorge-
       prägt. Sie  leben durchaus  unter Bedingungen, die der Herausbil-
       dung von  linksbürgerlichen Auffassungen  eines  "dritten"  Weges
       dienlich sind. Dies und die Absicht, wirkliche Linksentwicklungen
       aufzufangen, veranlaßt  insbesondere bürgerliche Großverlage, wie
       Rowohlt, Luchterhand,  Suhrkamp, die Thesen der linksbürgerlichen
       und revisionistischen  Autoren zu verbreiten, deren Wesen die Be-
       gründung eines "Marxismus" in Frontstellung gegen Lenin, bei Aus-
       nutzung  revisionistischer  oder  revisionismusheckender  Autoren
       (Korsch, Block,  früher Lukács als Beispiel), auch die revisioni-
       stische Verfälschung (z. B. Gramscis) ist.
       Die Auseinandersetzung  mit diesen  Auffassungen hat grundlegende
       Ideologie-Prozesse solcher  vor allem  zur  Intelligenz,  zu  den
       lohnabhängigen Mittelschichten  gehörender Kräfte zum Gegenstand,
       die durch die objektiven gesellschaftlichen Veränderungen auf den
       Weg einer Linksentwicklung gedrängt werden, ohne daß sie sich be-
       reits auf  den Boden der revolutionären Arbeiterbewegung stellten
       oder ihre  marxistische Theorie übernähmen. Dennoch widerspiegeln
       sich die  Prozesse, denen  diese Schichten  unterworfen sind,  in
       nicht wenigen  Fällen auf  eine Weise, daß sich die Protagonisten
       dieser Strömung  für Marxisten  halten und von hier aus nicht nur
       Kritik am  Imperialismus, sondern  auch an dem nach ihrer Meinung
       "pervertierten" realen Sozialismus üben. Hier wären etwa der Rudi
       Dutschke von   d a m a l s   zu  nennen. Andere, wie etwa Herbert
       Marcuse, machten  sich gerade  zu Wortführern dieser Richtung und
       erlangten damit zeitweilig international großen Einfluß.
       
       4. Neue Linkstendenzen und Modifizierung der Marxismus-Diskussion
       -----------------------------------------------------------------
       
       Unter diesen  Bedingungen wuchs das Interesse am Marxismus gerade
       bei den  jungen Intellektuellen  ständig an. Sie waren einerseits
       genügend informiert,  um sich  nicht mit  den offiziellen  Propa-
       gandaphrasen zufrieden  zu geben.  Andererseits fanden  viele von
       ihnen diesen  Widerspruch zwischen  Realität und  Ideologie empö-
       rend. Dies  war folglich  keineswegs nur ein bürgerlichdefensives
       oder bürgerlich-aggressives  Interesse am  Marxismus - das es na-
       türlich auch  gab -, sondern in wachsendem Maße - bei allen anti-
       kommunistischen Wirkungen und Einflüssen - dennoch echtes Bestre-
       ben, den Marxismus ernsthaft - freilich oft im Sinne rein theore-
       tisch-kontemplativer Beschäftigung - kennenzulernen. Noch nie gab
       es in der Bundesrepublik ein so großes Interesse am Marxismus wie
       in jenen späten sechziger Jahren, schössen so viele Institute zur
       Erforschung und  Bekämpfung des  Marxismus aus  dem Boden, veröf-
       fentlichten so  viele gut  renommierte bürgerliche  Verlage Werke
       von Marx,  Engels und  anderen Marxisten  sowie Monographien über
       oder gegen den Marxismus. 12)
       Eine kurze Zusammenfassung der Ideologiebildungsprozesse für die-
       sen Zeitraum  ergibt, daß zugunsten einer linksbürgerlichen Vari-
       ante des  "dritten" Weges  in der  Philosophie folgende  Faktoren
       wirkten: Allgemeine Grundlage ist das komplizierte System von Be-
       ziehungen, das  sich in  der Epoche  des weltweiten Übergangs vom
       Kapitalismus zum  Sozialismus, in der allgemeinen Krise des Kapi-
       talismus, unter den Widersprüchen zwischen staatsmonopolistischer
       Regulierung und  bürgerlicher Spontaneität,  zwischen den gesell-
       schaftlichen Hauptklassen  und ihren verschiedenen Schichten her-
       ausbildet.
       Es wirkt  noch die Kritik subjektivistischer Art (Gramsci, früher
       Lukács, Korsch)  am Eindringen  mechanizistisch-deterministischer
       Konzeptionen (Kautsky,  Bucharin) in  die  Arbeiterbewegung.  Die
       Kritik ist  voluntaristisch geprägt  angesichts der  Trennung von
       Theorie und  Praxis in  Teilen der  Arbeiterbewegung. Sie  wendet
       sich gegen die Herabminderung des subjektiven Faktors der gesell-
       schaftlichen  Entwicklung.   Diese  Kritik   der  Traditionslinie
       Lukács-Korsch mündet in die Herausbildung linksbürgerlicher Vari-
       anten eines "dritten" Weges von der Art der "Frankfurter Schule",
       der spontaneistischen  Studentenbewegung. (Der  antifaschistische
       und demokratische  Kampf bürgerlich-humanistischer  Kräfte stimu-
       lierte diesen  Prozeß durch  Aufwertung bürgerlich-demokratischer
       Positionen ebenfalls.)
       Die ernsthafte  Schwächung des imperialistischen Systems nach dem
       zweiten Weltkrieg  machte linke Versionen des "dritten" Weges als
       Instrumente zur  Fesselung von  sich nach links bewegenden klein-
       bürgerlichen und  intellektuellen Kräften notwendig. Die Einsicht
       in die  Überlebtheit des  Kapitalismus, in seine Dehumanisierung,
       in die  Unvermeidlichkeit des  Sozialismus, aber auch in die Wir-
       kungslosigkeit  traditioneller  Marxismus-Kritik  stimuliert  bei
       vielen Intellektuellen,  die nicht oder noch nicht auf die sozia-
       listische  Position   überzugehen  bereit   sind,  Ansichten  des
       "dritten" Weges.
       Hauptinhalt dieses "dritten" Weges - viele dieser Inhalte sollten
       sich als  recht langlebig  erweisen -  ist die Wiederbelebung der
       Anthropologie, der  "Praxis", als Instrument zur Verteidigung der
       individuellen Spontaneität gegenüber der objektiven Determiniert-
       heit unseres Handelns ebenso wie gegenüber staatsmonopolistischer
       Reglementierung. Der  Marxismus wird  auf diese Anthropologie und
       "Praxis" reduziert.  Die Anerkennung der objektiven Realität wird
       als Ausdruck verdinglichten Bewußtseins und als die Freiheit ein-
       schränkend abgelehnt.  Von diesem  abstrakten individualistischen
       Standpunkt aus  wird eine  abstrakt antiinstitutionelle und anti-
       autoritäre Opposition  entwickelt. Ihr  Wesen ist  die Abtrennung
       der Autorität  bzw. der  Institution von ihrem konkreten, gesell-
       schaftlichen, klassenmäßigen  Inhalt. Praktisch  bedeutet das ei-
       nerseits, den  inneren Zusammenhang  reaktionärer, faschistischer
       Institutionen bzw.  Autoritäten mit  dem Kapitalismus  zu  verwi-
       schen. So richtet sich diese Opposition zwar gegen monopolkapita-
       listische Formen  bürgerlicher Institutionen und Autoritäten. An-
       dererseits aber  richtet sie sich gegen das Wesen sozialistischer
       Institutionen und  Autoritäten. Diese  linksbürgerliche  Position
       knüpft, dem eigenen Selbstverständnis nach, am humanistischen Ge-
       halt von  Grundideen des  klassischen bürgerlichen Humanismus an,
       will ihn  wiederbeleben. In  Wahrheit jedoch  handelt es  sich um
       eine lebensphilosophisch entstellte Klassik, um wiederbelebte Ro-
       mantik. Sie  wird gegen  den realen Marxismus gewandt, dabei aber
       als genuiner  Marxismus ausgegeben.  Die ganze Strömung wird sich
       verstärken in Abhängigkeit einerseits von der weiteren Steigerung
       des Ansehens  des Marxismus, andererseits der zunehmenden Schärfe
       des Kampfes  zwischen Marxisten und den Theoretikern der revisio-
       nistischen Tendenzen,  in Abhängigkeit schließlich von der zuneh-
       menden Verschärfung  des Klassenkampfes  zwischen den Kräften des
       einheitlichen, weltrevolutionären Prozesses einerseits, des Impe-
       rialismus andererseits.
       Alle diese Gründe veranlassen dazu, die Theorie des "dritten" We-
       ges zwischen  Kapitalismus und  Sozialismus, zwischen Bourgeoisie
       und Proletariat  sehr differenziert  einzuschätzen: Sie  ist Bar-
       riere gegen  eine weitere Linksentwicklung und damit bürgerlicher
       Natur. Andererseits  kann sie  bei vielen  ihrer Anhänger  Durch-
       gangsetappe auf  dem Wege zur Arbeiterbewegung sein. Dabei ist es
       aber durchaus  nicht dasselbe, ob es sich um solche aus bürgerli-
       cher Umwelt  ausbrechende,  sich  der  Arbeiterbewegung  nähernde
       Kräfte handelt  oder um Persönlichkeiten, die - wie etwa Garaudy,
       Ernst Fischer,  Havemann, die  Wortführer des  angeblichen Prager
       Frühlings -  die grundsätzlichen Klassenpositionen aufgegeben ha-
       ben. Beide Male handelt es sich um eine strategisch anders zu be-
       urteilende Tendenz.  Beide Male  ergeben sich  für die  Marxisten
       daraus andere politisch-taktische Konsequenzen: Es können inhalt-
       lich gleiche Positionen anderen Sinn erlangen, je nachdem, ob sie
       von nach links sich wendenden Kräften der bürgerlichen und klein-
       bürgerlichen Intelligenz,  oder ob sie von "Fahnenflüchtigen" des
       Marxismus vertreten  werden. Die  Bündnisbemühungen  hinsichtlich
       der ersten werden erschwert durch den notwendigen Kampf gegen die
       anderen Kräfte,  da beide  des Glaubens sein können, im Ringen um
       einen "wahren"  Sozialismus gegen  die "Perversion"  der  "Dogma-
       tiker" zu konvergieren.
       Die sechziger  Jahre brachten  eine erhebliche  Verschärfung  der
       allgemeinen Krise  des Kapitalismus. Dies drückt sich deutlich in
       einigen Ereignissen  aus, die bewiesen, daß der Imperialismus im-
       mer mehr die historische Initiative verliert, Ereignisse, die das
       Scheitern der "Politik der Stärke", des "roll back" anzeigten. Im
       Zusammenhang damit entfaltete sich eine starke Bewegung gegen die
       Atomrüstung und die Notstandsgesetze, gegen den schmutzigen Krieg
       der USA  in Vietnam.  Bei der Jugend führte die Enttäuschung über
       die verkündeten  "westlichen" Werte  von Freiheit und Demokratie,
       denen die  aggressive imperialistische  Praxis nach außen und die
       reaktionäre nach  innen so offenkundig widersprechen, zu dem, was
       einige die  Jugend- und Studentenrevolte nannten. Der nach Auswe-
       gen suchenden Jugend wurden - die Kommunisten waren ja in der Il-
       legalität, wirkten  gewiß, aber  doch aus  der "Deckung", oft nur
       "vermittelt" -  "Ersatz-Marxismen" von Adorno bis Marcuse angebo-
       ten. Zugleich wurde ein verstärktes Bemühen des Revisionismus er-
       kennbar, Verwirrung zu stiften: Wiederbelebung alter, vergangener
       Revisionismen; Verbreitung  ultralinker Literatur durch bürgerli-
       che Großverlage; revisionistischer Mißbrauch des Dialogs zwischen
       Marxisten und  Christen; Propagierung eines "Sozialismus mit men-
       schlichem Antlitz" von "Welt", "Bild", bis "Spiegel" usw. Aber es
       war dies auch die Zeit der Gründung der DKP, der SDAJ, später des
       MSB Spartakus,  die Zeit beträchtlicher internationaler Niederla-
       gen des Revisionismus.
       Starke Kräfte  des Imperialismus  reagierten auf die vielfältigen
       Anzeichen der  verschärften allgemeinen Krise, indem sie versuch-
       ten, sich  dem neuen  Kräfteverhältnis außen-  und innenpolitisch
       anzupassen. Ausdruck dessen war in der Bundesrepublik die Bildung
       der sozialdemokratisch geführten Bundesregierung, die neue Ostpo-
       litik, der  Versuch, gewisse innere Reformen zu wagen. Dies stieß
       von Anfang  an auf  die Sorge der reaktionärsten Kreise des Mono-
       polkapitals, daß  "Liberale" und "Sozialisten" ungeeignet zur Si-
       cherung des  Systems seien. Folglich war dies verknüpft mit einer
       Art Katastrophenstrategie  der  Gegner  dieses  Anpassungskurses.
       Etwa ähnlich,  wie später  in Chile,  wurde auf  eine Verunsiche-
       rungsstrategie gesetzt.  In dem Maße, wie im Zuge der sich durch-
       setzenden Entspannung  sich einerseits die Erwartungen im wesent-
       lichen als Illusionen erwiesen, durch Entspannung die Solidarität
       der antiimperialistischen Kräfte sprengen zu können, andererseits
       zugleich die  faschstischen Regime  in Griechenland, Portugal und
       Spanien  zerbrachen  (mit  den  weiteren  Prozessen  in  Schwarz-
       Afrika), verstärkten  sich die  Versuche der  Rückkehr zum Kalten
       Krieg. Beide  Taktiken waren bzw. sind jedoch bürgerliche Antwor-
       ten auf  die neu herangereifte Verschärfung der allgemeinen Krise
       des Kapitalismus.  Die Ablösung  der CDU von der Regierung bedeu-
       tete außenpolitisch  den Versuch, sich dem neuen Kräfteverhältnis
       anzupassen,   innenpolitisch    von    Hayeks    Ordoliberalismus
       (Konzeption der  freien Marktwirtschaft)  überzugehen zu  sozial-
       technologischen  Konzeptionen  (in  der  Traditionslinie  Wilson-
       Roosevelt-Keynes, der  Futurologie, Poppers). Es herrschte - ins-
       besondere in den Vorarbeiten zum SPD-Langzeitprogramm - die Illu-
       sion, daß  alles machbar,  die Krise  vermeidbar, der Wohlfahrts-
       staat möglich  geworden sei,  daß man  Reformen durchführen könne
       und müsse, daß man mehr Demokratie wagen solle. Grundannahmen wa-
       ren: Kontinuierliches Wirtschaftswachstum ohne Krise ist möglich.
       Die ökonomischen  Prozesse sind mit den Methoden von Keynes steu-
       erbar. Die  kapitalistischen Widersprüche  lassen sich manipulie-
       ren. Der  Kapitalismus wirkt  auf den Sozialismus stärker ein als
       umgekehrt. Dies war ein im "Westen" stimulierendes Moment für die
       neue Ostpolitik,  von der  man sich  vermehrte Möglichkeiten ver-
       sprach, die  DDR "in  der Umarmung  erdrücken" zu  können. Es war
       dies auch  die Zeit  der Ideologie  von der  angeblichen  Ideolo-
       giefreiheit.
       
       5. Wende auch in der Marxismus-Diskussion
       -----------------------------------------
       
       In der  zweiten Hälfte der siebziger Jahre platzt diese Illusion,
       als sich die allgemeine Krise erstmals seit Jahrzehnten mit einer
       den Kapitalismus  weltweit erschütternden  zyklischen Krise  ver-
       band. Zweifel  an der  Möglichkeit sozialtechnologischer Lösungen
       kamen auf.  Julius Kardinal  Döpfner drückt  diese Stimmung  sehr
       deutlich in  den Worten  aus: "Die Bilanz aus den Erlebnissen mit
       der Ideologie  der unbegrenzten  Machbarkeit menschlicher Zufrie-
       denheit, menschlichen  Glücks und  Sinnerfüllung wird  von vielen
       als erschreckend  gewertet." 13) Gab es im ersten Entwurf für das
       SPD-Langzeitprogramm noch  klare, abrechenbare Prognosen, so sagt
       der zweite Entwurf eigentlich: Genossen, laßt uns damit anfangen,
       daß wir  nichts prognostizieren  können! Der Keynesianismus gerät
       in eine  tiefe Krise.  Der Wohlfahrtsstaat  erwies sich als Illu-
       sion. Arbeitslosigkeit  breitete sich aus. Die Krisen wurden wie-
       der stärker und kapitalistisch-weltweit. Reformen mußten abgebla-
       sen, statt  dessen - wegen schrumpfender Akkumulationsquellen bei
       fehlender Bereitschaft, Profite und Rüstungshaushalte zu belasten
       - die Massen stärker belastet werden. Das sich damit verstärkende
       Konfliktpotential macht es unmöglich, "mehr Demokratie zu wagen".
       Die Ideologie  des "Ende des Wachstums" soll aus der Not eine Tu-
       gend machen.  Dieser Bankrott  der Sozialtechnologie  soll in der
       Ideologie des  sozialtechnologisch machbaren "Nullwachstums" noch
       sozialtechnologisch kaschiert  werden. Zugleich wird dies bittere
       Elend bürgerlicher  Ideologie mittels des Sacharins der neuen Le-
       bensqualität bei Nullwachstum zu versüßen versucht. Wobei das al-
       les sinn-  und nutzlose  Metaphern sind  angesichts der Tatsache,
       daß Nullwachstum  und Profitmaximierung, Nullwachstum und Krisen-
       bekämpfung einfach nicht kombinierbar sind.
       Die bürgerliche  Marx-Kritik bezeichnet  wahlweise den  Marxismus
       als unwissenschaftlich  oder als historisch relativ und überholt.
       Die Verwechslung  von historischer  Einbindung  und  Überholtsein
       fällt auf  die Kritiker  zurück und  ist Kennzeichen  sowohl  der
       Krise bürgerlichen Geschichtsverständnisses wie bürgerlicher Mar-
       xismus-Kritik. Nicht jeder Umgang mit Marx und dem Marxismus, der
       nicht-marxistisch ist, wird von mir als bürgerlich klassifiziert.
       "Bürgerlich" heißt:  Es werden   p o l i t i s c h e   Strategien
       gegen den  Sozialismus im Eigeninteresse jener Klassenkräfte ent-
       wickelt, die  heute als  monopolistische  Bourgeoisie  bezeichnet
       werden können.  Eine einfache Gleichung "nicht-marxistisch = bür-
       gerlich" wäre in diesem Sinne falsch. Es ist an der Zeit, darüber
       neu nachzudenken.  Vor allem auch angesichts dessen, daß sich die
       Aggressivität politisch-ideologischer  Marxismus-Kritik in vielen
       Fällen umgekehrt  proportional zur  "Qualität" theoretischer Ana-
       lyse verhält.  Wenige Beispiele  können genügen. Über Hermann von
       Bergs "Marxismus-Leninismus.  Das Elend  der halb deutschen, halb
       russischen Ideologie"  (1986) ist nicht länger zu reden; die Fäl-
       schungen des Machwerks sind bekannt. 14) Über "Marxismus. Die ge-
       scheiterte Philosophie unserer Epoche?", reden in vertrauter Bor-
       niertheit die  Leute vom rechtskonservativen "Studienzentrum Wei-
       kersheim". Dazu  wäre wenig  mehr zu sagen, als daß das Fragezei-
       chen im Thema Täuschung ist. Immerhin gibt es da die paradoxe An-
       merkung Rohrmosers:  "Die Geschichte hat die Marxsche Theorie be-
       stätigt, indem sie sie widerlegt hat". Und als politische Strate-
       gie wird  gefordert: "Wenn  die bürgerliche  CDU/FDP-Koalition in
       Bonn die  geistige Kraft  zu einer  (...) Wende  nicht aufbringt,
       wird sie  scheitern. Sie  wird scheitern, 1987 oder 1991, in wel-
       cher Form auch immer. (...) Es geht nicht darum, ob der Marxismus
       politisch gescheitert  ist (...)  Es geht vielmehr ausschließlich
       darum, ob der Marxismus seinen Anspruch, die herrschende Philoso-
       phie der  Epoche zu  sein,  noch  glaubwürdig  aufrecht  erhalten
       kann." 15)  Furcht und  Elend des Anti-Marxismus diktieren bemer-
       kenswert unsichere  Antworten, wozu  auch die  folgenden gehören:
       "In gewissem Sinne hat <der Marxismus> sich als  d i e  Ideologie
       des 20. Jahrhunderts erwiesen" bis zu "Und, tatsächlich, was kann
       heute der  Marxismus dem  Ausdruck christlichen Geistes in Kunst,
       Literatur, Wissenschaft  und Philosophie  gegenüberstellen, außer
       den Filmtricks von Sergei Eisenstein oder dem geistigen Masochis-
       mus von  Jean-Paul Sartre?".  16) Was könnte man über Konrad Löws
       "Die Lehre des Karl Marx" 17) mehr sagen, als der Autor, der Wis-
       senschaftlichkeit in  Anspruch nimmt  und, offensichtlich  seiner
       selbst nicht  sicher, dem Leser die Versicherung der Vollständig-
       keit der  Präsentation des  Werks gibt:  "Dafür verbürge ich mich
       ehrenwörtlich". (Ich könnte ihn da in der Einzelkritik schön aufs
       Kreuz legen, wie der Volksmund sagt, nur lohnt es sich bei diesem
       Herrn wirklich nicht.) Also: "Die Kritik an der materialistischen
       Dialektik ergibt:  1. Die  'Gesetze' sind  schlichte Behauptungen
       ohne jegliche  stichhaltige Beweise.  2. Was Engels an 'Beweisen'
       anbietet, ist  indiskutabel." Und:  "Angeblich mündet die Mensch-
       heitsgeschichte mit  absoluter Notwendigkeit  in den Sozialismus-
       Kommunismus. Warum  dann hartes Rudern im Dienste der Kommunisti-
       schen Partei,  wenn der  Strom der  Zeit ohnehin ins gelobte Land
       trägt? (...)  Aufweiche Weise  wird  der  Widerspruch  kaschiert?
       Durch geschicktes  Vermengen  der  Begriffe  'Notwendigkeit'  und
       'Gesetz'." Fazit:  "Es ist die Lebenslüge unseres Staates, daß er
       Marxisten, die  Marx ernst  nehmen, den  Eintritt in  den Staats-
       dienst verwehrt,  Marx selbst aber auf vielfältige Weise als Vor-
       bild verehrt." 18) Es könnte gemutmaßt werden, dies alles sei ge-
       wiß nicht repräsentativ. Hat nicht eine Ringvorlesung der Univer-
       sität München  Marx "geehrt"?  Heißt es  da nicht einleitend: "An
       der Gestalt von Karl Marx läßt sich gut  s t u d i e r e n,  wel-
       che verheerenden  Folgen einseitiges  Denken haben  kann? Noch so
       scharfsinnige Analysen  ohne die  Korrektur    i n t e g r a t i-
       v e n   Denkens widersprechen  dem Wesen  des Menschen und wirken
       sich nachteilig  aus." 19)  Wie  nicht-einseitig  wird  uns  Marx
       vorgestellt?   Alexander    Schwan   warnt    vor   dem   Wissen-
       schaftlichkeits-Eindruck des  Werks und unterstellt Marx verabso-
       lutiertes Harmonie-Streben  und schließt: "Wenn man absolute Har-
       monie unter  den Menschen und für die Menschen auf Erden schaffen
       will und  wenn man  sie sich  als totale Selbstverwirklichung und
       Emanzipation des  Menschen, als  vollständige Beherrschung  aller
       Lebensumstände vorstellt,  dann   m u ß   man sie    b e z w i n-
       g e n.   Diese Harmonie  gibt es nur durch Zwang, notfalls - seit
       Lenin -  mit allen  Mitteln." 20) H. Bürkle zeigt einen besonders
       historischen Zugriff  auf einen  Marx, der der Prophet hätte sein
       müssen, der  er nicht  sein wollte:  Die "Fiktion  der Marx'schen
       Theorie auf  die Geburtshelferrolle  der industriellen Revolution
       bestimmt nun  auch sein  Interesse an  den Zuständen in einzelnen
       Ländern der  Dritten Welt.  Überhaupt kann  man sagen:  Das Thema
       'Dritte Welt'  ist für  Karl Marx nur eine Randglosse"; was liegt
       nun bei  derart historisch  versiertem "Studium"  näher  als  das
       effektvolle Wort  vom "geistigen  Kolonialismus"? 21)  Karl  Graf
       Ballestrem  wendet   sich  gegen   die  neomarxistische  Trennung
       zwischen Marx und Engels: "Schon ist Marx gerettet und Engels er-
       scheint als Sündenbock. Warum muß Marx gerettet werden? Ohne Marx
       bleibt von  der theoretischen  Begründung des  Sozialismus  nicht
       viel übrig."  22) E. Schreiber teilt mit: "Wirkungsgeschichte ist
       anders als  monokausale Zuweisung  von Schuld. Weder trägt Wagner
       für Auschwitz  die Alleinschuld  noch Marx  die Alleinschuld  für
       Workuta. Aber  ausgemachte Sache  ist auch,  daß sich  Stalin mit
       Fingerzeigen auf  Marx allemal genauso hätte rechtfertigen können
       wie Hitler  mit dem Hinweis auf Wagner." 23) Es hat sich seit dem
       Kalten Krieg in der bürgerlichen Marx-Kritik trostlos wenig geän-
       dert.
       
       6. Zur Entwicklung marxistischer Theorie in der Bundesrepublik
       --------------------------------------------------------------
       
       Der Vorrang,  mit dem  hier über  Entwicklungen der   Marxismus -
       K r i t i k   berichtet wurde,  entspricht der  Bedeutung  dieser
       ideologischen Strömung  nach 1945.  Doch könnte  dies  ein  irre-
       führendes Bild  ergeben, würde  nicht auch  darauf aufmerksam ge-
       macht, daß sich in der Bundesrepublik unter schwierigen Bedingun-
       gen ernstzunehmende Formen des Marxismus herausgebildet haben. Da
       eine ausführliche  Darstellung am Beispiel der marxistischen Phi-
       losophie vorliegt,  können  hier  einige  abschließende  Hinweise
       (unter bewußtem  Verzicht auf die Nennung von Namen marxistischer
       Autoren) genügen.
       András Gedö  hat in  "Die materialistische Dialektik in Identität
       und Wandel.  Marginalien zur Situation und Entwicklung der marxi-
       stischen Philosophie  in einem kapitalistischen Land" 24) festge-
       stellt: "Die  Berücksichtigung der  Existenz und  des  Werdegangs
       marxistischen philosophischen  Denkens in  der BRD  verändert das
       Bild  der   intellektuellen  Verhältnisse.   Trotz  konservativer
       "Tendenzwende" entfaltet  sich der  Marxismus". 25)  Probleme, an
       denen er sich entwickelt hat, sind die Auseinandersetzung mit Po-
       sitivismus und  Lebensphilosophie, mit  Neomarxismus und  dem be-
       haupteten "Ende der Philosophie" im Marxismus, mit der "negativen
       Dialektik" Adornos  und der  "Frankfurter Schule"  insgesamt, mit
       der Ideologie  des "Dritten Weges" usf. Zugleich haben systemati-
       sche historische  Untersuchungen zur Geschichte der Arbeiterbewe-
       gung (z.B. in Marburg) und zur Wissenschaftsgeschichte des Sozia-
       lismus (vgl.  die 6  Bde. der in Bremen entstandenen "Studien zur
       Wissenschaftsgeschichte des  Sozialismus", 1978-1986) zeigen kön-
       nen, wie  sich marxistische Forschung verstetigt und eigenständi-
       ges Profil  gewinnt. Die  marxistischen Studien  zur  politischen
       Theorie, zu  Soziologie und  Gesellschaftsgeschichte, zur Rechts-
       und Staatstheorie,  zur  politischen  Ökonomie,  zu  Philosophie,
       Kunst und  Literatur belegen, wie Wissenschaftlichkeit und sozia-
       listische Orientierung zugleich möglich sind. Diese seit Ende der
       60er Jahre  sich verstärkenden  Entwicklungstendenzen wären frei-
       lich ohne Vorlauf nicht denkbar.
       Nach den  schweren Substanzverlusten  der deutschen  Marxisten in
       der Nazizeit,  angesichts aber  auch der verständlichen Tatsache,
       daß die  Hauptkräfte der  beiden Grundklassen ihr wichtigstes Po-
       tential in den sich herausbildenden beiden deutschen Staaten kon-
       zentrierten, hatten  es die  notwendig geschwächten marxistischen
       Kräfte in den drei Weistzonen schwer, ihre Position zu erkämpfen.
       Als Organe  standen ihnen vor allem "Wissen und Tat", die theore-
       tische Zeitschrift  der KPD  zur Verfügung,  nach dem  KPD-Verbot
       während einiger  Jahre das "Periodikum für wissenschaftlichen So-
       zialismus", dann  ab 1962/63  die Zeitschrift "Marxistische Blät-
       ter" und  später der  Verlag gleichen Namens. Eine größere Anzahl
       marxistischer Bildungsgemeinschaften,  aus denen  Ende  der  60er
       Jahre der Dachverband marxistischer Arbeiterbildung (MAB) hervor-
       ging, dann,  ebenfalls seit Ende der 60er Jahre, das Institut für
       Marxistische Studien  und Forschungen  (IMSF) weiteten diese Mög-
       lichkeiten quantitativ  und qualitativ  bedeutend aus. Von Anfang
       an seit der Befreiung wirkte die marxistische Literaturproduktion
       der sowjetischen  Besatzungszone, später der DDR, äußerst positiv
       auf die Entwicklung in der Bundesrepublik ein. Während des Kalten
       Krieges wurden  gegen Bundesbürger  Prozesse wegen  des  Besitzes
       oder Bezuges  solcher Werke  von Marx,  Engels, Lenin, Plechanow,
       Rosa Luxemburg  usw. geführt. Wesentliche Beiträge zur Herausbil-
       dung des heutigen Niveaus des Marxismus in der Bundesrepublik ha-
       ben kommunistische Wissenschaftler geleistet. Auch die Rolle wis-
       senschaftlicher Gesellschaften  wie z.B.  der Internationalen He-
       gel-Gesellschaft, ihre  Schriften zur Hegel-Forschung und zur Er-
       widerung der  Marxismus-Kritik hatten  aktiven Anteil an der Ver-
       breitung des Marxismus.
       
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       1) Karl Marx,  Nationalökonomie und  Philosophie, Köln und Berlin
       1950, mit einem Kommentar von Erich Thier.
       2) G.A. Wetter  SJ, Der  dialektische  Materialismus.  Seine  Ge-
       schichte und sein System in der Sowjetunion, Freiburg 1953. J. de
       Vries SJ.  Die Erkenntnistheorie des dialektischen Materialismus,
       München, Salzburg, Köln 1958. I. M. Bochenski, Der russische Dia-
       lektische Materialismus, München 1956. Neuerdings W. Brugger, Der
       dialektische Materialismus und die Frage nach Gott, München 1980.
       3) W. Theimer,  Der Marxismus.  Lehre, Wirkung,  Kritik,  München
       1957.
       4) C. Brockmöller,  Christentum  am  Morgen  des  Atomzeitalters,
       Frankfurt a.M. 1954.
       5) H. Gollwitzer hat eine große Anzahl Schriften zu unserem Thema
       verfaßt. Sie  sind zum  großen Teil  im Verlag  Christian Kaiser,
       München, erschienen.
       6) M. Reding, Marx und Thomas von Aquin, Antrittsvorlesung an der
       Universität Graz 1952.
       7) Vgl. Anm. 4.
       8) L. Landgrebe, Das Problem der Dialektik, in: Marxismusstudien,
       3. Folge, 1960, S. 59.
       9) J. Hommes, Der technische Eros, Freiburg 1954.
       10) G.A. Wetter  SJ, Philosophie  und Naturwissenschaften  in der
       Sowjetunion, Reinbek 1958.
       11) J.P. Sartre, in: Existentialismus und Marxismus. Eine Kontro-
       verse zwischen  Sartre, Garaudy,  Hyppolite,  Vigier  und  Orcel,
       hrsg. v. A. Schmidt, Frankfurt a.M. 1965.
       12) Vgl. H.G. Helms, Fetisch Revolution, insbes. das Kapitel Kri-
       tik der westdeutschen Marx/Engels-Ausgaben, Neuwied/Berlin 1969.
       13) J. Kardinal Döpfner, in: Herder-Korrespondenz 8/1976, S. 381.
       14) R. Diehl,  Wenn der  Berg kreißt.  Marx zur Ehrenrettung, in:
       Die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Nr. 7/1986.
       15) Studienzentrum Weikersheim  e.V. (Hg.),  Marxismus.  Die  ge-
       scheiterte Philosophie  unserer Epoche?  Mit  einem  Vorwort  von
       Prof. Dr.  Nikolaus Lobkowitz,  Präsident der  Kath.  Universität
       Eichstätt, Mainz 1985.
       16) Ebenda, S. 7, 78.
       17) K. Löw, Die Lehre des Karl Marx. Dokumentation - Kritik, Köln
       1982.
       18) Ebenda, S. 7, 74, 387.
       19) V. Schubert  (Hg.), Karl Marx (1818-1883). Eine Ringvorlesung
       der Universität München, St. Ottilien 1984, S. 9.
       20) Ebenda, S. 173 f.
       21) Ebenda, S. 212 f.
       22) Ebenda, S. 259. :
       23) Ebenda, S. 264.
       24) Dialektik, Nr. 11, Köln 1986, S. 163-187.
       25) Ebd., S. 165.
       

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