Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 13/1987


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       "NEUE TECHNIK" UND FRAUENARBEIT
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       Johanna Hund
       
       1. Voraussetzungen  - 2. Tendenzen - 3. Möglichkeiten - 4. Objek-
       tive Widersprüche - 5. Der subjektive Faktor
       
       Aus einer großangelegten Studie, gemeinsam mit dem Institut "Frau
       und Gesellschaft"  durchgeführt, veröffentlicht  die  Frauenzeit-
       schrift Brigitte:  58% der erwerbstätigen Frauen (in der Pro-Com-
       puter-Gruppe sind  es sogar  73%) glauben,  "daß der  Einsatz von
       Computern die  Arbeit erleichtere."  1) Schweben  diese Frauen in
       Wunschträumen? Denn gegenwärtig sind - nach eigener Angabe - erst
       5%, hin  und wieder 10%, an Arbeitsplätzen, die mit Neuer Technik
       ausgestattet sind,  tätig. 2) Gerade von daher aber rührt die Er-
       fahrung mit z.B. Bildschirmarbeit, an der über die Hälfte der Be-
       fragten -  also wesentlich mehr als die unmittelbar Betroffenen -
       gesundheitsgefährdende Risiken  kritisieren. Darüber  hinaus sind
       auch relativ  viele (36%)  um die Zukunft besorgt und bejahen die
       (irreführend vorgegebene) Vorstellung vom Computer als "Maschine,
       die Menschen arbeitslos macht". 3)
       Erstaunt  waren  die  Sozialwissenschaftlerinnen,  daß  zwar  die
       "positiven Erwartungen" überwiegen, gleichzeitig aber eine durch-
       aus "ambivalente  Einstellung gegenüber den Auswirkungen der Com-
       putertechnologie", 4)  die vor allem aus der Angst vor Arbeitslo-
       sigkeit herrührt, ausgeprägt ist. Aber wie sich entscheiden, wenn
       die Realität selbst sich so widersprüchlich zeigt?
       
       1. Voraussetzungen
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       In den  Einstellungen der Frauen zur neuen Technologie widerspie-
       geln sich,  fast "listig"  zutage tretend,  weil von den Untersu-
       chenden unbeabsichtigt,  zwei Seiten  ein und  derselben  gesell-
       schaftlichen Entwicklung: nämlich die der Produktivkräfte und die
       der kapitalistischen  Produktionsverhältnisse. Und in der Dialek-
       tik dieser beiden Seiten, d.h. in ihrer konkreten wechselseitigen
       Verschränkung liegt  auch unser  Problem, das es zu entfalten und
       zu diskutieren gilt.
       Wie Arbeitsplätze  technisch ausgerüstet  werden können, hängt im
       wesentlichen davon  ab, wie  fortgeschritten die  Instrumente und
       Verfahren der  Arbeit, also  die   P r o d u k t i v k r ä f t e,
       entwickelt sind.  Auch die  Qualifikationen, d. h. Wissen, Fähig-
       keiten und Können der Arbeitenden sind den Produktivkräften zuzu-
       rechnen und  genauso wichtig.  Einerseits entscheidet  das Niveau
       der Produktivkräfte  darüber, welche  Probleme gelöst werden kön-
       nen, z.B.  ob sich Arbeit erleichtern läßt, wie die Menschen sich
       selbst in ihren Fähigkeiten entfalten können. Andererseits befin-
       den sich  gerade die  Qualifikationen der  Arbeitskräfte  an  der
       Nahtstelle zwischen  Produktivkraftentwicklung und   P r o d u k-
       t i o n s v e r h ä l t n i s s e n,   und das  Kapital  versucht
       stets, über die konkrete Organisation der Arbeit (und über seinen
       Einfluß auf  das  Bildungs-  und  Ausbildungssystem)  sich  einer
       gesellschaftlich fortschrittlichen  Tendenz  der  Produktivkräfte
       entgegenzustellen.
       Um das Kapitalinteresse immer und auf allen Ebenen der Arbeitstä-
       tigkeit zu  realisieren, konnten sich die bürgerlich kapitalisti-
       schen Verhältnisse von Anbeginn auch die aus vergangenen Klassen-
       gesellschaften überkommene  uralte Diskriminierung der Frauen zu-
       nutze machen,  die darin bestand, daß sie mehrheitlich sowohl aus
       der handwerklichen  und gewerblichen  Produktion als auch aus dem
       öffentlichen  politischen   Leben  ausgeschlossen   waren.  Diese
       "Tradition" schlug  zu Buche, indem schon bei Ausbreitung der In-
       dustrialisierung Massen von Frauen unqualifiziert, wie sie waren,
       zu Billiglöhnen und zu menschenunwürdigen Bedingungen in die ein-
       fache Fabrikarbeit geschleust wurden.
       Nicht als  "Segen" einer neuen Technik, sondern nur als unerträg-
       liche Qual  und knechtende  Schinderei erlebten  sie ihre Arbeit.
       Jede handwerkliche  oder hauswirtschaftliche Nische, die das neue
       Fabriksystem übrig  ließ, erschien  als erstrebenswerte  Alterna-
       tive. Auch  damals schon  war Frauenerwerbsarbeit von einer tief-
       greifenden Ungleichbehandlung  der Frauen,  bloß weil sie weibli-
       chen Geschlechts waren, geprägt. Die allgemeine gesellschaftliche
       Diskriminierung setzt sich bruchlos in den Arbeitsbedingungen der
       Frauen fort,  und umgekehrt:  Die prägende  Erfahrung in  der Ar-
       beitssphäre schien/scheint  das gleiche auch ändern Orts zu legi-
       timieren. Als  damals mehr  und mehr  Maschinen die Handarbeit zu
       ersetzen begannen, schien es (wie heute) den Arbeitenden, daß die
       Maschinen (Computer) sie arbeitslos machen und nicht die Verhält-
       nisse, die deren Einsatz vorantrieben.
       
       2. Tendenzen
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       Natürlich veränderten  sich die  kapitalistischen Produktionsver-
       hältnisse im Laufe ihrer Geschichte und somit auch die Arbeitsbe-
       dingungen für  Frauen (vgl.  z. B.  Arbeits- und Mutterschutz-Be-
       stimmungen), wenngleich  sie nach wie vor prinzipiell unterprivi-
       legiert sind.  Im Resultat  waren und  sind  Veränderungen  immer
       sowohl ein  Nachgeben gegenüber den Forderungen der Arbeiter- und
       Frauenbewegung als  auch eine Anpassung an sich entwickelnde Pro-
       duktivkräfte (so  z.B. an  ein stets sich erhöhendes Qualifikati-
       onsniveau, das zu Buche schlägt als steigende Löhne = Reprodukti-
       onskosten; oder  an neue Formen der Arbeitsorganisation, die mehr
       Handlungsspielraum lassen), gerade weil es immer um die optimalen
       Verwertungsbedingungen des Kapitals geht, also darum, die Ausbeu-
       tungsverhältnisse aufrechtzuerhalten.
       Betrachten wir - etwas herausgesondert aus dem allgemeinen Zusam-
       menhang -  die Frauenerwerbsarbeit  heute: Je  weiter und breiter
       die neuen  Technologien (im  folgenden soll es sich um Informati-
       ons- und  Kommunikationstechnologien handeln)  eingesetzt werden,
       um so  deutlicher zeichnen sich zwei Tendenzen ab, deren Entwick-
       lungslinien geradezu  scherenartig auseinanderlaufen:  Zum  einen
       werden sich die Arbeitsmöglichkeiten für Frauen weiter gravierend
       schmälern, verbliebe  die Entwicklung dem Kapitalinteresse allein
       untergeordnet; zum  anderen sind nahezu in allen Arbeitsbereichen
       neue Arbeitsweisen  und Arbeitsabläufe möglich, die von der Sache
       her eine  geschlechtsspezifische Arbeitsteilung  zwischen  Frauen
       und Männern  immer weniger  rechtfertigen. Dennoch, eine mögliche
       gleichberechtigte Integration  von Frauen wird sich nicht so ohne
       weiteres realisieren  lassen. Solange reibungslose Arbeitsabläufe
       garantiert sind, wird das Kapital immer versucht sein, periphere,
       um  Kernarbeitsprozesse   herumgruppierte,  einfache  Tätigkeiten
       herauszulösen,    um     hierfür    billige    nichtqualifizierte
       (Teilzeit-)Arbeitskräfte, in der Regel Frauen, anzuheuern.
       Mit anderen  Worten: Stärker  als Männer  sind Frauen gegenwärtig
       (zusammen mit ausländischen Arbeitenden) von der ökonomischen und
       sozialen Krise  des Kapitalismus betroffen. Dies nimmt seinen An-
       fang in  der Angst erzeugenden, ständig wachsenden Frauenarbeits-
       losigkeit (10,5%  1986; einschließlich  "stiller  Reserve"  liegt
       ihre Erwerbslosenquote  sogar bei 16%, in absoluten Zahlen insge-
       samt etwa  1,6 Mio arbeitslose Frauen) 5); sie gerät nicht selten
       zur bloßen  Vorstufe von Sozialhilfe, die ihrerseits an die Gren-
       zen von  oder direkt  in die  Armut führt.  6) Mehr noch, neu ist
       auch, daß  nunmehr zusätzlich zu den üblichen arbeitsinhaltlichen
       Zuschnitten, wodurch  den Frauen  in der  Regel die ausführenden,
       einfachen Routinetätigkeiten  zugeteilt werden,  die  allgemeinen
       Bedingungen der Arbeit sich zunehmend geschlechtsspezifisch pola-
       risieren. Denn  über 90%  der Teilzeitbeschäftigten  sind Frauen.
       Was gepriesen  wird als  Chance, Frauen  einen Wiedereintritt ins
       Erwerbsleben zu  ermöglichen, ist keine Emanzipation zur ökonomi-
       schen und  sozialen Selbständigkeit.  "Teilzeit ist  ... nach wie
       vor wesentlich  Erwerbsarbeit von  Ehefrauen. (...) Mehr als vier
       Fünftel (83  Prozent) der  teilzeitbeschäftigten Frauen sind ver-
       heiratet. (...)  Entsprechend leben  Teilzeitbeschäftigte zu über
       90 Prozent in Mehrpersonenhaushalten. (...) Doppelt so häufig wie
       bei den  vollzeitbeschäftigten Frauen  (26 Prozent)  gibt  es  im
       Haushalt von teilzeitbeschäftigten Frauen (48 Prozent) gleichzei-
       tig Kinder unter 16 Jahren." 7)
       Verglichen mit  Frauen, die  vollzeitbeschäftigt sind, kumulieren
       bei Teilzeitbeschäftigten  alle Umstände  in  negativer  Tendenz:
       Weil diese Frauen mehrheitlich im Handels- und Dienstleistungsbe-
       reich arbeiten,  sind sie  konfrontiert mit den dort herrschenden
       Beschäftigungs- und Entlohnungsbedingungen, d.h. insbesondere als
       Teilzeitkräfte werden  sie konzentriert  für einfach(st)e Verwal-
       tungstätigkeiten und Dienstleistungen eingesetzt; die meisten von
       ihnen sind  als un- bzw. angelernte Arbeitskräfte tätig. Folglich
       sind die  Arbeitsplätze von  niedrigem Qualifikationsniveau.  Das
       Gefalle im Ausbildungsniveau ist, verglichen mit vollzeitbeschäf-
       tigten Frauen,  gravierend. Auffallend  auch die Beschäftigung in
       Klein- bzw.  Kleinstbetrieben. Teilzeitkräfte  sind zu 41%, soge-
       nannte geringfügig  Beschäftigte sogar zu 51% in Kleinstbetrieben
       mit weniger  als 20  Arbeitskräften tätig. 8) Und schließlich die
       Löhne: Knapp  80% erhalten  monatlich weniger  als 1000 DM netto;
       jede dritte Teilzeitbeschäftigte sogar weniger als 540 DM. 9)
       "Teilzeitarbeit hat in unserer Gesellschaft bei vielen immer noch
       kein sonderlich  gutes Image. Vielleicht liegt das einfach daran,
       daß der Begriff unglücklich gewählt ist. Wer will schon nur einen
       Teil und  nicht ganze  Arbeit leisten?"  So lamentiert  Bundesar-
       beitsminister Blüm. 10)
       In Wirklichkeit  verbirgt sich  hinter der wohlklingenden Fassade
       einer Chance zum Wiedereintritt ins Berufsleben (übrigens gehören
       18% der  Teilzeitbeschäftigten der  Altersgruppe bis zu 30 Jahren
       an!) oder  eines Angebots  zur individuellen Zeitsouveränität ein
       schonungsloser Feldzug  des Kapitals  gegen  die  Interessen  der
       Lohnabhängigen, um  insbesondere die  rechtlichen  Absicherungen,
       die sie  sich mit  ihren Gewerkschaften erkämpfen konnten, zu de-
       montieren. Die  Flexibilisierung von  Arbeitszeiten bedeutet, daß
       die Unternehmer  souverän über  (kürzere) Arbeitszeiten  verfügen
       (wollen). Die extremsten bisher praktizierten Formen sind kapazi-
       tätsorientierte variable Arbeitszeiten (Kapovaz) im Einzelhandel.
       In abgewandelter  Form werden sie jetzt auch bei Vollzeitbeschäf-
       tigten und  in der  Produktion eingeführt, um "flexibel" zwischen
       sogenannten Stoßzeiten  und Flauten für das Kapital rentabel jon-
       glieren zu  können, ohne  sich auf eine Arbeitszeitverkürzung mit
       Lohnausgleich tariflich  festlegen zu  lassen. All dies sind auch
       Formen der  Verdichtung von  Arbeitsprozessen, wie  sie  für  die
       Phase einer  intensiv erweiterten  Reproduktion des  Kapitals ty-
       pisch sind,  denn diese Phase ist nicht nur durch ständiges Revo-
       lutionieren  der   Produktionstechnologie  gekennzeichnet.  Unge-
       schützte Arbeitsverhältnisse,  solche ohne jeglichen Sozialversi-
       cherungs- und  Arbeitslosenschutz sowie tarifvertragliche Ansprü-
       che, die  sogenannte geringfügig  oder unregelmäßig  beschäftigte
       weibliche und / oder ausländische Teilzeitkräfte eingehen müssen,
       sind die nackten und rigorosesten Ausbeutungsverhältnisse unserer
       Tage. Schon wird versucht, weiteres Terrain zu erobern, wie z. B.
       mit dem von der baden-württembergischen Landesregierung ins Leben
       gesetzten Modellversuch  "Dezentrale Arbeitsplätze  durch Einsatz
       von Teletex",  d.h. Heimarbeit.  Immer noch sehen verhältnismäßig
       viele Frauen  in Teleheimarbeit "eine gute Möglichkeit für Frauen
       mit kleinen Kindern, Erwerbsarbeit und Familienaufgaben miteinan-
       der zu  verbinden", z.B. von den ganz jungen (14- bis 19jährigen)
       56%, den  erwerbstätigen 50%  und den  befragten Frauen insgesamt
       44%. 11)
       "Bislang gibt  es in der Bundesrepublik vermutlich nicht mehr als
       1000 Tele-Heimarbeitsplätze  (präzise Angaben  sind nicht verfüg-
       bar). Die  Gefahr liegt  jedoch darin, daß sich diese Zahl in dem
       Maße schnell  erhöhen kann,  wie sich  eine derartige Arbeitsform
       für die  Betriebe als  interessant erweist.  Das könnte  dann der
       Fall sein,  wenn in  größerem Umfang  der Raum- und Gebäudebedarf
       sinkt, Leer- und Wartezeiten reduziert werden und in wirtschafts-
       schwachen Gebieten  niedrige Löhne  ausgehandelt werden  können."
       12) Zu  Recht wird  in der Brigitte-Studie die hohe Zustimmung zu
       Tele-Heimarbeit als  "eine gefährliche  Illusion" 13)  der Frauen
       interpretiert.
       
       3. Möglichkeiten
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       Und doch  stellt sich hierin nur die eine Seite gegenwärtiger ge-
       sellschaftlicher Realität  dar, in  ihrer Totalität  ist sie  zu-
       tiefst widersprüchlich. Denn auf der anderen Seite entstehen auch
       günstigere Voraussetzungen  als je  zuvor für ein annähernd selb-
       ständiges und  wenigstens gleichberechtigtes  Dasein von  Frauen.
       Sie zu  erkennen fällt  schwer, gerade weil das Erscheinungsbild,
       insbesondere was die soziale und ökonomische Situation von Frauen
       anbetrifft, sich  alles andere  als optimistisch  ausnimmt.  Aber
       nicht nur die negativen (nur scheinbar unmittelbar durch die Neue
       Technologie verursachten), sondern auch die positiven Möglichkei-
       ten sind  in den  sich Bahn brechenden Informations- und Kommuni-
       kationstechnologien, ihren  spezifischen Veränderungen  der  men-
       schlichen Arbeitstätigkeit  und den neuen Anforderungen an Quali-
       fikation zu suchen.
       Zwei - offensichtlich etwas verborgene - Entwicklungslinien wären
       hier herauszuheben;  in ihrer  Gänze realisiert, würden auch ihre
       fortschrittlichen Möglichkeiten,  gesellschaftliche  Probleme  zu
       bewältigen, und  ihr nützlicher  Zweck, menschlicher Arbeit dien-
       lich zu sein, zum Tragen kommen.
       Erstens werden es neue, anders strukturierte Arbeitsinhalte sein,
       die auch Frauen die Chance bieten - wenn es ihnen gelingt, im Er-
       werbsleben zu  bleiben -,  qualifizierte Arbeitstätigkeiten  aus-
       zuüben. Und  gleichzeitig verändert  sich das Verhältnis der Men-
       schen zu  Produktionsmaschinen und Produktionsanlagen, ebenso wie
       z.B. zu  Buchungs- und selbst Schreibmaschinen im Büro. Lückenbü-
       ßer im  sonst selbsttätig  sich bewegenden  System oder Anhängsel
       einer lediglich  zu bedienenden  Maschine müssen  nicht mehr Men-
       schen (vielfach Frauen) sein, sondern die elektronische Steuerung
       läßt Lücken  und Bedienung entfallen. "Die Arbeit erscheint nicht
       mehr so  sehr als  in den  Produktionsprozeß eingeschlossen,  als
       sich der  Mensch vielmehr als Wächter und Regulator zum Produkti-
       onsprozeß selbst verhält." 14)
       Zweitens  realisiert  sich  gegenwärtig  gleichzeitig  mit  einer
       "Erleichterung der  Arbeit" geradezu  schubartig das  Gesetz  der
       Ökonomie der  Zeit, eine  letztendlich die  Existenz eines  jeden
       Menschen elementar  berührende, historische  Entwicklung der Pro-
       duktivkräfte:  Arbeitswerkzeuge  und  Produktionsmethoden  werden
       ständig weiterentwickelt  und produktiver gestaltet, wodurch sich
       die gesellschaftlich  durchschnittlich notwendige Arbeitszeit für
       "die Produktion  und Reproduktion  des unmittelbaren Lebens (...)
       ... die  Erzeugung von  Lebensmitteln, von  Gegenständen der Nah-
       rung, Kleidung,  Wohnung und  den  dazu  erforderlichen  Werkzeu-
       gen..." 15)  verkürzt. Den  Kapitalinteressen und nicht denen der
       Arbeitenden dienend, entartet die freiwerdende Zeit in Arbeitslo-
       sigkeit.
       Mit anderen Worten: Neue  Arbeits i n h a l t e  bedeuten vor al-
       lem, daß bisher arbeitsteilig getrennte Tätigkeiten wieder zusam-
       mengeführt werden. Zusätzlich fallen stupide Routinearbeiten weg,
       weil sie  über elektronische Datenverarbeitung schneller, fehler-
       frei und  in nahezu  endloser Menge, vielfach noch kombiniert mit
       anderen Daten, abgewickelt werden können. Also werden die für den
       Menschen verbleibenden  Arbeitsinhalte im wesentlichen aus nicht-
       standardisierbaren, problemlösenden  und  umfassenderen  Aufgaben
       mit größerer  Autonomie und  Verantwortung bestehen. Hierfür sind
       inzwischen bereits Bezeichnungen wie "Rundumsachbearbeitung" z.B.
       für  Verwaltungsund  kaufmännische  Tätigkeiten  entstanden,  die
       diese Entwicklung  andeuten. Auf  ähnliche Veränderungen verweist
       die Forderung der Gewerkschaften nach "Mischarbeitsplätzen" dort,
       wo Textverarbeitungssysteme  (eingeschlossen Textautomaten)  oder
       Bildschirmarbeitsplätze zur  Datenersteingabe eingerichtet werden
       sollen.
       Längst ließen  sich die  Schwerpunkte eines Arbeitsplatzes "umge-
       wichten":  Sekretariatstätigkeit   wäre  zu  ergänzen  mit  einem
       Textverarbeitungssystem. Vor  allem "entmischte" reine Schreibar-
       beitsplätze werden  von der  Entwicklung überholt,  weil Schreib-
       "gut"herstellung -  einfache standardisierbare Routinearbeiten im
       Büro -  sich ohne  weiteres automatisieren  läßt. In/wischen sind
       Textautomaten, bestehend  aus  vorgefertigten  Textbausteinen  zu
       allen anfallenden  Standardtexten (z.B.  für Korrespondenz,  Mah-
       nungen, Ein-  und  Ausgangsbestätigungen,  Reklame  und  Angebote
       usw.), entwickelt  worden; die  Bausteine lassen  sich  natürlich
       auch in  Fremdsprachen anfertigen;  Adressen können  gespeichert,
       Kontoauszüge eingesetzt  werden. Jedem  Baustein ist  ein  kurzer
       Code zugeordnet  zur Bedienung  des Automaten.  Insofern wäre ein
       Textautomat  für   die  anfallenden   "Schreibarbeiten"  in  eine
       Sachbearbeitungs- oder  Sekretariatstätigkeit zu  integrieren und
       nicht umgekehrt  herauszulösen, um einen auf bloße Textautomaten-
       bedienung beschränkten Arbeitsplatz zu gestalten.
       "Zu den  expandierenden Aufgabenfeldern zählen" u.a. "integrierte
       Sach-/Antragsbearbeitung." 16) In einer von Prognos vorgenommenen
       Trendanalyse wird  bis zum  Jahre 2000  eine  Steigerung  von  19
       Prozent ermittelt.  17) Natürlich  wird es  an jedem Arbeitsplatz
       einen Rest  Routine geben,  aber "die  Tätigkeiten bleiben  nicht
       dieselben, bringt  man sie  in einen  anderen Zusammenhang"; "die
       grundsätzlich andere  Bedeutung, die  einzelne Handlungsvollzüge"
       haben, richtet  sich "je  nach der  Struktur der Gesamthandlung."
       18)
       "Der neue  Trend heißt Vernetzung und Integration. (...) Informa-
       tionstechnik und  die modernen  Kommunikations- und  Nachrichten-
       techniken (wachsen) zusammen. (...) Im Büro werden die Funktionen
       von Schreibmaschine, Computer und Telefon verbunden. Die Vielzahl
       der vorhandenen elektronischen Geräte wird miteinander verknüpft.
       In der  Fabrik reichen  die Automatisierungsschritte von der Kon-
       struktionszeichnung bis  zur Steuerung  der Fertigung und der Zu-
       lieferung." 19)  So ohne  weiteres  werden  sich  entmischte  Ar-
       beitsplätze alten  Stils, wenn die materiell-technischen Anforde-
       rungen dem entgegenstehen, nicht mehr aufrechterhalten lassen.
       Das veränderte  V e r h ä l t n i s  der Menschen zu den Arbeits-
       mitteln oder  die veränderte   S t e l l u n g  i m  P r o d u k-
       t i o n s p r o z e ß    erscheint  im  Prinzip  darin,  daß  die
       Arbeitsmittel (Maschinen,  Anlagen und  Prozesse), einmal selbst-
       tätig funktionierend,  nunmehr wieder  zu tatsächlichen Hilfsmit-
       teln menschlicher Arbeitskraft werden könnten, auf "Befehl", nach
       vom  Menschen   entworfenem  Programm   in  Gang   gesetzt.  Marx
       charakterisiert die  mechanisierte Fabrikarbeit,  deren extremste
       Form weibliche  Akkordarbeit  an  Fließbändern  war  (ist),  noch
       folgendermaßen: "In  Manufaktur und  Handwerk  bedient  sich  der
       Arbeiter des Werkzeugs, in der Fabrik dient er der Maschine. Dort
       geht von ihm die Bewegung des Arbeitsmittels aus, dessen Bewegung
       er hier  zu folgen hat. In der Manufaktur bilden die Arbeiter die
       Glieder eines lebendigen Mechanismus. In der Fabrik existiert ein
       toter Mechanismus  unabhängig von  ihnen, und  sie werden ihm als
       lebendige Anhängsel einverleibt." 20) Die gegenwärtige qualitativ
       neue Entwicklungsstufe  der Produktivkräfte  mit der Möglichkeit,
       Steuerung, Regelung,  Optimierung ganzer Prozesse zu automatisie-
       ren, besteht  darin, daß  sich der Mensch aus der knechtenden Um-
       klammerung des Maschinenmechanismus wieder befreien kann.
       Konstruieren, Programmieren  und Überwachen sind der menschlichen
       Arbeitskraft adäquate  Aufgaben, weil  sie  kreative,  problemlö-
       sende, nur  dem Menschen  eigene Fähigkeiten fordern und aktivie-
       ren. Inwieweit sich diese Fähigkeiten werden massenhaft entfalten
       können, unter  den Bedingungen  der Lohnabhängigkeit und bei Aus-
       schluß von der Zweckbestimmung der Arbeit, bleibt fraglich. Schon
       glaubt das  Kapital, lediglich auf eine High-Tech-Elite setzen zu
       können. Aber selbst da zeigen sich die Widersprüche: Z.B. drohten
       hochqualifizierte Arbeitskräfte  der Deutschen  Bank bei Arbeits-
       kämpfen im  diesjährigen Rekordjahr  der Gewinne:  "'Wenn wir den
       Kasten da  oben dichtmachen,  dann läuft draußen nichts mehr. Wir
       können das  ganze empfindlich  stören, wenn wir nur wollen', sagt
       einer, der  'den Kasten  da', eines von drei Gebietsrechenzentren
       der Deutschen  Bank im Bundesgebiet, täglich mit knapp 100 weite-
       ren Kollegen  überwacht und  bedient, ein  Master Terminal Opera-
       tor". 21)
       Schließlich beobachten wir die  V e r k ü r z u n g  n o t w e n-
       d i g e r   A r b e i t s z e i t.   An fast  jedem  Arbeitsplatz
       springt den  dort Tätigen täglich sichtbar ins Auge, wieviel mehr
       in kürzerer  Zeit (mit  weniger Arbeitskräften) herzustellen / zu
       bearbeiten ist.  Wenn es  gelänge, daß  dieser objektiv erreichte
       Fortschritt   sich   auch   in   täglich   kürzerer   Arbeitszeit
       niederschlüge, wäre  es ein  enormer Gewinn für jeden arbeitenden
       Menschen, wäre  die Folge  weniger Verschleiß  von Gesundheit und
       Psyche, mehr  Freizeit für  Muße und  Kultur; wäre es ein Meilen-
       stein auf  dem Weg  zur gleichmäßigen Verteilung von Kindererzie-
       hung und Hausarbeit; käme dies gerade den Bedürfnissen und Inter-
       essen von Frauen entgegen. Während umgekehrt Arbeitslosigkeit und
       Teilzeitarbeit auf  der einen,  Überstunden  und  Ausweitung  von
       Schichtarbeit auf  der anderen  Seite das Ungleichgewicht von Er-
       werbsarbeit und  Hausarbeit zwischen Frauen und Männern weiterhin
       festschreiben. Dem  Kapital geht  es immer  um möglichst günstige
       Aneignungsraten von  Mehrwert (auch  bei Teilzeit  ist die  Mehr-
       wertrate günstig,  eben weil  die Produktivität  der eingesetzten
       Technik so  enorm gestiegen ist), während seine parlamentarischen
       Vertreter von  Blüm bis  Süßmuth von Gleichberechtigung und Part-
       nerschaft faseln. 22)
       
       4. Objektive Widersprüche
       -------------------------
       
       Welches sind nun die spezifischen Elemente gegenwärtiger Verände-
       rungen, die  sich für  Frauen fortschrittlich  auswirken könnten?
       Wir können  zwei sich  zeitlich teilweise überlappende Phasen der
       Automatisierung als Resultat angewendeter mikroelektronischer In-
       formationstechnologien unterscheiden:  Wurden im  ersten  prakti-
       schen Anlauf vorwiegend Prozesse der unmittelbar materiellen Pro-
       duktion automatisiert  - es  entstanden die  großen Meßwarten als
       einzig sichtbare  Kontrollstationen -,  so konzentriert  sich der
       zweite Schub  auf nahezu  alle darum  gruppierten Bereiche:  z.B.
       Verwaltungen, Informationsund  Kommunikationszentralen, Lagerhal-
       tung; von  Produktionsvorbereitung über  Labors bis  hin zu  For-
       schung und  Entwicklung. Wurde im Bereich der materiellen Produk-
       tion die  verkrustete Arbeitsteilung  zwischen manueller und gei-
       stiger Arbeit aufgebrochen, so werden künftig auch die starr von-
       einander abgeschotteten  hierarchischen  arbeitsorganisatorischen
       Zuschnitte geistiger  Tätigkeit in  Büros und  Verwaltungen  sich
       eher hemmend  als förderlich erweisen. Alle routinemäßigen, stan-
       dardisierbaren (manuellen  oder intellektuellen)  Arbeitsverrich-
       tungen, in  der vorautomatischen  Produktionsstufe  nach  Taylor-
       schen Prinzipien  23) der  Arbeitsteilung in  kleinste  Einheiten
       zerlegt,  sind  praktisch  über  elektronische  Datenverarbeitung
       (EDV) automatisierbar.
       Routinemäßige, sich  ständig wiederholende,  auf bloße Handgriffe
       vereinfachte Tätigkeit  war  charakteristisches  Erscheinungsbild
       der noch nicht elektronisch automatisierten, sondern mechanisier-
       ten Massenproduktion.  Mit Ausnahme von stoffumwandelnden Prozes-
       sen wie z.B. Stahl- oder Chemieproduktion, wo schwere körperliche
       und/oder stark  gesundheitsgefährdende Arbeit vorherrschte, waren
       entweder Maschinen zu bedienen oder Teile an Fließbändern zu mon-
       tieren. In  hohem Maße  war dies Frauenarbeit. 24) Auch Büro- und
       Verwaltungsarbeiten sind,  je weiter sie expandierten, desto mehr
       wie materielle  Fertigungsprozesse zergliedert,  auf  einfachste,
       sich ständig  gleichbleibende Standardtätigkeiten  reduziert wor-
       den. Sogenannte  Schreibpools sind  nichts anderes als die Fließ-
       bänder der Büros.
       An dieser Flanke der  A r b e i t s o r g a n i s a t i o n  wer-
       den durch  die veränderten  stofflichen Bedingungen,  d.h.  durch
       eingesetzte Informations-  und Kommunikationstechnologie, dem Ka-
       pital neue  Grenzen gesetzt.  Eine Taylorisierung alten Stils ist
       aus zwei  Gründen überholt: 1. weil z.B. einfachste Verrichtungen
       auf der  untersten Stufe  der Fertigungspyramide  nicht mehr exi-
       stieren -  leicht vorstellbar  am Beispiel  heutiger und früherer
       Uhrenherstellung. Wurden  früher zahllose (oft über 100) Teilchen
       zu einem  komplizierten Mechanismus  zusammenmontiert, so  werden
       heute in  eine Quarzuhr  lediglich ein oder zwei Chips eingebaut.
       2. lassen  Reichweite und vielseitig verknüpfte Breite der Tätig-
       keiten nicht  mehr so  ohne weiteres  deren Zerstückelung zu. Wir
       müssen uns  immer wieder das Prinzip technischer Informationsver-
       arbeitung -  Daten aufnehmen, in Beziehung zueinander bringen und
       Befehle ausgeben  als ein  blitzschnell ablaufender Arbeitsgang -
       vergegenwärtigen, im  Gegensatz zu menschlicher Arbeitstätigkeit,
       die sowohl  nach Produktionsstufen  als auch  in sich, weil so am
       schnellsten erlernbar und produktiver, zu zergliedern war.
       Die Arbeit  einer Bekleidungsschneiderin  mit technischer Zusatz-
       ausbildung am  Bildschirmgerät sieht heute so aus: "Mit einer Art
       elektronischem Steuerknüppel  ...  fährt  sie  auf  einem  weißen
       'Tablet' unterhalb  ihres Terminals hin und her, dabei schaut sie
       unentwegt auf  den grün flimmernden Bildschirm. Dort 'bewegt' sie
       nämlich analog einen kleinen Lichtpfeil und schiebt damit Symbole
       für Jackenärmel,  Kragen, Vorder-  und Rückenteile  in eine durch
       zwei Parallelen  im unteren Bildteil gekennzeichnete 'Stoffbahn',
       dreht und wendet sie darin solange hin und her, bis sie möglichst
       eng an  dem Teil sitzen, das sie vorhin schon 'hereingeholt' hat.
       Das sieht  aus wie ein Videospiel, ist aber harte Arbeit. Denn so
       'errechnet' sie  - ohne wirklich zu rechnen - die optimale Stoff-
       bahnausnutzung. Ist  eine Stoffbahn 'voll', wird das Ergebnis als
       große Computerzeichnung  ausgedruckt, die  als Vorlage  dient für
       die Arbeit im Zuschneidesaal." 25)
       Nur: Müßte  sie, wozu  sie heute noch gezwungen wird, ausschließ-
       lich diese  Arbeit und dann noch unbedingt 8 Stunden lang machen?
       Wäre nicht  der "grünflimmernde  Bildschirm" aus  dem Verkehr  zu
       ziehen (längst sind technisch bessere Bildschirme entwickelt wor-
       den)?
       Wie diese  neue Arbeitstätigkeit erlebt und beschrieben wird, ist
       in doppelter Hinsicht typisch, denn einerseits überwiegen die ne-
       gativen Erfahrungen  - hohe  Konzentration (sie - 'errechnet' ...
       die optimale  Stoffbahnausnutzung" nicht  nur für  ein Kleidungs-
       stück, sondern  eine ganze  Serie) während  der   g e s a m t e n
       Arbeitszeit bei  ständig flimmerndem  Bildschirm. Belastungen, ob
       sie nun  einen zeitlich  kleinen Raum  einnehmen oder während der
       ganzen Arbeitszeit  vorhanden sind, beeinträchtigen den Arbeiten-
       den faktisch  in irgendeiner  Form physisch  oder psychisch immer
       und bestimmen  damit auch  sein Urteil über die Arbeitstätigkeit.
       Andererseits scheinen  die positiven  Veränderungen eher "von au-
       ßen", lediglich  in der Betrachtung sichtbar zu werden. Zuschnei-
       den nach  der alten Methode, insbesondere qualifizierte Tätigkeit
       wie optimale Disposition einzelner Teile auf den Stoffbahnen, ge-
       hörte zu  den wenigen  Bastionen männlicher  Arbeitskräfte in der
       Bekleidungsindustrie; 26)  Tätigkeiten, bei denen eine berufliche
       Ausbildung (3  Jahre Lehre)  vorausgesetzt wurde/wird  und die zu
       den am  höchsten bezahlten  Tätigkeiten (Facharbeit) im gewerbli-
       chen Bereich  der Bekleidungsindustrie  zählten. Den  angelernten
       weiblichen Arbeitskräften  im Zuschneidebereich  wurden einfache,
       stark zerstückelte subalterne Arbeiten zugeteilt, z. B. nur Ärmel
       oder nur  Kragen (u.U. auch davon nur Teile) zuzuschneiden. Diese
       auf kleinste  Teile reduzierte,  repetitive Zuschneidearbeit  ist
       inzwischen automatisierbar,  ihre Vorbereitung  wird  computerge-
       steuert - wie im Beispiel beschrieben - optimal 27) abgewickelt.
       Ein anderes  Beispiel, der  Bericht einer  Buchhalterin bei einer
       Computerfirma: "'Früher  mußte ich  immer, wenn jemand anrief und
       mich nach  irgendwelchen Daten  fragte (Wieviel  Urlaub vom alten
       Jahr habe  ich noch?  oder so), mühsam in meiner Kartei herumwüh-
       len. Mit stupider Arbeit wie Listenschreiben und -vergleichen war
       ich mehr  ausgelastet als  mit meiner eigentlichen Aufgabe. Jetzt
       ist alles,  was ich  vorher hier machen mußte', sie tippt sich an
       die Stirn,  'da drin',  ein Klaps für ihren Terminal. 'Heute habe
       ich mehr Zeit und Ruhe, die Anfragen der Leute zu beantworten ...
       Ein paar  Tasten getippt - schon kann ich die Zahl vom Bildschirm
       ablesen.'" 28)
       In einem  fiktiven Experiment  zur Arbeitsorganisation  mit neuer
       Bürotechnik, in  dem die  Frauen über  die Zeitersparnis  autonom
       verfügen, nicht zusätzliche Aufträge hereinnehmen, sondern Kaffee
       trinken, miteinander  reden, lesen,  auch mal  mit dem einen oder
       anderen Kind  - die Kinder werden im Nebenraum betreut - etwas zu
       tun haben,  werden Arbeiten  mit einem Textautomaten beschrieben.
       Maria berichtete gerade eintreffenden Kolleginnen: "Sie habe noch
       den gestrigen  Rundbrief adressiert;  er werde gerade ausgedruckt
       ... und  deutete auf  eine Glastür,  hinter der man sehen konnte,
       wie eine Druckstation arbeitete und zeilenweise die geschriebenen
       Briefe vorschob.  Außerdem habe  sie die  Sonderüberweisungen ge-
       schrieben ...  Für Sonderüberweisungen  mußten die Auftragsformu-
       lare früher  immer mit  der Schreibmaschine ausgefüllt werden ...
       Aber jetzt  benutzten sie  dafür die neuen Apparate, und das ging
       etwa doppelt  so schnell.  Zum Beispiel schrieb der Automat selb-
       ständig den  Namen und  die Anschrift der Empfängerbank, wenn man
       nur die  Bankleitzahl eintippte,  und außerdem  brauchte man sich
       nicht mehr  um die  Formularfelder zu kümmern. Die suchte die Ma-
       schine ebenfalls  automatisch auf. Und das sei im übrigen nur ei-
       ner von  vielen Bereichen,  in denen  die Arbeit jetzt wesentlich
       schneller und leichter erledigt werden könne." 29)
       Bei diesem  konstruierten Experiment ("Die Geschichte von der In-
       sel") wird  der Zusammenhang  zwischen neuer  Bürotechnik und Ar-
       beitsorganisation herausgearbeitet,  auf den  es entscheidend an-
       kommt, wenn  der Fortschritt  neuer Technologie  auch  als  fort-
       schrittlich für die Arbeitenden erfahrbar sein soll.
       Ein Resümee  dieser Beispiele  wäre: Ob  und wie  die Arbeit  mit
       neuer Technologie  als Fortschritt oder als Streß unter neuen Be-
       dingungen erfahren wird, hängt entscheidend von der konkreten Ar-
       beitsorganisation ab,  und zwar um so stärker, je mehr die Daten-
       techniken tatsächlich  als "Hilfsmittel", menschlicher Arbeit le-
       diglich assistierendes  Gerät, benutzt  werden. Hierin  liegt der
       tiefere Sinn  der gewerkschaftlichen  Forderung,  die  Arbeit  am
       (sollte heißen:  mit dem)  Bildschirm müsse  auf ein "Minimum be-
       schränkt werden,  also keine Arbeitsplätze mit Arbeiten, die aus-
       schließlich in Bedienung von Textautomaten, Bildschirmen u.ä. be-
       stehen, sondern  integrierte Mischarbeitsplätze.  Zu lange hatten
       sich die  Gewerkschaften vorwiegend  auf die ergonomische Gestal-
       tung von  "Bildschirmarbeitsplätzen" beschränkt;  "dadurch  wurde
       der Frage  nach den Folgen des Bildschirmeinsatzes auf Kommunika-
       tions- und  Arbeitsstrukturen sowie auf Qualifikationsanforderun-
       gen keine  ausreichende Aufmerksamkeit  zuteil. Heute wissen wir,
       daß eine humane Arbeitsgestaltung mit dem Ziel des Abbaus von Be-
       lastungen, der  Sicherung und Erweiterung von Qualifikationen so-
       wie der  Gewährleistung individueller und gruppenbezogener Dispo-
       sitionsmöglichkeiten bei  Bildschirmarbeit nur  im  Rahmen  inte-
       grierter Mischarbeit zu verwirklichen ist." 30)
       Und noch eins. Wenn ein typisches Merkmal von Informations-, Kom-
       munikationstechnologie deren universelle Einsatzmöglichkeit ist -
       keine nur  denkbare menschliche  Arbeit, wie immer sie ausgeführt
       wurde /  wird, läßt  sich ohne einen geistigen Anteil an Informa-
       tion und  Steuerung, wenn auch nur minimalen Ausmaßes, vorstellen
       -, so  werden folgerichtig  die Tätigkeiten einander angeglichen,
       nivelliert. So  z.B. die  Tätigkeiten der  oben beschriebenen Be-
       kleidungsschneiderin und  die einer technischen Zeichnerin an ei-
       nem CAD-Gerät,  31) oder  mit anderen  Worten: "Nivelliert werden
       auch unterschiedliche  Berufsbereiche:  Eine  Großhandelskauffrau
       und eine  Industriekauffrau werden  beispielsweise ähnlich arbei-
       ten: Überwiegend am Terminal sitzen, Aufträge eintippen, Informa-
       tionen aus  Datenbanken abrufen,  Standardantworten eingeben, mit
       Kunden telefonieren  (dazu gehört  auch die Datenübermittlung per
       Telefon direkt in den Rechner)". 32) Neben einer fachspezifischen
       Qualifikation wird  immer häufiger  eine Computerzusatzausbildung
       gefordert sein.
       Es werden  also auf  allen Ebenen  der betrieblichen Hierarchie -
       ihr pyramidenartiger  Aufbau reduziert sich dadurch, daß Informa-
       tion und Kompetenz nach "unten" delegiert werden muß - und in al-
       len beruflichen  Sparten, wo  mit einer  deutlichen quantitativen
       Verschiebung  von   Produktions-  und  Instandhaltungsberufen  zu
       Dienstleistungs- und  Infrastrukturberufen 33)  zu  rechnen  ist,
       qualifiziertere Arbeiten anfallen. Zwar werden Niveauunterschiede
       je nach  Aufgabe bestehen bleiben, aber vor allem werden sich Tä-
       tigkeiten an  den unteren  Rangskalen verändern. Wenn auch unter-
       schiedlich, so  doch mehr oder weniger durchgängig und ausgeprägt
       sind "Arbeitstugenden" wie Diagnose- und Reaktionsfähigkeit, Ver-
       antwortung,   Risikobereitschaft   und   Entscheidungsfreudigkeit
       gefordert, um  größere Handlungsspielräume zu nutzen, aber "dabei
       die Grenzen  und Regeln  des funktional  Erforderlichen einzuhal-
       ten." 34)
       Freilich sollen die allgemeinen Grenzen der kapitalistischen Aus-
       beutung gewahrt  bleiben, schon  gar  nicht  darf  die  generelle
       Zweckbestimmung der Unternehmungen in Zweifel geraten. Dieser Wi-
       derspruch wird  immer wieder  politische Schwierigkeiten bereiten
       und sich mit ausbreitendem Einsatz neuer Technologie verschärfen:
       Arbeitende, die  auf der  einen Seite  mitdenken und  selbständig
       handeln müssen,  erfahren  andererseits  willkürliche  Schranken.
       "Schließlich sei", so der Betriebsratsvorsitzende einer Bank "ge-
       rade jenen Angestellten, überwiegend studierte Betriebswirte, die
       sich innerhalb  der Bank  Besonders mit  wirtschaftlichen  Fragen
       beschäftigen, die Gewinnentwicklung kennen, Bilanzen lesen können
       ...', nichts  vorzumachen: 'Da  schlug  das  Wissen  des  Bankers
       durch'." 35)  So sind  z.B. auch  einige Naturwissenschaftler aus
       dem für ihre individuelle Karriere möglicherweise lukrativen Pro-
       jekt SDI  ausgestiegen und  haben  sich  der  Initiative  "Natur-
       wissenschaftler für Frieden" zugesellt.
       Der Widerspruch  zwischen den stofflichen (wissenschaftlich-tech-
       nischen) Anforderungen  einer Arbeitsaufgabe  - sie  bestimmt den
       Einsatz der  Technologie (auf  historisch aktuellem  Niveau), die
       Qualifikation der Arbeitskräfte, die Form der Arbeitsorganisation
       - und den wertmäßigen (ökonomischen) Interessen, denen sie letzt-
       lich untergeordnet ist, wird den Arbeitenden zunehmend als fremd-
       bestimmt, d.h. der Logik einer Aufgabe zuwiderlaufend, erfahrbar.
       Wenn auf der einen Seite alle traditionellen - jetzt auch geisti-
       gen - Tätigkeiten gründlich nach automatisierbaren und standardi-
       sierbaren -  d.h.  dem  Menschen  abzunehmenden  -  Bestandteilen
       durchgeforstet  werden,   so  sind   logischerweise   die   neuen
       (künftigen), von Arbeitskräften zu übernehmenden Aufgaben im Kern
       gerade durch  nicht standardisierte,  ihre kombinatorischen, pro-
       blemlösenden, kreativen,  intellektuellen  Fähigkeiten  fordernde
       Tätigkeiten charakterisiert.  Der "Balanceakt" zwischen technolo-
       gisch erfordertem maximalem Handlungsspielraum und seiner gleich-
       zeitigen Einschränkung  durch das  kapitalistische  Profitprinzip
       soll mit  Hilfe der  Arbeitsorganisation  bewerkstelligt  werden.
       Hierin liegt  die Chance  für die  Arbeitenden, wenn der Kampf um
       die Gestaltung  der neuen  Arbeitsplätze aufgenommen  wird.  Weil
       aber die  sozialen Auswirkungen durch den Einsatz neuer Technolo-
       gie "vor  Ort" und  "draußen" sich unvermeidlich so bedrohlich in
       den Vordergrund  drängen, geht  die Schärfe  des Blicks verloren,
       die notwendig  ist, um  zu erkennen,  daß 1.  vielfach noch nicht
       weit genug  entwickelte, "unvollkommene" und in ihrem praktischen
       Einsatz  ungenügend  erprobte  Technologie  auf  dem  Rücken  der
       Lohnabhängigen eingeführt  wird und daß 2. die Art und Weise, wie
       sie in  den Massentätigkeitsbereichen  eingesetzt wird, bis heute
       nahezu überall  ausschließlich den Interessen des Kapitals unter-
       geordnet ist.  Insofern wird, je weiter und vollkommener sich die
       technologischen Möglichkeiten herausbilden, um so bedeutender der
       Einfluß auf  die konkrete Arbeitsorganisation. Außerdem würde der
       Kampf um  alternative Arbeitsgestaltung  nicht nur  konkrete  Ar-
       beitsbedingungen im besonderen verbessern, sondern auch im allge-
       meinen Technik  als den  Bedürfnissen der Arbeitenden unterzuord-
       nend bewußt machen.
       
       5. Der subjektive Faktor
       ------------------------
       
       Auch wenn die nur skizzenhaft dargestellten Auswirkungen des Ein-
       satzes "Neuer  Technik" auf  die Arbeitstätigkeiten  sich erst in
       ihrer Tendenz  erkennen lassen,  weil die  praktische Ausbreitung
       noch am  Anfang steht, müssen wir uns schon heute fragen, um ein-
       greifen zu können: Wo bleiben die Frauen?
       "Die neuen  Maschinen sprengen"  auch "die  alten"  (geschlechts-
       spezifischen)  "Arbeitsteilungen".  36)  Warum  sollten  hier  im
       allgemeinen  skizzierte   und  in   ihren  neuen   Aspekten  cha-
       rakterisierte Arbeitstätigkeiten  nicht auch  für Frauen geeignet
       sein? Das  Kapital hat den Warencharakter, d.h. die Verfügbarkeit
       weiblicher Arbeitskraft  zu seinen Zwecken (und möglichst auch zu
       seinen Bedingungen)  in den  letzten Jahren enorm vorangetrieben.
       Das zeigt sich darin, daß z.B. die Zahlen der "mithelfenden Fami-
       lienangehörigen" (fast  ausschließlich Frauen)  zur Bedeutungslo-
       sigkeit geschrumpft  sind, auf der anderen Seite die Erwerbsquote
       der Frauen  37) sich  von 48,2%  1975 auf  52,7% 1985  38) erhöht
       hat. Auch  sind weit über 90% der Frauen im Laufe ihres Lebens zu
       irgendeinem Zeitpunkt erwerbstätig, wenn auch evtl. nicht aktuell
       und nicht  kontinuierlich. Hierin  ist eine entscheidende Voraus-
       setzung für die doch überraschend reibungslose "Rekrutierung" von
       Frauen für  Teilzeitarbeit jeglicher Art zu suchen. Auf diese Art
       und Weise werden Frauen an Arbeitsplätze geholt, die in der Regel
       keine hohen  qualifikatorischen  Anforderungen  stellen,  oftmals
       transitorischen Charakter,  lang- oder  kurzfristige Lückenbüßer-
       funktionen haben.  Generell handelt es sich um Arbeitsplätze ohne
       weitreichende Perspektive,  dienen sie doch lediglich kurzfristi-
       gen Interessen des Kapitals.
       Wir befinden  uns an  einer Art  Scheideweg: Einerseits  bestehen
       große Gefahren,  daß die Mehrheit der erwerbstätigen Frauen daran
       gehindert wird, im Arbeitsleben überhaupt feste Wurzeln zu schla-
       gen. Schon  heute kennzeichnen  Frauenerwerbsarbeit hohe  (dauer-
       hafte) Arbeitslosigkeit, diskontinuierliche, wechselnde, zeitlich
       befristete  Arbeitsverhältnisse,  Teilzeitarbeit  (oft  rechtlich
       ungeschützt) und  schließlich Tele-Heimarbeit. All dies erschwert
       ihnen auch,  für ihre  Lebensperspektive -  wie dies Männer tun -
       eine kontinuierliche  Erwerbsorientierung zu entwickeln; sich für
       eine  langfristig   zu  denkende   Priorität  persönlichkeitsent-
       wickelnder Arbeitstätigkeit  -  ohne  damit  Kinder  und  Partner
       minder zu  bewerten -  zu entscheiden. Andererseits hätten Frauen
       die  Chance,  gleichberechtigt  mit  den  Männern,  qualifizierte
       Arbeitstätigkeiten auszuüben,  weil sich  diese inzwischen in der
       materiell-gegenständlichen  Fertigung   wie  in  Büros  und  Ver-
       waltungen im  Prinzip ganzheitlich organisieren lassen. Denn Rou-
       tinearbeiten, als von Menschen auszuführende, reduzieren sich, so
       daß keine  Notwendigkeit mehr  für reine Routinearbeitsplätze be-
       steht. Damit entfiele die Möglichkeit, Frauen ohne Qualifikation,
       lediglich angelernt, zu Billiglöhnen anzuheuern. Daß um neue For-
       men der Arbeitsorganisation stark gekämpft werden muß, zeigen die
       vielen Teilzeitarbeits- oder Tele-Heimarbeitsplätze, an denen die
       alte Trennung  aufrechterhalten, sogar  noch erweitert wird, wenn
       auch mit "verkürzter Arbeitszeit".
       Vorausgesetzt, es  gelingt, die Arbeitslosigkeit niederzukämpfen,
       also tatsächlich  zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten  (viele
       mit mehr  Arbeitsplätzen auszustattende Bereiche wären vorhanden)
       zu erreichen,  hätten Frauen  dennoch einige subjektive Hürden zu
       überwinden, um  quantitativ und  qualitativ gleichberechtigt  be-
       zahlte Beschäftigung  zu erlangen.  Ein "weibliches Arbeitsvermö-
       gen" allerdings,  welches Frauen zu sozialen pflegerischen Tätig-
       keiten ("personenbezogene Dienstleistungen") 39) angeblich präde-
       stiniere, sollte  keine Hürde sein. Zwar wurde es von Feministin-
       nen 40)  als Kategorie  kreiert, tatsächlich  aber unkritisch aus
       der bürgerlichen  Berufssoziologie 41) entlehnt, der es als Legi-
       timation diente,  um die  Diskriminierung von  Frauen auf dem Ar-
       beitsmarkt festzuschreiben.
       So wenig  von Tätigkeiten  im allgemeinen  ohne weiteres  auf ein
       "entsprechendes" Vermögen  rückgeschlossen werden kann, also etwa
       "für das  Kochen eines  leckeren  Puddings  nicht  das  'Pudding-
       kochvermögen'"  42)  Bedingung  ist,  läßt  sich  ein  weibliches
       Arbeitsvermögen an  sich - als  "g e d a c h t e  psychische Lei-
       stungsvoraussetzung" 43)  - aus  der  Gegebenheit  ableiten,  daß
       Frauen konzentriert  in sog.  typischen Frauenberufen tätig sind.
       Obwohl längst aufgewiesen, daß die sog. freie Berufswahl in Wirk-
       lichkeit ein vielschichtiger, sowohl psychisch / motivational als
       auch ganz  handfest an den "Bedürfnissen" des Arbeitsmarktes aus-
       gerichteter Lenkungsmechanismus  ist, hält  sich diese  Kategorie
       zählebig. Gerade  die Sozialisation  von Mädchen  ist sehr massiv
       und subtil  zugleich auf die gesellschaftliche Familien- und Mut-
       terrolle der  Frauen ausgerichtet. Dennoch ist sie keine so irre-
       versible und  festgefügte Prägung einer Frauenpersönlichkeit, 44)
       daß spezifische  Befähigungen von  Frauen für  sozialpflegerische
       Berufe als  quasi naturgegeben anzunehmen sind. Nicht zuletzt ist
       gerade  der  Einsatz  von  Generationen  von  Fabrikarbeiterinnen
       anschaulicher Gegenbeweis.  Wenigstens vom  Aspekt der "Begabung"
       von Frauen  für technische  Berufe her  sind  die  Modellversuche
       "Frauen in Männerberufen" als erfolgreich zu betrachten.
       Generell haben auch Frauen, trotz ihrer weiblichen Sozialisation,
       individuelle Handlungsmöglichkeiten, d. h. sie können sich entwe-
       der innerhalb  gegebener, sie  in ihrer  Entwicklung behindernder
       gesellschaftlicher Bedingungen  bewegen oder  sich handelnd gegen
       diese gesellschaftliche Behinderung stemmen. 45)
       Wobei es  hier nicht darum gehen kann, die den Frauen zugeschrie-
       benen Tätigkeiten  als solche  zu diskreditieren,  wie es die ge-
       sellschaftlich übliche  Bewertung tut.  Im Gegenteil:  Gerade so-
       ziale, pflegerische,  psychotherapeutische und  erziehende Tätig-
       keiten sind  unentbehrlich und werden zunehmend bedeutungsvoller;
       weil Dienst  am Menschen,  müßten gerade sie die oberen Ränge der
       beruflichen  Bewertungsskalen   einnehmen.  Diskriminierend   für
       Frauen wirkt,  daß die  sozialen und  erzieherischen  Berufe  den
       Frauen -  solange es um untergeordnete Positionen geht - mehr als
       andere offenstehen  und Frauen dort konzentriert zu finden sind -
       obwohl sie natürlich keine geschlechtsspezifische Eignung voraus-
       setzen. Eher müßten Männer, die sich in der Regel kapitalistische
       Rentabilität und  bürgerliches Leistungsprinzip als scheinbar ge-
       nuin menschlich  haben eintrichtern  lassen, umdenken lernen. Ge-
       rade an  der gesellschaftlichen Bewertung von Berufen bzw. Tätig-
       keiten zeigt  sich einmal mehr: Es zählen einzig den Wert des Ka-
       pitals vermehrende Tätigkeiten.
       Eine für  Frauen am  schwersten zu  überwindende  Hürde  scheinen
       gleiche   Z u g a n g s m ö g l i c h k e i t e n   zu Ausbildung
       und Arbeitstätigkeit  zu sein  angesichts einer  Realität, in der
       die Arbeitsprozesse - und somit auch der Einsatz menschlicher Ar-
       beitskraft -  der Bewertung des Kapitals untergeordnet und gerade
       weibliche Arbeitskräfte  auch Quelle  von Extraprofiten sind. Die
       vielschichtigen Strukturen  der Ausbeutungsverhältnisse  sind es,
       die sich einer realen Gleichberechtigung von Frauen im Arbeitsle-
       ben zäh  entgegenstellen. Insofern  ist gerade  hier der Kampf so
       schwierig, daß  es besonderer Anstrengungen bedarf, ihn über eine
       längere Zeit mit allen Kräften erfolgreich zu entwickeln.
       Subjektiv hat  sich einiges  positiv bei  den  Frauen  verändert:
       Längst haben  sie ihren historischen Rückstand im Bildungsbereich
       aufgeholt. Im Gegenteil: Generell sind die Abschlüsse von Mädchen
       in allen  Schulsparten denen  der Jungen  gleich oder besser. 46)
       Ähnlich auch  bei beruflichen Qualifizierungsgängen. 47) Nur sind
       Frauen hier  insbesondere  bei  technisch/naturwissenschaftlichen
       Ausbildungsberufen   sträflich    unterrepräsentiert.   Immerhin,
       "während ein  Studium der  Elektrotechnik auch heute nach wie vor
       nur von  ganz wenigen  Frauen ergriffen  wird, haben diese in den
       ...  beiden   Studienbereichen  Mathematik  und  Informatik  ihre
       'Pionier- und Ausnahmephase' bereits hinter sich." 48)
       So wenig  die in  verschiedenen Bundesländern mit viel politisch-
       propagandistischem  Aufwand  ins  Werk  gesetzten  Modellversuche
       "Mädchen in Männerberufen" schleusenöffnend den Zugang zu techni-
       schen Berufen  bewirken konnten  - in  der Regel beschränken sich
       die Modellversuche  auf eine  Ausbildung in Handwerksbetrieben -,
       49) so konnten sie vielleicht doch dazu beitragen, Vorurteile ab-
       zubauen und Selbstbewußtsein zu fördern. Z.B. sind die Ergebnisse
       der Brigitte-Studie  zu der Frage: "Finden Sie, daß Männer besser
       geeignet sind,  mit Computern  umzugehen?" folgende:  "35%  aller
       Frauen antworteten  mit 'Ja'  (Männer: 30%)  und 63%  mit  'Nein'
       (Männer: 68%). Zwei Aspekte sind hierbei bemerkenswert: zum einen
       die noch  einigermaßen große weibliche Zustimmung zu dieser Frage
       ..., zum anderen, daß erstaunlicherweise die Männer dieses Urteil
       ... weniger häufig als die Frauen fällen. (...) Bei genauerer Be-
       trachtung indessen  stellt sich  heraus, daß  es bei  den  Frauen
       überwiegend die älteren Jahrgänge sind, die von der besseren Eig-
       nung der  Männer in  hohem Maße  überzeugt sind.  (...)  Bei  den
       Frauen also  läßt sich die Tendenz feststellen, daß ihr Selbstbe-
       wußtsein in  bezug auf weibliche Technikeignung desto größer ist,
       je jünger sie sind." 50)
       Endlich einen Durchbruch auf dem Weg zu gleichberechtigtem Zugang
       zu allen Berufen könnten erfolgreiche Frauenförderpläne schaffen;
       m.E. sind  sie die  wichtigste Errungenschaft der Frauenbewegung.
       Denn dort,  wo den  Betriebsräten deren Aufstellung gelingt, wird
       konkret und  vor Ort dokumentiert, daß Frauen einmal bei bestimm-
       ten (meist  qualifizierten) Tätigkeiten  unterrepräsentiert  sind
       und zum  anderen die  bereits zur  quasi naturgemäßen Erscheinung
       geratene Praxis  sich verändern läßt, mehr noch, der Kampf hierum
       aufgenommen werden muß. Interessant ist, daß die Idee planmäßiger
       Frauenförderung geboren  und entwickelt  wurde zu einem Zeitpunkt
       stärkerer Konkurrenz um Arbeitsplätze zwischen den Geschlechtern,
       noch dazu  öffentlich lautstark  untermalt durch die Diffamierung
       von Frauen als Doppelverdienerinnen.
       Der vom  Gesamtbetriebsrat bei  dem Konzern Messerschmitt-Bölkow-
       Blohm aufgestellte  Frauenförderplan z.B.  lautet wie folgt: "Der
       Plan zur  Förderung der  Gleichstellung von  Mann und Frau im Be-
       rufsleben richtet sich an folgende drei Berufsgruppen:
       1. Un- und angelernte Arbeiterinnen
       2. Sekretärinnen und  Zuarbeiterinnen in den bürowirtschaftlichen
       Berufen
       3. Inhaberinnen von Fach- und Hochschulzertifikaten
       und betrifft  die Ausbildung und Fort- / Weiterbildung. Im Rahmen
       einer mittelfristigen  Personalplanung (5  Jahre) soll  nach  und
       nach der  Frauenanteil kontinuierlich  aufgestockt werden, so daß
       1990 geschlechtliche Parität eintritt." 51) Es käme also nun dar-
       auf an, Frauenförderpläne in die Arbeit der Betriebsräte zu inte-
       grieren, vor  allem bei  den Großkonzernen,  wo  es  ins  Gewicht
       fällt.
       Natürlich ist  dies ein Ansatz, der auf existierende Betriebe be-
       schränkt ist.  Es müßte mehr unternommen werden, um die generelle
       (strukturelle) Benachteiligung  von Frauen  auf dem  Arbeitsmarkt
       aufzuheben. Zusätzlich zu vorhandenen müssen neue Beschäftigungs-
       möglichkeiten geschaffen  und hierbei  auch explizit  Richtlinien
       zur "Gleichberechtigung  von Frauen" aufgenommen werden. Ein der-
       artiges Konzept  wurde z.B.  in London  mit  der  Gründung  einer
       "Gesellschaft zur  Förderung der  Beschäftigung" (auch und gerade
       Frauen werden hier berücksichtigt) entwickelt. 52)
       Der private   R e p r o d u k t i o n s b e r e i c h    ist  die
       größte Hürde.  Obwohl inzwischen mit einem entwickelten und weit-
       verbreiteten Anspruch  von Frauen auf qualifizierte Erwerbsarbeit
       zu rechnen  ist, müssen noch ungleich größere (gemeinsame) Kräfte
       mobilisiert werden,  um Kinderbetreuung  und -erziehung zu  d e r
       zentralen gesellschaftlichen  Frauenfrage zu  machen. Immer  noch
       gibt es  viel zu wenig öffentliche gut ausgerüstete, genügend mit
       qualifiziertem Personal ausgestattete Kindererziehungseinrichtun-
       gen. Immer  noch wirkt  die gesellschaftlich übliche Norm der ge-
       schlechtsspezifischen Arbeitsteilung bei Familien- und Hausarbeit
       tief bis in jede Familie. Für das Aufziehen von Kindern mehr oder
       weniger allein  zuständig zu sein, gerät für viele Frauen von ei-
       ner Hürde  zur scheinbar  unüberwindlichen Mauer,  die sich ihnen
       sperrig in den Weg stellt.
       Hierin zeigt  sich, wie  wenig unsere  Gesellschaft und die offi-
       zielle Familienpolitik  Frauen darin  unterstützen, gleichberech-
       tigt und  eigenständig zu  leben. Erwerbsarbeit  für Frauen  gilt
       nicht als  Selbstverständlichkeit, sondern  eher als Ausnahme für
       solche, die darauf angewiesen sind. Und nicht einmal für sie sind
       ausreichend Kindereinrichtungen,  als Minimum  an gesellschaftli-
       cher  Unterstützung,  vorhanden.  Viele  Frauen  sind  gezwungen,
       "Lösungen" in  oft sehr  belastenden und teuren privaten Arrange-
       ments zu  suchen. Nicht  wenige resignieren vor den Schwierigkei-
       ten.
       Dennoch, die  Ansprüche, welche Frauen in den letzten Jahren ent-
       wickelt haben,  verhindern die Rückkehr in alte Zeiten. Heute be-
       trachten die  meisten Frauen es als legitim, erwerbstätig sein zu
       wollen, während  noch in  den 50er/  60er Jahren der ideologische
       Druck auf  sie, ihr  Lebensideal in Kindern und Familie zu sehen,
       stark verinnerlicht war. Heute wollen viele Frauen eine Ehe nicht
       nur, um  materiell abgesichert  zu sein; selbst das gerät ja auch
       zusehends ins Wanken. Und schließlich ist heute das Selbstwertge-
       fühl unter den Frauen gewachsen. Sie wollen als Frauen (und nicht
       nur als  sich aufopfernde  Familienmütter) gesellschaftlich aner-
       kannt werden, und sie verknüpfen damit den Wunsch, Fähigkeiten zu
       erlernen, zu entfalten und zu verwirklichen.
       Die kapitalistische Strategie einer Flexibilisierung von Arbeits-
       bedingungen und  -verhältnissen vor dem Hintergrund der hohen Ar-
       beitslosigkeit hindert die Frauen heute, ihre Ansprüche zu reali-
       sieren bzw.  verstärkt um  Bedingungen zu kämpfen, die ihnen dies
       ermöglichen. Das  "Hangeln" von einem befristeten Arbeitsverhält-
       nis zum anderen, die Suche nach (u.U. mehreren) immer neuen Teil-
       zeitjobs absorbiert  fast  sämtliche  Energie  und  isoliert  die
       Frauen voneinander.
       Die Gewerkschaften  nehmen den  Kampf gegen  die Flexibilisierung
       jetzt verstärkt  auf; sie  haben ansatzweise Erfolg beim Kampf um
       Arbeitszeitverkürzung. Es  müßte mehr  zusätzliche  Beschäftigung
       überhaupt erkämpft  werden. Erst wenn dieser Kampf gewonnen ist -
       und er  wird gewonnen,  wenn er auch "Frauensache" wird -, können
       die skizzierten  Chancen für Frauen bei Arbeitstätigkeiten Reali-
       tät werden.  Dann wären  auch die Verhältnisse nicht mehr so, wie
       sie heute sind.
       
       _____
       1) Uta Brandes/Christiane Schiermann (Hrsg. "Brigitte", das Maga-
       zin für  Frauen/Institut Frau  und Gesellschaft),  Frauen, Männer
       und Computer.  Eine repräsentative Untersuchung über die Einstel-
       lung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland zum
       Thema Computer, Hamburg 1986, Bericht S. 12 u. S. 50.
       Nicht erwerbstätige  Frauen sind skeptischer. Sie glauben an eine
       Arbeitserleichterung durch  Computer nur  zu 35%. Vgl. a.a.O., S.
       12.
       2) Vgl. a.a.O., Seite 62.
       Tatsächlich arbeiteten  schon 1983  nahezu 8%  aller abhängig Er-
       werbstätigen hauptsächlich mit programmgesteuerten Arbeitsmitteln
       und 22,5%  zumindest gelegentlich  oder  zeitweise.  Vgl.  Roland
       Schneider, Bildschirme  am Arbeitsplatz - Wegweiser der postindu-
       striellen  Informationsgesellschaft?,   in:   Die   Mitbestimmung
       4/1987, S. 160.
       3) Vgl. Brandes/Schiermann, a.a.O., Tabellen, hier: Fragebogen.
       4) Vgl. ebd., Bericht, S. 64.
       5) DGB-Bundesvorstand, Information  zur Sozial- und Arbeitsmarkt-
       politik, 2/1987,  S. 2/3.  Vgl. Karin  Gottschall: Frauen auf dem
       Arbeitsmarkt: Verdrängung  statt Integration?, in: WSI-Mitteilun-
       gen, 8/1986, S. 514 ff.
       6) Anzumerken ist,  daß Marx  den Begriff "Armut" unterschied von
       "Pauperismus" als  der Lebenssituation  von Menschen,  die  nicht
       ohne fremde  Hilfe existieren können; heute landläufig mit "neuer
       Armut" umschrieben.  Dagegen leben  - nach  Marx - alle Menschen,
       die nur  vom Verkauf ihrer Arbeitskraft existieren können, im Ka-
       pitalismus in Armut, weil ohne sonstiges Eigentum. Vgl. Margarete
       Tjaden-Steinhauer, Die  verwaltete Armut. Pauperismus in der Bun-
       desrepublik, Hamburg 1985.
       7) Frankfurter Rundschau  v. 30.1.87  (eine Dokumentation aus der
       Studie C.  F, Büchtemann/J.  Schupp, Zur Sozio-Ökonomie der Teil-
       zeitbeschäftigung in  der Bundesrepublik.  Empirische Analyse und
       Auswertung von  Querschnittdaten 1984,  Wissenschaftszentrum Ber-
       lin, 1986).
       8) Vgl. ebd.
       9) Ebd.
       10) Ebd.
       11) Vgl. Brandes/Schiermann, a.a.O., S. 68/69.
       12) Ebd., S. 68.
       13) Ebd., S. 69.
       14) K. Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, Ber-
       lin/DDR 1953, S. 592.
       15) F. Engels,  Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und
       des Staates. Vorwort zur 1. Auflage 1884, MEW 21, S. 27 f.
       16) F. Stooß, I. Weidig, Der Wandel der Arbeitslandschaft bis zum
       Jahr 2000  nach Tätigkeitsfeldern,  in: Mitteilungen  aus der Ar-
       beitsmarkt- und Berufsforschung 1/1986, S. 98.
       17) Ebd.
       18) Projekt Automation und Qualifikation, Band IV: Automationsar-
       beit, Empirie l, AS 43, Berlin (West) 1980, S. 175.
       19) Arbeitsplätze mit "elektronischen Zwangsjacken" darf es nicht
       geben. Der HBV-Vorsitzende Günter Volkmar über Gefahren und Chan-
       cen Neuer Techniken im Angestelltenbereich, Frankfurter Rundschau
       v. 16.5.1987.
       20) K. Marx, Das Kapital, Band 1, MEW 23, S. 445.
       21) Frankfurter Rundschau, 13.5.1987.
       22) "Die Entscheidung  sowohl zwischen  Vollzeit- und Teilzeiter-
       werbsbeteiligung wie  auch zwischen  verschiedenen Varianten  der
       Teilzeitbeschäftigung   (folgt)    weniger    einem    rationalen
       'Einkommen-versus-Freizeit'-Kalkül ...  (wie dies  etwa vom Sach-
       verständigenrat, SVR,  1983/84, Ziff. 450 unterstellt wird), son-
       dern wird vor dem Hintergrund fortbestehender geschlechtsspezifi-
       scher Rollenmuster  vorrangig durch den jeweiligen Grad an außer-
       beruflichen  Belastungen   bestimmt".   (Frankfurter   Rundschau,
       30.1.1987, Dokumentation, a.a.O.)
       23) Eine geradezu  klassische Form dieser Prinzipien verkörperten
       die auf  einfachste Handgriffe  reduzierten, zeitlich  getakteten
       Montagefließbänder. In  der Regel  herrschte für  die Arbeitenden
       gleichzeitig die  Knute der  Akkordlöhne. Derartige  Fließbänder,
       über die  zwei oder  drei Arbeiterinnengenerationen  bis  an  die
       Grenze physischer und psychischer Erträglichkeit ausgebeutet wur-
       den, sind,  von heute  aus betrachtet,  die organisatorische Vor-
       stufe einer Automatisierung, also ihrer unmittelbaren Aufhebung.
       24) "Noch vor Einführung mikroelektronischer Bausteine waren z.B.
       in der  Feinmechanik 83% und in der Elektronik 82% aller Hilfsar-
       beiterarbeitsplätze von Frauen besetzt." (Johanna Hund, Frauenar-
       beit in  Fabriken, in: Emanzipation in der Krise? Materialien zur
       Lebenslage der  Frauen, Hrsg.  Arbeitskreis Frauenfrage des IMSF,
       Informationsbericht Nr. 43, Frankfurt/M. 1985, S. 124.)
       25) Michaela Huber,  Abschied von gestern. Frauenarbeit, in: Psy-
       chologie heute, special 1987, S. 80.
       26) Gleichwohl war/ist  der Anteil  der Facharbeiterinnen  in der
       Bekleidungsindustrie höher  als in  sog. typischen Männerbranchen
       (z.B. Chemieindustrie,  Maschinenbau). Hierdurch wird die skanda-
       löse  Tatsache,  daß  nur  6%  aller  Facharbeiter  Frauen  sind,
       "beschönigt". Gerade  Facharbeiter/innen wird  eine Neuqualifika-
       tion für computergestützte Arbeitstätigkeiten am ehesten gelingen
       und zugestanden werden.
       27) "Optimal" trifft hier einen doppelten Sachverhalt: Einmal er-
       rechnet und  verteilt der Computer zuzuschneidende Teile auf vor-
       handene Stofflänge  präziser, als menschliches Augenmaß dies ver-
       mag, auch  wenn durch lange Erfahrung hoch trainiert. Zum anderen
       "optimal", weil ökonomisch günstiger für die Kapitalrentabilität.
       Ob Ressourcen  sparend -  ein nicht  unerheblicher  Effekt  neuer
       Technologie -  auch im gesamtgesellschaftlichen Interesse, bleibt
       einer sozialistischen Gesellschaft vorbehalten.
       28) Huber, Abschied..., a.a.O., S. 77.
       29) EDV, Textverarbeitung,  Bildschirmarbeit -  Gesellschaftliche
       Voraussetzungen und  Folgen einer Technologie. Schriftenreihe Ge-
       werkschaftspolitische Studien, Berlin/W. 1983, S. 11.
       30) Schneider, Bildschirme..., a.a.O., S. 161.
       31) CAD = Computer Aided Design, Computerunterstütztes Konstruie-
       ren. Vgl. auch Gerhard Zimmer, Automatisierung der Konstruktions-
       arbeit. Folgen  und Perspektiven  für die  Qualifikationsentwick-
       lung, in:  Johanna Hund  (Hrsg.), Unterm  Rad  des  Fortschritts?
       Technik, Umwelt, Gesellschaft, Köln 1981, S. 105 ff.
       32) Huber, Abschied ..., a.a.O., S. 77.
       33) Vgl. Stooß/Weidig,  Der Wandel  ..., a.a.O., S. 93; dort sind
       die Verschiebungen  für den  vergangenen  Zehnjahreszeitraum  wie
       folgt angegeben:
                                                    1970      1980
       A) Produktions-, Instandhaltungsberufe         41%      32%
       B) Dienstleistungs-, Infrastrukturberufe       59%      68%
       34) Walter Volpert, Die Lohnarbeitswissenschaft und die Psycholo-
       gie der  Arbeitstätigkeit, in:  P. Groskurth/W.  Volpert, Lohnar-
       beitspsychologie. Berufliche  Sozialisation: Emanzipation zur An-
       passung, Frankfurt a.M. 1975, S. 55.
       35) Frankfurter Rundschau, 13.5.1987.
       36) Frigga Haug,  Frauenfrage und Gewerkschaftspolitik - Das Bei-
       spiel: Setzen, in: Das Argument 135, 1982, S. 650.
       37) Anteil erwerbstätiger  Frauen an  der weiblichen Wohnbevölke-
       rung.
       38) DGB-Bundesvorstand, a.a.O., S. 5.
       39) Vgl. Stooß/Weidig, a.a.O.
       40) Vgl. Ilona  Ostner, Beruf und Hausarbeit. Die Arbeit der Frau
       in unserer Gesellschaft, Frankfurt/M. 1978.
       41) Vgl. Elisabeth Beck-Gernsheim, Der geschlechtsspezifische Ar-
       beitsmarkt. Zur  Ideologie und Realität von Frauenberufen, Frank-
       furt/M. 1976.
       42) Winfried Hacker,  Allgemeine Arbeits-  und Ingenieurpsycholo-
       gie, Berlin/DDR 1973, S. 74.
       43) Ebd.
       44) Vgl. auch  Johanna Hund,  Frauenerwerbsarbeit und Persönlich-
       keitsentwicklung, in: IMSF (Hrsg.), Wir wollen alles! Beruf - Fa-
       milie -  Politik. Frauenarbeit  und Frauenbewegung,  Frankfurt/M.
       1983.
       45) Vgl. Ute  Osterkamp, Marxismus  - Feminismus  - Arbeiterbewe-
       gung, in: Forum Kritische Psychologie, Bd. 13, 1984, S. 41.
       46) Vgl. Karin Jakubowski, Frauen und Mädchen an allgemeinbilden-
       den Schulen  und Hochschulen,  in: Emanzipation  in  der  Krise?,
       a.a.O., S. 165.
       47) Ebd.
       48) Ute Hoffmann,  Computerfrauen. Welchen Anteil haben Frauen an
       der Computergeschichte und -arbeit? München 1987, S. 152.
       Natürlich bleibt  offen, wie erfolgreich der Eintritt ins Berufs-
       leben für  diese Frauen  wird; z.B. verdünnen sich die anteiligen
       Prozentzahlen bei  Professorinnen und  weiblichem wissenschaftli-
       chem Personal an den Hochschulen statistisch bis zum Nichtmehrer-
       scheinen (ebd., S. 156).
       49) Vgl. Frank  Braun /  Brigitte Gravalas,  Die  Benachteiligung
       junger Frauen  in Ausbildung  und Erwerbstätigkeit, München 1980,
       S. 29 ff.
       50) Brandes/Schiermann, a.a.O., S. 86
       51) Christa Lippmann (Hrsg.), Technik ist auch Frauensache. Frau-
       enförderung im Industriebetrieb, Hamburg 1986, S. 27.
       52) Vgl. Siegfried  Bleicher (Hrsg.),  Technik für  den Menschen.
       Soziale Gestaltung  des technischen  Wandels. Eine Dokumentation,
       Köln 1987, S. 196.
       

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