Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 13/1987


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       GEWERKSCHAFTEN UND TECHNOLOGIEPOLITIK
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       Hellmuth Lange
       
       1. Technikpolitische  Neuorientierung im  DGB -  2. Ursachen  der
       Neuorientierung -  3. Varianten der Neuorientierung - 4. Neue An-
       forderungen -4.1  Verwissenschaftlichung  technisch-organisatori-
       scher Problemlösungen - 4.2 Systemcharakter/systemische Wirkungen
       technisch-organisatorischer Lösungen - 4.3 Politisierung der Kon-
       flikte und wachsendes Gewicht der "Basis" - 5. Perspektiven
       
       1. Technikpolitische Neuorientierung im DGB
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       In seinem Schlußwort zur technologiepolitischen Konferenz des DGB
       erklärte Ernst Breit: Die Frage, "wie  d e r  t e c h n i s c h e
       W a n d e l   sozial gestaltet  werden kann  ... (ist) so alt wie
       die Gewerkschaften selbst". 1) Im Arbeitsprogramm "Neue Technolo-
       gien/Rationalisierung"  der   ÖTV  heißt   es  sogar:      "D i e
       T e c h n i k  sozial gestalten, damit technischer Wandel zum so-
       zialen Fortschritt  wird, das ist seit Beginn der Industrialisie-
       rung das Bestreben der Arbeiterbewegung". 2) Die in diesen Formu-
       lierungen beschworene Kontinuität entspricht nicht der tatsächli-
       chen historischen  Entwicklung. Gewiß  ging es  stets darum,  den
       technischen Wandel  in der einen oder anderen Weise sozial zu ge-
       stalten: durch  die Sicherung  bzw. Erhöhung der Löhne, durch die
       Beschränkung der  Arbeitszeit, durch  ausreichenden Arbeits-  und
       Unfallschutz usw.  Die Losung von der sozialen Gestaltungsbedürf-
       tigkeit des  technischen Wandels hat jedoch in den letzten Jahren
       eine ganz  spezifische Bedeutung angenommen. Es geht dabei gerade
       nicht um  den technischen Wandel im allgemeinen, sondern - wie es
       in dem zitierten ÖTV-Programm prägnant formuliert wird - um einen
       ganz speziellen  Aspekt des technischen Wandels und seiner Beein-
       flussung: "Die  Technik sozial  gestalten." Diese Aufgabe verkör-
       pert keinesfalls  das Bestreben der Arbeiterbewegung "seit Beginn
       der Industrialisierung".  Sie wird  überhaupt erst im Verlauf der
       zweiten Hälfte  der 70er Jahre zu einer gewerkschaftlichen Forde-
       rung. Die  IG Druck und Papier und die IG Metall hatten hier Vor-
       reiterfunktionen. Es  dauert Jahre,  bis diese Forderung in allen
       DGB-Gewerkschaften akzeptiert ist. Erst in jüngster Zeit wird sie
       Bestandteil repräsentativer  programmatischer Formulierungen  und
       zentraler Losungen  des DGB,  so etwa  des Aufrufs  zum 1. Mai im
       Jahre 1987 ("Arbeit schaffen, Umwelt schützen, Technik sozial ge-
       stalten").
       Es ist nicht zu übersehen, daß dieser Prozeß einen technikpoliti-
       schen Umbruch  darstellt, dessen Spezifik sich gerade aus dem Be-
       mühen um die Überwindung der bis dahin vorherrschenden technikpo-
       litischen Grundlinie  der DGB-Gewerkschaften  ergibt.  In  diesem
       Sinne wird  dem DGB  zu Recht ein neues "Problembewußtsein" zuge-
       sprochen. 3)  Gewerkschaftliche Funktionäre  sprechen  von  einer
       programmatischen "Neuorientierung".  4) Selbst beharrliche Kriti-
       ker räumen ein, daß sich (im Verhältnis zu den 50er und 60er Jah-
       ren) "die  Position zur technischen Rationalisierung ... ganz er-
       heblich gewandelt hat". 5)
       Die Anfänge  des Wandels reichen bis in die 60er Jahre zurück. 6)
       Unmittelbare Vorläuferfunktion besitzt vor allem die Auseinander-
       setzung um  die Humanisierung  der Arbeit seit dem ersten Drittel
       der 70er Jahre. 7) Der spätere Wandel der technikpolitischen Auf-
       fassungen bereitet  sich hier  vor. Während die Humanisierung der
       Arbeit bis zur ökonomischen Krise 1974/75 weithin als Bestandteil
       einer allgemeinen  gesellschaftspolitischen Reformbewegung ("Mehr
       Demokratie wagen!")  verstanden wurde,  die den abhängig Beschäf-
       tigten und  ihrer Interessenvertretung zusätzlichen Spielraum der
       Entfaltung eröffnet,  tritt in  der zweiten Hälfte der 70er Jahre
       angesichts fortschreitender Rationalisierungsprozesse immer deut-
       licher der  Aspekt der  Verhinderung von weiteren Einschränkungen
       des Handlungsrahmens  der Lohnabhängigen und ihrer Interessenver-
       tretung in  den Vordergrund.  8) Die  Erfahrung zunehmender  Ein-
       schränkungen zwingt  dazu, die bis dahin als ausreichend betrach-
       tete technikpolitische  Grundlinie 9)  in Frage zu stellen. Dabei
       bleibt die  Überzeugung von  der Notwendigkeit  des Abrückens von
       der eigenen  Tradition, "die  den Begriff  des technischen  Fort-
       schritts' häufig  unkritisch verwendet" (Steinkühler), 10) zugun-
       sten   eines    entsprechend   "kritischen   Grundverständnisses"
       (Hensche) 11)  nicht auf einzelne Funktionäre beschränkt. Bereits
       der 12. Gewerkschaftstag der IG Metall 1977 stellte ebenso einmü-
       tig wie  ausdrücklich fest,  "daß die  gewerkschaftliche Position
       zur Rationalisierung  und zum  technischen Wandel  kritisch über-
       dacht werden" müsse.
       Die heutige  technikpolitische Grundauffassung  läßt sich in fol-
       genden beiden Punkten zusammenfassen:
       Erstens: "Technik  ist nicht  neutral" (Steinkühler), 12) sondern
       Ausdruck der  Nutzung von  naturgesetzlichen Zusammenhängen  nach
       Maßgabe je  bestimmter praktischer  Zielsetzungen, die ihrerseits
       stets Ausdruck gesellschaftlicher Interessenkonstellationen sind.
       Die herrschenden  gesellschaftlichen Interessen prägen sowohl die
       Zwecke, zu  denen Technik eingesetzt wird, als auch die Entschei-
       dung für einzelne technische Entwicklungsvarianten und deren kon-
       krete Ausgestaltung  einschließlich der  damit  zusammenhängenden
       sozialen Konsequenzen  für die  Benutzer am  Arbeitsplatz und an-
       derswo. "Nicht  die Technik  an sich,  sondern die Interessen und
       die Politik,  die hinter  der Technikentwicklung  und  -anwendung
       stehen, sind die eigentliche Bedrohung" (Bleicher). 13)
       Zweitens: Der  heutige Entwicklungsstand  der  Technik  bzw.  des
       technologischen Wissens  birgt nicht  nur in vieler Hinsicht grö-
       ßere und stärker in die Breite wirkende Gefahren als früher, son-
       dern zugleich  auch "Chancen,  wie sie historisch nicht alle Tage
       vorkommen". Mehr  als jemals  in der  Vergangenheit gilt  für die
       Technologien der  Gegenwart und  der Zukunft:  Sie "determinieren
       nicht, wie  die Arbeitsbedingungen  geregelt  sind;  sie  zwingen
       nicht zu  einer bestimmten  Form der Arbeitsorganisation, und sie
       legen nicht  die Verteilung  von Qualifikationen fest. Dies alles
       sind offene  Fragen, die die Technologien aufwerfen und die durch
       politische Interessen  und ihre Durchsetzung beantwortet werden."
       14) Gleiches gilt für die Gestaltung des Verhältnisses Produktion
       - Nutzung - Abfall - Umwelt.
       Aus beiden  ergibt sich  die Leitformel  des neuen technikpoliti-
       schen Selbstverständnisses  der DGB-Gewerkschaften:  Soziale  Be-
       herrschung durch soziale Gestaltung des technischen Wandels. 15)
       Allerdings zeigt  sich bald,  daß es  mit der  Propagierung einer
       neuen technikpolitischen  Formel nicht  getan ist:  Nicht weniger
       als sieben  Jahre nach Verabschiedung des zitierten Antrages E 24
       wird von  Karl-Heinz Janzen  - für  die Zukunft - in Aussicht ge-
       stellt, was  der 12.  Gewerkschaftstag der  IG Metall bereits zur
       tagespolitischen Forderung erhoben hatte: die "bisherige positive
       Grundeinstellung der  Gewerkschaften zum  technischen Fortschritt
       zu überprüfen und zu verändern". 16) Die praktische Umsetzung der
       neuen Formel  bereitet offensichtlich  Schwierigkeiten.  Ursachen
       liegen sowohl  in den  äußeren Handlungsbedingungen  der  Gewerk-
       schaften als auch im wenig eindeutigen Charakter der neuen Formel
       selbst und  in "internen"  Problemen ihrer Präzisierung und ihrer
       Umsetzung in  praktisches gewerkschaftliches Handeln. Es kann da-
       her nicht  verwundern, wenn inzwischen innerhalb der Gewerkschaf-
       ten bzw.  im Zusammenhang der konkreten gewerkschaftlichen Tages-
       arbeit bezüglich  der Forderung  nach sozialer  Beherrschung  des
       technischen Wandels durch soziale Gestaltung der Technik eine ge-
       wisse Ernüchterung  um sich  greift, während sie sich auf politi-
       scher Ebene  in der gesamten Breite des Spektrums unter Einschluß
       großer Teile  der Anhänger  von CDU  und FDP  17) einer womöglich
       noch immer wachsenden Unterstützung erfreut. Inzwischen empfehlen
       sogar so  exponierte Unternehmerverbände wie Gesamtmetall den an-
       geschlossenen Unternehmen, sie möchten sich bemühen, "den techni-
       schen Wandel  ... 'sozialverträglich'  zu  machen"  -  allerdings
       nicht als  Ausdruck eines Einschwenkens auf die Linie der Gewerk-
       schaften, sondern  um die  Zustimmung der Arbeitnehmer zu solchen
       Lösungen zu erlangen (vor allem zur Flexibilisierung der Arbeits-
       zeitregelungen), über die "ein Konsensus mit der IGM ... nicht zu
       finden ist". 18)
       Bezüglich der  allgemeinen Zustimmung zur Forderung nach sozialer
       Gestaltung der Technik gilt somit heute uneingeschränkt, was Hans
       Matthöfer 1980  über die  Forderung nach Humanisierung der Arbeit
       sagte: "Neben vielen Vorteilen, die solche Einigkeit hat, begrün-
       det sie  auch die  Gefahr der  Vertuschung und Bemäntelung unter-
       schiedlicher, ja  gegensätzlicher politischer und gesellschaftli-
       cher Ziele  und Strategien... Von verhältnismäßig begrenzten Vor-
       stellungen über  die Verbesserungen der Arbeitssicherheit reichen
       sie bis  zur Utopie  einer herrschaftsfreien Gesellschaft, in der
       es weder  Arbeitsleid noch  abhängige Arbeit  geben kann." 19) In
       d i e s e m   Rahmen ist  die Formel  von der sozialen Gestaltung
       der Technik  in keiner  Weise mehr  als Ausdruck  einer besonders
       kritischen technikpolitischen  Auffassung zu  verstehen. Sie  ist
       vielmehr eine "Leerformel" (Briefs) 20) bzw. ein "Allgemeinplatz"
       (Fricke) 21) geworden, auf dem sich jeder mit jedem treffen kann,
       ohne daß  dies an  der Unterschiedlichkeit der Ausgangspositionen
       und der Zielstellungen der Beteiligten etwas ändern würde. Dieser
       Sachverhalt reproduziert  sich - wenn auch begrenzt durch den un-
       strittigen Bestand  allgemeiner gewerkschaftspolitischer Grundpo-
       sitionen - innerhalb der Gewerkschaften.
       
       2. Ursachen der Neuorientierung
       -------------------------------
       
       Auch in  einem weiteren Sinne erscheint es als problematisch, die
       fragliche Forderung  umstandslos als  Ausdruck eines "kritischen"
       Verständnisses zu  begreifen. Eine  solche "Lesart"  erweckt  den
       Eindruck, als seien die älteren technikpolitischen Positionen der
       Gewerkschaften schlechthin  unkritisch gewesen  und als  sei  die
       heutige Überwindung  einiger Schranken  primär das Resultat eines
       "richtigeren" Bewußtseins.  Demgegenüber ist festzustellen: Schon
       die älteren  Positionen hatten nicht nur subjektive, sondern auch
       objektive Voraussetzungen.  Selbst der aus heutiger Sicht äußerst
       fragwürdige "Technikoptimismus" früherer Zeiten hatte Gründe! 22)
       Auch der  Übergang zu  neuen technikpolitischen Positionen beruht
       weniger auf  einem "richtigeren"  Bewußtsein als  in erster Linie
       auf praktischen Erfahrungen, die aus tiefgreifenden Veränderungen
       bis dahin vorherrschender objektiver Gegebenheiten, nämlich poli-
       tischer, sozialer, ökonomischer und nicht zuletzt technologischer
       Gegebenheiten, entstanden sind.
       Die wichtigsten objektiven Ursachen sind vielfach beschrieben und
       analysiert worden.  23) Sie  sollen deshalb hier nur benannt wer-
       den. Es  sind - abgesehen von jenen, die sich aus der stofflichen
       Spezifik der  jüngeren Produktivkraftentwicklung  selbst  ergeben
       (vgl. Abschnitt  4) -  die folgenden:  Der tiefe ökonomische Ein-
       bruch der  Jahre 1974/75; die auf dieser Grundlage erfolgende er-
       hebliche Intensivierung  der - auch während der ersten Hälfte der
       70er Jahre schon beachtlichen - technischen und organisatorischen
       Rationalisierungsanstrengungen der  Unternehmer;  24)  die  damit
       einhergehende Zunahme  des Arbeitsdrucks  und der  Kontrolle; die
       massenhafte Entwertung von Qualifikationen; die nachhaltigen Ver-
       änderungen in  der sozialen Zusammensetzung der Belegschaften (im
       Verhältnis zwischen Arbeitern und Angestellten wie auch innerhalb
       beider Gruppen); 25) die wachsende und sich auf hohem Niveau sta-
       bilisierende Massenarbeitslosigkeit  und schließlich  die Gefähr-
       dung ganzer  Berufsgruppen, darunter  auch solcher, die - wie die
       Setzer -  für einzelne  Gewerkschaften bislang  zu den  tragenden
       Kräften gehörten, 26) sowie die Erfahrung drastischer Reduktionen
       des Gewichts  gewerkschaftlicher Streikaktionen  (z.B.  beim  Er-
       scheinen von Zeitungen trotz streikender Belegschaften).
       Alle genannten  Faktoren sind  schon für sich genommen einschnei-
       dend genug.  Ihre Verkettung  und  ihr  gleichzeitiges  Auftreten
       wurde zu Recht als dramatisches Alarmzeichen verstanden, und zwar
       um so  mehr, als die Durchsetzungsfähigkeit der Gewerkschaften in
       den Jahren  der Regierung Schmidt und danach auch auf parlamenta-
       rischer Ebene  drastisch zurückging.  All dies  zwang und  zwingt
       dazu, das gewerkschaftspolitische Instrumentarium auf seine Wirk-
       samkeit hin zu überprüfen und nach neuen Möglichkeiten der Inter-
       essenvertretung zu suchen. Da die Vorstöße der Unternehmer in al-
       len Fällen  auch auf neuen technisch-organisatorischen Regelungen
       fußen, richtete sich die gewerkschaftliche Aufmerksamkeit zwangs-
       läufig auch  auf die Frage nach der Angemessenheit der technikpo-
       litischen Konzeption des DGB und seiner Einzelgewerkschaften.
       
       3. Varianten der Neuorientierung
       --------------------------------
       
       Die relative  Unbestimmtheit der  Formel von der sozialen Beherr-
       schungsbedürftigkeit des technischen Wandels mittels sozialer Ge-
       staltung der  Technik erwies  sich zunächst  als Vorteil. Sie war
       mit keiner  der unterschiedlichen Strömungen und Konzeptionen in-
       nerhalb der  DGB-Gewerkschaften so  eng verbunden, daß ihre Über-
       nahme in die Programmatik des DGB und seiner Einzelgewerkschaften
       als Einbruch  in die  eigenen Positionen  hätte verstanden werden
       müssen. Tatsächlich liegen die Wurzeln der Erkenntnis von der ge-
       sellschaftlichen Abhängigkeit  der stofflichen Gestaltung techni-
       scher und  technisch-organisatorischer Problemlösungen in den un-
       terschiedlichsten wissenschaftlichen,  ideologischen und  gesell-
       schaftspolitischen Traditionszusammenhängen:  von  der  marxisti-
       schen Auffassung der Technik als einem Element der doppelt wider-
       sprüchlich determinierten  Produktivkraftentwicklung  (einerseits
       durch naturgesetzliche und andererseits durch - in sich ebenfalls
       widersprüchliche - historisch konkrete gesellschaftliche Interes-
       senkonstellationen) 27)  über die  systemtheoretische  Verkürzung
       dieses Zusammenhangs  im Rahmen  der techniktheoretischen Überle-
       gungen im  Einflußbereich des  Vereins Deutscher  Ingenieure seit
       Ende der  60er Jahre  28) bis  zum sozialdemokratisch-reformisti-
       schen Konzept  der weltmarktbezogenen  Modernisierung  der  Indu-
       striegesellschaft auf  der Grundlage qualitativen Wachstums (u.a.
       mittels umweltschonender  und in  anderer Weise  nützlicher  Pro-
       dukte) 29) und schließlich jener, vor allem durch Herbert Marcuse
       verkörperten, zum  heutigen Antiindustrialismus  führenden Tradi-
       tionslinie der  Kritischen Theorie,  derzufolge die "Maschinerie"
       in solchem Maße durch ihre kapitalistischen Enstehungsbedingungen
       determiniert ist,  daß sich  mit ihrer  Übernahme im  Sozialismus
       auch ihre Entfremdungsmechanismen so umfassend reproduzieren, daß
       der Sozialismus als Versuch zur Überwindung der Grenzen des Kapi-
       talismus sich auf diese Weise unausweichlich disqualifiziert. 30)
       Elemente aller dieser Auffassungen finden sich auch innerhalb der
       Gewerkschaften.
       Die  Formel   von  der   sozialen  Gestaltungsbedürftigkeit   und
       -fähigkeit der  Technik bildet  den gemeinsamen  Rahmen. Die kon-
       krete Bedeutung dessen, was unter der gemeinsamen Formel verstan-
       den wird,  ist entsprechend  vielfältig und  z.T. kontrovers. Den
       wichtigsten Kristallisationspunkt  der  Kontroversen  bildet  die
       Steinkühlersche Aufforderung zum Übergang vom traditionellen "Ja,
       aber..." zum  "Nein, wenn  nicht...". 31)  Gemeint ist ein grund-
       sätzliches Nein  zur Einführung neuer Systeme, sofern nicht zuvor
       ihre "soziale  Verträglichkeit" nachgewiesen  und gesichert  ist.
       Diese Maxime  solle an  die Stelle eines früheren grundsätzlichen
       Ja zur  Einführung neuer  Technik treten,  deren negative soziale
       Begleiterscheinungen durch  entsprechende  Kompensationsmaßnahmen
       lediglich abgemildert  wurden bzw.  werden sollten. 32) Demgegen-
       über hat  Detlef Hensche  mit Vehemenz  die Auffassung vertreten,
       daß das  "Nein, wenn nicht..." in solchen Fällen nicht ausreicht,
       in denen  entweder eine unvertretbare Störanfälligkeit von Syste-
       men gegeben  ist oder  in denen  "Technologien und technische Sy-
       steme so  mit ihrem  Zweck zusammenfallen,  daß die  Durchsetzung
       konkurrierender sozialer  Zwecke ausgeschlossen ist... Unter die-
       sen Umständen  ist es  müßig, über  die Frage  der  sozialen  Be-
       herrschbarkeit nachzusinnen."  Die einzig  sinnvolle Entscheidung
       sei in derartigen Fällen "ein Verbot, ohne Wenn und Aber". 33)
       In einer  stärker gesellschaftspolitischen  Akzentuierung, letzt-
       lich aber  mit ähnlichen  Konsequenzen wie Hensche, verweist auch
       der 2.  Landesvorsitzende der  IG Druck  und Papier in Hessen, M.
       Balder, auf Grenzen der sozialen Beherrschbarkeit: "Wirkliche Al-
       ternativen zu den profitorientierten Zwecken, wie sie von den Un-
       ternehmern gesetzt werden, und wirkliche soziale Beherrschbarkeit
       der neuen  Technologien lassen sich nur unter veränderten gesell-
       schaftlichen Machtverhältnissen  realisieren.  Und  diese  müssen
       voll und  konsequent propagiert  werden." 34)  Ohne  nennenswerte
       Einschränkungen der Unternehmermacht seien auch dem gewerkschaft-
       lichen Anspruch, über die "künftige Streckenführung des Technolo-
       giezuges" (Bleicher) mitzubestimmen, enge Grenzen gesetzt. Daraus
       folge: Die  Gewerkschaften "müssen ... auch bereit sein, ggf. den
       Zug zu  blockieren. Erst dann werden wir uns mit den Unternehmern
       auch über  die Streckenführung  unterhalten können."  35)  Balder
       wendet sich damit gegen einen Vorwurf, den Bleicher auf der tech-
       nologiepolitischen Konferenz des DGB erhoben hatte. Er hatte dort
       kritisiert, daß  die Gewerkschaften "gegen den Virus der Technik-
       dämonisierung" in den letzten Jahren wenig Widerstand aufgebracht
       hätten, daß "Kolleginnen und Kollegen den DGB aufgefordert haben,
       endlich eine klare Boykotthaltung einzunehmen und sich zum moder-
       nen 'Maschinensturm'  zu bekennen".  Und schließlich hätten "sich
       die Gewerkschaften in eine fruchtlose Diskussion darüber begeben,
       ob ...  dem technischen  Wandel mit einem 'Ja, aber ...' oder mit
       einem 'Nein, wenn nicht...'" begegnet werden solle. 36)
       Obwohl all  dies als Bestandteil eines Weges "in die technologie-
       politische Sackgasse"  kritisiert wird, ergibt sich in der Konse-
       quenz doch auch eine Übereinstimmung mit den zitierten Auffassun-
       gen Mensches  und Balders:  "Nicht ein  Nein zur Technik, sondern
       das klare  Nein zu  einer Politik  in Betrieb, Wirtschaft und Ge-
       sellschaft, die den Technikeinsatz einseitig im Interesse der Ar-
       beitgeber fördert,  muß das Kernziel unserer Politik und Mitglie-
       derorientierung sein." Zugespitzt formuliert: "Es geht um die Po-
       litisierung der  Technikauseinandersetzung und nicht um die Tech-
       nisierung der Politik". 37)
       Die trotzdem nicht zu überhörenden Differenzen liegen in den Ant-
       worten auf die Frage,  w e l c h e  Politik den gestellten Anfor-
       derungen gerecht  wird. Balder zielt auf die kapitalistische Pro-
       fitproduktion als solche; in diesem Sinne wünscht er "in hoffent-
       lich nicht allzu ferner Zukunft ohne die Unternehmer auskommen zu
       können". 38)  Bleichers Bemerkungen  zielen  auf  eine  an  indu-
       striegesellschaftlichen  Vorstellungen   orientierte  Modernisie-
       rungspolitik, die  die "einseitig  im Interesse  der Arbeitgeber"
       39) wirkende  gegenwärtige Technologie-  und Gesellschaftspolitik
       durch eine  Politik ersetzt wissen möchte, die durch mehr soziale
       Symmetrie gekennzeichnet  ist. Der  Vorsitzende der IG Chemie-Pa-
       pier-Keramik, H. Rappe, geht auf diesem Wege erheblich über Blei-
       cher hinaus.  Der Fluchtpunkt seiner Überlegungen ist "die Chance
       der deutschen Volkswirtschaft in der Hochtechnologie". 40)
       Zusammenfassend läßt sich also festhalten: Unter dem Eindruck von
       ökonomischer Krise, unternehmerischen Rationalisierungsoffensiven
       und wachsenden  Durchsetzungsproblemen der  Gewerkschaften  voll-
       zieht sich  eine technikpolitische  Neuorientierung des  DGB  und
       seiner Einzelgewerkschaften,  die sowohl  analytisch als  auch in
       der Bewertung  des technischen Fortschritts zu kritischeren Posi-
       tionen gelangt  als in  der Vergangenheit.  Sie findet ihren Aus-
       druck in  der heute weitgehend akzeptierten Formel von der sozia-
       len Beherrschungsbedürftigkeit  des technischen  Wandels  mittels
       sozialer Gestaltung der Technik. Diese Übereinstimmung bildet al-
       lerdings nicht  das Ende technikpolitischer und sonstiger gewerk-
       schafts- und  gesellschaftspolitischer Meinungsverschiedenheiten,
       sondern eine neue Grundlage ihrer Austragung.
       
       4. Neue Anforderungen
       ---------------------
       
       Die Realisierung der gestellten Aufgabe schreitet bis heute recht
       langsam voran.  Daran dürfte  sich auch  in Zukunft wenig ändern.
       Die Ursachen  liegen nicht  nur in  konzeptionellen  Meinungsver-
       schiedenheiten innerhalb  und zwischen  den Gewerkschaften und in
       den erwähnten  äußeren Schwierigkeiten  der Gewerkschaften in Ge-
       stalt veränderter  politischer, sozialer und ökonomischer Rahmen-
       bedingungen, sondern  zum erheblichen Teil auch in Problemen, die
       sich aus den stofflichen Besonderheiten der gegenwärtigen Produk-
       tivkraftentwicklung selbst ergeben.
       Dazu zählt erstens, daß technische und technisch-organisatorische
       Lösungen zunehmend  das Resultat  eines  w i s s e n s c h a f t-
       l i c h e n   Vorlaufs sind,  der neues  Wissen verarbeitet,  der
       sich außerhalb des Erfahrungs- und Zugriffsbereichs der "vor Ort"
       Beschäftigten vollzogen hat und der bei diesen zu einer mehr oder
       minder nachhaltigen  Entwertung  "vor  Ort"  erworbenen  Arbeits-
       wissens führt.  Dazu gehört  zweitens, daß  die  Erfolge  in  der
       Informationsverarbeitung die  "Maschinisierung"  erheblicher  Be-
       reiche von  "Kopfarbeit" erlauben,  und zwar - der Tendenz nach -
       in  jeglichem  Arbeitsfeld.  Es  handelt  sich  in  diesem  Sinne
       tatsächlich um  eine Veränderung  in der  "Anatomie  der  Arbeit"
       (Marx). Die betreffenden Veränderungen sind daher außergewöhnlich
       tiefgreifend, und  sie treten  massenhaft auf.  Drittens wächst -
       durch die  Möglichkeiten der  Informationsverarbeitung zusätzlich
       verstärkt -  der  S y s t e m c h a r a k t e r  wissenschaftlich
       technischer Produkte  (man spricht  zu Recht  immer  weniger  von
       Turbinen, Auto,  Gewehren etc.  und immer  häufiger von Energie-,
       Verkehrs-,  Waffen-   und  sonstigen  Systemen)  sowie  a)  ihrer
       materiellen  und   qualifikatorischen  Entstehungsvoraussetzungen
       (häufig bis  in die Grundlagenforschung hinein), b) ihrer äußeren
       (insbesondere infrastrukturellen)  Funktionsvoraussetzungen (Bsp.
       Autotransport,  Bsp.   Verkabelung)  und   c)  ihrer  mittelbaren
       (ökologischen, sozialen, kulturellen) Folgen. Es geht damit nicht
       mehr allein um die Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von Ein-
       zelwirkungen,  sondern   -  auch  -  um  die  Notwendigkeit,  die
       S t r u k t u r   technisch-organisatorischer Systeme  und  ihrer
       Voraussetzungen und  Folgeprobleme   i m   g a n z e n  zu beein-
       flussen. Derartige  Einflußnahmen laufen  aber  zwangsläufig  auf
       eine alternative  Gestaltung technisch-organisatorischer Entwick-
       lungen und  Systeme hinaus.  I n s o f e r n  erwächst die Forde-
       rung nach  "sozialer Gestaltung des technischen Wandels" auch un-
       mittelbar aus  den stofflichen  Besonderheiten der  gegenwärtigen
       Produktivkraftentwicklung.
       Auf sie  zu verzichten  hieße nicht  etwa, sich mit dem gegebenen
       Niveau der  Interessenvertretung zu  begnügen, sondern immer mehr
       an Handlungsmöglichkeiten  und Einfluß zu verlieren und somit auf
       ein entsprechend niedrigeres Niveau zurückzufallen. Die Forderung
       nach sozialer  Gestaltung des  technischen Wandels  ist damit für
       die Gewerkschaftsbewegung  unverzichtbar geworden.  Dabei geht es
       gewiß  auch   um  die  breite  Mobilisierung  von    Gestaltungs-
       p h a n t a s i e.   Nicht weniger  wichtig ist  jedoch die  Ent-
       wicklung konkreter   Gestaltungs f ä h i g k e i t   und die not-
       wendige   Gestaltungs b e r e i t s c h a f t.    Die  darin  be-
       gründeten Herausforderungen der Gewerkschaftsbewegung sind außer-
       ordentlich groß.  Im folgenden  sollen drei Aspekte erörtert wer-
       den.
       
       4.1 Verwissenschaftlichung technisch-organisatorischer
       ------------------------------------------------------
       Problemlösungen
       ---------------
       
       Ohne kontinuierliche Information über die Funktionsprinzipien und
       die möglichen  sozialen Konsequenzen  neuer Systeme und die damit
       verbundenen organisatorischen  Konzepte der Unternehmer wird eine
       wirksame Gegenwehr  der Beschäftigten schon vom Ansatz her unmög-
       lich: Angesichts  der Entwertung ihres beruflichen Erfahrungswis-
       sens durch  extern entwickelte wissenschaftlich-technische Lösun-
       gen können  sie mangels fachlicher Kompetenz oftmals nicht einmal
       angemessene Abwehrforderungen formulieren. Um so weniger vermögen
       sie alternative Gestaltungsvorschläge zu entwickeln. Hier sind in
       der Regel auch der Betriebsrat und der örtliche gewerkschaftliche
       Funktionärskörper überfordert.  41) Einen  dauerhaften Ausweg er-
       öffnet letztlich  nur eine breite thematische und institutionelle
       Öffnung des  gesellschaftlichen  Wissenschaftsbetriebes  für  die
       spezifischen Interessen und Fragestellungen der Lohnabhängigen im
       allgemeinen und ihrer Gewerkschaften im besonderen sowie die Eta-
       blierung eines  entsprechenden Wissenstransfers.  Die Suche  nach
       Möglichkeiten einer  in Themenwahl und Themenbearbeitung (von der
       Auswahl und  Präzisierung der Fragestellungen über die Formen der
       Informationserhebung und  -verarbeitung bis  zur Formulierung von
       Ergebnissen und  den Formen  ihrer Veröffentlichung) ausdrücklich
       "arbeitnehmerorientierten Wissenschaft" bildet den gewerkschafts-
       und wissenschaftspolitisch  augenfälligsten Reflex der bezeichne-
       ten Problemlage. 42)
       Um die  Realisierung dieser  schon in  der ersten Hälfte der 70er
       Jahre entwickelten  Zielsetzung 43)  wenigstens in Ansätzen absi-
       chern zu  können, sind Anstrengungen vor allem in dreierlei Rich-
       tung unternommen  worden. Erstens wurde versucht, die Beziehungen
       zu wissenschaftlichen  Einrichtungen, insbesondere  zu  einzelnen
       Hochschulen, im Rahmen von Kooperationsverträgen zu vertiefen und
       zu institutionalisieren. In diesem Zusammenhang sind einzelne Ko-
       operationsverträge (Bremen,  West-Berlin, Bochum, Dortmund, Saar-
       brücken, Marburg,  Hamburg) 44)  und die fünf Kooperationsstellen
       zu nennen.  45) Zweitens  entstehen Einrichtungen zur Beförderung
       eines an  den Interessen  der Gewerkschaft orientierten Transfers
       von Know-how aus dem Wissenschaftssystem in die gewerkschaftliche
       Praxis (Technologieberatungsstelle  des DGB  in NRW und Innovati-
       ons- und Technologieberatungsstellen der IGM in Hamburg und West-
       Berlin). 46) Drittens sehen sich die Gewerkschaften genötigt, auf
       politischer Ebene  mehr Einfluß  zu entfalten.  Dies gilt  sowohl
       hinsichtlich der  staatlichen Forschungs-  und Technologiepolitik
       47) als  auch für die Ausbildungspolitik, insbesondere soweit sie
       die Inhalte  und berufspolitischen  Zielsetzungen und  die Formen
       des Studiums  künftiger Naturwissenschaftler  und Ingenieure  be-
       trifft. 48)
       Die gewerkschaftlichen  Ziele dieser  Bestrebungen wurden bislang
       nur in  ersten Ansätzen erreicht. Gleichwohl ist (im Vergleich zu
       den 60er  Jahren) ein  Entwicklungsprozeß zu verzeichnen, der be-
       achtlich ist.  Zum einen  wurde das Wissenschaftssystem überhaupt
       mit dem  gewerkschaftlichen Anspruch auf eine Öffnung für die In-
       teressen und  Probleme der  Lohnabhängigen konfrontiert  und  zur
       Stellungnahme gezwungen.  Zum zweiten gingen (vor allem im Zusam-
       menhang des  HdA-Programms) von diesen gewerkschaftlichen Ansprü-
       chen wichtige  Anstöße für  die Industriesoziologie aus. Vom Pro-
       gramm "Sozialverträgliche  Technikgestaltung" (SoTech) des Landes
       Nordrhein-Westfalen gehen  vergleichbar intensive  Wirkungen  auf
       die Forschung aus. 49) Das Ergebnis besteht nicht allein in einer
       großen Zahl wissenschaftlicher Publikationen, sondern auch in ei-
       ner noch  vor zwanzig  Jahren kaum  denkbaren Ausdehnung und Ver-
       stärkung der  Kontakte zwischen Wissenschaftlern und Gewerkschaf-
       ten.
       Die gewerkschaftsinternen  Resultate scheinen  zunächst vor allem
       darin zu  bestehen, daß  gerade die Kette relativer Mißerfolge in
       dem Versuch,  das HdA-Programm  der Bundesregierung als - aus ge-
       werkschaftlicher Sicht  - Schlüsselprogramm der Forschungspolitik
       zu nutzen,  innerhalb der  Organisation die  Notwendigkeit  einer
       wirksamen gewerkschaftlichen  Beeinflussung der  staatlichen For-
       schungspolitik erst in ihrer ganzen Bedeutung hat sichtbar werden
       lassen. 50)  Im Hinblick  auf  das  SoTech-Programm  sind  daraus
       rechtzeitig Konsequenzen gezogen worden. 51) Mit der Neuformulie-
       rung und  Intensivierung der  Bemühungen um die betriebliche wis-
       senschaftlich-technische Intelligenz - u.a. in ihrer Funktion als
       Trägerin von  benötigtem Expertenwissen - ist in den letzten Jah-
       ren eine  weitere Anpassung der gewerkschaftlichen Politik an die
       Erfordernisse  der   Informationsbeschaffung  und   -verarbeitung
       vollzogen worden. Die IGM hat hier bis heute eine Vorreiterrolle.
       52)
       Das externe  Problem der Beschaffung des notwendigen Wissens über
       die Funktionsprinzipien  und die sozialen Dimensionen neuer tech-
       nisch-organisatorischer  Systeme   und  Rationalisierungsprozesse
       stellt nach alledem heute nicht mehr das Hauptproblem dar. Demge-
       genüber treten immer stärker gewerkschaftsinterne Probleme in den
       Vordergrund. Das  gilt zuerst für die innergewerkschaftliche Ver-
       mittlung dieses  Wissens an  Mitglieder und  Funktionsträger.  In
       diesem Sinne sind in den vergangenen Jahren von den Einzelgewerk-
       schaften und  vom DGB in großer Zahl Materialien erstellt worden,
       die in  leicht faßlicher Weise Auskunft über technische und orga-
       nisatorische Grundprozesse  und -konzepte geben (Personalplanung,
       -datenerfassung, Bildschirmgeräte,  -text,  neue  Medien,  Compu-
       tereinsatz in der Konstruktion u.a.m.). 53)
       Das größte interne Problem besteht in den Schwierigkeiten der Be-
       legschaften,  sich  verfügbares  Wissen  anzueignen,  auf  seiner
       Grundlage Handlungsansätze zu entwickeln und sie in die Tat umzu-
       setzen. Die Gewerkschaften haben dem schon im Rahmen des HdA-Pro-
       gramms durch  die Konzipierung eigener "Umsetzungsprojekte" Rech-
       nung zu  tragen versucht.  54) Im SoTech-Programm wird diesem An-
       satz noch größere Bedeutung beigemessen. 55) Ein weiteres Instru-
       ment zur  Erleichterung des praktischen Handelns im Falle von Ra-
       tionalisierungen sind  - mehr  oder minder  allgemein gehaltene -
       Leitfäden. 56)
       Die Tendenz  zur Entwertung von technologischem Arbeits- und son-
       stigem Erfahrungswissen wird von einer Tendenz zur Entwertung ge-
       werkschaftlicher Kampferfahrung, überkommener Formen der innerge-
       werkschaftlichen Kommunikation und der Politikentwicklung beglei-
       tet, die  sich naturgemäß im Funktionärskörper besonders nachhal-
       tig bemerkbar macht. Im gleichen Maße wächst auch hier die Bedeu-
       tung des  Zugriffs auf  w i s s e n s c h a f t l i c h e s  Wis-
       sen und  der Fähigkeit,  damit zu arbeiten, und zwar nicht nur im
       Hinblick auf neue Anforderungen in den Betrieben, sondern auch im
       "Innenleben" der gewerkschaftlichen (und politischen) Arbeiterbe-
       wegung. Ein äußerer Ausdruck dieser Tendenz ist der wachsende An-
       teil solcher Funktionäre, die weitergehende Bildungseinrichtungen
       besucht haben - bis hin zu den vielbeschworenen "Doktoren im Vor-
       stand" (FAZ).  Ein weniger spektakulärer, in der Praxis aber wohl
       erheblich gewichtigerer Aspekt besteht darin, daß heute zwei ver-
       schiedene Funktionärstypen  "koexistieren", die  sich - als Typus
       des klassischen  Arbeiterfunktionärs auf  der einen Seite und als
       Absolventen sekundärer  und tertiärer Bildungsgänge auf der ande-
       ren Seite  - nicht  nur in  ihren formellen Bildungsgängen und im
       Weg ihrer  gewerkschaftlichen "Karriere",  sondern auch  in ihren
       sozialtypischen  persönlichen  Interessen  und  Verhaltensmustern
       voneinander unterscheiden  und die sich auf dieser Grundlage z.T.
       erheblich aneinander  reiben. Je  mehr die soziale Gestaltung des
       technischen Wandels zu einer Aufgabenstellung des gewerkschaftli-
       chen Alltags wird, um so mehr spitzt sich die hier skizzierte in-
       terne Problematik zu.
       
       4.2 Systemcharakter/systemische Wirkungen
       -----------------------------------------
       technisch-organisatorischer Lösungen
       ------------------------------------
       
       Das notwendige  Verständnis technisch-organisatorischer  Verände-
       rungen muß heute - ihrem "systemischen Charakter" 57) und dem Sy-
       stemcharakter ihrer  materiellen und  qualifikatorischen  Entste-
       hungsvoraussetzungen, ihrer  äußeren Funktionsvoraussetzungen und
       ihrer mittelbaren  Folgen entsprechend  - sehr viel weiter gefaßt
       werden als  in der  Vergangenheit. Dies verlangt nicht alleine im
       Betrieb eine  entsprechend umfassende  Sichtweise,  sondern  auch
       eine erhebliche Ausweitung des Blickfeldes in Richtung auf solche
       Zusammenhänge und  Abhängigkeiten, die  über den  Betrieb als den
       klassischen Kernbereich gewerkschaftlicher Aufmerksamkeit und Ur-
       teilskraft hinausgehen: die Zukunft der Abteilung als Problem der
       Entwicklung des  Betriebes bzw.  ganzer Branchen  (z.B.  Werften,
       Stahl). Die Zukunft des Unternehmens als Funktion der Entwicklung
       der Kommunen  bzw. ganzer Regionen und umgekehrt. Die Veränderun-
       gen am Arbeitsplatz als Teil übergreifender wissenschaftlichtech-
       nischer  und  technisch-organisatorischer  Entwicklungen  (Infor-
       mations- und  Kommunikationstechnologien, Energieproduktion, Gen-
       technologie). Betriebliche  Innovationen  als  Konsequenzen  zen-
       traler Forschungs- und Technologiepolitik.
       Der Zwang,  sich mit  den  betriebsübergreifenden  Zusammenhängen
       wissenschaftlich-technischer (und  ökonomischer) Umbrüche ausein-
       anderzusetzen, ist  zwar nicht neu, hat aber qualitativ und quan-
       titativ erheblich  an Gewicht gewonnen. Die Gewerkschaften begin-
       nen sich  darauf einzustellen.  Allerdings überwiegt bislang noch
       die Analyse, während der Aspekt der alternativen Gestaltung weni-
       ger stark  entwickelt ist.  Es existieren Darstellungen bereichs-
       und branchentypischer    R a t i o n a l i s i e r u n g s k o n-
       z e p t e,  58) Darstellungen mit programmatischen Ausarbeitungen
       zu charakteristischen  Entwicklungsproblemen einzelner   B r a n-
       c h en,   59) einzelner  Regionen, 60) und auch einzelner  w i s-
       s e n s c h a f t l i c h - t e c h n i s c h e r    S c h l ü s-
       s e l b e r e i c h e,   61) sowie  zu Möglichkeiten und Umrissen
       alternativer Produktionsprogramme. 62)
       Wo der  Versuch unternommen wird, den betriebsübergreifenden Wir-
       kungszusammenhängen  technologischer  Veränderungen  Rechnung  zu
       tragen, entstehen  weitere Herausforderungen.  Die Gewerkschaften
       werden -  insbesondere in  Gestalt von  Bürger-, Wissenschaftler-
       und sonstigen  Initiativen -  mit politischen  Akteuren  konfron-
       tiert, auf  deren Kooperationsbereitschaft sie sowohl wegen deren
       Sachverstand als auch der spezifischen Handlungsmöglichkeiten und
       des politischen  Gewichts derartiger Gruppen (Umweltprobleme, 63)
       Infrastrukturprobleme, Probleme des Städte- und Wohnungsbaus, En-
       ergieprobleme) nicht  selten angewiesen  sind. Da  aber derartige
       Initiativen,  Zusammenschlüsse  und  Gruppen  den  Gewerkschaften
       nicht selten  fremd gegenüberstehen  (bezüglich ihrer institutio-
       nellen Strukturen und Arbeitsprinzipien in politischer, ideologi-
       scher und sozialkultureller Hinsicht), kommt es von beiden Seiten
       immer wieder  zu Konflikten und Abgrenzungen. Konkrete Erfolge in
       der Beeinflussung  des technischen  Wandels sind  aber nur in dem
       Maße denkbar, wie derartige Tendenzen in Grenzen gehalten und die
       unvermeidlichen Konflikte  produktiv genutzt werden. Andererseits
       geht gerade  von den  systemischen Wirkungszusammenhängen der mo-
       dernen Technik  ein nachhaltiger Zwang aus, in die Richtung einer
       solchen Kooperation voranzuschreiten. Entsprechende Ansätze haben
       sich sowohl  in bezug  auf  einzelne  wissenschaftlich-technische
       Schlüsselbereiche (z.B.  Gentechnologie) als  auch in  regionalen
       Zusammenhängen herausgebildet  (z.B. Saarland, Bremen, NRW, Nürn-
       berg). Sie bewegen sich aber bis heute in sehr engen Grenzen.
       
       4.3 Politisierung der Konflikte und wachsendes Gewicht
       ------------------------------------------------------
       der "Basis"
       -----------
       
       Aus dem  wachsenden Systemcharakter der neuen Technik ergibt sich
       weiter, daß  die Beeinflussung  der immer  komplexeren und ausge-
       dehnteren Vernetzungszusammenhänge auch entsprechend weitreichen-
       dere Instrumente erfordert. Eine solche Einflußnahme berührt ent-
       sprechend schneller  und nachhaltiger die hierarchisch übergeord-
       neten Entscheidungsebenen  bis hin  zur Bundesebene. 64) Zugleich
       werden schneller  und nachhaltiger Kernbereiche der gesellschaft-
       lichen Machtfragen  berührt: vom  Anspruch auf  Mitbestimmung bei
       der Einführung  neuer Systeme und der Ausgestaltung der damit zu-
       sammenhängenden arbeitsorganisatorischen und Entlohnungsfragen im
       Betrieb über Gestaltungsansprüche auf der Ebene der Kommunen, der
       Regionen und  der Branchen  bis hin  zur gesamtgesellschaftlichen
       Ebene: von  der Forschungspolitik bis zur Wirtschaftspolitik, von
       der rechtlichen  Normierung chemischer Belastungen von Mensch und
       Natur bis  hin zur  allgemeinen Regelung der Mitbestimmung in der
       Betriebsverfassung. In  allen Fällen  stoßen  die  Gewerkschaften
       "unausweichlich auf die bestehenden Machtstrukturen in Wirtschaft
       und Gesellschaft":  65) Damit entsteht eine Tendenz zur umfassen-
       den Politisierung aller Elemente der Auseinandersetzung um alter-
       native Gestaltungen  technisch-organisatorischer Prozesse. Im Ge-
       genzug ist  eine nicht  minder "umfassende  Politisierung der Ge-
       werkschaftsarbeit erforderlich".  66) Insofern  lassen  sich  die
       heutigen Herausforderungen  weder auf  die Entfaltung von Gestal-
       tungsphantasie noch  auf die  Ausbildung einer wachsenden gewerk-
       schaftlichen Sachkompetenz  reduzieren. Die nachhaltigste Heraus-
       forderung besteht  darin, daß auch die Fähigkeit und Bereitschaft
       wachsen muß,  sich mit  den bestehenden gesellschaftlichen Macht-
       verhältnissen zu  konfrontieren und sie im Interesse der abhängig
       Beschäftigten zu verändern.
       Die Herausforderung ist doppelter Art: Sie bezieht sich auch hier
       zum einen  auf das Instrumentarium des "externen" Handelns in der
       Auseinandersetzung  mit  den  Unternehmern  und  der  staatlichen
       Seite. Nicht  minder bedeutsam  ist die  "interne" Dimension  der
       Herausforderung, und  zwar sowohl bezüglich der erforderlich wer-
       denden Mobilisierungsformen  67) einschließlich  der  notwendigen
       Informations- und  Kommunikationsprozesse als  auch bezüglich der
       Richtung der  Mobilisierung. Das in diesem Zusammenhang augenfäl-
       ligste Moment  besteht in folgendem: In beiderlei Hinsicht wächst
       die Bedeutung  der gewerkschaftlichen "Basis" als Subjekt der In-
       teressenvertretung.
       Was die "externe" Seite betrifft, ist die Durchsetzung neuer Mit-
       bestimmungsmöglichkeiten mehr  als je  zuvor zu  einer Schlüssel-
       frage geworden.  Im Gegensatz  zu der  gewerkschaftlichen  Losung
       "Neue Technologien erfordern mehr Mitbestimmung" 68) lehnt es die
       Bundesvereinigung Deutscher  Arbeitgeberverbände "allerdings wei-
       ter kategorisch  ab, daß die Einführung neuer Techniken zum Anlaß
       genommen wird, die Mitbestimmung auszuweiten", da sie "für unver-
       einbar mit der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit über Inve-
       stitionen und  Innovationen" gehalten wird. 69) Es geht um Mitbe-
       stimmungsmöglichkeiten auf  allen drei  gewerkschaftlichen  Hand-
       lungsebenen: auf  allgemeinpolitischer Ebene,  auf der  Ebene der
       Tarifvertragsgestaltung und  auf der Ebene der Unternehmens- bzw.
       betriebs- und  arbeitsplatzspezifischen Regelungen.  Obwohl  auch
       die  1982  vom  DGB-Bundeskongreß  beschlossene  "Mitbestimmungs-
       initiative" trotz  allen  Bemühens  zur  Überwindung  der  "Unzu-
       länglichkeiten früherer  Mitbestimmungskampagnen" 70) einen über-
       wiegend  deklamatorischen   Charakter  behielt,   hat  die   Mit-
       bestimmungsdiskussion doch  in den  zurückliegenden  Jahren  eine
       beachtliche Konkretisierung  ihrer Ziele  und  Aufgabenstellungen
       erfahren. Sie  reichen von  der Mitbestimmung am Arbeitsplatz 71)
       über die  Mitbestimmung bei  der Einführung  spezieller Technolo-
       gien, 72)  bei der Software-Gestaltung, 73) bei der Schaffung von
       Mischarbeit 74)  bis zur  Problematik der  Mitbestimmung bei  der
       Produktgestaltung bzw.  -konversion. 75) Neben der traditionellen
       Ebene des  Kampfes um  gesetzliche Regelungen von Mitbestimmungs-
       möglichkeiten durch Betriebsverfassungs- und Personalvertretungs-
       gesetz 76)  spielt vor  allem die  Problematik tarifvertraglicher
       Absicherungen  von  Mitbestimmungsmöglichkeiten  eine  Schlüssel-
       rolle. 77)
       Breitere Erfolge  erscheinen freilich  nur dann möglich, wenn mit
       der Formulierung entsprechender Teilziele und Strategien zugleich
       die "internen"  Voraussetzungen geschaffen  werden, von denen die
       Entfaltung der gewerkschaftlichen Kampfkraft abhängt. Der techni-
       sche Umbruch  erzwingt hier die Revision vieler bisheriger Infor-
       mations-, Kommunikations-  und Mobilisierungsformen.  Das Gewicht
       der Mitgliederbasis  im allgemeinen und "vor Ort" wächst dabei in
       einem Maße,  das es  rechtfertigt, nicht  nur von einem quantita-
       tiven Bedeutungszuwachs,  sondern -  jedenfalls perspektivisch  -
       von einer neuen Qualität zu sprechen.
       Für eine  solche Ansicht  sprechen folgende Punkte. Den Unterneh-
       mern geht  es -  objektiv begründet  durch die gewachsene Gesell-
       schaftlichkeit von Wissenschaft und Technik und die darin begrün-
       dete Tendenz  zur Politisierung  selbst von Teilproblemen - immer
       öfter und frühzeitiger "ums Prinzip". Daraus folgt zum einen: Ein
       erfolgreiches  Handeln   der  gewerkschaftlichen   Leitungen  auf
       "ihren" Ebenen  (z. B. Tarifpolitik, Beeinflussung politisch-par-
       lamentarischer Prozesse in Bund und Ländern) erfordert heute mehr
       als je  zuvor die  Mobilisierung  der  vollen  gewerkschaftlichen
       Kraft, mithin  der "Basis". In dieser Perspektive bleibt die ope-
       rative Eigenständigkeit  der "Basis"  allerdings noch - traditio-
       nell -  gering. Sie ähnelt einer Eingreiftruppe, die je nach tak-
       tischer Entscheidung  der Truppenführung  in Alarm  versetzt, ins
       Gefecht geführt,  wieder herausgenommen und schließlich demobili-
       siert wird. 78)
       Die Rolle  der "Basis" wächst noch aus einem anderen Grunde - und
       hier mit  anderen Konsequenzen. Wie oben dargelegt, setzt bereits
       die Formulierung "paßgerechter" Abwehrforderungen heute in beson-
       derer Weise  sachkundige Belegschaften  voraus.  In  die  gleiche
       Richtung weist  der Umstand, daß vertragliche Abmachungen mit den
       Unternehmern (Betriebsvereinbarungen,  Tarifverträge) häufig "vor
       Ort" in eigenen Auseinandersetzungen durchgesetzt und ggf. präzi-
       siert werden  müssen. Die  Schwierigkeiten bei  der betrieblichen
       Umsetzung der  Verhandlungsergebnisse des  Kampfs für die Einfüh-
       rung der  35-Stunden-Woche liefern  dafür bis heute zahllose Bei-
       spiele. 79) Bispinck und Helfert sprechen von einer tarifvertrag-
       lichen "Konkretionslücke",  die auf  der Ebene  der Tarifverträge
       grundsätzlich nicht  geschlossen werden  kann, so daß die unvoll-
       kommen bleibende "Gestaltungsorientierung" der Tarifpolitik durch
       eine "Mitbestimmungsorientierung" ergänzt werden sollte, die dann
       den Rahmen  für "eine betriebsnahe Arbeitsgestaltungspolitik" mit
       entsprechenden Rechten  der betroffenen  Beschäftigten setzt. 80)
       Die heute  gegebene Möglichkeit  flexibler und  permanenter tech-
       nisch-organisatorischer Umgestaltungen  im Betrieb  läßt das  Ge-
       wicht dieses  Faktors schnell  wachsen. Auch  von daher wird eine
       Stärkung der  gewerkschaftlichen Mitgliedschaft  "vor Ort"  immer
       wichtiger -  nicht nur  rein quantitativ, sondern auch qualitativ
       im Sinne  größerer Kompetenz  und Eigenständigkeit bei der Formu-
       lierung von  Teilzielen, im  Kampf um  deren Realisierung und bei
       der Verteidigung  errungener Erfolge:  "Die soziale  Beherrschung
       der Technik  - die Technikgestaltung - muß ... unmittelbar im Be-
       trieb ansetzen". 81)
       Andererseits verliert  darüber  der  gewerkschaftliche  "Apparat"
       nichts von  seiner Bedeutung. 82) Die faktische Politisierung al-
       ler mit  der Entwicklung und Nutzung von Wissenschaft und Technik
       zusammenhängenden Fragen  bewirkt, daß  selbst solche  Teilziele,
       die sich  nur auf einen personell eingegrenzten Bereich beziehen,
       durch die  unmittelbar betroffenen  Belegschaften "vor  Ort"  oft
       kaum mehr  allein durchgesetzt  werden können.  Auch hier ist die
       Unterstützung der Organisation vonnöten, um auch nur an einzelnen
       Punkten Durchbrüche erzielen zu können. In der Organisierung die-
       ser Unterstützung  liegt eine auf weite Strecken neue Aufgabe der
       Leitungsorgane der Gewerkschaften. Das bedeutet allerdings in der
       Praxis, daß  die Leitungen  gegenüber der  jeweiligen  Basis  ein
       Stück ihrer  klassischen funktionalen Dominanz und operativen Ei-
       genständigkeit aufgeben  müssen. Sie  verlieren nicht an Gewicht,
       sondern sie  müssen ihr Gewicht stärker auch dafür einsetzen, der
       Basis als  "Dienstleistungseinheit" zur Seite zu stehen, um deren
       Kampfkraft zu entwickeln und zu erhalten.
       
       5. Perspektiven
       ---------------
       
       Auch wenn die Gewerkschaften in ihrer eigenen Arbeitsweise gegen-
       wärtig noch weit davon entfernt sind, allen diesen Erfordernissen
       zu genügen,  so sind  heute zumindest schon Ansätze sichtbar. Die
       notwendigen Veränderungen  sind zum  einen quantitativer  Art: Es
       werden auf  allen Ebenen,  von den Hauptvorständen 83) bis in die
       Betriebsräte und  Vertrauensleutekörper, mehr Kollegen gebraucht,
       die imstande sind, die Umsetzung und Fortentwicklung der technik-
       politischen Beschlüsse  selbständig und mit der nötigen Kompetenz
       voranzutreiben. Ferner  wird die  technikpolitische  Information,
       Schulung und Betreuung der Belegschaften bzw. ihrer gewerkschaft-
       lich aktiven  Kerne noch erheblich zunehmen und verbessert werden
       müssen. 84) In qualitativer Hinsicht scheint es erforderlich, das
       gewerkschaftliche Handeln  durch  Integrationsprozesse  auf  drei
       verschiedenen Ebenen  auf die  Bewältigung der technikpolitischen
       Herausforderungen zu  konzentrieren. Das  betrifft zum ersten die
       Koordination innerhalb  und zwischen  den  verschiedenen  gewerk-
       schaftlichen Handlungsfeldern  (dem  politisch-parlamentarischen,
       dem tarifpolitischen  und dem Unternehmens- und betriebsbezogenen
       Handeln) und  ihre gemeinsame Ausrichtung auf ausgewählte Schwer-
       punkte. Das  betrifft zweitens die Aufgabe, die Kompetenz und die
       praktischen Handlungsmöglichkeiten der verschiedenen Betroffenen-
       gruppen unter  Berücksichtigung ihres  Sozialcharakters und ihrer
       spezifischen Interessen  zu erschließen  und zu nutzen, insbeson-
       dere die  der Angestellten  und hier nicht zuletzt die der Natur-
       wissenschaftler und  Ingenieure. Zugleich  müssen neue Formen ge-
       funden werden,  die helfen,  die wechselseitige Fremdheit der be-
       treffenden Belegschaftsgruppen  wenigstens innerhalb  des gewerk-
       schaftlichen Aktivkreises  zurückzudrängen. 85)  Drittens geht es
       um die Überwindung einer rein betriebs- und arbeitsplatzbezogenen
       Betrachtungsweise  technischer  Entwicklungen  zugunsten  solcher
       Zielstellungen und  Handlungsformen, die der betriebsübergreifen-
       den Vernetzung ihrer Wirkungen und Probleme entsprechen. 86)
       In allen  Gewerkschaften wird  gegenwärtig einzelnen Aspekten der
       genannten Punkte  verstärkte Aufmerksamkeit entgegengebracht. Nur
       ein Teil  der Gewerkschaften  hat die betreffenden Zielstellungen
       in eigenen  Programmen zusammengefaßt. Diese Programme weisen da-
       bei einen  sehr unterschiedlichen Grad jener Integration der Ein-
       zelaufgaben und  der Entwicklung des zu ihrer Realisierung erfor-
       derlichen gewerkschafts-  und organisationspolitischen Instrumen-
       tariums auf,  die es  erst erlaubt,  von einem  K o n z e p t  zu
       sprechen. Ein  charakteristisches Beispiel für rein additive Nen-
       nungen von  Aufgaben, denen darüber hinaus keine Angaben über die
       Entwicklung der  zu ihrer  Erfüllung notwendigen  - und  vielfach
       erst zu  schaffenden -  Infrastruktur beigegeben sind, bildet das
       bereits  erwähnte   ÖTV-Arbeitsprogramm  "Neue   Techniken/Ratio-
       nalisierung". Ähnliches  gilt für das noch von Siegfried Bleicher
       verantwortete Teilprogramm  "Angestelltenpolitik des  DGB in  den
       80er Jahren".  87) Analytisch  gehaltvoller, selbstkritischer und
       gewerkschafts- und  organisationspolitisch  konstruktiver  fallen
       dagegen die  ebenfalls von  Bleicher vertretenen "9 Thesen der IG
       Metall zur  Angestelltenarbeit" 88)  aus. Weiterführende  Ansätze
       zur   Entfaltung    gewerkschaftlicher   Gestaltungskraft   durch
       frühzeitige Einbeziehung  der betrieblichen  Basis (vor  allem im
       Zusammenhang tarifvertraglicher  Zielstellungen) finden  sich bei
       HBV und  IG Druck.  89) Den höchsten Grad der Integration im oben
       angesprochenen Sinne weist bislang das IG-Metall-Programm "Arbeit
       und Technik"  auf. Es ist darüber hinaus durch seine starke Hand-
       lungsorientierung   das   einzige   Programm,   das   den   Namen
       "Aktionsprogramm" zu Recht trägt.
       Die bislang  vorliegenden Erfahrungen deuten darauf hin, daß auch
       das Programm  "Arbeit und Technik" - zumindest gegenwärtig - noch
       nicht ausreicht, um die notwendige gewerkschaftliche Handlungsfä-
       higkeit herzustellen.  Bis zu einem gewissen Grade scheint es so-
       gar zu  Selbstblockierungen zu führen: Die hauptamtlichen Vertre-
       ter der  Organisation sehen sich "objektiv gestiegenen Handlungs-
       anforderungen" ausgesetzt,  denen "zunehmend  eingeschränkte Res-
       sourcen und  Handlungsmöglichkeiten auf  selten der  Organisation
       gegenüberstehen". 90)  Eine vergleichbare  Konstellation  scheint
       auf Betriebsratsebene  zu bestehen - mit der Konsequenz, daß jede
       "Seite" von der jeweils anderen erwartet, sie möge durch vermehr-
       ten Einsatz  den eigenen  Engpaß überwinden  helfen. Ein weiteres
       Problem scheint  in der Gefahr zu liegen, daß die starke Betonung
       des Gestaltungsinteresses  nicht hinreichend  mit den  brennenden
       beschäftigungspolitischen Fragen verzahnt wird oder verzahnt wer-
       den kann,  so daß sich beide Momente als Alternativen wechselsei-
       tig im Wege zu stehen drohen.
       Trotz derartiger  Probleme sind  die äußeren Bedingungen für eine
       Nutzung  des   Aktionsprogramms  als   Mittel  einer   "'General-
       mobilmachung' unserer  Organisation" 91)  heute relativ  günstig.
       Die erwähnte  Befragung "Gewerkschaften vor den Herausforderungen
       der  90er   Jahre"  erbrachte   unlängst   "eine   eindrucksvolle
       Unterstützung für  die gewerkschaftliche Position": 92) 89% aller
       Befragten sprechen  sich für  eine  "Mitsprache  der  betroffenen
       Arbeitnehmer bei der Einführung Neuer Technologie" aus (50% sogar
       mit "sehr  starker Zustimmung"),  93) und mehr als die Hälfte der
       Befragten wünscht  eine "Beteiligung  der Gewerkschaften  an  der
       gesellschaftlichen Steuerung  des technischen Wandels". 94) Dabei
       liegen die Werte in allen Befragtengruppen außer bei an- bzw. un-
       gelernten Arbeitern  (43%) deutlich  über 50% (höhere Angestellte
       54%, höhere  Beamte 67%, Facharbeiter 55%). Selbst die CDU-Anhän-
       ger unter  den Befragten  sprechen sich noch mit 43% für eine Be-
       teiligung der Gewerkschaften aus. 95)
       Allerdings wird  unter "Beteiligung"  sehr Unterschiedliches ver-
       standen: 32% plädieren für die Variante "Kooperation Gewerkschaf-
       ten-Unternehmer" (SPD-Anhänger  36%; gewerkschaftliche Aktivisten
       34%), während die Variante "mehr Mitbestimmungsrechte für Gewerk-
       schaften und  Betriebsräte" lediglich  von 19%  der Berufstätigen
       unterstützt wird  (SPD-Anhänger 23%, Grüne 34%). Selbst im Kreise
       der gewerkschaftlichen  Aktivisten unterstützen  der Umfrage  zu-
       folge nur 30% die letztgenannte Forderung. 96)
       Die Verfasser  werten diesen Befund als Ablehnung einer nicht nä-
       her bezeichneten  gewerkschaftlichen "Verweigerungsstrategie" zu-
       gunsten einer  Strategie, "die  konstruktive Antworten  auf  eine
       komplexe Problemsituation  liefert". 97)  Es könnte  sich  jedoch
       auch um  einen Ausdruck  ganz gewöhnlichen sozialpartnerschaftli-
       chen Denkens  und entsprechender  Furcht vor Konfrontationen zwi-
       schen Kapital und Arbeit handeln.
       Die Formel von der sozialen Gestaltungs- und Beherrschungsbedürf-
       tigkeit des Produktivitätsfortschritts stünde dem nicht notwendi-
       gerweise entgegen. Sie bildet für einen Teil ihrer Anhänger immer
       schon eine  Formel, in der die ideologische und politische Grund-
       figur der  "Industriegesellschaft" in  etwas  zeitgemäßerer  Form
       fortgeführt werden  kann und soll: gesellschaftlicher Fortschritt
       durch Veränderungen  der Produktivkräfte   a n s t a t t    durch
       Veränderungen der  gesellschaftlichen Macht-  und Produktionsver-
       hältnisse. Die  "Modernisierung der  Volkswirtschaft" als sozial-
       partnerschaftlich konservierendes  Alternativkonzept zu  grundle-
       genden gesellschaftlichen  Veränderungen bringt diese Traditions-
       linie auch  in den Gewerkschaften am nachhaltigsten zum Ausdruck.
       98) Die  Erfahrung zeigt  jedoch: Jede praktische Auseinanderset-
       zung um  nachhaltige Gestaltungsfortschritte im Interesse der ab-
       hängig Beschäftigten  kollidiert zwangsläufig  mit den Interessen
       der Unternehmer und entfaltet sich insofern unvermeidlich und von
       vornherein als Konfrontation zwischen Lohnarbeit und Kapital. 99)
       Die Konsequenz:  Entweder wird dieser Sachverhalt erkannt und zum
       Fluchtpunkt der  gewerkschaftlichen Praxis erhoben, oder die Auf-
       forderung zur sozialen Beherrschung des technischen Wandels durch
       soziale Gestaltung  bleibt Rhetorik.  Die neuen Techniken stellen
       die Gewerkschaften  damit vor  eine doppelte Herausforderung: Vor
       eine  Herausforderung   ihrer  technikpolitischen      Handlungs-
       f ä h i g k e i t   und vor  eine Herausforderung  ihrer  gewerk-
       schafts-  und  gesellschaftspolitischen    Handlungs b e r e i t-
       s c h a f t.
       
       _____
       1) E. Breit,  Vollbeschäftigung und  Lebensqualität durch  Mitbe-
       stimmung, Arbeitszeitverkürzung und Humanisierung, DGB 1985, S. 3
       (Hervorh. H.L.).
       2) Arbeitsprogramm Neue  Techniken/Rationalisierung  der  Gewerk-
       schaft ÖTV, Stuttgart 1986 (Hervorh. H.L.).
       3) G. Brandt/O. Jacobi/W. Müller-Jentsch, Anpassung an die Krise.
       Gewerkschaften in  den 70er  Jahren, Frankfurt/M., New York 1982,
       S. 159.
       4) K. Benz-Overhage,  Herausforderungen der  Gewerkschaften durch
       Wissenschaft und Technik - Thesen zur Entwicklung forschungs- und
       technologiepolitischer Positionen  der IG  Metall, in: Hochschule
       in der Demokratie, Freiburg 1986, S. 219.
       5) U. Briefs, Technische Rationalisierung, in: U. Briefs/E. Fehr-
       mann/R. Hickel  u.a., Technologische  Arbeitslosigkeit. Ursachen,
       Folgen, Alternativen, Hamburg 1984, S. 105.
       6) Dazu: H.  Klosterhuis, Rationalisierung  und gewerkschaftliche
       Gegenwehr, Frankfurt/M. 1979.
       7) Dazu: G. Trautwein-Kalms, Gewerkschaften und Humanisierung der
       Arbeit: Zur  Bewertung des  HdA-Programms, Frankfurt/M., New York
       1980; siehe  auch schon M. Helfert: Industrielle Arbeit als poli-
       tische Gestaltungsaufgabe, in: WSI-Mitteilungen 1/1971, S. 17-27.
       8) Vgl. G. Trautwein-Kalms, a.a.O., S. 211.
       9) Diese kommt  etwa in  der IGM-Entschließung zur Automation des
       Jahres 1958  (gleichlautend DGB-Bundeskongreß  1962) zum Ausdruck
       (in: Automation  und technischer  Fortschritt in  Deutschland und
       den USA,  Frankfurt/M. 1965, S. 336 ff.). Ferner: H. Klosterhuis,
       a.a.O.; für die Zeit der Weimarer Republik: P. Hinrichs/L. Peter,
       Industrieller Friede?  Arbeitswissenschaft, Rationalisierung  und
       Arbeiterbewegung in  der Weimarer  Republik, Köln  1976; A. Hoff,
       Gewerkschaften und Rationalisierung - ein Vergleich gewerkschaft-
       licher Argumentationsmuster  heute und  vor fünfzig  Jahren,  in:
       Mehrwert. Beiträge zur Kritik der Politischen Ökonomie, Nr. 15/16
       (1978), S.  167-208; G.  Stollberg, Die  Rationalisierungsdebatte
       1908-1933. Freie  Gewerkschaften zwischen  Mitwirkung und  Gegen-
       wehr, Frankfurt/M., New York 1981.
       10) F. Steinkühler, Gewerkschaftliche Positionen zur sozialen Be-
       herrschbarkeit der  Technik,  in:  Gewerkschaftliche  Monatshefte
       9/1985, S. 563-570.
       11) D. Hensche,  Es wird  Zeit, auch einmal nein zu sagen. Wo so-
       ziale Beherrschbarkeit  zur Lebenslüge  werden kann, in: ebd., S.
       554-562.
       12) F. Steinkühler (1985), a.a.O., S. 564.
       13) S. Bleicher,  Die soziale Bewältigung der technischen Heraus-
       forderung. Zukunftsperspektiven  von Arbeit, Gesellschaft und Po-
       litik. Technologiepolitische Konferenz des DGB vom 12. bis 14. 9.
       1985 in Bonn, hektograph. Ms., S. 12.
       14) Ebd., S. 14.
       15) Vgl. auch Antrag 138 ("Gewerkschaften und neue Technologien")
       des 13.  DGB-Bundeskongresses 1986.  Dazu auch  J. Grumbach/K. P.
       Henning, Kriterien  zur Auswahl  u. Bewertung neuer Technologien,
       in: "Technik  und Gesellschaft",  hrsg. von  der Technologiebera-
       tungsstelle beim DGB-Landesbezirk NRW, H. 8, S. 9-25.
       16) Zit. n.  W. Fricke/K.  Krahn/G. Peter, Arbeit und Technik als
       politische Gestaltungsaufgabe.  Ein Gutachten  aus  sozialwissen-
       schaftlicher Sicht, hrsg. v. Senator f. Bildung, Wissenschaft und
       Kunst der Freien Hansestadt Bremen, Sonderheft 5 der Reihe Arbeit
       des Forschungsinstituts der Friedrich-Ebert-Stiftung, hrsg. v. W.
       Fricke, 1984, S. 33.
       17) Vgl. INFAS, Gewerkschaften vor den Herausforderungen der 90er
       Jahre, Bad  Godesberg 1987.  M. Birke  u.a. stellen  eine Abnahme
       "gestaltungseuphorischer" Einschätzungen "mit der Nähe zu den re-
       alen betrieblichen Entwicklungen und Erfahrungen" fest. (M. Birke
       u.a., Gewerkschaftspolitische  Ansätze und Handlungsmöglichkeiten
       bei der  Gestaltung von  Arbeit und  Technik, in: Jahrbuch Arbeit
       und Technik  in NRW  1986, hrsg. v. W. Fricke u.a., Bonn 1986, S.
       456.)
       18) FAZ v.  18.7.1986; dazu  H. Schäfer in: Nachrichten zur Wirt-
       schafts- und Sozialpolitik 9/86, S. 6.
       19) H. Matthöfer,  Humanisierung der Arbeit und Produktion in der
       Industriegesellschaft, 3., überarb. Aufl., Köln 1980, S. 11 f.
       20) U. Briefs (1984), a.a.O., S. 106.
       21) W. Fricke u.a., a.a.O., S. 12.
       22) D. Hensche (1985), a.a.O., S. 556.
       23) Zusammenfassend H. Jung, Umbruchperiode? Die BRD bis zum Jahr
       2000, in: Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 9, 1985, S. 11-
       45; F. Deppe, Ende oder Zukunft der Arbeiterbewegung?, Köln 1984;
       K. Pickshaus,  Umbruchperiode und Zukunft der Gewerkschaften, in:
       Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 9, a.a.O., S. 306-328.
       24) Dabei handelt  es sich  nicht allein um quantitative, sondern
       auch um  qualitative Veränderungen:  Es entsteht zumindest in Um-
       rissen ein  neuer Rationalisierungstypus.  Vgl. A. Leisewitz, Um-
       bruchperiode und gewerkschaftliche Technologiepolitik, in: Marxi-
       stische Blätter  6/1985, S. 44-50; ferner R. Bispinck/M. Helfert,
       Technischer Wandel und gewerkschaftliche Arbeitspolitik, in: WSI-
       Mitteilungen 6/1987, S. 315 f.
       25) Vgl. H.  Jung, Zur  Arbeiterklasse der 80er Jahre, in: Marxi-
       stische Studien. Jahrbuch des IMSF 6, 1983, S. 44-83.
       26) Vgl. H. Klosterhuis, a.a.O., S. 27 ff.
       27) S. Krämer-Friedrich, Technik, Gesellschaft und Natur. Versuch
       über ihren Zusammenhang, Frankfurt/M., New York 1982.
       28) Etwa G.  Ropohl (Hrsg.), Eine Systemtheorie der Technik, Mün-
       chen 1975.
       29) Etwa V.  Hauff/F. W.  Scharpf, Modernisierung  der Volkswirt-
       schaft.  Technologiepolitik  als  Strukturpolitik,  Frankfurt/M.,
       Köln 1975.
       30) Vgl. H.  Marcuse, Der  eindimensionale  Mensch.  Studien  zur
       fortgeschrittenen  Industrie-Gesellschaft,  Neuwied/(West-)Berlin
       1967, S. 14 ff.
       31) F. Steinkühler, Einbahnstraße Technik? Das Verhältnis der Ge-
       werkschaften zu  den "neuen  Technologien", in: Blätter für deut-
       sche und internationale Politik, 2/1984, S. 188-196.
       32) Vgl. Anm. 9.
       33) D. Hensche, a.a.O., S. 559f.
       34) M. Balder, Skepsis gegen soziale Beherrschbarkeit neuer Tech-
       nologien, in:  Nachrichten zur  Wirtschafts-  und  Sozialpolitik,
       1/1986, S. 20-23.
       35) Ebd., S. 22.
       36) S. Bleicher,  Technologiepolitik auf  dem Prüfstand.  Gewerk-
       schaftliche Forderungen  an  die  Politik,  Technologiepolitische
       Konferenz des  DGB vom  12. bis  14. 9. 1985 in Bonn, hektograph.
       Ms.
       37) Ebd.
       38) M. Balder,  a.a.O., S.  21. Zum  weiteren Verlauf der Kontro-
       verse vgl.  in den "Nachrichten" die Beiträge von E. Fehrmann (H.
       9/1986), C.  Rzaza (H.  12/1986), U.  Briefs (H.  4/1987) und  G.
       Schneider (H. 5/1987).
       39) S. Bleicher, Technologiepolitik..., a.a.O., S. 12.
       40) Verlierer und  Gewinner. Neue  Technologien, Arbeitnehmer und
       Gewerkschaften.  Round-table-Gespräch,   in:  Die   Neue  Gesell-
       schaft/Frankfurter Hefte, 3/1985, S. 203.
       41) Vgl. M. Angermaier, Betriebliche Interessenvertretung und ex-
       terne Beratung. Erfahrungen am Beispiel der Technologieberatungs-
       stelle Oberhausen,  in: WSI-Mitteilungen 6/1987, S. 382. Das Pro-
       blem liegt  - anders als früher - oft nicht in einem Mangel, son-
       dern -  als Ausdruck einer gezielten Konfliktvermeidungsstrategie
       der Unternehmer  - z.T. in einem Überfluß an rationalisierungsre-
       levanten Informationen, die nicht verarbeitet werden können.
       42) Vgl. S.  Katterle/K. Krahn  (Hrsg.), Wissenschaft und Arbeit-
       nehmerinteressen, Köln  1980. Dazu  gehören auch  eigene Umfragen
       der Gewerkschaften:  "Werktage müssen  menschlicher werden." Eine
       Untersuchung der Bezirksleitung Stuttgart der IGM unter Einbezie-
       hung von 100 000 Arbeitnehmern, Stuttgart 1979; "Maschinen wollen
       sie -  uns Menschen  nicht". Rationalisierung  in der Metallwirt-
       schaft. Eine Bestandsaufnahme des Vorstandes der IGM in 1 100 Be-
       trieben, Frankfurt/M. 1983; "Rationalisierung und Arbeitszeitver-
       kürzung." HBV-Umfrage  unter (6086)  Beschäftigten in  Banken und
       Versicherungen, Düsseldorf 1984.
       43) E. Frister,  Gewerkschaften und  Hochschulen, in: Hochschulen
       und Gewerkschaften,  hrsg. v.  H.D. Bamberg  u.a., Köln  1979, S.
       474-483; H.-O.  Vetter, Was  erwarten die  Gewerkschaften von den
       Hochschulen?, in: Blätter für deutsche und internationale Politik
       8/1977, S. 969-981.
       44) Hochschulen und Gewerkschaften, a.a.O.
       45) Dortmund, Hamburg, Kassel, Oldenburg, Tübingen; Informations-
       material "Präsentation  des Projekts 'Regionale Öffnung der Hoch-
       schulforschung für  Arbeitnehmerprobleme durch  Kooperationsstel-
       len'. Untersuchung  der Möglichkeiten  einer kontinuierlichen Zu-
       sammenarbeit zwischen Hochschulen und Gewerkschaften", 11.12.1985
       Bonn, hrsg.  v. Kooperationsprojekt, DGB-Bundesvorstand, Abt. Ge-
       sellschaftspolitik; Kooperationsprojekt: Hochschule/ Gewerkschaf-
       ten. Verlauf  und Ergebnisse, in: Gewerkschaftliche Bildungspoli-
       tik 5/1986.
       46) U. Schumm-Garling,  Ansatzpunkte gewerkschaftlicher Technolo-
       giepolitik: Technologieberatungsstellen  und  Konversionsarbeits-
       kreise, in:  Marxistische Studien.  Jahrbuch des IMSF 7, 1984, S.
       299-306; Selbstdarstellungen:  Innovations- und  Technologiebera-
       tung. Information der Innovations- und Technologieberatungsstelle
       der IG Metall, Hamburg 1980; Innovations- und Technologieberatung
       Berlin. Drei  Strategien für  die Arbeitnehmerinteressen, in: Der
       Gewerkschafter, 5/1986,  S. 6-8;  Technologieberatungsstelle beim
       DGB-Landesbezirk NRW:  Reihe: Technik  und Gesellschaft.  Zum ge-
       planten Ausbau der Technologie-Beratungsstellen siehe: WSI-Infor-
       mationsdienst Arbeit  1/1987. In  diesen Zusammenhang gehört auch
       das "Zentrum 'Arbeit, Technik, Umwelt'" (ZATU) in Nürnberg. Dazu:
       H. Pfäfflin, in: "Technik und Gesellschaft", a.a.O., H. 7.
       47) Zu einer  arbeitnehmerorientierten Hochschul-, Wissenschafts-
       und  Forschungspolitik,   WSI-Mitteilungen  12/1978;  ferner:  W.
       Fricke u.a., a.a.O., S. 32 ff.
       48) Leitsätze des  DGB zur Studienreform, in: H. D. Bamberg u.a.,
       Hochschulen und  Gewerkschaften, a.a.O., S. 436-442; daneben Vor-
       schläge zur  Reformierung einzelner  Studiengänge (Chemie, Biolo-
       gie, neuerdings Maschinenbau und Elektrotechnik). Dazu die Studie
       über Ausbildung  und Beruf  von Ingenieuren des Maschinenbaus und
       der Elektrotechnik:  Eine Literaturstudie, hrsg. von DGB und IGM,
       Düsseldorf/Frankfurt 1986.
       49) Sozialverträgliche Technikgestaltung.  Materialien  zum  Pro-
       gramm, hrsg.  v. Ministerium  für Arbeit, Gesundheit und Soziales
       des Landes  NRW, März  1985; Das  SoTech-Programm nach  2 Jahren.
       Zwischenbericht, ebd., 1987. "Jahrbuch Arbeit und Technik in NRW"
       (1985 ff.);  eine ähnliche,  wenngleich  erheblich  bescheidenere
       Rolle spielt  in Bremen  das Programm  Arbeit und  Technik. Siehe
       dazu die  Tagungsbände der  ersten beiden  Symposien "Arbeit  und
       Technik" aus den Jahren 1983 und 1987.
       50) Vgl. G. Trautwein-Kalms, a.a.O., S. 59 ff.
       51) Die Gewerkschaften waren an seiner Formulierung von Anfang an
       beteiligt. Allerdings  bezieht sich das Programm nicht allein auf
       die Bürger  in ihrer  Eigenschaft als Lohnabhängige, sondern auch
       als "Konsumenten,  Familienmitglieder  u.a."  (Sozialverträgliche
       Technikgestaltung, a.a.O.,  S. 13). Dazu D. Mahlberg, Zwischenbi-
       lanz der  gewerkschaftlichen Beteiligung  an der  Technologie-In-
       itiative Nordrhein-Westfalen,  in:  "Technik  und  Gesellschaft",
       a.a.O., H. 6, S. 11-17.
       52) Vgl. Einbahnstraße Technik? Ingenieur-Konferenz der IG Metall
       in Baden-Württemberg, Stuttgart 1983; Der Mensch muß bleiben. Ak-
       tionsprogramm: Arbeit  und Technik, IG Metall, Frankfurt/M. 1984;
       Forschungsprojekt "Organisierung von Ingenieuren". Berufliche Si-
       tuation, Selbstverständnis und Interessenorientierung von Ingeni-
       euren, Technikern und Naturwissenschaftlern, im Auftrag der Hans-
       Böckler-Stiftung, in  Zusammenarbeit mit der IG Metall. Abschluß-
       bericht. West-Berlin 1986.
       53) Diesem Ziel  dient auch  das Bildungsschwerpunktthema des DGB
       im Jahre  1985/86 "Neue Technologien. Gefahren, Chancen, Perspek-
       tiven".
       54) Vgl. K. Benz-Overhage, Menschengerechte Arbeits- und Technik-
       gestaltung in  Fertigung und  Verwaltung am  Beispiel des HdA-Ge-
       staltungsprojekts der  IG Metall, in: Jahrbuch Arbeit und Technik
       in NRW 1986, a.a.O., S. 443-449. Im Rahmen dieses vom BMFT geför-
       derten Projektes  wurde ein  - allerdings  sehr kleiner - gewerk-
       schaftlicher Beraterstab für Umsetzungsprobleme aufgebaut.
       55) Die Vermittlung der Ergebnisse wird als "eine intensive, per-
       manente Hauptaufgabe  der zweiten Halbzeit" des Programms angese-
       hen (Das SoTech-Programm nach zwei Jahren, a.a.O., S. 64).
       56) Etwa: Der  Betriebsrat 11-12/1984 (IG Chemie - Papier - Kera-
       mik), Personaldaten  und EDV,  S. 550 ff.; Arbeitsheft Rationali-
       sierung für  Betriebsräte, Personalräte und Vertrauensleute. Ach-
       tung -  McKinsey kommt!  (HBV), Düsseldorf 1981; Das 10-Schritte-
       Programm. Eine  Hilfe zur  Selbsthilfe für  Betriebsräte bei  be-
       trieblichen Rationalisierungsvorhaben  in der  Produktion (IG Me-
       tall), Frankfurt/M.  1985; Bearbeitung  von Rationalisierungspro-
       blemen  in  der  gewerkschaftlichen  Interessenvertretung  (ÖTV),
       Stuttgart 1986;  C. Döbele-Berger, Handlungsmöglichkeiten des Be-
       triebsrats bei  der Einführung von Neuen Technologien in Büro und
       Verwaltung, hrsg. von der Arbeitskammer des Saarlandes, Saarbrüc-
       ken 1985.
       57) R. Bispinck/M. Helfert, a.a.O., S. 317.
       58) Vgl. Elias  2. Ein  Rationalisierungskonzept in der Versiche-
       rungswirtschaft (HBV);  Die Maschinerie  treibt Dich. Daten, Hin-
       tergründe und  Folgen der Rationalisierung in der Textilindustrie
       (Gewerkschaft Textil - Bekleidung); Rationalisierung und elektro-
       nische Datenverarbeitung  in der Kommunalverwaltung (ÖTV); Ratio-
       nalisierung im Schreibdienst (ÖTV).
       59) Werften, Stahl (IGM).
       60) Arbeitsplätze fürs Revier - Chancen eines beschäftigungswirk-
       samen Strukturwandels  am Beispiel des "Entwicklungszentrum Dort-
       mund -  Modell östliches  Ruhrgebiet", dazu K. Eichler, in: Grün-
       der- und  Technologiezentren. Technik  und  Gesellschaft,  H.  7,
       hrsg. von  der Technologieberatungsstelle  beim  DGB-Landesbezirk
       NRW 1986,  S. 36ff.;  kritisch zum  Programm der  Landesregierung
       "Zukunftstechnologien in  Nordrhein-Westfalen": Forschungspolitik
       in NRW.  Diskussionsbeiträge zum Programm ..., hrsg. vom GEW-Lan-
       desverband NRW  1985; DGB-Strukturprogramm  Küste, hrsg.  von den
       DGB-Landesbezirken Nordmark  und Niedersachsen,  1980; Arbeit für
       die Küste.  Vorschläge für ein Beschäftigungsprogramm Küste. Ent-
       wurf, hrsg.  von der  IG-Metall-Bezirksleitung Hamburg  in Zusam-
       menarbeit mit  GEWOS, Hamburg  1984; ferner H. Heseler/E. Lübbing
       (Hrsg.), Beschäftigungspolitik  in Bremen.  Materialien einer ge-
       meinsamen Arbeitstagung  der IG  Metall und  des  Kooperationsbe-
       reichs Universität/Arbeiterkammer, Bremen 1985.
       61) Neue Informations-  und Kommunikationstechniken.  Eine  Stel-
       lungnahme des  DGB (1984);  Die medienpolitische  Diskussion über
       Kabelfernsehen und  Breitbandverteilnetze  (ÖTV)  1984;  Inhouse-
       Netze (ÖTV)  1984; P.  Martin, Entwicklung und Anwendung von CNC-
       Werkzeugmaschinensteuerungen  unter  besonderer  Berücksichtigung
       der Werkstattprogrammierung, Kassel 1984; Gentechnologie. Chancen
       und Risiken,  hrsg. von  der Hans-Böckler-Stiftung, München 1985;
       Soziale Gestaltung  neuer Techniken  im öffentlichen Personennah-
       verkehr (ÖTV), 1986.
       62) Vgl. Heraus  aus der Sackgasse: Mitbestimmung bei den Produk-
       ten, in:  Die Mitbestimmung 4-5/1984; Alternative Fertigung, ebd.
       12/1982; E.  Heinemann/E.  Lübbing,  Belegschaftsinitiativen  für
       eine Alternative  Produktion,  Kooperation  Universität/Arbeiter-
       kammer, Bremen 1983; J. Fischer u.a. (Hrsg.), Alternative Produk-
       tion  statt   Arbeitsplatzabbau  und   Aufrüstung.  Kollegen  von
       Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB)  für eine Alternative Fertigung,
       Kooperation Universität/Arbeiterkammer, Bremen 1984.
       63) S. dazu:  Umweltschutz und  qualitatives Wachstum,  DGB 1985;
       Arbeit und  Umwelt, in: Die Mitbestimmung, 4-5/1985; Umweltschutz
       und Gewerkschaften, in: WSI-Mitteilungen 12/1985; E. Gärtner, Ge-
       werkschaften und Ökologie, Frankfurt/M. 1985.
       64) Vgl. F. Steinkühler (1985), S. 566 ff.
       65) Ders., Rede  zum Ingenieurkongreß  der SPD 1986, zitiert nach
       DVZ/die tat vom 28.2.1986.
       66) Ders., zitiert  nach: Verlierer  und Gewinner ..., a.a.O., S.
       436; im gleichen Sinne Karl-Heinz Janzen auf der technologiepoli-
       tischen Konferenz des DGB: Die Sozialverträgliche Gestaltung "von
       Arbeit und  Technik muß   p o l i t i s c h   also mit dem Willen
       aller unserer Mitglieder und Funktionäre, durch Mobilisierung der
       Belegschaften durchgesetzt  werden" (Technischer Wandel - Heraus-
       forderung an  die Gewerkschaften,  S. 27 ; Hervorhebung im Origi-
       nal).
       67) Vgl. die  DGB-Konferenz "Streikrecht, Demokratisierung, Sozi-
       alstaat"  vom   März   1987   (dazu:   Neue   Streikformen,   in:
       "Nachrichten" 4/1987, S. 13-17).
       68) Vgl. Die Mitbestimmung 1/1985.
       69) FAZ vom  2.4.1985. Anstelle dessen seien die Arbeitnehmer und
       Betriebsräte rechtzeitig  über  Planungen  zur  Einführung  neuer
       Techniken zu unterrichten. Bei der neuen Technik, so der Verband,
       treten um so weniger Schwierigkeiten auf, je eher die Belegschaft
       darüber informiert werde. Mitbestimmung sei hingegen "unvereinbar
       mit der  unternehmerischen Entscheidungsfreiheit über Investitio-
       nen und  Innovationen". Eine  ähnliche Argumentation  wurde - mit
       Erfolg -  gegen das hessische Personalvertretungsgesetz vorgetra-
       gen. Dazu  H. Schröder, Staatsgerichtshof gegen gleichberechtigte
       Mitbestimmung, in: Nachrichten zur Wirtschafts- und Sozialpolitik
       9/1986, S. 19 f.
       70) Die Mitbestimmung 3/1983, S. 92; zur Mitbestimmungsinitiative
       vgl. ebd., H. 2-3/1985.
       71) Vgl. ebd., H. 5/1983, S. 199 ff.
       72) Etwa: Computereinsatz in der Konstruktion (CAD), Technologie-
       beratungsstelle beim DGB-Landesbezirk NRW, Düsseldorf 1985.
       73) Vgl. E. Becker-Töpfer, Software-Ergonomie, in: WSI-Mitteilun-
       gen 8/1985, S. 474-481.
       74) Vgl. Mischarbeit und Mitbestimmung, DGB 1985.
       75) Vgl. Die Mitbestimmung 4-5/1984.
       76) Vgl. Die Mitbestimmung 3/1983.
       77) Vgl. "Tarifpolitische Notwendigkeiten der sozialen Gestaltung
       des Wandels  von Technik  und Arbeitsorganisation", Stellungnahme
       der Abteilungsleiter  "Tarifpolitik" der  DGB-Gewerkschaften, in:
       "Nachrichten" 9/1986,  S. 14-17; Überblicke: I. Kurz-Scherf, Mit-
       bestimmung durch  Tarifvertrag, in:  WSI-Mitteilungen 3/1986,  S.
       185-200; R.  Bispinck/M. Helfen, a.a.O., S. 325; R. Bispinck, Ra-
       tionalisierung und  gewerkschaftliche Tarifpolitik, in: U. Briefs
       u.a. (1984), a.a.O., S. 145-167; H. Jantzen/K. Lang, Tarifpolitik
       und gesellschaftliche  Strukturreform, in:  E. Altvater u.a., Ar-
       beit 2000.  Über die  Zukunft der  Industriegesellschaft, Hamburg
       1985, S.  196-216;  Forderung  für  einen  Lohnrahmentarifvertrag
       (Südwürttemberg-Hohenzollern/Südbaden), IG  Metall 1982; L. Fiet-
       zek/C. Weber-Deutschmann, Zur Entwicklung der qualitativen Tarif-
       politik der  IG Druck und Papier, Wissenschaftszentrum, West-Ber-
       lin 1984;  neuerdings: "Technologie-Tarifvertrag"  (Antrag 81 des
       14. o.  Gewerkschaftstages der  IG Druck  und Papier,  1986), in:
       "Nachrichten" 11/1986, S. 19. Vgl. dazu M. Bälden, ebd., 12/1986,
       S. 20 f.
       78) M. Birke  u.a. sprechen  von "instrumenteller  Partizipation"
       (dies., Gewerkschaftspolitische  Ansätze und Handlungsmöglichkei-
       ten bei  der Gestaltung  von Arbeit und Technik, in: Jahrbuch Ar-
       beit und Technik in Nordrhein-Westfalen 1986, a.a.O., S. 454).
       79) Vgl. J.  Frerichs u.a., Der betriebliche Umsetzungsprozeß der
       Arbeitszeitverkürzung, in: ebd., S. 54 ff.
       80) R. Bispinck/M. Helfert, a.a.O., S. 326.
       81) F. Steinkühler  (1985), a.a.O.,  S. 565  f. Es  geht um  eine
       "Aufwertung der  strategischen Bedeutung  der betrieblichen Hand-
       lungsebene" (Bispinck/Helfert, a.a.O., S. 325).
       82) Dazu M. Birke u.a., a.a.O., S. 452.
       83) Bispinck /  Helfert verweisen  zu Recht darauf, daß es inner-
       halb  der  Gewerkschaften  dazu  der  Schaffung  einer  "arbeits-
       politischen Infrastruktur"  bedarf. Gemessen  an dem  jetzt schon
       absehbaren Bedarf,  bezeichnen sie - deutlich untertreibend - die
       Größe  der   betreffenden  Abteilungen   als  "eher  unscheinbar"
       (a.a.O., S. 324).
       84) So ist  etwa in der Maschinenbauindustrie die Haltung der Be-
       triebsräte, wie  Manske feststellte,  noch immer  "in den meisten
       Fällen durch  eine unsichere  und passive  Haltung gegenüber  der
       Technikeinführung gekennzeichnet... Die neue und schwierige Rege-
       lungsmaterie läßt  sie vor  eigenen Aktivitäten  zurückschrecken;
       hinzu kommt, daß oft auch die nötigen Sachkenntnisse zur Beurtei-
       lung der Management-Maßnahmen fehlen." (F. Manske, Technische An-
       gestellte, Rationalisierung  und Arbeitspolitik,  in: WSI-Mittei-
       lungen 6/1987, S. 353.)
       85) Die erwähnte Untersuchung von Manske bestätigt erneut, daß es
       in dieser Beziehung nach wie vor erhebliche Unterschiede zwischen
       Ingenieuren und Facharbeitern gibt und vermutlich auch weiter ge-
       ben wird.
       86) K. Pickshaus  verweist zu Recht darauf, daß es sich in diesen
       Fällen nicht  so sehr  um "Felderweiterungen"  handeln sollte und
       kann als  um Integrationsprozesse.  (K. Pickshaus, Umbruchperiode
       und Zukunft der Gewerkschaften, a.a.O., S. 325.)
       87) DGB, o.J.
       88) Abgedruckt in: Nachrichten zur Wirtschafts- und Sozialpolitik
       6/1987, S. 13-18.
       89) Dazu M. Birke u.a., a.a.O., sowie Anmerkung 77.
       90) Ebenda, S. 4, 5, 7.
       91) K.-H. Janzen, a.a.O., S. 23.
       92) Gewerkschaften vor  den  Herausforderungen  der  90er  Jahre,
       a.a.O., S. 62.
       93) Ebd., S. 61.
       94) Ebd., S. 71.
       95) Ebd., S. 72.
       96) Ebd., S. 75.
       97) Ebd., S. 70.
       98) Siehe etwa  E. Loderer,  Für  eine  arbeitsorientierte  Wirt-
       schaftspolitik, in:  Gewerkschaftliche Monatshefte 1/1982, S. 16-
       22, und:  ders., Strukturelle  Arbeitslosigkeit durch technologi-
       schen Wandel?,  in: Technologietagung der IG Metall (Frankfurt/M.
       1977).
       99) Im Aktionsprogramm Arbeit und Technik der IG Metall heißt es:
       "Nicht die Technik, nicht die Maschinen, sondern das dahinterste-
       hende System  der 'Maschinenbesitzer'  - also  die Besitzverhält-
       nisse und  die alleinige  Verfügungsgewalt über Entwicklung, Ein-
       führung, Anwendung und Gestaltung von Maschinen und Technik - ist
       die Ursache  für soziale  Unsicherheit und negative Rationalisie-
       rungsfolgen für Arbeitnehmer und Gewerkschaften." (a.a.O., S. 6.)
       Im Arbeitsprogramm  Neue Techniken/Rationalisierung der ÖTV heißt
       es: "Technik sozial beherrschen heißt, die Auseinandersetzung mit
       Arbeitgeber- und Kapitalinteressen auf dem Feld der neuen Techni-
       ken ebenso  hart und konsequent zu führen wie in anderen Sektoren
       unserer Arbeit." (a.a.O., S. 7.)
       

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