Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 03/1980


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       WISSENSCHAFTLICH-TECHNISCHER FORTSCHRITT
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       UND GESELLSCHAFTLICHE ALTERNATIVEN
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       Ergebnisse und Probleme einer Tagung des IMSF
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       André Leisewitz
       
       1. Entwicklungsrichtungen  des wissenschaftlich-technischen Fort-
       schritts und  seiner gesellschaftlichen  Anwendung - 2. Marxisti-
       sche Grundpositionen zur Entwicklung von Wissenschaft und Technik
       im Kapitalismus - 3. Kritik bürgerlicher Wissenschafts- und Tech-
       nikideologie -  4. Ressourcenverknappung,  ökonomisches  Wachstum
       und technischer  Wandel - 5. Ökologie und Umweltkrise in der Bun-
       desrepublik - 6. Schlußfolgerungen, Probleme.
       
       Das IMSF  führte am 29./30. März 1980 in Frankfurt/M. eine Tagung
       "Wissenschaftlich-technischer Fortschritt  und  gesellschaftliche
       Alternativen" durch.  Ziel war  eine erste  Bestandsaufnahme  der
       Diskussion unter  marxistischen Wissenschaftlern  der Bundesrepu-
       blik über
       - Grundprozesse der  gegenwärtigen und zukünftigen Wissenschafts-
       und Technikentwicklung,
       - marxistische Grundpositionen  zur Entwicklung  von Wissenschaft
       und Technik im Kapitalismus,
       - bürgerliche Auffassungen zum Verhältnis von Wissenschaft, Tech-
       nik und Gesellschaft,
       - Ressourcenverknappung und Wachstumsproblematik sowie
       - Ökologie und Umweltkrise in der Bundesrepublik.
       Beabsichtigt waren  sowohl Selbstverständigung  wie Problemschau,
       Diskussion theoretischer Ansätze wie Verallgemeinerung des gegen-
       wärtigen Informationsstandes.  Es wurden Vorträge und Korreferate
       gehalten, an die sich eine allgemeine Diskussion anschloß. An der
       Tagung  nahmen   250  Wissenschaftler  unterschiedlicher  gesell-
       schafts-, natur-  und technikwissenschaftlicher  Richtungen sowie
       Vertreter der politischen und gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung
       teil. Sie  konnten  an  die  Konferenz  "Rationalisierung  -  Ar-
       beitsplätze -  Tarifkämpfe" (März  1979) anknüpfen, die Problemen
       der neuen Technik auf der betrieblichen Ebene und den Möglichkei-
       ten der gewerkschaftlichen Gegenwehr gewidmet war.
       Vorträge, Korreferate  und die  Materialien der  Tagung sowie Be-
       richte über  die Diskussionen  erscheinen als gesonderte Publika-
       tion. 1)  Daher werden  hier nur die wichtigsten Ergebnisse refe-
       riert sowie  einige Probleme benannt, die sich aus der Diskussion
       ergeben haben.
       
       1. Entwicklungsrichtungen des wissenschaftlich-technischen
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       Fortschritts und seiner gesellschaftlichen Anwendung
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       Vortrag von  A. Leisewitz  (IMSF), Korreferat  von Bernhelm  Booß
       (Bielefeld, z. Zt. Universität Roskilde).
       Der   e i n l e i t e n d e   V o r t r a g  ging von drei Frage-
       stellungen aus.  Erstens: Welche  Hauptentwicklungsrichtungen  in
       Wissenschaft und Technik sind gegenwärtig unter dem Gesichtspunkt
       ihrer zukünftigen  praktischen Nutzung zu konstatieren? Zweitens:
       Worin bestehen  die zentralen  Entwicklungstendenzen des  gesell-
       schaftlichen  Produktivkraftsystems?  Drittens:  Welchen  wissen-
       schaftlich-technischen Entwicklungen  kommt für  die Umgestaltung
       des Produktivkraftsystems eine Schlüsselfunktion zu?
       Als Hauptrichtungen  der modernen  Wissenschafts- und Technikent-
       wicklung wurden angesehen: Energieforschung, insbesondere Plasma-
       und Fusionsforschung; Elektronik (Halbleitertechnologie und Quan-
       tenelektronik); Biotechnologie.  Die Gemeinsamkeit  der genannten
       Richtungen besteht in der Erforschung von Prozessen und Gesetzmä-
       ßigkeiten auf der molekularen und atomaren Strukturebene, für die
       die Entwicklung  der Quantenmechanik die theoretischen Vorausset-
       zungen geschaffen hat. Eingehender dargestellt wurden Fusionsfor-
       schung, Lasertechnologie,  Elektronik  und  Halbleitertechnologie
       sowie biotechnologische Verfahren und Gen-Technik.
       Hinsichtlich der  Entwicklung des  modernen Produktivkraftsystems
       wurde als "eigentlicher Kern der wissenschaftlich-technischen Re-
       volution" die breite Einführung "logischer Maschinen" bezeichnet,
       die logische  Steuerungsfunktionen des  Maschinen- und Anlagensy-
       stems übernehmen. Die Einführung solcher maschineller Einrichtun-
       gen zur  Aufnahme, programmierten  Verarbeitung und Umsetzung von
       Informationen in  Steuerungsbefehle  sei  Voraussetzung  für  die
       Überwindung der  Schranke der Produktivkraftentwicklung, die sich
       aus der  Begrenztheit der Fähigkeiten des Menschen zur sinnlichen
       Aufnahme, Verarbeitung und beliebig schnellen Umsetzung von Daten
       ergibt. Sieht  man hierin die zukünftige Entwicklungsrichtung des
       Produktivkraftsystems, so  kommt der  Elektronik eine  Schlüssel-
       funktion zu,  da sie die Voraussetzungen für die Konstruktion der
       "logischen Maschinen" liefert.
       Abschließend wurden  neuere Automationskonzeptionen  zur  Prozeß-
       steuerung diskutiert,  die auf  der Anwendung dezentraler, minia-
       turisierter Prozeßrechner  im Rahmen hierarchischer Steuerungssy-
       steme beruhen.  Wenn auch  gegenwärtig die Mikroprozessor-Technik
       zur Informationsverarbeitung  in erster Linie außerhalb der mate-
       riellen Produktion  angewendet werde,  so sei doch in Zukunft mit
       ihrer Anwendung in Verbindung mit neuen Verfahren der Materialbe-
       arbeitung in weiten Bereichen der materiellen Produktion zu rech-
       nen. Hier  sei - wie auch aus allen neueren Prognose-Studien ent-
       nommen werden könne - mit gewaltigen Arbeitsplatz- und Qualifika-
       tionsproblemen zu  rechnen, die  zu den zentralen sozialen Kampf-
       feldern der nächsten Jahrzehnte gehören werden.
       Booß ergänzte  bei Einverständnis  mit den Grundaussagen des Ver-
       trages: Man  dürfe bei aller Dominanz der genannten Hauptrichtun-
       gen nicht  übersehen, daß sich gegenwärtig in faktisch allen wis-
       senschaftlich-technischen Bereichen  Veränderungen mit  beachtli-
       chen praktischen  Auswirkungen vollzögen.  Für die Gesamtentwick-
       lung in  Wissenschaft und Technik seien charakteristisch: die zu-
       nehmende Bedeutung  gesellschaftswissenschaftlicher  Überlegungen
       in den Naturwissenschaften und im Ingenieurwesen; eine allgemeine
       Tendenz zur  Mathematisierung und Schaffung künstlicher Erfahrung
       mit Hilfe  mathematischer Modelle;  eine zunehmende "Diversifika-
       tion" in  Forschung und  Produktion im Sinne zunehmender Vielfalt
       von  Nutzungsmöglichkeiten   wissenschaftlicher  Ergebnisse;  die
       weitgehende   Unterordnung   von   Forschung,   Technologie   und
       Entwicklung unter  militärische  Bedürfnisse;  die  Internationa-
       lisierung von  Wissenschaft und Forschung; die Verwissenschaftli-
       chung der Allgemeinbildung und das Eindringen von Wissenschaft in
       das Alltagsleben;  schließlich die  engere Verbindung von Wissen-
       schaft und  Arbeiterklasse nicht  nur unter dem Gesichtspunkt der
       Abwehr sozialer  Belastungen, die  sich aus  der kapitalistischen
       Anwendung von  Wissenschaft und  Technik ergeben, sondern auch im
       Sinne der  Freisetzung der  Potenzen des wissenschaftlich-techni-
       schen Fortschritts  und seiner Nutzung im Interesse der arbeiten-
       den Bevölkerung.
       In der   D i s k u s s i o n   -  es beteiligten sich 13 Tagungs-
       teilnehmer - standen vier Problembereiche im Mittelpunkt.
       E r s t e n s:   Bedeutsame wissenschaftlich-technische  Entwick-
       lungen  ergeben   sich  nicht   nur  aus   der  Erforschung   der
       "Mikroebene" molekularer,  atomarer und  subatomarer Prozesse und
       Strukturen, sondern  auch aus  der Erforschung globaler Beziehun-
       gen, wie  sie z.  B. Gegenstand  der Ökologie,  Klimatologie u.a.
       Richtungen sind (Bohle, Adamczak).
       Z w e i t e n s:  Bei der Beurteilung der Energieforschung müssen
       stärker Möglichkeiten  der Energieeinsparung, Verfahren zur Opti-
       mierung der Energieausnutzung und Produktionsverfahren mit gerin-
       gem Energieverbrauch  berücksichtigt werden. Adamczak und Gärtner
       verwiesen auf biotechnologische Verfahren. Es wurde jedoch darauf
       hingewiesen, daß  nach dem  gegenwärtigen Kenntnisstand  für  die
       Produktionstechnologien der Zukunft die Erzeugung von Energie mit
       hoher Energieflußdichte erforderlich sei, für die alle diskutier-
       ten biologischen oder anderen "alternativen" Energiequellen nicht
       ausreichten. Daher  seien solche  Verfahren wie die Energiegewin-
       nung aus Kernfusion sinnvoll und notwendig (Leisewitz).
       D r i t t e n s:   Stand und Perspektiven der Automation. Die An-
       wendung "logischer  Maschinen" und  die Ersetzung einfacher logi-
       scher Funktionen  des Menschen  bei der Prozeß-Steuerung eröffnet
       zugleich die  Perspektive der  Formalisierung schöpferischen Den-
       kens. Es  stellte sich  die Frage,  inwieweit auch schöpferisches
       Denken  automatisierbar  sei  (Krämer-Friedrich,  Mathis),  Einen
       Überblick über  Automationsschritte im  Bereich  der  materiellen
       Produktion gab Birkwald.
       V i e r t e n s:   Werner stellte die Frage, ob die wissenschaft-
       lich-technische Revolution sich überhaupt im Kapitalismus entfal-
       ten könne  oder ob ihr nicht systembedingte Grenzen entgegenstün-
       den, z.B. bei der Vermittlung der notwendigen Qualifikationen und
       der Verwissenschaftlichung der Allgemeinbildung. Er verwies dabei
       auf die sehr widersprüchliche, zögernde Entwicklung von Automati-
       onsverfahren in der Vergangenheit. Leisewitz vertrat die Ansicht,
       letztlich entscheidend  für die  breite  Einführung  des  wissen-
       schaftlich-technischen  Fortschritts   und  die   Anwendung   der
       "logischen Maschinen"  sei das  Interesse des  Kapitals an profi-
       tabler Ersetzung  lebendiger durch tote Arbeit. Würden die ökono-
       mischen Grenzen  überwunden, die in der Vergangenheit der breiten
       Anwendung automatischer  Prozeßsteuerungseinrichtungen  entgegen-
       standen, so  würden sich  auch die  als Kernprozesse  der wissen-
       schaftlich-technischen Revolution zu bezeichnenden Umwälzungen im
       Produktivkraftsystem durchsetzen.  Das sage  jedoch  noch  nichts
       über systembedingte Unterschiede der wissenschaftlich-technischen
       Revolution im Kapitalismus und Sozialismus.
       
       2. Marxistische Grundpositionen zur Entwicklung
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       von Wissenschaft und Technik im Kapitalismus
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       Vortrag von  Josef Schleifstein  (IMSF), Korreferat  von Hellmuth
       Lange / Bernd Molden-Schleifstein gab eine konzentrierte Darstel-
       lung der  Marxschen Auffassung  der Entwicklung  von Wissenschaft
       und Technik  im Kapitalismus  und setzte  sich mit  dem Marxismus
       kritisch gegenüberstehenden Positionen in der "grünen" und Alter-
       nativbewegung  auseinander,  wie  sie  von  Robert  Jungk?  Klaus
       Traube, Freimut Duve u.a. vertreten werden.
       Ausgehend von  der Dialektik des Zusammenhangs von Produktivkräf-
       ten und  Produktionsverhältnissen zeigte  Schleifstein,  daß  die
       Entwicklung von  Wissenschaft und Technik formationsbestimmt ist,
       daß sie  in der  bürgerlichen Gesellschaft  also  kapitalistische
       Entwicklung und  damit "auf  die eine  oder andere  Weise von den
       Antagonismen der Gesellschaft geprägt" ist. Mit der von Marx her-
       vorgehobenen Tendenz  der  kapitalistischen  Produktionsweise  zu
       universeller Entwicklung  der Produktivkräfte  sei unlösbar  auch
       deren Deformation  verknüpft: "Der technische und wissenschaftli-
       che Fortschritt  im Kapitalismus trägt unvermeidlich ein Janusge-
       sicht, er entwickelt sich, indem das Kapital zugleich die Spring-
       quellen allen Reichtums, 'die Erde und den Arbeiter' untergräbt."
       Dieser widerspruchsvolle  Charakter  kapitalistischer  Produktiv-
       kraftentwicklung treffe zuerst die wichtigste Produktivkraft, den
       arbeitenden Menschen;  er drücke  aber auch den anderen Elementen
       des Produktivkraftsystems  seinen Stempel auf: "Es war unvermeid-
       lich, daß  die ausbeuterischen, inhumanen Eigenschaften der kapi-
       talistischen Gesellschaft  auch in  einem  bestimmten  'technolo-
       gischen Regime',  in einer  bestimmten Organisation des Zusammen-
       wirkens von  Mensch und Technik, im Verhältnis zu den natürlichen
       Ressourcen ihren Ausdruck finden." Einerseits formationsbestimmt,
       besäßen  Wissenschaft  und  Technik  andererseits  eine  relative
       Selbständigkeit, seien  sie -  soweit sie  objektive Naturgesetze
       erkennen  und   technologisch   anwenden   -   "ein   allgemeiner
       menschlicher Wissensschatz  " und  damit auch  Basis für die Ent-
       wicklung und  Umgestaltung der Produktivkräfte in der sozialisti-
       schen Gesellschaft.
       Sicher könne man manche Vorschläge der alternativen Technikkriti-
       ker akzeptieren  ; abzulehnen  sei jedoch ihr weithin charakteri-
       stisches Ausweichen  vor der  offenen Gegnerschaft zum Kapitalis-
       mus,  indem   der  "Industrialismus",   die  "Großtechnik",   die
       "Verherrlichung" des  Wachstums und  der Produktivität zur Wurzel
       des Übels  erklärt würden. Es gebe keinen plausiblen Grund dafür,
       Großtechnik prinzipiell  als undurchschaubar und unkontrollierbar
       anzusehen. Für  die Befriedigung  zahlreicher Bedürfnisse auf dem
       einmal erreichten zivilisatorischen Niveau unersetzlich geworden,
       biete sie  oft eher als kleine oder mittlere Technologie die Vor-
       aussetzung für  umweltfreundliche Produktion  und günstigere  Ar-
       beitsbedingungen. Unhaltbar sei auch der an den Marxismus gerich-
       tete Vorwurf der "blinden Anbetung der Produktivität". Hier werde
       Produktivität schon  im Begriff  auf kapitalistische Effektivität
       und Rentabilität  reduziert. Der Marxismus verstehe unter Entfal-
       tung der Produktivität im geschichtlichen Maßstab nicht nur Stei-
       gerung der  Wirksamkeit der  technischen Mittel, sondern viel um-
       fassender die  Entwicklung aller schöpferischen Potenzen des Men-
       schen, mit Marx "Entwicklung des Reichtums der menschlichen Natur
       als Selbstzweck."
       Lange und Moldenhauer trugen drei Überlegungen vor:
       E r s t e n s:   Alle bisher  entwickelten  Techniken  zeichneten
       sich durch eine gewisse Variationsbreite in der für sie konstitu-
       tiven Kombination  von lebendiger Arbeit und gegenständlichen Mo-
       menten des  Arbeitsprozesses aus;  es gäbe  eine Variationsbreite
       möglicher Anwendungsweisen  der Technik,  die ausschließlich  ge-
       sellschaftlicher Zwecksetzung  unterworfen  sei.  Insofern  seien
       Auffassungen von   a n   s i c h    ökologisch  schädlicher  oder
       menschlich verkrüppelnder Technik unhaltbar.
       Z w e i t e n s:  Bei allen Techniken gäbe es jedoch "Grenzen ih-
       rer Anwendbarkeit  im Sinne universeller Entwicklung der Menschen
       und nicht-ausbeuterischer  Aneignung der Natur", die sich aus dem
       naturgesetzlichen Moment  der Funktionsprinzipien jeglichen tech-
       nischen Systems ergäben. Diese Grenzen betreffen insbesondere den
       Charakter der lebendigen Arbeit, die der Betrieb eines maschinel-
       len Systems erfordert, also mehr oder weniger schwere körperliche
       Arbeit, bestimmte Proportionen von Hand- und Kopfarbeit usf.
       D r i t t e n s:   Diese Grenzen  können nur durch Weiterentwick-
       lung der  Technik, durch  weitere Abgabe  körperlich oder geistig
       vereinseitigender Funktionen  an maschinelle Aggregate überwunden
       werden. Eine  solche Weiterentwicklung der Technik schließt stei-
       gende Anforderungen  an die  Kontrollfähigkeit der lebendigen Ar-
       beit ein.  Hier liegt,  so Lange/Moldenhauer,  der  entscheidende
       Dissens mit den Vertretern der Ökologiebewegung und ihrer Auffas-
       sung, daß  sich komplexe "großtechnische" Systeme prinzipiell ge-
       sellschaftlicher Kontrolle entzögen. Die Technikentwicklung könne
       demokratischer Zwecksetzung  untergeordnet werden  - eine notwen-
       dige, wenn auch nicht hinreichende Voraussetzung zur Verhinderung
       ökologisch schädlicher  und menschlich  verkrüppelnder Auswirkun-
       gen. Die  demokratische Kontrolle müsse Ergänzung finden in einer
       breiten  Ausweitung   wissenschaftlich-technischer  wie   gesell-
       schaftswissenschaftlicher Kenntnisse  über Technikentwicklung und
       Folgen-Abschätzung.
       Die   D i s k u s s i o n,   an der sich zwölf Teilnehmer der Ta-
       gung beteiligten, konzentrierte sich auf drei Fragen:
       E r s t e n s:   Quellen der Ideologie der Alternativbewegung. R.
       Schweicher und  Th. Neumann  vertraten gleichermaßen  die Auffas-
       sung, daß  man der  Alternativbewegung nicht  unterstellen könne,
       ihr Ausgangspunkt  sei die  Kritik an  Wissenschaft und  Technik.
       Diese Bewegung  sei vielmehr die sehr heterogene Reaktion auf die
       Erfahrung, daß  die technische,  die Produktivkraftentwicklung in
       der kapitalistischen  Gesellschaft statt zu einer Erweiterung und
       Entfaltung der  lebendigen Arbeit  gerade zu  deren Einschränkung
       führe. Ein  progressives Moment dieser Bewegung sei die Forderung
       nach demokratischer Kontrolle; ihre soziale Distanz zur produkti-
       ven Nutzung  und Beherrschung von Technik mache sie jedoch anfäl-
       lig für bürgerliche Technik-Dämonisierung.
       Z w e i t e n s:   In mehreren Diskussionsbeiträgen wurde ein ge-
       wisses Dilemma  der marxistischen  Arbeiterbewegung  konstatiert:
       Obwohl sie über relativ weit entwickelte Kenntnisse und theoreti-
       sche Einsichten  in den  Zusammenhang von  Technik-  und  Gesell-
       schaftsentwicklung oder die Ursachen der Umweltzerstörung verfüge
       und auf  dieser Grundlage Alternativkonzeptionen entwickelt habe,
       würden diese Positionen in der Alternativ-Bewegung doch höchstens
       am Rande  aufgenommen. Man  müsse also mehr über Ansatzpunkte der
       Auseinandersetzung nachdenken.
       D r i t t e n s:   Man dürfe  gegenüber dem - technologischen De-
       terminismus" der  Alternativ-Bewegung nicht  in  den  umgekehrten
       Fehler verfallen,  die - Unschuld der Technik" zu retten. S. Krä-
       mer-Friedrich verwies  darauf, daß  mit der  wachsenden Dimension
       der Technikentwicklung  auch die  Möglichkeit des Auseinanderfal-
       lens von bezweckten und unbeabsichtigten Folgen der Technikanwen-
       dung wachse.  Da die  Produktivkraftentwicklung sich immer nur in
       und vermittelst bestimmter gesellschaftlicher Produktionsverhält-
       nisse vollziehe, betonte Schleifstein, könne es in der Klassenge-
       sellschaft keinen Lebensbereich geben, der sich "unschuldig", nur
       aus seiner  Eigengesetzlichkeit heraus  habe  entwickeln  können.
       Eine der  Ursachen für die wachsende Möglichkeit des Auseinander-
       fallens von bezweckten und unbeabsichtigten Folgen der Technikan-
       wendung sah  Moldenhauer darin,  daß einerseits  mit der  Wissen-
       schafts- und  Technikentwicklung die  Handlungsmöglichkeiten  der
       Menschen enorm  zunähmen, während  die wissenschaftlichen  Kennt-
       nisse über  potentielle Folgen  als Grundlage kritischer Abschät-
       zung nicht in gleichem Maße anwüchsen.
       
       3. Kritik bürgerlicher Wissenschafts- und Technikideologie
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       Vortrag von  Hans Heinz  Holz (Groningen),  Korreferat von Thomas
       Neumann (Düsseldorf).
       H.H. Holz  gab in  seinem Vortrag  einen gerafften  Überblick zur
       Entwicklung bürgerlicher Technikauffassungen im imperialistischen
       Deutschland. Zwei  Richtungen seien  hier, trotz wechselnder Form
       und wechselnden Vokabulars, durchgängig zu beobachten: einerseits
       eine dämonisierende  Richtung, die Technik als "Zerstörungsmacht"
       begreife (nach dem 1. Weltkrieg repräsentiert durch Spengler, Or-
       tega u.a.) und zur Verlagerung der Gesellschafts- in die Technik-
       kritik beigetragen  habe. Die  andere Richtung werde gespeist vom
       bürgerlichen Interesse  an Technikentwicklung  als Grundlage  des
       Akkumulationsprozesses: die  idealistisch-apologetische  Strömung
       (Dessauer u.a.).  Bei ihr  trete der  Ingenieur als "Erfinder" in
       den Vordergrund,  der bereits  prä-existierende  Ideen  "findet".
       Auch diese  Richtung trägt  den Keim  des Technik-Pessimismus  in
       sich: Der  einzelne ist  der prä-existierenden  Welt  technischer
       Ideen unterworfen,  Technik wird  verstanden als sich selbst ent-
       faltendes Gebilde - so die idealistische Kritik an Dessauer.
       Nach dem zweiten Weltkrieg reproduziert sich der ideologische Wi-
       derspruch von  Technik-Apologie und  -Dämonisierung  erneut,  nun
       nicht mehr  im irrationalistischen Vokabular der 20er Jahre, son-
       dern in der Sprache des Neopositivismus, der analytischen Wissen-
       schaftstheorie usf.  Die eine  Richtung geht aus vom herrschenden
       Interesse an  gesellschaftlicher Bedürfnissteuerung:  Technikent-
       wicklung erscheint  als Bedrohung  von Lebensqualität,  nicht als
       Instrument der Bedürfnisentfaltung und -befriedigung. Die Ideolo-
       gie des Club of Rome, die Propagierung des Null-Wachstums und die
       Theorie vom Wertmanagement verbinden sich hier.
       Demgegenüber reproduziert  die andere Richtung bürgerlicher Tech-
       nikauffassung sich in der Vorstellung "autonomer" Technikentwick-
       lung und  durch sie gesetzter Sachzwänge, denen gesellschaftliche
       Bedürfnisse untergeordnet werden müßten und die allein von Exper-
       ten beurteil- und beherrschbar seien. Beide Richtungen fließen in
       der Forderung nach Eliten- oder Expertenherrschaft im staatsmono-
       polistischen Kapitalismus  zusammen, ihre  Legitimation  ist  die
       Ideologie der  Technik-Bewertung, der  profit-kalkulierenden  Ko-
       sten-Nutzen-Abschätzung, des "technology assessment".
       Die Verbindung  von Technik-Entwicklung und Technik-Bewertung er-
       öffnet nun  ein Feld des ideologischen Klassenkampfes um das Den-
       ken der  technischen Intelligenz.  Es ergibt sich die Möglichkeit
       der Erarbeitung  alternativer, humanen Wertpräferenzen verpflich-
       teter Werte-Kataloge,  die mit  profitorientierten  Wertsetzungen
       konfrontiert werden  können. Anhand  solcher, einen Wertzusammen-
       hang konstruierenden Modelle (die von Werten wie Haltbarkeit, Si-
       cherheit u.  a. ausgehen), lassen sich dem Kapitalismus immanente
       Widersprüche aufzeigen  und damit Ansatzpunkte für gesellschafts-
       kritisches Bewußtsein  in der  technischen Intelligenz  gewinnen.
       Holz entwickelte  diesen Gedanken am Beispiel der Auseinanderset-
       zungen im VDI bei der Diskussion um entsprechende Richtlinien und
       Wertpräferenzen.
       Th. Neumann sprach von einer "teilweise offenen ideologischen Si-
       tuation", in  der es besonders auf die Formulierung von Problemen
       ankomme. Er  nannte vier Bereiche. 1. Das neue Niveau des Systems
       Wissenschaft -  Technik -  Produktion  erfordere  heute  erneutes
       Nachdenken  über   das  Verhältnis  von  Eigengesetzlichkeit  und
       -dynamik dieses Systems und Gesellschaftsentwicklung. 2. Wenn der
       wissenschaftlich-technische Fortschritt  heute ein Feld des Klas-
       senkampfes sei,  so müßten  die einzelnen  Bereiche dieses Feldes
       genauer umrissen  werden, um  beurteilen zu  können, mit  welcher
       Akzentsetzung und  welcher Absicht  die bürgerliche Ideologie den
       einen oder  anderen Gegenstand  ergreift.  Neumann  demonstrierte
       dies an  der unterschiedlichen  Institutionalisierung von Technik
       (primär im  industriellen Bereich)  und Wissenschaft  (primär  im
       Hochschulbereich und bei Forschungsinstitutionen). 3. Der wissen-
       schaftlich-technische Fortschritt  wirft eine  Reihe neuer Fragen
       auf, auf  die es  gegenwärtig keine  definitive Antwort gibt: die
       Abschätzung der  Perspektiven der neuen Technologien; das Problem
       der Qualifikationsentwicklung;  das Verhältnis von Natur- und Ge-
       sellschaftswissenschaften;  Rückwirkungen  der  weltweiten  Indu-
       strialisierung auf  die Wissenschafts- und Technikentwicklung der
       industrialisierten Länder.  4. müsse in Rechnung gestellt werden,
       daß in  den zurückliegenden  zehn Jahren neue soziale Kräfte sich
       in die  Auseinandersetzung um  Wissenschafts- und Technikentwick-
       lung eingeschaltet  hätten: die  Studentenbewegung; eine Bewegung
       progressiver Wissenschaftler; die gewerkschaftliche Diskussion um
       eine  eigenständige   Position  zu  Wissenschaft  und  Forschung;
       schließlich die Alternativbewegung.
       In der   D i s k u s s i o n   (15 Wortmeldungen) wurden zunächst
       die Anregungen  von Holz aufgenommen, Zugänge zur Entwicklung ge-
       sellschaftskritischen Denkens  in der technischen Intelligenz of-
       fenzulegen. Hier  wurden drei  Positionen vorgetragen: l. Möglich
       sei die  Entstehung spontan-materialistischen  (Bohle), ja  sogar
       spontanen dialektisch-materialistischen  Denkens  (Adamczak)  bei
       Naturwissenschaftlern im  wissenschaftlichen Arbeits-  und Aneig-
       nungsprozeß. 2. Das Bewußtsein des Widerspruchs von gesellschaft-
       licher Realität  und akzeptierten  Normen der  Technikentwicklung
       (Goergens, Holz)  könne zu  Ausgangspunkten ideologischer  Arbeit
       und politischer  Praxis werden. 3. fragte Jung, ob nicht die For-
       derung nach  Entwicklung alternativer  Techniken bei der Intelli-
       genz Bewußtseinsprozesse auslösen und sie zum Verbündeten der Ar-
       beiterbewegung machen  könne. Hier stelle sich die Grundfrage, ob
       die Technologien  selbst, die  Elemente des Produktivkraftsystems
       und die Form der Naturaneignung zum Gegenstand des Klassenkampfes
       werden könne oder ob der Versuch der Einflußnahme auf die Technik
       selbst und damit auch die Forderung nach Entwicklung alternativer
       Technik im Kapitalismus illusionär sein müsse.
       Zu dieser  Frage wurden verschiedene Standpunkte formuliert: Pae-
       tau verwies  (wie Lange  / Moldenhauer)  auf  "Variationsmöglich-
       keiten" der  Technikentwicklung im Kapitalismus auf der Basis der
       jeweils   entwickelten    Produktivkräfte;   Neumann    hob   den
       Zusammenhang zwischen  objektiven Bedürfnissen  und  alternativer
       Technik hervor. Der Umweltschutz sei Beispiel für die Möglichkeit
       "alternativer Technik",  denn  es  gebe  reale  Alternativen  zur
       profitorientierten Nutzung  der Umwelt  im  Produktivkraftsystem.
       Bömer verwies  auf alternative  Verkehrstechnologien. Skeptischer
       äußerte sich  Gärtner. Die  Aufnahme technologischer Alternativen
       aus  der  Ökologiebewegung  durch  das  Kapital  (wie  zunehmende
       Nutzung von Biomasse, Nutzung von Abwärme usf.) zeige gerade, daß
       es illusionär  sei, durch technologische Alternativen soziale und
       Umweltprobleme  lösen  zu  wollen.  Holz  argumentierte:  Technik
       stelle  als   Ganzes  ein   System  dar,   innerhalb  dessen   es
       selbstverständlich Alternativen  der Weiterentwicklung  gäbe. Die
       Entwicklung eines  Technik-Systems ohne  Großtechnik sei  dagegen
       illusionär, eine  solche Forderung  reaktionär.  Alternativen  im
       Rahmen des  gegebenen Technik-Systems könnten aber nicht getrennt
       werden von  gesellschaftspolitischen Alternativen: letztere seien
       konstitutiv für  die Nutzung alternativer Technologien. Notwendig
       sei also  immer die Entwicklung gesellschaftlicher Alternativkon-
       zeptionen -  innerhalb des  bestehenden Gesellschaftssystems  wie
       über dieses hinausgedacht.
       Die sozialen  Folgen kapitalistischer  Nutzung der  neuen Technik
       sind unmittelbar  spürbar im Betrieb selbst. Mehrere Diskussions-
       beiträge gingen  auf Arbeitsbedingungen und technische Alternati-
       ven auf  der betrieblichen  Ebene ein. Dabei wurden drei Probleme
       der gewerkschaftlichen  Arbeit benannt:  1. Es mangele an Konzep-
       tionen für  eine "alternative Einsatzmöglichkeit" der neuen Tech-
       nik. Hier  sei die Ausarbeitung konkret faßbarer, umsetzbarer Al-
       ternativen für  die Anwendung  der neuen  Technik im Betrieb eine
       eminent wichtige  Aufgabe, die die Gewerkschaften nur in Koopera-
       tion mit  Spezialisten leisten  könnten. 2.  Das Kapital reagiere
       auf die  Forderung nach Arbeitszeitverkürzung mit der Intensivie-
       rung der  Arbeit durch  technischen Fortschritt. 3. Die Anwendung
       von Elektronik  drohe die  Belegschaften totaler Kontrolle zu un-
       terwerfen -  gleichermaßen ein  Hebel zur  Arbeitsintensivierung.
       Bei allen  drei Problembereichen  könne die gewerkschaftliche Ge-
       genwehr nicht  nur in  Betriebsvereinbarungen und  vergleichbaren
       Absicherungen bestehen  , sondern  erfordere  auch  wirkungsvolle
       technische Lösungen  zur Einschränkung der Belastungen der Beleg-
       schaften.
       
       4. Ressourcenverknappung, ökonomisches Wachstum
       -----------------------------------------------
       und technischer Wandel
       ----------------------
       
       Vortrag von  Jan Priewe (Bielefeld), Korreferat von Hermann Bömer
       (Dortmund).
       Priewe behandelte  vier Fragen:  1. Gibt  es angesichts endlicher
       Ressourcen auf  der Erde  physische Wachstumsgrenzen?  2. Wie ist
       die ökologische  Technikkritik zu beurteilen? 3. Was sind die Ur-
       sachen der gegenwärtigen Wachstumskrise? 4. Wie läßt sich ein al-
       ternativer Wachstumstyp charakterisieren?
       Zur ersten Frage vertrat Priewe prononciert folgenden Standpunkt:
       Gegenwärtig können aus der perspektivischen Entwicklung weder des
       Bevölkerungswachstums noch  der Nahrungsmittelproduktion noch der
       nicht-regenerierbaren natürlichen Ressourcen noch der Umweltbela-
       stungen Wachstumsgrenzen  abgeleitet werden.  "Zwar stellen  sich
       enorme Umstellungsprobleme  während der  kommenden 50 Jahre, Pro-
       bleme extrem  langfristiger Planung,  die unter  kapitalistischen
       Bedingungen kaum  lösbar sind;  jedoch kann von physischen Wachs-
       tumsgrenzen nicht die Rede sein." Vielmehr müsse konstatiert wer-
       den, daß  die Energie-, Rohstoff- und ökologische Krise nicht Er-
       gebnis akuter  oder latenter  Wachstumsgrenzen sind,  sondern daß
       sie die  kapitalistische Form  der Produktivkraftentwicklung dar-
       stellen. Priewe verdeutlichte diese Auffassung anhand der Auswir-
       kungen des  Profitmotivs auf Entwicklung und Nutzung der Energie-
       ressourcen.
       Der ökologischen  Technikkritik und dem von der OECD propagierten
       "japanischen" Wachstumsmodell  (schneller technischer Wandel, ag-
       gressive Weltmarktkonkurrenz bei Massenarbeitslosigkeit, extremer
       Leistungsselektion, starker  Einkommensungleichheit und hoher Um-
       weltbelastung) stellte  Priewe  das  Konzept  eines  alternativen
       Wachstumstyps entgegen,  der ein  hohes Maß an gesellschaftlicher
       Bedürfnisbefriedigung mit  hohem technischen Standard und Umwelt-
       verträglichkeit verbinden  solle. Ein solcher Wachstumstyp erfor-
       dere einen  deutlichen Wandel der volkswirtschaftlichen Produkti-
       onsstruktur zugunsten des Dienstleistungssektors mit stärker bin-
       nenwirtschaftlich orientierter  Wachstumsstrategie.  Zweiter  we-
       sentlicher Gesichtspunkt sei die Änderung des gesamten Produktiv-
       kraftsystems zugunsten  der intensiv erweiterten Reproduktion der
       Natur und  der natürlichen Ressourcen. Das erfordere die Änderung
       vieler Produktionsverfahren  und Produkte, Energieeinsparung usf.
       Gesellschaftliche Gebrauchswertplanung  werde damit in großem Um-
       fang notwendig. Ein solcher Wachstumstyp müsse als Ziele vereini-
       gen die  volle Nutzung  der Produktivkräfte, insbesondere Vollbe-
       schäftigung, Entfaltung des technischen Fortschritts, Herstellung
       ökologischer Gleichgewichte  sowie verbesserte Bedürfnisbefriedi-
       gung vor allem in der gesellschaftlichen Konsumtion.
       Bömer konzentrierte  sich auf das Energieproblem. Er hielt Priewe
       entgegen, die Feststellung, daß in den nächsten Jahrzehnten nicht
       von physischen  Wachstumsgrenzen gesprochen  werden könne,  lenke
       von  der  Notwendigkeit  ab,  bereits  heute  das  Energieproblem
       u m f a s s e n d  anzugehen und alle möglichen Energieressourcen
       der Zukunft  zu erschließen. Die Konzentration auf einzelne Ener-
       gieträger bzw. -quellen (Öl, Kohle) werde schwerwiegende ökologi-
       sche und  ökonomische Probleme nach sich ziehen. Einer von diesem
       Gesichtspunkt ausgehenden alternativen Energiepolitik stünden ge-
       wichtige politische  und soziale Hindernisse im Weg, insbesondere
       das imperialistische Interesse an Ausbeutung der ölexportierenden
       Länder.
       Eine alternative  Energiepolitik in der BRD müsse sich an folgen-
       den Punkten orientieren: 1. Energieeinsparung und Optimierung der
       Energieausnutzung; 2.  drastische Senkung  des Anteils  von Erdöl
       und Erdgas  bei den  Primärenergieträgern; 3. Erhöhung des Stein-
       kohle-Anteils; 4.  Entwicklung und  Einsatz regenerierbarer Ener-
       giequellen (Sonne,  Wind, Wasser, Biogas); 5. Erzeugung eines be-
       deutenden Teils  der Elektrizität  mit Kernkraftwerken  ; 6. Ent-
       wicklung umweltschonender Verfahren der Energieerzeugung bei ver-
       stärktem Kohleeinsatz und Durchsetzung schärfster Umwelt- und Si-
       cherheitsauflagen, wobei  der Verstaatlichung  und demokratischen
       Kontrolle der  Energiewirtschaft und Kraftwerksindustrie eine be-
       sondere Rolle  zukomme; 7.  Verhinderung der  Herstellung des ge-
       schlossenen atomaren Brennstoffkreislaufs in der BRD und interna-
       tionale Lösung der Wiederaufbereitungs- und Endlagerungsprobleme.
       In der   D i s k u s s i o n   sprachen neun Tagungsteilnehmer zu
       folgenden Fragen: Physische Grenzen und Verfügbarkeit natürlicher
       Ressourcen; Charakter  und  Durchsetzungsmöglichkeit  von  Wachs-
       tumsalternativen; Probleme der Technikbeherrschung unter den qua-
       litativ anderen Gesellschaftsbedingungen des Sozialismus.
       Rechtziegler (IPW,  Berlin/DDR) betonte, daß sich schon gegenwär-
       tig Probleme  aus der  physischen Begrenztheit aller nichtregene-
       rierbaren Rohstoffe und Energieressourcen ergäben. Erverwies hier
       auf die  Politik der OPEC-Länder, die begonnen hätten, die Erdöl-
       förderung ihren  eigenen politischen  und ökonomischen Interessen
       unterzuordnen und  die Förderung  derzeit nicht ausdehnten, da in
       den letzten  fünf Jahren  trotz umfangreicher Prospektierungsmaß-
       nahmen keine neuen Vorräte entdeckt worden seien. Zugleich müßten
       die Ressourcen  immer unter  dem Gesichtspunkt gesehen werden, zu
       welchen ökonomischen  Bedingungen sie  erschließbar seien. Gegen-
       wärtig ließen sich weltweit zwei Tendenzen beobachten: einerseits
       die Tendenz eines weiter ansteigenden Energieverbrauchs; anderer-
       seits der  Versuch zur  Umstrukturierung der Energiebilanzen, der
       in den  imperialistischen Ländern  bisher jedoch gescheitert sei,
       da weder  geplante  Einsparungsmaßnahmen  noch  die  Senkung  des
       Erdöl-Anteils an  den  Primärenergieträgern  hätten  durchgesetzt
       werden können. Diese verfehlte Energiepolitik sei die eigentliche
       Ursache der Labilität der kapitalistischen Energiemärkte im Über-
       gang zu den 80er Jahren.
       Kontrovers diskutiert  wurde auch  die Frage, wo Ansatzpunkte für
       die Durchsetzung eines alternativen Wachstumstyps zu sehen seien.
       Goldberg schlug  vor: Man  müsse zuerst einmal unterscheiden zwi-
       schen der stofflichen Seite eines solchen alternativen Wachstums-
       typs (der  Seite der Gebrauchswertplanung) und der Frage nach der
       Durchsetzungsmöglichkeit. Hier  könne unterschieden  werden  zwi-
       schen Innovationen a) auf der Produktebene und b) auf der Produk-
       tions- oder Prozeß-Ebene. Während auf der Produktebene Alternati-
       ven leichter  zu formulieren  und durchzusetzen  seien (da  damit
       noch nicht  unmittelbar in  die Profitsphäre eingegriffen werde),
       stehe dem  auf der Prozeß-Ebene das Interesse des Kapitals an den
       jeweils billigsten und profitabelsten Produktionsverfahren gegen-
       über. Einflußnahme  auf Arbeitsbedingungen und Produktionstechno-
       logien würden  daher auf  starken Widerstand des Kapitals stoßen.
       Priewe äußerte sich skeptisch gegenüber einer solchen Unterschei-
       dung von  stofflicher und  wertmäßiger Planung. Zwischen dem Ver-
       wertungsinteresse des  Kapitals und den unter seiner Regie produ-
       zierten Gebrauchswerten  bestünde ein  enger Zusammenhang. Es sei
       sicher auch  falsch, die Gewerkschaftsbewegung ausschließlich auf
       die "defensive"  Aufgabe des Schutzes der Arbeitskraft vor extre-
       mer Ausbeutung  durch vertragliche  Rahmenbedingungen für die An-
       wendung neuer  Technik festzulegen. Statt dessen müsse die Arbei-
       terbewegung Normen  für die Technikentwicklung selbst formulieren
       und auf diese Einfluß zu nehmen versuchen.
       
       5. Ökologie und Umweltkrise in der Bundesrepublik
       -------------------------------------------------
       
       Vortrag von  Edgar Gärtner  (Luxeuil les  Bains), Korreferat  von
       Wolfgang Adamczak (Marburg).
       Gärtner gab in seinem Vortrag zuerst einen Überblick über Heraus-
       bildung und Grundbegriffe der Ökologie, um dann Kriterien für die
       Einschätzung der Entwicklung natürlicher und anthropogener Ökosy-
       steme abzuleiten.  Als allgemeine Grundlage für die Ableitung von
       Gütekriterien sei  die Theorie  der Evolution zu betrachten. Ent-
       scheidende Bedeutung  für die  Stabilität  naturnaher  Ökosysteme
       komme der  Aufrechterhaltung der  genetischen, energetischen  und
       räumlichen Diversität  von Ökosystemen zu. Grobe menschliche Ein-
       griffe führten  zu Regressionsprozessen  von Ökosystemen mit dra-
       stischem Rückgang  der Diversität  und Organisiertheit, wobei der
       Rückfall entwickelter Ökosysteme auf weniger differenzierte, pri-
       mitivere Stufen  die Befriedigung  physischer und kultureller Be-
       dürfnisse der  Menschen erschwere. "Die z.B. in Mesopotamien oder
       im Mittelmeergebiet  abgelaufenen Regressionsprozesse zeigen, daß
       menschliche Einwirkungen  industrieller oder vorindustrieller Na-
       tur in  der Lage  sind, hochentwickelte  Ökosysteme innerhalb von
       nur wenigen  Jahrzehnten auf  Entwicklungsstufen  zurückzuwerfen,
       von denen  aus eine  Regeneration bis  zu Entwicklungsstufen ver-
       gleichbarer Komplexität auf einem natürlichen Entwicklungsweg et-
       liche Jahrtausende benötigen würde."
       Bei der  Beurteilung der  gegenwärtigen Umweltbelastungen  in der
       Bundesrepublik vertrat  Gärtner folgende Auffassung: Indiz dafür,
       daß die  quantitative wie  qualitative  Ausdehnung  anthropogener
       Veränderung von Ökosystemen in den letzten Jahrzehnten bereits an
       die Grenze der Belastbarkeit des Naturhaushalts in der BRD stoße,
       sei das beschleunigte Aussterben von Pflanzen- und Tierarten. Bei
       a q u a t i s c h e n   Ö k o s y s t e m e n   (Beispiele Boden-
       see, Rhein;  Oberflächengewässer) sei  in den  letzten Jahren nur
       eine begrenzte  Verbesserung der  Wasserqualität zu konstatieren,
       die auf  massive staatliche  Eingriffe zurückzuführen  sei, nicht
       auf  "marktwirtschaftliche"   Mechanismen.  Die  Trends  für  die
       B e l a s t u n g s f a k t o r e n  d e r  L u f t  seien unter-
       schiedlich, z.T.  sogar gegenläufig.  Bei Rückgang  der Grob- und
       Feinstaubbelastung sei  seit den  60er Jahren die Schwefeldioxyd-
       Gesamtbelastung der  Luft  trotz  Produktionsausweitung  konstant
       geblieben (bei  regionalen Verbesserungen),  die  Stickoxyd-  und
       Kohlenwasserstoff-Emissionen seien  dagegen  gewachsen.  Generell
       habe die  Bedeutung der  schwieriger kontrollierbaren Mikroverun-
       reinigungen zugenommen.  Die einzige nachhaltige Verbesserung der
       Luftqualität betreffe  den Rückgang der Blei-Immissionen. Als Ge-
       samtbilanz müsse  festgehalten  werden,  daß  die  Umweltprobleme
       nicht gelöst, sondern lediglich verschoben worden seien.
       Adamczak sah  die politische  Bedeutung der Ökologie in folgenden
       Punkten: 1. Sie liefert wissenschaftliche Grundlagen für die Not-
       wendigkeit und  Berechtigung solcher  Forderungen wie  Erhalt von
       Artenvielfalt oder  von Naturschutzgebieten,  die zur  Stabilität
       der Ökosysteme  beitragen und  dem Erhalt  eines evtl.  zukünftig
       nutzbaren Genpools  dienen. 2. Sie verdeutlicht die Notwendigkeit
       umfassender, langfristiger  Planung gesellschaftlicher  Prozesse.
       Die Auseinandersetzung  um das  Bundesimmissionsschutz-Gesetz, um
       das Abwasserabgabengesetz und das Umwelt-Chemikaliengesetz zeige,
       daß gegenwärtig  mit dem  Argument der  Wirtschaftskrise und  der
       wirtschaftlichen Belastung der Unternehmen massiv versucht werde,
       auf der Ebene der Gesetzgebung die Spielräume für Umweltbelastung
       und -zerstörung wieder auszuweiten.
       In der  kürzeren   D i s k u s s i o n  - sechs Beiträge - wurden
       eine Reihe  konkreter Probleme  des Umweltschutzes angeschnitten.
       So verwies  I. Zeller darauf, daß in der Ökologiebewegung der Zu-
       sammenhang von außerbetrieblicher und Arbeitsumwelt unberücksich-
       tigt bleibe. Hier müßten die Arbeitsbedingungen der Belegschaften
       solcher Konzernbetriebe  untersucht werden, die durch Umweltskan-
       dale bekannt  geworden seien.  Über ökonomische  und  ökologische
       Aspekte der  Chemisierung der  Landwirtschaft und  der  Anwendung
       chemischer Pflanzenschutzmittel  sprachen Mahro und Plumhoff. Bö-
       mer betonte,  daß die  Tatsache relativer Erfolge bei der Bekämp-
       fung von Umweltbelastungen auf verschiedenen Gebieten auch deswe-
       gen für  die Umweltschutzbewegung  von großer Bedeutung sei, weil
       sie zeige, daß unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen
       reale Verbesserungen möglich seien und sich der Kampf um entspre-
       chende Ziele also lohne.
       
       6. Schlußfolgerungen, Probleme
       ------------------------------
       
       Überblickt man  Verlauf und  Ergebnisse der  Tagung, so verdienen
       folgende Gesichtspunkte  besondere Hervorhebung, l. Es ist in ei-
       ner für beide Teile produktiven Weise gelungen, das Thema von ge-
       sellschafts- und  naturwissenschaftlicher Seite  anzugehen. Dabei
       hat sich  gezeigt, daß es in der Bundesrepublik eine größere Zahl
       von Naturwissenschaftlern  verschiedener Fachrichtungen gibt, die
       Probleme der  Wissenschafts- und Technikentwicklung von marxisti-
       schen und  fachwissenschaftlichen Positionen  aus bearbeiten kön-
       nen. Bemerkenswert  ist auch,  daß die Kommunikation zwischen Na-
       tur- und  Gesellschaftswissenschaftlern auf  der  Tagung  relativ
       problemlos war.
       2. Eine ganze Reihe von Fragen wurde kontrovers diskutiert und es
       wurden neue,  offene Probleme  aufgeworfen. Das  betrifft  sowohl
       wissenschaftlich-technische Fragen  der Produktivkraftentwicklung
       (z. B.  die Beurteilung  zukünftigen  Energiebedarfs,  die  nicht
       trennbar ist von der Einschätzung des Energieverbrauchs zukünfti-
       ger Produktionstechnologien)  wie ökonomische und politische Fra-
       gen (so  die nach  den Durchsetzungsmöglichkeiten technologischer
       Alternativkonzeptionen oder nach Ansatzpunkten gewerkschaftlicher
       Technologiepolitik auf der betrieblichen Ebene). Unterschiedliche
       Auffassungen gab  es auch bei der Bewertung einzelner an sich un-
       umstrittener Fakten  und Entwicklungstrends  - so  bei der  Frage
       nach den  Auswirkungen der  Ressourcenverknappung im Energie- und
       Rohstoffbereich.
       Zumindest einige Probleme sollen benannt werden, die weiterer Un-
       tersuchung bedürfen.
       a)  S t a n d   u n d   P e r s p e k t i v e n   d e r    w i s-
       s e n s c h a f t l i c h - t e c h n i s c h e n    R e v o l u-
       t i o n   i n   d e r  B R D.  Die meisten marxistischen Arbeiten
       zu dieser  Frage geben  bisher nur  einen -  zudem an  Einzelbei-
       spielen orientierten  - beschreibenden  Überblick. Für eine abge-
       sicherte Beurteilung  zukünftiger Trends  wären  quantifizierende
       Untersuchungen  des  gegenwärtigen  Standes  von  Automation  und
       Anwendung  neuer  Technik  in  den  verschiedenen  Wirtschaftsab-
       teilungen notwendig. Dabei kommt besondere Bedeutung der Entwick-
       lung der  Fertigungstechnik zu, von der das technologische Niveau
       und die  Konkurrenzfähigkeit der  verarbeitenden Industrie abhän-
       gen. Interessant wäre eine Untersuchung der staatlichen Technolo-
       gieförderung auf diesem sowie dem Elektronik-Sektor als Indikator
       zu erwartender  Trends. Dabei  müßte auch den sozialstrukturellen
       Folgen nachgegangen  werden: Das  betrifft nicht nur Qualifikati-
       ons- und  Beschäftigungsprobleme der  Arbeiter im gesamten produ-
       zierenden Gewerbe  sowie der  Angestellten in  Handel, Verwaltung
       und Dienstleistung,  sondern auch  Gruppen der Intelligenz, deren
       Spezialistentätigkeit der Arbeitszerlegung und teilweisen Entwer-
       tung unterworfen wird.
       b)  E n e r g i e b e d a r f       u n d      P r o d u k t i v-
       k r a f t e n t w i c k l u n g.   Der  zukünftige  Energiebedarf
       ist  sicher   in  erster  Linie  abhängig  von  den  ökonomischen
       Wachstumsraten. Von  Bedeutung - und hier gab es unterschiedliche
       Auffassungen -  ist aber  auch der  Energiebedarf der zukünftigen
       Produktionstechnologien. Hier  wäre eine  Abschätzung der  realen
       Perspektive von  Technologien mit geringem Energiebedarf (genannt
       wurden Biotechnologien)  sowie der  Möglichkeiten der Energieein-
       sparung bzw.  der Optimierung  der  Energieausnutzung  zu  unter-
       suchen. Das  schließt  die  Untersuchung  des  Potentials  alter-
       nativer, regenerierbarer Energiequellen ein.
       c)  A n s a t z p u n k t e   u n d    D u r c h s e t z u n g s-
       m ö g l i c h k e i t e n   t e c h n o l o g i s c h e r    A l-
       t e r n a t i v e n.   Diese Fragen,  die u.a. von Jung und Gold-
       berg eingebracht  wurden, sind  Ausgangspunkt für die Entwicklung
       gewerkschaftlicher Strategien gegen die Nutzung des wissenschaft-
       lich-technischen Fortschritts im Interesse des Kapitals, die sich
       nicht auf  reine Schutz-Abkommen  zur Abmilderung sozialer Folgen
       beschränken, sondern  auf die  Technologieentwicklung selbst Ein-
       fluß nehmen wollen.
       d)  T h e o r e t i s c h e   P r o b l e m e   d e r  E r f a s-
       s u n g   d e r    w i s s e n s c h a f t l i c h - t e c h n i-
       s c h e n   R e v o l u t i o n.  Auf Unklarheiten der begriffli-
       chen Abgrenzung  von wissenschaftlich-technischem Fortschritt und
       wissenschaftlich-technischer Revolution  hat Lothar Peter bereits
       im letzten Band der "Marxistischen Studien" hingewiesen. Geht man
       von einer  begrifflichen Fassung aus, wie sie im einleitenden Re-
       ferat der  Tagung gebraucht  wurde, so stellen sich folgende Fra-
       gen: worin  besteht die  sozialökonomische Spezifik  der  wissen-
       schaftlich-technischen Revolution  im Kapitalismus? Wo liegen Sy-
       stemgrenzen ihrer Entfaltung? Inwieweit müssen in ihre begriffli-
       che Fassung solche Gesichtspunkte eingehen wie die aus den Verge-
       sellschaftungsprozessen resultierende  Notwendigkeit extrem lang-
       fristiger Planungen  (im ökologischen  Bereich, bei der Erschlie-
       ßung von Energie- und Rohstoffressourcen usf.)?
       3. Das Aufgreifen solcher Fragen könnte einen Beitrag liefern zur
       weiteren Ausarbeitung  des theoretischen  Standpunktes der marxi-
       stischen Arbeiterbewegung der Bundesrepublik zu den Problemen des
       wissenschaftlich-technischen  Fortschritts.   Dies   ist,   wie/.
       Schleifstein in  seinem Schlußwort betonte, eine wesentliche Vor-
       aussetzung für Kooperation und theoretisch-ideologische Auseinan-
       dersetzung mit  der ökologischen Bewegung und für die Entwicklung
       von Alternativprogrammen,  in denen  Lösungen für konkrete Fragen
       der Arbeitsbedingungen,  der technologischen  Veränderungen,  des
       Arbeits- und Umweltschutzes im Interesse der arbeitenden Menschen
       entwickelt werden.
       
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       1) Technik -  Umwelt - Zukunft. Eine marxistische Diskussion über
       Technologieentwicklung,  Ökologie,   Wachstumsgrenzen   und   die
       "Grünen". Materialien  der  Tagung  "Wissenschaftlich-technischer
       Fortschritt und gesellschaftliche Alternativen", veranstaltet vom
       Institut für  Marxistische  Studien  und  Forschungen  (IMSF)  am
       29./30. März 1980 in Frankfurt am Main, Frankfurt/M., Verlag Mar-
       xistische Blätter, 1980.
       

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