Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 04/1981


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       AUS DEN TAGEBÜCHERN DES JOHANN WILHELM JAKOB BLANK -
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       EINES JUGENDFREUNDES VON FRIEDRICH ENGELS
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       Michael Knieriem
       
       Weder Kriminalisten  noch Historiker können auf Dauer auf den be-
       rühmten "Zufall"  verzichten; dabei  mag  es  völlig  unerheblich
       scheinen, ob diese Zufälle später als "glückliche Hand" oder eben
       doch als das Ergebnis akribischer Forschung interpretiert werden.
       Wie dem  auch immer  sei: Bei  der Zusammenstellung der Texte für
       das zweite  Heft der "Nachrichten aus dem Engels-Haus" 1) stellte
       sich der  Zufall, zumindest in dieser gewünschten Richtung, nicht
       ein, und  deshalb soll  an dieser  Stelle eine  Ergänzung geboten
       werden. Sie vermittelt zwar keine elementar neuen Erkenntnisse zu
       dem bisher  bekannten Engels-Bild,  sie vermag jedoch einige bio-
       graphische Daten zu präzisieren und ein genaues Wissen um den En-
       gelsschen Freundeskreis zu liefern helfen.
       Schon vor  Ausbruch des  Ersten Weltkrieges  hatte der  Fabrikant
       Emil Engels in Engelskirchen - wohl auf Anregung von Gustav Mayer
       - versucht,  durch einen öffentlichen Aufruf in einer Heimatzeit-
       schrift an alle noch erreichbaren Briefe und Hinterlassenschaften
       aus dem  Freundeskreis des  jungen Friedrich Engels heranzukommen
       2). Soweit  uns bisher bekannt ist, blieb diese Anzeige letztlich
       ohne jede greifbare Resonanz 3).
       Der nun  schon mehrfach  zitierte "Zufall" stellte sich erst ein,
       als Herr  Jürgen Blank  aus Überlingen/Bodensee,  ein Urenkel des
       Tagebuchschreibers, uns auf die Existenz der beiden kleinen Tage-
       bücher hinwies. Für seine Liebenswürdigkeit, uns diese Hefte nach
       Wuppertal auszuleihen,  und die Genehmigung, hieraus zu zitieren,
       sei Herrn Blank an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.
       Johann Wilhelm  Jakob Blank wurde am 28. August 1821 als Sohn des
       Kaufmanns Wilhelm Blank und seiner Ehefrau Marie Wilhelmine, geb.
       Hauptmann, auf  der Vikarie in Elberfeld geboren 4). Nach dem Be-
       such der Barmer Stadtschule von Herbst 1828 bis Herbst 1832 wech-
       selte er  auf das  Gymnasium seiner Vaterstadt Elberfeld über 5).
       Hier bestand er, kaum 17 1/2 Jahre alt, im August 1838 das Abitu-
       rienten-Examen angeblich  "summa cum laude". Blank war also nicht
       nur auf  dem Elberfelder Gymnasium, sondern auch schon vorher auf
       der Barmer Stadtschule ein unmittelbarer Mitschüler von Friedrich
       Engels gewesen 6). Entgegen seinen eigenen Vorstellungen mußte er
       statt des akademischen Berufes den eines Kaufmanns ausüben. Blank
       war übrigens der erste Abiturient des Elberfelder Gymnasiums, der
       nicht studierte  7). Die  Parallele zur  äußeren Entwicklung  des
       jungen Engels  mag sich hier förmlich aufdrängen. Karl Emil Blank
       (1817-1893), der spätere Schwager Friedrich Engels', war übrigens
       - obwohl  fast gleichaltrig - aufgrund einer merkwürdigen Genera-
       tionsverschiebung ein Großonkel des Tagebuchschreibers.
       Nach Absolvierung  der Lehre  im elterlichen Geschäft, der Elber-
       felder Türkischrot-Garnfärberei  Johann Wilhelm  Jakob Hauptmann,
       reiste er im Juni 1839 nach Le Havre, arbeitete zeitweise auch in
       Paris und später sogar in England, um seine kaufmännischen Kennt-
       nisse zu  vervollkommnen. Es  war bisher  nicht genau  zu klären,
       wann Johann  Wilhelm Jakob  Blank bei der Londoner Firma "Berles,
       Romcke & Co." tätig war; wahrscheinlich aber schon seit dem Jahre
       1842. Es  kann aber als sicher gelten, daß er seit Herbst 1843 im
       Hause "de  Jersey & Co." in Manchester beschäftigt war 8). Obwohl
       wir Genaueres  darüber bisher  nicht wissen,  ist in der 1910 er-
       schienenen Familiengeschichte Blank zu lesen:
       "In Manchester  verkehrte er  viel mit  dem später  oft genannten
       Friedrich Engels.  Unter dessen  Einfluß bildete  sich wohl  auch
       sein reges  Interesse für  Politik heraus.  Die bekannten  Kämpfe
       Ende der  40er Jahre fanden in ihm einen energischen Streiter ge-
       gen die herrschende Reaktion. Da die Hoffnungen dieser Bestrebun-
       gen sich  aber zunächst nicht verwirklichten, so gab er sich spä-
       ter nach  dieser Zeit  als 'politisch  tot' aus. Erst in den 60er
       Jahren finden  wir ihn wieder als einen begeisterten Bismarck-An-
       hänger..." 9) Offensichtlich wußte die Familientradition noch Nä-
       heres. Es  kann keinen  Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage
       geben, die  ja in  einer Zeit  gemacht wurde,  als es  nicht  als
       "schick" gelten konnte, auf solche Bezüge hinzuweisen 10).
       Der einschlägigen  Forschung war  die Person Blanks als eines Ju-
       gendfreundes von  Engels längst bekannt. Engels erwähnt ihn mehr-
       fach in  seinen Briefen  an die Brüder Friedrich Christian Ludwig
       und Wilhelm  Heinrich Graeber.  Das erste  Mal am  18.  September
       1838, als  Engels den  "Guilelmus"  (i.e.  Johann  Wilhelm  Jakob
       Blank) bittet, sein Heft mit Versen zurückzuschicken 11). Darüber
       hinaus hatte  Blank am 6. Mai 1839 Engels' Replik auf Runkels Be-
       sprechung vom  12. April 1839 in der "Elberfelder Zeitung" an die
       dortige Redaktion besorgt 12).
       Bei den  beiden kleinen Tagebüchern handelt es sich eigentlich um
       zwei nicht  paginierte Notizbüchlein im Format von ca. 13,5 x 8,4
       cm mit  mehr oder minder hastig hingeworfenen Anmerkungen als Ge-
       dächtnisstütze seiner  Eindrücke. Den  Bleistifteintragungen  ist
       deutlich anzusehen, daß sie während der Fahrt in der Kutsche oder
       Eisenbahn niedergeschrieben  wurden. Das  erste Heft  beginnt  im
       Juli 1839  und reicht  im wesentlichen  bis zum  Ende des  Jahres
       1841. Das  zweite Heft, in dem Blank vor allem seine Englandreise
       festgehalten hat, umfaßt den Zeitraum vom 3. Juli bis zum 19. Au-
       gust 1843.
       Einen besonderen  Wert stellen  Blanks Korrespondenzverzeichnisse
       dar; sie  ermöglichen zunächst ein Datengerüst derjenigen Briefe,
       die Blank an die Mitglieder seines Freundeskreises richtete, aber
       auch derjenigen  Schreiben, die  Blank von  diesem erhielt. Diese
       Verzeichnisse sind  nicht immer  jahrgangsmäßig datiert; die hier
       gebotene zeitliche Einordnung sowie die Angaben über die jeweili-
       gen Aufenthaltsorte  von Absendern und Empfängern wurden vom Ver-
       fasser erschlossen  und zugefügt. Die zweite Gruppe umfaßt Blanks
       eigentliche Reisebeschreibungen, wobei natürlich die Datierungen,
       soweit sie  im Zusammenhang  mit Friedrich Engels stehen, von be-
       sonderem Interesse sind.
       Schließlich sind noch die Aufzeichnungen über die von Blank gele-
       senen bzw.  zu beschaffenden Bücher zu erwähnen. So nennt er z.B.
       Heine, Borne, Wolfgang Menzel, Hegel, von Raumer, Venedey, Rosen-
       kranz, Herwegh  u.a. Aus diesen mehr zufällig überlieferten Noti-
       zen wird  deutlich, daß Blank durchaus am politisch-literarischen
       Tagesgeschehen Anteil  nahm. Allerdings ist hier einschränkend zu
       berücksichtigen, daß  die Mehrzahl der Eintragungen auf seine mu-
       sikalischen Interessen  hinweist: Opern-  und Konzertbesuche, No-
       ten, Kompositionslehren und einmal sogar die Kosten für die Miete
       eines Klaviers.  Zuletzt soll  noch angeführt werden, daß auf der
       letzten Seite des zweiten Tagebuches der Name "Everbeck" (!) ver-
       zeichnet ist.  Über diesem  Namen  ist  "Heilgers"  notiert.  Mit
       Friedrich Wilhelm Heilgers aus Duisburg teilte Blank zunächst die
       Wohnung in  London, wahrscheinlich  hatte er den Arzt Ewerbeck in
       London kennengelernt, der im Juni 1843 dort eingetroffen war 13).
       Ebenso wird  hier der Name "Weitling" vermerkt, ohne daß ein wei-
       terer Zusammenhang  sichtbar wird.  So mag zunächst Blanks Korre-
       spondenzverzeichnis folgen.  Briefe, die  er mit  seinen  Eltern,
       Verwandten und  anderen wechselte,  die  nachweislich  weder  zum
       Kreis der  Schüler des  Elberfelder  Gymnasiums  und  der  Barmer
       Stadtschule gehörten,  noch einen Bezug zu Engels' Bekannten aus-
       weisen, werden  hier nicht  aufgeführt. Die Auslassungen sind als
       solche kenntlich gemacht.
                                                            Vermuteter
                               Vermuteter                   Aufenthalts-
                  Geschrieben  Aufenthaltsort Post erhalten ort der
       Blank in:  an:     am:  der Empfänger: von:      am: Absender:
       
       Le Havre   W. Graeber   Berlin         W. Graeber       [?]
                  14)                               24.9.39
       Le Havre   F. Graeber   Berlin            -      -       -
                  15) 16.7.39
       Le Havre   G. Wurm 16)  Berlin            -      -       -
       Le Havre   P. Jonghaus  Berlin            -      -       -
                  17) [...]
       Le Havre   R. Roth      Bremen         R. Roth       Bremen
                  18) 18.8.39                       3.10.39
       Le Havre   E. Neviandt  England        E. Neviandt   England
                  19) 24.8.39                       6.10.39
       Le Havre   F. Engels    Bremen [?]     F. Engels     Bremen
                      26.8.39                      10.10.39
                  [...]
       Le Havre   F. Engels    Bremen         F. Engels     Bremen
                      15.9.39                       3.10.39
       Le Havre   F. Engels    Bremen         F. Engels     Bremen
                     11.10.39                        1.11.39
       Le Havre   R. Roth      Bremen         R. Roth       Bremen
                     15.10.39                       14.12.39
                  [...]
       Le Havre   E. Neviandt  England        E. Neviandt   England
                     29.10.39                       14.10.39
                  [...]
       Le Havre   W. Graeber   Berlin            -      -       -
                  [...]
       Le Havre   F. Engels    Bremen         F. Engels     Bremen
                     19.11.39                       11.12.39
                  [...]
       Le Havre   E. Neviandt  England        E. Neviandt   England
                     22.11.39                       14.12.39
                  [...]
       Le Havre   F. Engels    Bremen            -      -      [?]
                     19.12.39
       Le Havre   F. Engels    Bremen         F. Engels     Bremen
                      17.1.40                         8.3.40
       Le Havre   R. Roth      Bremen            -      -       -
                      29.1.40
                  [...]
       Le Havre   E. Neviandt  England        E. Neviandt   England
                      10.2.40                         22.2.40
                  [...]
       Le Havre   E. Neviandt  England           -      -       -
                      28.3.40
                  [...]
       Le Havre   W.+F. Graeber Barmen oder   W.+F. Graeber Berlin
                       9.9.40  Berlin                 11.7.40
                  [...]
       Le Havre   F. Engels    Barmen/Münster F. Engels     Bremen
                      10.6.40      20)                10.7.40
                  [...]
       Le Havre   R. Roth      Bremen         R. Roth       Bremen
                      31.8.40                          8.1.41
       Le Havre   F. Engels    Bremen            -      -       -
                       7.9.40
       [?]        F. Engels    Bremen         F. Engels     Bremen
                     24.11.40                          8.1.41
                  E. Neviandt  England           -      -       -
                      10.1.41
                  [...]
       [?]        F. Engels    Bremen         F. Engels     Bremen
                      30.1.41                         26.2.41
                  [...]
       [?]        R. Roth      Bremen            -      -       -
                       1.2.41
                  [...]
       [?]        R. Roth      Süddeutschland/   -      -       -
                      12.3.41  Schweiz 21)
       [?]        R. Roth      Süddeutschland/
                      29.3.41  Schweiz           -      -       -
       [?]        R. Roth      Süddeutschland/   -      -       -
                      14.4.41  Schweiz
                  [...]
       [?]        F. Engels    Barmen            -      -       -
                      14.4.41
                  [...]
       [?]        R. Roth      Schweiz/          -      -       -
                       8.5.41  Frankreich
       Elberfeld  F. Engels    Italien/Schweiz   -      -       -
                       3.7.41
       Leipzig [?]F. Engels    Berlin            -      -       -
                     15.12.41
       
       Immerhin wird  hier deutlich, wie eng sich die Beziehung zwischen
       den ehemaligen Schulkameraden Blank und Engels gestaltete. In ei-
       nem Zeitraum von knapp zweieinhalb Jahren schrieb Blank an Engels
       insgesamt dreizehnmal  und umgekehrt  Engels an  Blank mindestens
       achtmal. Hierbei  ist noch  zu berücksichtigen, daß beide sich im
       Frühjahr 1841  in Italien getroffen hatten und wohl ab Spätsommer
       in Barmen  bzw. in Elberfeld lebten und ab Herbst bis zum Jahres-
       wechsel 1841/42  beide in  Berlin weilten  und es so einer Korre-
       spondenz nicht bedurfte.
       Keiner der  Briefe ist überliefert. Aus den gelegentlichen Erwäh-
       nungen von  Engels bezüglich  seiner Korrespondenzen  mit Dritten
       läßt sich  allerdings ein Brief aus dem Blankschen Korrespondenz-
       verzeichnis eindeutig  belegen:  Aus  dem  Schreiben  Engels'  an
       Friedrich Ludwig Christian Graeber vom 25. Oktober 1839: "... so-
       wie nach  einem Brief an W. Blank, der lange warten mußte..." 22)
       Nach Blanks  Verzeichnis erhielt  er einen Brief von Engels' Hand
       am 1.  November 1839;  er hatte also eigentlich keine drei Wochen
       der Antwort Engels' zu harren brauchen.
       Als Engels  in seinem  Brief an  seine Schwester Marie am 8. März
       1841 schreibt:  "Ich weiß  nicht ob  Du schon gehört hast daß ich
       Ende April  mit  dem  Vater  wahrscheinlich  nach  Italien  gehen
       werde..." und:  "Wenn ich  wirklich dies  Frühjahr  nach  Mailand
       komme, so  treffe ich  dort mit  Roth und dem Elberfelder Wilhelm
       Blank zusammen  und wir  richten dort  ein fideles  Leben ein bei
       türkischem Tabak und Lagrime di Cristo. Die Italiener sollen noch
       ein halbes  Jahr nachher  von den drei lustigen Deutschen schwat-
       zen, so  berühmt wollen wir uns machen" 23), so war diesem Ereig-
       nis eine  eifrige Korrespondenz  wegen der  Terminierung zwischen
       Roth, Blank und Engels vorausgegangen. Johann Samuel Richard Roth
       reiste aus  der Schweiz,  Wilhelm Blank aus Frankreich und Fried-
       rich Engels aus Barmen an 24).
       Blank notierte  minutiös seine  Reiseroute, die  hier nur gekürzt
       wiedergegeben werden  soll: 15. Mai Ankunft in Lyon - 27. Mai An-
       kunft in  Genua -  29. Mai  Ankunft in Turin - 31. Mai Ankunft in
       Mailand. Unter  diesem Datum  vermerkt Blank: "Ankunft dort um 10
       Uhr par la porta Vercellina, eigenthümliche Straßen, Hotel Reich-
       mann, Siesta,  Porta Romana,  Spaziergänge um die Stadt [ein Wort
       unleserlich], caserna Francesco, la Scala - Engels."
       Somit kann  hier zum  erstenmal der Beweis angetreten werden, daß
       Friedrich Engels  tatsächlich auch in Mailand gewesen war. Es war
       also alles  so eingetroffen,  wie Engels  es sich  vorher auch in
       seinen Briefen  vorgestellt und ausgemalt hatte 25). Darüber hin-
       aus gab  es für  Friedrich Engels'  Vater genügend Anlaß, sich am
       Seidenhandelsplatz Mailand aufzuhalten, besaß doch die alte Firma
       Caspar Engels  Söhne noch  eine Konto-a-meta-Verbindung  mit  der
       Mailänder Bank und Seidenhandlung Balabio, Besana & Compania 26).
       Den Rückweg über Como, den St. Gotthard-Pass, Basel, Mannheim und
       Bonn trat Blank wohl allein an. In Bonn wurde er am 22. Juni 1841
       von seiner Mutter und Großmutter abgeholt 27).
       Wahrscheinlich weilte Blank von Oktober bis Dezember 1841 aus ge-
       schäftlichen Gründen  in Berlin.  Hier wohnte er zunächst vom 22.
       bis 24.  September in  einem nicht  näher bezeichneten  Gasthaus,
       dann in  der Dorotheenstr. 51, danach in der Behrenstraße 56. An-
       fang Dezember  schließlich notiert  er: "Pass nach Leipzig." Dies
       könnte bedeuten, daß Blank auch in Berlin Kontakt zu Engels hatte
       28).
       Die zweite  große Reise,  die nicht ausschließlich kaufmännischen
       Zwecken diente, unternahm Blank im Sommer 1843 zusammen mit einem
       der Teilhaber  der Elberfelder  Konfektionsstoff-Fabrik Rurmann &
       Meckel, Friedrich  Rurmann und dessen Sohn Heinrich nach England,
       Schottland und Irland 29). Die wichtigsten Stationen dieser Reise
       sind auch  hier abgekürzt notiert: 11. Juli 1843 Abreise von Lon-
       don -  12. Juli 1843 Ankunft in Manchester - 13. Juli 1843 Besuch
       bei Pilling  & Frerichs  30) -  14. Juli  1843 Engels  und  Söhne
       Souchay 31) - 16. Juli 1843 Windermere Lake - 25. Juli 1843 Glas-
       gow - 1. August 1843 Belfast - 3. August 1843 Dublin - 15. August
       1843 London  - 16. August 1843 Ostende - Engels - 17. August 1843
       Brüssel - 19. August 1843 Ankunft Elberfeld.
       Gemäß Blanks  eigenen Eintragungen suchte er während dieser Reise
       am 14. Juli 1843 Engels in Manchester auf und traf mit ihm erneut
       fast vier  Wochen später in Ostende zusammen 32). Auf dem letzten
       Blatt dieses  Tagebuches ist sogar vermerkt: "2 Southgate F. Eng.
       St. Mary's."  Hierbei handelt  es sich  um  die  offizielle  Fir-
       menadresse von  "Ermen &  Engels" in  Manchester 33).  Etwa  seit
       Herbst 1843  lebte Blank in Manchester und arbeitete hier auf dem
       Kontor der  Firma "de  Jersey & Co." Spätestens hier wird ihn En-
       gels mit  der "Lage  der arbeitenden  Klasse in England" vertraut
       gemacht haben,  eben der  Engels, "unter dessen Einfluß sich wohl
       auch sein reges Interesse für Politik" später herausbildete 34).
       
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       1) Vgl. Michael  Knieriem, Über  Friedrich Engels.  Privates, Öf-
       fentliches und  Amtliches - Aussagen und Zeugnisse von Zeitgenos-
       sen, in: Nachrichten aus dem Engels-Haus, H. 2, Wuppertal 1979
       2) "Aufruf: Wer  Jugendbriefe von  Friedrich Engels  oder  seiner
       Freunde F. und W. Graeber, Pater [!] Wurm, Jonghaus, Heuser, Plü-
       macher, W.  Blank besitzt,  wird um eine Mitteilung gebeten. Emil
       Engels, Engelskirchen",  in:  Monatsschrift  des  Bergischen  Ge-
       schichtsvereins 20. Jg., H. 7, Elberfeld 1913, S. 140
       3) Laut einer  im Jahre 1976 anläßlich eines Besuches des Verfas-
       sers in  Engelskirchen mündlich gegebenen Auskunft des inzwischen
       verstorbenen Herrn Hermann Engels.
       4) Stadt Wuppertal, Archiv der standesamtlichen Akten, Elberfeld,
       Geburtsregister 1821, Nr. 381
       5) Vgl. "Protokollbuch  der Lehrerkonferenzen  der Barmer  Stadt-
       schule 1828-1846"  sowie "Zeugnisbuch für Schüler, welche die An-
       stalt verlassen  haben oder sonstige Zeugnisse einzusenden veran-
       laßt sind 1836-1870" = Elberfelder Gymnasium; beide Bände sind im
       Besitz des Engels-Hauses
       6) Engels besuchte  von 1829 bis 1834 die Barmer Stadtschule, da-
       nach bis September 1837 das Gymnasium in Elberfeld
       7) Vgl. hierzu wie auch zum folgenden: Wilhelm Blank, Materialien
       zur Geschichte  der Familie  Blank, Elberfeld 1910; sowie: Stati-
       stik des Gymnasiums zu Elberfeld. Festschrift zur fünfzigjährigen
       Gedenkfeier der am 24. Febr. 1824 erfolgten öffentlichen Anerken-
       nung des Gymnasiums, Elberfeld 1874
       8) Vgl. Wilhelm  Blank, a.a.O.  Der Firmenname  ist  mehrfach  in
       Blanks Tagebuch vermerkt.
       9) Vgl. Wilhelm  Blank, a.a.O.  Bezüglich des  Briefwechsels bzw.
       der zahlreichen Erwähnungen Blanks sei hier nur allgemein auf den
       Schriftwechsel Marx'  und Engels'  verwiesen, in: MEGA ² III, 1 +
       2. Einige  Bezüge zu  Blanks politischen  Aktivitäten während der
       Elberfelder Revolution finden sich auch bei: Klaus Goebel/Manfred
       Wichelhaus, Aufstand der Bürger, Revolution 1849 im westdeutschen
       Industriezentrum, Wuppertal  1974. Allerdings wird Blank hier mit
       seinem gleichnamigen  Vater verwechselt. Eine Fotokopie der hand-
       schriftlichen Vorlage  für die Familiengeschichte liegt hier vor.
       Während der  Text Wort  für Wort übernommen wurde, fehlt hier der
       Satz: "Erst  in den  60er Jahren  finden wir ihn wieder als einen
       begeisterten Bismarck-Anhänger..." Offenbar handelt es sich hier-
       bei um einen später eingeschobenen Satz sozusagen als Exkulpation
       des Vorstehenden.
       10) Wie Herr Jürgen Blank, Überlingen, dem Verfasser im Juni 1980
       mündlich mitteilte,  sollen sich im Besitz seines Großvaters noch
       Briefe von Engels' Hand befunden haben, die aber später verbrannt
       worden sind.
       11) Vgl. MEGA2 III, 1, S. 78-83, hier: S. 82
       12) Es handelt  sich um  Engels' Artikel: "Briefe aus dem Wupper-
       thal", in:  Telegraph für  Deutschland, hrsg.  v.  Karl  Gutzkow,
       März-April 1839,  wiederabgedruckt in:  MEW, Bd.  1, S.  413-432,
       hier: S. 425 f.
       13) Ewerbeck, August  Hermann (1816-1860),  Arzt und Schriftstel-
       ler, leitete 1841-1846 die Volkshalle des Bundes der Gerechten in
       Paris, später  Mitglied des Bundes der Kommunisten. Ewerbeck traf
       am 8. Juni 1843 in London ein. Vgl. Public Record Office, London,
       H.O. 5, Bd. 31, Nr. 1456
       14) Graeber, Wilhelm Heinrich (1820-1895), Mitschüler und Jugend-
       freund von  Friedrich Engels,  Pfarrer, zuletzt Superintendent in
       Essen.
       15) Graeber, Friedrich  Christian Ludwig  (1822-1895), Mitschüler
       und Jugendfreund  von Friedrich Engels, Pfarrer, zuletzt Superin-
       tendent in Issum.
       16) Wurm, Gustav  (1819-1888), Jugendfreund  und  Mitschüler  von
       Friedrich Engels, später Rektor in Mettmann.
       17) Jonghaus, Peter  (* Barmen  26. Dez.  1816 +  Essen  8.  Juni
       1884), stud. theol. in Berlin und Bonn, später Pastor in Essen.
       18) Roth, Johann Samuel Richard (* Elberfeld 19. Jan. 1821 + Düs-
       seldorf 1.  Juni 1858),  Teilhaber der Firma Friedrich Bockmühl &
       Söhne in  Düsseldorf, Abitur  1838, vor  1841 wahrscheinlich  zur
       Ausbildung bei seinem späteren Schwager André Terond in Genf, Ju-
       gendfreund von Friedrich Engels.
       19) Neviandt, Friedrich Eduard (* Mettmann 19. Juni 1819 + Elber-
       feld 9.  Januar 1888), Fabrikbesitzer und Kommerzienrat in Elber-
       feld, absolvierte  etwa 1835-1838  eine Lehre  in der  Duisburger
       Baumwollwarenfabrik Davidis  & Michaelis,  weilte ab  Sommer 1839
       bis etwa  1841 zur weiteren Ausbildung in England und "hatte sich
       in England  konditionierend, freie  Anschauungen erworben".  Vgl.
       Karl Steher,  Erlebnisse eines  Achtzigjährigen, Elberfeld  1903,
       und: Walter Hermes, Hermann Heinrich Grafe und seine Zeit, Witten
       1933
       20) Vgl. Michael  Knieriem, Friedrich  Engels' Reise nach Münster
       im Frühjahr  1840, in: IWK, 14. Jg., H. 4, Dezember 1978, S. 486-
       490, hier: S. 490
       21) Der Aufenthalt  von Richard Roth in Süddeutschland und in der
       Schweiz ergibt  sich aus  dem Brief  Friedrich Engels'  an  seine
       Schwester Marie  in Mannheim, Bremen, 8.-11. März 1841, vgl. MEGA
       ², III 1, S. 217-219, hier: S. 217
       22) Vgl. MEGA ² III, 1, S. 165-170, hier: S. 165
       23) Vgl. MEGA ² III, 1, S. 217-219, hier: S. 217 f.
       24) Das Itinerar  Engels' stellt  sich wie folgt dar: Abfahrt von
       Barmen etwa  5. Mai  1841, Basel 8. Mai, Zürich 11. Mai, Chur 14.
       Mai [?],  Lecco 16.  Mai [?], Ankunft Mailand vor oder spätestens
       am 31.  Mai 1841.  Vgl.  hierzu:  Hans  Feiger/Michael  Knieriem,
       Friedrich Engels  als Bremer  Korrespondent des "Stuttgarter Mor-
       genblatts für  gebildete Leser"  und der  Augsburger "Allgemeinen
       Zeitung", hrsg. v. Karl-Marx-Haus Trier und dem Friedrich Engels-
       Haus Wuppertal, in: Schriften aus dem Karl-Marx-Haus, H. 15, 1976
       ², S.  66 f.  Vgl. auch  Friedrich Engels'  Artikel "Lombardische
       Streifzüge", in:  Athenäum für Wissenschaft, Kunst, Leben, Nr. 48
       u. 49,  Dezember 1841,  wiederabgedruckt in:  MEW, EB II, S. 150-
       160. Trotz  seiner Vorstellung, "ein fideles Leben" in Mailand zu
       führen, scheint  Engels sich längere Zeit in Lecco aufgehalten zu
       haben. Am 9. Mai 1851 schreibt er an Marx in London: "Gestern wa-
       ren zwei  Kaufleute von  Lecco hier, der eine ein alter Bekannter
       von 1841"  und "Lecco  - dem  einzigen Ort,  wo ich populär bin".
       Vgl. MEW, Bd. 27, S. 255
       25) Vgl. die  Briefe von  Engels an  seine Schwester Marie vom 8.
       bis 11.  März 1841, in: MEGA ² III, 1, a.a.O., sowie vom 5. April
       1841, in:  Mega ²  III, 1,  S. 220, und den Brief, geschrieben um
       den 28.  April 1841 (bisher datiert Anfang Mai 1841), vgl. MEGA ²
       III, 1, S. 221-222. Gustav Mayer glaubte noch, daß die Reise nach
       Mailand zusammen  mit dem Vater nicht zustande gekommen sei. Vgl.
       Gustav Mayer,  Friedrich Engels.  Eine Biographie,  2 Bde, Bd. 1,
       Friedrich Engels  in seiner Frühzeit, Den Haag 1934 (zusammen mit
       Bd. 2  nachgedruckt: Köln  1971  und  Frankfurt  a.M./Berlin/Wien
       1975, S. 63)
       26) Vgl. Michael  Knieriem, Die  Entwicklung der Firma Caspar En-
       gels Söhne,  in: Nachrichten aus dem Engels-Haus, H. 1, Wuppertal
       1978, S. 69 f. und 151
       27) Zur Überprüfung  wurden die  Tagebucheintragungen Blanks  mit
       den Fremdenlisten  der Bonner Zeitung verglichen. Vgl. Bonner Wo-
       chenblatt, Nr.  76, vom  25. Juni 1841, "Angekommene Fremden: Den
       23. Madame  Hauptmann, Madame  Blank aus Elberfeld und Herr Blank
       aus Elberfeld."
       28) Engels hatte  am 1. Oktober 1841 sein Militärjahr als Einjäh-
       rig-Freiwilliger bei der Garde-Artilleriebrigade in Berlin aufge-
       nommen. Während  der ersten sechs Wochen, also bis zum 15. Novem-
       ber, waren auch die Freiwilligen gezwungen, die Kasernen nicht zu
       verlassen, d.h.  Friedrich Engels  durfte erst  seit diesem Zeit-
       punkt ein  Privatquartier beziehen.  Er hat  dann nachweislich in
       Berlin, Dorotheenstr.  56, gewohnt. Es mag hierbei auffallen, daß
       Blank schreibt,  er habe  in der Dorotheenstr. 51 und dann in der
       Behrenstr. 56  gewohnt. Wenn  Blank sich in der Hausnummer geirrt
       hat, konnte  er das Quartier für Engels besorgt haben, zumal ver-
       schiedene ehemalige  Schulkameraden Blanks  und Engels'  hier be-
       reits ihre  "Studentenbude" hatten.  Vgl. hierzu:  Manfred Kliem,
       Friedrich Engels.  Dokumente seines  Lebens 1820-1895,  Frankfurt
       1977, S. 85 ff.
       29) Die Firma  Rurmann &  Meckel wurde im Jahre 1813 in Elberfeld
       gegründet. Friedrich  Rurmann (* ca. 1785 + 1847) war Elberfelder
       Stadtrat, dessen  Sohn Heinrich  wurde später ebenfalls Teilhaber
       dieser Firma. Hier soll nicht unerwähnt bleiben, daß Blank am 11.
       Juli 1846  Louise Meckel,  Tochter des  anderen Teilhabers Caspar
       Wilhelm Meckel in Elberfeld heiratete.
       30) Pilling &  Frerichs. Der  Name Pilling war nicht zu identifi-
       zieren. Es gab 1843 zwei Firmen Frerichs, Johann A. und Johann H.
       Beide Firmen  wurden 1837  gegründet und hatten ihren Sitz in der
       Firma de  Jersey &  Co. in Manchester. Vgl. John Scholes, List of
       Foreign Merchants  and Firms  in Manchester 1734-1870, Manuskript
       o.O., o.J.
       31) Die Firma  Carl Cornelius  Souchay wurde 1806 durch diesen in
       Manchester, London  und Frankfurt  begründet. Es  kann sich  hier
       möglicherweise um dessen Söhne Johann Daniel Souchay (1798-1871),
       Kaufmann und  Teilhaber obiger Firma, sowie um Carl Isaac Souchay
       (1799-1872), ebenfalls  Kaufmann und  ·v Teilhaber in Manchester,
       gehandelt haben.  Vgl. Deutsches Familienarchiv, hrsg. v. Gerhard
       Geßner, Bd. 19, Neustadt/Aisch 1961, S. 274 f.
       32) Engels hatte  Manchester Anfang  August  1843  verlassen.  In
       Ostende traf  er mit Gervinus und Herwegh nach dem 10. August zu-
       sammen. Vgl. Hans Feiger/Michael Knieriem, a.a.O., S. 69
       33) Diese Anschrift  wurde noch einmal durch Herrn Roy Whitfield,
       Manchester, auf Anfrage des Verfassers bestätigt. Die Adresse von
       "Ermen & Engels" lautete später: 7, Southgate, Deansgate.
       34) Vgl. auch Anm. 9, Wilhelm Blank, a.a.O.
       

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