Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 08/1985


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       VERENGTE PERSPEKTIVE
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       Kritische Bemerkungen zur Kern/Schumann-Studie "Das Ende der
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       Arbeitsteilung?" - Bericht von einer Arbeitsdiskussion des IMSF
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       André Leisewitz
       
       I.
       
       "Industriearbeit und  Arbeiterbewußtsein", die  1970  erschienene
       Studie von  Kern und Schumann, zählt ohne Zweifel zu den einfluß-
       reichsten  industriesoziologischen   Untersuchungen  der  letzten
       fünfzehn Jahre.  1) Die  marxistische Kritik  hatte mit Blick auf
       diese Untersuchung  von Arbeit,  Qualifikation und Bewußtsein der
       Beschäftigten in  industriellen Kernsektoren  bei  ausdrücklicher
       Anerkennung der  impirischen Breite und der Herausarbeitung wich-
       tiger Entwicklungstrends der Arbeit - besonders der polarisieren-
       den und  qualifikationsdifferenzierenden Faktoren - als wesentli-
       ches Defizit  ihren ausgeprägten Zug zu einem technologischen De-
       terminismus in der Beurteilung von Charakter und Entwicklungsten-
       denzen der Arbeit und die ebenso ausgeprägte Einseitigkeit in der
       fast ausschließlich  arbeitsgeprägten Sicht  der Formung sozialen
       Bewußtseins und  Verhaltens hervorgehoben.  2) Die Autoren selbst
       standen, wie es scheint, dieser Kritik später nicht völlig ableh-
       nend gegenüber,  und sie  beabsichtigten sie  in gewissem Maße im
       Rahmen ihrer geplanten Folgestudie zu "Industriearbeit und Arbei-
       terbewußtsein" in  Rechnung zu  stellen. 3)  Das durch zahlreiche
       Vorpublikationen der  letzten Jahre  an der  nun unter  dem Titel
       "Das Ende  der Arbeitsteilung?" vorliegenden Folgestudie geweckte
       Interesse richtete  sich daher  naturgemäß sowohl auf die empiri-
       schen Ergebnisse  der Erforschung  der veränderten  betrieblichen
       Realität nach Einsetzen des massiven Rationalisierungsschubs seit
       den siebziger  Jahren wie  auf den  theoretischen Standpunkt, den
       die Autoren  in ihrer  neuen Studie einnehmen und von dem her sie
       die empirische  Realität erfassen, strukturieren und hinsichtlich
       der in ihr wirksamen Zukunftstrends interpretieren würden. 4) Zu-
       dem ist  das Bedürfnis der gewerkschaftlichen und politischen Ar-
       beiterbewegung nach  möglichst umfassender  und sicherer Kenntnis
       aller für  die "Zukunft der Arbeit" wichtigen Bestimmungsfaktoren
       heute unter dem kombinierten Druck von Massenarbeitslosigkeit und
       Modernisierungsoffensive von Kapital und staatlicher Wirtschafts-
       und Technologiepolitik  außerordentlich groß.  Die  Neubestimmung
       gewerkschaftlicher Technologie- und Rationalisierungspolitik, die
       seit einiger  Zeit im Gange ist und die gegenwärtig aus der Phase
       programmatischer Diskussionen  den Schritt  zur Ausarbeitung  be-
       trieblich orientierter  Aktionsprogramme tut,  5) markiert  damit
       den praktisch-politischen  Bezugspunkt für  das Interesse  an der
       neuen Kern/Schumann-Studie, aber auch für ihre kritische Beurtei-
       lung.
       Diesen drei  Gesichtspunkten: theoretisch-methodische Grundlagen,
       empirische Ergebnisse,  gewerkschaftspolitische Implikationen der
       Studie war  eine Arbeitsdiskussion des IMSF am 9. Februar 1985 in
       Frankfurt/M. gewidmet.  An ihr  beteiligten sich über zwanzig In-
       teressenten aus  den Bereichen  der Industrie-, Technik- und Kul-
       tursoziologie, der  Gewerkschaftsforschung und gewerkschaftlichen
       Praxis. Der  folgende Überblick  kann nur die wichtigsten Aspekte
       der einleitenden  Beiträge von A. Leisewitz (IMSF), /. H. v. Hei-
       seler (IMSF)  und U.  Schumm-Garling (Universität Dortmund) sowie
       der sich anschließenden Diskussion wiedergeben.
       
       II.
       
       André Leisewitz  (IMSF) erinnerte zuerst daran, daß Kern/Schumann
       in ihrer  Studie nicht von einem, sondern von zwei Hauptergebnis-
       sen sprechen. Ihr erstes Ergebnis sei die Bestätigung, daß in Zu-
       kunft auch  in den  prosperieren-den industriellen  Kernsektoren,
       die von  ihnen untersucht  wurden (Automobilindustrie, Maschinen-
       bau, Chemische  Industrie), unter  den Bedingungen  der der Logik
       privater Kapitalverwertung  folgenden Wirtschaftsentwicklung  der
       Trend zu  einem mehr  oder weniger massiven Abbau der Arbeiterbe-
       schäftigung anhalten  werde, wobei  Schwerpunkt des  Arbeitskräf-
       teabbaus der  Sektor der weniger qualifizierten Produktionsarbeit
       sei. Unabhängig  davon, ob  sich dieser Prozeß auf einem zuminde-
       stens begrenzt  sozialpolitisch abgefederten Wege vollziehen oder
       ob es  auch in den Kernsektoren zu krisenhaften Einbrüchen kommen
       werde (Kern/Schumann  neigen der ersten Ansicht zu), bedeute dies
       für die  Zukunft Ausweitung  und Verfestigung der Segmentierungs-
       tendenz bzw. der Spaltung der Arbeiterklasse in einen beschäftig-
       ten  und   einen  zunehmend   dauerhaft   unbeschäftigten   Teil.
       Kern/Schumann verstehen  dies als  die  gegenwärtig  dominierende
       Form der  Polarisierung innerhalb  der Arbeiterklasse (319). Dies
       hervorzuheben sei auch insofern wichtig, weil sich schon hier die
       Unsinnigkeit von  Auffassungen zeige, die (auch mit Blick auf die
       Qualifikationsentwicklung) die  Polarisierungs- und  Differenzie-
       rungstendenzen heute  wegdiskutieren wollten - gebe es doch keine
       gravierendere "Polarisierung"  als die  zwischen fungierender und
       dauerhaft brachgelegter  und insofern entwerteter bzw. nicht ver-
       wertbarer Qualifikation.
       Im Mittelpunkt der Untersuchung wie der Diskussion über sie steht
       jedoch das  zweite Hauptergebnis,  die These,  daß sich heute als
       "Novum im  Gesamtprozeß kapitalistischer  Rationalisierung" (318)
       eine Tendenz zur Reprofessionalisierung oder Requalifizierung der
       fungierenden  Lohnarbeit   in  den  Kernsektoren  der  Produktion
       abzeichne. Zum einen müsse die Auffassung, daß die Kapitalverwer-
       tung selbst  in Richtung  auf "ganzheitlicheren Aufgabenzuschnitt
       und die  breite Verwendung  von Qualifikation" (323) dränge, auch
       empirisch überprüft  werden, zumal  sie im  Widerspruch zu  einer
       ganzen Reihe  anderer industriesoziologischer  Studien der Gegen-
       wart stehe. Wenn, Dahrenorf zustimmend, Kern/Schumann davon spre-
       chen, daß  mit diesem  Prozeß zugleich die "Heteronomie der Indu-
       striearbeit" zurückgedrängt werde, so bleibe die Tatsache prinzi-
       pieller Fremdbestimmtheit  kapitalistischer Lohnarbeit völlig un-
       berücksichtigt.
       Kern/Schumann benennen  mit der Hervorhebung der Massenarbeitslo-
       sigkeit, der  durchaus sorgsam  beschriebenen Verdrängungstenden-
       zen, der  Segmentierungsprozesse und ihrer kategorialen Differen-
       zierung nach Rationalisierungsverlierern, -gewinnern und -duldern
       Tendenzen, die  einer "Requalifizierung"  der Lohnarbeiter insge-
       samt zuwiderlaufen.  Jedoch werde  nirgendwo die von ihnen postu-
       lierte Tendenz  zur Requalifizierung  der fungierenden Lohnarbeit
       als in  sich selbst widersprüchlich analysiert. Vielmehr gilt es,
       sie im Konzept von Kern/Schumann nur gegen von außen kommende Ir-
       ritationen und  "Halbherzigkeiten" durchzusetzen, die der kapita-
       listischen Entwicklung von Lohnarbeit letztlich nicht wesenseigen
       sind. Das signalisiere, daß Kern/Schumann von ihrem theoretischen
       Ausgangspunkt her  die Entwicklung  der lebendigen Arbeit und der
       Arbeitsgestaltung nicht  als einen  Prozeß untersuchen,  der auf-
       grund seiner  Kapitalform und der Entwicklung der Produktivkräfte
       als Kapital  in sich  widersprüchlich ist - eine Widersprüchlich-
       keit, die  bekanntlich aus der Antinomie von Arbeits- und Verwer-
       tungsprozeß entspringt.  Das habe  nicht zuletzt die frappierende
       und sofort  ins Auge  stechende Folge, daß faktisch alle heute in
       der gewerkschaftlichen  Diskussion und betrieblichen Auseinander-
       setzung thematisierten  Probleme der betrieblichen Herrschaft und
       Kontrolle, der  rigideren Leistungsabpressung und Arbeitsintensi-
       vierung in  der Studie  entweder überhaupt  nicht oder  höchstens
       marginal behandelt werden.
       Auch in  den von der Studie zumindest nahegelegten gewerkschafts-
       politischen Schlußfolgerungen schlage sich dieses letztliche Pri-
       mat der  technischen, der  stofflichen und  nicht  formbestimmten
       Seite nieder.  Der Ansatz  verstelle die Möglichkeiten, nach kon-
       kreter, praktisch  in Bewegungen umsetzbarer Interessengemeinsam-
       keit zwischen den verschiedenen "Segmenten" der Lohnabhängigen zu
       suchen; zwischen  der den Gewerkschaften empfohlenen Durchsetzung
       der Modernisierungskonzeptionen  in den Zentren der Lohnarbeit im
       Interesse der  Lohnabhängigen, den als mehr oder weniger perspek-
       tivlos angesehenen  Abwehrkämpfen in  den Krisenbranchen  und dem
       Kampf um  Arbeitszeitverkürzung mit  dem Ziel der Reduzierung der
       Massenarbeitslosigkeit lasse sich kaum noch ein inneres Band aus-
       machen. Und  umgekehrt erscheine  die Tendenz  zur sozialpartner-
       schaftlichen Einbindung  der mit  der modernen Produktivkraftent-
       wicklung verbundenen  Gruppen der  Arbeiterklasse geradezu  zwin-
       gend, wenn  dieser Modernisierungsprozeß  in den wirtschaftlichen
       Kernsektoren im großen und ganzen wirklich so wenig widerspruchs-
       geladen verläuft,  wie dies  Kern/Schumann zufolge  den  Anschein
       hat.
       Der Frage  nach der Stellung der Kern/Schumann-Studie in der Ent-
       wicklung der  bürgerlichen Industriesoziologie  (als ihrem  theo-
       riegeschichtlichen Bezugspunkt, und daher unter explizierter Aus-
       klammerung der  marxistischen Industrie-  und  Arbeitssoziologie)
       ging Johannes  H. v.  Heiseler (IMSF)  nach. Er diskutierte diese
       Frage dabei  anhand eines  Überblicks über  die  unterschiedliche
       Wahl des  theoretischen Ansatzpunktes,  von dem  aus Arbeit,  Ar-
       beitsverhältnisse und  Bewußtsein in  der Industriesoziologie un-
       tersucht werden.
       Kennzeichen der  frühen amerikanischen,  mit dem  Taylorismus eng
       verbundenen Industriesoziologie  war die  strikte Ausblendung ge-
       sellschaftlicher Strukturen zugunsten eines engen Bezuges auf den
       unmittelbaren Arbeitsprozeß.  Heiseler erinnerte an die kritische
       Formulierung von  Georges Friedmann, die US-Soziologie "hänge den
       Betrieb ins  Leere". Demgegenüber  verfolgte die  westeuropäische
       Industriesoziologie i.d.R. einen breiteren Ansatz, in dessen Rah-
       men die  Frage nach der gesellschaftlichen Lage der Arbeiter eine
       wichtige Rolle  spielte. Dies  schloß den Blick auf Veränderungen
       der betrieblichen  Organisation, Arbeit  etc. stets ein, also ein
       historisierendes Moment.  Während in  der englischen Industrieso-
       ziologie Anfang  der fünfziger  Jahre zuerst  ein technologischer
       Ansatz (z.B.  bei Woodward)  dominierte, der  die  Bedeutung  der
       technischen Seite  für die  Gestaltung und Veränderung der Arbeit
       scharf akzentuierte,  entwickelte sich  insbesondere mit  der be-
       kannten Studie  von Goldthorpe u.a. ("The Affluent Worker", 1968)
       eine Gegenposition, die als neues Moment bewußt Bezug auf gesamt-
       gesellschaftliche Strukturen  nahm -  freilich verbunden  mit der
       prinzipiellen Schwäche, daß sie solche Macht- und Herrschaftsver-
       hältnisse fast  ausschließlich in  Form bereits vorgegebener, aus
       der     a u ß e r b e t r i e b l i c h e n    gesellschaftlichen
       Sphäre stammender Haltungen der Arbeiter erfaßte. Ähnliche Entge-
       gensetzungen zeigten  sich auch  einerseits mit den stark von un-
       mittelbaren Arbeits-  und technischen  Verhältnissen  ausgehenden
       Studien etwa  von Touraine in Frankreich (mit seinen der heutigen
       Requalifizierungsthese durchaus  ebenbürtigen Prognosen technisch
       erzwungener neuer Qualifikationsformen) oder Popitz/Bahrdts eben-
       falls unmittelbar  von Arbeitsverhältnissen  ausgehenden Untersu-
       chungen. Einen  Gegenpol markierten  demgegenüber  in  Frankreich
       z.B. Andrieux/Lignon  mit ihrer Behandlung betrieblicher Arbeits-
       verhältnisse nicht  primär als  Tätigkeiten, sondern  als gesell-
       schaftlich geprägte Über- und Unterordnungsverhältnisse, oder die
       "Betriebsklima-Studie" des  Instituts  für  Sozialforschung,  die
       gleichfalls einen  Begriff von  Gesamtgesellschaft zum  theoreti-
       schen Ausgangspunkt machte.
       Heiseler  wies   darauf  hin,  daß  sich  Kern  und  Schumann  in
       "Industriearbeit und  Arbeiterbewußtsein" gerade  von dieser Auf-
       fassung Andrieux'/Lignons  als "dogmatischer  Anlehnung an  Marx"
       distanzierten und es für falsch erklärten, "sich ... bei der Ana-
       lyse des  Arbeiterbewußtseins nach wie vor ausschließlich auf die
       Produktionsverhältnisse zu beziehen." 6) Im Vergleich zu der Stu-
       die von  1970 weise  die Folgestudie nun eine viel striktere Fas-
       sung ökonomischer Interessen und der Bedeutung des Kapitalverwer-
       tungsprozesses für  die neuen  Produktionskonzepte auf. Aber den-
       noch werde  die Triebkraft der Entwicklung und Veränderung letzt-
       lich nicht im  P r o d u k t i o n s p r o z e ß  als Einheit von
       Arbeits- und  Verwertungsprozeß, sondern  eben im  A r b e i t s-
       p r o z e ß   verortet. So  sinnvoll die  Isolierung des Arbeits-
       prozesses als  analytische Kategorie  auch sein  möge,  so  wenig
       dürfte  es   aber  möglich  sein,  einen  sozusagen  von  Verwer-
       tungsinteressen "reinen"  Arbeitsprozeß empirisch zu untersuchen.
       Insofern bestätige  die neue  Kern/Schumann-Studie im  Grunde die
       kürzlich von  Gerhard Brandt  7) formulierte  These, in der Indu-
       striesoziologie der Bundesrepublik stünden sich nach wie vor zwei
       "Grundmodelle" gegenüber,  nämlich ein Ansatz, der die betriebli-
       chen Verhältnisse als Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Über- und
       Unterordnungsverhältnisse interpretiere, und eine unmittelbar von
       der Arbeitssphäre ausgehende Richtung.
       Anders als  in der Studie von 1970 würden die Belegschaften jetzt
       nicht ausschließlich  als Objekt  der Prozesse,  sondern durchaus
       auch als  aktives, handelndes Subjekt betrachtet. Aber in welchem
       Rahmen werde  dessen Aktivität  gesehen? Wenn Kern/Schumann unter
       "Politisierung" (deren  aktiver  Protagonist  die  Gewerkschaften
       sein sollen)  das Heraustreiben der neuen Produktionskonzepte aus
       ihrer "privatistischen  Enge" im Bündnis mit den modernen Manage-
       ment-Fraktionen verstehen,  so schließe das eine durchaus überbe-
       triebliche, gesellschaftliche,  aber eben  im Rahmen der privaten
       Kapitalverwertung verbleibende  Sicht ein.  Daß die Vorstellungen
       der Autoren  sich nicht  mit dem Gedanken der Gesellschaftstrans-
       formation verbinden, heben sie selbst hervor (331). Handlungslei-
       tende Bewußtseinsentwicklung  erscheine  so  eher  als  "Frontbe-
       gradigung"  zugunsten   des  konsequenten   Eintretens  für  neue
       Modernisierungskonzepte denn  als Offenlegen der neuen Formen und
       Dimensionen des  Widerspruchs von  Produktivkraftentwicklung  und
       gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen.
       Im dritten  Einleitungsbeitrag gab Ursula Schumm-Garling (Univer-
       sität Dortmund)  zuerst  einen  Überblick  über  die  wichtigsten
       Thesen der  Kern/Schumann-Studie -  das Konzept der "Neoindustri-
       alisierung",  ihre  Vorstellungen  zur  Arbeitskraftpolitik,  die
       Segmentationsthese und  die  angedeuteten  Schlußfolgerungen  zur
       gewerkschaftlichen Politik -, um daran dann eine Reihe kritischer
       Bemerkungen und Diskussionsfragen anzuschließen.
       Zum  Konzept  der  "Neoindustrialisierung":  Einerseits  sprechen
       Kern/Schumann von  der Begrenztheit  der aktuellen Reichweite und
       Durchsetzung der  neuen Produktionskonzepte,  vertreten  anderer-
       seits aber doch immer wieder die Auffassung, dies sich heute erst
       ankündigende Konzept  sei wirklich  die zentrale, sich in Zukunft
       duchsetzende Konzeption.  Es gehört  zur inneren Widersprüchlich-
       keit der "Neoindustrialisierung", so Schumm-Garling, daß sie zwar
       einerseits Requalifizierung  und breite Nutzung der Arbeitsvermö-
       gen mit  sich bringen  soll, dies  aber andererseits  nur um  den
       Preis von zunehmender Arbeitslosigkeit und Verdrängung. Zu fragen
       sei zugleich, ob das Requalifizierungskonzept mit der ihm aus der
       Sicht von  Kern/Schumann verbundenen  "Offerte" erweiterter Hand-
       lungskapazität an die weiter fungierenden Lohnarbeitskräfte nicht
       schon vom  Untersuchungsansatz her  Gegensätze in  die  Arbeiter-
       klasse hineintrage.  Wenn von Segmentierung als moderner Variante
       der Polarisierung  gesprochen werde,  so sei darauf zu verweisen,
       daß der  Begriff hier  eine neue  Dimension gewonnen  habe, da er
       bisher nur  auf die Polarisierung zwischen unterschiedlich quali-
       fizierten Gruppen  der Beschäftigten  bezogen worden  sei,  jetzt
       aber auch die Dimension Arbeitslose - Beschäftigte umfasse.
       Bei Betrachtung  der Schlußfolgerungen zur gewerkschaftlichen Po-
       litik dränge  sich der Eindruck des - durch die Anlage der Studie
       bedingten? - Auseinanderfallens von eng betriebsbezogener Gewerk-
       schaftspolitik und  allgemeinem gewerkschaftlichem Kampf auf. Ne-
       ben der  betrieblichen Orientierung  auf Durchsetzung  der  neuen
       Produktionskonzepte und  ihrer Requalifizierungskomponente  stehe
       der eher  appellativ begründete  Kampf um  Arbeitszeitverkürzung,
       sozusagen als  "Solidarbeitrag" für  die Arbeitslosen,  aber ohne
       sichtbare und konkretisierte Fundierung in den eigenen Arbeitsin-
       teressen der Beschäftigten.
       Folgende Diskussionsfragen wurden vorgetragen:
       Erstens: Kern/Schumann  sprechen selbst davon, daß sich die neuen
       Produktionskonzepte heute  erst am Anfang ihrer Einführung befin-
       den. Aber  handelt es sich wirklich um eine generalisierbare Ten-
       denz, bzw. wie sehen die arbeitsorganisatorischen und -qualifika-
       torischen Implikationen  des Modernisierungsschubs  aus, wenn  er
       generalisiert werden  sollte? Ist hier nicht zu vermuten, daß die
       arbeitsstrategischen Absichtserklärungen der Promotoren der neuen
       Produktionskonzepte  (auf  die  sich  die  Studie  methodisch  ja
       zwangsläufig mit  stützen muß)  keineswegs wirklich in der Praxis
       realisiert werden  müssen? Kann  es  sich  dabei  nicht  auch  um
       "Verkaufsstrategien" für neue Rationalisierungsschübe handeln?
       Zweitens: Ist es nicht denkbar, daß es sich bei den neuen Produk-
       tionskonzepten um  Übergangskonzepte handelt,  denen mit  techni-
       scher  Weiterentwicklung   und  neuen   ökonomischen  Spielräumen
       (Verbilligung der neuen Technologie etc). Rationalisierungsschübe
       durchaus traditionellen  Zuschnitts auch  dort folgen  werden, wo
       heute Requalifizierung sinnvoll erscheint?
       Drittens: Zu bedenken ist ferner, daß eine erweiterte Nutzung der
       Arbeitskraft sich  nicht unbedingt auf die Nutzung arbeitsprozeß-
       lich funktionaler  Qualifikationen zu  beziehen braucht,  sondern
       daß dabei auch subjektive Leistungskomponenten eine Rolle spielen
       können (Leistungsverhalten,  Motivation usf.),  die durchaus  mit
       einem niedrigeren  Niveau funktionaler Qualifikationen zu verein-
       baren sind.
       Viertens: Die Bedeutung der neuen Produktionskonzepte wird weiter
       dadurch eingeschränkt,  daß das Management immer verschiedene Ra-
       tionalisierungsstrategien verfolgt.  Dies zeigt die Studie selbst
       mit der  Untersuchung von  Branchen, in  denen das  Requalifizie-
       rungskonzept nicht  verfolgt wird  bzw. werden  kann  (Margarine-
       industrie, Werften). Zweifel an der Verallgemeinerbarkeit ergeben
       sich weiter  aus der  Bindung der Requalifizierungsmöglichkeit an
       ein bestimmtes  Niveau bereits  vorhandener Qualifikationen,  aus
       international  unterschiedlichen  Voraussetzungen  bezüglich  der
       Arbeitsbeziehungen, Qualifikationsstrukturen usf.
       Fünftens: Faßt  man diese  Einschränkungen und  Differenzierungen
       zusammen, so  ist die  Frage zu  stellen, ob  es sich bei den von
       Kern/Schumann als prinzipielle Neuorientierung verstandenen neuen
       Produktionskonzepten nicht  eher um eine Rationalisierungsstrate-
       gie mit  Übergangscharakter handelt, die zudem ihren Sinn erst im
       Rahmen einer auf den Gesamtarbeitskörper bezogenen übergeordneten
       Strategie findet. Gegenwärtig liegt offenkundig das Schwergewicht
       der betrieblichen  Rationalisierung durchaus traditionellen, tay-
       loristischen Zuschnitts auf den der unmittelbaren Produktion vor-
       bzw. nachgelagerten  Sektoren (auf der betrieblichen Ebene ebenso
       wie der  der Wirtschaftsabteilungen)  - und  es ist durchaus vor-
       stellbar, daß  traditionelle Rationalisierungsformen  später auch
       in  den   Kernsektoren  wieder   stärkere  Bedeutung,   als   bei
       Kern/Schumann vermutet, erlangen werden.
       Die Diskussion konzentrierte sich im wesentlichen auf zwei thema-
       tische Stränge:  einerseits den  empirischen Gehalt  der  Studie,
       ihre Beurteilung bei Heranziehung anderer industriesoziologischer
       Ergebnisse etc.,  andererseits den Zusammenhang zwischen der Dif-
       ferenzierung des  Gesamtarbeiters nach unterschiedlicher Rationa-
       lisierungsbetroffenheit und Bewußtseinsentwicklung, Handlungsori-
       entierung, gewerkschaftlichen  Konzeptionen und Ansatzpunkten zur
       Politisierung der Auseinandersetzung um neue Technologien.
       
       III.
       
       Betrachte man  die Kern/Schumann-Studie  im Kontext der aktuellen
       "Moden" der soziologischen Diskussion und des intellektuellen Le-
       bens, wie  sie mit  Stichworten wie  "Abschied vom  Proletariat",
       "Ausstieg aus  dem  Industriesystem",  "Ende  der  Arbeitsgesell-
       schaft" oder  den Themen der Wertewandel-Diskussion umrissen wer-
       den könnten,  so müsse man zuerst festhalten, daß es sich um eine
       Studie "gegen  den modischen Trend" handele, betonten zur Einlei-
       tung der  Diskussion mit  Nachdruck Hellmuth  Lange  (Universität
       Bremen) und  Richard Sorg  (Fachhochschule Wiesbaden,  jetzt Ham-
       burg). Es sei außerordentlich wichtig, daß mit ihr der Blick wie-
       der stärker  auf Kernbereiche der Lohnarbeit gelenkt werde. Gegen
       den modischen  Trend -  das gelte ebenso für Stil und Sprache der
       Studie wie für die konkrete arbeitssoziologische Perspektive, die
       sie im  Gegensatz zu  dem weithin dominierenden Zug zu einem ver-
       kürzten Ökonomismus  entfalte. Produktiv  sei das  genaue Studium
       der stofflichen  Seite der Produktivkraftentwicklung und der mög-
       licherweise hier  wurzelnden objektiven  Zwänge für  das Kapital,
       und unabhängig  von der Beurteilung ihrer Ergebnisse im einzelnen
       sei es  auch für  die Diskussion  in anderen  sozialen Bereichen,
       etwa der  Pädagogik, wichtig, die angedeuteten Tendenzen zu neuen
       Qualifikationsanforderungen, zu  einer mit der Produktivkraftent-
       wicklung notwendig  werdenden größeren  Mündigkeit und  Autonomie
       der Subjekte  gegenüber hierarchischen Strukturen etc. (auch wenn
       sie von Verwertungszwängen sogleich wieder eingeengt und einregu-
       liert würden) aufzunehmen und fruchtbar zu machen.
       Die zentrale  Frage, die man sich bei der Rezeption und produkti-
       ven Aneignung der Studie vorzulegen habe, sei die nach der realen
       Substanz der  neuen Produktionskonzepte  und ihrer Interpretation
       durch Kern/Schumann,  betonte Karin Benz-Overhage (IG Metall, Ab-
       teilung Automation  und Technologie).  Hier müsse  man nun  einen
       entscheidenden Einwand  geltend machen:  Die Studie überinterpre-
       tiere reale empirische Phänomene sowohl in quantitativer Hinsicht
       und bei  der Annahme ihrer mehr oder weniger naturwüchsig-sponta-
       nen Durchsetzung wie auch in qualitativer Hinsicht mit Blick dar-
       auf, was  unter "Reprofessionalisierung"  bzw. "Requalifizierung"
       zu verstehen und zu erwarten sei. So hätten eine Reihe paralleler
       empirischer industriesoziologischer  Studien zu  den Kernsektoren
       auf die  gleichen empirischen  Phänomene aufmerksam  gemacht, auf
       die Kern/Schumann  sich stützten und die sie so weitgehend inter-
       pretierten (etwa  das Frankfurter Institut für Sozialforschung im
       Sinne von  Restriktionen zeitökonomischer  Durchdringung der Pro-
       duktionsprozesse oder Studien des Münchener Instituts für sozial-
       wissenschaftliche Forschung  von Altmann, Düll u.a.), 8) aber de-
       ren begrenzte  empirische Reichweite  deutlich gemacht. Gegenüber
       der Studie  von 1970 sei der arbeitssoziologische Ansatz insofern
       noch verkürzt,  als die gesamte Dimension von Kontrolle und Herr-
       schaft fast vollständig unberücksichtigt bleibe. Ein zweites Pro-
       blem werfe  das verengte  Qualifikationskonzept auf,  bei dem die
       Bezugspunkte dafür, was eigentlich unter "Reprofessionalisierung"
       zu verstehen  sei, nicht offengelegt seien. Vieles erinnere inso-
       fern an  die  Humanisierungsdiskussion  vom  Ende  der  sechziger
       Jahre, in  der gleichfalls schon das "Ende des Taylorismus" ange-
       kündigt wurde,  wobei sich die damaligen Humanisierungskonzeptio-
       nen inzwischen  auch  als  Rationalisierungsstrategien  herausge-
       stellt hätten.
       Aus gewerkschaftlicher  Sicht böten die neuen Produktionskonzepte
       durchaus wichtige Ansätze für betriebliche Strategien der Ausein-
       andersetzung um eine humanere Arbeits- und Technikgestaltung. Je-
       doch sei  (worauf schon  Schumm-Garling  hingewiesen  hatte)  die
       Reichweite auch  unter dem  Aspekt der  Internationalisierung der
       Produktionsprozesse und  unterschiedlicher nationaler  Vorausset-
       zungen begrenzt.  Die neuere WZB-Studie zur Automobilindustrie 9)
       lasse vermuten,  daß die  Voraussetzungen für  die neuen Konzepte
       vom System der industriellen Beziehungen her in der BRD günstiger
       seien als  etwa in  den USA.  Insofern sei es auch auffällig, daß
       sie in  der BRD  gerade in den "nationalen" Autokonzernen (VW und
       andere) eher verfolgt würden als bei Tochterunternehmen ausländi-
       scher Multis (Opel, Ford).
       Unter dem  Gesichtspunkt der gewerkschaftlichen Alternativen-Dis-
       kussion und des Auffindens realer Ansatzpunkte für Konzepte einer
       humaneren Arbeitsgestaltung  gegen die  Vorstellung der  "totalen
       Computergesellschaft" sei das Aufzeigen unterschiedlicher und wi-
       derspüchlicher Managementstrategien  ein wichtiges  Verdienst der
       Studie, betonte  Inge Kaufmann  (DGB, Projekt Arbeitswissenschaft
       für Arbeitnehmer).  Zu fragen  sei, ob  die neuen Produktionskon-
       zepte nicht  auch im Dienstleistungsbereich, speziell im Banksek-
       tor, eine  Rolle spielten,  z. B. mit dem Konzept eines umfassend
       qualifizierten Sachbearbeiters.  Jedoch gehe  dieses Konzept dort
       zugleich mit  der Reproduktion eindeutig tayloristischer Arbeits-
       teilung auf  neuer Stufe einher. Kaspar Maase (IMSF) fragte nach,
       ob in Sektoren wie dem Maschinenbau, in dem qualifizierte Fachar-
       beiter offenkundig ihre Rolle auch bei Einführung der neuen Tech-
       nologien behaupten  können, weitergehende  technologische  Schübe
       nicht doch zur Auflösung ihrer Basis führen könnten und sie inso-
       fern langfristig zu ihrer eigenen Überflüssigmachung beitrügen.
       Die vorliegenden Untersuchungen zeigen insgesamt, daß gegenwärtig
       neue  Beschäftigungsgruppen   in  Rationalisierungsprozesse   von
       durchaus "traditionellem"  Zuschnitt  einbezogen  werden.  Gerade
       hierin, so  Gerhard Weiß (Marburg), besteht die neue Qualität der
       heutigen Anwendung von EDV und Rationalisierungstechniken in Pro-
       duktion und  Verwaltungen. Diese  Dimension schlage  sich in  der
       Kern/Schumann-Studie jedoch  nicht nieder. Insofern müsse man (so
       auch Burkart  Lutz 10)  von einer verengten Untersuchungsperspek-
       tive der  Studie sprechen.  Das Gesamtbild  der  Rationalisierung
       über die produktiven Kernsektoren hinaus lasse eine komplexe, auf
       den betrieblichen Gesamtarbeitskörper bezogene Rationalisierungs-
       strategie erkennen,  die gegenwärtig primär nicht auf die Kernbe-
       reiche, sondern  die anderen Gruppen abziele und mit ausgeprägten
       Dequalifizierungsprozessen verbunden  sei. Die  verengte Untersu-
       chungsperspektive blende  aber die  hier gegebenen Konfliktpoten-
       tiale weitgehend  aus. Ziel  dieser komplexen  Rationalisierungs-
       strategie sei  in Verbindung mit ausgeprägten Kontroll- und Herr-
       schaftsmechanismen das  Bemühen um einen verstärkten leistungspo-
       litischen Zugriff  auf die  einzelne Arbeitskraft  ebenso wie auf
       den betrieblichen Gesamtarbeiter.
       Im Verwaltungsbereich,  auf den I. Kaufmann anspielte, hätten ei-
       gene Erhebungen  11) auch  Requalifizierungstendenzen, die Orien-
       tierung auf  verstärkte Gruppenarbeit  bzw. die Entwicklung eines
       Universalsachbearbeiters ergeben,  also Tendenzen,  die den neuen
       Produktionskonzepten durchaus  entsprächen. Die  Realität erweise
       sich jedoch, wenn man den Gesamtarbeiter betrachte, als viel kom-
       plizierter. Auf  der  untersten  Qualifikationsstufe  (allgemeine
       Verwaltungsarbeit ohne  direkten fachlichen  Bezug) herrsche eine
       massive Verdrängungsperspektive;  Verdrängungsprozesse seien auch
       im Bereich  der ausführenden,  nichtdispositiven  Sachbearbeitung
       wirksam (vergleichbar  der Stufe  qualifiziert Angelernter in der
       Produktion). Hier  gehe es darum, die verbleibende Restarbeit neu
       zu strukturieren und bei wachsendem Leistungsanspruch Aufgaben zu
       integrieren. Neuordnung  der Aufgabengebiete  sei auch im Bereich
       der qualifizierten,  dispositiven Sachbearbeitung  durch  vorerst
       noch nicht  völlig vernetzte  EDV-Anwendung in Einzelbereichen zu
       beobachten; die  Aufgabenneustrukturierung  verlaufe  hier  unter
       Einschluß  der  Tendenz  zu  einem  Universalsachbearbeiter  aber
       durchaus nicht  entlang der  Interessenlinie der Beschäftigten an
       erhöhten Regulationschancen  und Lernmöglichkeiten, sondern ziele
       "knallhart" auf  erhöhte Verfügung  und Flexibilisierung  der Ar-
       beitskraft. Schließlich  deute sich  als vermutlich fortgeschrit-
       tenste Tendenz  in einzelnen Großverwaltungen der Versuch an, den
       gesamten Komplex  der Sachbearbeitung  nach klassisch-tayloristi-
       schem Muster der Arbeitsanalyse für eine umfassende programmtech-
       nische Durchdringung  und Vernetzung aufzuschließen. Das dahinter
       stehende Bild sei das einer zentralen Steuerung und Kontrolle des
       gesamten betrieblichen  Leistungsprozesses.  Damit  seien  ebenso
       Vorstellungen einer  strikten Programmführung der Sachbearbeitung
       verbunden.
       Insgesamt sei  insofern vor einer Parallelisierung bzw. Verallge-
       meinerung der Ergebnisse von Kern/Schumann zu warnen und die Ver-
       engung ihres Zugriffs auf das Untersuchungsfeld hervorzuheben.
       Was bedeuten  die unterschiedlichen  Management-Konzeptionen  für
       die gewerkschaftliche  Politik- und Strategiebestimmung? Taylori-
       stische Rationalisierungs-  bzw. Automationsstrategien tragen, so
       K. Benz-Overhage, zu einer schärferen Polarisierung innerhalb der
       Belegschaften bei.  Unabhängig davon,  ob überhaupt  und wie groß
       ggfs. man  qualitative Differenzen  zwischen  beiden  Management-
       Strategien annehme,  so sei doch eindeutig, daß die neuen Produk-
       tionskonzepte andere,  breitere Qualifikationsverteilungen inner-
       halb des  betrieblichen Gesamtarbeiters  ermöglichten, also  auch
       die Einbeziehung  bisher benachteiligter  Gruppen in qualifizier-
       tere Arbeit.  Das sei  für die  Qualifikations- und Einkommenssi-
       cherung im  Rahmen gewerkschaftlicher  Strategien von enormer Be-
       deutung. Jedoch  komme es  darauf an,  das hier  Mögliche gewerk-
       schaftlich (betriebsbezogen  wie tarifpolitisch) zu erkämpfen und
       dabei gleichzeitig mit einer neuen Definition von Leistungskrite-
       rien zu  verknüpfen, da  in  den  neuen  Produktionskonzepten  ja
       zugleich ungeheure  Intensivierungspotentiale steckten.  In diese
       Richtung weise  auch das "Aktionsprogramm Arbeit und Technik" der
       IG Metall.
       Hier haben  auch neue Beziehungen zur betrieblichen wissenschaft-
       lich-technischen Intelligenz  ihren Stellenwert.  H. Lange  hatte
       eingangs darauf aufmerksam gemacht, daß der Sektor der betriebli-
       chen Intelligenz sich nicht nur ausweitet, sondern daß die Requa-
       lifizierungsprozesse hier  u. U. auch zu neuen Formen der Annähe-
       rung von  Hand- und  Kopfarbeit führen könnten. Über die nach wie
       vor großen  Unterschiede im Arbeitstyp, in den Arbeitsbedingungen
       etc. von  qualifizierten Arbeitern  und  wissenschaftlich-techni-
       scher Intelligenz hinweg sah K. Benz-Overhage in deren Rationali-
       sierungserfahrungen Anknüpfungspunkte, um z.B. Ingenieure für die
       Beratung von Betriebsräten oder gemeinsame Arbeitskreise zu Tech-
       nologiefragen zu gewinnen.
       Vom technischen  Standpunkt aus läßt sich die von Maase aufgewor-
       fene Frage der Perspektive von Facharbeit in einem Sektor wie dem
       Maschinenbau mit  seinen produktionstechnischen  wie ökonomischen
       Besonderheiten heute  kaum beantworten.  Diese Auffassung vertrat
       Volker Benad  (TH Darmstadt), der als Technikhistoriker auch dar-
       auf hinwies,  daß eine  ganze Reihe heute aktueller Rationalisie-
       rungsprobleme im  Maschinenbau bereits  seit Beginn  des Jahrhun-
       derts unter  technischen Aspekten  diskutiert und bearbeitet wer-
       den. Das  verweise auf die u.U. lange Dauer, die für die Entwick-
       lung neuer technischer Möglichkeiten benötigt werde. Unter diesem
       Gesichtspunkt, so  wurde in  der Diskussion betont, ist natürlich
       auch das  Argument kritisch  zu prüfen,  es handele  sich bei den
       neuen Produktionskonzepten nur um eine (kurzfristige?) Übergangs-
       strategie. Auf  Grenzen der Taylorisierung anhand der Entwicklung
       im Ingenieurbereich  verwies H.  Lange; hier ließen sich vielmehr
       ähnliche Prozesse  beobachten, wie  sie von Kern/Schumann für die
       Produktionsarbeit vermutet  würden: Requalifizierung  bei gleich-
       zeitiger  Verdrängung,  verbunden  mit  stärkerem  Leistungsdruck
       (Kontingentierung von Zeitbudgets etc.). Zugleich lasse sich eine
       hohe Arbeitsidentifikation nachweisen.
       Zur stärkeren  Diskussion von  Problemen des Bewußtseins, der be-
       trieblichen Orientierung und der gewerkschaftspolitischen Mobili-
       sierung bzw.  Anknüpfungspunkte leitete  die Frage  von K.  Maase
       über, wie die betrieblichen Gruppen, die (in der Terminologie von
       Kern/Schumann als "Rationalisierungsgewinner") mit den neuen Pro-
       duktivkräften zugleich neue Ansprüche und persönliche Identifika-
       tionsmöglichkeiten entwickeln  könnten, in  gewerkschaftliche Ra-
       tionalisierungsstrategie einzubeziehen  sind. Liegen bei ihnen so
       starke Motivationen  und subjektive  Arbeitsinteressen  an  neuer
       Technik vor,  daß u.U.  das gewerkschaftliche Konzept "Rationali-
       sierung nein, wenn nicht..." nicht faßt? Klaus Naumann (Redaktion
       "Blätter für deutsche und internationale Politik", Köln) warf das
       Problem auf,  ob die  "Rationalisierungsgewinner" nicht  u.U. das
       Potential einer  konservativen Blockbildung  zur Umschichtung  im
       Wählerverhalten  darstellen   könnten,  und   welche  Beziehungen
       zwischen der  "Modernisierungsphilosophie"  des  Managements  und
       vergleichbaren Varianten im parteipolitisch-ideologischen Raum zu
       sehen seien, wobei er auf die Späth-Studie, die letzte Tagung des
       Aspen-Instituts, die  Schmidtchen-Studie  12)  u.a.  verwies.  U.
       Schumm-Garling machte  noch einmal darauf aufmerksam, daß die von
       Kern/Schumann  benannten   neuen  Technologiekonzepte  nicht  als
       Konzepte gewerkschaftlicher  Technologiepolitik verstanden werden
       dürften und  daß es  für deren Entwicklung gerade darauf ankomme,
       vereinheitlichende  Interessenmomente   bei   den   verschiedenen
       Gruppen der  Arbeiterklasse aufzudecken,  um den  Segmentierungs-
       tendenzen begegnen  zu können.  Solche  Ansatzpunkte  anhand  der
       Studie von  Kern/Schumann zu entwickeln, erweist sich jedoch, wie
       G. Weiß  argumentierte, auf Grund ihres methodischen Ansatzes als
       äußerst kompliziert.  Denn zu  dessen Charakteristika  zähle, daß
       die gesamte  Sichtweise von  der Auffassung  der Durchsetzung der
       Requalifizierungskonzepte geprägt  sei. Das  habe eben zur Folge,
       daß innerhalb  des Betriebes  mit Blick in die Zukunft im Prinzip
       keine andere  Tendenz sichtbar  werde  als  die  einer  insgesamt
       wachsenden Basis  für  Sozialpartnerschaft  und  Betriebsbindung,
       während alle  mit der  Umsetzung, Realisierung  bzw. prozeßhaften
       Durchsetzung der  neuen Produktionskonzepte verbundenen Konflikte
       und  Widersprüche   (die  in   anderen  Untersuchungen   durchaus
       thematisiert würden) völlig untergingen.
       Für die  Frage, wo und unter welchen Bedingungen heute in den Be-
       legschaften der  "Kernbereiche" Politisierungsprozesse  im  Sinne
       der Entwicklung von Ansatzpunkten zu Klasssenbewußtsein und klas-
       senautonomer  Handlungsperspektive   ablaufen,  spielen  die  von
       Kern/Schumann mit  ihrem arbeitszentrierten Ansatz gebildeten Ka-
       tegorien keine  zentrale Rolle - so die Auffassung von Jörg Miehe
       (Göttingen). Wo  sich seinen Erfahrungen zufolge - im Bereich von
       Vertrauensleuten der Automobilindustrie - solches Bewußtsein her-
       ausbilde, dort i.d.R.  q u e r  zu diesen Kategorien; darauf ver-
       weise auch  die Zusammensetzung  der  Vertrauensleutekörper.  Das
       zeige, wie  auch andere  Erfahrungen belegten, daß auslösende Mo-
       mente für  Bewußtseinsprozesse weniger  in den konkreten Arbeits-
       verhältnissen bzw. unmittelbaren Arbeitsbedingungen wurzelten als
       vielmehr in der allgemeinen Erfahrung der Unsicherheit proletari-
       scher Existenz, in Arbeitsplatzbedrohung durch die konjunkturelle
       Entwicklung, durch Rationalisierung u.ä.
       In der  Tat, so  Heinz Schäfer  (Redaktion "Nachrichten zur Wirt-
       schafts- und  Sozialpolitik", Frankfurt/M.) zu der von K. Naumann
       aufgeworfenen Frage,  könne das  heute unübersehbare  Bemühen der
       Unternehmer  nach  wachsender  Betriebsbindung  und  neuer  "Ver-
       trauensbasis" in  "ihren" Belegschaften bei den von Kern/Schumann
       beschriebenen Prozessen  eine reale  Basis finden.  Daß sich  die
       Modernisierungskonzeptionen  bei  ihnen  genau  mit  diesem  Ziel
       verbänden,  habe  nachdrücklich  die  zurückliegende  Tagung  des
       Aspen-Instituts (Westberlin)  demonstriert. Hier  liege aber auch
       eine Schwäche  der gewerkschaftlichen  Position;  wenn  der  Kon-
       kurrenz zwischen Konzernbelegschaften oder der existenziellen Be-
       drohung ganzer  Branchen begegnet  werden solle, so sei es unver-
       zichtbar,  die  Notwendigkeit  gesamtgesellschaftlicher  Lösungen
       stärker in  den Mittelpunkt zu rücken. Man brauche nur an die Er-
       fahrungen der Stahl- und Werftenkrise zu erinnern, um zu verdeut-
       lichen, daß heute Lösungen für krisengeschüttelte Branchen im In-
       teresse der Belegschaften bzw. der entsprechenden Abteilungen der
       Arbeiterklasse nur auf Branchenebene kaum denkbar seien.
       Kaspar Maase knüpfte an eine vorhergehende These von H. Lange an,
       daß mit  der Realisierung der neuen Produktionskonzepte auch neue
       Gruppen der  Belegschaften zu  den betrieblichen  Kerngruppen der
       Arbeiterklasse würden.  Wenn diese  Gruppen  (die  "Rationalisie-
       rungsgewinner" in  der Kern/Schumann-Terminologie)  wichtige Ele-
       mente ihres  Selbstbewußtseins  in  der  Identifikation  mit  dem
       Produktivkraftsprung und  den modernsten  Technologien fänden, so
       stelle sich  die  Frage,  wo  sie  heute  gesellschaftspolitische
       Orientierungs- und  Bezugspunkte fänden.  Man könne  das  Problem
       "konservativer Potentiale"  nicht einfach  mit  Verweis  auf  die
       allgemeine Unsicherheit proletarischer Existenz beantworten, denn
       es dürften  gegenwärtig am  ehesten die ideologischen Zentren des
       modernisierungsorientierten  Neo-Konservatismus  sein,  die  sich
       hier als  Orientierungspunkte anbieten  würden. Für  die  gewerk-
       schaftliche und  politische Arbeiterbewegung  erwachse daraus die
       wichtige Aufgabe,  stärker Zukunftsvorstellungen  zu  entwickeln,
       die die Faszination neuer Technologien positiv aufgreifen.
       Die Arbeiter  der neuen  Produktionskonzepte, so argumentierte K.
       Benz-Overhage, rekrutieren  sich, wenn man das Beispiel der Auto-
       mobilindustrie heranzieht,  aus dem  bisherigen Typ  der qualifi-
       ziert Angelernten,  die in  den Autobetrieben statusmäßig weitge-
       hend den Facharbeitern anderer Betriebe entsprechen; z. T. rekru-
       tieren sie  sich auch  direkt aus  jungen Facharbeitern. Insofern
       könne man nicht davon ausgehen, daß der "Bruch" für diese Gruppen
       so gravierend  sei, daß  daraus die in der vorhergehenden Diskus-
       sion vermuteten Ansatzpunkte für Bewußtseinsveränderung erwachsen
       könnten. Wenn  überhaupt, so seien entsprechende Tendenzen in der
       technischen Intelligenz  wirksam. Generell dürfe man den Stellen-
       wert der neuen Produktionskonzepte für die Bewußtseinsentwicklung
       nicht überschätzen.  Viel eher wirke sich die allgemeine Rationa-
       lisierungsangst aus, und das Bewußtsein werde stärker als von der
       unmittelbaren Arbeits-  und Statussituation  von Erfahrungen, vom
       Belegschaftshandeln,  von   Kampftraditionen  geprägt.  Umgekehrt
       müsse man  auch sehen,  daß Reprofessionalisierung (in den vorher
       schon genannten  Grenzen) durchaus auch zur Herausbildung von re-
       lativ selbst-  und interessenbewußten  Gruppen von Lohnabhängigen
       führen könnte.
       J. Miehe  schnitt, an die vorhergehenden Beiträge anknüpfend, die
       Frage nach  der Handlungsrelevanz von Haltungen und Einstellungen
       an, die in Erhebungen erfaßt werden. Hier gelte seines Erachtens,
       daß jene  Haltungen, die nicht in betrieblichen und gewerkschaft-
       lichen Auseinandersetzungen  entstanden seien, zwar auf der poli-
       tischen Ebene  u.U. nach  rechts vereinnahmt  werden könnten  (im
       Wahlverhalten o.ä.),  aber durchaus  noch keine  Relevanz für be-
       triebliches Verhalten  in zukünftigen Auseinandersetzungen hätten
       (wer im  Konfliktfall, im Streik usf. unterstützt werde). Ähnlich
       äußerte sich  auch mit  Blick auf  die "konservativen Potentiale"
       Karin Bergdoll  (Lübeck). Man  müsse in Rechnung stellen, daß Be-
       wußtsein sich  auch unter  dem Einfluß überbetrieblicher Faktoren
       und politischer Strömungen herausbilde und sich nicht allein oder
       in erster  Linie aus der Arbeitssituation und deren Veränderungen
       ableiten lasse. A. Leisewitz wies darauf hin, daß in dieser Frage
       eine der  weiteren Schwächen  oder Verengungen der Kern/Schumann-
       Studie zu  sehen sei.  Während der Zusammenhang zwischen sozialem
       Druck der Massenarbeitslosigkeit, Modernisierungskonzeptionen und
       Betriebsbindung und  -identifikation  durchaus  stringent  darge-
       stellt sei, bleibe der ganze Zusammenhang von betrieblichen Bewe-
       gungen und  Erfahrungen der Belegschaften, von gewerkschaftlichem
       Handeln und  dadurch vermittelten Einstellungen und Wahrnehmungs-
       rastern ausgeblendet. Bernd Semmler (Frankfurt/M., Mitarbeiter an
       Projekten des  IMSF) betonte schließlich, daß in einem bestimmten
       Typ von  Großbetrieben mit  stark wachsendem  Anteil von  wissen-
       schaftlich-technischer Intelligenz  und ausgeprägten Verschiebun-
       gen der  quantitativen Relationen  zwischen diesen  neuen Gruppen
       und den  Arbeiterkategorien es  zu deutlichen "Milieu-Veränderun-
       gen" im Betrieb selbst mit starker Ausstrahlung der Einstellungen
       und  Haltungen  nicht-traditioneller  Belegschaftsgruppen  kommen
       könne. Damit  stelle sich  die Schlüsselaufgabe  für die  Gewerk-
       schaften, unter diesen Gruppen Einfluß zu gewinnen.
       Nimmt man die mit der Kern/Schumann-Studie berührten Zukunftspro-
       bleme der  Arbeiterklasse ernst,  bemerkte J.H.  v.  Heiseler  im
       letzten Diskussionsbeitrag,  so besteht  heute ein entscheidendes
       Problem für die politische wie gewerkschaftliche Arbeiterbewegung
       darin, die Kollisionen und Widersprüche zwischen moderner Produk-
       tivkraftentwicklung und kapitalistischen Produktionsverhältnissen
       im Interesse der Lohnabhängigen freizusetzen und, als wesentliche
       Voraussetzung dafür,  bewußt zu  machen. Dies  kann nicht  in der
       Richtung eines  letztlich naiven Technikoptimismus geschehen, der
       mit der kapitalistischen Form der Produktivkraftentwicklung schon
       die Interessen  der Lohnabhängigen gewahrt sieht. Zentrale Bedeu-
       tung für  die Perspektive  wirklich befreiter  Arbeit,  der  sich
       Kern/Schumann verpflichtet fühlen, ohne freilich ihre Bedingungen
       angeben zu  können, habe  die Entwicklung von Kontrollforderungen
       auf der  betrieblichen, aber  ebenso im Sinne demokratischer Kon-
       trolle auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene - als wichtiger He-
       bel, um  die Interessen der Arbeiterklasse und der Lohnabhängigen
       insgesamt stärker zur Geltung zu bringen.
       
       _____
       1) Horst Kern/Michael  Schumann, Industriearbeit  und Arbeiterbe-
       wußtsein, 2 Bände, Frankfurt am Main 1970.
       2) Vgl. u.a.  Frank Deppe,  Das Bewußtsein  der Arbeiter. Studien
       zur politischen Soziologie des Arbeiterbewußtseins, Köln 1971, S.
       105 ff.;  Lothar Peter,  Polarisierung oder  Höherqualifikation?,
       in: Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 4, 1981, S. 347ff.
       3) Darauf machte bereits aufmerksam Michael Neumann, Das Soziolo-
       gische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI), in: Marxistische Stu-
       dien. Jahrbuch des IMSF 4, 1981, S. 400 ff.
       4) Horst Kern/Michael  Schumann, Das Ende der Arbeitsteilung? Ra-
       tionalisierung in der industriellen Produktion: Bestandsaufnahme,
       Trendbestimmung, München  1984 (Seitenzahlen ohne Angaben im Text
       beziehen sich auf diese Studie).
       5) Vgl. IG  Metall, Aktionsprogramm:  Arbeit  und  Technik.  "Der
       Mensch muß bleiben!" Frankfurt/M. 1984.
       6) Horst Kern/Michael  Schumann, Industriearbeit  und Arbeiterbe-
       wußtsein, Bd. l, a.a.O., S. 34.
       7) Vgl. Gerhard  Brandt, Marx  und die neue deutsche Industrieso-
       ziologie, in:  Leviathan. Zeitschrift  für Sozialwissenschaft, H.
       2/1984, S. 195 ff.
       8) Vgl. u.a.  Karin Benz-Overhage,  Eva Brumlop, Thomas von Frey-
       berg, Zissis Papadimitriou, Neue Technologien und alternative Ar-
       beitsgestaltung. Auswirkungen  des Computereinsatzes in der indu-
       striellen Produktion,  Frankfurt am  Main/New York  1982; Norbert
       Altmann, Peter  Binkelmann, Klaus  Düll,  Heiner  Stück,  Grenzen
       neuer  Arbeitsformen.  Betriebliche  Arbeitsstrukturierung,  Ein-
       schätzung durch  Industriearbeiter, Beteiligung der Betriebsräte,
       Frankfurt am Main/New York 1982.
       9) Vgl. Knut  Dohse, Ulrich  Jürgens, Thomas Maisch, Vom "Fordis-
       mus" zum  "Toyotismus"? Die  Japan-Diskussion in  der  Automobil-
       industrie, Wissenschaftszentrum Westberlin, 1984.
       10) Vgl. Burkart  Lutz, in:  Kolloquienreihe "Industriesoziologi-
       scher Technikbegriff",  2. Koll. "Industriesoziologische Technik-
       forschung -  empirische Befunde  und  theoretische  Konzepte"  am
       25./26. November  1983 im Institut für Sozialforschung, Frankfurt
       am Main, S. 48 ff.
       11) Vgl. Dieter  Czech, Ursula Haufe, Ursula Schumm-Garling, Ger-
       hard Weiss, Matthias Zach, "Analyse der Veränderung von Sachbear-
       beitertätigkeiten als  Folge technisch-organisatorischer  Umstel-
       lungen  in  öffentlichen  und  privatwirtschaftlichen  Dienstlei-
       stungsunternehmen am  Beispiel von  privaten, öffentlich-rechtli-
       chen und genossenschaftlichen Banken und die Entwicklung von Vor-
       schlägen für Humanisierungsstrategien" im Verwaltungsbereich, Ab-
       schlußbericht, Universität Dortmund, 1984.
       12) Vgl. Bericht  der  Kommission  "Zukunftsperspektiven  gesell-
       schaftlicher Entwicklungen", erstellt im Auftrag der Landesregie-
       rung von Baden-Württemberg, Stuttgart 1983; zur Tagung des Aspen-
       Instituts: Heinz  Schäfer, Unternehmer  arbeiten an neuer Strate-
       gie, in:  Nachrichten  zur  Wirtschafts-  und  Sozialpolitik,  H.
       1/1985, S.  21 f.;  Gerhard Schmidtchen,  Neue Technik,  neue Ar-
       beitsmoral, Köln 1984.
       

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