Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 10/1986


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       VORWORT
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       Marxistische Persönlichkeitstheorie  ist kein  Thema nur für Spe-
       zialisten.  Sie  zählt  zu  jenen  Wissenschaftsbereichen,  deren
       Kenntnisnahme und Aufarbeitung für die Weiterentwicklung des Mar-
       xismus in  Theorie und  Politik insgesamt unverzichtbar sind. Die
       zunehmende Untersuchung  der subjektiven  Triebkräfte und  Folgen
       von gesellschaftlichem  und historischem Handeln sowie das wieder
       erwachende Interesse für Fragen des Menschenbildes sind keine in-
       tellektuellen Moden; hierin widerspiegeln sich vielmehr wesentli-
       che soziale Veränderungen und neue Aufgabenstellungen für die Ar-
       beiterbewegung, für  die mit  ihr verbundenen Intellektuellen und
       die Marxisten.
       Wenn man  an die  grundlegenden Arbeiten sowjetischer Psychologen
       und an  die große  Resonanz der Beiträge Lucien Sèves denkt, wird
       klar, daß marxistische Persönlichkeitstheorie aus bundesdeutscher
       Sicht nur  im internationalen  Zusammenhang zu  diskutieren  ist.
       Ähnliches gilt,  wenn man den Blick auf ihre Umsetzung in pädago-
       gischer und  psychologischer Praxis  richtet. Wir sind daher sehr
       froh, daß  sich diese  internationale Dimension  im  vorliegenden
       Band widerspiegelt.  Unterschiedliche Akzente und kontroverse Po-
       sitionen können  nur durch Kenntnisnahme und argumentative Verar-
       beitung fruchtbar  gemacht werden; wir hoffen, einen Beitrag dazu
       zu leisten.
       Neben der  Entfaltung des  Schwerpunktthemas blieb nur wenig Raum
       für Beiträge  aus der IMSF-Arbeit. Sie schließen an Publikationen
       und Konferenzen  zu den  Themen "Zukunft  der Bundesrepublik" und
       "Intelligenz, Intellektuelle  und Arbeiterbewegung"  an. Das bei-
       liegende knappe  Register aller  bisherigen IMSF-Jahrbücher  soll
       weitere Themenstränge  und Forschungsergebnisse  erschließen hel-
       fen. In  diesem Zusammenhang ein Hinweis auf die Schwerpunkte der
       in Vorbereitung  befindlichen Bände:  "Der  staatsmonopolistische
       Kapitalismus der 80er Jahre: Krisentyp, Entwicklungstendenzen und
       -varianten, Alternativen"  (Bd. 11, Herbst 1986); "Internationale
       Tendenzen der  Marx-Engels-Forschung" (Bd.  12,  Frühjahr  1987);
       "1789-1989: Zur  Aktualität der marxistischen Revolutionstheorie"
       (Bd. 14, Frühjahr 1988).
       Das Schwerpunktthema  "Marxistische Persönlichkeitstheorie" zählt
       nicht zu  den Arbeitsgebieten  des IMSF.  Es wurde konzipiert und
       redaktionell umgesetzt  von Heike  Fleßner, Klaus Hühne und Bern-
       hard Wilhelmer,  denen wir dafür an dieser Stelle danken möchten.
       Unser gemeinsamer  Dank gilt allen, die an diesem Band mitgewirkt
       haben: den  Autoren, die uns durch ihr Interesse an der gemeinsa-
       men Sache  und durch  zügige Arbeit  kooperativ  entgegengekommen
       sind; Wolfgang  Jantzen, der  frühzeitig an  der Konzeptionierung
       beteiligt war; Martina Siebel, die die redaktionellen und techni-
       schen Arbeiten am IMSF übernahm; den Übersetzerinnen und Überset-
       zern, die  viel Engagement  und Mühe aufgewandt haben, und Bärbel
       von Fisenne,  die weitere  Sprachprobleme bei der Übertragung aus
       dem Russischen lösen half.
       
       Frankfurt am Main, Januar 1986
       Institut für Marxistische Studien und Forschungen (IMSF)
       

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