Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 05/1982


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       WAS BRINGEN "NEO-SCHUMPETERIANISCHE" KRISENINTERPRETATIONEN?
       ============================================================
       EINE REPLIK *)
       ==============
       
       Alfred Kleinknecht
       
       I. Gibt es lange Innovationszyklen? - II. Innovations- und Wachs-
       tumsschübe -  III. Bemerkungen  zur Kritik  von J. Goldberg - IV.
       Thesen zu  wirtschaftspolitischen Implikationen und Forschungsbe-
       darf
       
       I. Gibt es lange Innovationszyklen?
       
       J.A. Schumpeter (der "Karl Marx der Bourgeoisie") hat für die Un-
       tersuchung des  langfristigen Wachstumsrhythmus  im  Kapitalismus
       folgendes Phasenmodell vorgeschlagen:
       
                                       "Aufschwung" (A)  "Abschwung" (B)
       "Industrieller Kondratieff"         1787-1813        1814-1842
       "Bürgerlicher Kondratieff"          1843-1869        1870-1897
       "Neomerkantilistischer Kondratieff" 1898-1924        1925- ?
       
       Jede der  obengenannten "Aufschwung"-Perioden geht Schumpeter zu-
       folge mit  der rapiden Ausbreitung spezifischer Basistechnologien
       einher. Die  nachfolgende "Abschwung"-Phase  ist mit  der  Sätti-
       gungs- und relativen Stagnationstendenz der ursprünglichen Wachs-
       tumssektoren verbunden.  Als entscheidende  technologische Fakto-
       ren, die eine stoffliche Umwälzung des Reproduktionsprozesses be-
       wirken, können genannt werden:
       
       - "Industrieller Kondratieff":         Substitution von Wasser-
                                              kraft durch Dampfkraft,
                                              Ablösung des Holzes (als
                                              Brennstoff) durch Kohle
                                              bzw. (als Baustoff) durch
                                              Eisen, Aufkommen der
                                              Textilindustrie;
       - "Bürgerlicher Kondratieff":          Eisenbahnwesen, Dampf
                                              schiffe, Substitution von
                                              Eisen durch Stahl;
       - "Neomerkantilistischer Kondratieff": elektrotechnische und
                                              chemische Innovationen,
                                              Benzin- und Dieselmotor.
       
       Mein von  Goldberg rezensierter Aufsatz drehte sich um die Frage,
       ob und  inwieweit ein solcher Ansatz auch für das 20. Jahrhundert
       relevant sein  könnte. Ich  ging dabei - in einem selbstverständ-
       lich nur  groben Überblick - von einer Phaseneinteilung aus, die,
       im Anschluß  an die  "A-Periode" raschen Wachstums von den 1890er
       Jahren bis  zum 1. Weltkrieg, die Zwischenkriegszeit als "B-Peri-
       ode" langsameren  Wachstums  und  verstärkter  Krisenanfälligkeit
       einstuft. Diesem  Schema zufolge  wären die  50er und  60er Jahre
       wieder als eine erneute "A-Periode" relativer Prosperität und die
       70er und  80er Jahre  als  "B-Periode"  mit  verschärften  Wachs-
       tumsproblemen einzuordnen.  Wenngleich ich Versuchen, eine solche
       Abfolge von  Wachstumsperioden in  ein  rigides  Zyklenmodell  zu
       pressen, skeptisch  gegenüberstehe, habe  ich versucht zu zeigen,
       daß die  obige Periodisierung durch charakteristische Variationen
       der Wachstumsraten  von Industrieproduktion  und  Nationalprodukt
       unterstützt wird.
       Ferner habe  ich mich  auf Daten  von G. Mensch bezogen, der ver-
       sucht hat  nachzuweisen, daß  sich sogenannte "Basisinnovationen"
       in den  "B-Perioden" krisenhafteren  Wachstums  häufen.  Wie  aus
       nachfolgender Tabelle  ersehen werden  kann, sind  J.J. Van Duijn
       und H.-D.  Haustein u.a. mittlerweile zu vergleichbaren Ergebnis-
       sen gekommen.
       
       Tabelle 1:
       "Basisinnovationen" in  Zehnjahresperioden bei 3 Autoren (19. und
       20. Jahrhundert)
       
                Mensch v. Duijn Haustein        Mensch v. Duijn Haustein
       
       1800-1809  1       1        1    1890-1899 10      9       14
       1810-1819  2       2        3    1900-1909  1      1        7
       1820-1829  7       3        7    1910-1919  2      8        8
       1830-1839  7       4        6    1920-1929  7      3       10
       1840-1849  4       4        7    1930-1939 19     14       20
       1850-1859  5       5        8    1940-1949  8     11       14
       1860-1869  7       7        8    1950-1959  5      7       15
       1870-1879  8       9        8    1960-1969  -      5       13
       1880-1889 19      17       21    1970-1979  -      1        7
       _____
       Quellen: G. Mensch, Das technologische Patt, Frankfurt 1975; J.J.
       van Duijn,  De lange  Golf in de Ekonomie, Assen 1979; H.-D. Hau-
       stein/E. Neuwirth, Long Waves in World Industrial Production, En-
       ergy Consumption,  Innovations, Inventions, and Patents and their
       Identification by  Spectral Analysis, Working Paper: WP-82-9, In-
       ternational Institute  for Applied  Systems  Analysis,  Laxenburg
       (Austria), Januar 1982.
       Die von  Mensch hypothetisierte  Häufung von Basisinnovationen um
       1820/30 ist  in den Daten der beiden anderen Autoren nicht zu er-
       kennen. Hingegen  werden die  Häufungspunkte in  den  1880er  und
       1930er Jahren bei allen drei Fallsammlungen deutlich. Dies könnte
       darauf hindeuten, daß sich die behauptete Diskontinuität im Inno-
       vationsaufkommen erst  im entwickelteren Kapitalismus eingespielt
       hat.
       Selbstverständlich haben  wir es in obiger Tabelle mit ausgespro-
       chen "weichen"  Daten zu tun. Es kann z.B. kritisiert werden, daß
       keiner der  3 Autoren  eine eindeutige  Definition  des  Begriffs
       "Basisinnovation" gegeben hat. Theoretisch erscheint es sinnvoll,
       zu unterscheiden  zwischen der  ursprünglichen radikal  neuen Ba-
       sistechnologie und  den Folgeinnovationen, die sich innerhalb ei-
       nes einmal  gegebenen  "Paradigmas"  bewegen;  diese  theoretisch
       plausible Unterscheidung  ist jedoch bei konkreten Fallbeispielen
       oft schwer  anzuwenden. Die  Definition einer Basisinnovation als
       "Initialzündung" zu  einer neuen  Wachstumsindustrie bleibt eben-
       falls relativ vage. Für das Studium des Zusammenhangs von Innova-
       tion und Wachstum erweist sie sich außerdem als zirkulär.
       Wahrscheinlich ist es von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus
       am redlichsten, die der Tabelle l zugrunde liegenden Innovations-
       listen schlechthin als eine Aufzählung der (nach subjektiver Auf-
       fassung der  Autoren) wichtigsten  technikgeschichtlichen Meilen-
       steine im  19. und  20. Jahrhundert  zu begreifen. Bei allen drei
       Autoren wird  man sich  dabei im  einzelnen noch  streiten können
       über die  Vollständigkeit bzw.  Repräsentativität ihrer Fallsamm-
       lung, die herangezogenen Quellen, die genaue Bestimmung der Inno-
       vationszeitpunkte und  insbesondere über  ihre Auswahlprinzipien.
       Die bislang  härteste Kritik  ist hierzu  von einer Autorengruppe
       aus der  Universität von  Sussex gekommen.  1) Ich bin an anderer
       Stelle auf  diese Kritik  ausführlicher eingegangen als dies hier
       möglich ist.  2) Die  theoretische Kritik von Clark/Freeman/Soete
       läßt sich  folgendermaßen zusammenfassen:  Die Einführung radikal
       neuer Produkte oder Verfahren ist an sich bereits ein äußerst ri-
       sikoreiches Unterfangen.  Es ist daher schwer einzusehen, weshalb
       die Unternehmen  dies ausgerechnet in den krisengeschüttelten "B-
       Perioden" tun  sollten, in denen die Unsicherheit bei der Voraus-
       schätzung künftiger Marktentwicklungen am größten und die Konsum-
       und Investitionsnachfrage  am schwächsten sind. Wenn es überhaupt
       eine konjunkturell  beeinflußte Häufung von Innovationen gibt, so
       ist diese eher für die "A-Perioden" mit expandierender Nachfrage,
       steigenden Profiten  und günstigen Finanzierungsmöglichkeiten für
       die Unternehmen zu erwarten.
       Dem ist entgegenzuhalten, daß die Innovationsstrategie von Firmen
       aus einem  Vergleich von Innovations r i s i k e n und  Innovati-
       ons a n r e i z e n  erklärt werden muß: In den "A-Perioden" sind
       nicht nur die Innovationsrisiken, sondern auch die Innovationsan-
       reize niedriger.  Mit den  bereits laufenden  Produkten innerhalb
       der gegebenen,  schnell expandierenden  Anlagesphären können sehr
       viel leichter  Kapital akkumuliert und Profite abgeschöpft werden
       als durch  die risikoreiche Einführung völlig neuer Produkte, de-
       ren Marktaussichten  nur vage bestimmbar sind. Es ist für die Un-
       ternehmen also kurzfristig profitabler, ihre Forschungs- und Ent-
       wicklungsausgaben (F+E) auf eine Weiterentwicklung der bereits am
       Markt etablierten  Produktlinien zu konzentrieren. Ein Umschalten
       in der F+E-Strategie wird erst durch das "rien ne va plus" in den
       existierenden  Anlagesphären  (Marktsaturation,  Überkapazitäten)
       erzwungen.
       Hier zeigt sich ein elementarer Widerspruch kapitalistischer Pro-
       duktivkraftentwicklung: Der  Zwang zur  Realisierung der  risiko-
       reichsten Innovationsprojekte  ist gerade  dann am  größten, wenn
       auch die  Risiken und Unwägbarkeiten der Konjunkturentwicklung am
       höchsten sind.  Vor dem Hintergrund der 1930er Jahre sind die po-
       litik-  und  sozialgeschichtlichen  Implikationen  einer  solchen
       relativen Pattsituation  evident. Dies  soll  hier  nicht  weiter
       ausgeführt werden.
       Um die Hypothese einer Häufung von radikalen Innovationen während
       der 1930er Jahre einem unabhängigen Test zu unterziehen, habe ich
       eine Fallsammlung  von 120 "wichtigen Innovationen" von K.B. Mah-
       davi 3)  ausgewertet. Mahdavi  hat diese Fälle als repräsentative
       Beispiele ausgewählt,  um Effizienzprobleme  von F+E-Prozessen zu
       untersuchen. Da  ihn dabei obige Fragestellung nicht interessiert
       hat (und  ihm vermutlich  auch gar nicht bekannt war), kann seine
       Fallsammlung unter  dem Aspekt  der Verteilung  von  Innovationen
       über die Zeit durchaus als Zufallsstichprobe aufgefaßt werden.
       Eine Gruppierung  der Mahdavi-Fälle  nach   Innovations t y p e n
       (radikal neue Produkte versus Produktverbesserungen und Prozeßin-
       novationen)  ergibt,   daß  die   radikalen   Produktinnovationen
       tatsächlich in  den 30er  und 40er Jahren (mit Gipfelpunkt in den
       30ern) eine  statistisch hochsignifikante Häufungstendenz aufwei-
       sen. Demgegenüber  tendieren die  Produktverbesserungen und  Pro-
       zeßinnovationen eher  zu einer  (statistisch nicht signifikanten)
       Häufung während der "A-Perioden". Da die "radikal neuen Produkte"
       den "Basisinnovationen"  bei den oben zitierten Autoren definito-
       risch relativ nahekommen dürften, kann dieses Ergebnis als Bestä-
       tigung der Innovationshäufungs-hypothese interpretiert werden. 4)
       Das obige Ergebnis scheint das im folgenden zu skizzierende lang-
       fristige Ablaufmuster zu unterstützen:
       
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       Die Skizze  der produkt- und prozeßbezogenen Folgeinnovationen in
       stilisierter Darstellung erfolgte in Anlehnung an einen Vorschlag
       von J. Utterback 5). Dieser glaubte, einen solchen charakteristi-
       schen Verlauf  bei vielen "major innovations" feststellen zu kön-
       nen, ohne  dies allerdings mit dem hier diskutierten Zeithorizont
       zu verbinden.
       Es gibt deutliche Indizien, daß sich das Wachstum der Arbeitspro-
       duktivität in  den 70er Jahren gegenüber den 50er und 60er Jahren
       trendmäßig abzuschwächen scheint. 6) Der Umstand, daß in den 50er
       und 60er  Jahren höhere  Wachstumsraten der  Arbeitsproduktivität
       mit steigendem  Arbeitseinsatz vereinbar waren, während gegenwär-
       tig trotz  schwächerer Zuwachsraten  der Arbeitsproduktivität der
       "Freisetzungs-Effekt"  des  technischen  Fortschritts  dominiert,
       kann nur  aus der  Verschiebung zuungunsten  der produktbezogenen
       Folgeinnovationen erklärt  werden. Daß  diese Verschiebung  (d.h.
       die sich  abschwächende Kompensation  des  "Freisetzungs-Effekts"
       durch den  "Erweiterungs-Effekt") erst  mit einer  gewissen Zeit-
       verzögerung auf  den Arbeitsmarkt  durchgeschlagen hat,  wäre aus
       der zunächst  noch hohen  Rate der  Prozeßinnovationen erklärbar,
       die zu  einer vorübergehenden Ausweitung der Beschäftigung im In-
       vestitionsgütersektor geführt hat. Aus dieser Sicht kann im Prin-
       zip die  "Entkoppelungs"-Diagnose  der  Memorandum-Gruppe  unter-
       stützt werden:  Angesichts der Verschiebungen in Struktur und Vo-
       lumen des  Innovationsaufkommens gilt die alte Formel "mehr Inve-
       stitionen =  mehr Beschäftigung" nicht mehr, da in der Reifheits-
       phase des "Innovations-Lebenszyklus" selbst hohe Gewinne nicht zu
       mehr Erweiterungsinnovationen und -investitionen führen.
       Es muß an dieser Stelle allerdings einschränkend hinzugefügt wer-
       den, daß  es in  der empirischen Innovationsforschung bislang nur
       wenige Belege  für die  in Schaubild  l unterstellte Verschiebung
       bei den  Folgeinnovationen gibt.  7) Entsprechende  Forschung ist
       jedoch im Gange.
       
       II. Innovations- und Wachstumsschübe
       ------------------------------------
       
       Unbeschadet der Frage, ob die in Schaubild l skizzierte Verschie-
       bung bei  den Folgeinnovationen empirisch gesichert ist, kann na-
       türlich untersucht  werden, ob es überhaupt Belege für Serien von
       Folgeinnovationen gibt  und ob  diese einen  Zusammenhang mit dem
       Wirtschaftswachstum aufweisen.
       Ich habe  dafür eine US-amerikanische Innovationsstudie ausgewer-
       tet, die  eine Stichprobe  von 500  Innovationen aus 6 Ländern im
       Zeitraum 1953-73 enthält. Die Verteilung dieser 500 Fälle über 30
       Branchen der  westdeutschen Industrie  zeigt, daß  sie sich  sehr
       deutlich in  denselben Branchen  konzentrieren,  denen  auch  die
       Fälle von  radikalen Produktinnovationen  aus den  30er und  40er
       Jahren (vgl. "Observations", Anm. 2) zuzuordnen sind. Ein auf Ba-
       sis dieser  Innovationsfälle gebildeter  quantitativer  Indikator
       der relativen  "Innovativität" von Branchen erweist sich als hoch
       korreliert mit  den branchenweisen  Wachstumsraten der Industrie-
       produktion während der 50er und 60er Jahre. 8)
       Auf Basis von 3 Stichproben mit insgesamt 17260 Patentanmeldungen
       im niederländischen  Patentamt habe  ich inzwischen mit ähnlicher
       Methode einen  weiteren unabhängigen  Innovationsindikator gebil-
       det. Dieser  Patentindikator bestätigt im wesentlichen die Resul-
       tate des auf Basis der US-Studie gebildeten Indikators. 9)
       Es gibt  also in  den 50er und 60er Jahren für die Bundesrepublik
       und für  die Niederlande  einen engen  Zusammenhang zwischen  dem
       branchenweisen Wachstumstempo  und dem  Grad an Innovativität von
       Branchen. Dabei  korrespondiert die einseitige Verteilung der In-
       novationen bzw.  der Patentanmeldungen  über die Branchen mit der
       branchenweisen Verteilung  der radikalen  Innovationen, die  sich
       zeitlich in den 30er und 40er Jahren konzentrieren. Dieses Ergeb-
       nis  kann   als  empirischer   Beleg  für  den  Zusammenhang  von
       "Basisinnovationen" und Folgeinnovationen gewertet werden.
       Die beiden obengenannten Indikatoren enthalten jedoch (qua Selek-
       tionsmodus)    relativ     wenig    Informationen     über    die
       V e r l a u f s f o r m   der Folgeinnovationen. Eine nähere Aus-
       wertung der  amerikanischen Studie  ergibt immerhin  noch, daß im
       letzten Drittel des Beobachtungszeitraumes (1967-73) eine deutli-
       che Verringerung des Bedeutungsgrades der Innovationsfälle statt-
       gefunden haben muß. 10) Die Patentstatistiken enthalten keine In-
       formation über  die relative Bedeutung der erfaßten Fälle. Im Ge-
       gensatz zu  dem Material der US-Studie erlauben jedoch die Stati-
       stiken der Patentämter Rückschlüsse über das Volumen der Folgein-
       novationen, unterstellt man einmal, daß deren Entwicklung von den
       Zeitreihen angemeldeter  Patente einigermaßen verläßlich widerge-
       spiegelt wird.  Diese letzteren  zeigen etwa  in den Niederlanden
       einen relativ  konstanten Anstieg bis 1969 und fallen danach kon-
       tinuierlich ab.  11) Dies  ist selbstverständlich  nur ein  recht
       grobes Indiz  für den  Realitätsgehalt von  Schaubild 1. Es steht
       außer Zweifel,  daß hier  noch sehr  viel eingehendere  Forschung
       notwendig ist.
       
       III. Bemerkungen zur Kritik von J. Goldberg
       -------------------------------------------
       
       In bezug auf meine Begründung für die Diskontinuität im Aufkommen
       neuer Basistechnologien führt Goldberg aus: "Ähnlich wie Schumpe-
       ter greift Kleinknecht als Erklärung auf das 'Verbummeln' von In-
       novationen durch  die Einzelkapitalisten  zurück..." (S. 254). In
       der angefügten  Fußnote heißt  es weiter,  daß bei Schumpeter dem
       Unternehmer als  Führerfigur (!)  entscheidende Bedeutung zukomme
       (ebenda). Nun  läßt sich die Schumpetersche Erklärung von Innova-
       tionsschüben in  der Tat  auf die "soziologische" Hypothese eines
       zyklischen Auftretens  von Unternehmergenies reduzieren. Aus mei-
       nen Ausführungen  in PROKLA  35 ergibt sich jedoch eindeutig, daß
       der delikate Hinweis auf die Parallele mit Schumpeter irreführend
       ist. Ich  habe versucht, die Dominanz bestimmter Innovationstypen
       in bestimmten Phasen langfristiger Wachstumsschübe nicht mit sub-
       jektivistischen Hilfskonstruktionen (Unternehmerpersönlichkeiten,
       Generationswechsel etc.)  zu erklären,  sondern aus der Logik des
       Profitsystems. Dieser  Erklärung zufolge ergeben sich auffallende
       Parallelen zwischen  spezifischen historischen  Phasen, wie  etwa
       zwischen den 1880er und 1930er Jahren (Schübe an neuen Basistech-
       nologien), den  Phasen rascher Diffusion dieser Technologien (mit
       Dominanz des "Erweiterungs-Effekts") in den 1890er Jahren bis zum
       1. Weltkrieg  bzw. in  den 1950er  und 60er Jahren oder auch zwi-
       schen Phasen  mit Dominanz des "Freisetzungs-Effekts" des techni-
       schen Fortschritts wie in den 1920er Jahren (Taylorismus, Fordis-
       mus) oder in den 1970ern (Mikrochips).
       Ich habe  versucht, dieses Konzept spezifischer Innovationstrends
       mit der  Diskussion des  Marxschen Profitratentheorems zu verbin-
       den. Meiner  Hypothese zufolge würde sich insbesondere in der An-
       fangsphase der  raschen  Diffusion  der  neuen  Basistechnologien
       (Dominanz der  Produktinnovationen) eine  Gegentendenz gegen  den
       Fall der  Profitrate ergeben.  Demgegenüber würde  sich  aus  der
       zweiten Folgeinnovationskurve in Schaubild 1 (Prozeßinnovationen)
       ein beschleunigter  Fall der  Profitrate erklären.  Das Argument,
       daß neue  Produkte bzw. die Erschließung neuer Anlagesphären eine
       Gegentendenz gegen  den Fall der Profitrate darstellen, stammt im
       übrigen nicht von mir, sondern wurde bereits in der 2. Hälfte des
       19. Jahrhunderts von Karl Marx diskutiert. 12) Ich habe in obigem
       Beitrag lediglich  festgestellt, daß statistische Daten zur Lang-
       fristentwicklung  von   Kapitalkoeffizient,  Arbeitsproduktivität
       etc. für  die Bundesrepublik diese Hypothese zu bestätigen schei-
       nen. Ich kann im folgenden nicht detailliert auf Goldbergs Kritik
       eingehen, die  sich stark  auf meine  empirische Beweisführung in
       diesem Punkt  konzentriert. Es  sei hier lediglich angemerkt, daß
       neben der  Problematik der  Kapitalstockberechnung 13)  vor allem
       auch das Aggregationsniveau der statistischen Daten ein entschei-
       dendes Problem  für meine empirische Argumentation darstellt. Die
       Datenlage macht  es schlechthin  unmöglich, die  Wachstumseffekte
       einzelner Basistechnologien  isoliert zu  betrachten. Selbst  bei
       einer Desaggregation der verarbeitenden Industrie in 30 oder mehr
       Branchen hat  man noch  immer relativ  grobe Kategorien  wie etwa
       "Chemische Industrie",  "Elektrotechnische Ausrüstungen" etc., in
       denen alte  und neue  Produktlinien vermengt  sind.  Kein  Wunder
       also, daß gerade in jenen Branchen, in denen diese Vermengung be-
       sonders stark  ist, die  zur Diskussion  stehenden Indikatoren in
       ihrem   a b s o l u t e n   Niveau meiner Hypothese zu widerspre-
       chen              scheinen,              während              die
       V e r ä n d e r u n g s r i c h t u n g   dieser Indikatoren  mit
       der Hypothese  konsistent ist.  Hierzu sei  noch  angemerkt,  daß
       mittlerweile eine Auswertung des Profitratenindikators von Altva-
       ter/Hoffmann/Semmler meine  Argumentation in  PROKLA 35 bestätigt
       hat. 14)  Es wäre natürlich interessant, die obige Hypothese noch
       mit weiteren  unabhängigen Berechnungsergebnissen  von Profitrate
       und organischer Zusammensetzung des Kapitals zu konfrontieren.
       
       IV. Thesen zu wirtschaftspolitischen Implikationen
       --------------------------------------------------
       und Forschungsbedarf
       --------------------
       
       1. Wenn die  oben skizzierten  Hypothesen über  den  Zusammenhang
       zwischen längerfristiger  Wirtschaftsstagnation und  Innovations-
       aktivität realistisch  sind, so  kann für  die vor  uns liegenden
       80er und 90er Jahre ein erneuter Schub an neuen Basistechnologien
       erwartet werden.  Mögliche Schwerpunkte dieses Innovationsschubes
       sind zu  vermuten im Bereich neuer Kommunikations- und Transport-
       systeme, der  Biotechnologie, dem  Abbau von  Rohstoffen  in  den
       Weltmeeren, neuer  Energiequellen sowie der Substitution und ins-
       besondere des Recycling von (Energie-) Rohstoffen.
       2. Sowohl die  Auswertung der US-amerikanischen Studie (vgl. Anm.
       8) als  auch der  Patentstichproben (vgl. Anm. 9) legt den Schluß
       nahe, daß sich die Innovationsaktivität während der 50er und 60er
       Jahre stark auf dem durch die Basistechnologien der 30er und 40er
       Jahre vorgegebenen  Pfad entlang bewegt hat. Die erfolgreiche Um-
       setzung bestimmter  neuer Basistechnologien scheint also die wei-
       tere  Technikentwicklung  stark  zu  determinieren.  Andererseits
       zeigt die  Auswertung von  Fallstudien wichtiger Innovationen der
       30er und  40er Jahre (vgl. Anm. 2), daß der Staat die einzuschla-
       gende   Innovations r i c h t u n g  stark beeinflußt hat, beson-
       ders durch  sein Auftreten  als Abnehmer von Innovationsprodukten
       (Rüstungsgüter!); bei  der Selektion  von neuen Basistechnologien
       scheinen also  durchaus politische  Handlungsspielräume zu beste-
       hen. Es wäre daher eine durchaus belangreiche Aufgabe, einmal die
       gegenwärtig diskutierten  und z.T. auch schon praktisch umgesetz-
       ten Strategien  staatlicher Innovationsförderung  15) aufzuarbei-
       ten.
       3. Es ist ein nicht zu unterschätzendes Verdienst der Umweltbewe-
       gung speziell  in der  Bundesrepublik, eine  breitere  Diskussion
       über die  einzuschlagende Richtung in der Technikentwicklung pro-
       voziert zu haben. Damit besteht die Chance, die Entscheidungspro-
       zesse über die Innovationsaktivitäten der 80er und 90er Jahre zu-
       mindest teilweise  zu demokratisieren,  anstatt sie  (wie in  den
       30er Jahren) ausschließlich anonymen "Marktkräften" (oder besser:
       dem diskreten  Zusammenspiel von  Großunternehmen und Staatsappa-
       rat) zu überlassen. Damit diese Chance aber auch wirklich wahrge-
       nommen werden kann, muß sich die politische Ökonomie der Ökologie
       annehmen, damit  diese nicht den Ideologen einer abstrakten Tech-
       nik-  und   Industriefeindlichkeit  (Bahro,  Ullrich)  überlassen
       bleibt. Die  einmal eingeschlagene  Innovationsrichtung übt  über
       Jahre und  Jahrzehnte hinweg  Einfluß aus auf neue Arbeitsplätze,
       Qualifikationsprofile und generell auf die Gebrauchswertseite der
       Reproduktion der Arbeitskraft. Deshalb ist eine umfassende Beein-
       flussung der  Technikentwicklung auch  von Gewerkschaftsseite aus
       bedeutsam.
       4. Hier wird  die künftig noch eingehender zu untersuchende Hypo-
       these vertreten,  daß es  einen gesetzmäßigen  Zusammenhang  gibt
       zwischen dem  Rationalisierungsdrall des technischen Fortschritts
       und der  Reifheitsphase von  Industrie-Lebenszyklen. Demnach  ist
       für die  Zukunft zu  erwarten, daß sich der "Freisetzungs-Effekt"
       des technischen  Fortschritts in den etablierten Industriezweigen
       fortsetzen wird  - relativ  unabhängig von  der Höhe  der Lohnab-
       schlüsse. Defensivstrategien  wie Arbeitszeitverkürzung,  Subven-
       tionierung notleidender Branchen etc.  a l l e i n  reichen nicht
       aus, die Massenarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Eine wirkliche Kom-
       pensation der Rationalisierungseffekte in "reifen" Industriezwei-
       gen kann auf die Dauer nur durch die Initiierung neuer Industrie-
       Lebenszyklen erreicht werden.
       5. Das Ingangsetzen  neuer Industrie-Lebenszyklen  muß nicht  auf
       eine bloße Fortschreibung des "quantitativen Wachstumstrips" hin-
       auslaufen. Natürlich gibt es gegenwärtig eine starke Tendenz, un-
       ter dem  Stichwort "Modernisierung  der Volkswirtschaft" auch ar-
       beitsplatzvernichtende Innovationen staatlich zu fördern und eine
       Lösung der  Krisenprobleme durch  eine aggressive Exportstrategie
       erreichen zu  wollen. Eine  Lösung der Krise ist jedoch von einer
       Politik der  Expansion reifer  Industriezweige kaum  zu erwarten,
       abgesehen davon,  daß dies  auch ökologisch  wenig  wünschenswert
       ist. Um  einen Brückenschlag  zwischen der Forderung der Memoran-
       dum-Gruppe nach  einer Ausweitung  des Binnenmarktes  und den An-
       sprüchen der  Ökologiebewegung zu ermöglichen, müssen alternative
       Innovationsstrategien erarbeitet  werden, die  arbeitsplatzschaf-
       fende   u n d   zugleich ökologisch sinnvolle Innovationslösungen
       beinhalten. Hierzu  gibt es in der Diskussion um Alternativen der
       Wirtschaftspolitik bereits  recht gute,  bislang aber leider viel
       zuwenig beachtete Vorschläge. 16) Dennoch besteht hier ohne Zwei-
       fel noch  Bedarf an  weiteren Forschungsarbeiten,  an denen  sich
       insbesondere auch naturwissenschaftlich geschulte Kollegen betei-
       ligen sollten.
       6. Schumpeter hat  in seinem  späten Standardwerk  "Kapitalismus,
       Sozialismus und  Demokratie" vorausgesagt, daß sich die industri-
       elle Innovationstätigkeit  immer stärker auf wenige Großunterneh-
       men konzentrieren  werde. Auch  ohne eine systematische quantita-
       tive Auswertung vorzunehmen, hatte ich bei der Durchsicht nieder-
       ländischer Patentstatistiken den Eindruck, daß Schumpeters Vermu-
       tung realistisch  war. Dieser Eindruck von der "output-Seite" der
       Erfindungstätigkeit korrespondiert  mit Daten  über  die  "input-
       Seite": Angaben  bei J. Hagedoorn zufolge vereinigen die 5 großen
       Multinational (Philips,  Shell, Unilever,  AKZO, DSM) beinahe 70%
       der unternehmerischen  F+E-Aktivitäten in  den  Niederlanden  auf
       sich 17).  Es wäre sicherlich eine interessante Forschungsarbeit,
       einmal vergleichbare Daten für die Bundesrepublik zusammenzustel-
       len und etwa die Huffschmidsche Profitratendifferenzierungs-Hypo-
       these aus diesem Blickwinkel zu beleuchten.
       7. Während Wissenschaftler  aus sozialistischen  Ländern  bereits
       seit Jahren  über den Zusammenhang von Innovation und langfristi-
       ger Wachstumsentwicklung  forschen und  publizieren,  18)  zeigen
       sich marxistisch  orientierte Politökonomen in der Bundesrepublik
       hierzu noch  immer erstaunlich  unbedarft. Ähnlich wie die Reprä-
       sentanten der herrschenden Wirtschaftstheorie haben sich auch die
       Vertreter wirtschaftspolitischer Alternativkonzepte weitgehend in
       Endlos-Diskussionen  über   letztendlich  verteilungstheoretische
       Krisenerklärungen verrannt. Es ist an der Zeit, daß die Problema-
       tik von  Innovations- und  Wachstumstrends in der Alternativ-Dis-
       kussion berücksichtigt  wird. Dies bietet die Chance, die Diskus-
       sion über  einen wichtigen  Teil des theoretischen Erbes von Karl
       Marx wiederaufzunehmen:  die Dialektik  von Produktivkräften  und
       Produktionsverhältnissen. Diese  steht im  Zentrum des  Marxschen
       Profitraten-Theorems. Akkumulation  und Krise  bei Marx  ist mehr
       als  nur   Kreislauf-,  Verteilungs-   und  Monopoltheorie!   Ein
       t h e o r e t i s c h e r   Innovationsschub bei den westdeutsch-
       ten Politökonomen ist äußerst wünschenswert.
       
       _____
       *) Diese Replik  bezieht sich auf Jörg Goldbergs Kritik an meinem
       Artikel "Innovation,  Akkumulation und  Krise" (Prokla  35,  Juni
       1979) in  seinem Aufsatz "Neue ökonomische Krisentendenzen im Ka-
       pitalismus.  Ein  Literaturbericht",  in:  Marxistische  Studien,
       Jahrbuch des  IMSF 3/1980, S. 254 ff. Zwischen der Kritik und der
       Replik ist  viel Zeit  vergangen.  Inzwischen  liegen  neue  For-
       schungsergebnisse vor; außerdem hat innerhalb der Innovationsfor-
       schung eine  interessante Kontroverse  stattgefunden. Sie  sollen
       daher berücksichtigt werden.
       Ich möchte  mich bei  Heinz Kappei, Michael Narazny und Christian
       Steffen für  ihre hilfreichen  Anmerkungen zum  Manuskript dieses
       Beitrages bedanken.
       1) J. Clark/C.  Freeman/L.Soete, Long Waves and Technological De-
       velopments in  the 20th  Century,  in:  D.  Petzina/G,  van  Roon
       (Hrsg.), Konjunktur,  Krise, Gesellschaft.  Wirtschaftliche Wech-
       sellagen und  soziale Entwicklung  im 19.  und  20.  Jahrhundert,
       Stuttgart 1981.
       2) A. Kleinknecht,  Observations on the Schumpeterian Swarming of
       Innovations, in: FUTURES, Band 13, No. 4, August 1981.
       3) K.B. Mahdavi, Technological Innovation. An Efficiency Investi-
       gation, Stockholm 1972.
       4) Für nähere Details vgl. "Observations...", a.a.O.
       5) J.M. Utterback,  The Dynamics of Product and Process Innovati-
       ons, in:  C.T. Hill/J.M. Utterback (Hrsg.), Technological Innova-
       tion for a Dynamic Economy, New York, Oxford u. a. 1979.
       6) M. Wegener,  Produktivitätsfortschritte in  den  80ern,  Wirt-
       schaftsdienst Nr. 2, Februar 1980, 60. Jahrgang, S. 86 ff.
       7) Die einzigen  mir bekannten Untersuchungen (neben den Arbeiten
       Utterbacks) sind:  C. Freeman/J. K. Fuller/A. Young, The Plastics
       Industry: A  Comparative Study of Research and Innovation, Natio-
       nal Institute  Economic Review,  November 1963,  Nr.  26  und  G.
       Mensch, Indizien  für  eine  Innovationslücke,  Wirtschaftsdienst
       VII/1977, S. 347 ff.
       8) A. Kleinknecht,  Prosperity, Crisis,  and Innovation Patterns:
       Some More  Observations on neo-Schumpeterian Hypotheses, Research
       Memorandum 1981-23,  Nov. 1981, Ekonomische Fakulteit, Vrije Uni-
       versiteit, Postbus 7161, 1007 MC Amsterdam.
       9) Ders., Patenting  in the  Netherlands: A Cross-Section Test on
       the Industry  Life Cycle  Hypothesis, Beitrag  zum OECD  Workshop
       "Innovation Indicators  and Patent Statistics", 29.-30. Juni 1982
       in  Paris   (erhältlich  unter  OECD-Registriernummer:  DSTI-SPR-
       82.28).
       10) Vgl. Kleinknecht, Prosperity..., a.a.O., S. 18
       11) Jaarsverslag van  de Nederlandse  Octrooiraad  (Jahresbericht
       des niederländischen Patentamtes), laufende Jahrgänge, Hrsg.: In-
       formatiedienst Octrooiraad, Postbus 5820, 2280 HV Rijswijk.
       12) Man beachte  etwa die  folgende Passage: "Andererseits öffnen
       sich neue  Produktionszweige, besonders auch für die Luxuskonsum-
       tion, die...  ihrerseits wieder  auf Überwiegen  des Elements der
       lebendigen Arbeit beruhn und erst nach und nach dieselbe Karriere
       wie die  andren Produktionszweige  durchmachen." In: K. Marx, Das
       Kapital, Band 3, S. 246 f., Berlin 1972. Wie sich aus dem letzten
       Halbsatz ergibt,  hat Marx  auch durchaus  die  t e m p o r ä r e
       Gültigkeit dieser Gegentendenz gesehen.
       13) Eine brauchbare Diskussion dieser Problematik findet sich bei
       E. Helmstädter,  Der Kapitalkoeffizient,  Tübingen 1969. Dem Vor-
       schlag Goldbergs,  anstelle des effektiven den potentiellen Kapi-
       talstock zu  verwenden, möchte  ich lieber  nicht folgen, da hier
       die Probleme der Kapitalstockberechnung noch ergänzt werden durch
       nicht sehr viel minder problematische Potentialschätzungen.
       14) A. Kleinknecht, Überlegungen zur Renaissance der 'langen Wel-
       len' der  Konjunktur ('Kondratieff-Zyklen'), in: W.H. Schröder/R.
       Spree (Hrsg.), Historische Konjunkturforschung, Stuttgart 1981.
       15) Vgl. exemplarisch: R. Rothwell/W. Zegveld, Industrial Innova-
       tion and  Public Policy:  Preparing for  the 1980s and the 1990s,
       London 1981.
       16) Vgl. z. B. den ausgezeichneten Beitrag von U. Ewers, Aktions-
       bereiche für  eine Vollbeschäftigungspolitik,  in:  DAS  ARGUMENT
       122, 22. Jg. Juli/August 1980.
       17) Hagedoorn führt  weiter aus,  daß auch  von den verbleibenden
       30% wiederum  ein belangreicher Teil auf Großunternehmen wie Hoo-
       govens, Fokker, RSV und VMF entfalle. Generell könne festgestellt
       werden, daß  Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten nur in
       großen Ausnahmefällen  überhaupt eigene F+E-Abteilungen finanzie-
       ren könnten;  vgl. das Kapitel "Innovatiebeleid" von J. Hagedoorn
       in: "Ekonomisch  Beleid uit  de Klem", Redaktion: C. van Ewijk/R.
       de Klerk/G. Reuten/B.Thio, Hrsg.: Verlag SUA und Tijdschrift voor
       Politieke Ekonomie,  Nijmegen 1980.  Die Gruppe  "Ekonomie uit de
       Klem" ist  eine Art niederländisches Gegenstück zur westdeutschen
       Memorandum-Gruppe.
       18) Vgl. z.B.  neben dem  Zitat in den Quellen von Tabelle 1 auch
       die folgenden Titel: H.-D. Haustein/H. Maier, Basic, Improvement,
       and Pseudo-Innovations  and their Impact on Efficiency, in: Tech-
       nological Forecasting  and Social Change No. 16, 1980; dieselben,
       Innovation, Efficiency Cycle and Strategy Implications, in: Tech-
       nological Forecasting  and Social Change No. 17, 1980. H.-D. Hau-
       stein, Innovation  and Industrieal Strategy, Working Paper WP-81-
       65, Mai  1981, IIASA Laxenburg; Thomas Kuczynski, Spectral Analy-
       sis and Cluster Analysis as Mathematical Methods for the Periodi-
       zation of Historical Processes - a Comparison of Results Based on
       Data about  the Development  of Production  and Innovation in the
       History of  Capitalism. Kondratieff  Cycles -  Appearance or  Re-
       ality? Papier  für den  7. Kongreß der International Economic Hi-
       story Association,  Edinburg, August  1978. W.-D.  Hartmann/H.-D.
       Haustein, Leitung industrieller Forschung und Entwicklung, Berlin
       1979.
       

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