Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 05/1982


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       DAS ÖKO-INSTITUT FREIBURG
       =========================
       
       André Leisewitz
       
       1. Gründung,  Selbstverständnis, Zielsetzung  - 2.  Organisation,
       Handlungsfelder, Veröffentlichungen  - 3. Hauptarbeitsgebiete des
       Öko-Instituts - 3.1 Umweltbelastungen - 3.2 Kernenergie - 3.3 Al-
       ternativen der Energieversorgung - 4. Schlußbemerkung
       
       1. Gründung, Selbstverständnis, Zielsetzung
       -------------------------------------------
       
       Das 1977 gegründete "Öko-Institut. Institut für angewandte Ökolo-
       gie e.V."  mit Sitz  in Freiburg/Brsg. versteht sich als Teil der
       ökologisch  orientierten   Bürgerinitiativenbewegung.  In  seiner
       Gründungserklärung heißt  es: "Nur  wenige  Wissenschaftler  sind
       bislang bereit,  Bürger zu unterstützen und ökologischen Interes-
       sen zu  dienen. Langfristig  wird es Bürgerinitiativen nur gelin-
       gen, ihre Forderungen in Planungen und vor Gericht durchzusetzen,
       wenn sie  selbst die nötige wissenschaftliche Begründung liefern.
       Mit dem Institut wollen wir Bürgern helfen, wissenschaftliche Un-
       terstützung für dieses Verfahren zu gewinnen, indem wir Gutachten
       liefern und  Sachverständige vermitteln."  Das Institut beabsich-
       tigt, "mehr als nur die Abwehr drohender Schäden" zu unterstützen
       und will  "selbst Alternativen  für die Zukunft entwerfen und die
       Bedingungen ihrer Verwirklichung erforschen." 1)
       Obwohl erst seit fünf Jahren tätig, hat das Öko-Institut doch be-
       reits eine  beachtliche Zahl  von  Veröffentlichungen  vorgelegt.
       Durch Gutachten und zahlreiche Vorträge seiner Mitarbeiter, durch
       verschiedene politische Initiativen im Rahmen der Auseinanderset-
       zung um  die Energie-  und  besonders  Kernenergiepolitik,  durch
       seine Aktivität bei BI-Bewegungen gegen Kernenergieanlagen (Wyhl,
       Gorleben u.a.)  und eigene  wissenschaftliche Veranstaltungen ist
       es in  der Ökologiebewegung  bekanntgeworden. Zugleich stellt das
       Öko-Institut eine  für die Bundesrepublik neue Form der Organisa-
       tion von  Wissenschaftlern dar und ist insofern auch Ausdruck ei-
       ner in  den letzten  Jahren deutlich  gewachsenen Strömung  unter
       kritischen Wissenschaftlern.  Seine insgesamt anregenden Untersu-
       chungen und  sein Einfluß in der Ökologie- und Alternativbewegung
       lassen es angezeigt sein, die Tätigkeit des Öko-Instituts hier zu
       besprechen.
       Das Öko-Institut  steht mit  seiner Absicht,  "im Gegengewicht zu
       staatlichen und  industriellen Stellen interessenunabhängige öko-
       logische Forschung"  zu betreiben 2), keineswegs allein. Ende der
       siebziger Jahre  wurden in  der Bundesrepublik mehrere kleine Al-
       ternativ-Institute und  -Forschungsgruppen gegründet, denen nicht
       nur der  positive Bezug  auf die  Ökologiebewegung und  eine z.T.
       recht enge  Bindung an deren Organisationen wie den BBU gemeinsam
       sind, sondern  auch ein relativ homogenes "ökologisches Weltbild"
       und eine gleichgerichtete Kritik am herrschenden Wissenschaftssy-
       stem.
       1980 schlossen sich diese Gruppen zur "Arbeitsgemeinschaft Ökolo-
       gischer Forschungsinstitute  (AGÖF)" zusammen.  Das  Öko-Institut
       zählte zu  den Gründungsmitgliedern  und ist  das größte und ein-
       flußreichste dieser  gegenwärtig etwa  drei Dutzend Institute und
       Gruppen. 3)
       Im Selbstverständnis des Öko-Instituts wie der in der AGÖF zusam-
       mengeschlossenen Forschergruppen  wird der  Begriff  "ökologische
       Forschung" nicht im engen, biologischen Sinne verwendet. "Der Be-
       griff 'ökologische Forschung' sagt etwas aus über den Inhalt, die
       Zielsetzung, die  Mittel und  die ethischen  Maßstäbe dieser For-
       schung, die sich an den ökologischen Grundprinzipien des Haushal-
       tens mit  Ressourcen, der eigenständigen Entfaltung und der Part-
       nerschaft  mit  Mitwelt,  Umwelt  und  Nachwelt  orientiert.  Die
       'ökologische Forschung' ist damit ein Teil der ökologischen Bewe-
       gung. Sie  ist mit ihr und aus ihr entstanden." 4) Unter jüngeren
       Wissenschaftlern hat sich, konstatiert H. Bossel (ehemaliges Vor-
       standsmitglied des  Öko-Instituts  und  einer  der  Sprecher  der
       AGÖF), ebenso  wie in  der  Gesamtgesellschaft  ein  beachtlicher
       Wertwandel vollzogen,  in dessen  Zentrum Erkenntnis  und Bereit-
       schaft stehen,  gegenwärtiges Handeln stärker unter Berücksichti-
       gung weitreichender Zukunfts-Folgen zu bewerten, weil immer deut-
       licher werde, daß die aktuellen, auf unmittelbaren Nutzen für In-
       dividuen und Gesellschaft zielenden Handlungs- und Politikmaximen
       an Grenzen  der ökonomischen  und ökologischen  Belastbarkeit von
       Gesellschaft und  Natur stießen.  Die ökologische Gegen-Orientie-
       rung, die  in der BI-Bewegung ihren Ausdruck finde, verlange dem-
       gegenüber die Berücksichtigung der Interessen aller gesellschaft-
       lichen Akteure,  die vom eigenen Handeln gegenwärtig oder zukünf-
       tig direkt  oder indirekt betroffen würden, was den sorgsamen Um-
       gang mit  den natürlichen  Lebensgrundlagen einschließe.  5)  Das
       dieser Auffassung  zugrundeliegende Gesellschaftsbild  kommt  von
       der Systemtheorie  her: Gesellschaft  wird als mit der Natur ver-
       netztes System handelnder Individuen und Gruppen mit unterschied-
       lichen Interessen verstanden, die - bei "ganzheitlicher" Betrach-
       tung - durchaus ausgleichsfähig sind, wenn sich die neue Wertori-
       entierung als  handlungsbestimmend durchsetzt. "Ökologischer For-
       schung" kommt  die Funktion  zu, sozusagen  den  "Königsweg"  zu-
       kunftssichernder Gesellschaftsentwicklung mit der Regulierung der
       Beziehung Gesellschaft - Natur als Kern zu erforschen.
       Da die "ökonomistische", auf unmittelbaren Nutzen zielende Werto-
       rientierung nicht  nur in der Gesellschaft, sondern auch in deren
       Wissenschaftssystem dominiert,  hat, so  Bossel, die Auseinander-
       setzung mit dessen Strukturen und inneren Maßstäben vielen jünge-
       ren Wissenschaftlern  Anlaß zu Neuorientierung und "Ausstieg" ge-
       geben. Als Springpunkte der Auseinandersetzung sieht er:
       - Die Ideologie  der "Wertfreiheit",  die Wertbezüge  leugne  und
       Wertungen tabuisiere.  Sie sei  in Anbetracht  der weitreichenden
       Folgen von  Wissenschaft und Technik nichts als ein Konstrukt, um
       sich "der  Verantwortlichkeit für  das eigene Tun elegant zu ent-
       ziehen." 6)  Durch sie  aufgeworfene Legitimationsdefizite würden
       durch Dogmatik  (Wissenschafts-, Fortschritts-,  Weltanschauungs-
       gläubigkeit) ausgefüllt.
       - Das herrschende  Wissenschaftssystem sei, obwohl eine gesamtge-
       sellschaftliche Einrichtung, partikulären Interessen unterworfen,
       die jenen  des "ökologischen  Gemeinwesens" (die  Mit-,  Um-  und
       Nachwelt einschließlich  der Natur)  als eigentlichem Bezugspunkt
       der Verantwortung  von Wissenschaftlern oft diametral entgegenge-
       setzt seien.
       - Mit ihrer  Konzentration auf eine analytische Betrachtungsweise
       von Detailproblemen  und deren  Verallgemeinerung zu  umfassenden
       Aussagen werde die etablierte Forschung den komplexen Verknüpfun-
       gen der  Realität nicht  gerecht, die  erst von einer ganzheitli-
       chen, "holistischen Betrachtungsweise" erfaßt würden.
       - Die  herrschende   Wissenschaft  sei  "expansiv  und  grenzmiß-
       achtend", auf  Naturbeherrschung zwecks  Naturausbeutung aus. Sie
       zeitige Folgen,  die in Raum und Zeit weit über ihren unmittelba-
       ren Anwendungsbereich  hinausreichten und  die "niemand...  über-
       schauen oder gar kontrollieren kann."
       - Die Organisationsform  der etablierten Wissenschaft sei undemo-
       kratisch und  weit von ihren eigenen Idealen entfernt. Anpassung,
       Selbstzensur, Einfallslosigkeit seien die unvermeidbare Folge.
       Das herrschende Wissenschaftssystem hat also seine eigenen Ideale
       verraten. "Alternative Forschung", die sie retten will - die Ein-
       heit von  Theorie und Praxis, von Kompetenz und Entscheidung, von
       individuellem und gesellschaftlichem Erkenntnisinteresse -, müsse
       sich mithin  nach Struktur, Inhalt und Zielen deutlich vom tradi-
       tionellen  Wissenschaftsbetrieb  unterscheiden.  Stichworte  sind
       "interdisziplinär", "ganzheitlich",  "wertgeleitet",  "selbstver-
       antwortlich", "partnerschaftlich", "dezentral". Systematisch ver-
       nachlässigte  Themen  müßten  aufgegriffen,  die  "Erhaltung  und
       Entfaltung des  ökologischen Gemeinwesens"  zum zentralen Bezugs-
       punkt gemacht werden.
       Diese Reaktion  auf staatsmonopolistische Vergesellschaftungspro-
       zesse von Wissenschaft und Technik versteht sich selbst als deut-
       liche Absage  an jede  marxistische Gesellschaftsanalyse.  7) Als
       Kritik von Vergesellschaftungsprozessen überhaupt, des Industria-
       lismus, von  Großorganisation und  Zentralismus bezieht  sie sich
       positiv und  explizit auf  die Industriegesellschaftstheorie  und
       versteht von  daher die ökologische Krise als eine auch ihren Ur-
       sachen nach globale, durch industrielle Technikentwicklung ausge-
       löste und unlösbare Krise. In ihr sind insofern gleiche ideologi-
       sche Muster,  Motivationen und  Orientierungen wirksam wie in den
       neuen sozialen  Bewegungen insgesamt.  8) Es  ist vor dem Hinter-
       grund dieses Versuchs, die Realität ökologischer Krisen und deren
       Ursachen über die Industriegesellschaftstheorie und systemtheore-
       tisch inspirierte Ganzheitsbetrachtung zu erfassen, verständlich,
       daß die Probleme der Verantwortung, der Werte und Handlungsnormen
       ein besonderes  Gewicht gewinnen, also Fragen der Ethik, und zwar
       einer gerade  auf das  Individuum bezogenen Ethik. Hier liegt der
       Ansatzpunkt für  die in  den letzten  Jahren so bemerkenswert ge-
       wachsene Bedeutung, die linksprotestantische Kräfte in den Alter-
       nativ- und  Protestbewegungen gewonnen  haben, wie sie etwa durch
       die Eppler-Richtung repräsentiert werden. Diese mit der Sozialde-
       mokratie verbundene  Strömung findet sich ebenfalls im Öko-Insti-
       tut, dessen  langjährigen ersten Sprecher, den Theologen und Bio-
       logen Günter Altner, man ihr z.B. zurechnen kann. 9)
       Die Gründungserklärung des Öko-Instituts faßt die im Schnittpunkt
       dieser Strömungen  entwickelten  Interpretationsmuster  zusammen.
       Sie versteht  die ökologische  Krise als weltumspannende, von den
       Industriegesellschaften ausgelöste  Zivilisationskrise: "Als Trä-
       ger der technischen Zivilisation sind wir im Begriff, die Lebens-
       grundlagen der gesamten Gattung zu zerstören." Diese Krise ist im
       Inneren der  Industriegesellschaften mit der ökonomischen (Wachs-
       tums-)Krise  einerseits   und  der  demokratiegefährdenden  Legi-
       timationskrise des  Staates andererseits verbunden. Hilfe sei da-
       her nicht  von Staat  und Organisationen, sondern allein vom Han-
       deln der Betroffenen zu erwarten.
       
       2. Organisation, Handlungsfelder, Veröffentlichungen
       ----------------------------------------------------
       
       Das Öko-Institut wurde 1977 von etwa 40 Mitgliedern als eingetra-
       gener Verein gegründet; es hat heute Gemeinnützigkeitsstatus. Die
       Mitgliedschaft steht  jedermann offen, der die Vereinsziele aner-
       kennt. Gegenwärtig  zählt das  Institut über 3000 Mitglieder, von
       denen Anfang  der 80er  Jahre etwa 20 Prozent Wissenschaftler wa-
       ren. 10)
       Satzungsgemäß ist  Zweck des  Vereins "die  Förderung von Wissen-
       schaft und  Forschung auf  dem Gebiet der Luft- und Lärmemission,
       der Abwasserbeseitigung,  der Verringerung  der Strahlenbelastung
       durch kerntechnische  Anlagen und die Verbesserung der Sicherheit
       dieser Anlagen."  11) Dieses  Ziel soll  durch  wissenschaftliche
       Veranstaltungen und  Forschungsvorhaben, Vergabe  und Vermittlung
       von Forschungsaufträgen,  Erstellen von  Gutachten, Beratung  und
       Unterstützung von Bürgern, Veröffentlichung eigener wissenschaft-
       licher Arbeiten, Seminare und Vorträge sowie durch Zusammenarbeit
       mit vergleichbaren  nationalen und  internationalen Institutionen
       erreicht werden.
       Die jährlichen  Mitgliederversammlungen sollen  in Verbindung mit
       einer wissenschaftlichen  Tagung abgehalten werden. Themen dieser
       Tagungen waren 1981 "Das Verfahren der Umweltverträglichkeitsprü-
       fung in  der BRD", 1982 "Arbeitsplatz und Umweltschutz". Die Mit-
       gliederversammlungen beschließen die längerfristige Aufgabenstel-
       lung und das Jahresprogramm des Instituts, wählen dessen Vorstand
       und haben über die Finanzen des Vereins zu entscheiden.
       Der Vorstand  rekrutiert sich  aus den  "aktiven Mitgliedern" des
       Instituts, deren  Status nur  auf schriftlichen  Antrag  und  mit
       zeitlicher Begrenzung erlangt werden kann. Er umfaßt insgesamt 10
       Personen, deren  Mehrheit ehrenamtliche  Mitarbeiter sein müssen,
       und wird auf zwei Jahre gewählt. Der von ihm benannte 1. Sprecher
       des Instituts ist gegenwärtig Prof. Dr. Arnim Bechmann (West-Ber-
       lin), Geschäftsführer  ist Dipl.-Ing.  Leo Pröstler. Der Beratung
       des Vorstands dient ein vom Vorstand gewähltes Kuratorium. 12)
       Grundlegende Entscheidungen wie Schwerpunktbildung für die Insti-
       tutsarbeit, Konstituierung von Projekten u.ä. werden vom Vorstand
       getroffen. Die  wissenschaftliche Arbeit einschließlich der Bera-
       tungstätigkeit wird von Projektgruppen und externen Mitarbeitern,
       die z.T. in anderen Institutionen arbeiten, getragen; feste Plan-
       stellen sind ausschließlich der Geschäftsführung vorbehalten. 13)
       Die Projektgruppen  werden aufgabenbezogen gegründet und arbeiten
       im Rahmen der festgelegten Aufgabenstellung "autonom".
       Das Institut  finanziert seine  Tätigkeit aus  Mitgliedsbeiträgen
       und Spenden,  aus der  Veröffentlichung seiner  Arbeiten und  aus
       Forschungsaufträgen von  Dritten. Hier sind insbesondere projekt-
       gebundene Förderungsmittel  des Umweltbundesamtes und des BMFT zu
       nennen. 14)
       Die Institutssatzung sieht die Möglichkeit vor, eigenständige Ar-
       beitsstellen als  regionale Arbeitsbasis  zu bilden. Derzeit exi-
       stiert keine entsprechende Arbeitsstelle; jedoch verfügte das In-
       stitut vom Sommer 1979 bis Ende 1980 über eine Arbeitsstelle Han-
       nover, die aus Anlaß der Auseinandersetzung um Gorleben gegründet
       und von  dem Leiter  des Gorleben-Hearings  im  niedersächsischen
       Landtag, H. Hirsch, geleitet wurde.
       Das Öko-Institut  arbeitet u.a. im Rahmen der AGÖF mit einer grö-
       ßeren Zahl  anderer alternativer Forschungsgruppen zusammen. Enge
       Beziehungen bestehen  zum BBU.  International gibt es Zusammenar-
       beit mit  Organisationen und Instituten u.a. in den USA, Großbri-
       tannien, Frankreich, der Schweiz und Belgien.
       Das Öko-Institut gibt folgende Veröffentlichungsreihen heraus:
       - "Öko-Mitteilungen",  zweimonatliche  Mitgliederzeitschrift  mit
       Überblick über  die  laufende  Institutsarbeit,  Zuammenfassungen
       neuerer Arbeiten und Originalbeiträgen;
       - "Öko-Berichte", Einzelstudien  zu Umwelt- und Energieproblemen.
       Bis April 1982 erschienen insgesamt 22 Berichte.
       - "Unterrichtsmaterialien", bisher sieben Materialsammlungen vor-
       nehmlich zu  Energiefragen und  zur  Beurteilung  anderer  Unter-
       richtseinheiten.
       Neben diesen  im Eigenverlag erscheinenden Reihen hat das Öko-In-
       stitut eine  größere Zahl  von Publikationen  in anderen Verlagen
       herausgebracht. Sie  werden im  folgenden erwähnt.  Hier soll nur
       der "Fischer  Öko-Almanach. Daten,  Fakten, Trends der Umweltdis-
       kussion" genannt  werden, der als Handbuch konzipiert und bereits
       in zwei Ausgaben (1980, 1982/83) erschienen ist. Der Almanach hat
       eine weitgehend  feststehende Grundstruktur  und gibt einen Über-
       blick über den aktuellen Stand der Umweltsituation in der BRD und
       im globalen  Maßstab, verbunden  mit Grunddaten und Trendanalysen
       zur sozialen  und ökonomischen  Entwicklung. Er  enthält  darüber
       hinaus eine  Rubrik "Zukunft"  mit Beiträgen  zu  längerfristigen
       Trends globaler  Umweltgefahren. Im  Anhang gibt er eine informa-
       tive Zusammenstellung  von Institutionen und Publikationen zu Um-
       weltproblemen.
       
       3. Hauptarbeitsgebiete des Öko-Instituts
       ----------------------------------------
       
       Die eigenständigen  wissenschaftlichen Arbeiten des Öko-Instituts
       konzentrierten sich in den vergangenen Jahren im wesentlichen auf
       drei Arbeitsgebiete:
       - Umweltbelastungen in der BRD;
       - Sicherheitsprobleme von  Kernenergieanlagen  und  Einrichtungen
       des Kernenergie-Brennstoffzyklus;
       - Alternativen der Energieversorgung der BRD unter besonderer Be-
       rücksichtigung regenerativer Energiequellen.
       Neben diesen  Arbeitsgebieten nahmen  relativ breiten Raum Veröf-
       fentlichungen ein,  die mehr der "Umsetzung" ihrer Ergebnisse und
       der Kritik von Wachstumsstrategien und Konzeptionen eines "harten
       Weges" der  Energie- und  Technologieentwicklung dienten.  Neuer-
       dings werden  bisher wenig  beachtete Fragestellungen wie Umwelt-
       schutz und Arbeitsplätze sowie Rüstung und Ökologie aufgegriffen.
       Anders als die im folgenden zu besprechenden Einzelarbeiten geben
       die beiden Bände des "Öko-Almanachs" jeweils sehr fakten- und ma-
       terialreiche  Ü b e r s i c h t s darstellungen  zu den einzelnen
       Themenbereichen, die  entweder auf  Literaturstudien oder eigener
       Forschungsarbeit der  beteiligten Autoren  beruhen; in  sie  sind
       auch viele  Ergebnisse aus eigenständigen Arbeiten des Öko-Insti-
       tuts eingegangen.
       
       3.1 Umweltbelastungen
       ---------------------
       
       Die hier  zusammenzufassenden, nach  Themenstellung und Tiefe der
       Ausarbeitung recht  unterschiedlichen Arbeiten betreffen folgende
       Themenbereiche:  Umweltchemikalien   und  Umweltchemikalienrecht,
       u.a. in  Auseinandersetzung mit dem 1980 verabschiedeten Chemika-
       liengesetz 15);  Umweltbelastungen durch einzelne Schadstoffe wie
       Blei, Stickstoff, Thallium, Schwermetalle 16); die Belastung ein-
       zelner Medien  und daraus  resultierende  Gesundheitsgefährdungen
       für den  Menschen -  hier sind  die 1981 erschienenen Studien zur
       Trinkwasserkrise und  zur Schadstoffbelastung  von Muttermilch zu
       nennen, die beträchtliche Resonanz auslösten 17); zumeist kürzere
       Mitteilungen zur  ökologischen Belastung  einzelner Regionen  und
       Arbeiten zur  Landschaftsplanung. 18)  Es handelt  sich meist  um
       einzelne Fall-Studien  - mit  Ausnahme der  Trinkwasserstudie  -,
       keine auf die Gesamtbelastung einzelner Medien oder Regionen bzw.
       auf die  Gesamteinwirkung einzelner  Belastungsformen abzielenden
       Untersuchungen; ihr  Niveau ist  recht unterschiedlich. Insgesamt
       liegt in diesem Arbeitsbereich noch kein Versuch vor, ein Gesamt-
       bild der Umweltbelastungen zu geben und daran anknüpfend eine Ge-
       genstrategie zu  entwickeln (wie  dies für die Arbeiten zur Ener-
       gieversorgung gilt).
       Beachtung verdient insbesondere die Trinkwasser-Studie. 19)
       Trotz großer  Aufwendungen für  die Sanierung der Gewässer in der
       BRD durch  Kläranlagenbau und  Maßnahmen zur Reduzierung der Ein-
       leitung bestimmter Schadstoffe seit der Mitte der siebziger Jahre
       hat sich  die  Gewässerbelastung  nur  zu  den  schwer-abbaubaren
       Schadstoffen verschoben,  deren Konzentration  weiterhin  steigt.
       Für die  Trinkwasseraufbereitung gewinnen  daher neben  Verfahren
       der natürlichen  Reinigung zunehmend  chemische Verfahren, beson-
       ders die  Chlorung, Gewicht. Zusammen mit anderen Trinkwasser be-
       lastenden Schadstoffen  ergibt sich  hier ein  wachsendes gesund-
       heitsgefährdendes Potential (Erhöhung des Krebsrisikos u.a.). Die
       hohe Belastung der Oberflächengewässer und der gestiegene Wasser-
       verbrauch haben zugleich zu erhöhter Grundwasserentnahme geführt.
       Industrielle Entnehmer  konkurrieren hier  mit Trinkwasserwerken.
       Folgen sind neben der Verschwendung hochwertigen Grundwassers für
       industrielle Brauchwasserzwecke  und dem  Abdrängen von Trinkwas-
       serwerken zur (aufwendigeren) Nutzung der Oberflächengewässer die
       Gefahr der Zerstörung von Grundwasserreservoiren durch übermäßige
       Entnahmen, deren  zunehmende Verschmutzung sowie ökologische Fol-
       geschäden für  einzelne Regionen durch Grundwasserabsenkung. Dies
       würde zugleich  eine Gefährdung  der Trinkwasserversorgung selbst
       bedeuten. Um  einer Trinkwasserkrise zu begegnen, fordern die Au-
       toren der Studie ein System von Gegenmaßnahmen, u.a. zum generel-
       len Gewässerschutz und zur Reinhaltung der Grundwasserreservoire,
       die der  ausschließlichen Nutzung für Trinkwasserzwecke vorbehal-
       ten bleiben  sollen; Umstellung  der Trinkwassergewinnung  im we-
       sentlichen auf  Grund- und Quellwasser, der Brauchwassergewinnung
       auf Oberflächenwasser;  umfassende Maßnahmen der Wasserwiederver-
       wendung und zur Einschränkung von Wasserverschwendung.
       An sich  sollten die offenkundigen Interessendifferenzen zwischen
       Wasserwerken und den mit ihnen um das Grundwasser konkurrierenden
       bzw. gewässerverschmutzenden Konzernbetrieben zu einer ausgepräg-
       ten Frontstellung führen. Daß dies nicht der Fall ist, können die
       Autoren auf die engen Verflechtungs- und Beteiligungsverhältnisse
       zwischen den  wasserbelastenden Energie-  und Chemiekonzernen und
       den großen  Wasserwerken zurückführen. Sie verweisen auf vielfäl-
       tige Formen  der "Einbindung" der Wasserwerke über Verbände, wis-
       senschaftliche Gesellschaften, kommunale und übergeordnete Insti-
       tutionen, die  ein Aufbrechen  dieser Konflikte abblocken und zur
       Absicherung der  profitablen Nutzung  von Wasserressourcen  durch
       Konzernbetriebe beitragen. Eine ähnlich detaillierte Untersuchung
       von Interessenstrukturen fehlt in den meisten anderen Arbeiten.
       Ein neueres  Projekt betrifft  die Ausarbeitung  einer Konzeption
       zur "Umweltverträglichkeitsprüfung". Die Forderung nach einer um-
       fassenden Abschätzung der Folgen geplanter umweltbelastender Maß-
       nahmen wird seit langem von der Umweltschutzbewegung erhoben, und
       Veranstaltungen wie  das Gorleben-Hearing  oder die  Anhörung  im
       Hessischen Landtag zum Startbahn-Bau hatten den Sinn, dieser For-
       derung scheinbar  nachzugeben und Bürgerbeteiligung und -informa-
       tion zu  suggerieren. Die  Bundesregierung, die 1971 in ihrem Um-
       weltprogramm eine "Umweltverträglichkeitsprüfung" aller öffentli-
       chen und  privaten umweltbelastenden Maßnahmen angekündigt hatte,
       ist  über  1975  verabschiedete,  jedoch  wirkungslos  gebliebene
       "Grundsätze zur  Prüfung der  Umweltverträglichkeit  öffentlicher
       Maßnahmen des  Bundes" nicht hinausgekommen. Diese betreffen pri-
       vate Maßnahmen  nicht, kennen kein geregeltes rechtsverbindliches
       Verfahren und schließen die Öffentlichkeit aus. Die Vorstellungen
       des Öko-Instituts  knüpfen an  den vorliegenden  weiterreichenden
       Entwurf einer EG-Richtlinie an und setzen besonders auf volle Be-
       teiligung der  Betroffenen, Rechtsverbindlichkeit  und  Überprüf-
       barkeit durch  Verbandsklagen und die Einbeziehung sozialer Bela-
       stungen. Hierzu liegt eine erste Übersichtsdarstellung vor. 20)
       
       3.2 Kernenergie
       ---------------
       
       Die meisten  Veröffentlichungen zu  diesem Themenschwerpunkt sind
       zur Unterstützung  von BI-Bewegungen  gegen den Bau von AKWs bzw.
       aus den Auseinandersetzungen um solche Anlagen oder Einrichtungen
       des Kernenergie-Brennstoffzyklus  entstanden. Gerade hier gibt es
       eine  sehr  enge  Verbindung  zwischen  der  Tätigkeit  des  Öko-
       Instituts  und   der  Ökologie-Bewegung,  wobei  eine  Reihe  von
       politischen Initiativen  und Aufklärungsaktionen  direkt vom Öko-
       Institut  selbst   ausging  (Pressekonferenzen,   Unterschriften-
       aktionen, öffentliche Versammlungen usf.). Die Veröffentlichungen
       betreffen das  Atomrecht 21);  Sicherheitsprobleme von  AKWs 22);
       Gefahren der End- und Zwischenlagerung und der Wiederaufarbeitung
       von Kernbrennstoffen  23); zusammenfassende  Auseinandersetzungen
       mit den Befürwortern des Kernenergieausbaus in der BRD 24).
       Bei den  Arbeiten sind generell zwei Argumentationsstränge zu un-
       terscheiden. Viele  Untersuchungen beurteilen  den Bau  von Kern-
       energieanlagen und  Einrichtungen  der  Wiederaufarbeitung,  Zwi-
       schen-  und   Endlagerung  primär   unter  naturwissenschaftlich-
       technischen Gesichtspunkten mit einer stärkeren Akzentuierung von
       Risiken, die  sich aus  den Betriebsprozessen ergeben können. Sie
       bewegen sich  also auf dem gleichen Terrain wie Risikostudien und
       Gutachten von  Institutionen und  Befürwortern  des  Kernenergie-
       komplexes, legen  jedoch schärfere  Sicherheitskriterien  an  und
       gehen z.T.  methodisch anders  vor. Gegenwärtig  wird  eine  etwa
       15köpfige Forschungsgruppe des Öko-Instituts vom BMFT finanziert,
       um eine  Kritik der  ab 1979 erschienenen "Deutschen Risikostudie
       Kernkraftwerke" 25)  zur Reaktorsicherheit  zu erarbeiten.  Neben
       einer "immanenten"  Überprüfung der  DRS geht  es hierbei um eine
       Kritik ihrer  Methodik und  ihres  Risikobegriffs  sowie  um  die
       Ermittlung  von  in  der  DRS  nicht  behandelten  (sozialen  und
       gesundheitlichen)  Folgen.   Zwischenberichte  zeigen,  daß  sich
       hierbei ein weitaus größeres Risikopotential ergibt. 26)
       Der zweite  Argumentationsstrang bezieht sich nicht auf den Nach-
       weis höherer  Risiken, sondern  auf deren  Bewertung und  auf die
       Kritik der  Argumente, die  den Ausbau der Kernenergienutzung als
       zwingend für  die Energieversorgung der BRD darstellen. Die dezi-
       dierte Ablehnung des Kernenergieausbaus wird einmal mit dem hohen
       Gefahrenpotential der neuen Technologie, insbesondere der zweiten
       Generation von  Kernenergieanlagen (Brüter,  HTR-Anlagen, Wieder-
       aufarbeitungs- und  Entsorgungseinrichtungen) und  der damit ver-
       bundenen Tendenz zum Überwachungsstaat begründet. Hinzu kommt das
       Argument, daß die Stromversorgung aus AKWs teurer als bei anderen
       Energieträgern sei  und daß  der Ausbau der Kernenergienutzung am
       eigentlichen Energie-Problem  der BRD vorbeigehe, nämlich der Be-
       reitstellung  neuer  Energieträger  für  Wärmeerzeugung  und  als
       Treibstoffe (Substitution  des in erster Linie hierfür eingesetz-
       ten Öls)  und statt  dessen eine Energieform liefere (Strom), bei
       der kein  unüberwindbarer Engpaß  zu erwarten sei. Die Option für
       (forcierten) Kernenergieausbau  sei mithin für die Lösung der En-
       ergieprobleme der  BRD ungeeignet  und vom zukünftigen Energiebe-
       darf her  überflüssig (vgl. weiter unten). In diesem Argumentati-
       onsstrang verbinden  sich ganz unterschiedliche technische, ener-
       giewirtschaftliche  und   allgemein-zivilisationskritische  Argu-
       mente, letztere mit einem deutlichen Einschlag von Wachstums- und
       Technikpessimismus. Die  Analyse der Triebkräfte des Kernenergie-
       ausbaus, der  Interessen des  hier angelegten  Kapitals  und  der
       Struktur und  Einflußmechanismen des  Kernenergiekomplexes bleibt
       demgegenüber weitestgehend  ausgeklammert, die  Kritik demzufolge
       oft moralisch und "aufklärerisch", die Entwicklung von Alternati-
       ven aufs  Technische und den Wandel von Verhaltensnormen begrenzt
       - Eigentümlichkeiten,  die fast  alle Arbeiten des Instituts cha-
       rakterisieren.
       
       3.3 Alternativen der Energieversorgung
       --------------------------------------
       
       Auf diesem  Gebiet hat  das Öko-Institut die umfassendsten Ausar-
       beitungen vorgelegt,  die zudem in der energiepolitischen Diskus-
       sion der Bundesrepublik durchaus Berücksichtigung gefunden haben.
       Die Arbeiten,  die durch  A.B. Lovins  und frühere Untersuchungen
       von Bossel  27) angeregt wurden, liegen in geschlossener Form vor
       28) und  sind besonders  von der  Kernenergie-Lobby heftig attac-
       kiert worden.  29) Sie  haben auch Eingang in Bericht und Empfeh-
       lungen der  Enquete-Kommission des  Bundestages "Zukünftige Kern-
       energiepolitik" gefunden. 30)
       Die Autoren der "Energiewende" gehen davon aus, daß die bisherige
       Strategie, das  Energieangebot für eine wachsende Wirtschaft über
       solche "Großtechnologien"  wie Kernenergienutzung  oder Kohlever-
       edelung zu erweitern und Erdöl als Energieträger zurückzudrängen,
       deswegen unrealistisch ist, weil diese Strategie wegen der langen
       Bauzeit von  AKWs (und  der erforderlichen Entsorgungseinrichtun-
       gen) zu  langsam, weil  Strom aus Kernenergieanlagen zu teuer und
       dem Energiebedarf  nicht angepaßt sei. Zudem treffe diese Strate-
       gie auf einen wachsenden politischen Widerstand. Die angebotsori-
       entierten Strategien  der Energieversorgung  seien nicht  in  der
       Lage, das  gegenwärtige Hauptproblem - die Abhängigkeit vom Erdöl
       - zu lösen. Nimmt man die Berechnungen der Enquete-Kommission, so
       trifft dies in der Tat zu. Der hier vorgegebene, dieser Strategie
       entsprechende "Pfad  1", der  für das Jahr 2000 einen Primärener-
       giebedarf von  600 Mio.  t SKE  (1978: 390)  prognostiziert,  muß
       trotz maximalem  Kernenergie-Ausbau von  einem Erdöl- und Erdgas-
       Verbrauch auf  dem gegenwärtigen Niveau ausgehen. 31) Daher seien
       die Möglichkeiten  einer Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und
       Energieverbrauch durch  die systematische  Verbesserung der Ener-
       gienutzung als Hauptstrategie zu prüfen.
       Die Studie  zur "Energiewende"  enthält zwei Teile. Zuerst werden
       Szenarien des  zukünftigen Energiebedarfs  (bis  2030)  berechnet
       (Endenergie- und Primärenergiebedarf), wobei die regierungsamtli-
       chen Prognosen  des Wirtschafts-  und  Bevölkerungswachstums  zu-
       grunde gelegt  und der wirtschaftliche Strukturwandel (zwei Vari-
       anten) sowie  Verbesserungen der Energienutzung eingerechnet wer-
       den. Dann folgt eine Berechnung von Szenarien der Energiebedarfs-
       deckung. Dies  setzt eine  Abschätzung verschiedener  zukünftiger
       Energiepotentiale (insbesondere der regenerativen Energiequellen)
       voraus und  erfolgt in  drei Varianten, die von einer Fortschrei-
       bung der gegenwärtigen Relationen der Primärenergieträger bis zur
       maximalen Nutzung regenerativer Energiequellen reichen.
       Methodisch  arbeitet   die   Studie   mit   der   Kategorie   der
       "Energiedienstleistung". Damit  wird der Blick zuerst vom Primär-
       energiebedarf weg  auf den  Bedarf an  Nutz-Energie gelenkt,  die
       spezifische  energetische   Bedürfnisse  befriedigt   (Raumwärme;
       Transportleistung; Prozeßwärme  usf.). Eine  optimale  Versorgung
       mit Energiedienstleistung  kann entweder  - bei gegebener Umwand-
       lungs- und Nutzungstechnologie - über eine Ausweitung des Primär-
       energieverbrauchs oder,  bei Verbesserung  der  Umwandlungs-  und
       Nutzungstechnologien, auch bei Stagnation oder Senkung des Primä-
       renergieverbrauchs erfolgen. Für den Gesamtnutzungsgrad der Ener-
       gie wird  heute eine  Größenordnung von 35 Prozent angegeben. Der
       durchschnittliche Verlust  bei der Umwandlung von Primär- in End-
       energie liegt in der BRD gegenwärtig bei etwa 30 Prozent, bei der
       Umwandlung von Endenergie in Nutzenergie bei etwa 50 Prozent. Der
       entscheidende Ansatz  zur Senkung  des  spezifischen  Energiever-
       brauchs und  damit auch  des Primärenergiebedarfs liegt damit bei
       der Optimierung  der Nutzungssysteme.  Demgegenüber ergeben  sich
       nur begrenzte  Einsparpotentiale bei  der Verbesserung der vorge-
       schalteten Umwandlungstechnologien.
       Die Studie  legt ausdrücklich  die (optimistischen) Wachstumspro-
       gnosen der  Bundesregierung zugrunde  (Zuwachs des  BSP/Kopf  bis
       2030 auf das 3,2fache von 1973) und geht von in amtlichen und of-
       fiziösen Statistiken  berechneten Wachstumsraten  bezüglich Wohn-
       raum, Pkw-Benutzung,  Wasserverbrauch usf. aus, schließt also En-
       ergieeinsparung als  Resultat von  Verhaltenswandel aus.  Die Be-
       rechnungen der  Energieeinsparpotentiale  durch  Optimierung  der
       Nutzungstechnologien im Bereich der Niedertemperaturwärme (Gebäu-
       de,  Prozeßwärmeerzeugung),   der  Treibstoffe  (Pkw-  und  Moto-
       renkonstruktion) und  des Elektroenergiebedarfs (Haushaltsgeräte,
       elektrisch angetriebene  Maschinen) fußen durchgängig auf bereits
       gegenwärtig bekannten  Technologien  (von  der  Wärmedämmung  und
       Kraft-Wärme-Kopplung bis  zu Veränderungen  in Maschinenkonstruk-
       tionen) und  gehen von  Prognosen zur  Einsatzmöglichkeit solcher
       Technologien aus,  die oft  von Verbänden  und Instituten der be-
       troffenen Industriezweige  selbst ausgearbeitet  worden sind. Bei
       konsequenter Verbesserung und Anpassung der Energienutzung an die
       spezifischen Bedürfnisse prognostiziert die Studie einen im näch-
       sten Jahrzehnt  steigenden, dann allmählich sinkenden Primärener-
       giebedarf bei  wachsender Energiedienstleistung. Der für 2030 er-
       rechnete Primärenergieeinsatz liegt, je nach Relation der zu sei-
       ner Deckung herangezogenen Energieträger, zwischen 54 und 65 Pro-
       zent des Primärenergiebedarfs von 1973.
       Unabhängig von  der Diskussion  um einzelne Parameter (eingehende
       Prognosegrößen, Abschätzung der jeweiligen Einspar- und Verbesse-
       rungspotentiale, Verfügbarkeit von Technologien und regenerativen
       Energiequellen in  der BRD, Kosten usf.) liegt das Hauptverdienst
       dieser Studie  darin, durch  den Energiedienstleistungsansatz und
       die Konzentration  auf Optimierung der Energienutzungssysteme als
       Hauptstrategie der Energieversorgung einen neuen Gesichtspunkt in
       die Energiediskussion  gebracht und systematisch quantifiziert zu
       haben. Die  entwickelte Argumentation  gegen den Ausbau der Kern-
       energienutzung nicht  von Gesichtspunkten  mangelnder  Sicherheit
       oder Nicht-beherrschbarkeit dieser Technologie, sondern vom Ener-
       giebedarf her  - das  "Ölproblem" liegt  gerade  im  Bereich  des
       nichtelektrischen  Energieverbrauchs  (bei  Heizung,  Warmwasser,
       Prozeßwärme und  Treibstoffen), während  Kernenergie hier nur mit
       großen Umwandlungsverlusten  zur Bedarfsdeckung  beitragen könnte
       -, ist durchaus schlüssig. Zu den Vorteilen dieser Energieversor-
       gungsstrategie gehören  das rasche Wirksamwerden von entsprechen-
       den Maßnahmen  zur Energieeinsparung. Sie könnte zugleich Element
       einer aktiven  Beschäftigungspolitik sein;  was ihre  Kosten  be-
       trifft, so  gehen die  Autoren davon  aus, daß  die  Einsparungen
       durch Reduzierung  des spezifischen Energieverbrauchs die höheren
       Aufwendungen für die Optimierung der Nutzungssysteme übersteigen.
       Eine solche  Strategie würde auch die Ausschöpfung nationaler En-
       ergieressourcen begünstigen, was insbesondere die Kohle betrifft,
       deren Nutzung  als Übergangsstrategie begriffen wird, bis regene-
       rative Energiequellen  technisch besser  verfügbar sind. 32) Ver-
       fahren der Kohleveredelung werden abgelehnt.
       Spätestens bei  der Frage  nach Durchsetzungsmöglichkeiten  rächt
       sich auch  hier die  weitestgehende Beschränkung  der Autoren auf
       die technische  Seite des Problems. Wurden schon im Rückblick die
       Strukturveränderungen der  Energieversorgung in der BRD nicht als
       Resultat von  Kapitalstrategien verstanden,  so regiert  im Blick
       auf die  Zukunft das naive Vertrauen auf die Effizienz der Markt-
       wirtschaft. 33)  Der gegenüber den Verfechtern vergleichbarer Al-
       ternativstrategien immer  wieder erhobene  Vorwurf unerträglicher
       dirigistischer Eingriffe  und der  Verletzung individueller  Ent-
       scheidungsrechte (also die Warnung vor Eingriffen in die Kapital-
       verwertungs- und  Profitsphäre) trifft sie offensichtlich am wun-
       den Punkt  ihrer "ökologischen Grundwerte" (klein, dezentral, ba-
       sisorientiert und  sanft) und  veranlaßt sie  zum Bekenntnis, der
       "sanfte Weg"  setze sich  quasi von  selbst, ohne Gebote und Ver-
       bote, über  Eigenverantwortung und  Markt durch. Bedauerlich, daß
       diese Seite  gerade den  Theologen des  Öko-Instituts  überlassen
       bleibt.
       
       4. Schlußbemerkung
       ------------------
       
       Die Arbeiten  des Öko-Instituts sind insgesamt anregend und geben
       eine Vielzahl  von Anstößen  für die  Ausarbeitung demokratischer
       Alternativen  im  Bereich  der  Umwelt-und  Energiepolitik.  Ihre
       Hauptschwäche resultiert  aus dem theoretischen Ansatz des Insti-
       tuts, dem  Bezug auf  die Industriegesellschaftstheorie mit ihrer
       Negierung der sozialen Formbestimmtheit jeder Produktivkraft- und
       Technologieentwicklung in  den Mensch-Natur-Beziehungen. Die Auf-
       fassung, daß  Industriesysteme generell  umweltzerstörend  wirken
       müßten 34),  kehrt diese Beziehung im Sinne eines technologischen
       Determinismus um.  Sie verstellt  zugleich den Zugang zur Analyse
       der politischen  Ökonomie der Umweltbeziehungen und der hier wir-
       kenden Interessenantagonismen.  Die Folge ist zum einen die prin-
       zipielle Offenheit einer solchen Position für alle anti-industri-
       ellen Konzeptionen individueller Selbstversorgung, handwerklicher
       Kleinkooperativen usf., also für die Verherrlichung individueller
       Kleinproduktion, die  der Steigerung  der gesellschaftlichen Pro-
       duktivität und der Entfaltung der Gattungspotenzen in der Natura-
       neignung als dem eigentlichen Schlüssel zur Überwindung naturzer-
       störerischer Produktivkraftformen entgegensteht.
       Folgen sind  zum anderen die weitgehende Beschränkung auf techno-
       logische Alternativen  und die  Hilflosigkeit bei  der Bestimmung
       von Strategien zu ihrer Durchsetzung. Die Einsicht in die Notwen-
       digkeit gesellschaftlicher  Gegenmacht, um monopolistische Inter-
       essen an kostenloser Vernutzung natürlicher Ressourcen und Abwäl-
       zung ökologischer  Folgekosten auf  die Gesellschaft  zu brechen,
       wird durch  solche Maximen des "ökologischen Weltbildes" gehemmt,
       denen zufolge  sich "sanfte  Alternativen" kraft ihrer Rationali-
       tät, ohne  Machtentfaltung, auf  "sanftem Wege" durchsetzen soll-
       ten. Eine Auffassung, die freilich durch alle Aktionen der Ökolo-
       giebewegung selbst  in Frage  gestellt wird. Schließlich: die Ab-
       lehnung zentraler Planung und staatlicher Eingriffe zugunsten von
       mehr "Eigeninitiative" und "Selbstverantwortung" paßt durchaus in
       das Konzept des Sozialabbaus, der konservativen Wende zu "weniger
       Staat" auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung.
       Die Beschränkung  auf eine  technologische Sichtweise  stellt das
       Öko-Institut auch  vor das Problem, von der "flexiblen Marktwirt-
       schaft" überall  dort vereinnahmt zu werden, wo seine Alternativ-
       konzeptionen profitabler  Kapitalverwertung zugänglich sind, ohne
       seinen Wert- und Gesellschaftsvorstellungen von Gerechtigkeit und
       Humanität einen  Schritt näher  zu kommen. Man kann die Einbezie-
       hung von Vertretern des Instituts in staatliche Kommissionen - im
       Falle der  Energie-Enquete - oder seine Förderung aus offiziellen
       Mitteln im  Sinne von  Versuchen einer  solchen Integration,  der
       Nutzbarmachung vernünftiger  und  durchaus  nicht  systemwidriger
       Technologie-Konzepte für  Strategien des SMK deuten; man kann sie
       auch als  Alibi-Unternehmen oder Versuche von Gruppen der SPD in-
       terpretieren, politischen Einfluß im Bereich der Alternativ-Bewe-
       gung zu gewinnen.
       Jedoch versteht sich das Öko-Institut als Akteur in der umweltpo-
       litischen Auseinandersetzung  und ist  insofern immer  wieder mit
       den herrschenden  Interessen konfrontiert,  die einer  Lösung von
       Umweltproblemen  entgegenstehen.  Insofern  unterliegt  es  einem
       Druck, der  zur schärferen  Akzentuierung der  sozialen Dimension
       der Umweltprobleme,  ihrer Eingebundenheit in Klassenbeziehungen,
       führen könnte.  Die Aufnahme neuer Themenbereiche wie Rüstung und
       Ökologie, betriebliche  Umweltprobleme und  des Zusammenhangs von
       Umweltschutz und  Arbeitsplatzbeschaffung sowie die Aktionsorien-
       tierung, die in der Herausgabe von "Global Future", der Anschluß-
       studie zu  "Global 2000",  und dem  "Aktionskatalog '81" zum Aus-
       druck kommt 35), könnten Ansatzpunkte dazu sein.
       
       _____
       1) Gründungserklärung des  Öko-Instituts vom  6.11.1977, in: Öko-
       Institut. Eine  Vereinigung besorgter Wissenschaftler und Bürger,
       Freiburg o.J.
       2) L. Pröstler,  in: H. Bossel/W. Dürrschmidt (Hrg.), Ökologische
       Forschung. Wege  zur verantworteten Wissenschaft, Karlsruhe 1981,
       S. 79.
       3) Vgl. Der Fischer Öko-Almanach 82/83. Daten, Fakten, Trends der
       Umweltdiskussion, Frankfurt/M. 1982, S. 407 f.
       4) H. Bossel,  "Kritische ökologische Forschung" als Reaktion auf
       die "etablierte  Wissenschaft",  in:  H.  Bossel/W.  Dürrschmidt,
       a.a.O., S. 9.
       5) Dazu ausführlich  H. Bossel,  Bürgerinitiativen entwerfen  die
       Zukunft. Neue  Leitbilder -  Neue Werte  - 30  Szenarien,  Frank-
       furt/M. 1978.
       6) H. Bossel,  "Kritische ökologische Forschung"..., a.a.O., S. 9
       und ff.
       7) Vgl.  H.  Bossel,  Bürgerinitiativen  entwerfen  die  Zukunft,
       a.a.O., und:  A. Bechmann, Technologischer Fortschritt und ökolo-
       gische Krise, in: Öko-Mitteilungen H. 2/1981, S. 18 ff.
       8) Vgl. den Beitrag von K. Maase in diesem Band sowie R. Steiger-
       wald, Marxistische  Arbeiterbewegung und nichtproletarischer Pro-
       test, in:  Probleme des  Friedens und des Sozialismus, H. 6/1982,
       S. 797  ff. Zur "Infrastruktur" der neuen sozialen Bewegungen ge-
       hören im  übrigen auch die "Wissenschaftsläden", die sich an ver-
       schiedenen Hochschulorten  gebildet haben. Vgl. die Übersicht in:
       Wechselwirkung, H. 3/1982, S. 51 ff.
       9) Vgl. z.B.  G. Altner,  Leidenschaft für  das  Ganze.  Zwischen
       Weltfurcht und Machbarkeitswahn, Stuttgart/West-Berlin 1980.
       10) H. Bossel, in: H. Bossel/W. Dürrschmidt, a.a.O., S. 81.
       11) Öko-Institut. Institut für angewandte Ökologie e.V., Freiburg
       i. Br.,  Satzung. Stand:  8. März  1981. Sofern nicht anders ver-
       merkt, sind die folgenden Angaben der Satzung, der unter FN 1 ge-
       nannten Broschüre oder den Öko-Mitteilungen entnommen.
       12) Ihm gehören  an: Prof.  Dr. G. Altner, C. Amery, Prof. Dr. H.
       Bossel, Dr.  E. Eppler,  Prof. Dr.  P. Fornallaz, Prof. Dr. L. v.
       Friedeburg, Prof.  Dr. Th.  Ginsburg, Dr.  H. Gruhl, Prof. Dr. B.
       Grzimek, Prof.  Dr. M. Jänicke, Prof. Dr. R. Jungk, Dipl.-Ing. K.
       W. Kieffer, G. McRobie, Prof. Dr. P. C. Mayer-Tasch, Prof. Dr. D.
       H. Meadows,  Prof. Dr.  D. L.  Meadows, Prof.  Dr. E.  Rehbinder,
       Prof. Dr.  U.E. Simonis,  Dr. H.E.  Schott, Prof. Dr. M. Schrenk,
       Dr. Chr. Schütze, Prof. Dr. F. Vester, S. de Witt.
       13) A. Bechmann, Die neue Institutsstruktur, in: Öko-Mitteilungen
       1/1981, S. 7 ff. Feste Mitarbeiter gibt es gegenwärtig etwa 6.
       14) Es handelt sich um die Finanzierung des Projekts "Abschätzung
       der  Umweltverträglichkeit   energierelevanter  Gesetzesvorhaben"
       durch das Umweltbundesamt, das vom Öko-Institut zusammen mit zwei
       anderen Instituten  bearbeitet wird,  und der Studie "Analytische
       Weiterentwicklung  zur   Deutschen  Risikostudie  Kernkraftwerke"
       durch das  BMFT, an der zwischen 15 und 20 Wissenschaftler betei-
       ligt sind.
       15) Öko-Bericht 2:  A. Nawrath,  Rechtsschutz vor  Umweltchemika-
       lien, 1978; Öko-Bericht 5: G. Gersemann, J. Krause, Das Recht der
       Umweltchemikalien, 1981;  Umweltchemikalien. Öko-Magazin  Bd.  2,
       Fellbach 1980.
       16) Öko-Institut, IFEU-Institut,  Tutorium  Umweltschutz  Heidel-
       berg, Thallium, 1979; Öko-Bericht 8: Umweltgift Blei. Basisinfor-
       mationen zur Verseuchung des Raumes Goslar, 1980; Öko-Bericht 11:
       W. Bieter, E. v. Kameke, Zur Problematik des Stickstoffdüngers in
       der Landwirtschaft,  1980; Öko-Bericht  13: J.  Alt u.a., Nieren-
       funktionsstörungen bei  Anwohnern von  Schwermetallhütten,  1980;
       hier ist  auch zu  nennen: Öko-Bericht  22: R. Grießhammer, Reiz-
       kampfstoff CS  -  Eigenschaften,  Einsatzbedingungen,  Wirkungen,
       1982.
       17) Öko-Bericht 18:  U. Lahl,  B. Zeschmar,  Wie krank  ist unser
       Wasser? Die Gefährdung des Trinkwassers: Sachstand und Gegenstra-
       tegien. Hrg. Öko-Institut, BBU und BUND, 1981; Öko-Bericht 19: E.
       Pröstler, Stillen  trotz verseuchter  Umwelt? Hrg.  Öko-Institut,
       BBU, BUND und WWF Schweiz, 1981. Die Muttermilchstudie war Gegen-
       stand einer Anfrage im Bundestag und von Auseinandersetzungen mit
       dem Gesundheitsministerium.  Die Trinkwasserstudie  wurde  heftig
       von Wasserversorgungsunternehmen und dem Bundesgesundheitsamt an-
       gegriffen; sie stand ebenfalls im Bundestag zur Debatte.
       18) Verschiedene Beiträge  in den Öko-Mitteilungen und: Öko-Maga-
       zin Bd. 3, Landschaftsplanung, Fellbach 1980.
       19) Öko-Bericht 18,  a.a.O.; U.  Lahl, B.  Zeschmar, Trinkwasser-
       krise in  der Bundesrepublik. Zur großen Koalition von Wasserwer-
       ken, Industrie  und Politik,  in: Blätter f. dt. u. int. Politik,
       H. 12/1981,  S. 1474"1495; dies., Trinkwasser und Gesundheit, in:
       Öko-Mitteilungen 1/1982, S. 16-19.
       20) Zeitbombe Umweltzerstörung.  Wir fordern  die  Umweltverträg-
       lichkeitsprüfung. Öko-Magazin Bd. 4, Fellbach 1982. Vgl. auch: A.
       Bechmann, Die  Umweltverträglichkeitsprüfung. Ein politisches In-
       strument, das  noch geschaffen  werden muß,  in: Öko-Mitteilungen
       1/1981, S. 16-19.
       21) Öko-Bericht 1:  S. de  Witt, Probleme  des Atomrechts,  1977;
       Öko-Bericht 6: Ders., Klagebefugnis der Gemeinden, 1979.
       22) Öko-Bericht 7:  Arbeitsgruppe Schneller Brüter an der Univer-
       sität Bremen  (R. Donderer  u. a.), Nukleare Exkursionsunfälle im
       schnellen natriumgekühlten  Reaktor von Kalkar (SNR - 300), 1979;
       Die Risiken  der Atomkraftwerke  - Der  Anti-Rasmussen-Report der
       'Union of  Concerned  Scientists',  Hrg.  Öko-Institut,  Fellbach
       1980; u. a.
       23) Öko-Bericht 4:  E. Grimmel,  Warum der  Salzstock in Gorleben
       als Atommülldeponie ungeeignet ist, 1978; Öko-Bericht 9: Autoren-
       gruppe, Probleme  und Risiken  der Endlagerung  radioaktiver  Ab-
       fälle, 1980;  Öko-Bericht 15:  Autorengruppe, ...Auch  keine Zwi-
       schenlösung. Probleme  und  Risiken  der  'Zwischenlagerung'  von
       Atommüll, 1980;  Atom-Müll. Öko-Magazin  Bd. 1, Fellbach 1980; H.
       Hatzfeld, H.  Hirsch, R.  Kollert  (Hrg.),  Der  Gorleben-Report,
       Frankfurt/M. 1979; versch. Beiträge in: Öko-Mitt. 2/1982.
       24) Öko-Bericht 10:  H. Hirsch,  Argumente gegen die Kernenergie-
       nutzung, Hannover  1980; G.  Altner, C.  Amery,  R.  Jungk,  A.B.
       Lovins u.a.,  Zeit zum  Umdenken. Kritik  an v. Weizsäckers Atom-
       Thesen, hrg.  von S.  de Witt  und H.  Hatzfeld, Reinbek 1979; G.
       Altner, I.  Schmitz-Feuerhake (Hrg.), Die Gefahren der Plutonium-
       Wirtschaft. Der 'Schnelle Brüter': Die nächste Auseinandersetzung
       in der Energiediskussion, Frankfurt/M. 1979.
       25) Deutsche Risikostudie  Kernkraftwerke. Eine  Untersuchung  zu
       dem durch  Störfälle in Kernkraftwerken verursachten Risiko, Hrg.
       BMFT, Köln 1979 ff.
       26) Vgl. Öko-Mitteilungen 1/1981, S. 13 ff. und 2/1982, S. 6 ff.
       27) Vgl. A.B.  Lovins, Sanfte  Energie, Reinbek  1978; H.  Bossel
       u.a., Energie richtig genutzt, Karlsruhe 1976.
       28) F. Krause,  H. Bossel,  K.F. Müller-Reißmann,  Energie-Wende.
       Wachstum und  Wohlstand ohne  Erdöl und  Uran, Frankfurt/M. 1980;
       Öko-Bericht 14:  K.F. Müller-Reißmann, H. Bossel, Ein Bärendienst
       für die  Kernenergie. Stellungnahme  zur Kritik der KFA Jülich an
       der 'Energiewende',  1980; Öko-Bericht  16: F.  Krause, Daten und
       Fakten zur  Energiewende. Technische  Berichte zur  Energiestudie
       (Teil 1-5),  1981; Öko-Bericht  17: J. Thiele, Alternative in der
       Energiegewinnung -  Nutzung der  Biomasse in  der Bundesrepublik.
       Technische Berichte zur Energiestudie (Teil 6), 1980.
       29) K. Schmilz  u.a., Energiewende? Jül - Spez - 73, Jülich 1980,
       und andere Publikationen.
       30) Zukünftige Kernenergie-Politik.  Kriterien -  Möglichkeiten -
       Empfehlungen. Bericht  der Enquete-Kommission  des Deutschen Bun-
       destages, Zur Sache 1/1980, 2/1980.
       31) Ebd., S. 76, Tab. 3.
       32) Vgl. H.  Hatzfeld u.a.  (Hrg.), Kohle. Konzepte einer umwelt-
       freundlichen Nutzung. Eine Übergangsstrategie für die Ökologiebe-
       wegung, Frankfurt/M. 1982; H. Bossel, Umrisse der zukünftigen En-
       ergieversorgung in  der Bundesrepublik.  Möglichkeiten,  Grenzen,
       Forderungen, in:  Blätter f.  dt. u.  int. Politik, H. 4/1982, S.
       491-499, H. 5/1982, S. 605-617.
       33) Vgl. F.  Krause, H.  Bossel. K.F. Müller-Reißmann, a.a.O., S.
       197 ff.; Öko-Bericht 14, a.a.O., S. 11; generell: H. Bossel, Bür-
       gerinitiativen, a.a.O., S. 91 ff.
       34) Vgl. A. Bechmann, Technologischer Fortschritt und ökologische
       Krise, a.a.O.; ders., Argumente zum Verhältnis von Produktivkräf-
       ten und Umweltkrise, in: Alternative Umweltpolitik. Argument-Son-
       der-band 56, West-Berlin 1981, im Anschluß an O. Ullrich, Weltni-
       veau. In der Sackgasse des Industriesystems, West-Berlin 1979.
       35) Global Future.  Es ist  Zeit zu handeln, Hrg. A. Bechmann, G.
       Michelsen, Freiburg i. Brsg. 1981; Aktionskatalog '81 des Öko-In-
       stituts, in:  Blätter f.  dt. u. int. Politik, H. 2/1982, S. 235-
       240.
       

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