Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 11/1986


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       ENDOGENE ENTWICKLUNGSKONZEPTE ZWISCHEN FORTSCHRITTLICHER
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       PERSPEKTIVE UND KLEINBÜRGERLICHER SACKGASSE.
       ============================================
       EINIGE KRITISCH-SYSTEMATISCHE ANMERKUNGEN *)
       ============================================
       
       Wilma R. Albrecht
       
       1. Das Konzept der "endogenen Entwicklung" - 2. Herkunft des Kon-
       zepts "endogener  Entwicklung" - 3. Theoretische und ideologische
       Implikationen des  Konzepts  "endogener  Entwicklung"  -3.1.  Ge-
       schichtsphilosophische und gesellschafts-theoretische Implikatio-
       nen -  3.2. Wirtschaftstheoretische  Implikationen - 3.2. Sozial-
       psychologische Implikationen  - 4. Beispiele "endogener" Entwick-
       lungsmaßnahmen und  -projekte - 5. Folgerungen aus der Kritik des
       "endogenen Entwicklungskonzepts"
       
       1. Das Konzept der "endogenen Entwicklung" **)
       ----------------------------------------------
       
       Mit dem Übergang zu den 80er Jahren haben in den entwickelten ka-
       pitalistischen Industriestaaten Westeuropas Konzepte zur territo-
       rialen Entwicklungsplanung  Aufschwung genommen,  die unter  ver-
       schiedenen Begriffen, wie Self-Reliance, endogene, autozentrierte
       oder eigenständige  Entwicklung, selektive Eigenständigkeit, Ent-
       wicklung von  unten, auftreten  und die  sowohl normativ ihr Ziel
       als auch pragmatisch Elemente einer Strategie bestimmen, die sich
       aus  der     e i n f a c h e n     N e g a t i o n    b i s h e r
       p r a k t i z i e r t e r   E n t w i c k l u n g s-  u n d  R e-
       g i o n a l p o l i t i k  ableiten.
       Allgemein läßt  sich das Konzept folgendermaßen kennzeichnen: "Es
       geht um  die Forderung  nach einem  von eigenen Werten bestimmten
       politischen, sozialen,  wirtschaftlichen und kulturellen Entwick-
       lungsweg, der  eine schwache  Außenabhängigkeit und  eine  starke
       Selbststeuerungsfähigkeit aufweist."  1) Diese Forderung soll mit
       Hilfe mehr  oder weniger  akzentuierter Grundsätze umgesetzt wer-
       den: Stärkung  endogener politisch-administrativer Entscheidungs-
       befugnisse, Förderung regionaler Identität, Vorrang für die Mobi-
       lisierung endogener regionaler Ressourcen, sektorale und funktio-
       nelle Diversifikation,  Förderung mehrschichtigen Technologieaus-
       baus, endogener rationaler Innovation und territorialer Selbstre-
       gulierungs- und  Anpassungsmechanismen sowie Angleichung der Aus-
       tausch-  und  Akkumulationsbedingungen  peripherer  entwicklungs-
       schwacher Gebiete an die Kernräume. 2)
       
       2. Herkunft des Konzepts "endogener Entwicklung"
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       Das Konzept  der "endogenen  Entwicklung" nährt sich aus der Dis-
       kussion um entwicklungspolitische Strategien der oder für Staaten
       und Regionen  der Welt,  die sich in einem vor- oder unterentwic-
       kelten industriellen  Stadium befinden  und deren Bevölkerung von
       bedrückender  existentiell-materieller   Not  betroffen  ist.  Es
       stützt sich  dabei ideologisch  offensichtlich  auf  J.  Galtungs
       "alternative Entwicklungsstrategie"  der "Self-Reliance",  3) die
       selbst wiederum verschiedene Ansätze in sich verschmilzt, nämlich
       "die aus  dem buddistischen Denken des Ostens und dem existentia-
       listischen Denken  des Westens gewonnenen Einsichten in die Seele
       des Menschen,  das anarchistische  Gedankengut über die Bedeutung
       lokaler Autonomie,  das liberale Denken über Freiheit und die äu-
       ßeren Lebensbedingungen  der Menschen im allgemeinen sowie in der
       Gesellschaft, die  marxistische  Betrachtungsweise  der  sozialen
       Strukturen und  die antiimperialistische  Theorie und  Praxis der
       letzten Jahre." 4)
       Im Zusammenhang  mit den  r e a l e n  weltpolitischen und -wirt-
       schaftlichen  Ereignissen  und  Tatbeständen,  die  konzeptionell
       anti- und  rezipiert werden, kommen folgende Erfahrungen zum Tra-
       gen:
       a) die trotz oder wegen der Entwicklungspolitik eingetretene wei-
       tere Vertiefung  der Spaltung  zwischen reichen und armen Ländern
       in  der   Welt  und   die  erdrückende   Schuldenlast  der   sog.
       "Entwicklungsländer";
       b) die Erfolge  der verschiedenen antikolonialen und antiimperia-
       listischen Befreiungsbewegungen  und die  Rezeption ihrer Strate-
       gien und Ideologien, speziell der maoistische Entwicklungsweg und
       der islamisch-kultursoziale Wertetraditionalismus;
       c) die Bedeutung  der Agrarbevölkerung  und der  Stellenwert  des
       Landes in der antiimperialistischen Revolutionstheorie;
       d) das politisch  international koordinierte  Auftreten der  sog.
       "Entwicklungsländer" mit gemeinsamen Forderungen;
       e) die Reaktionen  von Industrieländern auf das veränderte inter-
       nationale Kräfteverhältnis  und die  Ausarbeitung neuer  Methoden
       und Strategien,  bestehende Verflechtungen aufrechtzuerhalten und
       auszubauen;
       f) die Stagnations- und Krisenerscheinungen in den hochentwickel-
       ten Industrieländern und
       g) die Aufnahme  und Weiterentwicklung  theoretischer  Kritik  an
       herrschenden entwicklungs- und regionalpolitischen Strategien.
       Die Verwebung  von Versatzstücken  aus diesen Erfahrungen und Er-
       kenntnissen nach Plausibilitätskriterien und die Übertragung mit-
       tels  Analogiebeziehungen  von  Oberflächenerscheinungen  (Stadt-
       Land) auf die entwickelten Industrieländer und ihre territorialen
       Entwicklungs- und Ordnungsprobleme kennzeichnen die regionalpoli-
       tische "Alternativ"-Strategie der "endogenen" Entwicklung.
       
       3. Theoretische und ideologische Implikationen des Konzepts
       -----------------------------------------------------------
       "endogener Entwicklung"
       -----------------------
       
       Die Orientierung an antiimperialistischen Strategien, die dem so-
       zialen Fortschritt  zum Durchbruch  verhelfen  sollen,  und  eine
       zweifellos humanistisch-moralische  Grundposition  der  Vertreter
       des Konzepts  der "endogenen Entwicklung" in bezug auf die Lösung
       der Probleme  der "Dritten Welt" lassen vordergründig das Konzept
       der endogenen  Regionalwirkung selbst fortschrittlich erscheinen.
       Bei näherer  Untersuchung erweist  es sich  jedoch als   t h e o-
       r e t i s c h   e k l e k t i s c h,   h a n d l u n g s b e z o-
       g e n   p r a g m a t i s c h ,    i n t e r e s s e n o r i e n-
       t i e r t  k l e i n b ü r g e r l i c h ,  i d e o l o g i s c h
       r e a k t i o n ä r  und  f u n k t i o n a l  s y s t e m s t a-
       b i l i s i e r e n d.  Die Berechtigung des Vorwurfs der fehlen-
       den theoretischen  Fundierung wird von seinen Vertretern durchaus
       akzeptiert.
       So betont  J. Galtung, "daß Self-Reliance ein Konzept auf der Su-
       che nach  einer Theorie"  5) sei, und E. Brugger sieht das "theo-
       retische Gerüst"  der  endogenen  Entwicklung  "erst  wenig  ent-
       wickelt" 6)  Die damit  einhergehende begriffliche Unbestimmtheit
       gilt jedoch nicht als Mangel, sondern wird von J. Galtung für die
       "Self-Reliance" ausdrücklich als "Vorteil" bewertet, da es "jedem
       einzelnen selbst  überlassen" sei,  den Begriff "genauer zu defi-
       nieren". 7)
       Dieser begriffliche  Voluntarismus ermöglicht jedoch erst, völlig
       unterschiedliche herkömmliche Theorie- und Ideologieversatzstücke
       unter dem Konzept der "endogenen Entwicklung" zu vereinen.
       
       3.1 Geschichtsphilosophische und gesellschaftstheoretische
       ----------------------------------------------------------
       Implikationen
       -------------
       
       Sowohl in  der Analyse  und Kritik  bestehender "Industriegesell-
       schaften" als  auch im  Aspekthaften,  das  ein  eigenes  Gesell-
       schaftsmodell durchschimmern läßt, finden sich bei Vertretern der
       "endogenen  Entwicklung"   Deutungsmuster,  die  in  den  Gesell-
       schaftswissenschaften der  Jahrhundertwende im  Zusammenhang  mit
       dem Übergang  des Kapitalismus  in sein imperialistisches Stadium
       entwickelt wurden  und seitdem  als relativ  eigenständige  ideo-
       logische Unterströmung  die  Geschichte  der  sozialwissenschaft-
       lichen Theoriebildung  der kapitalistischen Länder begleiten. Sie
       sind  gekennzeichnet  durch  eine    h i s t o r i s c h - k u l-
       t u r m o r p h o l o g i s c h e,    b i o l o g i s t i s c h e
       und     z i v i l i s a t i o n s k r i t i s c h e    S i c h t-
       w e i s e   sowie der   L ö s u n g  gesellschaftlicher Phänomene
       und Probleme  von  deren    ö k o n o m i s c h e r    G r u n d-
       l a g e.   8) So  bezieht sich   W e a v e r    ausdrücklich  auf
       S c h o p e n h a u e r s  subjektiv-idealistische und voluntari-
       stische  Weltsicht,  um  regionale  Entwicklungsfragen  zu  einer
       hauptsächlich "ethical/political  question" 9)  zu erklären,  und
       B a u m h ö f e r   beruft sich  auf   T o y n b e e s  Kulturzy-
       klentheorem, um  die "endogene Entwicklung" als Strategie für den
       "Weg in  die nachindustrielle  Gesellschaft", die  gekennzeichnet
       wird als "Gesellschaft kleiner Einheiten", 10) zu rechtfertigen.
       Die kulturpessimistische  Betrachtung der  Auflösung überkommener
       Strukturen und Werte durch die ins monopolistische und imperiali-
       stische Stadium  übergehende  kapitalistische  Gesellschaft  ver-
       führte zu  einer dichotomen  - einerseits subjektiv-voluntaristi-
       schen andererseits  oberflächlich-morphologischen - Betrachtungs-
       weise: so  bei Tönnies in der Unterscheidung Gemeinschaft-Gesell-
       schaft 11)  oder bei  Durkheim in mechanische Solidarität segmen-
       tierter (primitiver) Gesellschaften - organische Solidarität kom-
       plexer Gesellschaften.  12) Mit anderen Kulturkritikern und -pes-
       simisten ihrer - aber auch unserer - Zeit verbindet sie die rück-
       gewandte Sehnsucht  nach  Wiederherstellung  alter,  vermeintlich
       "harmonisch" geglaubter  Zustände. Neuauflagen und Weiterentwick-
       lungen von Versatzstücken dieser frühen imperialistischen Gesell-
       schaftswissenschaft prägen  auch das Konzept der nach- oder post-
       industriellen Gesellschaft  - sei  es in  seiner technokratischen
       Variante (D.  Bell) mit  der technisch-bürokratischen Intelligenz
       als Träger  sozialen Wandels, seiner konsumgesellschaftlichen Va-
       riante, in der die großen Konsumentengruppen Frauen, Jugendliche,
       Minderheiten "die  Vorhut gesellschaftlichen Wandels" bilden oder
       in seiner  ökologischen Variante, in der Natur (Evolution) Wandel
       und Fortschritt in sich trägt 13) -, das wiederum dem Konzept der
       "endogenen Entwicklung"  unterlegt wird.  Damit werden Fluchtwege
       aus der  theoretischen Analyse und praktischen Kritik bestehender
       Gesellschafts- und  Herrschaftsstrukturen, speziell hier in ihrer
       räumlichen Ausprägung,  eröffnet, ohne  die Gebärde des modischen
       Kritikers und Intellektuellen ablegen zu müssen. 14)
       
       3.2 Wirtschaftstheoretische Implikationen
       -----------------------------------------
       
       Wenngleich die Vertreter des Konzepts der "endogenen Entwicklung"
       dieses als  eher "nicht-ökonomisch" kennzeichnen, 15) so beinhal-
       tet es  doch wirtschaftstheoretische  Prinzipien. Das Hauptaugen-
       merk konzentriert  sich dabei  auf  die    A u s t a u s c h b e-
       z i e h u n g e n,  speziell Handel und Arbeitsteilung.
       So meint  Galtung, "daß weder der Privatbesitz an Prokuktionsmit-
       teln noch  eine Produktion zur Gewinnmaximierung die wesentlichen
       Merkmale des Kapitalismus sind, sondern vielmehr eine  u n e i n-
       g e s c h r ä n k t e   M o b i l i t ä t   d e r    P r o d u k-
       t i o n s f a k t o r e n  u n d  P r o d u k t e  sowie  e i n e
       a u f  E x p a n s i o n  a n g e l e g t e  P r o d u k t i o n.
       Solange Rohstoffe,  'Roharbeit' (unqualifizierte Arbeit) und Roh-
       kapital zu ihrer produktiven Nutzung erst an einen bestimmten Ort
       gebracht werden  müssen, ...  wird es immer ein Zentrum geben, in
       das Ressourcen  transportiert und  eine Peripherie,  aus der  sie
       geschöpft werden".  16) Zum  Ausdruck kommt  hier das altbekannte
       Konzept des   u n g l e i c h e n    T a u s c h e s,    das  den
       Warenaustausch zum  Mittelpunkt macht  und dabei  übersieht, "daß
       die  asymetrische   Struktur  des   Handels  eigentlich  nur  die
       Konsequenz  einer   bestimmten  Struktur   des   Kapitalakkumula-
       tionsprozesses darstellt".  17) Anstatt  den Ursachen,  konkreten
       Bewegungsformen und damit einhergehenden differenzierten territo-
       rialen Mustern  des asymetrischen Handels nachzuspüren, verharren
       die  Vertreter  des  "endogenen  Konzepts"  auf  der  allgemeinen
       Oberflächenbetrachtung und  entwickeln über die einfache Negation
       der bestehenden  Austauschstruktur ihr Alternativkonzept. 18) Als
       H a u p t m a ß n a h m e n der  "endogenen  Regionalentwicklung"
       entwickelter Industrieländer  gelten  "die  breite  Mobilisierung
       r e g i o n a l e r   R e s s o u r c e n"   19)  sowie  Bildung,
       Ausbau und  Stärkung    i n n e r r e g i o n a l e r    W i r t-
       s c h a f t s k r e i s l ä u f e.
       Hinsichtlich der   r e g i o n a l e n  R e s s o u r c e n  wird
       zunächst einmal  pauschal unterstellt,  daß diese  brachlägen und
       frei verfügbar zu nutzen seien. Beide Voraussetzungen treffen je-
       doch nicht  zu: Einerseits sind auch die Ressourcen in peripheren
       und zurückgebliebenen Regionen großteils in den bestehenden Kapi-
       talverwertungsprozeß einbezogen,  das gilt  sowohl für die Boden-
       schätze, die  Landwirtschaft, das  Gewerbe als  auch die Arbeits-
       kräfte. Andererseits  sind die nicht oder nicht mehr in den Kapi-
       talverwertungsprozeß einbezogenen  Ressourcen nicht  frei verfüg-
       bar, sondern  fest in die Eigentums Ordnung eingebunden, so land-
       wirtschaftliche Brachflächen, stillgelegte Betriebe, leerstehende
       oder verfallene  Gebäude, Verkehrsnetze  etc.; lediglich ein Teil
       der Arbeitskraft,  die der  lohnabhängigen Arbeitslosen, der noch
       nicht lohnabhängigen Jugendlichen, Frauen etc., ist disponibel.
       Die Aktivierung der nicht genutzten Ressourcen erfordert den Vor-
       schuß von Geldkapital (sei es nur, um Nutzungs- oder Eigentumsti-
       tel zu  erlangen) und/oder unbezahlter Arbeitskraft. Vorschuß von
       Geldkapital heißt Unterwerfung unter finanzkapitalistische Bedin-
       gungen, selbst  wenn sie  mit staatlichen  Maßnahmen (Zinssubven-
       tion, Bürgschaften etc.) abgeschwächt werden können, diktiert der
       Finanzmarkt  die  Form  der  Warenproduktion  (Produktionsmittel,
       Produkte,  Arbeitskraftentlohnung)  und  die  Einbindung  in  das
       Konkurrenzsystem.  Der   zweite  Weg   zielt  auf   eine  erhöhte
       Ausbeutung  der   Arbeitskraft  über  die  Verlängerung  des  Ar-
       beitstages, sei  es der  eigenen, fremder  oder auf eine ständige
       Subventionierung, etwa  im Rahmen der Sozialpolitik; zumeist wer-
       den beide  Formen miteinander  verbunden. Da  die  Vertreter  der
       "endogenen Entwicklung" in den entwickelten kapitalistischen Län-
       dern nicht  auf eine Substitutionswirtschaft, sondern eine Waren-
       wirtschaft hinwirken  wollen, gilt:   "D i e   W e r t e    d e r
       W a r e n   s i n d   d i r e k t  p r o p o r t i o n a l  d e r
       a u f   i h r e  P r o d u k t i o n  a n g e w a n d t e n  A r-
       b e i t s z e i t e n   u n d   u m g e k e h r t    p r o p o r-
       t i o n a l   d e r  P r o d u k t i v k r a f t  d e r  a n g e-
       w a n d t e n  A r b e i t."  20)
       Wird das  Konzept der  "endogenen Entwicklung"  über den  Bereich
       vereinzelter "Alternativ"-Projekte  in einzelnen Regionen verall-
       gemeinert als  regionalpolitische Strategie, dann führt dies, ge-
       wollt oder  nicht, zur   S e n k u n g   d e s   R e p r o d u k-
       t i o n s n i v e a u s   d e r   A r b e i t s k r a f t   u n d
       d e s   a l l g e m e i n e n    L e b e n s n i v e a u s    der
       lohnabhängigen Bevölkerung in den entsprechenden Regionen.
       Da im  Konzept der  "endogenen Entwicklung" keinerlei Aussagen zu
       finden sind,  die gegen die ökonomische und politisch vermittelte
       Macht des  Großkapitals gerichtet  sind, muß  man davon ausgehen,
       daß beide  miteinander vereinbar  sind.  Die  Vereinbarung  liegt
       darin, daß angesichts des Tatbestandes, "daß der Kapitalismus au-
       ßerstande ist, ein und dieselben Produktionsprozesse auf der frü-
       heren Stufenleiter und unter veränderten Bedingungen zu wiederho-
       len (wie  dies in den vorkapitalistischen Regionen möglich war)",
       21) der  Staat unter  Mitwirkung sozialer  Zwischenschichten oder
       die sozialen  Zwischenschichten unter Mitwirkung des Staates dazu
       aufgerufen sind,  dem monopolistischen Verwertungsprozeß neue Ak-
       kumulationssphären auf-und zu erschließen. 22)
       Untersucht man  das andere Ziel des Konzeptes "endogener Entwick-
       lung",     i n n e r r e g i o n a l e     W i r t s c h a f t s-
       k r e i s l ä u f e   zu bilden,  dann fällt  zunächst  die  Form
       dieses  Kreislaufes   auf,  der   dem  einfachen   Muster  folgt:
       Produktion von Konsummitteln - Handel (oft dem Produktionsbereich
       als "eigene Vermarktung" zugeordnet) - Konsumtion. Dabei wird die
       Abnehmerschaft als  bekannt (oder  über Marktanalysen  erkennbar)
       vorausgesetzt.  Vom   wichtigen  Bereich   der  Produktionsgüter-
       produktion  wird   abgesehen.  Dies   ist  bedeutsam:   Denn  der
       vorgestellte Wirtschaftskreislauf  beschreibt damit lediglich die
       einfache Reproduktion.  Er   i g n o r i e r t   den   e r w e i-
       t e r t e n  R e p r o d u k t i o n s p r o z e ß,  das raschere
       Wachstum des  konstanten Kapitals,  folglich  auch  den  Kapital-
       akkumulationsprozeß,  die   damit   einhergehenden   Krisen   und
       räumlichen Disparitäten;  er ignoriert  damit aber  auch die Mög-
       lichkeiten für  die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktiv-
       kraft und  den Ausbau  des gesellschaftlichen Reichtums sowie den
       Tatbestand, daß  die  Lösung  dieser  Widersprüche  gesamtgesell-
       schaftlich ausgerichtete  Alternativen erfordert.  Mit dem  Rück-
       griff auf  den  einfachen  Reproduktionsprozeß  werden  überholte
       volkswirtschaftliche Theorien  (A. Smith,  J.B. Say,  S. de  Sis-
       mondi) wieder aufgewärmt 23) und gesellschaftlich vergangene Zei-
       ten beschworen  - die Warenwirtschaft der Kleinproduktion -, über
       die selbst  spätbürgerliche Nationalökonomie  und staatsmonopoli-
       stische  Wirtschafts-   und  Regionalpolitik   (Finanzausgleichs-
       systeme, Infrastrukturpolitik,  sektorale Sozialpolitik im Agrar-
       und Montansektor  etc.) hinweggegangen  ist, um  auf  ökonomische
       Realprozesse 24) adäquat einwirken zu können.
       Die Vertreter  der "endogenen  Entwicklung" stellen der  m o n o-
       p o l i s t i s c h e n   W a r e n w i r t s c h a f t   als Al-
       ternative  die     k l e i n b ü r g e r l i c h e     W a r e n-
       w i r t s c h a f t   gegenüber. Diese  Form von Alternativen ist
       nicht neu und wurde wiederholt von den sozialistischen Klassikern
       - Marx, Engels, Lenin - als kleinbürgerlicher ökonomischer Roman-
       tizismus und kleinbürgerliche Volkstümelei kritisiert. 25)
       Als Ideal  gilt die Kleinproduktion, im Verhältnis zum Monopolka-
       pital sind  das die  kleinen und  mittleren Unternehmen des Hand-
       werks und  der Industrie.  Auf ihre  Erhaltung und  Förderung ist
       auch das  regionalpolitisch zu  entwickelnde Instrumentarium  der
       "endogenen Entwicklung"  ausgerichtet, 26) das letztlich nur eine
       neue  Variante   eines      r e g i o n a l e n      M i t t e l-
       s t a n d s p r o g r a m m s  vorstellt.
       Ein weiteres theoretisches Versatzstück, das besonders im Konzept
       der Self-Reliance  auftritt, aber  auch von Vertretern der "endo-
       genen Entwicklung"  vereinzelt aufgegriffen  wird, ist  die  B e-
       d ü r f n i s o r i e n t i e r t h e i t  der Produktion. 27) So
       kennzeichnet   B a u m h ö f e r   die neu  zu entwickelnden Pro-
       dukte als  "in Marktnischen  angesiedelt,  'bedienen'  notwendige
       Bedürfnisse, haben  ein  regionales  Produktionsimage;  die  Roh-
       stoffe, Vorprodukte  etc. stammen  aus der  Region; entstehen vor
       allem durch  individuelle bzw.  kooperative, dezentrale Fertigung
       und haben  kleine Auflagen;  sind arbeitsintensiv (...); sind un-
       weltfreundlich und  sollen - vor allem direkt vermarktet werden."
       28) Das  Paradoxon einerseits  für den  Markt, wenn auch nur eine
       Marktnische, andererseits für die Befriedigung "notwendige(r) Be-
       dürfnisse" zu  produzieren, läßt  sich nur  durch den Verweis auf
       das  Bedürfnistheorem   der     s u b j e k t i v e n    W e r t-
       l e h r e  d e r  G r e n z n u t z e n t h e o r i e  (H.H. Gos-
       sen, C. Menger) aufheben.
       Zusammenfassend läßt  sich feststellen, daß die ökonomischen Vor-
       stellungen des  Konzepts der  "endogenen Entwicklung" fest in der
       bürgerlichen Ökonomie  verankert sind.  Hieraus ist  auch erklär-
       lich, daß  die herrschende  Regionalwissenschaft  das  "endogene"
       Entwicklungskonzept akzeptieren  kann, in  das Konzept der ausge-
       glichenen Funktionsräume aufnimmt 29) oder in bestehende Methoden
       (Potentialfaktoransatz) 30) integriert, wohlwissend, daß mit die-
       sem Konzept  allein bestehende regionale Disparitäten nicht abge-
       baut werden. 31)
       
       3.3. Sozialpsychologische Implikationen
       ---------------------------------------
       
       Offensichtlicher als  auf wirtschaftstheoretische Ansätze wird im
       Konzept der  "endogenen Entwicklung"  auf psychologische  Ansätze
       Bezug genommen.  So meint  J. Galtung, "daß die Doktrin der Self-
       Reliance nicht  im Bereich  der Ökonomie,  sondern im Bereich der
       politischen Psychologie  angesiedelt ist".  32) Ausgangspunkt der
       Überlegungen ist, daß sich in politischen, ökonomischen und räum-
       lichen Benachteiligungen  strukturelle Gewalt  ausdrückt und  daß
       die Duldung  dieser Gewalt durch die Verinnerlichung eines Werte-
       und Normensystems  gewährleistet wird  wie Gehorsam,  Passivität,
       Resignation, Unterordnung,  Autoritätshörigkeit,  Leistungsorien-
       tiertheit, Eigennutz  und Mißtrauen.  33) Primär  geht es  jedoch
       nicht darum,  die Ursachen dieser strukturellen Gewalt zu ergrün-
       den, um  ihnen entgegenzuwirken, dagegen zu mobilisieren und Mög-
       lichkeiten ihrer Überwindung zu finden, sondern die gesellschaft-
       lichen Mechanismen  der Verinnerlichung  des Werte- und Normensy-
       stems zu unterlaufen: "Daher muß es in logisch-analytischer Sicht
       die erste  Aufgabe sein,  dieses System zu durchbrechen. Das kann
       weder durch von außen gestartete Angriffe auf einzelne Instanzen,
       Systeme, Rollenträger und Symbolfiguren geschehen (.. .)· Der an-
       dere, brauchbarere Weg aus dem System geschlossener Sozialisation
       führt über eine gezielte, aktionsorientierte Bildungsarbeit." 34)
       Nachdem das    g e s e l l s c h a f t l i c h e    P r o b l e m
       p s y c h o l o g i s i e r t     ist,  kann  die    S c h u l d-
       z u w e i s u n g     i n d i v i d u a l i s i e r t    und  die
       P r o b l e m l ö s u n g   p ä d a g o g i s i e r t  werden. Es
       bedarf nun  keiner politischen  Strategie  und  Organisation  der
       Betroffenen,  sondern  nur  noch  der  An-  und  Einstellung  von
       Sozialarbeitern, Pädagogen,  Innovationsanimateuren, Regionsbera-
       tern etc. 35)
       Bezeichnenderweise erfolgt  hier ein  Bruch in  der Argumentation
       der "regionalen  Eigenständigkeit" und  der regionalen  Selbstbe-
       stimmung der  Bevölkerung -  das "endogene Entwicklungspotential"
       verkörpert sich in haupt- und nebenberuflichen Regionalbetreuern,
       den Ideologen  des Konzepts  selbst. Das  ist    i d e o l o g i-
       s c h e  K l e i n b ü r g e r e i.  36)
       
       4. Beispiele "endogener" Entwicklungsmaßnahmen und -projekte
       ------------------------------------------------------------
       
       Die ideologiekritische  Einschätzung des  Konzepts der "endogenen
       Entwicklung als  kleinbürgerlich bis  reaktionär wird  durch  die
       Projektvorschläge sowie  die tatsächlich  in  Angriff  genommenen
       oder schon  durchgeführten regionalpolitischen Maßnahmen voll ge-
       stützt.
       Gefordert wird  v.a. die  Ausrichtung der Regionalpolitik auf die
       Förderung
       - des biologisch-ökologischen  Landbaus, die  landwirtschaftliche
       Umstellung auf veredelte Produkte,
       - der Herstellung  von kunsthandwerklichen  Produkten, der Verar-
       beitung von Schafwolle, der Herstellung von Web- und Strickwaren,
       des Wohnungsinnenausbaus,
       - der  Energieeinsparung  und  der  dezentralen  Energiegewinnung
       (Biogas, Wind- und Solarenergie),
       - des kleinräumigen,  naturnahen  Fremdenverkehrs,  getragen  von
       Land- und Gastwirten sowie (Kunst-)Handwerkern, 37)
       - der Verarbeitung regionaler Rohstoffe (Holz, Kohle),
       - des Abbaus hierarchischer Betriebs- und Unternehmensstrukturen,
       z.B. über die Duz-Reform. 38)
       Bei näherer  Betrachtung handelt es sich um Forderungen, die mit-
       tels der    b e s t e h e n d e n    s e k t o r a l e n    u n d
       r e g i o n a l e n   F ö r d e r p o l i t i k   schon abgedeckt
       sind, z.B. im Rahmen der Landwirtschaftspolitik, des Energiespar-
       gesetzes, der  Dorfsanierungsprogramme, der Mittelstandsförderung
       etc.
       Auch die  schon durchgeführten  Maßnahmen 39)  gehen  nicht  über
       schon bekannte  Ansätze (wie Bergbauern-Sonderprogramm, Regional-
       studien) hinaus.
       Umfassender sind dagegen die Maßnahmen "endogener Entwicklungspo-
       litik", die  im Rahmen  der   E G - R e g i o n a l p o l i t i k
       und der  Tätigkeit des  E G - R e g i o n a l f o n d s  durchge-
       führt werden  sollen oder werden 40) - bezeichnenderweise von den
       Ideologen der "endogenen Entwicklung" kaum rezipiert.
       So  beteiligt   sich  der   EG-Regionalfonds  im   Rahmen  seiner
       "spezifischen Gemeinschaftsmaßnahmen"  41) an Fördermaßnahmen für
       kleine und mittlere Unternehmen (KMU) über eine Kostenbeteiligung
       an der  Erstellung sektoraler  Marktanalysen, der  Errichtung ge-
       meinsam genutzter  Dienstleistungseinrichtungen, an betriebswirt-
       schaftlichen Beratungsgesellschaften, am Aufbau einer zwischenbe-
       trieblichen kommunikativen Infrastruktur, an Informationstagungen
       für Führungskräfte  von KMU,  an der Innovationsförderung mittels
       Informationssammlung,  Durchführungsstudien,  speziell  auch  zur
       Verwendung traditioneller  Techniken, an  der ländlichen Fremden-
       verkehrsförderung, an der Erstellung und Nutzung alternativer En-
       ergiesysteme (Windgeneratoren, biochemische Anlagen, Miniturbinen
       zur Nutzung kleinerer Wasserfälle), an der ländlichen Verkehrser-
       schließung und  in alten Industriegebieten an Stadtsanierungsmaß-
       nahmen und  zur Aufbereitung  alten, nicht  mehr genutzten  Indu-
       striegeländes.
       Die Mehrzahl dieser Maßnahmen sind ausgerichtet auf die ländlich-
       peri-pheren Regionen  Frankreichs, Italiens und Irlands sowie die
       alten Industriegebiete  Großbritanniens  und  Belgien-Luxemburgs.
       Sie dienen  ausdrücklich dazu,  die im Verlaufe des EG-Integrati-
       onsprozesses sich ständig steigernden regionalen Desintegrations-
       erscheinungen zu verlangsamen oder abzumildern. 42)
       
       5. Folgerungen aus der Kritik des
       ---------------------------------
       "endogenen Entwicklungskonzeptes"
       ---------------------------------
       
       Im Konzept der "endogenen Entwicklung" werden jedoch andererseits
       - trotz  aller vorgebrachten  Kritik -  Ansätze, die sich aus der
       Entwicklung der  Produktivkräfte ergeben, antizipiert und prakti-
       sche Konsequenzen  aus der  Fehlentwicklung der  räumlichen Wirt-
       schaftsorganisation zu  ziehen gesucht, die es weiterzuentwickeln
       gilt.  Dabei   sollte  die     M ö g l i c h k e i t s d i m e n-
       s i o n,   die in  den entwickelten  P r o d u k t i o n s m i t-
       t e l n,   -f o r m e n   und   -t e c h n i k e n   zur  gesell-
       schaftlichen Bedürfnisbefriedigung  und der  räumlichen  Neuorga-
       nisation steckt,  stärker  berücksichtigt,  der    R e s s o u r-
       c e n b e g r i f f   d i f f e r e n z i e r t e r   g e f a ß t
       und seine  dynamischen und  mobilen Elemente  deutlicher  heraus-
       gearbeitet  werden,   der  Bedeutung   und  (Neu-)Gestaltung  des
       r ä u m l i c h e n    A r b e i t s t e i l u n g s p r o z e s-
       s e s  mehr Aufmerksamkeit zukommen und der  V o r r a n g  d e r
       P r o d u k t i o n s s p h ä r e   bei der Bestimmung des sozia-
       len Veränderungspotentials deutlicher hervortreten. 43) Denkt man
       diese Problembereiche  konsequenter durch  und weiter,  wird  man
       eher zu  Strategien, die  das Moment   f o r t s c h r e i t e n-
       d e r   V e r g e s e l l s c h a f t u n g   in den  Mittelpunkt
       stellen, gelangen.
       
       _____
       *) Dies ist  ein Extrakt  aus einer  größeren Studie und insofern
       möglicherweise auch etwas holzschnittartig.
       **) Es geht mir hier nicht um die Auseinandersetzung mit dem Kon-
       zept, wie  es als  Entwicklungsstrategie für  die Länder der sog.
       "Dritten Welt" Bedeutung erlangt hat. Vgl. hierzu kritisch Lemper
       sowie zur  Information: Lemper, A. Collective Seif Reliance. Eine
       erfolgsversprechende Entwicklungsstrategie?, in: Mitteilungen der
       Stiftung Deutsches Überseeinstitut, Hamburg 1976, H. 4, S. 61-88;
       Stöhr, W.B./Taylor,  F. (Hrsg.), Development from Above or Below?
       The Dialectics of Regional Planning in Developing Countries, Chi-
       chester, New York, Brisbane, Toronto 1981.
       1) Dannecker, R.,  Entwicklungsarbeit und  endogene  Entwicklung,
       in: Endogene Entwicklung: Wirklichkeit und Ideologie. Hrsg. v. P.
       Heintz (+), Diessenhofen 1983, S. 87-111, zit. S. 89.
       2) Stöhr, W.,  Alternative räumliche Entwicklungsstrategien endo-
       gener "selektiver  Eigenständigkeit", in:  Österreichische  Zeit-
       schrift für  Soziologie (ÖZS) 8 (1983) 3, S. 117-134, speziell S.
       125-128.
       3) Galtung, J.,  Self-Reliance. Beiträge  zu  einer  alternativen
       Entwicklungsstrategie. Hrsg. von A. Ferdowski. München 1983. Vgl.
       den Bezug  auf Galtung  bei: Stöhr,  W., Alternative ...., a.a.O.
       (Anm. 2),  S. 123  sowie Baumhöfer, A., Die Stärkung einer eigen-
       ständigen  Regionalentwicklung  -  eine  regionale  Entwicklungs-
       chance, in:  Neues Archiv  für Niedersachsen 32 (1983) 4, S. 388-
       400, bes. S. 390 f.
       4) Galtung, J.,  Self-Reliance als  Politik (1980),  in: Galtung,
       J.: Self-Reliance..., a.a.O. (Anm. 3), S. 105.
       5) Galtung, J.,  Überlegungen zu  einer neuen Weltwirtschaftsord-
       nung. Die  alte, neue  und zukünftige  Ordnung, in:  Galtung, J.,
       Self-Reliance..., a.a.O. (Anm. 3), S. 28.
       6) Brugger, E.B.,  "Endogene Entwicklung":  Ein Konzept  zwischen
       Ideologie und  Wirklichkeit, in:  Endogene Entwicklung..., a.a.O.
       (Anm. 1), S. 65-85, zit. S. 66.
       7) Galtung, J.,  Self-Reliance: Begriffe, Anwendungen und Prinzi-
       pien, in: Galtung, J., Self-Reliance ..., a.a.O. (Anm. 3), S. 47.
       8) Lukacs, G.,  Die deutsche Soziologie der imperialistischen Pe-
       riode, in: Die Zerstörung der Vernunft. Berlin 1953, S. 506 ff.
       9) Weaver, C.,  Development Theory  and the  Regional Question: A
       Critique of  Spatial Planning  and its Detractors, in: Stöhr, W.,
       Taylor, F.,  Development..., a.a.O.  (Anm. 2), S. 73-105, zit. S.
       93.
       10) Baumhöfer, A., Die Stärkung..., a.a.O. (Anm. 5), S. 389f.
       11) Tönnies, F., Gemeinschaft und Gesellschaft, Leipzig 1887.
       12) Durkheim, E., La division du travail, Paris 1893.
       13) Bell, D.,  The Corning  of Postindustrial  Society, New  York
       1973; Riessman,  T., The  Service Society  and the  Consumer Van-
       guard, New York 1974.
       14) Gerhardt, M.,  Postmoderne - Postindustrialismus auf dem Wege
       in eine  zeitlose Zukunft.  Sendemanuskript  der  Südfunk-2-Reihe
       "Zeit zum Zuhören", 13. 7. 1985, 20.30-22.00 Uhr, S. 74.
       15) Brugger, E.A., "Endogene Entwicklung"..., a.a.O. (Anm. 6), S.
       69; vgl. auch Weaver, C., Development..., a.a.O. (Anm. 9).
       16) Galtung, J., Überlegungen..., a.a.O. (Anm. 5), S. 22.
       17) Zang, G., Provinzialisierung einer Region, Frankfurt/M. 1978,
       S. 43.
       18) Baumhöfer, A., Stärkung der regionalen Eigenständigkeit durch
       Aktivierung der  eigenen Kräfte, orientiert am regionalen Bedarf,
       in: Marxistische  Studien 9,  Frankfurt/M. 1985, S. 543-549, bes.
       S. 543.
       19) Stöhr, W., Alternative..., a.a.O. (Anm. 2), S. 7.
       20) Marx, K.,  Lohn, Preis und Profit, in: Marx/Engels Werke, Bd.
       16, Berlin 1964, S. 127.
       21) Lenin, W. L, Die Entwicklung des Kapitalismus in Rußland, in:
       Lenin, W. L, Werke, Bd. III, Berlin 1963, S. 611 f.
       22) Vgl. hierzu  u. a.: Sachs, W., Energiepolitische "Initiativen
       von unten" in den USA. Global denken, lokal handeln, in: Informa-
       tionen zur  Raumordnung (1984)  1/2, S.  105-120,  bes.  S.  111;
       Stöhr, W.B.,  Ansätze zu einer neuen Fundierung der Regionalpoli-
       tik, in:  Jahrbuch für  Regionalwissenschaft 5  (1984), S.  7-28,
       bes. S. 20-23.
       23) Hofmann, W.,  Sozialökonomische Studientexte,  Bd. 3: Theorie
       der Wirtschaftsentwicklung. Berlin 1964, S. 48-62.
       24) Peschel, K., Über die Unmöglichkeit endogener regionaler Ent-
       wicklung in  hochindustrialisierten Volkswirtschaften,  in: Jahr-
       buch für Regionalwissenschaften 5 (1984), S. 29-47.
       25) Marx/Engels,  Manifest   der  kommunistischen   Partei,   in:
       Marx/Engels Werke,  Bd. 4,  S. 485 am kleinbürgerlichen Sozialis-
       mus; Marx, K., Lohn, Preis und Profit, in: Marx/Engels Werke, Bd.
       16, S.  101-152, am  Bürger Weston;  Lenin, W.  L, Zur Kritik der
       ökonomischen Romantik,  in: Lenin,  Werke, Bd.  II, S. 121-264 an
       Sismondi und  auch Lenin,  W. L, Die Entwicklung des Kapitalismus
       in Rußland, in: Lenin, Werke, Bd. III, Kap. IV-IX, S. 31-58.
       26) Stöhr, W.,  Alternative ...,  a.a.O. (Anm.  2), S.  7f;  vgl.
       hierzu auch  die Diskussion  um die Änderung der GA: Verbesserung
       der regionalen  Wirtschaftsstruktur, in:  Regionalpolitik 2000  -
       P r o b l e m e,   Z i e l e,  I n s t r u m e n t e.  E r g e b-
       n i s s e   e i n e s   S y m p o s i u m s,  T r i e r  1 9 8 4,
       s p e z i e l l   d e n   B e i t r a g    v o n    M ü l l e r -
       K ä s t e r n s,  B.  u n d  I r s c h,  N., S. 60-72.
       27) Galtung, J.,  Grundbedürfnisse, Menschenrechte  und  Entwick-
       lungsstrategie, in:  Galtung, J., Self-Reliance ..., a.a.O. (Anm.
       3), S. 392.
       28) Baumhöfer, A., Die Stärkung..., a.a.O. (Anm. 3), S. 392.
       29) Hierzu kritisch:  Sträter,  D.,  Disparitätenförderung  durch
       großräumige Vorrangfunktion  oder Disparitätenausgleich durch en-
       dogene Entwicklungsstrategien?, in: Raumforschung und Raumordnung
       42 (1984), 4/5, S. 238-246.
       30) Strassert, G.,  "Regionales Entwicklungspotential".  Ein Ver-
       such der  Enträtselung eines  Schlagwortes, in: Raumforschung und
       Raumordnung 42 (1984), 1, S. 19-26.
       31) Empfehlungen  des  Beirats  für  Raumordnung  vom  18.3.1983,
       Selbstverantwortete regionale  Entwicklung im Rahmen der Raumord-
       nung,  in:  Endogene  Entwicklungsstrategien?  Informationen  zur
       Raumordnung (1984), 1/2.
       32) Galtung, J., Self-Reliance: Begriffe ..., a.a.O. (Anm. 7), S.
       49.
       33) Galtung, J., Strukturelle Gewalt, Hamburg-Reinbek 1975.
       34) Scheer, G., Eigenständige Regionalentwicklung: Ziele, Strate-
       gien und  Erfahrungen mit einem neuen Konzept der regionalen Ent-
       wicklungsarbeit, in: ÖZS 8 (1983), 3, S. 135-144.
       35) Baumhöfer, A., Stärkung ..., a.a.O. (Anm. 18), S. 547; Hahne,
       U., Ökologische  Regionalentwicklung, in: Informationen zur Raum-
       entwicklung (1984), 1/2, S. 53-63.
       36) Marx, K.,  Der achtzehnte  Brumaire des  Louis Bonaparte, in:
       Marx/Engels Werke, Bd. 8, Berlin 1960, bes. S. 141f.
       37) Baumhöfer, A., Stärkung ..., a.a.O. (Anm. 18).
       38) Stöhr, W., Alternative ..., a.a.O. (Anm. 2), S. 128.
       39) Sonderaktion des  Bundeskanzleramtes  zur  Stärkung  entwick-
       lungsschwacher ländlicher  Räume in Berggebieten Österreichs. Er-
       fahrungsbericht, in:  Raumplanung in  Österreich 2  (1981), Sekt.
       IV/6; Meier-Dallach,  H. P./Nef,  R./Hohermuth,  S./Anliker,  R.,
       Zwischen Zentren  und Hinterland-Probleme, Interessen und Identi-
       täten im Querschnitt durch die Regionstypen der Schweiz, Diessen-
       hofen 1982;  Meier-Dallach, H.  P./Hohermuth, S./Nef, R., Soziale
       Strukturen und  räumliches Bewußtsein,  Diessenhofen 1985; Stöhr,
       W. B., Ansätze . .., a. a. O. (Anm. 22).
       40) Albrecht, W./Faber, P., Ziele, Instrumente und Ergebnisse der
       EG-Regionalpolitik, in: Die Verwaltung 16 (1983) 3, S. 353-378.
       41) Verordnung (EWG)  214/79 vom  6.2.1979, in:  ABl. EG L 35 vom
       9.2.1979, Abl.  EG C  285 vom  15. 11.  1979, S. 3-27, Verordnung
       (EWG) 214-219/84 vom 8. 1. 1984, in: ABl. EG L 27 vom 31.4.1984
       42) Zum Scheitern  als nationale  Entwicklungsstrategie vgl. Axt,
       H.-J., On  the way to self-reliance. Pasok's Government Policy in
       Greece, unveröffentlichtes Manuskript.
       43) Vgl. hierzu  den Ansatz  "Mesotechnologie" bei Etzkowitz, H.,
       Überdeterminierte Technologie: Die Delegitimierung einer alterna-
       tiven Ideologie, in: Leviathan-Sonderheft 6/1985, S. 83-102.
       

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